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Wortgottesfeier mit Kommunionausteilung


Gabriele

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ich durfte, mußte, sollte ...

 

noch nie eine Wortgottesfeier mit Kommunionempfang leiten.

 

ich war aber immer darauf vorbereitet.

 

unser Pfarrer kam oft "in der letzten Minute", und da hab ich den mal gefragt: "Was mache ich dann, bitte, wenn Sie dann mal nicht kommen?"

 

Und wie war die Antwort?

nicht fragen.

machen.

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Prinzipal 8 Fuss

Liebe Forengemeinde,

 

das Bistum Speyer will erlauben, was andernorts zumindest nicht gerne gesehen wird:

Die Kommunionausteilung bei Wort-Gottes-Feiern.

 

Wie ist es in Euren Gemeinden?

Und was haltet Ihr davon?

 

Komme aus dem Bistum Speyer und kriege als Organist so einiges zu dem Thema hautnah mit. In der Gemeinde gab und gibt es da ein ständiges hin und her. Manchmals ist es einfach nur urkomisch, was man erleben darf.

 

Bis vor etwa 5 Jahren wurde die Gemeinde von einem älteren kränklichen Herrn versorgt. Der Priester hatte nur diese eine Gemeinde und genoß durch bestimmte Konstellationen eine gewisse Narrenfreiheit.

Bei Wortgottesdiensten wurde generell gegen die Anweisung die Kommunion gereicht. Eine Begründung war u.a., dass der Pfarrer durch seine Erkrankung des öfteren sehr kurzfristig die Messe absagen musste. Für den Fall standen (und stehen noch heute) in einem Ordner in der Sakristei mehrere Wortgottesdienste vorbereitet zur Verfügung. Anweisung lautete: Die Leute wissen ja nicht, dass ich nicht kann und denken es sei normale Messe.

 

Als es mit dem Pfarrer gesundheitlich dann gar nicht mehr ging wurde die Gemeinde der nächstgelegenden Pfarreiengemeinschaft zugeschlagen. Zur Enttäuschung aller lief jetzt alles streng nach Vorschrift.

 

Das war aber nur provisorisch, nach nur 2 Jahren wurde die Struktur "2015" umgesetzt (nennt sich bei den Trierern "Plan 2020"), die Gemeinde wechselte nun ihre Pfarreiengemeinschaft, hin zur endgültig vorgesehen Struktur. Mit dieser Konstellation kam man weitaus besser zurecht, es passte auch menschlisch besser.

 

Es stand die erste Wortgottesfeier an und ich staunte nicht schlecht. In der Sakristei war alles für den Kommunionempfang gerichtet. Daneben stand ein sichtlich aufgeregter und nervöser Sakristan, ein älterer Herr und ehemaliger höherer Beamter. Sein Gesichtsausdruck verriet, dass seine Vorbereitungen eindeutig als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen sein. Allerdings gab er sich unschuldig, "Ich weiß ja nicht, ob und wie...". Natürlich gab es keine Eucharistie, der Sakristan zeigte sich entsprechend entrüstet und verwies immer wieder auf die Zeit mit dem einen Pfarrer damals. Sein Hauptargument: Wenn die Leute in die Kirche gehen, wollen sie auch Kommunion.

 

Als mein Vater dann mal zu Besuch war, musste er laut lachen. Er meinte, dass die selben Leute, die es als Jugendliche und junge Erwachsene gewohnt waren, nach der alten Ordnung nur selten zur Kommunion zu gehen, sich jetzt als Wortführer aufspielen, meckern und etwas fordern, was es früher auch nicht gab und womit sie damals auch gut gelebt haben.

 

Tatsächlich gab es dann ca. ein Jahre lang eine Art Kleinkrieg. Der Küster richtete noch mehrer Male alles für Kommunion und ließ vor und nach der Feier seiner Empörung freien lauf. Dann gab er seine Versuche mit dem winkenden Zaunpfahl auf.

 

Vor kurzem dann wurde die Wortgottesfeier von einem der Laien der Gemeinde vorbereitet. OK, Laie passt nicht ganz, Oberstudienrat und Religionslehrer. Jetzt sollte Kommnion gereicht werden. Seine Begründung:

1. Steht es in der Zeitung, dass die es demnächst ändern wollen, also fangen wir heute schonmal damit an.

2. Bin ich kein Angestellter der Kirche, mir können die nix.

 

Und.... was machte unser Sakristan? Er weigerte sich zunächst und bestand auf dem telefonischen Einverständnis des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden. "Man können doch nicht so einfach und nachher gibt das nur Ärger."

 

Übrigens sind die Wortgottesfeiern recht gut besucht. Selbst die "unbedingt-haben-Woller" zeigen sich von dem, was die beiden Pastoralreferenten immer vorbereiten recht begeistert und eigentlich klagt keiner mehr über die fehlende Kommunion.

bearbeitet von Prinzipal 8 Fuss
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Übrigens sind die Wortgottesfeiern recht gut besucht. Selbst die "unbedingt-haben-Woller" zeigen sich von dem, was die beiden Pastoralreferenten immer vorbereiten recht begeistert und eigentlich klagt keiner mehr über die fehlende Kommunion.

