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Erich

Zum Nachdenken und Ergänzen

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Erich

Zum Nachdenken

Es irrt der Mensch

 

 

Von Claus Jacobi, Hamburg

 

"Irrtümer haben ihren Wert nur hier und da. Nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika."      Erich Kästner

 

Joseph Kardinal Ratzinger hat anlässlich der Öffnung des Archivs der Glaubenskongregation korrigierend angemerkt, dass "im Kirchenstaat nie Hexen verbrannt wurden".

 

"Hexenverbrennung ist ein nordisches Phänomen", sagte er, "dass in Spanien, im südlichen Italien und im Kirchenstaat [gemeint ist hier der Vatikan-Staat] keinen Raum fand."

 

Wussten Sie das? Ich als Nordlicht glaubte immer, die Unsitte sei auch südlich von Alpen und Pyrenäen praktiziert worden.

 

"Es irrt der Mensch, so lang er strebt", tröstet der Geheimrat aus Weimar. Wir sind von Irrtümern umzingelt. Prüft man erst einmal nach, was man für selbstverständlich hielt, gehen oft die schönsten Vorurteile zum Teufel. Vieles war oder ist ganz anders, als man dachte oder denkt.

 

Glühwürmchen etwa sind keine Würmer sondern Käfer, Blindschleichen keine Schlangen, sondern Eidechsen (mit verkümmerten Füßen), Koalabären keine Bären, sondern Beuteltiere, so lehren es uns die Professoren Walter Krämer und Götz Trenkler in ihrem großartigen Buch "Lexikon der populären Irrtümer".

 

Und damit nicht genug: Hitler hat die Autobahnen nicht erfunden, Nachtigallen singen nicht nur nachts und die größten Sklaven-Händler und -Besitzer mit den meisten Todesopfern aller Zeiten waren nicht die Europäer sondern die Araber.

 

"Man erkennt den Irrtum daran, dass alle Welt ihn teilt", seufzte Jean Giraudoux.

 

In Wirklichkeit können Diamanten verbrennen. In Afrika existieren 13 Quadratkilometer Gletscher. Und Buffalo-Bill hat vermutlich nie einen Büffel gesehen, weil in den USA nur Bison lebten, die keine Büffel sind (Wilhelm Eigeners "Tierlexikon&quot.

 

"Play it again, Sam", gilt als berühmtester Satz von Humphrey Bogart zu Ingrid Bergman in dem Film "Casablanca". Er ist nie gefallen. Tatsächlich sagte Bogart zu dem Pianisten: "If she can stand it I can. Play it!" ("Oxford Dictionary of Quotations&quot.

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Guest Juergen

Errare humanum est - Irren ist menschlich, so sagt es wohl Seneca (Stelle weiß ich jetzt nicht - aber vielleicht irre ich mich auch.)

 

 

(Geändert von Juergen um 9:31 - 16.November.2002)

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Erich

Irrtum: Die Freiheitsstatue steht in New York

 

Sie schaut auf New York, aber sie steht im US Bundesstaat New Jersey

 

------------------

 

Irrtum: Onan onanierte

 

Wer den unmißverständlichen Wortlaut der Bibel einfach mal neutral liest, bemerkt auf Anhieb, daß Onans Vergehen nicht darin bestand, daß er Hand an sich legte, sondern daß er beim Geschlechtsverkehr nicht intravaginal in seine zweite Frau ejakulierte, was heute als koitus interruptus bekannt ist.

 

Genauer war sein beanstandetes Vergehen nicht einmal das, sondern bestand darin, daß er, nach der damaligen Auffassung, die angezeigte Ehe mit der Witwe seines Bruders nicht rechtmäßig vollzog. Sein Delikt ist kein sexuelles, sondern ein soziales. Die Witwe seines Bruders, deren Eltern und Verwandte und die Gesellschaft hatten, den damaligen Normen zufolge, das Recht, darauf zu bestehen, daß sie mit Onans erster Hauptfrau gleichgestellt behandelt würde, wozu auch das Zustandekommenlassen von Nachwuchs gehörte. Onans Verhalten machte sie statusgemäß zur Konkubine und war daher aus ihrer Sicht entwürdigend. Der Bibel ging es hier (wie so oft) um angemessenes Sozialverhalten -- und nicht um sexuelle Tabuisierungen und Verbote.

