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> Die wahren Ursachen für jugendlichen Amoklauf, wider die Placebodebatte über "Computerspiele"
Inge
Beitrag 22.11.2006, 14:21
Beitrag #1


Katholikenversteherin
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Hier steht es, schwarz auf weiß:

ZITAT
SPIEGEL ONLINE: Aber nicht jeder, der sich mit Gewalt beschäftigt, übt sie auch aus.

Hoffmann: Nein. Hinzu kommen konkretere Anzeichen: Jemand ist über einen längeren Zeitraum wütend auf eine bestimmte Personengruppe und macht sie für sein Leid verantwortlich. Die Person zeigt sich mit Schusswaffen und spricht Drohungen und Warnungen aus. Auslösend wirken dann Situationen, in denen ein wichtiger Faktor des Lebens wegfällt - im Fall Robert Steinhäuser brach am Tag der Zeugnisausgabe seine Welt zusammen, weil er keinen Schulabschluss hatte. Im Emsdettener Fall hatte der Täter eine pubertär anmutenden Männlichkeitswahn und Begeisterung für Waffen - und wegen unerlaubten Waffenbesitzes sollte er am nächsten Tag vor Gericht erscheinen. Das war sicher kein Zufall.


Es sind reale Ursachen, die Jugendliche zu Amokläufern werden lassen. Die gegenwärtige Debatte über Computerspiele führt wieder dazu, Scheinlösungen zu suchen, die nur einen Placeboefekt haben: Die Erwachsenenwelt meint, alles getan zu haben, und lässt isolierte Kinder mit schwachem Selbstwertgefühl weiter in ihrer Verlorenheit allein.

Der Beitrag wurde von Inge bearbeitet: 22.11.2006, 14:29
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Kulti
Beitrag 22.11.2006, 14:37
Beitrag #2


Fruchtpopelabstinenzler
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D.h. in der Theorie sind potentielle Schulamokläufer vorab zu erkennen (vielleicht sogar dank der Videospiele!).
Nur was macht man aus dieser Erkenntnis? Hängt da nicht wieder sehr viel von der Mitarbeit des braven Bürgers ab? Und - wie kommt man um eine Hexenjagd herum? *grübel* Und wie kommt man um die Tatsache herum, dass mittlerweile wohl keinen mehr interessiert ob sein Fleisch vom Schwein oder vom Rind ist? *grübelnaufgeb*
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Platona
Beitrag 22.11.2006, 14:52
Beitrag #3


Pastafarian
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Eine von vielen "Expertenmeinungen" in diesen Tagen. Trotzdem finde ich, daß dieser Mann nicht so ganz urecht hat. Wenn er sagt:

ZITAT
Bergmann: Wir brauchen an unseren Schulen, in unseren Beratungsstellen Erwachsene mit einem gelebten Leben, die auch einem 18-Jährigen gegenübertreten mit der Ausstrahlung: Ich gebe Dir Halt, wir stellen uns der Welt und wir schaffen das. Und wenn ich dir das verspreche, dann ist das auch so. Der Jugendliche soll denken: Ich kann ja doch was, ich bin ja etwas wert, aber auch Respekt haben können . Wenn mich jemand lobt oder lobend anguckt, den ich respektiere, dann geht das unmittelbar ins Selbstwertgefühl über.


Solche Erwachsene müssen nicht unbedingt Lehrer, sondern können Künstler und Handwerker sein. Wenn ich an die Schulzeit meiner Tochter zurückdenke, so gab es damals schon überwiegend "Reformpädagogen", die zwar ein ausgeprägtes Gefühl für Diskussionskultur hatten, aber keine Autoritäten waren. Es gab einen Lehrer vom alten Schlag, in dessen Unterricht man eine Stecknadel hätte fallen hören können, so haben die Kinder aufgepasst. Er war der beliebteste Lehrer von allen, und zwar, weil jedes Kind sich von ihm gerecht behandelt fühlte. Ich denke mal, die Spezies, der dieser Mann angehörte, ist mittlerweile an unseren Schulen ausgestorben. Da braucht man sich nur die "Bildungsbürgerhäschen" anzusehen, die heutzutage Kultus- und Familienministerposten innehaben.