 

Danke für den Bericht. Mit Humor geht alles besser. Auch das Katholisch-Sein.

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Prinzipal 8 Fuss

Der Plan der Messfeiern in der Pfarrei gibt vor, dass ausser der Hauptkirche jede Gemeinde ein Wochenende im Monat ohne Messfeier hat. Der Kern der Reform und unabdingbare Forderung des Bistums Speyer ist die Sicherstellung einer regelmäßigen Heiligen Messe an jedem Sonntagmorgen in der Hauptkirche. Diese Messfeier hat Vorrang, die anderen Pfarreien müssen sich da unterordnen.

Dieser Vorrand geht sogar soweit, dass diese Kirche ihre Gottesdienstzeiten behält, während alle anderen Gemeinde der Seelsorgeeinheit sich an neue Uhrzeiten gewöhnen müssen.

 

Aufgrund der inzwischen gewordenen Größe der Pfarrei bleibt es daher nicht aus, dass jede der kleineren Gemeinden ein "Wortgottesfeier-Wochenende" im Monat hat.

 

Diesen Umstand wird man akzeptieren müssen. Akzeptieren auch mit Abstand die meisten der Schäfchen.

 

Man darf nicht vergessen, dass diese Strukturreform spätestens in 15 Jahren hinfällig ist. Ich bin durch Wohnort und meine Orgeldienste mit zwei solcher Großpfarreien verbunden. Der jüngste der insgesamt 5 Priester ist 46, schon 2025 werden 4 der 5 das Rentenalter erreichen oder überschritten haben. Darin sehe ich aber kein Problem, aus gegebenen Anlass hatte ich 2012 in den beiden Pfarreien mit einem Ordensmann zu tun, der in Südamerika als Missionar tätig ist. Aus gesundheitlichen Gründen musste er für ein Jahr nach Deutschland zurück und sprang bei uns mit ein.

 

Sein Kommentar dazu, den Wortlaut konnte ich mir recht gut merken: "Die Deutschen meinen, ein Recht auf sonntägliche Messen zu haben. Bei uns in Peru kann ich nur einmal im Monat in jeder Pfarrei eine Messe halten." Damit verbunden war sein grundsätzliches Unverständnis, Christsein nur mit der Heiligen Messe und der Kommunion zu verbinden.

 

Meine Wohnort-Pfarrei ist da schon sehr viel weiter. Es ist abzusehen, dass spätestens in 15 Jahren die Zahl der möglichen Messen noch weiter sinkt. Der Liturgieausschuss erarbeitet daher eifrig Konzepte für sonntägliche Feiern, die zwar noch unter dem Dach und der Obhut eines Geistlichen oder eines bestellten Seelsorgers laufen, ansonsten aber vollständig von Laien durchgeführt und geleitet werden können. Ab Frühjahr des jetzt schon neuen Jahres wird ein erstes Konzept vorgestellt und erprobt werden.

bearbeitet von Prinzipal 8 Fuss
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Der Plan der Messfeiern in der Pfarrei gibt vor, dass ausser der Hauptkirche jede Gemeinde ein Wochenende im Monat ohne Messfeier hat. Der Kern der Reform und unabdingbare Forderung des Bistums Speyer ist die Sicherstellung einer regelmäßigen Heiligen Messe an jedem Sonntagmorgen in der Hauptkirche. Diese Messfeier hat Vorrang, die anderen Pfarreien müssen sich da unterordnen.

Dieser Vorrand geht sogar soweit, dass diese Kirche ihre Gottesdienstzeiten behält, während alle anderen Gemeinde der Seelsorgeeinheit sich an neue Uhrzeiten gewöhnen müssen.

 

Aufgrund der inzwischen gewordenen Größe der Pfarrei bleibt es daher nicht aus, dass jede der kleineren Gemeinden ein "Wortgottesfeier-Wochenende" im Monat hat.

 

Diesen Umstand wird man akzeptieren müssen. Akzeptieren auch mit Abstand die meisten der Schäfchen.

 

Man darf nicht vergessen, dass diese Strukturreform spätestens in 15 Jahren hinfällig ist. Ich bin durch Wohnort und meine Orgeldienste mit zwei solcher Großpfarreien verbunden. Der jüngste der insgesamt 5 Priester ist 46, schon 2025 werden 4 der 5 das Rentenalter erreichen oder überschritten haben. Darin sehe ich aber kein Problem, aus gegebenen Anlass hatte ich 2012 in den beiden Pfarreien mit einem Ordensmann zu tun, der in Südamerika als Missionar tätig ist. Aus gesundheitlichen Gründen musste er für ein Jahr nach Deutschland zurück und sprang bei uns mit ein.

