<?xml version="1.0"?>
<rss version="2.0"><channel><title> Im Wandel der Zeit Latest Topics</title><link>https://www.mykath.de/forum/14-im-wandel-der-zeit/</link><description> Im Wandel der Zeit Latest Topics</description><language>en</language><item><title>Aus dem Vatikan  f&#xFC;r Alle</title><link>https://www.mykath.de/topic/26316-aus-dem-vatikan-f%C3%BCr-alle/</link><description><![CDATA[
<p>Gestern hat der hl. Vater 2 Personalentscheidungen getroffen </p>
<p>Mgr Mauro Piacenza  löst  er löst Kardinal Hummes ab</p>
<p>eine bemerkenswerte Wahl da es völlig unüblich war in den letzten Jahren daß der Sekretär einer Kongregation unmittelbar Präfekt wird zu bemerken ist noch daß der neue Präfekt aus der Schule des guten Kardinal Siri aus genua kommt so wie auch  Msgr Marini der Zeremonier des Papstes</p>
<p> </p>
<p>die 2 Entscheidung ist die ablösung von Eminenz Cordes als Präsident des päpstlichen Rates cor unum  dieser wird von Mgr Robert Sarah einen Mann mit pastoraler Erfahrung aus Afrika der zu letzt Sekretär der Missionskongregation war</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">26316</guid><pubDate>Fri, 08 Oct 2010 08:23:30 +0000</pubDate></item><item><title>Wichtiges von den Bist&#xFC;mern</title><link>https://www.mykath.de/topic/9443-wichtiges-von-den-bist%C3%BCmern/</link><description><![CDATA[<p>Hier soll Platz sein, für Neuigkeiten aus den verschiedenen Bistümern.</p>]]></description><guid isPermaLink="false">9443</guid><pubDate>Thu, 23 Dec 2004 16:05:59 +0000</pubDate></item><item><title>Stefan  Oster</title><link>https://www.mykath.de/topic/32653-stefan-oster/</link><description><![CDATA[
<p>Nun scheint es ja so weit, dass definitiv Stefan Oster neuer Bischof von Passau wird. <a href="http://www.pnp.de/region_und_lokal/stadt_und_landkreis_passau/passau_stadt/1254788_Termin-steht-Oster-wird-am-Freitag-zum-neuen-Passauer-Bischof-ernannt.html" rel="external nofollow">hier</a> </p>
<p> </p>
<p>Deshalb würde mich mehr über ihn interessieren. Gut, im Internet finden sich viele Biographien. Aber ich kann mir darunter recht wenig vorstellen. Vielleicht kann mir jemand auf einfache, verständliche Weise erklären, was er studiert und was er publiziert hat.</p>
<p> </p>
<p>Vielen Dank </p>
<p>Rollin</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">32653</guid><pubDate>Thu, 03 Apr 2014 11:49:42 +0000</pubDate></item><item><title>Urheberrecht kirchlicher Texte</title><link>https://www.mykath.de/topic/36680-urheberrecht-kirchlicher-texte/</link><description><![CDATA[<p>
	Hallo,
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	unterliegen die Gebetsbildchen und Gebetszettel, die die Kirche, Vereine, usw. zu allen möglichen Gelegenheiten verteilen eigentlich dem Urheberrecht?
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Ich habe von meiner Großmutter eine recht umfangreiche Sammlung an solchen Zetteln (inkl. Osterkommunionbildchen und Heiligenliedern) geerbt und bin nicht so ganz sicher, was ich damit machen darf.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Vielen Dank.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">36680</guid><pubDate>Sun, 01 Mar 2026 12:46:27 +0000</pubDate></item><item><title>FSSX k&#xFC;ndigt die Weihe mehrer Bisch&#xF6;fe f&#xFC;r den ersten Juli an</title><link>https://www.mykath.de/topic/36657-fssx-k%C3%BCndigt-die-weihe-mehrer-bisch%C3%B6fe-f%C3%BCr-den-ersten-juli-an/</link><description><![CDATA[<p>
	zur Info<br />
	<a href="https://fsspx.org/de/publications/fsspx-kuendigt-kuenftige-bischofsweihen-57012" rel="external nofollow">https://fsspx.org/de/publications/fsspx-kuendigt-kuenftige-bischofsweihen-57012</a>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">36657</guid><pubDate>Tue, 03 Feb 2026 06:28:32 +0000</pubDate></item><item><title>Wer geht eigentlich noch beichten bei den Katholiken?</title><link>https://www.mykath.de/topic/36570-wer-geht-eigentlich-noch-beichten-bei-den-katholiken/</link><description><![CDATA[<p>
	Ich habe gewiss ein so empfindliches Gewissen wie Luther, als er noch Katholik war. Aber einem Priester Lappalien (objektiv gesehen) zu beichten, die mir dennoch zu intim sind, wer tut sich das noch an?
</p>

<p>
	Was ist leichter: Gott selbst zu beichten, der diesbezüglich ein Geist ist, oder einem Menschen, der das dann ja weiß...?
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">36570</guid><pubDate>Mon, 27 Oct 2025 05:57:34 +0000</pubDate></item><item><title>Synodaler Weg - schon versperrt?</title><link>https://www.mykath.de/topic/35183-synodaler-weg-schon-versperrt/</link><description><![CDATA[
<p>
	Folgende Pressemeldung wurde soeben veröffentlicht: <a href="https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article200251414/Deutsche-Katholiken-auf-Konfrontationskurs-mit-dem-Papst.html" rel="external nofollow">https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article200251414/Deutsche-Katholiken-auf-Konfrontationskurs-mit-dem-Papst.html</a>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Ich sag euch eines: Wenn das mit dem Reformstau so weitergeht, werden die alt-katholischen Gemeinden in Deutschland noch aus allen Nähten platzen, denn dort ist all das verwirklicht, was in der römisch-katholischen Kirche fehlt.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">35183</guid><pubDate>Fri, 13 Sep 2019 16:38:45 +0000</pubDate></item><item><title>Hexen und Hexenprozesse</title><link>https://www.mykath.de/topic/36578-hexen-und-hexenprozesse/</link><description><![CDATA[<p>
	Im Namen Gottes und der Kirche wurden in der Vergangenheit viele abscheuliche Verbrechen begangen.
</p>

<p>
	Dieser Missbrauch von Religion und Missbrauch des Evangeliums von Jesus Christus darf sich niemals wieder wiederholen.
</p>