Die Schule ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist schon das Elternhaus, wo einerseits verwöhnt wird nach Strich und Faden, andererseits aber ebenfalls Gerechtigkeit und Festigkeit im Menschenbild auf der Strecke bleiben.
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Lutheraner
Beitrag 22.11.2006, 14:56
Beitrag #4


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ZITAT(Inge @ 22 Nov 2006, 14:21) *
Hier steht es, schwarz auf weiß:

ZITAT
SPIEGEL ONLINE: Aber nicht jeder, der sich mit Gewalt beschäftigt, übt sie auch aus.

Hoffmann: Nein. Hinzu kommen konkretere Anzeichen: Jemand ist über einen längeren Zeitraum wütend auf eine bestimmte Personengruppe und macht sie für sein Leid verantwortlich. Die Person zeigt sich mit Schusswaffen und spricht Drohungen und Warnungen aus. Auslösend wirken dann Situationen, in denen ein wichtiger Faktor des Lebens wegfällt - im Fall Robert Steinhäuser brach am Tag der Zeugnisausgabe seine Welt zusammen, weil er keinen Schulabschluss hatte. Im Emsdettener Fall hatte der Täter eine pubertär anmutenden Männlichkeitswahn und Begeisterung für Waffen - und wegen unerlaubten Waffenbesitzes sollte er am nächsten Tag vor Gericht erscheinen. Das war sicher kein Zufall.


Es sind reale Ursachen, die Jugendliche zu Amokläufern werden lassen. Die gegenwärtige Debatte über Computerspiele führt wieder dazu, Scheinlösungen zu suchen, die nur einen Placeboefekt haben: Die Erwachsenenwelt meint, alles getan zu haben, und lässt isolierte Kinder mit schwachem Selbstwertgefühl weiter in ihrer Verlorenheit allein.



Richtig. Man muß auf Außenseiter zugehen und sie nicht einfach als komische Käuze abstempeln uns sich selbst überlassen. Das ist oft sehr schwierig und hier ist jeder Einzelne gefordert.
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Felix1234
Beitrag 22.11.2006, 15:00
Beitrag #5


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ZITAT(Inge @ 22 Nov 2006, 14:21) *
Hier steht es, schwarz auf weiß:

ZITAT
SPIEGEL ONLINE: Aber nicht jeder, der sich mit Gewalt beschäftigt, übt sie auch aus.

Hoffmann: Nein. Hinzu kommen konkretere Anzeichen: Jemand ist über einen längeren Zeitraum wütend auf eine bestimmte Personengruppe und macht sie für sein Leid verantwortlich. Die Person zeigt sich mit Schusswaffen und spricht Drohungen und Warnungen aus. Auslösend wirken dann Situationen, in denen ein wichtiger Faktor des Lebens wegfällt - im Fall Robert Steinhäuser brach am Tag der Zeugnisausgabe seine Welt zusammen, weil er keinen Schulabschluss hatte. Im Emsdettener Fall hatte der Täter eine pubertär anmutenden Männlichkeitswahn und Begeisterung für Waffen - und wegen unerlaubten Waffenbesitzes sollte er am nächsten Tag vor Gericht erscheinen. Das war sicher kein Zufall.


Es sind reale Ursachen, die Jugendliche zu Amokläufern werden lassen. Die gegenwärtige Debatte über Computerspiele führt wieder dazu, Scheinlösungen zu suchen, die nur einen Placeboefekt haben: Die Erwachsenenwelt meint, alles getan zu haben, und lässt isolierte Kinder mit schwachem Selbstwertgefühl weiter in ihrer Verlorenheit allein.



