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Missio und Wiederheirat


reiselustig0

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Mir ist so, als würde in Berlin der RU in Verantwortlichkeit der Kirche erteilt - und nicht von beamteten Lehrern. Dito für Brandenburg, dort häufig außerhalb des Schulgebäudes in Räumen der Kirche.

 

Dann ist meine Aussage natürlich gegenstandslos. Mir geht es nur darum, dass verbeamtete Lehrer nicht irgendeiner Kirche Treue schulden, sondern ihrem Land und dem Bund, denen sie diese auch geschworen haben.

Aber auch diesen kann m.E. die notwendige kirchliche Lehrbefugnis entzogen werden.

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Mir ist so, als würde in Berlin der RU in Verantwortlichkeit der Kirche erteilt - und nicht von beamteten Lehrern. Dito für Brandenburg, dort häufig außerhalb des Schulgebäudes in Räumen der Kirche.

 

Dann ist meine Aussage natürlich gegenstandslos. Mir geht es nur darum, dass verbeamtete Lehrer nicht irgendeiner Kirche Treue schulden, sondern ihrem Land und dem Bund, denen sie diese auch geschworen haben.

Aber auch diesen kann m.E. die notwendige kirchliche Lehrbefugnis entzogen werden.

 

Ja, und?

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Mir ist so, als würde in Berlin der RU in Verantwortlichkeit der Kirche erteilt - und nicht von beamteten Lehrern. Dito für Brandenburg, dort häufig außerhalb des Schulgebäudes in Räumen der Kirche.

 

Dann ist meine Aussage natürlich gegenstandslos. Mir geht es nur darum, dass verbeamtete Lehrer nicht irgendeiner Kirche Treue schulden, sondern ihrem Land und dem Bund, denen sie diese auch geschworen haben.

Aber auch diesen kann m.E. die notwendige kirchliche Lehrbefugnis entzogen werden.

 

Ja, und?

Wie ja und? Sie kann dann nicht mehr an einer Schule katholische Religionslehre unterrichten, beamtet oder nicht. Und darum ging's der Threaderöffnerin.

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Mir ist so, als würde in Berlin der RU in Verantwortlichkeit der Kirche erteilt - und nicht von beamteten Lehrern. Dito für Brandenburg, dort häufig außerhalb des Schulgebäudes in Räumen der Kirche.

 

Dann ist meine Aussage natürlich gegenstandslos. Mir geht es nur darum, dass verbeamtete Lehrer nicht irgendeiner Kirche Treue schulden, sondern ihrem Land und dem Bund, denen sie diese auch geschworen haben.

Aber auch diesen kann m.E. die notwendige kirchliche Lehrbefugnis entzogen werden.

 

Ja, und?

Wie ja und? Sie kann dann nicht mehr an einer Schule katholische Religionslehre unterrichten, beamtet oder nicht. Und darum ging's der Threaderöffnerin.

 

Ich hab mich nur gegen eine Aussage in einem Posting hier gewandt. Dass sie nicht mehr kath. Religion unterrichten kann, wenn die Kirche ihr die Missio entzieht, ist klar.

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Ich halte nach wie vor daran fest, dass, wenn eine konkrete praktische Frage gestellt wird, die aber einen ethischen Hintergrund hat, der Voraussetzung für das Zustandekommen dieser Frage ist, es erlaubt ist, auf diesen ethischen Hintergrund einzugehen. Es wäre sogar fatal, ja sündhaft, dies nicht zu tun.

 

Anderes Beispiel: Wenn mich jemand fragen würde, wo er am sichersten seine alten Autoreifen im Wald entsorgen kann, ohne dass es jemand merkt, würde ich sehr wohl darauf hinweisen, dass diese Handlungsweise fragwürdig ist. Oder sollte ich lieber ein paar abgelegene Lichtungen aufzählen, da mich ja der ethische Hintergrund nicht zu interessieren braucht, weil er nicht Inhalt der Frage war?

 

Wer natürlich hinter Scheidung und Wiederheirat kein ethisches Problem sieht, wird hier selbstverständlich zu anderen Schlüssen kommen.

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Wer natürlich hinter Scheidung und Wiederheirat kein ethisches Problem sieht, wird hier selbstverständlich zu anderen Schlüssen kommen.

