Björn

Die katholische Kirche und der Kindesmissbrauch

890 Beiträge in diesem Thema

Bleiben wir hier mal "unter uns". Was außerhalb der Kirche - ob in Reformschulen, Sportvereinen oder Familien - passiert, sei nebensächlich. Es sei egal, ob es bei uns resp. bei Priestern mehr oder weniger Fälle gibt als anderswo. Staatliche Maßnahmen interessieren nicht.

 

Kümmern wir uns mal darum, was die Kirche tun sollte. Zwei große Blöcke sind dabei sinnvollerweise zu unterscheiden:

 

1. Aufklärung und Umgang mit Tätern/Opfern

Mögliche Fragen: Wie offensiv sollte bei der Aufklärung vorgegangen werden? Wie intern sollte das passieren? Entschädigung für Opfer, auch jenseits der Verjährung? Wo endet die Verantwortung, bis zu der persönliche Konsequenzen angeraten sind?

 

2. Prävention

Nehmen wir als eine Grundlage die Leitlinien (Quelle ist zufällig gewählt). Sind sie ausreichend? Wo müssten sie verbessert werden?

Und was sollte sonst verändert werden: Zölibat? Priesterauswahl/-ausbildung? Kontrollmechanismen? Sexualmoral oder das gesamte Konzept der Moraltheologie? Machtstrukturen? Regeln für den Umgang mit Kindern vor Ort?

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Also die Nachrichten in den letzten Wochen, machen mich als jemand, der sich für das geistliche Amt vorbereitet, sprachlos und zu tiefst entsetzt. Kindern und Jugendlichen wurde innerhalb der Kirche großes Leid angetan und tiefe Wunden zugefügt.

 

1. Aufklärung und Umgang mit Tätern und Opfern

 

Undbedingtes JA zu den Opfern und ein bedingtes ja zu den Tätern. Aber den Tätern muss klar gemacht werden, dass solche Taten ein abscheuliches Verbrechen sind und auch die notwendigen kirchenrechtlichen Maßnahmen nachsichziehen (und natürlich auch die strafrechtlichen). Also es wäre schon zu fragen, ob über jemand der auf bestialische Weise Kinder und Jugendliche missbraucht nicht die Strafe der Exkommunikation auf sich zieht.

 

2. Die Prävention die aktuell besteht muss überprüft werden und wo es nötig ist, verbessert werden.

bearbeitet von Touch-me-Flo

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Lieber Björn,

 

 

 

Kümmern wir uns mal darum, was die Kirche tun sollte.

Das ist doch sonnenklar:

Dem HEILIGEN GEIST GOTTES gehorchen!

Alle beten sie:

"DEIN Wille geschehe im Himmel wie auf Erden"

...und zuviele Kirchenfunktionäre machen was s i e wollen.

 

Hätten die Kirchenfunktionäre wirklich auf den HEILIGEN GEIST gehört, hätten sie die Mächte der Finsternis nicht derart übel vorführen können.

 

 

 

Gruß

josef

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Bleiben wir hier mal "unter uns". Was außerhalb der Kirche - ob in Reformschulen, Sportvereinen oder Familien - passiert, sei nebensächlich. Es sei egal, ob es bei uns resp. bei Priestern mehr oder weniger Fälle gibt als anderswo. Staatliche Maßnahmen interessieren nicht.

 

Kümmern wir uns mal darum, was die Kirche tun sollte. Zwei große Blöcke sind dabei sinnvollerweise zu unterscheiden:

 

1. Aufklärung und Umgang mit Tätern/Opfern

Mögliche Fragen: Wie offensiv sollte bei der Aufklärung vorgegangen werden? Wie intern sollte das passieren? Entschädigung für Opfer, auch jenseits der Verjährung? Wo endet die Verantwortung, bis zu der persönliche Konsequenzen angeraten sind?

Grundsätzlich sollte jedem halbwegs begründeten Verdacht nachgegangen werden - d.h. jeder Anzeige und jeder glaubhaften Äußerung im persönlichen Gespräch oder auf Schriftweg, sofern der Name des Anzeigenden bekannt ist. Anonymen Anzeigen sollte man nur in begründeten Ausnahmefällen nachgehen.

Das Interesse der Opfer sollte dabei im Vordergrund stehen.

