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Wally

Naziüberfall in Halberstadt

101 Beiträge in diesem Thema

Gerade höre ich im Radio die Aussage der Polizeigewerkschaft,

die Polizeibeamten hätten nach dem Anschlag auf Schauspieler der 'Rocky Horror Show' im Harzer Bergtheater in Thale korrekt gehandelt

und eine Sympathie mit Nazis seien falsche Unterstellungen.

 

Glatt Gelogen.

 

Ein Freund von mir war dabei

und ich möchte euch seine präzise Schilderung mitteilen:

 

"Augenzeugenbericht vom vergangenen Wochenende aus Halberstadt

 

Freitag, 08.06.2007, pünktlich um 20:00 Uhr begann die Premiere der 'Rocky Horror Show' im Harzer Bergtheater in Thale. Nach der überstandenen Vorstellung machte sich ein großer Teil des Ensembles auf den Weg zur Premierenfeier in das Restaurant 'Saloniki' (Kühlinger Straße) in Halberstadt. Essen, Trinken, Essen .....irgendwann war es um 02:30 Uhr, die Gruppe auf ca. 12 Leute geschrumpft, wir beschlossen den Mitarbeitern der Gaststätte ihren Feierabend zu gönnen und machten uns auf den Weg zum 'Spucknapf'.

 

Der Türsteher verweigerte jedoch einer Person unserer Gruppe aufgrund des Aussehens bzw. der Kleidung den Zutritt, mit der Begründung er 'dürfe keine Punk's, Rechts-o. Linksradikale in das Lokal lassen'.

 

Nach einer kurzen Diskussion mit dem deutlich rechtsorientierten Türsteher entschlossen wir uns zu gehen. Entweder dürfen alle hinein oder es geht keiner! Wir blieben noch eine Weile vor dem Eingang, beobachtet von weiteren rechtsorientierten Gestalten und überquerten dann die Kreuzung. Auf der anderen Straßenseite (Freifläche vor dem 'Clubhaus') überlegten wir nun wohin wir gehen sollten. Drei von uns waren schon auf Höhe der Theaterkasse, als plötzlich ca. 8-9 Neonazis von der Treppe des Clubhauses auf uns zustürmten.

 

Sie schlugen auf unsere 5 männlichen 'Begleiter' ein, bis sie verletzt und stark blutend auf der Erde lagen und sie mit dem Treten beginnen konnten. Wir riefen die Polizei, versuchten uns und die Verletzten in Sicherheit zu bringen, obwohl dies so gut wie unmöglich war, nach ca. 5-10 Minuten traf die Polizei ein. Die Neonazis spazierten in Gruppen von je zwei Mann langsam davon. Wir baten die Beamten zunächst höflich die Täter zu verfolgen, sie taten NICHTS sondern waren der Meinung, sie müssen zuerst unsere Personalien aufnehmen. Nach weiteren Aufforderungen die Schläger zu verfolgen passierte trotzdem nichts! Die Neonazis sind vor den Augen der Polizei davon spaziert!

 

Warum? Hatten 2 Beamte mit Dienstwaffen wirklich Angst vor 2 Neonazis, ohne Waffen??? Wohl kaum!!! Die Beamten kamen dann nach einiger Zeit auf die Idee einen (bzw. 2) Krankenwagen zu rufen. Ca.03:15 Uhr trafen die Verletzten im Krankenhaus ein.

 

Währenddessen ließen die Beamten 4 weibliche und eine männliche Person am Ort des Geschehens zurück, ohne sich auch nur ein wenig dafür zu interessieren wie diese nach Haus kommen sollten (auf die Frage, ob sie uns denn begleiten oder fahren könnten, antworteten sie nicht). Zu fünft, kurz vor der nächsten Kreuzung (Harmoniestraße - 'Theaterdöner') sahen wir dort ca. 5 von den Schlägern stehen und laut grölen. Wir riefen sofort die Polizei, nach genau 15 Minuten kamen die Beamten an! Natürlich waren die Neonazis verschwunden und wir durften uns Vorwürfe von den Beamten machen lassen: ' Warum haben Sie uns denn angerufen, hier ist doch niemand!'.