 

Ich kann ja noch halbwegs nachvollziehen, wenn man mit Scheidungen ein ethisches Problem hat, auch wenn ich das für ziemlichen Unfug halte. Aber wieso sollte eine Wiederheirat ein ethisches Problem sein?

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Franciscus non papa

Wer natürlich hinter Scheidung und Wiederheirat kein ethisches Problem sieht, wird hier selbstverständlich zu anderen Schlüssen kommen.

 

Ich kann ja noch halbwegs nachvollziehen, wenn man mit Scheidungen ein ethisches Problem hat, auch wenn ich das für ziemlichen Unfug halte. Aber wieso sollte eine Wiederheirat ein ethisches Problem sein?

 

 

lass mich versuchen, eine erklärung zu geben, die keinen bezug auf religion und religöse werte an sich nimmt:

 

es scheint dem menschen eine sehnsucht inne zu wohnen, alles schöne auf dauer haben zu wollen, es sozusagen zu verewigen zu wollen.

 

meiner erfahrung nach träumen die meisten menschen davon, einen partner zu haben, der "für immer" bei ihnen ist, für immer zu ihnen hält, auf den sie sich, egal was geschieht, verlassen können.

 

ich habe im laufe der zeit sehr viele brautpaare kennenlernen dürfen. und sie alle hatten diesen wunderschönen traum. auch dann, wenn ich mich fragte, warum in aller welt, will diese frau diesen - unmöglichen - mann heiraten, warum will dieser mann, diese frau heiraten?

 

beziehungen scheitern nun mal, und sie scheitern meiner wahrnehmung nach, nicht einfach so, sondern immer auch, weil dinge falsch laufen, weil fehler gemacht werden.

 

allerdings - solange der konsens der beiden partner da ist, solange liebe und treue als wert gesehen werden, auch wenn die liebe vielleicht in der krise nicht mehr so stark empfunden werden kann, solange die partner beide ihre partnerschaft erhalten wollen, dafür kämpfen wollen, solange besteht auch immer die chance des gelingens - trotz allen schwierigkeiten.

 

und wegen der liebe, die man mal gemeinsam hatte, sollte man nicht leichtfertig mit dieser partnerschaft umgehen. und jeder, der mal liebeskummer hatte, wird es wissen, wie weh es tut, wenn der andere einem keine chance mehr gibt.

 

wenn man den anderen ernstnimmt, wenn man sich auf ihn einläßt, dann kann man nicht mehr so einfach von ihm weg. insofern sind die worte: und sie werden ein fleisch sein durchaus bedenkenswert, auch wenn man nicht an den christlich/jüdischen gott zu glauben vermag.

 

mir scheint das, was ich da schreibe, nicht nur aus meiner natürlich christlichen biographie her so zu sein. mir scheint es eine urerfahrung der menschen zu sein, die vor mir auch schon viele menschen aus einem ganz anderen umfeld gemacht haben. (platon und die kugelmenschen!!!)

 

insofern ist eine trennung immer erst mal ein problem. und es lohnt sich, da mal genauer hinzusehen. da hat udalricus schon auch recht.

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Hi Franz,

 

Du hast sehr ausführlich beschrieben, was ich als "halbwegs nachvollziehbar" bezeichnet habe. Natürlich ist es etwas Unschönes, wenn eine Beziehung oder eine Ehe scheitert. Und es kann auch ein ethisches Problem darstellen, wenn nur eine Seite meint, dass die Beziehung gescheitert ist. Da leiden Menschen, und das ist nicht gerade schön.

 

Meine Frage war aber, warum die Wiederheirat ein ethisches Problem sein soll. Also warum es ein Problem sein soll, wenn jemand, der es einmal nicht geschafft hat, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, es noch einmal versucht? Was ist daran so verwerflich? Darf man aus seinen Fehlern nicht lernen? Warum soll es eine Sünde und ethisch bedenklich sein, das, was mit einem bestimmten Menschen nicht geklappt hat, mit einem ganz anderen Menschen - durch die erste Erfahrung und das erste Scheitern gereift - nochmal zu versuchen?