Die Staatsanwaltschaft sollte eingeschaltet werden, wenn sich dringender Tatverdacht ergibt und das Opfer dies nicht aus guten Gründen ablehnt.

Entschädigung halte ich für ein zweischneidiges Schwert. Sexuelle Traumata sind finanziell nur bedingt wiedergutzumachen. Nachträgliche Kostenübernahme für Psychologen etc. sollte aber möglich sein.

Persönliche Konsequenzen sollten m.E. tragen

-- überführte Täter

-- wer wissentlich einen Täter unterstützt oder gedeckt hat

-- wer absichtlich staatliche oder kirchliche Ermittlungen gegen jemanden, von dem er wusste oder hätte wissen sollen, dass er schuldig ist, behindert hat

-- eventuell auch: Wer grob fahrlässig einen nachgewiesenermaßen pädophilen Mann wieder in die Kinder- und Jugendarbeit eingesetzt hat.

 

2. Prävention

Nehmen wir als eine Grundlage die Leitlinien (Quelle ist zufällig gewählt). Sind sie ausreichend? Wo müssten sie verbessert werden?

Und was sollte sonst verändert werden: Zölibat? Priesterauswahl/-ausbildung? Kontrollmechanismen? Sexualmoral oder das gesamte Konzept der Moraltheologie? Machtstrukturen? Regeln für den Umgang mit Kindern vor Ort?

Die Anzeige bei der Staatsanwaltschaft sollte bei begründetem Verdacht oder der Unmöglichkeit eigener Ermittlungen (wenn sich Zeugen gegenüber der Kirche nicht äußern wollen) normalerweise erfolgen. Dies sollte auch in den Leitlinien festgeschrieben werden.

Auch wo es noch nicht der Fall ist, sollten Schüler katholischer Internate eine Vertrauensperson wählen können, an die sie sich im Notfall wenden können.

Zukünftige Priester und kirchliche Mitarbeiter sollten von erfahrenen Psychologen auf Konfliktsituationen vorbereitet werden. Nach Möglichkeit sollte auch ein Einzelgespräch möglich sein.

Vor der Priesterweihe sollte ein Seelsorgepraktikum zwingend vorgeschrieben sein (nicht nur wegen Missbrauch) und der Praktikant unter anderem auch bei seinem Umgang mit Kindern und Jugendlichen beobachtet werden.

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Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Leitlinien der angegebenen Quelle richtig interpretiere. Für mich liest es sich das auf den Punkt gebracht so, als ob Opfer, bzw. die Angehörigen, bzw. die davon wissen, sich nur an die vom Diözesanbischof beauftragte Person, und nicht an die Polizei wenden soll(en) (Punkt 1). Intern wird dann untersucht, ggf. gibt es kirchenrechtliche Strafen (Punkt 3-5). Der Papst ist über alle untersuchten Missbrauchsfälle informiert (Punkt 6). Keine Zusammenarbeit bei staatlichen Ermittlungen; und (staats)rechtliche Konsequenzen nur dann, wenn der Täter sich selbst anzeigt (oder er von Opfer bzw. dessen Umgebung) angezeigt wurde (Punkt 7).

Ist das so zu verstehen?

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Danke für diesen positiven Zugang zu dem Desaster, das uns zur Zeit und wohl auch zu Recht trifft.

 

1. Aufklärung und Umgang mit Tätern/Opfern

Mögliche Fragen: Wie offensiv sollte bei der Aufklärung vorgegangen werden? Wie intern sollte das passieren? Entschädigung für Opfer, auch jenseits der Verjährung? Wo endet die Verantwortung, bis zu der persönliche Konsequenzen angeraten sind?

 

Ich glaube, dass die derzeitigen Leitlinien eine gute Antwort sind. Es wäre jedoch sinnvoll, in allen Diözesen unabhängige Personen zu benennen, die Verdachtsfällen nachgehen. Ein Domkapitular gehört zu sehr zur Familie.

 

Daher halte ich auch die Bestellung des Trierer Bischofs für unglücklich - auch hier hätte man einen Außenstehenden beauftragen sollen. Persönlich könnte ich mir hier Heiner Geissler vorstellen, der nicht im Verdacht steht, Bischöfe unnötig zu schonen noch der Kirche schaden zu wollen. Denn solche Untersuchungen richten sich schnell gegen Diözesanleitungen, vor allem dann, wenn man ex post sieht, welche Hinweise es schon gegeben hat, denen man hätte nachgehen können oder sogar müssen.

