Shubashi

Syrien - wirklich ein moralisches Dilemma des Westens?

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vor 14 Stunden schrieb Aristippos:

Natürlich ist die Alternative eine militärische Lösung. Die wird gerade in Syrien implementiert, und zwar diejenige mit Assad. Das machen Putin, Erdogan und Rohani. Wer jetzt noch behauptet, in Syrien gebe es eine diplomatische Lösung, ist schlicht nicht zurechnungsfähig oder nimmt dies von seinen Zuhörern an.

 

Das ist ein Irrtum: eine diplomatische Lösung ist nicht möglich, weil die Welt nicht auf Deutschland hört!

In deutschen Leitartikeln, Talkshows und Parteigremien ist der Syrienkrieg längst beigelegt, unser Außenminister hat gerade erst einen schönen Plan vorgelegt, bei dem man erst verhandelt, dann Assad absetzt und schließlich freie Wahlen durchführt.

(Obwohl ich der Meinung bin, dass er ruhig etwas ehrgeiziger sein könnte: über die Einführung unserer hervorragenden deutschen Mülltrennung und den Bau neuer Gendertoiletten habe ich bisher nichts gehört.)

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik-anne-will-diplomatie-im-nebel-15544154.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

 

 

 

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vor 43 Minuten schrieb Shubashi:

 

Das ist ein Irrtum: eine diplomatische Lösung ist nicht möglich, weil die Welt nicht auf Deutschland hört!

In deutschen Leitartikeln, Talkshows und Parteigremien ist der Syrienkrieg längst beigelegt, unser Außenminister hat gerade erst einen schönen Plan vorgelegt, bei dem man erst verhandelt, dann Assad absetzt und schließlich freie Wahlen durchführt.

(Obwohl ich der Meinung bin, dass er ruhig etwas ehrgeiziger sein könnte: über die Einführung unserer hervorragenden deutschen Mülltrennung und den Bau neuer Gendertoiletten habe ich bisher nichts gehört.)

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik-anne-will-diplomatie-im-nebel-15544154.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

 

 

 

Aus dem Artikel:

Spezifisch deutsch ist allerdings die Mischung aus faktischer Einflusslosigkeit, die sich als Zurückhaltung vorstellt, mit dem tief verwurzelten Glauben, trotzdem alles besser zu wissen.

 

P.S. Wann fing es bei Dir an diesen Seppelhosen-Bierzelt-Humor zu übernehmen?

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Das fängt immer schon morgens an, wenn ich den DLF andrehe, gestern morgen z.B. gleich ein Interview mit Franziska Brantner, europpolitische Sprecherin der Grünen.

Nur ein einziger Satz daraus:

Zitat

...Weil ich diesen Krieg seit sieben Jahren verfolge und mich frage, was alles an Verurteilswertem in diesem Land passiert ist, und dass nie der Westen was getan hat, dass wir nicht wirklich alle Kraft da reingesetzt haben, dass sich Deutschland de facto in Schweigen immer gehüllt hat, dass Europa inaktiv war, keine Rolle gespielt hat, und dass wir auf einmal jetzt einen Trump haben, der erratisch auf einmal interveniert, und ich es nicht gutheißen kann, dass er ohne Plan und ohne Maß interveniert, andererseits es aber auch klar sein muss, dass Giftgaseinsatz Folgen hat, dass das Morden seiner eigenen Bevölkerung Konsequenzen hat und dass das nicht einfach nur Schwarz und Weiß ist.

...

Wenn jemand angeblich 7 Jahre diese Konflikt verfolgt und ernsthaft so einen Satz von sich gibt, ist Bierzelt-Sarkasmus eigentlich das einzige, was ich aufbringen kann.

Wenn Deutschland zum Syrien-Krieg eins nicht getan hat, dann sich in Schweigen gehüllt.

Den Rücktritt Assads forderte Frau Angela Merkel (im Verein mit Frau Catherine Ashton. Was macht die eigentlich momentan beruflich? Obwohl, Baroness von Upholland im Privy Council ist wohl eher eine "Würde", kein Beruf) bereits im August 2011.

Zitat

..Nur kurze Zeit nach den USA gab auch die EU eine Erklärung ab. EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton fordert gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und dem britischen Premierminister David Cameron Assads Rücktritt. Er habe "aus Sicht des syrischen Volkes jegliche Legitimität verloren". Deswegen sei es "notwendig für ihn, die Macht niederzulegen".

..

 

Gerade als Grüne könnte man sich eigentlich mal Gedanken machen, was das eigene Beiwerk zu dieser Situation war, sie spricht da ja so einfühlsam über die Rolle Russlands:

Zitat

...Wissen Sie, ich glaube, wir in Europa haben mittlerweile auch verstanden, dass es Putin stark darum geht zu zeigen, dass er Macht hat und dass er auch in der Region Macht hat. Aber eigentlich müssten wir ihm klarmachen, dass wenn er Macht beweisen will, dann kann er das nur tun, indem er den Frieden in Syrien auf den Weg bringt. Bomben kann er werfen, kann auch Trump werfen, aber eigentlich würde Macht bedeuten, dass man da einen friedlichen Prozess einleitet.