-------------------------------

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Guest Juergen


Zitat von Erich am 10:00 - 16.November.2002

Irrtum: Die Freiheitsstatue steht in New York

 

Sie schaut auf New York, aber sie steht im US Bundesstaat New Jersey

...

 

Wobei zu bedenken ist, daß die "original Freiheitsstatue" in Paris steht.

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Erich

Na endlich. Hätte mich gewundert, wenn die Schieberbande nicht zugeschlagen hätte

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altersuender

Lieber Erich,

 

wir tun doch alles, um Dich nicht zu enttäuschen!

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Ute

>Onans Verhalten machte sie statusgemäß zur Konkubine und war daher aus ihrer Sicht entwürdigend.<

 

Quatsch. Es ging nicht um IHRE Sicht (wo geht es denn je in der Bibel um die Sicht einer Frau?), sondern um SEINE: ER hatte keine Lust darauf, dass seine Kinder als die seines Bruders gelten sollten. Onans Verhalten machte sie statusgemäß zur Konkubine und war daher aus ihrer Sicht entwürdigend. Sehr verständlich trotzdem.

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Ute

>Onans Verhalten machte sie statusgemäß zur Konkubine und war daher aus ihrer Sicht entwürdigend.<

 

Quatsch. Es ging nicht um IHRE Sicht (wo geht es denn je in der Bibel um die Sicht einer Frau?), sondern um SEINE: ER hatte keine Lust darauf, dass seine Kinder als die seines Bruders gelten sollten. Onans Verhalten machte sie statusgemäß zur Konkubine und war daher aus ihrer Sicht entwürdigend. Sehr verständlich trotzdem.

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Hans Peter

Lieber Erich, gerade vor Kurzem konnte ich in einer Tageszeitung lesen, dass die meisten Kinder nicht den Mut hätten, mit ihren Eltern über Fragen der Sexualität zu sprechen. Wer meint, die katholische Kirche sei daran schuld, der war Sonntags schon lange nicht mehr in der Kirche, sonst wüsste er, dass der Einfluss der Kirche zu vernachlässigen ist. Für mich ist es deshalb erstaunlich, dass sich immer noch Menschen finden, die der Kirche ein gespaltenes Verhältnis zur Sexualität vorwerfen. Gerade an diesem Bericht aus einer Tageszeitung kann man doch erkennen, wenn man dies möchte, dass die so hoch gehaltene Freiheit der Sexualität noch nicht einmal dazu geführt hat, dass die Menschen unbedarft mit ihren Fragen zu diesem Thema umgehen können. Ist da etwas schiefgelaufen?

 

Das was die Kirche anmahnt, ein verantwortlicher Umgang mit der Sexualität, ist gerade das Gegenteil von einem  Komplexfördernden sogenannter freien Umgang mit der Sexualität.  Und die erwähnte Geschichte in der Bibel zeigt doch ganz deutlich, dass es Gott nicht um Reglementierung geht, die die Freude schmälern soll, sondern er gibt Wegweisung zu einem erfüllten Sexualleben. Wer seinen nächsten liebt wie sich selbst, und dazu gehört auch die Ehefrau oder der Ehemann, der möchte natürlich, dass auch der Partner glücklich ist. Aber das wird von dem heute in unserer Gesellschaft propagierten Verhalten gerade nicht erwartet. Da geht es nur darum ob ich glücklich bin. Ein egoistisches Sexualverhalten muss aber zwangsweise zu psychischen Störungen führen. Wenn nicht bereits solche Störungen Ursache dieses Verhaltens sind. Wer auch das abstreitet, der muss sich nur die hohen Scheidungszahlen ansehen. Sie zeugen von einem kranken Verhalten dem Partner gegenüber.