<p>
	Beispiel:
</p>

<p>
	 
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Zu Beginn des 14. Jahrhunderts befand sich Europa in Aufruhr. Der Schwarze Tod hatte den Kontinent verwüstet und ein Drittel der Bevölkerung ausgelöscht. Der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich tobte weiter, verbrauchte Ressourcen und verursachte weitverbreitetes Leid. Die Menschen lebten in Angst und suchten verzweifelt nach Erklärungen für die scheinbar willkürlichen Tragödien. Diese Angst bot einen fruchtbaren Boden für den Aberglauben.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Wenn in deinem Leben etwas schief lief, musste es daran liegen, dass dich jemand verflucht oder einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte. Die Kirche mit ihrer Machtfülle förderte diese Denkweise, und plötzlich schien es, als gäbe es überall Hexen. Die Prozesse wurden zu einem Mittel, die Ordnung in einer Welt wiederherzustellen, die jeglichen Sinn für Stabilität verloren hatte.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Wenn in deinem Leben etwas schief lief, musste es daran liegen, dass dich jemand verflucht oder einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hatte. Die Kirche mit ihrer Machtfülle förderte diese Denkweise, und plötzlich schien es, als gäbe es überall Hexen. Die Prozesse wurden zu einem Mittel, die Ordnung in einer Welt wiederherzustellen, die jeglichen Sinn für Stabilität verloren hatte.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">In diesem Rahmen konnten allein Anschuldigungen ausreichen, um das Schicksal eines Menschen zu besiegeln. Das Justizsystem war ein Instrument der Verfolgung, und Folter wurde oft eingesetzt, um Geständnisse zu erzwingen. Es ging nicht darum, die Wahrheit zu finden, sondern sie herauszupressen, und allzu oft waren die Folgen tödlich.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Bemerkenswerte Hexenprozesse und Ereignisse</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Die Walliser Hexenprozesse (1428–1434)</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Die Walliser Hexenprozesse, die zwischen 1428 und 1434 stattfanden, gelten oft als eine der ersten systematischen Hexenverfolgungen in Europa. Die Prozesse in der heutigen Schweiz markierten einen Wendepunkt im Ausmaß und der Härte der Hexenjagden. Die Anschuldigungen der Hexerei wurden größtenteils durch die Angst vor Ketzerei und eine sich schnell verändernde gesellschaftliche Landschaft angetrieben.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Die Prozesse im Wallis waren kein Einzelfall, sondern eine Reihe von Verfolgungen, die sich gegen ganze Gemeinden richteten. Die berüchtigtste Figur in diesen Prozessen war der Bischof von Sitten, der eng mit der Kirche zusammenarbeitete, um vermeintliche Hexen auszumerzen.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Hunderte wurden in einer blutigen Prozessserie angeklagt und hingerichtet. Diese Prozesse sollten einen gefährlichen Präzedenzfall für die darauffolgenden Hexenjagden in Europa schaffen. Die Walliser Prozesse waren brutal und schnell und führten die Idee staatlich sanktionierter Hexenjagden ein, eine Idee, die sich in den folgenden Jahren wie ein Lauffeuer verbreiten sollte.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Die Hexenprozesse von Trier (1581–1593)</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Im späten 16. Jahrhundert entwickelten sich die Hexenprozesse von Trier zu einer der größten und grausamsten Hexenjagden der Geschichte. Zwischen 1581 und 1593 wurden in Trier, das zum Heiligen Römischen Reich gehörte, Hunderte von Menschen, hauptsächlich Frauen, hingerichtet.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Der Prozess war von einer Mischung aus religiösem Eifer und sozialen Spannungen geprägt und zählte zu den blutigsten Kapiteln in der Geschichte der Hexenverfolgung. Was die Trierer Hexenprozesse auszeichnete, war die schiere Zahl der Hinrichtungen. Auslöser der Prozesse waren zunächst Gerüchte aus der Umgebung, doch bald nahmen die Anschuldigungen zu.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Die örtlichen Behörden begannen mit Unterstützung der Kirche, jeden festzunehmen, der auch nur im Entferntesten mit Hexerei in Verbindung gebracht werden konnte. Die Methoden, Geständnisse zu erzwingen, waren grausam: Folter, erzwungene Geständnisse und öffentliche Hinrichtungen. Am Ende verurteilten die Behörden Hunderte zum Tode und hinterließen eine Stadt, die für immer von diesem schrecklichen Kapitel gezeichnet war.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Die Würzburger und Bamberger Prozesse</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Dann gab es noch die Würzburger und Bamberger Prozesse, die im frühen 17. Jahrhundert während der Wirren des Dreißigjährigen Krieges stattfanden. Diese beiden Prozesse gehörten zu den größten und tödlichsten Hexenverfolgungen Europas. In Würzburg wurden zwischen 1626 und 1631 über 600 Menschen hingerichtet, während in Bamberg zwischen 1626 und 1632 mindestens 900 Menschen ihr Leben verloren.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Und das Grausamste daran? Diese Prozesse wurden im industriellen Maßstab durchgeführt, ganze Gemeinden wurden im Namen der Ausmerzung des Bösen ausgelöscht. Es war ein grausames Schauspiel, das in den Regionen Würzburg und Bamberg unauslöschliche Narben hinterließ und uns daran erinnerte, wie Angst und Aberglaube zu unvorstellbarer Grausamkeit führen können.</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;">Quelle:</span>
</p>

<p dir="ltr">
	<span style="background-color:transparent;color:#000000;font-size:7.2pt;vertical-align:baseline;"><a href="https://talesofthemiddleages.com/medieval-witch-trials/" rel="external nofollow">https://talesofthemiddleages.com/medieval-witch-trials/</a></span>
</p>

<p dir="ltr">
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">36578</guid><pubDate>Tue, 04 Nov 2025 16:01:11 +0000</pubDate></item><item><title>Der n&#xE4;chste Papst: Thesen zur Zukunft der Kirche</title><link>https://www.mykath.de/topic/36426-der-n%C3%A4chste-papst-thesen-zur-zukunft-der-kirche/</link><description><![CDATA[<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:16px;"><strong>Die Krise der Glaubwürdigkeit und ihre Wurzeln</strong></span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Die katholische Kirche befindet sich heute in einer tiefen Glaubwürdigkeits- und Vertrauenskrise. In vielen Ländern, insbesondere in Europa, kehren jedes Jahr Hunderttausende Gläubige der Kirche den Rücken. Die Ursachen sind vielfältig: Skandale um sexuellen Missbrauch und deren Vertuschung, als veraltet empfundene Moralvorstellungen, mangelnde Beteiligung der Gläubigen an Entscheidungsprozessen und das Gefühl, dass die Kirche den Kontakt zu den Lebenswirklichkeiten der Menschen verloren hat.
</p>

<p>
	Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie kann die Kirche ihre „Kraft des Glaubens“ – also ihre Überzeugungskraft, ihre Glaubwürdigkeit und ihre Fähigkeit, Menschen zu begeistern und zu binden – wieder zur Geltung bringen? Muss sie sich stärker an die moderne Welt anpassen, oder ist eine Rückbesinnung auf den überlieferten Glauben der bessere Weg? Und welche Eigenschaften sollte der nächste Papst mitbringen, um diesen Weg erfolgreich zu gehen?
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:14px;"><strong>Anpassung oder Rückbesinnung? – Die theologische und pastorale Spannung</strong></span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u><span style="font-size:14px;">Die Gefahr der bloßen Anpassung</span></u>
</p>

<p>
	In der Kirchengeschichte gab es immer wieder Versuche, den Glauben an die jeweiligen Zeitumstände anzupassen. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) etwa hat mit dem Begriff des „Aggiornamento“ – der „Verheutigung“ – eine Öffnung zur Welt hin gefordert. In der Folge wurden viele liturgische, pastorale und strukturelle Reformen angestoßen.
</p>

<p>
	Doch die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt: Wo die Kirche sich zu sehr dem Zeitgeist angleicht und ihre Lehre beliebig erscheinen lässt, verliert sie an Profil und spiritueller Tiefe. In vielen westlichen Ländern sind die Kirchen, die sich am stärksten liberalisiert haben, am schnellsten geschrumpft. Die Menschen suchen in der Kirche nicht bloß eine weitere soziale Organisation, sondern einen Ort, an dem sie Gott begegnen und eine tragfähige, verbindliche Wahrheit finden.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Die Gefahr der bloßen Rückbesinnung</u>
</p>

<p>
	Andererseits hat auch ein starrer Traditionalismus, der alle Neuerungen ablehnt und sich auf einen vermeintlich „reinen“ Glauben der Vergangenheit zurückzieht, seine Schattenseiten. Er kann dazu führen, dass die Kirche als lebensfern und unbarmherzig wahrgenommen wird. Viele Gläubige fühlen sich dann ausgeschlossen, weil ihre Lebensrealität und ihre Fragen keinen Platz mehr finden. Auch die Vertuschung von Missbrauch und die mangelnde Bereitschaft zur Aufarbeitung sind oft mit einem falschen Verständnis von Tradition und Autorität verbunden.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Synthese: Treue und Erneuerung</u>
</p>

<p>
	Die katholische Theologie kennt das Prinzip der „Reform in Kontinuität“. Das bedeutet: Die Kirche ist immer dazu gerufen, sich zu erneuern („ecclesia semper reformanda“), aber ohne ihre Identität und die zentralen Inhalte des Glaubens zu verlieren. Es geht um eine lebendige Weitergabe des Glaubens, die sowohl die Zeichen der Zeit erkennt als auch am Fundament der Offenbarung festhält.
</p>