 

Sein Kommentar dazu, den Wortlaut konnte ich mir recht gut merken: "Die Deutschen meinen, ein Recht auf sonntägliche Messen zu haben. Bei uns in Peru kann ich nur einmal im Monat in jeder Pfarrei eine Messe halten." Damit verbunden war sein grundsätzliches Unverständnis, Christsein nur mit der Heiligen Messe und der Kommunion zu verbinden.

 

Meine Wohnort-Pfarrei ist da schon sehr viel weiter. Es ist abzusehen, dass spätestens in 15 Jahren die Zahl der möglichen Messen noch weiter sinkt. Der Liturgieausschuss erarbeitet daher eifrig Konzepte für sonntägliche Feiern, die zwar noch unter dem Dach und der Obhut eines Geistlichen oder eines bestellten Seelsorgers laufen, ansonsten aber vollständig von Laien durchgeführt und geleitet werden können. Ab Frühjahr des jetzt schon neuen Jahres wird ein erstes Konzept vorgestellt und erprobt werden.

 

Das sag ich seit Jahren, daß "Priestermangel" etwas ist, was nicht bei uns herrscht, sondern in Südamerika. Und es gibt viele Möglichkeiten, trotzdem ausreichend Gottesdienste zu veranstalten. In Mitteleuropa sind nur die anderen Gottesdienstformen regelrecht ausgetrocknet worden. Und zwar weitgehend infolge einer Abstimmung mit den Füßen.

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Abstimmung mit den Füßen.

 

Was, so meine These, aber auch eine Frucht jahrzehntelang gepflegter und geförderter "Tabernakelfrömmigkeit" ist.

Anzuerkennen, dass der Herr auch im Wort bei uns ist, ist für viele ein großer Schritt.

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Der Plan der Messfeiern in der Pfarrei gibt vor, dass ausser der Hauptkirche jede Gemeinde ein Wochenende im Monat ohne Messfeier hat. Der Kern der Reform und unabdingbare Forderung des Bistums Speyer ist die Sicherstellung einer regelmäßigen Heiligen Messe an jedem Sonntagmorgen in der Hauptkirche. Diese Messfeier hat Vorrang, die anderen Pfarreien müssen sich da unterordnen.

Dieser Vorrand geht sogar soweit, dass diese Kirche ihre Gottesdienstzeiten behält, während alle anderen Gemeinde der Seelsorgeeinheit sich an neue Uhrzeiten gewöhnen müssen.

 

Aufgrund der inzwischen gewordenen Größe der Pfarrei bleibt es daher nicht aus, dass jede der kleineren Gemeinden ein "Wortgottesfeier-Wochenende" im Monat hat.

 

Diesen Umstand wird man akzeptieren müssen. Akzeptieren auch mit Abstand die meisten der Schäfchen.

 

Man darf nicht vergessen, dass diese Strukturreform spätestens in 15 Jahren hinfällig ist. Ich bin durch Wohnort und meine Orgeldienste mit zwei solcher Großpfarreien verbunden. Der jüngste der insgesamt 5 Priester ist 46, schon 2025 werden 4 der 5 das Rentenalter erreichen oder überschritten haben. Darin sehe ich aber kein Problem, aus gegebenen Anlass hatte ich 2012 in den beiden Pfarreien mit einem Ordensmann zu tun, der in Südamerika als Missionar tätig ist. Aus gesundheitlichen Gründen musste er für ein Jahr nach Deutschland zurück und sprang bei uns mit ein.

 

Sein Kommentar dazu, den Wortlaut konnte ich mir recht gut merken: "Die Deutschen meinen, ein Recht auf sonntägliche Messen zu haben. Bei uns in Peru kann ich nur einmal im Monat in jeder Pfarrei eine Messe halten." Damit verbunden war sein grundsätzliches Unverständnis, Christsein nur mit der Heiligen Messe und der Kommunion zu verbinden.

 

Meine Wohnort-Pfarrei ist da schon sehr viel weiter. Es ist abzusehen, dass spätestens in 15 Jahren die Zahl der möglichen Messen noch weiter sinkt. Der Liturgieausschuss erarbeitet daher eifrig Konzepte für sonntägliche Feiern, die zwar noch unter dem Dach und der Obhut eines Geistlichen oder eines bestellten Seelsorgers laufen, ansonsten aber vollständig von Laien durchgeführt und geleitet werden können. Ab Frühjahr des jetzt schon neuen Jahres wird ein erstes Konzept vorgestellt und erprobt werden.

 

Das sag ich seit Jahren, daß "Priestermangel" etwas ist, was nicht bei uns herrscht, sondern in Südamerika. Und es gibt viele Möglichkeiten, trotzdem ausreichend Gottesdienste zu veranstalten. In Mitteleuropa sind nur die anderen Gottesdienstformen regelrecht ausgetrocknet worden. Und zwar weitgehend infolge einer Abstimmung mit den Füßen.

