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Xamanoth

Der Begriff des Rechten und Linken

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Xamanoth

 

Liebe Forengemeinde,

mir ist mehrfach aufgefallen, dass die geschätzte Community unter den Begriffen des „Rechten“ wie auch des „Linken“ erkennbar etwas anderes versteht als ich, was mich veranlasst, mein Verständnis der jeweiligen Begrifflichkeiten zur Diskussion zu stelen.

 

Zuvor: Ich halte weder „schuld“ noch „moral“ für politische Kategorien von Relevanz (hier kann man den ethischen Bezug dieses Threads gerne sehen – das sei nämlich herzlichst zur Diskussion angeboten.

Infolgedessen geht es nicht um „gut“ und „böse“; es geht um deskriptive, nicht normative Kategorien.

 

Was ist „rechts“?

M.E. sind es drei Kategorien, die den Begriff des politisch Rechten ausmachen:

- Legalität

- Subsidiarität

- Identität

 

a) Was ist Legalität

Rechtsstaatsprinzip. Das geschriebene Recht muss herrschen. Thats it im Prinzip. Das ist erheblich wichtiger als die Frage, wie das Staatsoberhaupt bestimmmt wird (etwa durch Wahl oder Erbfolge). Es geht um ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber der menschlichen Natur und Moralität, ausgehend von einer grundsätzlichen Verführbarkeit des Menschen. Selbst der reinste, gottähnlichste Mensch griff bald zum Apfel. Es ist unmöglich angesichts der prinzipiellen menschlichen Fehlbarkeit, eine ideale Gesellschaft zu schaffen.

 

Was folgt daraus?

Ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber den Machthabern und daher die Notwendigkeit, Macht prinzipiell zu kontrollieren und zu beschränken. Checks and balances. Gewaltenteilung. Die Gesetzesbindung der gesamten Staatsgewalt, die gerichtliche Kontrolle jeder Staatshandlung. Ein Staat, in der die Regierenden glauben, über dem Recht zu stehen, ist ein schlechter Staat. Ein absolutes Strafverständnis. Unrecht ist ein Übel, und Unrecht wird aus der Welt geschafft, indem man dem Übeltäter übel tut. Dies natürlich – weil siehe oben – gerichtlich überprüfbar und legislativ gebunden. Soviel zur Legalität.

 

b) Was ist Subsidiarität

Nur in einem Scheinwiderspruch zu obrigen Grundsatz stehend folgt ein Elementarvertrauen in menschlichen Leistungswillen und menschlichen Verstand, also die Fähigkeit eines jeden Menschen, selbst zu beurteilen, wie er sein Leben gestalten will, und die eigenen Angelegenheiten selbst zu regeln. Also soll das Kollektiv nur regeln, was die jeweils kleinere Einheit nicht regeln kann. Sprich: Grundmisstrauen in menschliche Moralität bei gleichzeitigem Grundvertrauen in menschlichen Verstand. Als Kollektive gelten hierbei nachfolgende in folgender Hiearchie:

- Individuum / Familie

- Kommune

- Land

- Bundesstaat

- Suprastaatliche Instanzen.

Die jeweils übergeordnete Einheit hat nicht zu regeln, was die untergeordnete regeln kann. Daher die grundsätzliche „Europaskepzis“. Subsidiarität bedeutet Liberalität.

 

c) identität

Das vorstehend beschriebene Urvertrauen in die menschliche Vernunftfähigkeit ist nur möglich, wenn ein Grundvertrauen in die vernunftbildenden Institutionen bestehen, die vorstaatlich und quasi urtümlich sind, als da wären

- Familie

- Heimat

- Religion

 

Ein freiheitliches Staatswesen kommt ohne derartige substaatliche Identitätskonstrukte nicht aus. Daher sollte ihnen besonderers Augenmerk und Schutz des Gemeinwesens zukommen.. Ich verzichte aus Zeitgründen auf eine Definition, kann diese aber bei Bedarf gerne nachreichen.

 

Rechts sein heißt also ein Bekenntnis zu

- Legalität

- Subsidiarität

- Identität.

Weil ich mich hierzu bekenne, bin ich ein Rechter.

 

2. Was ist Rechtsradikalismus / Rechtsextremismus

Politische Gesinnungen sind kein Badewasser, das ab einem bestimmten Punkt zu heiß ist. Ich halte „Rechtsradikalismus“ zum "Rechten“ nicht für eine Steigerung, sondern für ein Aliud.