...

 

Wir erinnern uns: gerade die enorme große Klappe der EU in der Ukraine (allen voran die Grünen) führte 2013 mit dazu, dass damals erneut ein großer gewalttätiger Riss in Europa aufklaffte und Russland sich dazu entschied, dass seine geostrategischen Interessen am besten gewahrt würden, indem es auf eine konsequent disruptive Außenpolitik setzt, die jede Kooperation mit dem Westen allenfalls zum Schein verfolgt, ansonsten aber möglichst jede Art von Chaos fördert, die dem Westen eine strukturierte Verfolgung eigener Interessen unmöglich macht.

Diese Fehlentwicklung ist letztlich eine globale Katastrophe, weil sie eben jede Art von rationaler Aushandlung strategischer Interessen unmöglich macht. Dazu hat sich gezeigt, dass Russland möglicherweise sehr wohl in der Lage, auch westliche Zivilgesellschaften dermaßen zu manipulieren, dass auch dort disruptive Entwicklungen den rationalen politischen Prozess massiv beeinträchtigen. Das ist alles andere als konstruktiv, weil es die Grundlagen der Diplomatie untergräbt, auf die die EU doch angeblich so gern setzen möchte.

Dazu kommt, dass die EU über keinerlei überzeugende Machtoption verfügt, die diplomatischen Mechanismen wieder in Gang zu versetzen, und die USA in dieser Hinsicht heutzutage ebenfalls ausfallen. Der Westen hat in der islamischen Welt sehr lange auf die falschen Leute gesetzt und mit Gewalt furchtbare Verheerungen ausgelöst. Nur ist diese Welt eben auch von sich aus außerordentlich gewalttätig und akzeptiert Lösungen oft nur, wenn die Androhung einer gewissen strukturierten Machtausübung dahinter steht.

 

Sich jedenfalls irgendein fantastisch "Neverland" einzureden, in dem alle Rezepte der Konfliktbewältigung funktionieren, die man rein moralisch für opportun hält, bringt überhaupt nichts.

Da fände ich politisches Nichtstun und Achselzucken wenigstens realistischer, mit der Option, irgendwann zielführendere Wege zu entwickeln.

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Ich bin ja bei Dir, wie man so schön sagt, nur wäre der gleiche Fleiß, zur Abwechslung mal die AfD zu düpieren, wohltuend. Pardon, ich meine natürlich ganz persönliche Einzelmeinungen eines bedeutungslosen Mitgliedes der AfD ...

 

P.S. aktuelles Netmeme:

In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt. [Egon Bahr]

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vor 46 Minuten schrieb teofilos:

Ich bin ja bei Dir, wie man so schön sagt, nur wäre der gleiche Fleiß, zur Abwechslung mal die AfD zu düpieren, wohltuend. Pardon, ich meine natürlich ganz persönliche Einzelmeinungen eines bedeutungslosen Mitgliedes der AfD ...

 

P.S. aktuelles Netmeme:

In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt. [Egon Bahr]

 

Ehrlich gesagt, wüsste ich nicht warum man diese politisch-inhaltlich irrelevante Partei durch übertriebene Aufmerksamkeit aufwerten sollte. Diese Leute haben zu überhaupt keiner Krise irgendwas beizutragen, sondern stellen das panisch-egoistische Bauchgefühl dar, sich vor jeder Katastrophe möglichst verkriechen oder einmauern zu können, egal wie die realen Folgen sind. Die Katastrophen der Welt verschwinden aber weder vor hysterisch-utopistischen Sehnsüchten noch vor rücksichtslosen "Rette-mich-zuerst"-Instinkten.

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vor einer Stunde schrieb teofilos:

Ich bin ja bei Dir, wie man so schön sagt, nur wäre der gleiche Fleiß, zur Abwechslung mal die AfD zu düpieren, wohltuend. Pardon, ich meine natürlich ganz persönliche Einzelmeinungen eines bedeutungslosen Mitgliedes der AfD ...

 

P.S. aktuelles Netmeme:

In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt. [Egon Bahr]

Weißt du was ein tu quoque Argument ist?

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vor 18 Minuten schrieb Shubashi:

 

Ehrlich gesagt, wüsste ich nicht warum man diese politisch-inhaltlich irrelevante Partei durch übertriebene Aufmerksamkeit aufwerten sollte. Diese Leute haben zu überhaupt keiner Krise irgendwas beizutragen, sondern stellen das panisch-egoistische Bauchgefühl dar, sich vor jeder Katastrophe möglichst verkriechen oder einmauern zu können, egal wie die realen Folgen sind. Die Katastrophen der Welt verschwinden aber weder vor hysterisch-utopistischen Sehnsüchten noch vor rücksichtslosen "Rette-mich-zuerst"-Instinkten.

Sicher. Nur, ... ach, ist auch egal.

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