Worüber haben die abgestimmt mit ihren Füßen?

Dass bei uns nicht wirklich Priestermangel herrscht, das glaub ich wohl auch.

Andererseits: Wenn wir haben wollen, dass die -relativ kleinen- Ortsgemeinden Bestand haben, dann brauchen die auch eine gottesdienstliche Mitte. Und weil's katholisch ist, sollte auch bei "Nicht-Messen" häufig die Möglichkeit bestehen, zur Kommunion zu gehen. Schließlich bringen wir sie ans Krankenbett, ins Altersheim und ich weiß nicht, wo sonst noch hin, ganz ohne Messfeier, warum also nicht der versammelten Gemeinde?

Freilich wäre es schön, wenn das Brot sichtbar von woanders zur Wort-Gottes-Feier begracht werden könnte. Aber eine feierliche Übertragung aus dem Tabernakel mit einem Hinweis auf die Messfeier, bei der es konsekriert wurde, tu's auch.

 

Ich weise immer darauf hin, wenn ich eine Wort-Gottes-Feier leite, und dass es andere nicht tun, ist so nicht in Ordnung. Der Ritus schreibt's eigentlich vor.

In unserer Pfarre gibt's mich, eine Religionslehrerin, den Pastoralassistenten und einen Diakon, die fallweise solche Feiern halten. Von unseren zwei Priestern ist einer ein Afrikaner, der studienhalber da ist und noch nicht ordentlich Deutsch kann und außerdem gerne mal einen Termin verschläft. (Manche Afrikaner sind so: Wir haben die Uhr, sie haben Zeit.) Und es gibt vier Pfarren und das Krankenhaus zu betreuen.

Es ist schon viel, wenn wenigstens einer von ihnen an den hohen Feiertagen da ist. Woanders, wo auch hoher Feiertag ist, ist er dann eben nicht.

 

Wie oft werd ich eingeteilt?

Etwa vier- bis fünfmal pro Jahr in der Pfarre und etwa ebenso oft in der Krankenhauskapelle.

Keine Gefahr, dass man zum Routinier wird.

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In Mitteleuropa sind nur die anderen Gottesdienstformen regelrecht ausgetrocknet worden. Und zwar weitgehend infolge einer Abstimmung mit den Füßen.

Ja, weil man den leuten eingetrichtert hat, dass es völlig nutzlos ist, in etwas anderes als eine Messe zu gehen. Messe, Messe, alles andere zählte nicht. So wurde ich auch noch erzogen. Die Messe zu versäumen, Ogott, wie schrecklich, alles andere nur wenn man wirklich nichts bessers zu tun hat.

Weiter oben wurde das Wort Tabernakelfrömmigkeit gebraucht, das geht in die gleiche Richtung.

In die Messe "muss" man auf jeden Fall, wegen der "schweren Sünde" die man begeht, wenn man sie versäumt, bei allem anderen ist es egal, warum also noch andere Gottesdienstformen?

 

Werner

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Franciscus non papa

Die "Eucharistiezentriertheit" vieler Menschen hat sicher nicht nur eine einzige Ursache.

 

Alle Versuche z.B. das Stundengebet in den Gemeinden heimisch zu machen, sind in der Fläche gescheitert. Nur zu besonderen Gelegenheiten wird mal eine Vesper gefeiert. Selbst viele Laientheologen sind mit dem Ablauf von Laudes, Vesper oder Komplet überfordert.

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In Mitteleuropa sind nur die anderen Gottesdienstformen regelrecht ausgetrocknet worden. Und zwar weitgehend infolge einer Abstimmung mit den Füßen.

Ja, weil man den leuten eingetrichtert hat, dass es völlig nutzlos ist, in etwas anderes als eine Messe zu gehen. Messe, Messe, alles andere zählte nicht. So wurde ich auch noch erzogen. Die Messe zu versäumen, Ogott, wie schrecklich, alles andere nur wenn man wirklich nichts bessers zu tun hat.

Weiter oben wurde das Wort Tabernakelfrömmigkeit gebraucht, das geht in die gleiche Richtung.

In die Messe "muss" man auf jeden Fall, wegen der "schweren Sünde" die man begeht, wenn man sie versäumt, bei allem anderen ist es egal, warum also noch andere Gottesdienstformen?

 

Werner

 

Ja, das kenne ich. Bei uns im Bistum Augsburg ist es noch besser. Zuerst wurde (siehe Zitat) den Leuten eingetrichtert, dass es nichts wichtigeres als die Eucharistiefeier gibt. Dann, als der Priestermangel sich langsam bemerkbar machte, wurde vor Jahren angefangen Wortgottesdienste mit Kommunionausteilung zu erlauben. Vor drei Jahren kam ein neuer Bischof, der vom ersten Tag an dagegen wetterte.