 

Herzliche Grüße und Gottes Segen

 

Hans-Peter

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Franciscus non papa

lol hans-peter,

 

ich gehe mit meiner sexualität sehr wohl frei um, habe deshalb aber keinerlei komplexe feststellen können.

interessant ist, dass gerade die sexualmoral offenbar zölibatär lebende menschen besonders beschäftigt.

 

f-jo

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pedrino


Zitat von Hans Peter am 22:37 - 26.November.2002


 

>>..., dass die meisten Kinder nicht den Mut hätten, mit ihren Eltern über Fragen der Sexualität zu sprechen.<<(H-P)

 

Es stellt sich die Frage, in welcher Form dies überhaupt erforderlich ist. Die "Aufklärung" selbst findet sinnvollerweise in den Schulen während des Biologieunterrichts statt. Und dort wird gerade in einem kontrollierten Bereich (Klassenverband) über schwierige Themen wie der sexuale Mißbrauch von Kindern gesprochen. Es wird unterbunden, dass im familiären Bereich (der meiste sexuelle Mißbrauch findet dort statt) der "Bock zum Gärtner" gemacht wird.

 

Sollen sich Eltern mit ihren Kindern über die sexuelle Lust und deren Ausschweifungen unterhalten? Wohl kaum.

 

 

>>Für mich ist es deshalb erstaunlich, dass sich immer noch Menschen finden, die der Kirche ein gespaltenes Verhältnis zur Sexualität vorwerfen.<<(H-P)

 

Wenn man seinen "Mitarbeitern" die Sexualität, egal in welcher Form, vorschreibt bzw. verbietet, dann hat man ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität. Wenn man meint, die Menschen sogar in die Schlafzimmer begleiten zu müssen, dann geht das bereits über das gespaltene Verhälnis hinaus.

 

 

>>....., dass die so hoch gehaltene Freiheit der Sexualität noch nicht einmal dazu geführt hat, dass die Menschen unbedarft mit ihren Fragen zu diesem Thema umgehen können. Ist da etwas schiefgelaufen?<<(H-P)

 

Vielleicht sollte nicht vergessen werden, dass die Sexualität eine intime Angelegenheit und eine öffentliche Diskussion nur sehr begrenzt möglich ist. Über was sollen sich die Menschen öffentlich unterhalten, über die sexuelle Lust und deren Ausschweifungen?

 

 

>>Das was die Kirche anmahnt, ein verantwortlicher Umgang mit der Sexualität, <<(H-P)

 

Das ist ja dehnbar wie Gummi. Zudem wissen mündige Staatsbürger, was der "verantwortliche Umgang" mit Sexualität bedeutet. Die, die Sexualität nicht praktizierenden Geistlichen, bedarf es dazu nicht.

 

 

>>Und die erwähnte Geschichte in der Bibel zeigt doch ganz deutlich, dass es Gott nicht um Reglementierung geht, die die Freude schmälern soll, sondern er gibt Wegweisung zu einem erfüllten Sexualleben.<<(H-P)

 

Wollen wir doch auf dem Teppich bleiben. Die Bibel, ein Menschenwerk.

 

 

>>Wer seinen nächsten liebt wie sich selbst, und dazu gehört auch die Ehefrau oder der Ehemann, der möchte natürlich, dass auch der Partner glücklich ist. Aber das wird von dem heute in unserer Gesellschaft propagierten Verhalten gerade nicht erwartet.<<(H-P)

 

Die Verantwortung für die Unfähigkeit einer harmonischen Partnerschaft sollte man nicht der Gesellschaft zuschieben. Dazu ist sie viel zu intim. Jeder hat selbst einen Kopf zum denken. Ihn zu benutzen, darauf sollte die Gesellschaft hinweisen, wenn man sie schon in die "Pflicht" nehmen möchte.