<p>
	Papst Benedikt XVI. hat dies als „Hermeneutik der Reform“ bezeichnet: Nicht ein Bruch mit der Tradition, sondern eine Weiterentwicklung im Geist des Evangeliums ist gefragt. Das Zweite Vatikanische Konzil selbst hat dies vorgelebt: Es hat die Türen zur Welt geöffnet, aber die zentralen Glaubensgeheimnisse – wie die Eucharistie, das Priestertum und die Sakramente – nicht relativiert.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:14px;"><strong>Historische Beispiele für überzeugende Kirche</strong></span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Die Urkirche: Zeugnis und Gemeinschaft</u>
</p>

<p>
	Die ersten Christen überzeugten nicht durch Anpassung, sondern durch die Kraft ihres Zeugnisses. Sie lebten eine radikale Nächstenliebe, teilten ihre Güter und waren bereit, für ihren Glauben zu leiden. Gleichzeitig waren sie offen für die Kulturen ihrer Zeit und fanden Wege, das Evangelium in jeweils verständlicher Sprache zu verkünden (vgl. Apg 2,11; 1 Kor 9,22).
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Augustinus und die Synthese von Wahrheit und Barmherzigkeit</u>
</p>

<p>
	Der Kirchenvater Augustinus (4./5. Jh.) verband eine klare Lehre mit pastoraler Sensibilität. Er kämpfte gegen Irrlehren, aber er wusste auch um die Schwäche des Menschen und betonte die Gnade Gottes. Sein berühmtes Wort „Liebe und tu, was du willst“ bringt diese Balance auf den Punkt.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Franz von Assisi: Radikale Christusnachfolge und Erneuerung</u>
</p>

<p>
	Franz von Assisi (1181–1226) erneuerte die Kirche nicht durch Anpassung, sondern durch die Rückkehr zum Evangelium: Armut, Demut, Freude und Nähe zu den Armen. Seine Bewegung war offen für Laien und Frauen, sie verband Treue zur Kirche mit prophetischer Kritik an Missständen.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Das Zweite Vatikanische Konzil: Öffnung ohne Beliebigkeit</u>
</p>

<p>
	Das Konzil hat die Kirche in die Moderne geführt, ohne ihre Lehre aufzugeben. Es hat die Würde der Liturgie betont, die Laien gestärkt und zur Dialogbereitschaft mit der Welt aufgerufen. Die Kirche sollte „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“ sein (Lumen gentium 1).
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<strong><span style="font-size:14px;">Was sagen die Zahlen?</span></strong>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Gründe für Kirchenaustritte</u>
</p>

<p>
	Studien und Umfragen zeigen, dass die meisten Menschen die Kirche verlassen, weil sie sie als <em>unglaubwürdig</em>, <em>lebensfern </em>oder <em>moralisch kompromittiert</em> erleben. Besonders häufig genannt werden:
</p>

<p>
	- Skandale um sexuellen Missbrauch und deren Vertuschung<br />
	- Mangelnde Gleichberechtigung von Frauen<br />
	- Unverständliche oder als unbarmherzig empfundene Sexualmoral<br />
	- Hierarchische Strukturen und fehlende Mitsprache
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Wo Kirche wächst</u>
</p>

<p>
	Interessanterweise wachsen weltweit vor allem die katholischen Gemeinschaften, die eine <em>klare Lehre</em> mit einer <em>offenen, einladenden Pastoral</em> verbinden. In Afrika, Asien und Lateinamerika steigen die Taufzahlen, weil die Kirche dort <em>soziale Not</em> lindert, <em>Gemeinschaft stiftet</em> und zugleich eine <em>spirituelle Tiefe</em> bietet. Auch in Europa gibt es Bewegungen wie den Neokatechumenalen Weg oder die Gemeinschaft Sant’Egidio, die durch Glaubenszeugnis, Gebet und soziale Arbeit überzeugen.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Die Bedeutung der Glaubwürdigkeit</u>
</p>

<p>
	Statistisch belegt ist: Gemeinden und Bischöfe, die Missstände offen ansprechen, Missbrauch aufarbeiten und Laien beteiligen, genießen größeres Vertrauen. Wo die Kirche transparent und demütig handelt, kehren Menschen zurück oder bleiben ihr treu.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:14px;"><strong>Anforderungen an den nächsten Papst</strong></span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Reformbereitschaft und Treue</u>
</p>

<p>
	Der nächste Papst muss bereit sein, notwendige Reformen anzugehen – etwa in der Leitung der Kirche, im Umgang mit Missbrauch, bei der Beteiligung von Frauen und Laien. Dabei darf er aber die zentralen Glaubensinhalte nicht verwässern. Es geht um eine „Reform in Kontinuität“, nicht um Anpassung um jeden Preis.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Demut und Glaubwürdigkeit</u>
</p>

<p>
	Wie Papst Franziskus sollte der neue Papst durch einen einfachen Lebensstil, durch Nähe zu den Armen und durch Transparenz überzeugen. Er muss bereit sein, Fehler einzugestehen und die Kirche zu reinigen. Nur so kann er verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Synodalität und Dezentralisierung</u>
</p>

<p>
	Die Kirche der Zukunft wird vielfältiger und weniger zentralistisch sein. Der Papst muss den synodalen Weg – das heißt: das gemeinsame Hören auf den Geist, die Beteiligung aller Glieder der Kirche – weiter fördern. Regionale Unterschiede müssen zugelassen werden, ohne die Einheit zu gefährden.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<u>Evangelisierung und Spiritualität</u>
</p>

<p>
	Der nächste Papst sollte ein leidenschaftlicher Zeuge des Evangeliums sein, der die Menschen zur Begegnung mit Christus einlädt. Er muss die spirituelle Tiefe der Sakramente und des Gebets neu erschließen und die Kirche als Gemeinschaft der Hoffnung und Liebe erfahrbar machen.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:14px;"><strong>Wer erfüllt diese Anforderungen?</strong></span>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Unter den derzeitigen Kardinälen gilt Kardinal <strong>Luis Antonio Tagle</strong> aus den Philippinen als besonders geeignet. Er verbindet eine tiefe Verwurzelung im Glauben mit Offenheit für die Nöte der Menschen. Tagle ist bekannt für seine Nähe zu den Armen, seine Fähigkeit zur Versöhnung und seine Freude am Evangelium. Zugleich steht er für eine Kirche, die nicht aus Angst vor der Welt erstarrt, sondern mutig und demütig Zeugnis gibt. Ein passender Papstname, der sein Programm am ehesten zum Ausdruck brächte, wäre <span style="color:#c0392b;"><strong>Papst Gregor XVII</strong></span>. Gregor der Große war ein Papst der Reform, der Armenfürsorge und des missionarischen Aufbruchs. Tagle verbindet wie Gregor Spiritualität, pastorale Nähe und Leitungskompetenz. Der Name würde eine Kirche signalisieren, die sich erneuert und in den Dienst der Schwachen stellt.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span style="font-size:14px;"><strong>Die Kirche der Zukunft – treu und erneuernd</strong></span>
</p>

<p>
	Die katholische Kirche wird nur dann wieder überzeugend, wenn sie ihre Identität bewahrt und zugleich offen für die Zeichen der Zeit bleibt. Weder eine bloße Anpassung an den Zeitgeist noch ein starrer Rückzug in die Vergangenheit führen zum Ziel. Die Kirche muss sich immer wieder am Evangelium erneuern, Missstände aufarbeiten, die Gemeinschaft stärken und die Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit ernst nehmen.
</p>