 

Einige Zeit später am Krankenhaus angekommen, warteten unsere Verletzten immer noch auf medizinische Versorgung. Es hieß, es gäbe keine Notaufnahme, wir warteten ca. 1 Stunde auf der Station A1 bis der 1. versorgt wurde. Der letzte musste 2,5 Stunden warten! Der Chefarzt kam erst gegen 6:00 Uhr an. Er erklärte uns, er sei aus Halberstadt aufgrund der Neonazis weggezogen, und wir sollten es doch genauso machen! Herausgekommen sind : 1 aufgeplatzte Lippe + Prellungen und Abdrücke von Springerstiefeln am ganzen Körper, die im OP genäht werden mussten, 1 gebrochenes Nasenbein + Prellungen, noch ein gebrochenes Nasenbein und ein verletztes Auge, Verletzungen der Unterkiefer, herausgeschlagene Schneidezähne........ und der seelische Schaden bei allen Beteiligten!

 

Nach ca. 3,5 Stunden im Krankenhaus wurden die körperlich Unversehrten zum Polizeirevier gefahren, immer noch mit teilweise blutverschmierter Kleidung. Dort warteten wir wieder ca. 5 Stunden bis mit der 1. Vernehmung begonnen wurde! Zum Teil vollkommen unfähige Beamten haben uns (je ca. 1-2 Stunden) vernommen, ohne Interesse an dem Fall zu zeigen! Im Gegenteil, teilweise ließ das Verhalten und die Äußerungen einiger Beamten nur einen Schluss zu: Sie heißen das Geschehene gut! (Dies gilt allerdings nicht für alle Beamten!)

 

Um 12:00 Uhr verließ dann auch die letzte Zeugin das Revier! Das Verhalten der Beamten wird einige Disziplinarverfahren zur Folge haben. Einen der Täter haben sie 'gefasst' und nach einer kurzen Befragung auf dem Revier wieder gehen lassen.

 

Aufgrund der vielen Verletzten musste die Vorstellung am Samstag in Thale abgesagt werden!

 

Noch vor kurzer Zeit habe ich gedacht, dass mir so etwas nie passieren würde, aber es kann jeden treffen, und wir müssen endlich etwas gegen den Rechtsradikalismus tun! Es kann nicht sein, dass man sich in seiner Heimatstadt nicht mehr aus der eigenen Wohnung traut aus Angst vor irgendwelchen minderbemittelten Gestalten.

 

Deshalb bitte ich euch, schickt diese Mail an so viele Menschen wie möglich, damit allen klar wird, dass etwas getan werden muss! Vielleicht fügt ihr auch einfach noch eure eigenen Erfahrungen mit Rechtsradikalen hinzu...

 

Vielen Dank!

Jürgen Alberts"

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Einfach unfassbar, dass Tatverdächtige einfach vor den Augen der Polizei den Tatort verlassen dürfen.

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Als Solidaritätsaktion wird diese "Rocky-Horror-Show" am 23.06. wieder im Freilichttheater in Thale (Sachsen-Anhalt) ->gezeigt werden und es wird ein Gespräch mit den Schauspielern geben.

Von Berlin aus wird es einen Bustransfer geben.

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Ich bin ziemlich sicher, dass in Halberstadt ein ganz gewaltig stinkender brauner Sumpf trockenzulegen ist. Und mit der Polizeigewerkschaft sollten sie anfangen.

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Mensch... kein weiterer Kommentar zu dem Bericht... :angry:

 

Die Frage ist: WAS konkret könnte denn jeder von uns tun???

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Das Verhalten der Beamten wird einige Disziplinarverfahren zur Folge haben.

Das wird nicht reichen. Druck über die Presse machen (Dein Freund ist ja nicht ganz unerfahren) und zwar nicht auf den örtlichen Dienststellenleiter oder die Polizeigewerkschaft, sondern auf den Innenminister. Dafür sollten sich auch politische Verbündete finden lassen (Landtagsabgeordnete der Opposition sollten sich sowas doch nicht entgehen lassen).