 

 

>>Ein egoistisches Sexualverhalten muss aber zwangsweise zu psychischen Störungen führen. <<(H-P)

 

Bei wem (wenn überhaupt)?

 

 

>>Wenn nicht bereits solche Störungen Ursache dieses Verhaltens sind.<<(H-P)

 

Deren Ursache aber kaum in der Sexualität zu finden ist.

 

 

>>Sie zeugen von einem kranken Verhalten dem Partner gegenüber.<<(H-P)

 

Wegen einer anderen Sichtweise der Sexualität innerhalb einer Beziehung ist man nicht krank. Man hat nur den falschen Partner/Partnerin erwischt. Dies ist auch die Ursache der gescheiterten Beziehungen.

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Hans Peter

>>ich gehe mit meiner sexualität sehr wohl frei um, habe deshalb aber keinerlei komplexe feststellen können. <<

 

Lieber f-jo, nicht jeder der mit seiner Sexualität frei umgeht muss Komplexe haben. Wenn ich mich in der Welt aber umsehe, dann können verschiedene Auswüchse nur das Zeichen von Komplexen sein. Wenn die sexuellen Übergriffe von Männern am Arbeitsplatz zunehmen. Wie soll ich das interpretieren? Nicht nur die Frauen können einem leid tun. Das sind doch Anzeichen einer kranken Gesellschaft.

 

Grundproblem ist hier nicht die Sexualmoral sondern die Ablehnung von Gottes Ordnung. Wer verdirbt aber bei diesen, strafbaren Übergriffen den Menschen den Spaß? Ist es diesmal nicht Gott sondern der Gesetzgeber? Wenn man sich das alles einmal überlegt, dann kann man nachempfinden wie krank die Menschen in unserer Gesellschaft wirklich sein müssen.

 

 

>>interessant ist, dass gerade die sexualmoral offenbar zölibatär lebende menschen besonders beschäftigt<<

 

Lieber f-jo, ich glaube Du meinst, dass Erich zölibatär lebt? Er hat zu dem Thema den ersten Beitrag gebracht und dann Ute, usw. Ich glaube Dein Vorurteil passt im Moment nicht so richtig. Eines trifft sicher zu, dass es nur noch sehr wenig Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die sich Gedanken zur Moral machen. Deshalb sollten wir froh sein über jeden der dies überhaupt noch tut.

 

Herzliche Grüße und Gottes Segen

 

Hans-Peter

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pedrino


Zitat von Hans Peter am 16:37 - 27.November.2002

Grundproblem ist hier nicht die Sexualmoral sondern die Ablehnung von Gottes Ordnung.

 

Dann definiere doch einmal die "Ordnung Gottes". Vergiß aber nicht, die Quelle deines Wissens zu nennen, damit dies objektiv überprüft werden kann.

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Franciscus non papa


Zitat von Hans Peter am 15:37 - 27.November.2002

 

>>ich gehe mit meiner sexualität sehr wohl frei um, habe deshalb aber keinerlei komplexe feststellen können. <<

 

Lieber f-jo, nicht jeder der mit seiner Sexualität frei umgeht muss Komplexe haben. Wenn ich mich in der Welt aber umsehe, dann können verschiedene Auswüchse nur das Zeichen von Komplexen sein. Wenn die sexuellen Übergriffe von Männern am Arbeitsplatz zunehmen. Wie soll ich das interpretieren? Nicht nur die Frauen können einem leid tun. Das sind doch Anzeichen einer kranken Gesellschaft.