 

2. Prävention

Nehmen wir als eine Grundlage die Leitlinien (Quelle ist zufällig gewählt). Sind sie ausreichend? Wo müssten sie verbessert werden?

Und was sollte sonst verändert werden: Zölibat? Priesterauswahl/-ausbildung? Kontrollmechanismen? Sexualmoral oder das gesamte Konzept der Moraltheologie? Machtstrukturen? Regeln für den Umgang mit Kindern vor Ort?

 

Die Leitlinien taugen zur Aufarbeitung geschehener Fälle, kaum zur Prävention. Auch ganze theologische Konzepte zu verändern wird kaum gehen. Was mir sinnvoll erscheint, ist eine kirchlich verantwortete Erziehung der Kinder zu starken Persönlichkeiten, die mit ihrer eigenen Sexualität umzugehen lernen. Den Opfern ist kein Vorwurf zu machen - wohl aber denen, die es versäumt haben, den Kindern den Mut zum Nein-Sagen beizubringen. Der nutzt nichts (oder nur bedingt) gegen den Vergewaltiger hinter dem Busch, aber er hilft gegen den Beziehungstäter, und mit solchen haben wir es zu tun.

 

Dazu gehört dann auch ein durch und durch positives Verhältnis zur Sexualität - und dies muss auch angehenden kirchlichen Mitarbeitern, Ordensleuten, Priestern vermittelt werden. Sexualität ist eine gewaltige, aber keine numinose Kraft, die man sublimieren könnte - sie muss integriert werden in das eigene Sein.

 

Wovon ich nichts halte: Verpflichtende psychologische Begutachtung von Seminaristen und angehenden Pädagogen. Hier würde die Grenze zwischen forum internum und forum externum vollkommen verzerrt werden. Der Spiritual darf nichts sagen, aber der Psychologe darf fragen. Dies geht nicht.

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Wovon ich nichts halte: Verpflichtende psychologische Begutachtung von Seminaristen und angehenden Pädagogen. Hier würde die Grenze zwischen forum internum und forum externum vollkommen verzerrt werden. Der Spiritual darf nichts sagen, aber der Psychologe darf fragen. Dies geht nicht.

 

Zu mal das bei uns in Freiburg schon zum Bewerbungsverfahren gehört. Ein psychologisches Bewerbungsgespräch zu führen, mit einem Priester oder einer Ordensschwester die nicht im Seminar arbeitet. Und dieses Bewerbungsgespräch wird für die Entscheidung, ob ein Kandidat aufgenommen wird herangezogen. Was ich sehr gut finde.

Zum anderen muss man im Laufe des Grundstudium eine psychologische Standortbestimmung absolvieren, die zwar zum forum internum gehört, aber für den Kandidaten sehr hilfreich ist, zu sehen wo sieht mich ein unabhängiger Priester mit psychologischer Ausbildung gerade stehen.

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Bleiben wir hier mal "unter uns". Was außerhalb der Kirche - ob in Reformschulen, Sportvereinen oder Familien - passiert, sei nebensächlich. Es sei egal, ob es bei uns resp. bei Priestern mehr oder weniger Fälle gibt als anderswo. Staatliche Maßnahmen interessieren nicht.

 

Kümmern wir uns mal darum, was die Kirche tun sollte. Zwei große Blöcke sind dabei sinnvollerweise zu unterscheiden:

 

1. Aufklärung und Umgang mit Tätern/Opfern

Mögliche Fragen: Wie offensiv sollte bei der Aufklärung vorgegangen werden? Wie intern sollte das passieren? Entschädigung für Opfer, auch jenseits der Verjährung? Wo endet die Verantwortung, bis zu der persönliche Konsequenzen angeraten sind?

 

2. Prävention

Nehmen wir als eine Grundlage die Leitlinien (Quelle ist zufällig gewählt). Sind sie ausreichend? Wo müssten sie verbessert werden?