 

Das ist ja so, als würde man jemanden, der ein talentierter Pianist ist, der aber zunächst glaubte, er wäre ein talentierter Cellist, die Musik verbieten, weil er am Cello gescheitert ist. Würde er die Musik zusammen mit dem Cello aus seinem Leben streichen, dann wäre es eine "Sünde", dass er mit dem Cellospielen aufhört. Aber wenn er seine Liebe zur Musik nicht aufgibt, sondern nur das Instrument, das nicht zu ihm passt, warum sollte es dann eine Sünde sein, das Instrument zu suchen und zu erlernen, das zu ihm passt? Warum sollte es ein ethisches Problem sein, wenn man - nachdem eine Beziehung gescheitert ist - es nochmal versucht?

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Hi Franz,

 

Du hast sehr ausführlich beschrieben, was ich als "halbwegs nachvollziehbar" bezeichnet habe. Natürlich ist es etwas Unschönes, wenn eine Beziehung oder eine Ehe scheitert. Und es kann auch ein ethisches Problem darstellen, wenn nur eine Seite meint, dass die Beziehung gescheitert ist. Da leiden Menschen, und das ist nicht gerade schön.

 

Meine Frage war aber, warum die Wiederheirat ein ethisches Problem sein soll. Also warum es ein Problem sein soll, wenn jemand, der es einmal nicht geschafft hat, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, es noch einmal versucht? Was ist daran so verwerflich? Darf man aus seinen Fehlern nicht lernen? Warum soll es eine Sünde und ethisch bedenklich sein, das, was mit einem bestimmten Menschen nicht geklappt hat, mit einem ganz anderen Menschen - durch die erste Erfahrung und das erste Scheitern gereift - nochmal zu versuchen?

 

Das ist ja so, als würde man jemanden, der ein talentierter Pianist ist, der aber zunächst glaubte, er wäre ein talentierter Cellist, die Musik verbieten, weil er am Cello gescheitert ist. Würde er die Musik zusammen mit dem Cello aus seinem Leben streichen, dann wäre es eine "Sünde", dass er mit dem Cellospielen aufhört. Aber wenn er seine Liebe zur Musik nicht aufgibt, sondern nur das Instrument, das nicht zu ihm passt, warum sollte es dann eine Sünde sein, das Instrument zu suchen und zu erlernen, das zu ihm passt? Warum sollte es ein ethisches Problem sein, wenn man - nachdem eine Beziehung gescheitert ist - es nochmal versucht?

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Hi Franz,

 

Du hast sehr ausführlich beschrieben, was ich als "halbwegs nachvollziehbar" bezeichnet habe. Natürlich ist es etwas Unschönes, wenn eine Beziehung oder eine Ehe scheitert. Und es kann auch ein ethisches Problem darstellen, wenn nur eine Seite meint, dass die Beziehung gescheitert ist. Da leiden Menschen, und das ist nicht gerade schön.

 

Meine Frage war aber, warum die Wiederheirat ein ethisches Problem sein soll. Also warum es ein Problem sein soll, wenn jemand, der es einmal nicht geschafft hat, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, es noch einmal versucht? Was ist daran so verwerflich? Darf man aus seinen Fehlern nicht lernen? Warum soll es eine Sünde und ethisch bedenklich sein, das, was mit einem bestimmten Menschen nicht geklappt hat, mit einem ganz anderen Menschen - durch die erste Erfahrung und das erste Scheitern gereift - nochmal zu versuchen?

 

Das ist ja so, als würde man jemanden, der ein talentierter Pianist ist, der aber zunächst glaubte, er wäre ein talentierter Cellist, die Musik verbieten, weil er am Cello gescheitert ist. Würde er die Musik zusammen mit dem Cello aus seinem Leben streichen, dann wäre es eine "Sünde", dass er mit dem Cellospielen aufhört. Aber wenn er seine Liebe zur Musik nicht aufgibt, sondern nur das Instrument, das nicht zu ihm passt, warum sollte es dann eine Sünde sein, das Instrument zu suchen und zu erlernen, das zu ihm passt? Warum sollte es ein ethisches Problem sein, wenn man - nachdem eine Beziehung gescheitert ist - es nochmal versucht?

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Hi Franz,

 

Du hast sehr ausführlich beschrieben, was ich als "halbwegs nachvollziehbar" bezeichnet habe. Natürlich ist es etwas Unschönes, wenn eine Beziehung oder eine Ehe scheitert. Und es kann auch ein ethisches Problem darstellen, wenn nur eine Seite meint, dass die Beziehung gescheitert ist. Da leiden Menschen, und das ist nicht gerade schön.