 

Zur Sache selbst, wenn sie wirklich so gelaufen ist, erübrigt sich eine Diskussion. Außer "Sauerei" fällt mir kein Kommentar ein.

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Die Frage ist: WAS konkret könnte denn jeder von uns tun???

Ich kann mich dumpf erinnern, dass wir in meiner Jugendzeit immer Probleme mit Randalierern auf Dorffesten hatten. Soweit ich mich erinnern kann, hörte der Spuk auf, als eines Tages ein Veranstalter auf die Idee kam, die gesamte aktive Mannschaft des örtlichen Kraftsportvereins einzuladen. Als die Randalierer kamen, wurden die Saaltüren geschlossen. In UNterzahl sind Randalierer eigentlich ziemlich bemitleidenswerte Geschöpfe.

 

Ich fürchte, wenn ich in Halberstadt wohnen würde, würde ich mir eine Schlägertruppe zusammenstellen.

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Ich fürchte, wenn ich in Halberstadt wohnen würde, würde ich mir eine Schlägertruppe zusammenstellen.

Das würde ich erst als wirklich allerletzte Lösung in Betracht ziehen.

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Mensch... kein weiterer Kommentar zu dem Bericht... :angry:

 

Die Frage ist: WAS konkret könnte denn jeder von uns tun???

 

schwierige Frage...mir fällt nichts ein

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Ich fürchte, wenn ich in Halberstadt wohnen würde, würde ich mir eine Schlägertruppe zusammenstellen.

Das würde ich erst als wirklich allerletzte Lösung in Betracht ziehen.

Ich auch. Ich denke aber, dass es Zeit für allerletzte Lösungen ist. Wenn man noch zwei Jahre wartet, bekommt man vielleicht keine Truppe mehr zusammen. Den größten Schreier ausgucken, abpassen, Fresse voll, abhauen. Das Ganze vier fünf mal wiederholen, bis die Nazis Polizeischutz beantragen. dann ist das neue Selbstbewusstsein schnell weg. Solange einem auusgewachsenen Innenminister nicht mehr zum Thema einfällt als das hier, geht es leider nur so. Man muss die Staatsgewalt dazu bringen, dass sie aktiv wird, und das geht nur, wenn die Lage eskaliert. Ich buche das unter erweitertes Demonstrationsrecht. (Es ist mir klar, dass ich mich vor Gericht verantworten müsste, wenn ich erwischt würde, weil das illegal ist. Ich würde es auch nie wolle, dass mein Verhalten legalisiert würde. Dazu ist unsere Rechtsordnung ein zu wichtiges Gut).

bearbeitet von Sokrates

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Solange einem auusgewachsenen Innenminister nicht mehr zum Thema einfällt als das hier, geht es leider nur so.

Naja, wenigstens wurde der zuständige Dienststellenleiter abgelöst. (Auch lange Wege beginnen mit dem ersten Schritt)

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Ich bin ziemlich sicher, dass in Halberstadt ein ganz gewaltig stinkender brauner Sumpf trockenzulegen ist. Und mit der Polizeigewerkschaft sollten sie anfangen.

 

Da dürftest du leider recht haben. Das Problem ist, daß in solchen verlassenen Ost-Nestern nach meiner Schätzung 80 % der Bevölkerung den prügelnden Jugendlichen recht geben bzw. deren Verhalten entschuldigen würden. Solange die Polizeibeamten aus der selben Region stammen, ist das gezeigte Verhalten nicht zu ändern. Zudem sind die personellen und sachlichen Möglichkeiten der Polizei zu beschränkt. Und Journalisten zu dämlich, die richtigen Fragen zu stellen: Wieviel Mann Polizei hätten denn morgens um zwei Uhr in höchstens 5 Minuten präsent sein können? Zwei, vier, sechs, vielleicht zehn? Und wieviel potentielle Schläger waren noch in der Kneipe? - Die Polizeiapparate in den neuen Bundesländern wurden unter großer Schonung der alten Kräfte aufgebaut. Die jungen Beamten, die nachwachsen, stoßen auf Vorgesetzte, die den alten Ungeist repräsentieren. Eigentlich kann man da nur wegziehen. - Grüße, KAM