 

Modell des „Rechtsradikalen“ sind die als faschistisch bezeichneten Autokratien des 20. Jh.; voran die „Nationalsozialisten“. Kennzeichnend hierfür sind folgende Punkte:

a) Eine Konzentration der Staatsmacht auf eine kleine Gruppe oder Einzelperson und Durchsetzung der Staatsbestrebungen einerseits gewaltsam, andererseits rcchtlich und justiziell unkontrolliert

b) Eine Auflösung der Volkseinheit zugunsten pseudowissenschaftlicher „Rassekriterien“. Musterbeispiel sind die Nationalsozialisten, die einige der produktivsten, gebildesten Mitglieder des Deutschen Volkes auf grundlage eines absurden Biologismusses aus dem Volk ausgrenzten und im Gegenzug auf Grundlage ebenfalls pseudowissenschaftlicher Grundlagen Teile etwa des polnischen Volkes dem deutschen Volk zuschlugen.

c) Millitärischer Expansionsmus, zumindest im Grundsatz.

 

Trivialisiert gesagt: Wer a, b und/oder c) vertritt, ist rechtsradikal. Rechtsextremist ist jemand, der den Rechtsradikalismus gewaltsam durchsetzen will. Ich schreibe ggf. morgen etwas zu meinem Begriff des linken, aber ich möchte zunächst dies gerne zur Diskussion stellen. Ich habe bewusst auf mein eigenes, bisheriges Verständnis dieser Begrifflichkeiten abgestellt, und auf einen Abgleich mit Wikipedia z.B. verzichtet. Ich halte diese Diskussion für wichtig, weil heutzutage "rechts" m.E. ohne jede Substanz einerseits mit "Rechtsradikal" gleichgesetzt andererseits als irgenwie böse gelten.

bearbeitet von Frank
Textformatierung lesbar gemacht
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mn1217

Nicht gut lesbar.

Die Definition von rechts teile ich nicht.

Im Uebrigen sind diese Kategorisierungen nicht unbedingt hilfreich.

bearbeitet von mn1217

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Xamanoth
vor 15 Minuten schrieb mn1217:

Nicht gut lesbar.

Die Definition von rechts teile ich nicht.

Im Uebrigen sind diese Kategorisierungen nicht unbedingt hilfreich.

Ja, ich habe das aus Word kopiert weil sich da längere Texte besser schreiben lassen.

 

darf ich fragen was du an der gegebenen Definition und der Abgrenzung des „rechten“ vom Rechtsradikalen für falsch hälst? 

 

Es stimmt, dass derartige Kategorisierungen nicht hilfreich sind, wenn man sie als moralische Etiketten versteht; wenn man sie versucht mit Inhalten zu füllen, kann das zum Verständnis beitragen.

 

Ich stütze mich auf das, was mir unter anderem von Hobbes, Kant, Smith, Schmitt sowie meinem Staatsrechtsstudium im Gedächtnis geblieben ist.

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mn1217

Damit muss aber niemand übereinstimmen.

Ich würde eventuell mehr schreiben,wenn ich den Text komplett lesen könnte. So besteht doch eine Gefahr, etwas misszuverstehen.

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Xamanoth

Ich hab zumindest mal die Schriftgröße erhöht. Natürlich muss mit diesen Kriterien niemand übereinstimmen. Es ist eine Diskussionsgrundlage. Wie ist denn dein Begriff, den du alternativ verwendest?

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nannyogg57

Ich finde Xamanoths Statement interessant.

 

Ich will jetzt noch das über die Linken lesen.

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mn1217

Wenn ich es dann lesen kann...

 

Das, was vom Rechten zu lesen ist, ist reines Schönreden und Darstellen des Rechten als  "gut". Von wegen nicht moralisierend.

 

Ich würde weder Legalität noch Subsidiarität als rechts bezeichnen. Auch nicht als links, beide Begriffe entziehen sich meines Erachtens der Schubladen.

 

Und wir hätten auch wichtigere Themen als die Schubladen.

Es ist ohnehin klar, dass die Rechten die Guten und die Linken die Bösen sind, das ist hier ja nix Neues.

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Xamanoth
vor 3 Minuten schrieb mn1217:

Wenn ich es dann lesen kann...

 

Das, was vom Rechten zu lesen ist, ist reines Schönreden und Darstellen des Rechten als  "gut". Von wegen nicht moralisierend.

 

Ich würde weder Legalität noch Subsidiarität als rechts bezeichnen. Auch nicht als links, beide Begriffe entziehen sich meines Erachtens der Schubladen.

 

Und wir hätten auch wichtigere Themen als die Schubladen.

Es ist ohnehin klar, dass die Rechten die Guten und die Linken die Bösen sind, das ist hier ja nix Neues.

Da du das anders zu sehen scheinst ist das keineswegs „klar“. Schönreden muss man nur was nicht schön ist. Warum ist das rechte für dich nicht schön?

 

Legalität taucht bei jedem Rechten Denker als zentral auf, schon bei Plutarch. 