Jetzt ist es so:

Der Bischof hat, da er einen erheblichen Gegenwind erntete, sich darauf hin zurückgezogen, bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass er keine Wortgottesdienste wünscht und die Leute halt an den zentralen Eucharistieort fahren sollen, wenn bei ihnen keine Messe ist.

Jetzt gibt es Pfarrer (so wie unserer), die sich daran halten. Bei uns ist immer wieder mal keine Messe am Wochenende. Aber da man den Leuten eigentlich nicht den Grund dafür VERSTÄNDLICH mitgeteilt hat, sind sie natürlich entsprechend sauer. Ein paar wenige fahren dann in den Nachbarort aber die meisten bleiben halt einfach zu Hause.

In anderen Pfarreien werden einfach weiter Wortgottesdienste gefeiert, da der Bischof ja das Dekret nicht außer Kraft gesetzt hat.

 

So und jetzt versucht mal Euren Gemeindemitgliedern den Grund dafür zu erklären, dass im Nachbarbistum und überall verteilt im eigenen Bistum jeden Sonntag Wortgottesdienste gefeiert werden und in unserer Kirche genau das eine schwere Sünde wäre.

Das ist doch...

(Ach ja, zur Erklärung, ich bin einer dieser bösen Gottesdienstbeauftragten)

bearbeitet von thomas12
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Selbst viele Laientheologen sind mit dem Ablauf von Laudes, Vesper oder Komplet überfordert.

Ich bin nicht mal sicher, ob es an Überforderung liegt, aber aus meiner Erfahrung erschließt sich die Kraftquelle im Stundengebet erst, wenn man es ein paar Jahre lang täglich gebetet/gesungen hat, v.a. wenn man allein ist oder nur eine kleine bzw. untegelmäßig kommende Gruppe hat (in Klöstern, wo man sich in die Erfahrung von Jahrzehnten oder Jahrhunderten "hineinlegt", ist das etwas anderes: dort kann auch eine Einzelerfahrung fruchtbar sein).
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Vor drei Jahren kam ein neuer Bischof, der vom ersten Tag an dagegen wetterte.

 

 

Das hängt sicher mit dessen Erfahrungen in Diaspora-Bistümern zusammen. Da mault niemand, wenn er 20 km zur nächsten Hl. Messe fahren muß.

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Vor drei Jahren kam ein neuer Bischof, der vom ersten Tag an dagegen wetterte.

 

 

Das hängt sicher mit dessen Erfahrungen in Diaspora-Bistümern zusammen. Da mault niemand, wenn er 20 km zur nächsten Hl. Messe fahren muß.

 

Dem stimme ich zu 100% zu. Jedoch hat er da wohl nicht mit der Sturheit der "Eingeborenen" gerechnet. Bei uns ist das wirklich extrem. Die Entfernung zwischen unserer Kirche und dem "zentralen Eucharistieort" sind 1,3km. Den Leuten geht es nicht um das Fahren. Sie möchten einfach nicht verstehen, warum sie weniger Wert sein sollen als die Katholiken, welche im Nachbarort wohnen. Sie bleiben nicht wegen mangelnder Möglichkeiten zu Hause. Innerhalb gewisser Grenzen kann ich sie sogar verstehen.

Das Hauptproblem ist aber, dass man ihnen nicht zuerst verständlich erklärt hat, warum das jetzt so nötig ist und dann gewisse "Ausweichmöglichkeiten" zu schaffen in denen man sich dann trotzdem vor Ort versammeln kann. Statt dessen wurde über einen geschwurbelten Hirtenbrief, der von Fachausdrücken und Kirchenrechtsparagraphen nur so wimmelte das einfach so mitgeteilt. Unser Pfarrer ist auf diesen Zug natürlich sofort aufgesprungen, die Wortgottesfeiern waren ihm ja sowieso ein Dorn im Auge. Er hat nämlich ein Problem damit, wenn irgendwas in "seiner" Kirche nicht von seinen geweihten Händen gemacht wird. Andererseits würde er unsere Kirche am liebsten zusperren, weil er total überlastet ist....

Durch dieses ganze Theater ist unsere Gemeinde derart in Aufruhr. Fast der ganze Pfarrgemeinderat hat sich nicht mehr zur Wiederwahl aufstellen lassen, auch sonst sind viele Veranstaltungen und Gruppen, welche in den letzten Jahren aufgebaut wurden entweder mangels Gläubigen oder mangels Leitern eingestellt worden.

Es ist zum k...Mäuse melken.

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Vor drei Jahren kam ein neuer Bischof, der vom ersten Tag an dagegen wetterte.

 

 

Das hängt sicher mit dessen Erfahrungen in Diaspora-Bistümern zusammen. Da mault niemand, wenn er 20 km zur nächsten Hl. Messe fahren muß.