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Mir ist nach einigem Grübeln folgendes eingefallen. Selbst ein Prekarier wie ich hat in seinem E-Mail-Adressbuch Einträge von Menschen, die nicht ganz ohne Einfluss sind. Und dazu noch viele andere. Was spricht also dagegen, den Augenzeugenbericht mit der Bitte um Weiterleitung an ganz viele andere Menschen zu verschicken. Juristische Gründe (Spam, üble Nachrede) oder so? Also, wenn mir für so eine Aktion nicht gleich die vorläufige Erschießung droht, ich würd's machen, denn nichts scheucht die Unter-den-Teppich-Kehrer mehr auf, als das Aufheben des Teppichs.

 

Aber ich werde nicht damit anfangen, bevor nicht mögliche negative Folgen für die Beteiligten (die Augenzeugen z.B.) diskutiert wurden.

 

Muss auf Arbeit

AndreasB

 

P.S.: eine solche Aktion hätte den schönen Nebeneffekt, dass je weiter oben einer auf der Leiter der Macht steht, desto mehr derartige E-Mails bekäme er.

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:angry: Hat jemand Erfahrungen mit staatlichen Kampagnen wie der sächsischen Kampagne "H!NGUCKEN"?

 

Bitte nicht Sachsen und Sachsen-Anhalt verwechseln. Diese Kampagnen sind wirkungslos bis kontraproduktiv. Denn sie sind stark von einer alten Antifa-Tradition geprägt. Und diese Antifa-Tradition ist Teil des Problems. Die braunen Strömungen in der DDR-Gesellschaft, die heute in bestimmten Regionen wieder Giftblüten treiben, sind letztlich ein Produkt der offiziell antifaschistischen sozialistischen Politik und Gesellschaft. Die Braunen erhalten dadurch sogar Zulauf und Unterstützung von den "Unpolitischen". Du wirst sehen, was jetzt in Halberstadt läuft: es gibt Wirbel in Presse und Fernsehen, es kommen ein paar Solidaritätsbesucher aus Berlin und anderswo; alle empören sich und fahren wieder heim. Und der bräunliche Halberstädter fühlt sich nur zu unrecht angegriffen und freut sich, wenn die "Asozialen" (DDR-deutsch) wieder weg sind. Im Hintergrund wird die Polizei mit den braunen Häuptlingen reden und darum ersuchen, daß die Aktivitäten zukünftig wieder geräuschlos ablaufen mögen, im Gegenzug wird in Aussicht gestellt, daß die Ermittlungen so geführt werden, daß nichts gerichtsverwertbares dabei herauskommt. Und in zwei Jahren kommt der Innenminister und lobt die Halberstädter für ihr demokratisches Gemeinwesen. - Es ist vielleicht zwei Jahre her, da war ich mal wieder auf einer Demo gegen neo-nationalsozialistische Aktivitäten. Die saßen in ihrem Haus und wir, die "Guten" standen draußen mit den üblichen Fahnen und Parolen. Ob das jemand überzeugt hat? Grüße, KAM

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Warum wurde Jürgen nicht angegriffen? Stand er mit seinen 4 Frauen dort einfach hinter der Mülltonne und die Nazis haben nichts davon bemerkt? Oder tollerieren Neonazis "Begleitpersonen"? Meines wissens nicht.

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Man/frau hat nach solchen nachrichten immer den eindruck der ganze osten unserer republik sei eine einzige braune kloake! Unsere politiker scheinen immer noch auf dem "rechten auge blind zu sein"! Anders ist das "nichteinschreiten" der polizei von halberstadt nicht zu erklären, oder ist die dortige polizei gar eine "wehrsportgruppe"?Vielleicht ist es ja auch wichtiger die linken unter kontrolle zu halten, denn die bedrohen ja schließlich das, für uns alle so wichtige, kapital! :ph34r:

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Aktionen von wegen "wir müssen draußen bleiben " finde ich aber trotzdem grds. falsch.