 

Grundproblem ist hier nicht die Sexualmoral sondern die Ablehnung von Gottes Ordnung. Wer verdirbt aber bei diesen, strafbaren Übergriffen den Menschen den Spaß? Ist es diesmal nicht Gott sondern der Gesetzgeber? Wenn man sich das alles einmal überlegt, dann kann man nachempfinden wie krank die Menschen in unserer Gesellschaft wirklich sein müssen.

 

 

>>interessant ist, dass gerade die sexualmoral offenbar zölibatär lebende menschen besonders beschäftigt<<

 

Lieber f-jo, ich glaube Du meinst, dass Erich zölibatär lebt? Er hat zu dem Thema den ersten Beitrag gebracht und dann Ute, usw. Ich glaube Dein Vorurteil passt im Moment nicht so richtig. Eines trifft sicher zu, dass es nur noch sehr wenig Menschen in unserer Gesellschaft gibt, die sich Gedanken zur Moral machen. Deshalb sollten wir froh sein über jeden der dies überhaupt noch tut.

 

Herzliche Grüße und Gottes Segen

 

Hans-Peter

 


 

 

lieber hans-peter,

 

nach deiner argumentation ist die gesellschaft dann ja an allem schuld, an diebstahl, raub, mord und totschlag, und eben an sexuellen übergriffen.

 

so wie die menschheit nun mal ist, gab es solche dinge immer, und wird es wohl auch immer geben.

 

übergriffe kommen eben immer dann vor, wenn ein mensch sein ich über den anderen stellt. sie sind ein mangel an liebe dem nächsten gegenüber. das ist teilweise ein ablehnen der gottgewollten ordnung, da hast du recht.

 

im übrigen haben die von dir genannten nichts zum thema sexualität gesagt - auch nicht von komplexen gesprochen - was du mir hier wieder unterstellst - tststs

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platon

Computer irren nie. Sie arbeiten manchmal nur falsch.

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Hans Peter

>>Es stellt sich die Frage, in welcher Form dies überhaupt erforderlich ist. Die "Aufklärung" selbst findet sinnvollerweise in den Schulen während des Biologieunterrichts statt. Und dort wird gerade in einem kontrollierten Bereich  (Klassenverband) über schwierige Themen wie der sexuale Mißbrauch von Kindern gesprochen. Es wird unterbunden, dass im familiären Bereich (der meiste sexuelle Mißbrauch findet dort statt) der "Bock zum Gärtner" gemacht wird. <<

 

Lieber Pedrino, das Thema Missbrauch ist ja nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus dem gesamten Thema um die Sexualität. Wenn man aus diesem Grund die sexuelle Aufklärung von den Eltern in die Schule verlegen wollte, dann ist das wohl etwas übertrieben. Im Übrigen kam es auch schon vor , dass Lehrer Schulkinder missbrauchten. Wie möchtest Du denn dieses Problem lösen? Was mich aber sehr beunruhigt an Deinem Beitrag ist die Tendenz die Erziehung der Kinder in staatliche Hände legen zu wollen. Dieses System wird von diktatorischen Staaten bevorzugt, da man so die Kinder besser beeinflussen kann. Die Erziehung der Kinder gehört in die Hände der Eltern. Dies vertritt die Kirche und dies ist auch meine Überzeugung.

 

>>Sollen sich Eltern mit ihren Kindern über die sexuelle Lust und deren Ausschweifungen unterhalten? Wohl kaum. <<

 

Lieber Pedrino, sollten dies die Lehrer tun?

 

Wenn ich meine Kinder betrachte, dann haben sie überhaupt kein Interesse sich über Ausschweifungen zu unterhalten. Sie möchten das Thema Sexualität mit besonderer Rücksichtnahme behandeln. Dies kann eine Schule gar nicht leisten. Was soll denn ein Lehrer tun, wenn ein Schüler etwas wissen möchte, das für einen anderen überaus peinlich ist? Den individuellen Bedürfnissen kann der Lehrer im Klassenverband, wie Du es nennst, überhaupt nicht gerecht werden.