 

Das mag sein - aber er ist nun einmal nicht in der Diaspora Bischof, und es besteht ein erheblicher Unterschied zwischen einer feiernden Gemeinde und den Kunden eines Baumarktes. Er reduziert die Sonntagspflicht auf das Absitzen eines Gottesdienstes.

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Vor drei Jahren kam ein neuer Bischof, der vom ersten Tag an dagegen wetterte.

 

 

Das hängt sicher mit dessen Erfahrungen in Diaspora-Bistümern zusammen. Da mault niemand, wenn er 20 km zur nächsten Hl. Messe fahren muß.

 

auch sonst sind viele Veranstaltungen und Gruppen, welche in den letzten Jahren aufgebaut wurden entweder mangels Gläubigen oder mangels Leitern eingestellt worden.

Es ist zum k...Mäuse melken.

 

Bischof Zdarsa hat eine klare Diktion und drückt sich nicht um Probleme herum. Nicht Betrieb ist wichtig sondern Vertiefung des Glaubens. Wenn Gläubige jetzt nicht mehr Gruppen leiten etc., weil es in "ihrer" Kirche keine Wortgottesfeier gibt und sie stattdessen 1,3 km weiter zur Hl. Messe gehen sollen, dann stimmt etwas nicht. Und da liegt wohl auch die Wurzel für fehlende Berufungen.

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Bischof Zdarsa hat eine klare Diktion und drückt sich nicht um Probleme herum. Nicht Betrieb ist wichtig sondern Vertiefung des Glaubens.

 

Ah ja. Das kann ich verstehen. Allerdings würde ich diesen Sachverhalt anders ausdrücken: Er will die aktive Kirche gesundschrumpfen.

 

Zumindest dann, wenn es tatsächlich so wäre und Leute genau wegen seiner Vorgaben nicht mehr in die Kirche gehen.

 

Nebenbei: Deine Aussage impliziert, dass Wortgottesfeiern mit Kommunionausteilung eine Verflachung des Glaubens darstellen, und dass Betrieb und Vertiefung des Glaubens Gegensätze sind. Ich denke wohl, dass man darüber diskutieren könnte (allerdings wohl nicht mit Bischof Zdarsa).

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Das hängt sicher mit dessen Erfahrungen in Diaspora-Bistümern zusammen. Da mault niemand, wenn er 20 km zur nächsten Hl. Messe fahren muß.

 

Das ist gut. Man muss die Kirche nur zur Diaspora entwickeln, dann sind die Verbliebenen dankbar, dass überhaupt noch irgendwo was läuft.

 

Nun ja. Auch eine Möglichkeit. Natürlich, die wird irgendwann wohl mal kommen, aber dass man sie künstlich beschleunigt?

Wir hatten in unserem Bistum diese Entwicklung in den 1970ern. Mit so destruktiven Folgen, dass man da heute noch mit Grausen zurückdenkt und alles daran setzt, Gemeinden möglichst regelmäßig mit Eucharistiefeiern bzw. Wortgottesfeiern mit Kommunionausteilung ausstatten zu können - wobei einige Gemeinden gar nicht das Letztere wollen und brauchen, sondern selber recht gute Wortgottesdienste zustande bringen, ganz ohne (bei uns immer ehrenamtlichen) Diakon. Aber warum sollte man einer Gemeinde, die sowas will - wenn ein Diakon vorhanden ist und dieser auch bereit ist, so etwas zu machen - eine Wortgottesfeier mit Kommunionausteilung verweigern? Man kann die Dinger doch so gestalten, dass jeder merkt, dass es sich nicht um eine Eucharistie handelt. Bei uns ist es üblich, dass die Diakone das sogar oftmals ausdrücklich gleich am Anfang erklären, außerdem kann man eine auffällig abweichende Liturgie für sowas gestalten. Dann merkts der Blinde mit Krückstock auch noch.

 

Klar ist das eine Stärkung der Position der Geistlichen in der Gemeinde. Ja und?

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Bischof Zdarsa hat eine klare Diktion und drückt sich nicht um Probleme herum. Nicht Betrieb ist wichtig sondern Vertiefung des Glaubens. Wenn Gläubige jetzt nicht mehr Gruppen leiten etc., weil es in "ihrer" Kirche keine Wortgottesfeier gibt und sie stattdessen 1,3 km weiter zur Hl. Messe gehen sollen, dann stimmt etwas nicht. Und da liegt wohl auch die Wurzel für fehlende Berufungen.

