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Frust


PHB
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Momentan bin ich ziemlich frustriert über all diese Foren.

 

Ich habe bei fast allen Threads in allen Foren das Gefühl, es geht einzig und alleine darum, den Anderen (Gläubigen, Atheisten) fertig zu machen, der Dummheit zu überführen, der Naivität, der Kindischkeit, der Gefährlichkeit oder der Lächerlichkeit seiner Argumentation zu überführen.

 

Man liest (bewußt?) Falsches in die Postings des anderen hinein, unterstellt ihm (prinzipiell?) alles Schlechte, man teilt aus (um nicht zu sagen: man keilt aus!), ist aber sofort beleidigt oder bricht Diskussionen ab, wenn man mal selbst im Fokus steht.

 

Wir reden doch gar nicht mehr "miteinander" (von wenigen Ausnahmen abgesehen), sondern wir suchen in der Argumentation des anderen nichts begieriger als die Lücke und den wunden Punkt, in welchen man dann seinen Finger genüßlich hineinstecken kann. Hierbei schreckt man "natürlich" (?) auch vor schlimmsten Beleidigungen nicht zurück, denn jeder Treffer ist ein gutes Treffer, egal, wie sehr er den anderen auch verletzt.

 

Ich frage mich langsam, ob AAs und Gläubige, aber auch "liberale"  und "fundamentalistische" Gläubige untereinander, überhaupt kommunizieren KÖNNEN, sie scheinen völlig andere Sprachebenen und andere sprach-intrinsische Codes zu haben, die der andere nicht kennt und wohl auch nicht kennenlernen will. Denn ein Kennenlernenwollen der Argumentation des anderen würde einem ja das tolle Gefühl nehmen, dem anderen wieder mal eins in die Fresse gehauen zu haben.

 

Ich überlege, mich für eine zeitlang zurückzuziehen, vielleicht brauche ich mal wieder eine Pause.

 

Schönen Gruß und ein schönes Wochenende

 

Peter

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Guest Claudia

Lieber Peter,

 

irgendwie kann ich Dir nur schwer widersprechen, obwohl ich´s gern täte... ich bitte Dich nur, Dich nicht wirklich zurück zu ziehen... (arbeite grad an der Antwort auf Dein Posting...;) )

 

Vielleicht wäre es ganz gut, wenn wir uns alle für´s neue Jahr vornehmen würden, wieder mal nett zueinander zu sein und nicht so miteinander umzugehen wie Corinna und ich.

 

Nur mal versuchen.

 

Mal sehen, wie lange es klappt.

 

Ich geb mir Mühe, mit gutem Beispiel voranzugehen.

 

Grüße,

Claudia

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Deswegen ist dieses Forum doch so begehrt ... weil  hier alle ungestraft ihre psychischen Perversionen ausleben können... und das Gute dabei ist, dass man per "Knopfdruck", "Mausdruck" oder wie auch immer entscheiden kann, ob man in den "Cyber-Krieg" zieht oder bisschen rumalbert oder einfach wo anders hingeht/hinsürft oder wie auch immer.

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mich nerven viele postings gewaltig, weil kaum ein gespräch zustande kommt.

 

um ein gespräch zu führen, muss man nicht nur reden, sondern auch verstehen wollen.

 

aber auch hier führt der weg wohl nur darüber, dass man selbst beginnt es zu tun. ;)

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Zitat von PHB am 12:29 - 4.Januar.2003

Ich habe bei fast allen Threads in allen Foren das Gefühl, es geht einzig und alleine darum, den Anderen (Gläubigen, Atheisten) fertig zu machen, der Dummheit zu überführen, der Naivität, der Kindischkeit, der Gefährlichkeit oder der Lächerlichkeit seiner Argumentation zu überführen.

 

Lieber Peter,

 

die Gefahr besteht immer, vor allem aber bei weltanschaulichen Diskussionen. Das ist deswegen der Fall, weil "Anschauung" und "Lebensweise" untrennbar zusammen gehören, und da kann ein Argument eben auch einen Lebensnerv treffen.

 

Abhilfe: Nicht immer alles so tierisch ernst nehmen!

 

Man liest (bewußt?) Falsches in die Postings des anderen hinein, unterstellt ihm (prinzipiell?) alles Schlechte, man teilt aus (um nicht zu sagen: man keilt aus!), ist aber sofort beleidigt oder bricht Diskussionen ab, wenn man mal selbst im Fokus steht.