 

>>Wenn man meint, die Menschen sogar in die Schlafzimmer begleiten zu müssen,<<

 

Was meinst Du damit? Lieber Pedrino, niemand und schon gar nicht die Kirche begleitet irgend jemand ins Schlafzimmer. Jeder kann dort tun und lassen was er will. Es wird lediglich Hilfestellung gegeben, wie ein gottgefälliges Leben aussieht. Und das in  allen Bereichen des Lebens. Warum sollte die Kirche gerade den sexuellen Bereich ausklammern. Wenn sie das tun würde, dann wäre sie wirklich verklemmt. Da sie aber auch darüber redet und Hinweise gibt, zeigt sie wie offen und unverklemmt sie in Wahrheit ist.

 

Auch das Zölibat hat nichts mit sexueller Verklemmung zu tun. Ich bin davon überzeugt, dass es mehr verheiratete gibt als zölibatär lebende die in sexueller Hinsicht gehemmt sind. Aber auch das wäre noch kein Beinbruch, denn man kann auch mit diesem kleinen Makel glücklich werden.

 

 

>>Vielleicht sollte nicht vergessen werden, dass die Sexualität eine intime Angelegenheit und eine öffentliche Diskussion nur sehr begrenzt möglich ist. Über was sollen sich die Menschen öffentlich unterhalten, über die sexuelle Lust und deren Ausschweifungen?<<

 

Vielen Dank lieber Pedrino, genau das ist der Grund weshalb eine Sexualerziehung in der Schule schief laufen muss. Wer redet schon gern in aller Öffentlichkeit über seine intimsten Wünsche? Selbst in der Familie ist dies nicht immer möglich, oft kann nur ein Elternteil mit dem Kind über diese Fragen alleine sprechen. Was mich allerdings schockiert, dass Du das alles so negativ siehst. Gott hat uns die Sexualität gegeben nicht damit wir Ausschweifungen nachgehen, sondern sie soll zu unserem Glück dienen. Ich glaube das haben viele Menschen unserer Zeit vergessen. Nicht kurzfristige Triebbefriedigung soll unser Ziel sein, sondern Glück.

 

 

>>Das ist ja dehnbar wie Gummi. Zudem wissen mündige Staatsbürger, was der "verantwortliche Umgang" mit Sexualität bedeutet. Die, die Sexualität nicht raktizierenden Geistlichen, bedarf es dazu nicht. <<

 

Sicher, der Begriff verantwortlicher Umgang mit der Sexualität muss erklärt werden. Die Kirche hat ihn in seinen Enzykliken und im Katechismus sehr eingehend beleuchtet.

 

Ich meine, dass jeder Mensch bei dieser Diskussion ein mitspracherecht haben muss. Es ist sicherlich nicht erforderlich, dass sich jemand der mitreden möchte als praktizierender ausweist. Die Ansicht, die Du hier über die Priester geäußert hast, entspricht den gängigen Klischees. Das dazu passende Gegenargument ist die Feststellung dass ein Richter der einen Mörder verurteilt, nicht selbst ein Mörder sein muss. Ich glaube er kann trotzdem Recht sprechen. Ich bin sogar davon überzeugt, dass ein Priester, der viele Jahre Beichte gehört hat, ein viel größeres Wissen über diesen Bereich besitzt als irgend ein anderer Mensch.

 

>>Wollen wir doch auf dem Teppich bleiben. Die Bibel, ein Menschenwerk.<<

 

Lieber Pedrino, gerade das ist es was den Glauben so langweilig macht. Gott möchte nicht, dass wir auf dem Teppich bleiben. Wir sollen die ganze Fülle seiner Liebe in uns aufnehmen. Wir sollen uns erheben über den alltäglichen Sorgenteppich unseres Lebens.