 

Der primäre Grund für den Aufruhr ist nicht, dass es bei uns keine WGF gibt, sondern der Umgang mit unserer Gemeinde. Uns wird bei jeder nur möglichen Gelegenheit verdeutlicht, dass alle "Leistungen" die wir erhalten, nur Ausdruck der besonderen "Gnade" unserer Vorsteher sind und wir kein Recht auf irgendwas haben. Das das die Leute ärgert ist doch verständlich. Bei uns werden zum Beispiel Maiandachten, welche einige engagierte Gemeindemitglieder bereits seit Jahren halten, untersagt, weil zur selben Zeit in der Zentralkirche ein "Mariensingen" (was nichts anderes ist als ein Konzert mit einem geistlichen Vorwort) stattfindet. Ehrenamtlichen, die zehnmal so lange in der Gemeinde als der derzeitige Pfarrer aktiv sind, werden bei Vorsprache und Aufzeigen von Problemen aufgefordert, doch aufzuhören dann würde das Gremium halt aufgelöst oder mit einem Gremium in der Zentrale "zwangsverheiratet".

 

Das mit den fehlenden Berufungen ist so auch nicht richtig. Unsere letzte Primiz ist noch nicht mal fünf Jahre her. Auch gibt es bei uns jemanden, von dem ich weiß, dass er sich auf dem Weg zum ständigen Diakonat befindet.

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Bischof Zdarsa hat eine klare Diktion und drückt sich nicht um Probleme herum. Nicht Betrieb ist wichtig sondern Vertiefung des Glaubens.

 

Ah ja. Das kann ich verstehen. Allerdings würde ich diesen Sachverhalt anders ausdrücken: Er will die aktive Kirche gesundschrumpfen.

 

 

 

Das ist nicht die Absicht. Gerade die aktiven Christen sollen nicht in blinde Betriebsamkeit verfallen, sondern das Wesentliche suchen. Man denkt immer, die "Macher" in den Gemeinden seien nicht das Problem und hätten auch keine, sondern die Fernstehenden und Passiven. Dabei ist die spirituelle Bildung der aktiven Gruppe der Schlüssel für eine gute Gemeinde.

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Bischof Zdarsa hat eine klare Diktion und drückt sich nicht um Probleme herum. Nicht Betrieb ist wichtig sondern Vertiefung des Glaubens. Wenn Gläubige jetzt nicht mehr Gruppen leiten etc., weil es in "ihrer" Kirche keine Wortgottesfeier gibt und sie stattdessen 1,3 km weiter zur Hl. Messe gehen sollen, dann stimmt etwas nicht. Und da liegt wohl auch die Wurzel für fehlende Berufungen.

 

Der primäre Grund für den Aufruhr ist nicht, dass es bei uns keine WGF gibt, sondern der Umgang mit unserer Gemeinde. Uns wird bei jeder nur möglichen Gelegenheit verdeutlicht, dass alle "Leistungen" die wir erhalten, nur Ausdruck der besonderen "Gnade" unserer Vorsteher sind und wir kein Recht auf irgendwas haben. Das das die Leute ärgert ist doch verständlich. Bei uns werden zum Beispiel Maiandachten, welche einige engagierte Gemeindemitglieder bereits seit Jahren halten, untersagt, weil zur selben Zeit in der Zentralkirche ein "Mariensingen" (was nichts anderes ist als ein Konzert mit einem geistlichen Vorwort) stattfindet. Ehrenamtlichen, die zehnmal so lange in der Gemeinde als der derzeitige Pfarrer aktiv sind, werden bei Vorsprache und Aufzeigen von Problemen aufgefordert, doch aufzuhören dann würde das Gremium halt aufgelöst oder mit einem Gremium in der Zentrale "zwangsverheiratet".

 

Das mit den fehlenden Berufungen ist so auch nicht richtig. Unsere letzte Primiz ist noch nicht mal fünf Jahre her. Auch gibt es bei uns jemanden, von dem ich weiß, dass er sich auf dem Weg zum ständigen Diakonat befindet.

 

Ja ja, der Umgangston der Hauptamtlichen könnte öfters besser sein. Nur wird das mit Aufruhr nicht besser. Wutbürgerei in kirchlichen Dingen ist nicht spirituell fundiert.

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Bischof Zdarsa hat eine klare Diktion und drückt sich nicht um Probleme herum. Nicht Betrieb ist wichtig sondern Vertiefung des Glaubens. Wenn Gläubige jetzt nicht mehr Gruppen leiten etc., weil es in "ihrer" Kirche keine Wortgottesfeier gibt und sie stattdessen 1,3 km weiter zur Hl. Messe gehen sollen, dann stimmt etwas nicht. Und da liegt wohl auch die Wurzel für fehlende Berufungen.

 

Der primäre Grund für den Aufruhr ist nicht, dass es bei uns keine WGF gibt, sondern der Umgang mit unserer Gemeinde. Uns wird bei jeder nur möglichen Gelegenheit verdeutlicht, dass alle "Leistungen" die wir erhalten, nur Ausdruck der besonderen "Gnade" unserer Vorsteher sind und wir kein Recht auf irgendwas haben. Das das die Leute ärgert ist doch verständlich. Bei uns werden zum Beispiel Maiandachten, welche einige engagierte Gemeindemitglieder bereits seit Jahren halten, untersagt, weil zur selben Zeit in der Zentralkirche ein "Mariensingen" (was nichts anderes ist als ein Konzert mit einem geistlichen Vorwort) stattfindet. Ehrenamtlichen, die zehnmal so lange in der Gemeinde als der derzeitige Pfarrer aktiv sind, werden bei Vorsprache und Aufzeigen von Problemen aufgefordert, doch aufzuhören dann würde das Gremium halt aufgelöst oder mit einem Gremium in der Zentrale "zwangsverheiratet".