Und was sollte sonst verändert werden: Zölibat? Priesterauswahl/-ausbildung? Kontrollmechanismen? Sexualmoral oder das gesamte Konzept der Moraltheologie? Machtstrukturen? Regeln für den Umgang mit Kindern vor Ort?

 

 

Zu 1

 

Sexueller Missbrauch ist eine Straftat und kein Kavaliersdelikt welches nicht intern, unter Ausschluss der Öffentlichkeit respektive staatlicher Organe abgehandelt (vertuscht) werden sollte. Die Täter sollten nach den bestehenden staatl. Gesetzen bestraft werden.

 

Zu 2

 

Leitlinien und Dienstvorschriften sind wichtig und in vielen Bereichen sogar lebensnotwendig. Wenn aber ein System falsch oder fehlerhaft ist, fällt es Menschen oft schwer diese Leitlinien zu befolgen. Was den Zölibat betrifft bezweifle ich die psychologische Eignung vieler Priesteramtsanwärter. Es sollte auch hier vor Amtsantritt ein psychologischer Eignungstest stattfinden. Besser noch wäre es, auf ein Pflichtzölibat ganz zu verzichten.

bearbeitet von Katharer

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Was den Zölibat betrifft bezweifle ich die psychologische Eignung vieler Priesteramtsanwärter. Es sollte auch hier vor Amtsantritt ein psychologischer Eignungstest stattfinden. Besser noch wäre es, auf ein Pflichtzölibat ganz zu verzichten.

 

Ein paar kurze Fragen.....

 

 

1. Wie viele Priesteramtsanwärter kennst du?

 

2. Hast du mein obiges Post gelesen über die Bewerbungsformalia in Freiburg?

 

3. Das Pflichtzölibat ist nicht die Ursache von sexuellem Missbrauch, also warum sollte man ihn abschaffen?

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Lieber Björn,

 

 

 

Kümmern wir uns mal darum, was die Kirche tun sollte.

Das ist doch sonnenklar:

Dem HEILIGEN GEIST GOTTES gehorchen!

Alle beten sie:

"DEIN Wille geschehe im Himmel wie auf Erden"

...und zuviele Kirchenfunktionäre machen was s i e wollen.

 

Hätten die Kirchenfunktionäre wirklich auf den HEILIGEN GEIST gehört, hätten sie die Mächte der Finsternis nicht derart übel vorführen können.

 

 

 

Gruß

josef

 

 

Also mir reicht es nicht alles nur dem HeiGei zu überlassen und sich ständig auf ihn zu berufen. Jeder Mensch interpretiert die Eingebungen des HeiGei anders, ansonsten wären pädophile Priester gar nicht möglich.

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Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich die Leitlinien der angegebenen Quelle richtig interpretiere. Für mich liest es sich das auf den Punkt gebracht so, als ob Opfer, bzw. die Angehörigen, bzw. die davon wissen, sich nur an die vom Diözesanbischof beauftragte Person, und nicht an die Polizei wenden soll(en) (Punkt 1). Intern wird dann untersucht, ggf. gibt es kirchenrechtliche Strafen (Punkt 3-5). Der Papst ist über alle untersuchten Missbrauchsfälle informiert (Punkt 6). Keine Zusammenarbeit bei staatlichen Ermittlungen; und (staats)rechtliche Konsequenzen nur dann, wenn der Täter sich selbst anzeigt (oder er von Opfer bzw. dessen Umgebung) angezeigt wurde (Punkt 7).

Ist das so zu verstehen?

 

Zu Punkt 1: In der Tat werden kirchliche Mitarbeiter hier verpflichtet, jeden Verdacht an den Beauftragten zu melden (dies ist mehr, als sie nach staatlichem Recht müssen), eine Information der Staatsanwaltschaft ist gleichwohl nicht verboten.

 

Zu den Punkten 3 - 5: Diese stellen das kirchenrechtliche Procedere dar, das ggf. zu einer Verurteilung führen kann. Allerdings stellen schon die ersten Untersuchungen des Beauftragten Voruntersuchungen iSd. 1717 dar. Sinnvoll erscheint mir allerdings, dass die Frage erster Sanktionen schon hier gestellt wird. Punkt 5 ist nicht ganz korrekt, auch im Falle eines negativen Ergebnises muß Rom mW informiert werden.