Hinsichtlich des sog. "Bordsteinkickens" gab es einen Fall, wo der Täter sich durch den entsprechenden Film mit Edward Norton erst inspirieren ließ, da ihm diese Form der Tötung vorher unbekannt war. Von daher denke ich schon, dass Gewaltverherrlichung mitursächlich motivierend wirken kann, auch wenn die eigentliche Ursache auf anderen Gründen beruht.
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Kulti
Beitrag 22.11.2006, 15:02
Beitrag #6


Fruchtpopelabstinenzler
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ZITAT(Platona @ 22 Nov 2006, 14:52) *
Eine von vielen "Expertenmeinungen" in diesen Tagen. Trotzdem finde ich, daß dieser Mann nicht so ganz urecht hat. Wenn er sagt:

ZITAT
Bergmann: Wir brauchen an unseren Schulen, in unseren Beratungsstellen Erwachsene mit einem gelebten Leben, die auch einem 18-Jährigen gegenübertreten mit der Ausstrahlung: Ich gebe Dir Halt, wir stellen uns der Welt und wir schaffen das. Und wenn ich dir das verspreche, dann ist das auch so. Der Jugendliche soll denken: Ich kann ja doch was, ich bin ja etwas wert, aber auch Respekt haben können . Wenn mich jemand lobt oder lobend anguckt, den ich respektiere, dann geht das unmittelbar ins Selbstwertgefühl über.


Solche Erwachsene müssen nicht unbedingt Lehrer, sondern können Künstler und Handwerker sein....

Oder es müssen einfach die richtigen Freunde sein. Ich bin selbst zu Schulzeiten gemobbed worden und letzendlich geholfen hat es mir dass ich Freunde fand, die mich einfach so angenommen haben wie ich bin.
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helmut
Beitrag 22.11.2006, 15:08
Beitrag #7


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ZITAT(Platona @ 22 Nov 2006, 14:52) *
Eine von vielen "Expertenmeinungen" in diesen Tagen. Trotzdem finde ich, daß dieser Mann nicht so ganz urecht hat. Wenn er sagt:

ZITAT
Bergmann: Wir brauchen an unseren Schulen, in unseren Beratungsstellen Erwachsene mit einem gelebten Leben, die auch einem 18-Jährigen gegenübertreten mit der Ausstrahlung: Ich gebe Dir Halt, wir stellen uns der Welt und wir schaffen das. Und wenn ich dir das verspreche, dann ist das auch so. Der Jugendliche soll denken: Ich kann ja doch was, ich bin ja etwas wert, aber auch Respekt haben können . Wenn mich jemand lobt oder lobend anguckt, den ich respektiere, dann geht das unmittelbar ins Selbstwertgefühl über.


Solche Erwachsene müssen nicht unbedingt Lehrer, sondern können Künstler und Handwerker sein. Wenn ich an die Schulzeit meiner Tochter zurückdenke, so gab es damals schon überwiegend "Reformpädagogen", die zwar ein ausgeprägtes Gefühl für Diskussionskultur hatten, aber keine Autoritäten waren. Es gab einen Lehrer vom alten Schlag, in dessen Unterricht man eine Stecknadel hätte fallen hören können, so haben die Kinder aufgepasst. Er war der beliebteste Lehrer von allen, und zwar, weil jedes Kind sich von ihm gerecht behandelt fühlte. Ich denke mal, die Spezies, der dieser Mann angehörte, ist mittlerweile an unseren Schulen ausgestorben. Da braucht man sich nur die "Bildungsbürgerhäschen" anzusehen, die heutzutage Kultus- und Familienministerposten innehaben.

Die Schule ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist schon das Elternhaus, wo einerseits verwöhnt wird nach Strich und Faden, andererseits aber ebenfalls Gerechtigkeit und Festigkeit im Menschenbild auf der Strecke bleiben.
scheiße, alles stimmt. nein, stimmt nicht immer. in meinem großelternhaus ist es anders, wenig kuscheliges, viel respekt, aber auch respekt vor den enkeln. und was ist das ergebnis, die kinder suchen diese nähe.
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Domingo
Beitrag 22.11.2006, 15:10
Beitrag #8


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ZITAT(Felix1234 @ 22 Nov 2006, 15:00) *
Hinsichtlich des sog. "Bordsteinkickens" gab es einen Fall, wo der Täter sich durch den entsprechenden Film mit Edward Norton erst inspirieren ließ, da ihm diese Form der Tötung vorher unbekannt war. Von daher denke ich schon, dass Gewaltverherrlichung mitursächlich motivierend wirken kann, auch wenn die eigentliche Ursache auf anderen Gründen beruht.


1.Wäre er niht auf die Idee mit dem Bordsteinkicken gekommen, so hätte er weniger originelle Formen der Gewalt gewählt oder sich die Inspiration woanders hergeholt.