 

Meine Frage war aber, warum die Wiederheirat ein ethisches Problem sein soll. Also warum es ein Problem sein soll, wenn jemand, der es einmal nicht geschafft hat, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, es noch einmal versucht? Was ist daran so verwerflich? Darf man aus seinen Fehlern nicht lernen? Warum soll es eine Sünde und ethisch bedenklich sein, das, was mit einem bestimmten Menschen nicht geklappt hat, mit einem ganz anderen Menschen - durch die erste Erfahrung und das erste Scheitern gereift - nochmal zu versuchen?

 

Das ist ja so, als würde man jemanden, der ein talentierter Pianist ist, der aber zunächst glaubte, er wäre ein talentierter Cellist, die Musik verbieten, weil er am Cello gescheitert ist. Würde er die Musik zusammen mit dem Cello aus seinem Leben streichen, dann wäre es eine "Sünde", dass er mit dem Cellospielen aufhört. Aber wenn er seine Liebe zur Musik nicht aufgibt, sondern nur das Instrument, das nicht zu ihm passt, warum sollte es dann eine Sünde sein, das Instrument zu suchen und zu erlernen, das zu ihm passt? Warum sollte es ein ethisches Problem sein, wenn man - nachdem eine Beziehung gescheitert ist - es nochmal versucht?

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Du hast sehr ausführlich beschrieben, was ich als "halbwegs nachvollziehbar" bezeichnet habe. Natürlich ist es etwas Unschönes, wenn eine Beziehung oder eine Ehe scheitert. Und es kann auch ein ethisches Problem darstellen, wenn nur eine Seite meint, dass die Beziehung gescheitert ist. Da leiden Menschen, und das ist nicht gerade schön.

 

Meine Frage war aber, warum die Wiederheirat ein ethisches Problem sein soll. Also warum es ein Problem sein soll, wenn jemand, der es einmal nicht geschafft hat, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, es noch einmal versucht? Was ist daran so verwerflich? Darf man aus seinen Fehlern nicht lernen? Warum soll es eine Sünde und ethisch bedenklich sein, das, was mit einem bestimmten Menschen nicht geklappt hat, mit einem ganz anderen Menschen - durch die erste Erfahrung und das erste Scheitern gereift - nochmal zu versuchen?

 

Das ist ja so, als würde man jemanden, der ein talentierter Pianist ist, der aber zunächst glaubte, er wäre ein talentierter Cellist, die Musik verbieten, weil er am Cello gescheitert ist. Würde er die Musik zusammen mit dem Cello aus seinem Leben streichen, dann wäre es eine "Sünde", dass er mit dem Cellospielen aufhört. Aber wenn er seine Liebe zur Musik nicht aufgibt, sondern nur das Instrument, das nicht zu ihm passt, warum sollte es dann eine Sünde sein, das Instrument zu suchen und zu erlernen, das zu ihm passt? Warum sollte es ein ethisches Problem sein, wenn man - nachdem eine Beziehung gescheitert ist - es nochmal versucht?

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Hi Franz,

 

Du hast sehr ausführlich beschrieben, was ich als "halbwegs nachvollziehbar" bezeichnet habe. Natürlich ist es etwas Unschönes, wenn eine Beziehung oder eine Ehe scheitert. Und es kann auch ein ethisches Problem darstellen, wenn nur eine Seite meint, dass die Beziehung gescheitert ist. Da leiden Menschen, und das ist nicht gerade schön.

 

Meine Frage war aber, warum die Wiederheirat ein ethisches Problem sein soll. Also warum es ein Problem sein soll, wenn jemand, der es einmal nicht geschafft hat, eine dauerhafte Beziehung aufzubauen, es noch einmal versucht? Was ist daran so verwerflich? Darf man aus seinen Fehlern nicht lernen? Warum soll es eine Sünde und ethisch bedenklich sein, das, was mit einem bestimmten Menschen nicht geklappt hat, mit einem ganz anderen Menschen - durch die erste Erfahrung und das erste Scheitern gereift - nochmal zu versuchen?