 

 

Zu Punkt 7: Hier ist eine Information der Staatsanwaltschaft schon vorgesehen, und der Beauftragte wird ja auch als Kontaktperson verstanden. Dies scheint man allerdings zum Teil nicht so verstanden zu haben, dass der Beauftragte nun sich schon bei den zuständigen Staatsanwaltschaften vorstellig geworden wäre, um sich dort bekannt zu machen. Eine Information der Staatsanwaltschaft verstehe ich auch Im Sinne einer Anzeige, auch wenn man den Weg der Anzeige durch Opfer oder Täter vorzuziehen scheint.

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Was den Zölibat betrifft bezweifle ich die psychologische Eignung vieler Priesteramtsanwärter. Es sollte auch hier vor Amtsantritt ein psychologischer Eignungstest stattfinden. Besser noch wäre es, auf ein Pflichtzölibat ganz zu verzichten.

 

Ein paar kurze Fragen.....

 

 

1. Wie viele Priesteramtsanwärter kennst du?

 

2. Hast du mein obiges Post gelesen über die Bewerbungsformalia in Freiburg?

 

3. Das Pflichtzölibat ist nicht die Ursache von sexuellem Missbrauch, also warum sollte man ihn abschaffen?

 

Ich kenne keinen Priesteramtsanwärter und leider habe ich dein Posting zu spät gelesen. Außerdem habe ich nicht gesagt, dass das Pflichtzölibat schuld an den sexuellen Missbräuchen ist - ich halte es einfach für unnötig und unmenschlich.

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Einmal nur zu einem Punkt.

 

Wenn sich herausstellt, dass die Kirche echte Mitverantwortung hat, dann ist sie finanziell in der Pflicht.

Da geht es nicht um großzügige Unterstützung, weil wir so nett sind.

Das ist Mitschuld und Mitverantwortung in vollen Umfang. (Nicht unsere persönlich, aber da haben wir eben Pech gehabt, wir gehören dazu und das freiwillig)

Da geht es auch um Schmerzensgeld und vor allem auch echte finanzielle Schäden.

Die Menschen kippen unter Umständen psychisch so sehr, dass sie auch beruflich massive Schwierigkeiten und damit finanzielle Einbußen haben, die sie nie mehr aufholen können. Fehlende Jahre bringt Dir niemand wieder!

Und davor kann sich die Kirche als Institution sich nicht einfach drücken und auf den (einkommensschwachen) Täter verweisen, auch nicht, wenn sie es rein rechtlich häufig können wird.

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Zu mal das bei uns in Freiburg schon zum Bewerbungsverfahren gehört. Ein psychologisches Bewerbungsgespräch zu führen, mit einem Priester oder einer Ordensschwester die nicht im Seminar arbeitet. Und dieses Bewerbungsgespräch wird für die Entscheidung, ob ein Kandidat aufgenommen wird herangezogen. Was ich sehr gut finde.

 

Ein Gespräch mit einem psychologisch geschulten Priester / Ordensfrau oder eine Begutachtung durch einen Psychologen? Das ist ein himmelweiter Unterschied! Personen außerhalb des Seminars hinzuzuziehen ist durchaus klug, den so entgeht man der Gefahr, den Kandidaten einfach nett zu finden und so wichtige Hinweise zu übersehen. Aber eine mögliche Pädophilie wird man so nicht notwendig erkennen.

 

Zum anderen muss man im Laufe des Grundstudium eine psychologische Standortbestimmung absolvieren, die zwar zum forum internum gehört, aber für den Kandidaten sehr hilfreich ist, zu sehen wo sieht mich ein unabhängiger Priester mit psychologischer Ausbildung gerade stehen.

 

Und was ist, wenn sich hier Anzeichen für eine deutliche Störung ergeben?

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Was den Zölibat betrifft bezweifle ich die psychologische Eignung vieler Priesteramtsanwärter. Es sollte auch hier vor Amtsantritt ein psychologischer Eignungstest stattfinden. Besser noch wäre es, auf ein Pflichtzölibat ganz zu verzichten.

 

Ein paar kurze Fragen.....