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Flo77

Ich war mal so frei Xamanoths Text in was Lesbares zu formatieren (und hab bei der Gelegenheit ein paar Typos korrigiert):

 

 

"Liebe Forengemeinde,

 

mir ist mehrfach aufgefallen, dass die geschätzte Community unter den Begriffen des „Rechten“ wie auch des „Linken“ erkennbar etwas anderes versteht als ich, was mich veranlasst, mein Verständnis der jeweiligen Begrifflichkeiten zur Diskussion zu stellen.

 

Zuvor: Ich halte weder „Schuld“ noch „Moral“ für politische Kategorien von Relevanz (hier kann man den ethischen Bezug dieses Threads gerne sehen – das sei nämlich herzlichst zur Diskussion angeboten). Infolgedessen geht es nicht um „gut“ und „böse“; es geht um deskriptive, nicht normative Kategorien.

 

Was ist „rechts“?

M.E. sind es drei Kategorien, die den Begriff des politisch Rechten ausmachen: - Legalität - Subsidiarität - Identität

a) Was ist Legalität?

Rechtsstaatsprinzip. Das geschriebene Recht muss herrschen. Thats it im Prinzip. Das ist erheblich wichtiger als die Frage, wie das Staatsoberhaupt bestimmt wird (etwa durch Wahl oder Erbfolge). Es geht um ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber der menschlichen Natur und Moralität, ausgehend von einer grundsätzlichen Verführbarkeit des Menschen. Selbst der reinste, gottähnlichste Mensch griff bald zum Apfel. Es ist unmöglich angesichts der prinzipiellen menschlichen Fehlbarkeit, eine ideale Gesellschaft zu schaffen.

Was folgt daraus?

Ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber den Machthabern und daher die Notwendigkeit, Macht prinzipiell zu kontrollieren und zu beschränken. Checks and balances. Gewaltenteilung. Die Gesetzesbindung der gesamten Staatsgewalt, die gerichtliche Kontrolle jeder Staatshandlung. Ein Staat, in der die Regierenden glauben, über dem Recht zu stehen, ist ein schlechter Staat. Ein absolutes Strafverständnis. Unrecht ist ein Übel, und Unrecht wird aus der Welt geschafft, indem man dem Übeltäter übel tut. Dies natürlich – weil siehe oben – gerichtlich überprüfbar und legislativ gebunden. Soviel zur Legalität.

 

b) Was ist Subsidiarität?

Nur in einem Scheinwiderspruch zu obigen Grundsatz stehend folgt ein Elementarvertrauen in menschlichen Leistungswillen und menschlichen Verstand, also die Fähigkeit eines jeden Menschen, selbst zu beurteilen, wie er sein Leben gestalten will, und die eigenen Angelegenheiten selbst zu regeln. Also soll das Kollektiv nur regeln, was die jeweils kleinere Einheit nicht regeln kann. Sprich: Grundmisstrauen in menschliche Moralität bei gleichzeitigem Grundvertrauen in menschlichen Verstand. Als Kollektive gelten hierbei nachfolgende in folgender Hierarchie: - Individuum / Familie - Kommune - Land - Bundesstaat - Supra-staatliche Instanzen.

Die jeweils übergeordnete Einheit hat nicht zu regeln, was die untergeordnete regeln kann. Daher die grundsätzliche „Europaskeptzis“. Subsidiarität bedeutet Liberalität.

 

c) Identität

Das vorstehend beschriebene Urvertrauen in die menschliche Vernunftfähigkeit ist nur möglich, wenn ein Grundvertrauen in die vernunftbildenden Institutionen bestehen, die vorstaatlich und quasi urtümlich sind, als da wären - Familie - Heimat - Religion. Ein freiheitliches Staatswesen kommt ohne derartige sub-staatliche Identitätskonstrukte nicht aus. Daher sollte ihnen besonderes Augenmerk und Schutz des Gemeinwesens zukommen.. Ich verzichte aus Zeitgründen auf eine Definition, kann diese aber bei Bedarf gerne nachreichen.

 

Rechts sein heißt also ein Bekenntnis zu - Legalität - Subsidiarität - Identität.

 

Weil ich mich hierzu bekenne, bin ich ein Rechter.

 

2. Was ist Rechtsradikalismus / Rechtsextremismus Politische Gesinnungen sind kein Badewasser, das ab einem bestimmten Punkt zu heiß ist.

Ich halte „Rechtsradikalismus“ zum "Rechten“ nicht für eine Steigerung, sondern für ein Aliud. Modell des „Rechtsradikalen“ sind die als faschistisch bezeichneten Autokratien des 20. Jh.; voran die „Nationalsozialisten“.