 

Das ist ja so, als würde man jemanden, der ein talentierter Pianist ist, der aber zunächst glaubte, er wäre ein talentierter Cellist, die Musik verbieten, weil er am Cello gescheitert ist. Würde er die Musik zusammen mit dem Cello aus seinem Leben streichen, dann wäre es eine "Sünde", dass er mit dem Cellospielen aufhört. Aber wenn er seine Liebe zur Musik nicht aufgibt, sondern nur das Instrument, das nicht zu ihm passt, warum sollte es dann eine Sünde sein, das Instrument zu suchen und zu erlernen, das zu ihm passt? Warum sollte es ein ethisches Problem sein, wenn man - nachdem eine Beziehung gescheitert ist - es nochmal versucht?

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Du hast sehr gut beschrieben, warum du in einer Trennung ein Problem siehst. Die rennung ist aber hier gar nicht das Problem, sondern die Wiederheirat. Wenn diese schreckliche Katastrophe des Scheiterns schon mal eingetreten ist, welchen Sinn macht es da, den Betroffenen zusätzlich noch jede weitere Chance zu nehmen?

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Wer natürlich hinter Scheidung und Wiederheirat kein ethisches Problem sieht, wird hier selbstverständlich zu anderen Schlüssen kommen.

 

Ich kann ja noch halbwegs nachvollziehen, wenn man mit Scheidungen ein ethisches Problem hat, auch wenn ich das für ziemlichen Unfug halte. Aber wieso sollte eine Wiederheirat ein ethisches Problem sein?

 

 

lass mich versuchen, eine erklärung zu geben, die keinen bezug auf religion und religöse werte an sich nimmt:

 

es scheint dem menschen eine sehnsucht inne zu wohnen, alles schöne auf dauer haben zu wollen, es sozusagen zu verewigen zu wollen.

 

meiner erfahrung nach träumen die meisten menschen davon, einen partner zu haben, der "für immer" bei ihnen ist, für immer zu ihnen hält, auf den sie sich, egal was geschieht, verlassen können.

 

ich habe im laufe der zeit sehr viele brautpaare kennenlernen dürfen. und sie alle hatten diesen wunderschönen traum. auch dann, wenn ich mich fragte, warum in aller welt, will diese frau diesen - unmöglichen - mann heiraten, warum will dieser mann, diese frau heiraten?

 

beziehungen scheitern nun mal, und sie scheitern meiner wahrnehmung nach, nicht einfach so, sondern immer auch, weil dinge falsch laufen, weil fehler gemacht werden.

 

allerdings - solange der konsens der beiden partner da ist, solange liebe und treue als wert gesehen werden, auch wenn die liebe vielleicht in der krise nicht mehr so stark empfunden werden kann, solange die partner beide ihre partnerschaft erhalten wollen, dafür kämpfen wollen, solange besteht auch immer die chance des gelingens - trotz allen schwierigkeiten.

 

und wegen der liebe, die man mal gemeinsam hatte, sollte man nicht leichtfertig mit dieser partnerschaft umgehen. und jeder, der mal liebeskummer hatte, wird es wissen, wie weh es tut, wenn der andere einem keine chance mehr gibt.

 

wenn man den anderen ernstnimmt, wenn man sich auf ihn einläßt, dann kann man nicht mehr so einfach von ihm weg. insofern sind die worte: und sie werden ein fleisch sein durchaus bedenkenswert, auch wenn man nicht an den christlich/jüdischen gott zu glauben vermag.

 

mir scheint das, was ich da schreibe, nicht nur aus meiner natürlich christlichen biographie her so zu sein. mir scheint es eine urerfahrung der menschen zu sein, die vor mir auch schon viele menschen aus einem ganz anderen umfeld gemacht haben. (platon und die kugelmenschen!!!)

 

insofern ist eine trennung immer erst mal ein problem. und es lohnt sich, da mal genauer hinzusehen. da hat udalricus schon auch recht.

 

Sehr schön ausgedrückt. So verstehe ich die Formulierung "ein Fleisch sein" auch und gerade der Aspekt: "Sehnsucht des Menschen" spricht mich in Deinem Posting besonders an.

 

 

Homo Viator

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insofern ist eine trennung immer erst mal ein problem. und es lohnt sich, da mal genauer hinzusehen. da hat udalricus schon auch recht.
Danke schön! B)
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Franciscus non papa

insofern ist eine trennung immer erst mal ein problem. und es lohnt sich, da mal genauer hinzusehen. da hat udalricus schon auch recht.

