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Flo77

Neues aus dem Vatikan

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Chrysologus
vor 1 Stunde schrieb Guppy:

Und warum wird dann z.B. der Piusbruderschaft vorgeworfen nicht Teil der Kirche zu sein, wegen ihres Ungehorsams gegenüber dem Papst, wenn Ungehorsam und Autonomie von Rom schlicht katholisch ist?

Die Piusbruderschaft ist Teil der Kirche - ein häretischer und teilweise schismatischer Teil, aber so wie die Insassen einer JVA weiterhin Staatsbürger des Staates sind, so gehören die Piusbrüder nach wie vor zur Kirche. Irregeleitet, selbstverliebt - aber wer ist das hier und da nicht?

 

Ansonsten habe ich weder Ungehorsam noch Autonomie als katholisch bezeichnet, noch sind diese per se unkatholisch. Zumindest teilautonom sind die Diözesanbischöfe schon alleine, weil sie Gesetzgeber sind, und wenn sie remonstrieren, dann sind sie nicht ungehorsam, vielmehr handeln sie loyal und aus ihrem Amt heraus und folgen ihrer Pflicht gegenüber ihrem Teil des Volkes Gottes.

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Moriz
vor einer Stunde schrieb Guppy:

Und was "Murks" ist, entscheidet dann jeder Bischof nach eigenem Gutdünken?

Selbstverständlich!

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rorro
vor einer Stunde schrieb Guppy:

Und was "Murks" ist, entscheidet dann jeder Bischof nach eigenem Gutdünken?

 

Solange ja bis er, falls überhaupt, vom Papst zurückgepfiffen wird.

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Flo77
vor 2 Stunden schrieb Guppy:

 

Und was "Murks" ist, entscheidet dann jeder Bischof nach eigenem Gutdünken?

Jeder Bischof ist vor dem Allmächtigen am Ende des Tages für sein Leben, seine Amtführung (hier ein kurzes Gebet für Tebartz-van-Eltz und die Päpste der Rennaissance) und natürlich für seine Ortskirche Rechenschaft ablegen müssen.

 

Die Entscheidung was "Murks" ist, hat Folgen für die Ewigkeit, was sich sicherlich keiner der Herren leicht machen würde. Zumal ich den Herren - die in Deutschland sämtlichst studiert haben müssen - eine gewisse Intelligenz und Kompetenz unterstelle. Dem einen mehr, dem anderen weniger.

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Marcellinus
vor 12 Minuten schrieb Flo77:

Zumal ich den Herren - die in Deutschland sämtlichst studiert haben müssen - eine gewisse Intelligenz und Kompetenz unterstelle.

 

Das nenn ich mal Vertrauen in die akademische Bildung! Vielleicht irren sie einfach nur auf höherem Niveau. :D

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Flo77
vor 2 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Das nenn ich mal Vertrauen in die akademische Bildung! Vielleicht irren sie einfach nur auf höherem Niveau. :D

Ich sagte "gewisse" und ich sagte nicht, daß Intelligenz und Kompetenz mit dem Studium zusammenhängen.

 

Zumal ich wenigstens einen Kardinal kenne, dessen Führungskompetenzen insbesondere Personalführungskompetenzen - nun ja, beschreiben wir es optimistisch - Ausbaupotenzial haben.

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rorro

Dass es bei Kirchens keine Personalentwicklung gibt, ist in der Tat sehr traurig, hat nur mit dem Thema weniger zu tun.

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Alfons

Zum Protest deutscher Bischöfe gegen die Instruktion der Kleruskongregation gibt es in "Christ und Welt" ein Interview mit Professor Thomas Schüller von der Uni Münster. Darin geht Schüller auch auf die Remonstratio ein. Mittlerweise, so heißt es in dem Interview, "haben vierzehn Bischöfe und Generalvikare in Deutschland remonstriert. Remonstrieren bedeutet, einen vatikanischen Normtext zurückzuweisen. Das Recht der Remonstratio ist ein ungeschriebenes Gesetz im Kirchenrecht." Schüller beklagt die Doppel-Botschaften, die Papst Franziskus aussende. Einerseits, das ist auch mein Eindruck, ermutigt Franziskus Bischöfe, Probleme selber zu lösen und nicht immer auf Rom zu schielen, andererseits lässt er der Kurie, die genau das nicht möchte, freie Hand, alles das abzuwürgen, was Bistümer an neuen Lösungen erarbeiten. Hier geht es zu dem Interview.