 

>>Die Verantwortung für die Unfähigkeit einer harmonischen Partnerschaft sollte man nicht der Gesellschaft zuschieben.<<

 

Lieber Pedrino, das liegt mir fern. Mit Gesellschaft meine ich die Menschen dieser Gesellschaft. Die vielen, die den leichtfertigen Umgang mit der Sexualität befürworten. Ich möchte jenen die Verantwortung zuschieben, die meinen jeder könne tun und lassen was er will.

 

>>Wegen einer anderen Sichtweise der Sexualität innerhalb einer Beziehung ist man nicht krank. Man hat nur den falschen Partner/Partnerin erwischt. Dies ist auch die Ursache der gescheiterten Beziehungen. <<

 

Lieber Pedrino, sicher es gibt verschiedene Sichtweisen, aber mir stellt sich die Frage in wie weit ist jede dieser Sichtweisen konsensfähig. Wenn sie es nicht sind, dann läuft etwas grundsätzliches schief. Wenn die Partner nicht mehr in der Lage sind sich auf einer Ebene zu treffen, dann kann etwas nicht stimmen. Denn einen Partner zu finden der genau mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmt, wird zunehmend schwerer, je weiter sich die Menschen von einem vorhandenen Konsens verabschieden. Solange die Kirchliche Sexualmoral akzeptiert wird, ist die Chance größer, dass sich zwei Menschen finden, die gleiche Ansichten vertreten. Je mehr sich die Menschen ´von dieser Moral verabschieden desto weniger sind sie fähig aufeinander einzugehen. Oder was soll ich aus den mehr als 50 % geschiedenen Ehen schließen?

 

>> Dann definiere doch einmal die "Ordnung Gottes". Vergiß aber nicht, die Quelle deines Wissens zu nennen, damit dies objektiv überprüft werden kann. <<

 

Lieber Pedrino, was meinst Du mit Objektiv? Hälst Du Dich für ojektiv? Gottes Ordnung spiegelt sich in  der Lehre der Kirche, deren Grundlage die Bibel ist, wieder. Sie kann aus dem Erwachsenenkatechismus und anderen Schriften der Kirche entnommen werden. Was möchtest Du daran objektiv prüfen? Und wie soll eine solche Prüfung aussehen?

 

>>nach deiner argumentation ist die gesellschaft dann ja an allem schuld, an diebstahl, raub, mord und totschlag, und eben an sexuellen übergriffen.<<

 

Lieber Oestemer, nein. Die Menschen sind schuld. Es muss allerdings unterschieden werden zwischen der Schuld der Einzelperson, die eine Straftat begeht und der Schuld einer ganzen Bevölkerungsgruppe, die Rahmenbedingungen schafft die schädlich für den Menschen sind. Wir haben bereits Rahmenbedingungen, die für die Menschen schädlich sind. Dazu gehören auch die Abtreibungsgesetze.

 

 

>>so wie die menschheit nun mal ist, gab es solche dinge immer, und wird es wohl auch immer geben.<<

 

Was meinst Du damit? Wenn Du meinst, dass es schon immer Auswüchse gegeben hat die für die Menschen schädlich sind, dann muss ich Dir leider recht geben. Aber ich gebe mich trotzdem nicht damit zufrieden.

 

>>Computer irren nie. Sie arbeiten manchmal nur falsch. <<

 

Lieber Platon, dies Wort stimmt tatsächlich. Denn ein Computer kann nicht denken. Er kann nur fest vorgegebene Programmschritte nachvollziehen. Deshalb kann sich nur der Programmierer irren. Was sagt uns das aber zu unserer Situation? Irren kann sich nur ein denkender Mensch. Deshalb muss jeder eigentlich recht dankbar dafür sein, wenn ihm ein Irrtum unterstellt wird. Denn damit bescheinigt man demjenigen oder derjenigen gleichzeitig er oder sie hätte nachgedacht. Wenn allerdings jemand ein Fehler unterstellt, dann ist das grob bösartig.

 

 

Herzliche Grüße und Gottes Segen

 

Hans-Peter

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