 

 

1. Wie viele Priesteramtsanwärter kennst du?

 

2. Hast du mein obiges Post gelesen über die Bewerbungsformalia in Freiburg?

 

3. Das Pflichtzölibat ist nicht die Ursache von sexuellem Missbrauch, also warum sollte man ihn abschaffen?

 

Ich kenne keinen Priesteramtsanwärter und leider habe ich dein Posting zu spät gelesen. Außerdem habe ich nicht gesagt, dass das Pflichtzölibat schuld an den sexuellen Missbräuchen ist - ich halte es einfach für unnötig und unmenschlich.

 

Ok, wenn du keinen kennst, wäre ich an einer psychologischen Einschätzung von Priesterkandidaten vorsichtig. Ich bezweifle auch nicht die psychologische Eignung von Astronauten der NASA.

Unnötig bedingt. Unmenschlich absolut nein.

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Zu mal das bei uns in Freiburg schon zum Bewerbungsverfahren gehört. Ein psychologisches Bewerbungsgespräch zu führen, mit einem Priester oder einer Ordensschwester die nicht im Seminar arbeitet. Und dieses Bewerbungsgespräch wird für die Entscheidung, ob ein Kandidat aufgenommen wird herangezogen. Was ich sehr gut finde.

 

Ein Gespräch mit einem psychologisch geschulten Priester / Ordensfrau oder eine Begutachtung durch einen Psychologen? Das ist ein himmelweiter Unterschied! Personen außerhalb des Seminars hinzuzuziehen ist durchaus klug, den so entgeht man der Gefahr, den Kandidaten einfach nett zu finden und so wichtige Hinweise zu übersehen. Aber eine mögliche Pädophilie wird man so nicht notwendig erkennen.

 

Zum anderen muss man im Laufe des Grundstudium eine psychologische Standortbestimmung absolvieren, die zwar zum forum internum gehört, aber für den Kandidaten sehr hilfreich ist, zu sehen wo sieht mich ein unabhängiger Priester mit psychologischer Ausbildung gerade stehen.

 

Und was ist, wenn sich hier Anzeichen für eine deutliche Störung ergeben?

 

Wo liegt darin der himmelweite Unterschied, verstehe ich grad nicht.

 

Was wäre, wenn es bei der Standortbestimmung Anzeichen einer Störung gäbe, weiß ich nicht was dann passieren würde und welche Möglichkeiten der Gutachter hätte.

 

Natürlich ist es nicht möglich alle Pädophile "auszusieben", so eine Mathode gibt es nicht, man kann sich verstellen, unterdrücken usw. mehr an Prävention kann man meines Erachtens nicht leisten.

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Wo liegt darin der himmelweite Unterschied, verstehe ich grad nicht.

 

Der Unterschied zwischen einem Priester / Ordensfrau mit psychologischer Zusatzausbildung (das kann viel sein) und einem ausgebildeten Psychologen / Forensiker ist so ähnlich wie der zwischen dem Absolventen des Würzburger Fernkurses und einem Diplomtheologen.

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Ich bezweifle auch nicht die psychologische Eignung von Astronauten der NASA.

 

Wobei es keine Rolle spielen dürfte ob ein Astronaut pädophile Neigungen hat, da es eher unwahrscheinlich ist, dass Kinder auf so einer Mission mitreisen. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Astronauten auch auf ihre sexuellen Abnormitäten hin geprüft werden (und zwar nicht von anderen Astronauten sondern von Psychologen).

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Wo liegt darin der himmelweite Unterschied, verstehe ich grad nicht.

 

Der Unterschied zwischen einem Priester / Ordensfrau mit psychologischer Zusatzausbildung (das kann viel sein) und einem ausgebildeten Psychologen / Forensiker ist so ähnlich wie der zwischen dem Absolventen des Würzburger Fernkurses und einem Diplomtheologen.

 

Gut das weiß ich jetzt nicht, was für eine Ausbildung der Pfarrer bei mir hat. Im Internet steht nur er studierte Psychologie und promovierte in Rom. Also Dr. Markus Wasserfuhr war es bei mir, jetziger Hochschulpfarrer in Köln.

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Ich bezweifle auch nicht die psychologische Eignung von Astronauten der NASA.

 

Wobei es keine Rolle spielen dürfte ob ein Astronaut pädophile Neigungen hat, da es eher unwahrscheinlich ist, dass Kinder auf so einer Mission mitreisen. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Astronauten auch auf ihre sexuellen Abnormitäten hin geprüft werden (und zwar nicht von anderen Astronauten sondern von Psychologen).