Es ist Kerosin ins Feuer....und stärkt die Rechtfertigungshaltung für neue Übergriffe...

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Tja, was tun?

 

:angry: Kennt ihr die aktion-noteingang?

 

:D Infos über NaziAktionen aus dem Wohnort sammeln und die Bilder der Täter z.B. in FreiZis aushängen mit dem Zusatz: "Wir müssen draussen bleiben."

 

:) Hat jemand Erfahrungen mit staatlichen Kampagnen wie der sächsischen Kampagne "H!NGUCKEN"?

Wenn ich solche Aktionen anschaue, dann weiß ich , warum ich die Antifa genauso wenig leiden kann wie die Neonazis. Das sind zwei Seiten einer Medaille.

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Unsere politiker scheinen immer noch auf dem "rechten auge blind zu sein"!

 

Das mit Sicherheit.

 

Vielleicht ist es ja auch wichtiger die linken unter kontrolle zu halten, denn die bedrohen ja schließlich das, für uns alle so wichtige, kapital! :ph34r:

 

Nö. Das Kapital wird inzwischen von den Rechten genauso bedroht.

 

Ich bin auf der Usedomer Bäderbahn gefahren und in Trassenheide (?) hat ein Pulk besoffener, brauner Glatzköpfe am Bahnsteig gewartet und massiv Fahrgäste schikaniert - einem Fahrgast, dessen Frau und Kinder nicht ganz deutsch ausgesehen haben und mit seiner Familie aussteigen wollte, wurden Schläge angedroht, wenn er in diese "ausländerfreie Zone" gehen würde.

 

Niemand hat reagiert - wäre auch nicht gegangen, die Typen waren in der Überzahl. Der Mensch mit der asiatischen Familie ist sitzen geblieben, bis zur Endstation Heringsdorf gefahren, wieder zurückgefahren (da waren die braunen Hohlköpfe weg) und dann über Stralsund zurück nach Hamburg. Hat er mir jedenfalls gesagt, dass er das tun würde. Und er würde nie mehr im Leben nach Mecklenburg-Vorpommern kommen und sämtliche Neuen Länder, ausgenommen dem alten Berlin-West, wären für ihn tabu.

 

Recht hat er.

 

Ich war bei einer anderen Gelegenheit in Demmin, ein Auto abzuholen. Demmin liegt da in MVP, wo die Katz gfreckt ist. Man könnte was draus machen, die Landschaft ist einfach traumhaft. Die Gesellschaft ist allerdings ein Alptraum. Weil ich es nicht mehr geschafft habe, an diesem Tag mit dem Zug anzureisen und in Demmin selber keine Unterkunft verfügbar war, bin ich in Altentreptow ausgestiegen und habe dort übernachtet. Grauslich. Lauter besoffene Gestalten auf der Straße, das ehemals schöne, neu hergerichtete Krankenhaus in der Bahnhofstraße ein Haufen Schutt, stillgelegt. Braucht keiner mehr. Am frühen Morgen, vor dem Hotel, schwanken schreiend besoffene glatzköpfige Jugendliche vorbei, einer versucht, das Horst-Wessel-Lied zu singen, aber war wohl um 9 Uhr morgens dazu nicht mehr in der Lage. Auch gut, der mendelt sich schon raus. Gibt einen weniger.

 

Sorry - dort hat man nichts mehr zu suchen. Da geht man weg. Die Politiker sind ein weinerliches Volk, denen die vernünftigen Leute schon lange weggelaufen sind und die nur noch jammern, die "Verständnis" für die versoffenen A...... aufbringen, die bestimmte Leute schikanieren und teilweise terrorisieren.

 

Der, dem ich das Auto abgekauft habe, sagte ganz klar, dass es in Mecklenburg-Vorpommern für ihn nach seinem Studium keinerlei Zukunft gäbe, die wüde im Westen oder wahrscheinlich sogar in anderen Ländern - Schweden z.B. - liegen.