 

Bewusst wird nur selten Falsches in ein Posting hineingelesen. Man sollte stets bedenken, dass Begriffe oft mit ganz unterschiedlichen Bedeutungen belegt sind. "Gnade" bedeutet für einen Atheisten z. B. etwas vollkommen anderes als für einen Christen. Christen benutzen diesen Begriff häufig sogar in zwei verschiedenen Bedeutungen, abhängig vom Kontext. Auch Allerweltsbegriffe wie "Glaube" werden vollkommen unterschiedlich verwendet, und manchmal besteht der Kontext nur im Kopf des Schreibers. Der eine erkennt, was geschrieben steht, der andere, wie es gemeint war. Dieser Begriffswirrwarr macht das Lesen und Verstehen sehr, sehr schwer. Wenn Du den anderen in einer Diskussion schwerstens in Verlegenheit bringen willst, dann lasse ihn seine Begriffe definieren (das funktioniert bei Christen, wie ich boshafterweise anmerken muss, mit zentralen Glaubensbegriffen übrigens besser als bei Atheisten).

 

Auch was das Beleidigtsein angeht, so gibt es eben unterschiedliche Empfindlichkeiten, vor allem, weil oft einiges anders ankommt, als es gemeint war. Auch hier hilft nur ein dickes Fell. Ich ignoriere Beleidigungen meist, und das ist wohl auch die beste Methode.

 

Wir reden doch gar nicht mehr "miteinander" (von wenigen Ausnahmen abgesehen), sondern wir suchen in der Argumentation des anderen nichts begieriger als die Lücke und den wunden Punkt, in welchen man dann seinen Finger genüßlich hineinstecken kann. Hierbei schreckt man "natürlich" (?) auch vor schlimmsten Beleidigungen nicht zurück, denn jeder Treffer ist ein gutes Treffer, egal, wie sehr er den anderen auch verletzt.

 

Nun, wenn man versucht, in diesen Diskussionen den anderen zu missionieren, dann geht das auch nicht anders. Und wer das macht und kein dickes Fell hat, der handelt nicht besonders klug. Denn einen anderen in seinen Vorstellungen zu erschüttern suchen, bedeutet, sich Beleidigungen zuzuziehen. Wir sind eben alle Menschen, keine perfekten Diskutiermaschinen.

 

Ich frage mich langsam, ob AAs und Gläubige, aber auch "liberale"  und "fundamentalistische" Gläubige untereinander, überhaupt kommunizieren KÖNNEN, sie scheinen völlig andere Sprachebenen und andere sprach-intrinsische Codes zu haben, die der andere nicht kennt und wohl auch nicht kennenlernen will. Denn ein Kennenlernenwollen der Argumentation des anderen würde einem ja das tolle Gefühl nehmen, dem anderen wieder mal eins in die Fresse gehauen zu haben.

 

Ja, die Kommunikation findet unter erschwerten Bedingungen statt. Die Unterschiedlichkeit der Begriffsbildung, die Unterschiede darin, was man wann und unter welchen Umständen als Argument anerkennt usw. usf. machen es nicht gerade einfach. Hier hilft nur, aus den akademischen Diskussionen zu lernen, wie man es macht und wie es funktioniert, derartige Dispute werden schon seit über 2.000 Jahren geführt. Und Du wirst auch bei mir eine gewisse Unduldsamkeit feststellen, wenn jemand diese Regeln nicht verstehen oder nicht anwenden will: denn jeder könnte lernen, wenn er sich erfolgreiche Diskussionen ansieht, dazu gehört nur ein bisschen guter Wille. Daran mangelt es häufig.

 

Und noch an einem mangelt es gewaltig: einzugestehen, man selbst habe Unrecht.

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Guest Juergen


Zitat von Volker am 21:37 - 4.Januar.2003

Und noch an einem mangelt es gewaltig: einzugestehen, man selbst habe Unrecht.

Wohl dem, der aus eigener Erfahrung spricht.

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Zitat von Juergen am 21:40 - 4.Januar.2003


Zitat von Volker am 21:37 - 4.Januar.2003

Und noch an einem mangelt es gewaltig: einzugestehen, man selbst habe Unrecht.