<p>
	Der nächste Papst steht vor der großen Aufgabe, diesen Weg der „Reform in Kontinuität“ zu gehen: mutig, demütig, geistlich tief und pastoral offen. Nur so kann die „Kraft des Glaubens“ wieder neu zur Geltung kommen und viele Menschen überzeugen – wie es die großen Gestalten der Kirchengeschichte immer wieder vorgemacht haben.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">36426</guid><pubDate>Tue, 22 Apr 2025 18:04:20 +0000</pubDate></item><item><title>Umgang mit atheistisch gepr&#xE4;gten Apologeten</title><link>https://www.mykath.de/topic/36408-umgang-mit-atheistisch-gepr%C3%A4gten-apologeten/</link><description><![CDATA[<p>
	Über einige Jahrzehnte waren Lehren wie in ihren systematischen Grundlagen atheistisch geprägte "historisch-kritische Theologie" auch an vielen Universitäten recht präsent. Das wirkt bis heute in Gemeinden hinein, indem es immer wieder Personen gibt, die Ansichten aus diesem ideologischen Umkreis recht "selbstbewußt" vortragen und dabei sich selbst nicht selten aufgeblasen als wissendere Christen darstellen und sich oberflächlich christlicher Motive bedienen.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Da diese in solchem Stil vertretenen oft antichristlichen Positionen Gemeindemitglieder einschüchtern können ihren normalen christlichen Glauben offen zu leben und sich mit anderen dazu freimütig auszutauschen, sehe ich hier eine Herausforderung an Gemeinden und die Kirche als Ganzes. Über die Zeiten hinweg traten immer wieder häretische oder sektierische Strömungen auf und dies dient wohl in gewissem Maß auch einer Stärkung Einzelner, indem so eigene Auseinandersetzung nochmal auf andere Weise angestoßen wird. Problematisch wird es aus meiner Sicht jedoch, wenn in einer Gemeinde normalgläubige Christen eher herablassend von den Häretikern behandelt werden, die dort sozusagen die Stammtischhoheit erreicht haben. Im typischen "historisch-kritischen" Umfeld findet sich speziell nach meiner Beobachtung auch die Gewohnheit zu versuchen normale Christen mit Rabulistik oder anderer problematisch manipulativer Rhetorik zu überwältigen, Andersmeinende zumindest zwischen den Zeilen schlichtweg für dumm zu erklären und so weiter.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Ich meine, viele Christen verhalten sich solchen Entwicklungen gegenüber zu zaghaft angesichts teils darin enthaltener satanischer Tendenzen. Es geht schließlich darum, Erlösung zu finden, mit Gott umzugehen und Erlösung für Menschen mit den richtigen Voraussetzungen findbar zu halten.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">36408</guid><pubDate>Tue, 08 Apr 2025 11:53:14 +0000</pubDate></item><item><title>Bedeutung Kaiser Konstantin 4. Jahrhundert</title><link>https://www.mykath.de/topic/36597-bedeutung-kaiser-konstantin-4-jahrhundert/</link><description><![CDATA[<p>
	Lese am Buch des Historikers PETER HEATHER aus London.
</p>

<p>
	Seine These:
</p>

<p>
	Ohne Kaiser Konstantin (4. Jhd. n. Chr.) gäbe es heute kein Christentum ! Er hat das "kleine Pflaenzchen der christlichen Bewegung" gepflegt und dafür gesorgt, dass es wachsen konnte. Hat Gott damals in die Geschichte eingegriffen ? Für den Historiker Heather war es angeblich "Zufall".
</p>

<p>
	Konstantins Bekehrung war der Auftakt zu einem politischen und religiösen Umbruch, der das Christentum von Grund auf veränderte. Dabei darf man sich das nicht als Einzelentscheidung eines genialen Herrschers vorstellen, sondern als einen kollektiven Schwenk der politischen Elite im Zentrum des Reiches. Wäre Konstantins Hinwendung zum Christentum eine bloße Episode geblieben – wenn also seine Söhne und deren Nachfolger den Kurs nicht fortgesetzt hätten –, wäre aus dieser Bewegung nichts geworden. Erst nach rund siebzig Jahren, also gegen Ende des 4. Jahrhunderts, wurde das Christentum tatsächlich zur allein herrschenden Religion des Römischen Reiches. Aber der Anfang liegt bei Konstantin.
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<p>
	Kaiser Konstantin I. stellte die Weichen dafür, dass das Christentum die Staatsreligion im Römischen Reich wurde.
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	Peter Heather:<br />
	Christentum: Aufstieg und Triumph einer Religion
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]]></description><guid isPermaLink="false">36597</guid><pubDate>Fri, 14 Nov 2025 19:03:29 +0000</pubDate></item><item><title>Hedwigskathedrale</title><link>https://www.mykath.de/topic/36286-hedwigskathedrale/</link><description><![CDATA[<p>
	Der neu gestaltete Innenraum von St.Hedwig ist der Traum aller zeitgeistigen Stuhlkreisliturgiker und die gebaute Manifestation der neueren theologischen und liturgischen Fehlentwicklungen im deutschen Katholizismus. Die hl. Messe ist nicht mehr die Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers, sondern die möglichst genaue Nachahmung der Geschehnisse im Abendmahlssaal.
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	Der runde Altar ist einem architektonischen und rigorosen Formalismus geschuldet, historische Vorbilder gibt es nicht. Er steht ebenerdig, um der neugläubigen Nivellierung der vom Konzil bekräftigten hierarchischen Gliederung des Gottesvolkes Vorschub zu leisten. Dies führt allerdings dazu, daß den Mitfeiernden in den hinteren Stuhlreihen eine participatio actuosa erschwert wird, weil sie das liturgische Geschehen am und um den Altar visuell nicht mitverfolgen können (Das Problem könnte sich allerdings bald ohnehin erledigen, wenn nur noch die beiden ersten Reihen gefüllt sein werden....).
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	Das liturgische Personal sitzt nicht mehr erhöht im Altarraum, sondern im ihm zugewiesenen "Tortenstück" auf "Augenhöhe" mit den Laien, ausuferndem Klerikalismus wird so wirksam begegnet. Wie ich in einem Interview hörte, okkupieren (vorwitzige) Laien gelegentlich auch diese Sitze, wie es ihnen in ihrer charismatischen Würde als getaufte und gefirmte Christen zukommt.
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	Der Opfercharakter der Messe tritt gegenüber der "Mahlgemeinschaft" vollständig in den Hintergrund, die Konzentration auf die gefeierten Mysterien wird dadurch erschwert, daß man durch die runde Anordnung gezwungen wird, in die Gesichter der gegenüber sitzenden Teilnehmer zu blicken. 
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	Der Kirchenraum präsentiert sich in calvinistisch anmutender Kargheit, ein Rückfall zu überholten Frömmigkeitsformen durch übertriebene Dekoration oder zu viele Bildwerke von Heiligen ist so nicht zu befürchten.
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	Mir graust`s.
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]]></description><guid isPermaLink="false">36286</guid><pubDate>Tue, 26 Nov 2024 08:57:14 +0000</pubDate></item><item><title>Demographie der Kirche</title><link>https://www.mykath.de/topic/36247-demographie-der-kirche/</link><description><![CDATA[<p>
	Ich stelle bei mir selber fest, daß ich noch nicht realisiert habe, wie sehr sich die katholische Welt in wenigen Jahrzehnten geändert hat.
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	In drei afrikanischen Staaten (Nigeria, Kenia und Dem. Rep. Kongo) gehen sonntäglich mehr Katholiken zur Hl. Messe als in ganz Europa und Nordamerika zusammen, alleine in Nigeria liegt der wöchentliche Kirchenbesuch bei 94%.<br />
	 