2. Findest Du den entsprechenden Film mit Eward Norton gewlatverherrlichend? Sollte man ihn verbieten?
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Caveman
Beitrag 22.11.2006, 15:13
Beitrag #9


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ZITAT(Lutheraner @ 22 Nov 2006, 14:56) *
Richtig. Man muß auf Außenseiter zugehen und sie nicht einfach als komische Käuze abstempeln uns sich selbst überlassen. Das ist oft sehr schwierig und hier ist jeder Einzelne gefordert.
Ja, volle Zustimmung. Und Amoklauf ergibt sicht nicht aus dem Nichts. Da fängt es lange vorher an zu brodeln. Was einem die Chance gibt zu versuchen, solch gefährdete Menschen im Vorfeld zu erkennen. Dann kann man ev. helfen.



Aus der Wikipedia ("Amok")

Als den Amoklauf auslösende Faktoren sind inzwischen hauptsächlich vier Ursachen ausgemacht worden:
  • die mehr oder weniger fortgeschrittene psychosoziale Entwurzelung des potentiellen Täters;
  • der Verlust beruflicher Integration, sei es durch Arbeitslosigkeit, Rückstufung oder Versetzung;
  • zunehmend erfahrene Kränkungen unterschiedlicher Art und durch unterschiedliche Personen und
  • Konflikte mit Liebespartnern.
Oft spielen vor einem Amoklauf mehrere dieser Faktoren eine Rolle. Dabei sind sie nicht unmittelbar direkt vor dem Ereignis gelegen, sondern können bereits längere Zeit bestehen.

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tine74
Beitrag 22.11.2006, 15:16
Beitrag #10


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ZITAT(helmut @ 22 Nov 2006, 15:08) *
viel respekt, aber auch respekt vor den enkeln. und was ist das ergebnis, die kinder suchen diese nähe.


Und ich glaube, dass ist eins der ganz großen Geheimnisse: Nicht nur Respekt einfordern, sondern auch schon Kinder respektvoll behandeln, nicht künstlich kleinhalten, sie mit ihren Bedürfnissen erstnehmen - und ich bin 100% überzeugt: Ein Jugendlicher, der schon als Kind erfahren hat, dass er ein Mensch ist, dem mit Respekt begegnet wird, der wird später auch diesen Respekt vor anderen Menschen haben und niemals zum Amokläufer!
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Felix1234
Beitrag 22.11.2006, 15:22
Beitrag #11


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ZITAT(Domingo @ 22 Nov 2006, 15:10) *
ZITAT(Felix1234 @ 22 Nov 2006, 15:00) *

Hinsichtlich des sog. "Bordsteinkickens" gab es einen Fall, wo der Täter sich durch den entsprechenden Film mit Edward Norton erst inspirieren ließ, da ihm diese Form der Tötung vorher unbekannt war. Von daher denke ich schon, dass Gewaltverherrlichung mitursächlich motivierend wirken kann, auch wenn die eigentliche Ursache auf anderen Gründen beruht.


1.Wäre er niht auf die Idee mit dem Bordsteinkicken gekommen, so hätte er weniger originelle Formen der Gewalt gewählt oder sich die Inspiration woanders hergeholt.

2. Findest Du den entsprechenden Film mit Eward Norton gewlatverherrlichend? Sollte man ihn verbieten?


Die Grundaussage des Films ist sicher nicht gewaltverherrlichend. Die Darstellung der Tötung scheint auf manche, die die wandlung der Hauptperson nicht nachvolziehen wollen, aber so cool gewirkt zu haben, dass diese Form der Köperverletzung/Tötung in rechten Kreisen sehr beliebt zu sein scheint.

Hinsichtlich gewaltverrlichender Computerspiele und Filme sehe ich die Gefahr darin, dass Jugendliche, die sich augestoßen fühlen, darin eine Parallelwelt aufbauen und die Grenze zur realen Welt dann irgendwann verschwimmt. Dies erhöht natürlich die Gefahr, die Fähigkeiten und anerkennung, die man in der Parallelwelt erworben hat, in der realen Welt anwenden zu wollen, um so die "Ungerechtigkeit" die man erfahren hat zu "rächen"!