Danke schön! B)

 

 

das ändert nichts daran, dass du bisweilen eine unsensible knalltüte bist. auch wenn das hier immer wieder auf seltsamen wegen verschwindet. ich halte es da mit der ermahnung: verkünde, sei es gelegen oder ungelegen. und was man euch ins ohr flüstert, das verkündet von den dächern!

 

also nimm mal in demut diese brüderliche zurechtweisung an. und arbeite etwas an deiner sensibilität.

 

btw. ich muss das nicht, ich bin nur ein trampel bei leuten, die das dringend mal brauchen, dass man es ihnen um die ohren haut. :)

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wenn man den anderen ernstnimmt, wenn man sich auf ihn einläßt, dann kann man nicht mehr so einfach von ihm weg.
(hervorhebung von mir)

 

ich habe in meinem umfeld noch keine trennung miterlebt, wo der eine "einfach so" vom anderen weg ist. du etwa?

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Franciscus non papa

wenn man den anderen ernstnimmt, wenn man sich auf ihn einläßt, dann kann man nicht mehr so einfach von ihm weg.

(hervorhebung von mir)

 

ich habe in meinem umfeld noch keine trennung miterlebt, wo der eine "einfach so" vom anderen weg ist. du etwa?

 

 

ja, leider hab ich das durchaus schon erlebt. manche leute werfen beziehungen in einer krise einfach so mal weg.

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Du hast sehr gut beschrieben, warum du in einer Trennung ein Problem siehst. Die rennung ist aber hier gar nicht das Problem, sondern die Wiederheirat. Wenn diese schreckliche Katastrophe des Scheiterns schon mal eingetreten ist, welchen Sinn macht es da, den Betroffenen zusätzlich noch jede weitere Chance zu nehmen?

 

 

Nachden Franz hier so ein wunderbares Statement geschrieben hat, traue ich mich kaum noch, darauf zu antworten. Ich versuch´s aber trotzdem mal:

 

Die Wiederverheiratung ist für die Kirche deshalb ein Problem, weil sie die Trennung wirklich endgültig macht. Sie schafft neue, berechtigte Loylitäten. Die Kirche hofft für die getrennten Eheleute, dass sie es vielleicht doch irgendwann noch mal schaffen, zueinander zu finden. Vielleicht noch nicht einmal so sehr in einem erneuten gemeinsamen Leben, sondern in einem versöhnten Begleiten des Lebensweges.

 

Ich weiß, dass das für viele eine objektive Überforderung ist. Ich will auch nicht in Abrede stellen, dass eine neue Beziehung viele positive Früchte tragen kann. Aber gibt es nicht auch das (ich auf jeden Fall nehme das gelegentlich so wahr): die heimlichen Sehnsüchte, die tiefen und frühen Erinnerungen binden die alten Partner noch immer aneinander? Ich habe schon öfter bei Begegnungen getrennter Ehepaare gedacht: bei all dem, was hier im Raum schwebt, möchte ich nicht in der Haut des neuen Partners stecken.

 

Im Kölner Stadtanzeiger meinte einmal ein journalist, sein Beziehungsleben ausbreiten zu müssen, zum Thema "Umgang mit dem Ex". Er erzählte, ironisch aber wohl wahrhaftig, dass sowohl er als auch seine neue Freundin bei ernsthaften Problemen immer auch den alten Partner anriefen, um sich zu beraten.

 

Und auch das gibt es (wenn auch selten): das sich Menschen von ihrem zweiten Partner wieder trennen und zum ersten zurückkehren. Wie soll sich die Kirche dann verhalten? Jemanden dafür verurteilen, das er sein am Anfang gegebenes Versprechen doch wieder einhalten will? Oder dem zweiten Partner sagen: Pech gehabt, mein Lieber. Wir haben der Zweitehe zwar unseren Segen gegeben, aber jetzt bist Du doch nur zweite Wahl?