</p>

<p>
	Soweit die Statistiken. Auch wenn es auf ein paar Prozentpunkte nicht ankommt - das ist mehr als erstaunlich und arrogant-einfache Erklärungen verbieten sich in meinen Augen erst einmal.
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	Und deswegen wird schon offener gesagt, daß Europa die neue Peripherie der Kirche ist. Und genau in diese neuen Zentren der Kirche gehören dann auch die Kardinalshüte, denke ich.
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	Was der Westen von der Kirche Afrikas lernen kann, fragt sich in diesem Video Bischof Robert Barron. Interessant:
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	<a href="https://youtu.be/av2CMkV2utQ?si=PP7OCyc7RBWvbySP" rel="external nofollow">https://youtu.be/av2CMkV2utQ</a>
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]]></description><guid isPermaLink="false">36247</guid><pubDate>Mon, 14 Oct 2024 19:25:23 +0000</pubDate></item><item><title>Weckruf von Cl&#xF3;dovis Boff</title><link>https://www.mykath.de/topic/36475-weckruf-von-cl%C3%B3dovis-boff/</link><description><![CDATA[<p>
	P. Clódovis Boff, Befreiungstheologe (allerdings nicht mehr der marxististischen Interpretation zuneigend - das Thema wäre einen eigenen Thread wert), hat einen imposanten Brief an die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinamerikanischer_Bischofsrat" rel="external nofollow">CELAM</a> geschrieben, einen offenen Brief (den ich deswegen auch zitieren kann). Als ich ihn heute morgen las, war mir klar, daß er genausogut für die Kirche in Europa gelten kann. Die Reaktion in der Praxis dort vor Ort würde mich interessieren, ich bin aber skeptisch. Die Entscheider sind in den 80ern theologisch sozialisiert worden und hängen da noch fest, vermute ich (wie hierzulande auch).
</p>

<p>
	Ich habe den Brief mal durch DeepL gejagt, die Übersetzung ist (etwas korrigiert) in Ordnung (<a href="https://www.infocatolica.com/?t=noticia&amp;cod=52738" rel="external nofollow">Quelle des Briefs auf Spanisch</a>).
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<p>
	Der Brief ist sehr lang, in seiner Gänze lesenswert:
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	<br />
	 
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<blockquote class="ipsQuote" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents">
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		</p>

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			Liebe Brüder Bischöfe,
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		</p>

		<p>
			    ich habe die Botschaft gelesen, die Sie am Ende der 40. Versammlung Ende Mai in Rio veröffentlicht haben. Welche guten Nachrichten habe ich in dieser Botschaft gefunden? Verzeihen Sie mir meine Offenheit: keine. Sie, die Bischöfe des CELAM, wiederholen immer wieder dasselbe Lied: Soziales, Soziales, Soziales. Das tun Sie seit mehr als fünfzig Jahren. Liebe ältere Brüder, sehen Sie nicht, dass diese Musik schon langweilig wird? Wann werden Sie uns die gute Nachricht über Gott Vater, Christus und seinen Geist verkünden? Über Gnade und Erlösung? Über die Bekehrung des Herzens und die Meditation des Wortes? Über das Gebet und die Anbetung, die Verehrung der Mutter des Herrn und andere ähnliche Themen? Wann werdet ihr uns endlich eine wirklich religiöse und spirituelle Botschaft verkünden?
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		<p>
			 
		</p>

		<p>
			    Das ist genau das, was wir heute am meisten brauchen und worauf wir schon so lange warten. Mir kommen die Worte Christi in den Sinn: Die Kinder bitten um Brot, und ihr gebt ihnen einen Stein (Mt 7,9). Selbst die säkulare Welt hat genug von der Säkularisierung und sucht nach Spiritualität. Aber nein, Sie bieten ihnen weiterhin das Soziale und immer nur das Soziale; vom Spirituellen nur ein paar Krümel. Und dabei sind Sie die Hüter des wichtigsten Reichtums, den die Welt am meisten braucht und den ihr ihr in gewisser Weise vorenthaltet. Die Seelen verlangen das Übernatürliche, und Sie bestehen darauf, ihnen das Natürliche zu geben. Dieses Paradoxon zeigt sich sogar in den Pfarreien: Während die Laien gerne Zeichen ihrer katholischen Identität zeigen (Kreuze, Medaillen, Schleier und Blusen mit religiösen Motiven), schwimmen Priester und Nonnen gegen den Strom und treten ohne jegliche Erkennungszeichen auf.
		</p>

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		</p>

		<p>
			    Dennoch wagen Sie mit großer Überzeugung zu sagen, dass Sie die „Rufe” des Volkes hören und sich der „Herausforderungen” der heutigen Zeit „bewusst” sind. Hören Sie wirklich zu oder bleiben Sie an der Oberfläche? Ich lese Ihre Liste der „Rufe” und „Herausforderungen” der heutigen Zeit und stelle fest, dass sie nichts anderes enthält als das, was gewöhnliche Journalisten und Soziologen sagen. Hören Sie denn nicht, wie aus den Tiefen der Welt heute ein gewaltiger Schrei zu Gott emporsteigt? Ein Schrei, den sogar viele nicht-katholische Analysten bereits hören? Ist es nicht gerade die Daseinsberechtigung der Kirche und ihrer Amtsträger, diesen Schrei zu hören und ihm eine Antwort zu geben, eine echte und vollständige Antwort? Regierungen und NGOs sind dafür da, sich um die sozialen Schreie zu kümmern. Die Kirche kann sich zweifellos nicht heraushalten, aber sie ist nicht die Hauptakteurin auf diesem Gebiet. Ihr Wirkungsbereich ist ein höherer: Sie muss genau auf den Schrei antworten, der Gott sucht.
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		<p>
			    Ich weiß, dass Sie als Bischöfe Tag und Nacht unter dem Druck der öffentlichen Meinung stehen, sich als „progressiv” oder „traditionalistisch”, „rechts” oder „links” zu definieren. Aber sind das die richtigen Kategorien für Bischöfe? Sind sie nicht vielmehr „Männer Gottes” und „Diener Christi”? In dieser Frage ist der heilige Paulus eindeutig: „Die Menschen sollen uns als Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes betrachten” (1 Kor 4,1). Es ist nicht überflüssig, hier daran zu erinnern, dass die Kirche in erster Linie ein „Heilsgeheimnis” ist und nicht einfach eine soziale Institution, ob progressiv oder nicht. Sie existiert, um Christus und seine Gnade zu verkünden. Das ist ihr Hauptziel, ihre größte und dauerhafte Verpflichtung. Alles andere ist zweitrangig. Verzeihen Sie mir, liebe Bischöfe, wenn ich Sie an etwas erinnere, was Sie bereits wissen. Aber wenn Sie es wissen, warum kommt dann all dies nicht in Ihrer Botschaft und in den Schriften des CELAM im Allgemeinen zum Ausdruck? Wenn man sie liest, kommt man fast unweigerlich zu dem Schluss, dass das große Anliegen der Kirche auf unserem Kontinent heute nicht die Sache Christi und sein Heil ist, sondern soziale Anliegen wie Gerechtigkeit, Frieden und Ökologie, die Sie in Ihrer Botschaft wie eine Litanei erwähnen.
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		<p>
			    Der gleiche Brief, den Papst Leo an den CELAM über dessen Präsidenten sandte, spricht unmissverständlich von der „dringenden Notwendigkeit, daran zu erinnern, dass es der Auferstandene ist, der unter uns gegenwärtig ist, der die Kirche beschützt und leitet und sie in der Hoffnung wiederbelebt“ usw. Der Heilige Vater erinnert Sie auch daran, dass die eigentliche Mission der Kirche, in seinen eigenen Worten, darin besteht, „vielen Brüdern und Schwestern zu begegnen, um ihnen die Botschaft der Erlösung durch Jesus Christus zu verkünden”. Wie lautete jedoch Ihre Antwort an den Papst? In dem Brief, den Sie ihm geschrieben haben, haben Sie diese päpstlichen Warnungen mit keinem Wort erwähnt. Anstatt ihn zu bitten, ihnen zu helfen, die Erinnerung an den Auferstandenen in der Kirche lebendig zu halten und ihren Brüdern das Heil in Christus zu verkünden, baten Sie ihn vielmehr, Sie in ihrem Kampf für „die Förderung von Gerechtigkeit und Frieden“ und „die Anprangerung jeder Form von Ungerechtigkeit“ zu unterstützen. Kurz gesagt, sie sagten dem Papst das alte Lied: „sozial, sozial...”, als hätte er, der jahrzehntelang unter uns gearbeitet hat, es noch nie gehört.
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		<p>
			   Sie werden sagen: „All diese Wahrheiten sind selbstverständlich, man muss sie nicht ständig wiederholen.“ Das ist nicht wahr, liebe Bischöfe. Wir müssen sie jeden Tag mit neuer Inbrunst wiederholen, sonst gehen sie verloren. Wenn es nicht notwendig wäre, sie immer wieder zu wiederholen, warum hat Papst Leo dann daran erinnert? Wir wissen, was passiert, wenn ein Mann die Liebe seiner Frau für selbstverständlich hält und sich nicht darum kümmert, sie zu nähren. Dies gilt umso mehr in Bezug auf den Glauben und die Liebe zu Christus.<br />
			Sicherlich fehlt es in seiner Botschaft nicht an Glaubensbegriffen. Ich lese darin: „Gott“, „Christus“, „Evangelisierung“, „Auferstehung“, „Reich“, „Mission“ und „Hoffnung“. Allerdings sind diese Begriffe nur allgemein in das Dokument eingefügt. Sie haben keinen klaren spirituellen Inhalt. Vielmehr erinnern sie an die übliche Leier „sozial, sozial und sozial“. Nehmen wir zum Beispiel die ersten beiden Wörter, die für unseren Glauben grundlegend und mehr als grundlegend sind: „Gott“ und „Christus“. Was „Gott“ betrifft, so wird er nur in den stereotypen Ausdrücken „Sohn Gottes“ und „Volk Gottes“ erwähnt. Brüder, ist das nicht erstaunlich? Was „Christus” betrifft, so taucht er nur zweimal auf, und zwar beide Male nur beiläufig. Einmal, wenn sie an die 1700 Jahre von Nicäa erinnern und von „unserem Glauben an Christus, den Erlöser” sprechen, was an sich sehr wichtig ist, aber in ihrer Botschaft keinerlei Bedeutung hat. Ich frage mich, warum wir diese immense dogmatische Wahrheit nicht nutzen, um mit aller Kraft das Primat Christi-Gottes zu erneuern, der heute in der Verkündigung und im Leben unserer Kirche so wenig präsent ist.
		</p>