Der Beitrag wurde von Felix1234 bearbeitet: 22.11.2006, 15:25
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Caveman
Beitrag 22.11.2006, 15:28
Beitrag #12


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ZITAT(tine74 @ 22 Nov 2006, 15:16) *
ZITAT(helmut @ 22 Nov 2006, 15:08) *

viel respekt, aber auch respekt vor den enkeln. und was ist das ergebnis, die kinder suchen diese nähe.


Und ich glaube, dass ist eins der ganz großen Geheimnisse: Nicht nur Respekt einfordern, sondern auch schon Kinder respektvoll behandeln, nicht künstlich kleinhalten, sie mit ihren Bedürfnissen erstnehmen - und ich bin 100% überzeugt: Ein Jugendlicher, der schon als Kind erfahren hat, dass er ein Mensch ist, dem mit Respekt begegnet wird, der wird später auch diesen Respekt vor anderen Menschen haben und niemals zum Amokläufer!
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Seitdem ich hier im Forum bin, habe ich erst gemerkt, wie absolut immens wichtig unser Art. 1 GG ist (Würde und Respekt gehen irgendwo einher, finde ich).
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helmut
Beitrag 22.11.2006, 15:40
Beitrag #13


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ZITAT(Caveman @ 22 Nov 2006, 15:28) *
ZITAT(tine74 @ 22 Nov 2006, 15:16) *
ZITAT(helmut @ 22 Nov 2006, 15:08) *

viel respekt, aber auch respekt vor den enkeln. und was ist das ergebnis, die kinder suchen diese nähe.


Und ich glaube, dass ist eins der ganz großen Geheimnisse: Nicht nur Respekt einfordern, sondern auch schon Kinder respektvoll behandeln, nicht künstlich kleinhalten, sie mit ihren Bedürfnissen erstnehmen - und ich bin 100% überzeugt: Ein Jugendlicher, der schon als Kind erfahren hat, dass er ein Mensch ist, dem mit Respekt begegnet wird, der wird später auch diesen Respekt vor anderen Menschen haben und niemals zum Amokläufer!
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Seitdem ich hier im Forum bin, habe ich erst gemerkt, wie absolut immens wichtig unser Art. 1 GG ist (Würde und Respekt gehen irgendwo einher, finde ich).

respekt heißt, der auseinandersetzung nicht aus dem weg gehen, nicht auf deutliche worte zu verzichten, auch nicht auf lautstärke. es heißt aber nicht(nicht=nie), du bist ein ....aber anschließend geht es weiter, freundlich, bestimmt und liebevoll.
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Mecky
Beitrag 22.11.2006, 18:04
Beitrag #14


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ZITAT(Platona @ 22 Nov 2006, 14:52) *
Eine von vielen "Expertenmeinungen" in diesen Tagen. Trotzdem finde ich, daß dieser Mann nicht so ganz urecht hat. Wenn er sagt:

ZITAT
Bergmann: Wir brauchen an unseren Schulen, in unseren Beratungsstellen Erwachsene mit einem gelebten Leben, die auch einem 18-Jährigen gegenübertreten mit der Ausstrahlung: Ich gebe Dir Halt, wir stellen uns der Welt und wir schaffen das. Und wenn ich dir das verspreche, dann ist das auch so. Der Jugendliche soll denken: Ich kann ja doch was, ich bin ja etwas wert, aber auch Respekt haben können . Wenn mich jemand lobt oder lobend anguckt, den ich respektiere, dann geht das unmittelbar ins Selbstwertgefühl über.


Solche Erwachsene müssen nicht unbedingt Lehrer, sondern können Künstler und Handwerker sein. Wenn ich an die Schulzeit meiner Tochter zurückdenke, so gab es damals schon überwiegend "Reformpädagogen", die zwar ein ausgeprägtes Gefühl für Diskussionskultur hatten, aber keine Autoritäten waren. Es gab einen Lehrer vom alten Schlag, in dessen Unterricht man eine Stecknadel hätte fallen hören können, so haben die Kinder aufgepasst. Er war der beliebteste Lehrer von allen, und zwar, weil jedes Kind sich von ihm gerecht behandelt fühlte. Ich denke mal, die Spezies, der dieser Mann angehörte, ist mittlerweile an unseren Schulen ausgestorben. Da braucht man sich nur die "Bildungsbürgerhäschen" anzusehen, die heutzutage Kultus- und Familienministerposten innehaben.