 

Die Zweitehe ist im Gemeindealltag nur noch selten ein Problem, wenn nicht gerade ein 50-jähriger mit seiner 20-jährigen Freundin auftaucht und sich in die erste Kirchenbank setzt. Bei Menschen, die die Lehre der Kirche durch ihren Beruf bezeugen sollen (und ja eigentlich auch wollen), entsteht aber der Zwiespalt, dass sie mit ihrem Leben sozusagen behaupten: Die Kirche lehrt hier etwas falsches.

 

Ich bin strikt dagegen, Putzfrauen, Krankenschwestern oder Erzieherinnen aus diesem Grund in Existenznöte zu bringen. Aber eine Religionslehrerin ist da schon ein anderer Fall; vor allem, weil ja gar keine Existenznöte entstehen (Beamtenstatus).

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Das ist ja so, als würde man jemanden, der ein talentierter Pianist ist, der aber zunächst glaubte, er wäre ein talentierter Cellist, die Musik verbieten, weil er am Cello gescheitert ist. Würde er die Musik zusammen mit dem Cello aus seinem Leben streichen, dann wäre es eine "Sünde", dass er mit dem Cellospielen aufhört. Aber wenn er seine Liebe zur Musik nicht aufgibt, sondern nur das Instrument, das nicht zu ihm passt, warum sollte es dann eine Sünde sein, das Instrument zu suchen und zu erlernen, das zu ihm passt? Warum sollte es ein ethisches Problem sein, wenn man - nachdem eine Beziehung gescheitert ist - es nochmal versucht?

 

Ist das wirklich ein gutes Beispiel? Das Cello wird nicht verletzt, wenn es ungespielt in der Ecke steht. - Grüße, KAM

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Ich bin strikt dagegen, Putzfrauen, Krankenschwestern oder Erzieherinnen aus diesem Grund in Existenznöte zu bringen. Aber eine Religionslehrerin ist da schon ein anderer Fall; vor allem, weil ja gar keine Existenznöte entstehen (Beamtenstatus).

 

Angestellte Erzieherinnen in katholischen Kindergaerten koennten auch betroffen sein. Auch wenn sie keine Missio haben, koennten sie bei Wiederheirat Sorge um ihren Arbeitsplatz bekommen. Vielleicht auch Krankenschwestern in katholischen Krankenhaeusern.

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Du hast sehr gut beschrieben, warum du in einer Trennung ein Problem siehst. Die rennung ist aber hier gar nicht das Problem, sondern die Wiederheirat. Wenn diese schreckliche Katastrophe des Scheiterns schon mal eingetreten ist, welchen Sinn macht es da, den Betroffenen zusätzlich noch jede weitere Chance zu nehmen?

 

 

Nachden Franz hier so ein wunderbares Statement geschrieben hat, traue ich mich kaum noch, darauf zu antworten. Ich versuch´s aber trotzdem mal:

 

Die Wiederverheiratung ist für die Kirche deshalb ein Problem, weil sie die Trennung wirklich endgültig macht. Sie schafft neue, berechtigte Loylitäten. Die Kirche hofft für die getrennten Eheleute, dass sie es vielleicht doch irgendwann noch mal schaffen, zueinander zu finden. Vielleicht noch nicht einmal so sehr in einem erneuten gemeinsamen Leben, sondern in einem versöhnten Begleiten des Lebensweges.

 

Ich weiß, dass das für viele eine objektive Überforderung ist. Ich will auch nicht in Abrede stellen, dass eine neue Beziehung viele positive Früchte tragen kann. Aber gibt es nicht auch das (ich auf jeden Fall nehme das gelegentlich so wahr): die heimlichen Sehnsüchte, die tiefen und frühen Erinnerungen binden die alten Partner noch immer aneinander? Ich habe schon öfter bei Begegnungen getrennter Ehepaare gedacht: bei all dem, was hier im Raum schwebt, möchte ich nicht in der Haut des neuen Partners stecken.

 

Im Kölner Stadtanzeiger meinte einmal ein journalist, sein Beziehungsleben ausbreiten zu müssen, zum Thema "Umgang mit dem Ex". Er erzählte, ironisch aber wohl wahrhaftig, dass sowohl er als auch seine neue Freundin bei ernsthaften Problemen immer auch den alten Partner anriefen, um sich zu beraten.