		<p>
			<br />
			   Ihre Exzellenzen erklären zu Recht, dass Sie sich eine Kirche wünschen, die „Heimat und Schule der Gemeinschaft” und darüber hinaus „barmherzig, synodal und aufbruchstüchtig” ist. Und wer wünscht sich das nicht? Aber wo ist Christus in diesem Idealbild der Kirche? Eine Kirche, die Christus nicht als Grund ihres Seins und Sprechens hat, ist nach den Worten von Papst Franziskus nichts anderes als eine „fromme NGO”. Ist es nicht genau das, worauf unsere Kirche zusteuert? Im besten Fall werden die Gläubigen, anstatt Agnostiker zu werden, manchmal evangelikal. In jedem Fall verliert unsere Kirche ihre Schafe. Wir sehen um uns herum leere Kirchen, Seminare und Klöster. In unserem Amerika haben sieben oder acht Länder keine katholische Mehrheit mehr. Brasilien selbst ist auf dem Weg, „das größte ex-katholische Land der Welt” zu werden, wie es ein bekannter brasilianischer Schriftsteller [Nelson Rodrigues] formuliert hat. Dieser anhaltende Niedergang scheint Sie jedoch nicht sonderlich zu beunruhigen. Mir kommt die Anklage des Propheten Amos an die Führer des Volkes in den Sinn: „über den Untergang Josefs sorgt ihr euch nicht" (Am 6,6). Es ist seltsam, dass Sie angesichts eines so offensichtlichen Rückgangs in Ihrer Botschaft kein Wort darüber verlieren. Noch schlimmer ist, dass die nicht-katholische Welt mehr über dieses Phänomen spricht als die Bischöfe, die es vorziehen zu schweigen. Wie könnte man hier nicht an die Anschuldigung der „stummen Hunde“ denken, die der heilige Gregor der Große vorbrachte und die vor einigen Tagen der heilige Bonifatius [in der Lesehore] wiederholte?
		</p>

		<p>
			<br />
			   Sicherlich befindet sich die Kirche in unserem Amerika nicht nur in einem Prozess des Niedergangs, sondern auch des Aufstiegs. Sie selbst bekräftigen in Ihrer Botschaft, dass unsere Kirche „weiterhin kräftig schlägt” und dass aus ihr „Samen der Auferstehung und Hoffnung” sprießen. Aber wo sind diese „Samen“, liebe Bischöfe? Sie scheinen nicht im sozialen Bereich zu liegen, wie man sich vorstellen könnte, sondern im religiösen. Sie finden sich vor allem in den erneuerten Pfarreien sowie in den neuen Bewegungen und Gemeinschaften, die von dem befruchtet werden, was Papst Franziskus als „Strömung charismatischer Gnade“ bezeichnet hat, deren bekannteste Form die Katholische Charismatische Erneuerung ist. Obwohl diese Ausdrucksformen der Spiritualität und Evangelisierung den Teil der Kirche ausmachen, der unsere Kirchen (und die Herzen der Gläubigen) am meisten erfüllt, haben sie in der Botschaft der Bischöfe nicht einen einzigen Gruß verdient. Doch gerade dort, in dieser spirituellen Keimzelle, liegt die Zukunft unserer Kirche. Ein beredtes Zeichen für diese Zukunft ist, dass wir im sozialen Bereich derzeit fast nur „graue Köpfe” sehen, während im spirituellen Bereich ein massiver Zustrom junger Menschen zu beobachten ist.
		</p>

		<p>
			 
		</p>

		<p>
			   Liebe Bischöfe, ich glaube schon Ihre unterdrückte und vielleicht empörte Reaktion zu hören: „Aber sollte die Kirche dann mit dieser angeblich „spirituellen“ Rede die Armen, die soziale Gewalt, die ökologische Zerstörung und so viele andere soziale Dramen jetzt beiseite lassen? Wäre das nicht ein Zeichen von Blindheit und sogar Zynismus?“ Einverstanden, Brüder. Dass sich die Kirche in solche Dramen einmischen muss, ist unbestreitbar. Die eigentliche Frage lautet jedoch: Wenn sich die Kirche in solche Dramen einmischt, tut sie das dann im Namen Christi? Sind ihr soziales Engagement und das ihrer Aktivisten wirklich vom Glauben und, auch wenn es redundant ist, vom christlichen Glauben geprägt? Wenn die Kirche sich in den sozialen Kampf einmischt, ohne von ihrem Glauben, dem christologischen Glauben, informiert und beseelt zu sein, wird sie nicht mehr tun als jede andere NGO. Sie wird also „mehr vom Gleichen“ tun und mit der Zeit wird es noch schlimmer werden: Ihr soziales Handeln wird inkonsequent sein, denn ohne den Sauerteig eines lebendigen Glaubens wird der soziale Kampf selbst pervertiert: Von einem befreienden wird er zu einem ideologischen und schließlich zu einem unterdrückenden Kampf. Dies ist die klare und ernste Warnung, die der heilige Paul VI. (Evangelii nuntiandi 35) vor der damals aufkommenden „Befreiungstheologie” ausgesprochen hat (eine Warnung, die, wie wir gesehen haben, von dieser Theologie überhaupt nicht beherzigt wurde).
		</p>