Die Schule ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist schon das Elternhaus, wo einerseits verwöhnt wird nach Strich und Faden, andererseits aber ebenfalls Gerechtigkeit und Festigkeit im Menschenbild auf der Strecke bleiben.


Liebe Platona!

In den letzten Jahren bin ich da ziemlich pessimistisch geworden. Meine Beobachtung ist, dass der Großteil der Entscheidung, ob jemand gewalttätig wird, schon recht früh im Leben fällt. Wenn ein Kind solchen Respektspersonen erst in der Schule und nicht schon im Elternhaus und in seiner direkten Umgebung begegnet, dann liegt schon so viel quer, dass es sau-saumäßig schwierig ist, was zu ändern.

Nicht, dass ich eine Veränderung für unmöglich hielte, aber sie wird eben umso schwerer, je später solche Begegnungen liegen.

Wenn wir hier über Computerspiele oder Gewaltfilme reden, dann sprechen wir eher von den Details. Und hier verschwimmt dann meine Meinung. Je nach Typ: Der eine reagiert sich einem Computerspiel oder in einem Film ab, der andere putscht sich erst richtig hoch dadurch.

Trotzdem halte ich beeindruckende Naturautoritäten natürlich immer für gut - nicht zuletzt, weil ich das Glück hatte, solchen zu begegnen.
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Lissie
Beitrag 22.11.2006, 18:52
Beitrag #15



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ZITAT(tine74 @ 22 Nov 2006, 15:16) *
ZITAT(helmut @ 22 Nov 2006, 15:08) *

viel respekt, aber auch respekt vor den enkeln. und was ist das ergebnis, die kinder suchen diese nähe.


Und ich glaube, dass ist eins der ganz großen Geheimnisse: Nicht nur Respekt einfordern, sondern auch schon Kinder respektvoll behandeln, nicht künstlich kleinhalten, sie mit ihren Bedürfnissen erstnehmen - und ich bin 100% überzeugt: Ein Jugendlicher, der schon als Kind erfahren hat, dass er ein Mensch ist, dem mit Respekt begegnet wird, der wird später auch diesen Respekt vor anderen Menschen haben und niemals zum Amokläufer!




Mit "niemals" bin ich da vorsichtig (ich glaube einfach zu sehr an die Macht der Gene), aber ein Großteil dürfte wirklich dadurch wegfallen.
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T0rst3n
Beitrag 22.11.2006, 19:01
Beitrag #16


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Ein "erfolgreicher" Amoklauf(Wutausbruch) setzt immer eines voraus:"Sag mein Kind, was machst du, wenn du eine Waffe in der Hand hast und einen Igel siehst .."

Der Beitrag wurde von T0rst3n bearbeitet: 22.11.2006, 19:01
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T0rst3n
Beitrag 22.11.2006, 19:11
Beitrag #17


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Was macht ein Igel wenn er sich bedroht fühlt?

Und warum schießt Dein Sohn immer gerne auf sein Nest?

__________________________________________

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tine74
Beitrag 22.11.2006, 19:21
Beitrag #18


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neeeeeeein, nicht auf sein Nest, sondern auf den Tisch an dem der Igel mit Sonnenbrille und zwei Kumpels sitzt und pokert biggrin.gif

Lissie: deswegen habe ich ja auch geschrieben, dass ich das so denke - ich bin mir selbst noch nicht schlüssig, wieviel Genetik ich dem Charakter zuordnen soll, und es gibt zumindest was Amokläufer angeht ja keine Zwillingsstudien...
Ich habe nur in meinem Mütterumfeld bemerkt, dass viele irgendein Verhalten ihrer Sprößlinge gerne mit den Genen entschuldigen ("haha, ja, meine Tochter gibt gerne den Ton an und verhaut deswegen andere mit Bauklötzen, hat sie vom Papa" blink.gif unsure.gif ), was Kinder ja aber durchaus auch durch Nachahmung übernommen haben können... wie gesagt, da bin ich mir noch nicht im Klaren...
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Mecky
Beitrag 22.11.2006, 19:26
Beitrag #19


Geist
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Noch entscheidender scheint mir die Frage, was aus den Igeln wird, nachdem der Sohn ins Nest geschossen hat.