 

Nicht nur MäckPomm: In Saalfeld, ist Thüringen und nicht weit weg, hat ein wegen Körperverletzung vorbestrafter 15-jähriger Jugendlicher vor einigen Jahren eine gleichaltrige Mitschülerin getötet, weil sie ein T-Shirt mit "Stoppt Nazis" getragen hat.

 

Wie reagiert die Stadtpolitik? Tja. Man nimmt zwar irgendwie Stellung ("das hätte er ja nicht tun sollen"), redet sich raus mit der Tatsache, dass er schlechte Eltern hatte (was nicht unbedingt stimmte), sowie mit der Tatsache, dass die Mitschülerin ihn ja nicht mit dem T-Shirt "aufs Blut" hätte reizen sollen - sie hätte ja ahnen können, dass er so überschnappt. Und man erwähnt, dass die Mitschülerin nicht Saalfelderin war, sondern einer Familie entstammte, die aus dem Westen nach Saalfeld zugezogen war.

 

Und was schließt man daraus? Genau. Diejenigen, die wegziehen, machen genau das richtige. Der Bodensatz bleibt dort, kann man nichts machen. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung ist der Osten in der Fläche mausetot und durch nichts zu retten. Nicht wegen des Kapitalismus - den benachbarten Tschechen geht es ja blendend - die sind ja auch nicht zu Tode unterstützt worden, sondern mussten sich alles selber aufbauen. Sondern wegen der Larmoyanz und der Unfähigkeit, etwas zu ändern.

 

Es ist mir völlig klar, dass die Verbesserung des Zustandes der ehemaligen DDR eine gesamtdeutsche Aufgabe wäre - die DDR ist eine Folge des Krieges, den wir angefangen und verloren haben. Aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Man schüttelt den Staub von den Füßen und geht.

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:angry: Kennt ihr die aktion-noteingang?

[...]

Wenn ich solche Aktionen anschaue, dann weiß ich , warum ich die Antifa genauso wenig leiden kann wie die Neonazis. Das sind zwei Seiten einer Medaille.

Also diese Aktion Noteingang ist genausoviel sozialdemokratisch und kirchlich wie Antifa

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Wenn ich solche Aktionen anschaue, dann weiß ich , warum ich die Antifa genauso wenig leiden kann wie die Neonazis. Das sind zwei Seiten einer Medaille.

Was die Antifa betrifft muß ich dir (leider) zustimmen, früher war das mal anders, aber Heute ...

Problem dabei ist halt, daß sich viele Jugendliche, die den durchaus lobenswerten Wunsch haben, sich gegen das braune Geschmeis zu stellen, als erstes bei der Antifa landen, da diese es immer noch schafft, sich als "einzige wahre Organisation gegen Rechts" zu verkaufen.

Wenn sie irgendwann dann doch mitkriegen, daß die Antifa keinen Strich besser ist, sind viele dann so enttäuscht, daß sie sich garnichtmehr gegen Rechts engagieren wollen. :angry:

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Tja, was tun?

 

:angry: Kennt ihr die aktion-noteingang?

 

:D Infos über NaziAktionen aus dem Wohnort sammeln und die Bilder der Täter z.B. in FreiZis aushängen mit dem Zusatz: "Wir müssen draussen bleiben."

 

:) Hat jemand Erfahrungen mit staatlichen Kampagnen wie der sächsischen Kampagne "H!NGUCKEN"?

 

 

 

Man/frau hat nach solchen nachrichten immer den eindruck der ganze osten unserer republik sei eine einzige braune kloake! Unsere politiker scheinen immer noch auf dem "rechten auge blind zu sein"! ... Vielleicht ist es ja auch wichtiger die linken unter kontrolle zu halten, denn die bedrohen ja schließlich das, für uns alle so wichtige, kapital! :ph34r:

 

 

 

Siehst Du, Catare,

 

wenn Du den freundlichen Literaturempfehlungen von Mobfan Wally nachgehen würdest, hättest Du schnell festgestellt, daß Du nicht "Kapital" sein mußt, um von den ungefährlichen Linken dieses Zuschnitts bedroht zu werden.

 

Was sind eigentlich Deine eigenen Erfahrungen mit dem Osten unserer Republik?

bearbeitet von soames

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