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rorro

Das ist eine interessante Sichtweise. Das Remonstrationsrecht war früher durchaus - in den Zeiten nicht so starker Zentralisierung - ein vom Papst verliehenes Recht, genau von Alexander III. (kein wirkliches Vorbild am Heiligkeit).

 

Jetzt ist es faktisch (nur) ein Einspruchsrecht, denn wenn der Papst sagt, dass sein Wille trotz des Einspruchs zu erfolgen habe, dann müssen die Bischöfe gehorchen.

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rorro
vor 16 Minuten schrieb Alfons:

Schüller beklagt die Doppel-Botschaften, die Papst Franziskus aussende. Einerseits, das ist auch mein Eindruck, ermutigt Franziskus Bischöfe, Probleme selber zu lösen und nicht immer auf Rom zu schielen, andererseits lässt er der Kurie, die genau das nicht möchte, freie Hand, alles das abzuwürgen, was Bistümer an neuen Lösungen erarbeiten. Hier geht es zu dem Interview.

 

Um die Politik von Papst Franziskus zu verstehen, sollte man sich mit Peronismus beschäftigen.

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Naja
vor 29 Minuten schrieb rorro:

Das ist eine interessante Sichtweise. Das Remonstrationsrecht war früher durchaus - in den Zeiten nicht so starker Zentralisierung - ein vom Papst verliehenes Recht, genau von Alexander III. (kein wirkliches Vorbild am Heiligkeit).

 

Jetzt ist es faktisch (nur) ein Einspruchsrecht, denn wenn der Papst sagt, dass sein Wille trotz des Einspruchs zu erfolgen habe, dann müssen die Bischöfe gehorchen.

 

Jaja. Aber wenn der Wille des Papstes nun ist, dass das Wasser fortan aufwärts fließen soll - wie sollen die Bischöfe denn da gehorchen?

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Alfons
vor 8 Stunden schrieb rorro:

 

Um die Politik von Papst Franziskus zu verstehen, sollte man sich mit Peronismus beschäftigen.

 

Das finde ich eine spannende Idee. Kannst du das noch etwas näher erläutern?

 

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Frank
Am 31.7.2020 um 16:31 schrieb Moriz:
Am 31.7.2020 um 15:22 schrieb Guppy:

Und was "Murks" ist, entscheidet dann jeder Bischof nach eigenem Gutdünken?

Selbstverständlich!

Das ist ihr Job, dafür werden se bezahlt.

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rorro
Am 2.8.2020 um 07:45 schrieb Alfons:

 

Das finde ich eine spannende Idee. Kannst du das noch etwas näher erläutern?

 

 

Der Peronismus ist kein festes Regierungsprogramm, keine wirkliche politische Idee. Er beruht vor allem auf Machterhalt und die Fähigkeit frühzeitig zu erkennen, was die Mehrheit gerade will (wobei "Mehrheit" sich immer gerade aus der Gruppe rekrutiert, die für den Machterhalt wichtig ist - das ist nur zu Wahlzeiten sicher das Volk, sonst eher andere Einflußgruppen).

 

(Als ich überlegte, wie ich das formuliere, fielen mir plötzlich gewisse Parallelen zu einer dt. Politikerin ein ...)

Edited by rorro

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Marcellinus
vor 2 Stunden schrieb rorro:

Der Peronismus ist kein festes Regierungsprogramm, keine wirkliche politische Idee. Er beruht vor allem auf Machterhalt und die Fähigkeit frühzeitig zu erkennen, was die Mehrheit gerade will (wobei "Mehrheit" sich immer gerade aus der Gruppe rekrutiert, die für den Machterhalt wichtig ist - das ist nur zu Wahlzeiten sicher das Volk, sonst eher andere Einflußgruppen).

 

So wie du es formulierst, wäre das eigentlich bloßer Populismus. Ich denke, es ist mehr, und ist von Juan und vor allem Evita Perón nicht zu trennen.

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