Der "wahren Ursachen für jugendlichen Amoklauf" sind sicherlich viele. Eine davon ist die Frage nach der Mitfühlfähigkeit gegenüber den Opfern. Wer nicht mehr wahrnimmt, welches Elend er verbreitet, kann sich noch so gut der Ballerspiele und Gewaltfilme enthalten.

Fehlformen dieser Art sind meistens echte Fehl-Formen. Bei solchen Leuten FEHLT was. Und meiner Meinung nach fängt das nicht mit der Actio an, also dem aktiven Handeln, sondern mit der Rezeption, also der gefühlsnahen Wahrnehmung.
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Guest_~d€f3nder~_*
Beitrag 22.11.2006, 19:26
Beitrag #20





Gaeste






Also wie schon gesagt, ich sehe eine der Ursachen für so einen Amoklauf, dass Waffen erlaubt sind; aber natürlich würde sich keiner trauen über ein Verbot von Waffen (zumindest für Normalbürger) zu diskutieren.
Und Ego-Shooter halte ich für nicht christlich, weil suggeriert wird, dass es Spaß macht auf irgendwas zu schießen, was in der Realität nicht der Fall ist und deshalb auch in der Fantasie nicht der Fall sein sollte.
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Mecky
Beitrag 22.11.2006, 19:28
Beitrag #21


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Dessen unbeschadet gibt es allerdings auch Menschen eher sadistischer Neigung, die das Leiden anderer sehr wohl wahrnehmen (auch wenn ich behaupte, dass da wesentliche Aspekte wiederum fehlen), denen das aber piep-schnurz-egal ist. Ja, die es sogar wünschen, weil sie fehlerhafte Assoziazionen damit verbinden.

Ich befürchte, dass so mancher Amokläufer (insbesondere diejenigen, die sich am Ende dann selbst umbringen) mit dem Tod allein "leck mich am 'rsch, du blöde Welt" verbinden und mit dem Leiden Lust. Aber Tod und Leiden sind um ganze Welträume vielfältiger, als diese Simplifikationen.
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Mecky
Beitrag 22.11.2006, 19:29
Beitrag #22


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ZITAT(~d€f3nder~ @ 22 Nov 2006, 19:26) *
Also wie schon gesagt, ich sehe eine der Ursachen für so einen Amoklauf, dass Waffen erlaubt sind; aber natürlich würde sich keiner trauen über ein Verbot von Waffen (zumindest für Normalbürger) zu diskutieren.
Und Ego-Shooter halte ich für nicht christlich, weil suggeriert wird, dass es Spaß macht auf irgendwas zu schießen, was in der Realität nicht der Fall ist und deshalb auch in der Fantasie nicht der Fall sein sollte.

Eines meiner früheren Lieblingsballerspiele hieß übrigens: Defender. biggrin.gif tongue.gif
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Lissie
Beitrag 22.11.2006, 19:29
Beitrag #23



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ZITAT(~d€f3nder~ @ 22 Nov 2006, 19:26) *
Und Ego-Shooter halte ich für nicht christlich,


Also das alleine ist ja wohl nichts, was gegen sie sprechen würde.
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Guest_~d€f3nder~_*
Beitrag 22.11.2006, 19:32
Beitrag #24





Gaeste






ZITAT(Mecky @ 22 Nov 2006, 19:29) *
Eines meiner früheren Lieblingsballerspiele hieß übrigens: Defender. biggrin.gif tongue.gif


kenn' ich nicht (?) smile.gif
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tine74
Beitrag 22.11.2006, 19:35
Beitrag #25


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hm, mit den Igeln passiert gar nicht so viel, die Karten fliegen wild in der Gegend rum, der Tisch geht kaputt, die Igel kippen vom Stuhl und es gibt Minuspunkte... interessanter Avatar übrigens, Mecky bgdev.gif
ansonsten stimme ich Dir bei Deinen Ausführungen total zu smile.gif
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