		<p>
			<br />
			   Liebe ältere Brüder, lassen Sie mich Ihnen eine Frage stellen: Wohin wollen Sie unsere Kirche führen? Sie sprechen viel vom „Reich”, aber was ist der konkrete Inhalt dieses „Reiches”? Da Sie so viel vom Aufbau einer „gerechten und brüderlichen Gesellschaft” sprechen (ein weiteres Ihrer Mantras), könnte man meinen, dass diese Gesellschaft der zentrale Inhalt des „Reiches” ist, von dem Sie sprechen. Ich ignoriere nicht den Teil der Wahrheit, der darin steckt. Allerdings sagen Sie nichts über den Hauptinhalt des „Reiches”, d. h. das Reich, das heute in unseren Herzen gegenwärtig ist und morgen seine Vollendung finden wird. In Ihrer Rede gibt es keine Eschatologie. Zwar sprechen Sie zweimal von „Hoffnung”, aber in einer so vagen Weise, dass angesichts der sozialen Ausrichtung Ihrer Botschaft niemand, der dieses Wort aus Ihrem Mund hört, den Blick zum Himmel erheben würde. Ich leugne nicht, liebe Brüder, dass der Himmel auch eure „große Hoffnung“ ist, aber warum schämt ihr euch dann, laut und deutlich, wie so viele Bischöfe in der Vergangenheit, über das „Himmelreich“ zu sprechen, und auch über die „Hölle“, über die „Auferstehung der Toten“, über das „ewige Leben“ und über andere eschatologische Wahrheiten, die so viel Licht und Kraft für die Kämpfe der Gegenwart bieten, zusätzlich zum letzten Sinn von allem? Nicht, dass das irdische Ideal einer „gerechten und brüderlichen Gesellschaft” nicht schön und großartig wäre. Aber nichts ist vergleichbar mit der himmlischen Stadt (Phil 3,20; Hebr 11,10.16), deren Bürger und Arbeiter wir glücklicherweise durch unseren Glauben sind und deren große Baumeister Sie durch Ihr bischöfliches Amt sind. Ja, Sie werden auch zur irdischen Stadt beitragen, aber das ist nicht Ihre Spezialität, sondern die der Politiker und Sozialaktivisten.
		</p>

		<p>
			<br />
			   Ich möchte glauben, dass die pastorale Erfahrung vieler von Ihnen als Bischöfe reichhaltiger und sogar vielfältiger ist, als es aus Ihrer Botschaft hervorgeht. Das liegt daran, dass die Bischöfe nicht dem CELAM (der lediglich ein Organ in ihrem Dienst ist) unterstehen, sondern nur dem Heiligen Stuhl (und natürlich Gott) und somit die Freiheit haben, ihren jeweiligen Kirchen die pastorale Linie aufzuerlegen, die sie für die beste halten. Dies führt manchmal zu einer legitimen Dissonanz mit der vom CELAM vorgeschlagenen Linie. Es gibt noch eine weitere Dissonanz: die zwischen den reichhaltigen Dokumenten der Generalkonferenzen des CELAM und der restriktiveren Linie des CELAM selbst. Mit Ihrer Erlaubnis würde ich noch eine dritte Dissonanz hinzufügen, die Ihnen näher liegt: die, die zwischen dem bischöflichen Lehramt und den theologischen Beratungsgremien auftreten kann und oft auftritt, also zwischen den Bischöfen und den Verfassern ihrer Dokumente. Trotz all dieser Diskrepanzen, die uns ein sehr unterschiedliches Bild von der Situation unserer Kirche vermitteln, scheint Ihre Botschaft zum 70-jährigen Jubiläum des CELAM ein getreues Spiegelbild der allgemeinen Situation unserer Kirche zu sein: einer Kirche, die dem Sozialen Vorrang vor dem Religiösen einräumt. Und Sie, die Bischöfe des CELAM, wollten Ihre 40. Generalversammlung nutzen, um Ihr „Engagement” zu erneuern, diesen Kurs fortzusetzen, d. h. dem Sozialen Vorrang einzuräumen. Und Sie haben beschlossen, diese Option mit aller Entschlossenheit und ausdrücklich wieder aufzunehmen, wie die dreifache Verwendung der Wörter „erneuern” und „Engagement” zeigt.
		</p>

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		</p>

		<p>
			   Ich verstehe, liebe Bischöfe, ohne etwas rechtfertigen zu wollen, dass Sie, indem Sie zu Recht auf sozialen Fragen und ihren schmerzlichen Dramen beharrt haben, das Religiöse in den Hintergrund gedrängt haben, ohne natürlich dessen Vorrang zu leugnen. Dies war in der Tat ein Prozess, der fast unbemerkt und nicht ohne große Gefahr in Medellín [auf der Zweiten Generalkonferenz des lateinamerikanischen Episkopats 1968] begann und bis zu uns fortgesetzt wurde. Sie wissen jedoch aus Erfahrung, dass der Vorrang des Religiösen verloren geht, wenn man es nicht so schnell wie möglich aus diesem Schatten holt und es durch Reden und Taten ans Licht bringt. Das ist mit der zentralen Figur Christi geschehen: Sie wurde in den Hintergrund gedrängt. Wenn man ihn weiterhin als Herrn und Haupt der Kirche und der Welt bekennt, dann nur oberflächlich oder fast oberflächlich. Der Beweis für diesen langsamen Verfall liegt vor unseren Augen: der Niedergang unserer Kirche. Wenn wir diesen Weg weitergehen, werden wir immer mehr verfallen. All dies, weil leider, noch bevor die Zahl der Gläubigen zurückging, die Inbrunst des Glaubens, des Glaubens an Christus, das dynamische Zentrum der Kirche, nachließ. Wie Sie sehen, Brüder, sind es die Zahlen, die uns alle, aber insbesondere die Bischöfe des CELAM, dazu herausfordern, die allgemeine Ausrichtung unserer Kirche zu korrigieren, damit sie, wenn wir unsere Entscheidung für Christus mit Inbrunst wieder aufnehmen, wieder an Qualität und Quantität zunimmt.
		</p>

		<p>
			  <br />
			   Es ist daher höchste Zeit, Christus aus dem Schatten zu holen und ihn ins volle Licht zu rücken. Es ist Zeit, ihm seinen absoluten Vorrang zurückzugeben, sowohl in der Kirche ad intra (im individuellen Bewusstsein, in der Spiritualität und in der Theologie) als auch in der Kirche ad extra (in der Evangelisierung, in der Ethik und in der Politik). Die Kirche unseres Kontinents muss dringend zu ihrem wahren Zentrum, zu ihrer „ersten Liebe” (Offb 2,4) zurückkehren. Ein Vorgänger von Ihnen, der heilige Bischof Cyprian, forderte dies mit den folgenden lapidaren Worten: „Stelle nichts über Christus” (Christo nihil omnino praeponere). Liebe Bischöfe, bitte ich Sie damit um etwas Neues? Keineswegs. Ich erinnere Sie lediglich an die offensichtlichste Forderung des Glaubens, des „alten und immer neuen” Glaubens: die absolute Entscheidung für Christus, den Herrn, die bedingungslose Liebe zu ihm, die besonders von Ihnen verlangt wird, wie er es von Petrus verlangte (Joh 21,15-17). Es ist daher dringend notwendig, einen starken und systematischen Christozentrismus klar und entschlossen anzunehmen und zu praktizieren; einen wahrhaft „überwältigenden“ Christozentrismus, wie es Johannes Paul II. ausdrückte. Es geht keineswegs darum, in einen entfremdenden Christomonismus zu verfallen (beachten Sie das Wort „Christomonismus“). Es geht darum, einen offenen Christozentrismus zu leben, der alles durchdringt und verwandelt: die Menschen, die Kirche und die Gesellschaft.
		</p>

		<p>
			 
		</p>

		<p>
			   Wenn ich es gewagt habe, mich direkt an Sie, liebe Bischöfe, zu wenden, dann deshalb, weil ich seit einiger Zeit mit Bestürzung wiederholte Anzeichen dafür sehe, dass unsere geliebte Kirche einer großen Gefahr ausgesetzt ist: der Gefahr, sich von ihrem spirituellen Wesen zu entfernen, zum Nachteil ihrer selbst und der Welt. Wenn das Haus brennt, kann jeder schreien. Da wir unter Brüdern sind, vertraue ich Ihnen noch ein letztes Mal etwas an. Nachdem ich Ihre Botschaft gelesen hatte, überkam mich ein Gefühl, das ich vor fast 20 Jahren hatte, als ich die wiederholten Fehler der Befreiungstheologie nicht länger ertragen konnte und aus tiefster Seele ein solcher Impuls in mir aufstieg, dass ich mit der Faust auf den Tisch schlug und sagte: „Es reicht! Ich muss sprechen.“ Es ist ein ähnlicher innerer Impuls, der mich dazu bewegt, diesen Brief zu schreiben, in der Hoffnung, dass der Heilige Geist etwas damit zu tun hat.
		</p>