 

Und auch das gibt es (wenn auch selten): das sich Menschen von ihrem zweiten Partner wieder trennen und zum ersten zurückkehren. Wie soll sich die Kirche dann verhalten? Jemanden dafür verurteilen, das er sein am Anfang gegebenes Versprechen doch wieder einhalten will? Oder dem zweiten Partner sagen: Pech gehabt, mein Lieber. Wir haben der Zweitehe zwar unseren Segen gegeben, aber jetzt bist Du doch nur zweite Wahl?

 

Die Zweitehe ist im Gemeindealltag nur noch selten ein Problem, wenn nicht gerade ein 50-jähriger mit seiner 20-jährigen Freundin auftaucht und sich in die erste Kirchenbank setzt. Bei Menschen, die die Lehre der Kirche durch ihren Beruf bezeugen sollen (und ja eigentlich auch wollen), entsteht aber der Zwiespalt, dass sie mit ihrem Leben sozusagen behaupten: Die Kirche lehrt hier etwas falsches.

 

Ich bin strikt dagegen, Putzfrauen, Krankenschwestern oder Erzieherinnen aus diesem Grund in Existenznöte zu bringen. Aber eine Religionslehrerin ist da schon ein anderer Fall; vor allem, weil ja gar keine Existenznöte entstehen (Beamtenstatus).

Danke! Ich teile deine Aussagen voll! Und muss gestehen, dass ich es nicht geschafft hätte, es selber so sensibel zu formulieren. Da hat Oestemer schon recht! B)
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Das ist ja so, als würde man jemanden, der ein talentierter Pianist ist, der aber zunächst glaubte, er wäre ein talentierter Cellist, die Musik verbieten, weil er am Cello gescheitert ist. Würde er die Musik zusammen mit dem Cello aus seinem Leben streichen, dann wäre es eine "Sünde", dass er mit dem Cellospielen aufhört. Aber wenn er seine Liebe zur Musik nicht aufgibt, sondern nur das Instrument, das nicht zu ihm passt, warum sollte es dann eine Sünde sein, das Instrument zu suchen und zu erlernen, das zu ihm passt? Warum sollte es ein ethisches Problem sein, wenn man - nachdem eine Beziehung gescheitert ist - es nochmal versucht?

 

Ist das wirklich ein gutes Beispiel? Das Cello wird nicht verletzt, wenn es ungespielt in der Ecke steht. - Grüße, KAM

 

Wird ein Ex-Ehepartner verletzt, wenn der andere heiratet? Ja, möglicherweise. Aber dann klammert er sich an etwas, das schon vorbei ist, das er nicht mehr haben kann. Also sollen besser beide unglücklich und einsam bleiben? Das ist doch delusionär.

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Das ist ja so, als würde man jemanden, der ein talentierter Pianist ist, der aber zunächst glaubte, er wäre ein talentierter Cellist, die Musik verbieten, weil er am Cello gescheitert ist. Würde er die Musik zusammen mit dem Cello aus seinem Leben streichen, dann wäre es eine "Sünde", dass er mit dem Cellospielen aufhört. Aber wenn er seine Liebe zur Musik nicht aufgibt, sondern nur das Instrument, das nicht zu ihm passt, warum sollte es dann eine Sünde sein, das Instrument zu suchen und zu erlernen, das zu ihm passt? Warum sollte es ein ethisches Problem sein, wenn man - nachdem eine Beziehung gescheitert ist - es nochmal versucht?

 

Ist das wirklich ein gutes Beispiel? Das Cello wird nicht verletzt, wenn es ungespielt in der Ecke steht. - Grüße, KAM

 

Wird ein Ex-Ehepartner verletzt, wenn der andere heiratet? Ja, möglicherweise.

 

Möglicherweise aber auch nicht. Es kommt vor, dass zwei Menschen sich scheiden lassen und beide sich glücklich neu vermählen. Oder dass einer sich glücklich neu vermählt, und dem anderen ist es Schnuppe. Diese Fälle werden von der Kirche aber ganz genauso verurteilt, was eines überdeutlich zeigt:

 

Es geht der Kirche in dieser Angelegenheit nicht um das Wohlergehen der Menschen.

 

Auch wenn manche Katholiken das natürlich leugnen. Es gibt ja auch immer wieder christliche Fundamentalisten, die behaupten, ihre Verurteilung der Homosexualität würde einzig und allein auf ehrlichem Mitgefühl mit den armen Homosexuellen beruhen. B)

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