 

Das mit den fehlenden Berufungen ist so auch nicht richtig. Unsere letzte Primiz ist noch nicht mal fünf Jahre her. Auch gibt es bei uns jemanden, von dem ich weiß, dass er sich auf dem Weg zum ständigen Diakonat befindet.

 

Ja ja, der Umgangston der Hauptamtlichen könnte öfters besser sein. Nur wird das mit Aufruhr nicht besser. Wutbürgerei in kirchlichen Dingen ist nicht spirituell fundiert.

Ja, die Schafe sollen Schafe sein und brav blöken, dann ist alles bestens.

 

Werner

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Das ist nicht die Absicht.

 

Stimmt. Habe ich falsch formuliert. Er will die Kirche nicht gesundschrumpfen, aber er wird sie gesundschrumpfen, wenn er so weitermacht. Denn es wird weiterhin Wutbürgerei auch in der Kirche geben (im übrigen - warum soll dieses Phänomen in der Kirche unpassender sein als im Zivilleben), und sowas provoziert man halt unter anderem auch - und ganz besonders - durch suboptimales Verhalten der Hauptamtlichen.

 

Man muss nicht vorsätzlich immer davon ausgehen, dass das Kirchenvolk eh gegen alles ist und eh keine Ahnung hat, und als Angehöriger eines diözesanen Leitungsgremiums bzw. als Diözesanbischof weiß man allemal, wo es langgeht, denn das Bischofsamt ist ein Leitungsamt und man hätte es ja nicht bekommen, wenn man dann nicht so richtig und fest leiten sollte. Das ist auch eine Plage in der Wirtschaft, auf diese Weise ruiniert sich gerade ein Autohaus hier in der Stadt, welches unter alter Führung mal ein Vorzeigebetrieb war. Die Hälfte der Belegschaft hat bereits gekündigt, der Rest hat resigniert und der Kunde merkts und ist verstimmt. Es gibt viel mehr Ähnlichkeiten zwischen Kirche und "anderen" Unternehmen, und zwar genau deswegen, weil menschliche Interaktionssystematiken in beiden Bereichen gelten.

 

Ich kann nur nochmals auf unsere eigene Kirchengeschichte zurückblicken. Da hat man die ganzen 1970er und 1980er durch aufgrund von Finanznot eine Gemeinde nach der anderen geschlossen und hat vor Ort nur noch Alibigottesdienste gemacht. Das Argument war, dass ja immer Leute mit dem Auto da sind, die ja auch andere mitnehmen könnten, in die noch bestehende Nachbargemeinde. Die Folge war, dass Leute, die vorher in ihrer Gemeinde durchaus aktiv waren, nachher definitiv weg waren. Fort. Die sind nicht in die Nachbargemeinde gekommen, weil sie sich nicht über dort identifiziert haben. Aufgabe des Geistlichen vor Ort war gleichbedeutend mit dem faktischen Untergang der Gemeinde.

 

Klar kann man nun sagen, dass den Leuten eben die Spiritualität und das Verständnis für das Bistum (bei uns ist es weniger die Weltkirche) gefehlt hat. Nur war ich immer der Meinung, dass uns allen was fehlt. Und wenn die Kirche irgendwann nur noch für die Unfehlbaren da ist, dann können wir sie abschaffen. Dann braucht es sie nicht mehr. Oder um mit dem Asienmissionar Hudson Taylor zu sprechen: "Wenn irgendwo eine fehlerlose Kirche ist und ich trete ein, dann wird sie dadurch fehlerbehaftet.

 

Seit den Desastern der damaligen Zeit versuchen wir, so gut es irgendwie geht, jede Gemeinde zu erhalten, wenn es sein muss, mit einem Ehrenamtler (Diakon oder Priester), der nur Sachaufwandsentschädigungen von der Gemeinde erhält, sich aber ansonsten durch einen Zivilberuf oder durch Rente/Pension finanziert.

 

Fusionen gab es bei uns auch in jüngerer Zeit, diese sind aber durchgehend von den Gläubigen mitgetragen worden.

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Ich bin ohnehin der Meinung, daß es ein gravierender Fehler ist, Gemeinden zusammenzulegen. Im Gegenteil. Gemeinden mit weniger als 1.500 oder 2.000 Gläubigen haben meiner Erfahrung nach ein weitaus höheres Potential Ehrenamtler heranzuziehen und ein lebendiges Gemeindeleben zu generieren.

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