 

Darum gehts ja nicht, was für "Störungen" die Astronauten haben, sondern darum dass du eine Einschätzung von dir gibst ohne jemand persönlich zu kennen. Ich kenner sehr viele Seminaristen und da ist niemand dabei, wo ich sagen würde absolut ungeeignet.

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Was den Zölibat betrifft bezweifle ich die psychologische Eignung vieler Priesteramtsanwärter. Es sollte auch hier vor Amtsantritt ein psychologischer Eignungstest stattfinden. Besser noch wäre es, auf ein Pflichtzölibat ganz zu verzichten.

 

Ein paar kurze Fragen.....

 

 

1. Wie viele Priesteramtsanwärter kennst du?

 

2. Hast du mein obiges Post gelesen über die Bewerbungsformalia in Freiburg?

 

3. Das Pflichtzölibat ist nicht die Ursache von sexuellem Missbrauch, also warum sollte man ihn abschaffen?

 

Ich kenne keinen Priesteramtsanwärter und leider habe ich dein Posting zu spät gelesen. Außerdem habe ich nicht gesagt, dass das Pflichtzölibat schuld an den sexuellen Missbräuchen ist - ich halte es einfach für unnötig und unmenschlich.

 

Ok, wenn du keinen kennst, wäre ich an einer psychologischen Einschätzung von Priesterkandidaten vorsichtig. Ich bezweifle auch nicht die psychologische Eignung von Astronauten der NASA.

Unnötig bedingt. Unmenschlich absolut nein.

Angesichts der Vielzahl von Priestern, die mit dem Zölibat nicht dauerhaft zurecht kommen, liegt die Einschätzung von Katharer allerdings nahe.

Es ist ja nun nicht so, dass 99,9% der Priester gut bis hervorragend mit dem Zölibat zurecht kommen.

Das bedeutet aber dann im Umkehrschluss, dass alle psychologischen Begutachtungen, von denen du sprichst, und von denen es gut ist, dass es sie gíbt, nur eine sehr Begranzte Aussagekraft haben.

 

Ich spreche diesen Punkt nicht deswegen an, weil ich eine Zölibatsdiskussion anfangen will, sondern weil ich darauf hinweisen möchte, dass es offensichtlich nicht so einfach möglich ist, die "schwarzen Schafe" im Vorfeld zuverlässig auszusondern.

 

Es ist ja auch nicht so, dass Massen perfider Pädophiler sich heimtückisch überlegen "hehe, jetzt werd ich Priester, dann hab ich Zugriff auf Kinder".

 

Die werden ja alle in bestem Willen Priester und nicht in der Absicht, sich an Kindern zu vergehen.

 

Woher kommt das dann also?

Jemand der sich entscheidet Priester zu werden, dem unterstelle ich ja zunächst mal einen überdurchschittlichen Glauben. Ist das unrealistisch?

Andereseits muss aber jemand mit einem starken Glauben ja schon fast schizophren sein, wenn er Kinder missbraucht, da gehört ja dermaßen viel Realitätsverdrängung dazu, dass ich das schon für psychiatrisch auffällig halte.

 

Und da stellt sich eltztlich die Frage, wie kommt so etwas zustande?

 

Es handelt sich ja nicht um "aufgeklärte" 68er, die an die "freie Liebe" glauben, sondern um Leute, die den ganzen Tag mit dem Begriffen Sünde umgehen.

 

Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen.

 

Wären es einzelne Fälle, ok.

 

Aber in diesem Ausmaß...

 

Werner

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Lieber Werner,

 

Natürlich teile ich diese deine Sorgen auch. Ich kann es auch nicht verstehen, wie jemand der sein Leben in den Dienst an die Menschen stellt, diesen Dienst auf so bestialische und unmenschliche Weise missbrauchen kann. Ich frage mich oft, ob es im Kopf eines solchen Menschen, nicht doch irgendwo eine Stimme geben muss, die sagt, "Halt das ist absolut falsch, was du da vorhast." Das kann ich mir auch nicht erklären, was für eine Abscheulichkeit in einem solchen Kopf vorgehen muss, dass ich für mich unverständlich. Ich hab in der Jugendarbeit auch schon viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun gehabt, aber ich habe noch nie auch nur ein haarbreit daran gedacht eines dieser Kinder auch nur ein Haar zu krümmen, weil ich es nicht könnte.