		<p>
			 
		</p>

		<p>
			Ich bitte die Mutter Gottes, das Licht desselben Geistes auf euch, liebe Bischöfe, herabzurufen, und unterzeichne als Bruder und Diener:
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		<p>
			 
		</p>

		<p>
			P. Clodovis M. Boff, OSM<br />
			Rio Branco (Acre), 13. Juni 2025, Fest des heiligen Antonius, Kirchenlehrer
		</p>

		<p>
			 
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">36475</guid><pubDate>Sun, 29 Jun 2025 07:43:59 +0000</pubDate></item><item><title>Ehe-Anullierungs-Verfahren und ihre Problematik</title><link>https://www.mykath.de/topic/36537-ehe-anullierungs-verfahren-und-ihre-problematik/</link><description><![CDATA[<p>
	<em>'Wenn Kirchenrichter eine katholische Ehe annullieren sollen, gibt es keine Schamgrenze. "Haben Sie beim Beischlaf Verhütungsmittel benutzt?", lautet eine der gängigen Fragen. "Haben Sie schon vor der Hochzeit gewusst, dass Sie Ihre Frau betrügen wollten? Wie oft hatten Sie ehelichen Verkehr?" [...] Seit die katholische Kirche ihre strenge Morallehre in der Gesellschaft kaum noch durchsetzen kann, verkommt ihre Gerichtsbarkeit zur Paralleljustiz für die eigenen Angestellten. "Das ist für die Richter eine unmögliche Situation", sagt der Freiburger Kirchenrichter Georg Bier, der auch Kirchenrechtsprofessor ist: "Plötzlich hängt nicht nur die Frage der Ehegültigkeit, für die sie zuständig sind, von ihnen ab, sondern auch das Anstellungsverhältnis, für das sie nicht zuständig sind."'</em>
</p>

<p>
	<a href="https://www.spiegel.de/spiegel/scheidung-in-der-katholischen-kirche-es-war-erniedrigend-a-1128942.html" rel="external nofollow">https://www.spiegel.de/spiegel/scheidung-in-der-katholischen-kirche-es-war-erniedrigend-a-1128942.html</a>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Hatte diesen Artikel eher zufällig gesehen und dachte, dass das ein diskussionswürdiges Thema sein könnte. Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich nur einen Ausschnitt zitieren; ich empfehle seiner Lektüre aber zur Gänze, er ist nicht sehr lang. 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">36537</guid><pubDate>Mon, 22 Sep 2025 14:24:23 +0000</pubDate></item><item><title>Missbrauch anderswo</title><link>https://www.mykath.de/topic/35440-missbrauch-anderswo/</link><description><![CDATA[<p>
	Die Evangelische Kirche tut sich schwer mit der Aufarbeitung, berichtet der <a href="https://www.br.de/nachrichten/kultur/warum-sich-die-evangelische-kirche-mit-missbrauch-so-schwer-tut," rel="external nofollow">BR</a>.
</p>]]></description><guid isPermaLink="false">35440</guid><pubDate>Sat, 13 Feb 2021 17:27:40 +0000</pubDate></item><item><title>Diskussion rund ums Z&#xF6;libat</title><link>https://www.mykath.de/topic/34140-diskussion-rund-ums-z%C3%B6libat/</link><description><![CDATA[
<p><span style="color:#008000;">Dieser Thread wurde nicht von Studiosus erstellt. Es handelt sich um eine Verschiebung aus dem Thread "Neues zu Papst Franziskus".</span></p>
<p> </p>
<p><span style="color:#008000;">Nanny als Mod</span></p>
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<p> </p>
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<p>Exakt. Ehelosigkeit ist ein herausragendes Charisma. Abgesehen von der besseren Vereinbarkeit von aufopfernder Seelsorge und ehelosem Leben führt an der Imitatio Dei, dem Nachfolgen des göttlichen Meisters Jesus Christus, kaum ein Weg vorbei.<br /><br />Denn Jesus lebte ehelos. Außer man tauscht das Evangelium mit einem Dan Brown-Thriller. Oder ist Protestant.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">34140</guid><pubDate>Fri, 10 Mar 2017 15:08:14 +0000</pubDate></item><item><title>OTs aus Wichtiges von den Bist&#xFC;mern</title><link>https://www.mykath.de/topic/36507-ots-aus-wichtiges-von-den-bist%C3%BCmern/</link><description><![CDATA[<blockquote class="ipsQuote" data-ipsquote="" data-ipsquote-contentapp="forums" data-ipsquote-contentclass="forums_Topic" data-ipsquote-contentcommentid="2587917" data-ipsquote-contentid="9443" data-ipsquote-contenttype="forums" data-ipsquote-timestamp="1746514523" data-ipsquote-userid="2992" data-ipsquote-username="Alfons">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Am 6.5.2025 um 08:55 schrieb Alfons:
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents">
		<p>
			Wallfahrten zu wichtigen Reliquien waren seit dem Mittelalter (und sind in geringerem Maße immer noch) nicht nur religiöse, sondern vor allem wirtschaftlich bedeutende Veranstaltungen, ich erwähne als Beispiele die Aachener Heiligtumsfahrt (Kleid von Maria, Windel und Lendentuch von Jesus, Enthauptungstuch Johannes des Täufers) und das Annahaupt in Düren. Der Heilige Rock in Trier hat also auch mit Machtansprüchen im Mittelalter zu tun. Zitat aus der Wikipedia: "Das Bistum Trier übertrumpfte mit diesem Fund die konkurrierende Abtei Prüm in der Eifel, die im Zusammenhang mit der Pippinschen Schenkung seit 752 im Besitz der Sandalen Christi war".
		</p>
	</div>
</blockquote>

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	Der Kölner Dom verdankt seine Existenz ja auch den Reliquien der Hl. Drei Könige.
</p>

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</p>

<p>
	 
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	<span style="color:#e67e22;">Dieser Thread wurde nicht von rorro eröffnet, sondern enthält OTs aus "Neues von den Bistümern"</span>
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	<span style="color:#e67e22;">gouvernante als Mod</span>
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]]></description><guid isPermaLink="false">36507</guid><pubDate>Tue, 06 May 2025 08:35:50 +0000</pubDate></item><item><title>Die Theologie des Leibes von Johannes Paul ist gescheitert</title><link>https://www.mykath.de/topic/36388-die-theologie-des-leibes-von-johannes-paul-ist-gescheitert/</link><description><![CDATA[<p>
	<a href="https://www.kathpress.at/goto/meldung/2460129/theologe-sieht-johannes-pauls-ii.-theologie-des-leibes-gescheitert" rel="external nofollow">https://www.kathpress.at/goto/meldung/2460129/theologe-sieht-johannes-pauls-ii.-theologie-des-leibes-gescheitert</a><br />
	behauptet der Moraltheologe Stefan Goerz<br />
	der Autor setzt seine Wertung zu hoch an den die "Theologie des Leibes" hat nie stattgefunden sie wurde selbst von den Jugendlichen ignoriert die ihm bei den Weltjugendtagen zu jubelten wie man an den massenhaft gebrauchten Kondomen im Zeltlager der jugendlichen im Zeltlager in Rom im Jahr 2000 feststellen konnte
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]]></description><guid isPermaLink="false">36388</guid><pubDate>Wed, 26 Mar 2025 11:25:41 +0000</pubDate></item><item><title>A Sister Canon Lawyer - Bericht aus Afrika</title><link>https://www.mykath.de/topic/36480-a-sister-canon-lawyer-bericht-aus-afrika/</link><description><![CDATA[<p>
	<a href="https://www.globalsistersreport.org/columns/religious-life/my-work-sister-canon-lawyer-integrates-faith-and-analytical-thinking" rel="external nofollow">Eine Kanonistin aus Afrika berichtet</a> - interessant zu sehen, wie ähnlich sich manches doch ist-
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]]></description><guid isPermaLink="false">36480</guid><pubDate>Wed, 09 Jul 2025 17:40:28 +0000</pubDate></item></channel></rss>
