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Aaronitischer Segen


abitibi

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Oder soll ich den Pfarrer bei nächster Gelegenheit beim Abschied auch mal segnen?
Warum nicht?

 

Und warum soll segnen eine Überlegenheitsgeste sein?

 

Wenn man jemanden guten Tag wünscht, kann man ihm doch auch Gottes Segen wünschen - oder nicht?

 

Für mich hat das wenig mit "Güte" zu tun, sondern ist mehr ein Mosaiksteinchen, daß Gott in den Alltag integriert.

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Willst du zum Ausdruck bringen, dass es sich hier um so etwas wie einen kollektiven Singular handelt? Denn das Hebräische kennt genau wie alle anderen Sprachen, in die ich je "hineingeblickt" habe, eine zweite Person Plural (und unterscheidet da auch zwischen Maskulin und Feminin)

 

 

 

Übrigens geht es mir genau umgekehrt: eine Kirche, die den Segen nicht "im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" spenden will (oder kann), ist nicht meine Kirche.

 

Der Plural ist bei diesem Segen wohl nicht nur ein sprachliches Problem. Als ich zu Beginn des Threads den Singular gelesen habe, kam es mir so vor, dass da irgend etwas nicht stimme. Als Petrus dann die Plural-Fassung hinzu gefügt hat, kam das Aha-Erlebnis: ich habe mich zum erste Mal seit mehr als 30 Jahren daran erinnert, dass diese Worte am Schluss des Gottesdienstes mir mehr als alles andere verdeutlicht haben, was "Gemeinde" bedeuten könnte: das dreimalige doppelte "Euch" hatte jedenfalls auf mich damals eine ganz starke Wirkung. Deshalb geht es mir auch so wie abitibi, dass mir in der Katholischen Messe etwas fehlt, wenn diese Segensworte nicht fallen.

 

Ich weiß nicht, ob evang. Geistliche die trinitarische Ergänzung aus irgendwelchen liturgischen oder gar theologischen Gründen nicht mögen. Das wäre sicherlich Unsinn. Ich kann mir aber vorstellen, dass sie sich deshalb - vielleicht unbewußt - gegen eine Ergänzung wehren, weil der Rhytmus der Worte dadurch gestört wird. Die Steigerung bis zum Wort "Frieden" macht die Wirkung aus, es ist ein ungeheurer Spannungsbogen vom Anfang "Der Herr...". Die ganze Trinität steckt da auch drin, ohne dass man sie ausspricht. Jedes Wort danach würde die Wirkung abschwächen. Man kann auch ein Thema von Beethoven nicht ergänzen, sei die Melodie, die man anfügt, auch noch so wahr und schön.

 

Ja, das empfinde ich genauso. Übrigens ist es weithin üblich, dass die Gemeinde darauf mit dreimaligem gesungenem "Amen" antwortet (dafür gibt es verschiedene Melodien). Das sowie die dreiteilige Form des Segens reicht mir schon als Hinweis auf die Trinität. Und bekreuzigen kann man sich dabei auch.

 

Ich glaube übrigens, dass der Singular an dieser Bibelstelle seinen Sinn hat. Aus dem Kontext: "So sollt ihr (nämlich die Söhne Aarons) zu den Kindern Israels sagen ..." würde man eigentlich einen Plural erwarten.

Der Singular am Ende des Gottesdienstes enthält schon ein Stück Sendung. Du bist jetzt wieder allein, musst die gottesdienstliche Gemeinschaft verlassen. Der Segen gilt jetzt nicht nur der Gemeinschaft, sondern jedem einzelnen in der vor ihm liegenden Woche.

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Der Singular am Ende des Gottesdienstes enthält schon ein Stück Sendung. Du bist jetzt wieder allein, musst die gottesdienstliche Gemeinschaft verlassen. Der Segen gilt jetzt nicht nur der Gemeinschaft, sondern jedem einzelnen in der vor ihm liegenden Woche.

 

Hat einiges für sich. Das "Euch" hat mir aber auch die Botschaft vermittelt, dass mit dem Schluss des Gottesdienstes die Gemeinde nicht aufhören sollte.

 

Sollte.... meine Erfahrung war dann allerdngs, dass sie aufgehört hat. Vielleicht wäre der Singular doch besser gewesen, weil er zu weniger Enttäuschungen geführt hätte.

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Oder soll ich den Pfarrer bei nächster Gelegenheit beim Abschied auch mal segnen?
Warum nicht?

 

Und warum soll segnen eine Überlegenheitsgeste sein?

 

Wenn man jemanden guten Tag wünscht, kann man ihm doch auch Gottes Segen wünschen - oder nicht?

 

 

 

Vielleicht ist es auch nur die Berührung meiner Kinder durch andre Erwachsene, die mich stört. Das heißt doch immer irgendwie: "Kinder sind Allgemeingut."

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Also ich hab den schon öfter in der Messe gehört.

Kommt wohl auf den Priester an, welche Segensformel er verwendet.

 

Werner

 

Selbstredend. Aber so wie es eben ev. Pfarrer gibt, die den trinitarischen Segen für inakzeptabel, weil katholisch, halten (und das sich Bekreuzigen für etwas total Unchristliches), so ist es eben auch umgekehrt.

 

Wobei mich sprachlich das "er hebe sein Angesicht auf euch" stört. Das ist doch eine total veraltete Sprachstruktur, die heute auf Anhieb niemand mehr versteht (aber bei heiligen Texten scheint es oft darauf nicht anzukommen, unabhängig von der Konfession).

Wobei es bei den protestantischen Gottesdiensten, in denen ich bisher war, eigentlich immer einen trinitarischen Segen gab (auch wenn sich die anwesenden Protestanten dabei nicht bekreuzigten). Was mir dabei aufgefallen ist, war nur, dass die evangelischen Pfarrer(innen) das Kreuzzeichen beim Segen immer viel ausladender machten als die katholischen.

 

Aber nicht in Württemberg. Oder gibt es da welche die das machen?

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Ein Segen ohne Kreuzzeichen ist ein Widerspruch in sich:

Segen (v. althochdt.: segan Rückbildung aus segnen, lat. signare mit dem Zeichen [des Kreuzes] versehen)

 

Aus dem AT ist überliefert, dass es üblich war beim Segen die Hand zu erheben oder dem zu segnenden auf den Kopf zu legen. Für mich ist auch nicht nachvollziehbar, weshalb man ohne sichtbares Zeichen segnen möchte.

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Vielleicht ist es auch nur die Berührung meiner Kinder durch andre Erwachsene, die mich stört. Das heißt doch immer irgendwie: "Kinder sind Allgemeingut."
Im Prinzip kann ich das nachvollziehen.

 

Allerdings betrifft es bei mir normalerweise nur die Kinder von Freunden und Verwandten. Und wenn ein Kind mit mir rumtollen oder kuscheln kann oder es sich sogar mit Küsschen von mir verabschiedet fällt es mir schwer einzusehen, warum der Segen nicht gehen soll.

 

Fremde Kinder verabschiedet man ja idR nicht so, daß dafür überhaupt Zeit bliebe.

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