 

Wenn jemand Probleme mit dem Zölibat hat, dann wird oder ist er ja nicht gleich pädophil. Ich hab manchmal auch meine Probleme mit dem Zölibat, wenn ich meinen Freundeskreis sehe, wo die meisten ihre Freundinnen oder Freunde dabei haben, wenn ich meine Schwester mit ihren Kindern sehe. Ich glaube da hat jeder, der sich auf diesen Weg begibt irgendwann mal ein Problem, also wenn jemand sagen würde, er hat da nie ein Problem, dann fände ich das schon auffällig. Schlimm wirds erst, wenn man versucht diese Probleme zu verdrängen und unterdrücken.

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Was ich noch in Bezug auf die Prävention als wichtig erachte. Wir müssen auch unsere Kinder und Jugendliche sensibilisieren, Missbrauch frühzeitig zu erkennen und sich gegebenfalls auch gegen Missbrauch verbal oder auch körperlich zu Wehr zu setzen.

bearbeitet von Touch-me-Flo

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Lieber Werner,

 

Natürlich teile ich diese deine Sorgen auch. Ich kann es auch nicht verstehen, wie jemand der sein Leben in den Dienst an die Menschen stellt, diesen Dienst auf so bestialische und unmenschliche Weise missbrauchen kann. Ich frage mich oft, ob es im Kopf eines solchen Menschen, nicht doch irgendwo eine Stimme geben muss, die sagt, "Halt das ist absolut falsch, was du da vorhast." Das kann ich mir auch nicht erklären, was für eine Abscheulichkeit in einem solchen Kopf vorgehen muss, dass ich für mich unverständlich. Ich hab in der Jugendarbeit auch schon viel mit Kindern und Jugendlichen zu tun gehabt, aber ich habe noch nie auch nur ein haarbreit daran gedacht eines dieser Kinder auch nur ein Haar zu krümmen, weil ich es nicht könnte.

 

Wenn jemand Probleme mit dem Zölibat hat, dann wird oder ist er ja nicht gleich pädophil. Ich hab manchmal auch meine Probleme mit dem Zölibat, wenn ich meinen Freundeskreis sehe, wo die meisten ihre Freundinnen oder Freunde dabei haben, wenn ich meine Schwester mit ihren Kindern sehe. Ich glaube da hat jeder, der sich auf diesen Weg begibt irgendwann mal ein Problem, also wenn jemand sagen würde, er hat da nie ein Problem, dann fände ich das schon auffällig. Schlimm wirds erst, wenn man versucht diese Probleme zu verdrängen und unterdrücken.

Ich halte den Zölibat auch nicht für irgendwie ursächlich.

Es ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, dass der Zölibat in gewissem Sinn "attraktiv" erscheint, wenn man einerseit tief gläubig, andereseits aber mit einer nicht der katholischen Lehramtsnorm entsprechenden Sexualität ausgestattet ist.

Ich weiss das aus eigener Erfahrung.

Eigentlich ist es für einen guten Priester Voraussetzung, dass er den Zölibat als Bürde empfindet.

Es ist normal, wie du zu sagen, dass er nicht leicht fällt.

Es ist normal, ab und zu wehmütig auf Frau und Kinder bei anderen zu sehen (so lange es beim ab und zu bleibt, wenn man natürlich nur noch dem nachtrauert, ist auch wieder schlecht)

 

Was würde insofern die Abschaffung des Zölibates bringen?

Im Falle Missbrauch gar nichts.

Jemand, der aus Glaubensgründen das Zölibatäre leben sucht, weil er glaubt, seine natürlich Sexualität sei nicht gottgefällig, der wird dann halt aus den gleichen Glaubensgründen heiraten.

An seiner sexuellen Ausrichtung wird das nichts ändern.

 

Was allerdinsg Kindesmissbrauch angeht, da weiss ich auch nicht weiter.

Ich kann das nicht nachvollziehen, jedenfalls nicht bei einem Priester.

Ein Priester, der so etwas tut, muss geisteskrank sein.

 

Werner

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