 

Wohl dem, der aus eigener Erfahrung spricht.

 

 

Juergen,

Du hast ja so recht.

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Guest Juergen

Ich denke, ich mache mal wieder eine Zeit der Forumsabstinenz.

Allen noch eine schöne Weihnachtszeit.

 

 

 

Ach, ja; falls es ein A&A liest: die Weihnachtszeit endet mit dem Fest der Taufe des Herrn.

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altersuender


Zitat von Juergen am 22:23 - 4.Januar.2003

Ach, ja; falls es ein A&A liest: die Weihnachtszeit endet mit dem Fest der Taufe des Herrn.

 

Jürgen,

 

A&A dürften mit einer solchen Bezeichnung bzw. Terminisierung kaum etwas anfangen können. Sie wissen ja nicht, wann die Taufe des Herrn im Kirchenjahr ist.

 

Taufe des Herrn: das Fest wird am Sonntag nach dem 6. Jänner gefeiert, heuer (2003) also am 12. Jänner. So lange dauert für uns noch Weihnachtszeit und Weihnachtsfreude: Uns ist ein Kind geboren; ein Sohn ist uns gegeben" (Jesaja 9,6)

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Franciscus non papa

liturgisch ist die weihnachtliche festzeit mit dem fest der taufe des herrn zu ende - aber lichtmess ist sozusagen ein weihnachtliches fest - und im volksbrauch auch heute noch das ende der weihnachtszeit im weiteren sinne.

 

gruss

 

franz

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Lieber Peter!

 

Das, was Dir aufstößt, fällt mir auch auf. Aber das ist nun mal so. Im Einzelfall kann man versuchen, einzugreifen. Aber wir können weder die Dynamik eines Internetforums verändern noch die Personen, aus denen es besteht. Das Ganze ist eine dauernde Kleinarbeit. Den großen Wurf wird es nie geben, ab dem dann besser miteinander gesprochen wird.

 

Viel wichtiger finde ich, dass man neben dem üblichen Forumsfrust sich über die Forumslust klar ist. In diesem Forum gibt es nämlich neben Missverstehen, Niedermachen und Albernheiten auch wirkliche Perlen. Da zeigen Leute was von ihrer Kompetenz, von ihrer Menschlichkeit, da verändern sich Perspektiven, da lernt man dazu.

 

Lass Dir vom Dunkel nicht das Licht vergällen!

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Hallo PHB,

 

ich bin zwar als Mitglied neu hier, verfolge das Forum aber mehr oder weniger regelmäßig schon eine ganze Weile. Bei den oft sehr unterschiedlichen Meinungen und Einstellungen, die die einzelnen hier vertreten, kann es nicht immer ohne Streit abgehen. Jeder versucht halt, mit seinen Argumenten den anderen zu überzeugen. Dabei dürfte wohl den meisten klar sein, daß es kaum gelingen wird, einen überzeugten Christen zu einem A + A zu machen oder umgekehrt.

Natürlich sollten gewisse Umgangsformen eingehalten werden und Auseinandersetzungen nicht mit Beschimpfungen geführt werden. Und doch sollte man folgendes bedenken:

Viele postings sind halt spontane Reaktionen. Sie werden in der Art geschrieben, wie man vielleicht auch in einer mündlichen Diskussion reagieren würde.

Das dumme ist halt nur, daß man die Reaktion hier im Forum schwarz auf weiß sieht und sie sich immer wieder ansehen kann. Sie sind halt nicht so flüchtig, wie ein gesprochenes Wort. Ferner kann man einen geschriebenen Text, von den smilies mal abgesehen, auch nicht so leicht durch Gesten und Mimik relativieren, wie das in einem persönlichen Gespräch möglich ist. Dadurch klingt vieles vielleicht härter, als es gemeint ist. Deshalb tendiere ich dazu, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen.

Wenn allerdings wirklich der Fall eintritt, daß man sich massiv beleidigt oder mißachtet fühlt, scheint mir der beste Weg zu sein, den anderen persönlich anzumailen und zu versuchen, die Sache auf diesem Weg zu bereinigen.

Denn eines ist, glaube ich, doch allen hier gemeinsam: Der Spaß an Diskussionen und der Auseinandersetzung über einzelne Themen.

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