 

Kennzeichnend hierfür sind folgende Punkte:

a) Eine Konzentration der Staatsmacht auf eine kleine Gruppe oder Einzelperson und Durchsetzung der Staatsbestrebungen einerseits gewaltsam, andererseits rechtlich und justiziell unkontrolliert

b) Eine Auflösung der Volkseinheit zugunsten pseudowissenschaftlicher „Rassekriterien“. Musterbeispiel sind die Nationalsozialisten, die einige der produktivsten, gebildetsten Mitglieder des Deutschen Volkes auf Grundlage eines absurden Biologismus' aus dem Volk ausgrenzten und im Gegenzug auf Grundlage ebenfalls pseudowissenschaftlicher Grundlagen Teile etwa des polnischen Volkes dem deutschen Volk zuschlugen.

c) Militärischer Expansionsmus, zumindest im Grundsatz.

Trivialisiert gesagt: Wer a, b und/oder c) vertritt, ist rechtsradikal.

Rechtsextremist ist jemand, der den Rechtsradikalismus gewaltsam durchsetzen will. Ich schreibe ggf. morgen etwas zu meinem Begriff des Linken, aber ich möchte zunächst dies gerne zur Diskussion stellen. Ich habe bewusst auf mein eigenes, bisheriges Verständnis dieser Begrifflichkeiten abgestellt, und auf einen Abgleich mit Wikipedia z.B. verzichtet. Ich halte diese Diskussion für wichtig, weil heutzutage "rechts" m.E. ohne jede Substanz einerseits mit "Rechtsradikal" gleichgesetzt andererseits als irgendwie böse gelten."

bearbeitet von Flo77

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Xamanoth

Danke! Diesen Elias muss ich endlich mal lesen. Der konnte offensichtlich mehr als Baalspriester schlachten.

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Flo77

Zur Kritik:

 

a), b) und c) sind sicherlich drei Grundsäulen eines funktionierenden Staatswesens, allerdings würde ich noch einen Pfosten dazu nehmen um das Dach zu stützen: d) Solidarität

 

Ohne  die Bereitschaft schwächere Glieder der Gemeinschaft zu unterstützen fehlt dem System meiner Meinung nach ein Abwehrmechanismus gegen soziale Unruhen und damit vor vermeidbaren existenziellen Krisen für das Staatswesen.

 

Schwierigkeiten habe ich mit dem Identitätsbegriff. Nicht, weil ich nicht ihn für essentiell für jede Ebene vom Individuum bis zum Staatsvolk hielte (im Gegenteil), sondern weil er in Deinem Text unbestimmt bleibt. Den Dreiklang Familie-Heimat-Religion würde ich formulieren als Glaube+Sitte+Heimat (übrigens das Motto katholischer Schützenvereine). Die Familie ist nach meinem Verständnis neben dem "Revier" (aka Kiez aka Wohnort) und der "Horde" (dazu weiter unten) aka Milieu aka Peergroup etc. originärer Teil der Heimat.

Allerdings - und da kommt die "Horde" ins Spiel - ist ein elementarer Bestandteil der Identität die Möglichkeit sich zu verständigen. Dazu gehört nicht nur die gemeinsame Sprache ("uns Sprooch es Heimat" war das Motto der diesjährigen Karnevalssession in Köln - von einigen Gruppen in den Zügen konterkariert mit "wir sprechen zwar unterschiedliche Sprachen, verstehen uns aber trotzdem") sondern auch und im Besonderen das gemeinsame Handeln was wiederum vom gemeinsamen Glauben und den damit verbundenen Vorstellungen sowohl von der Welt als auch der Anthropologie, Werten, Normen, etc. abhängt.

 

Und damit komme ich wieder zu a), denn auch das geschriebene Recht ist primär Ausdruck der Identität der am Gesetzgebungsprozess Beteiligten. Indirekt wirkt selbst jeder Wähler mit hinein, direkt bleibt es vor allem Ausdruck der Identität (bzw. der Nicht-Identität) der entscheidenden Personen. In einem optimalen System in dem alle in den Prozess eingebundenen Personen einen gemeinsamen übergeordneten Wertekanon um nicht zu sagen eine gemeinsame Identität (und damit sind wir wieder bei Glaube-Sitte-Heimat) teilen.

Eine Gefahr für das System sehe ich dann, wenn diese übergeordnete Identität nicht von allen Beteiligten geteilt wird und dadurch z.B. die Liberalität (die ja nun Ausdruck eines bestimmten Glaubens ist) zur Disposition stellt.

 

Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist die Charakterisierung eines Vertreters dieser drei bzw. vier Prinzipien als "rechts". Anders gesagt, das Beharren auf diese Punkte als "rechts" zu bezeichnen suggeriert, daß nicht nur diese Punkte Kern der politischen Idee sind. Um "rechts" zu sein müssen diese Faktoren noch mit bestimmten Vorstellungen von Wirtschaft, politischer Gewalt, Identität, u.ä. unterfüttert sein.

 

Der "Rechtsradikalismus" ist letztlich die Übertreibung der Identität unter Zurückdrängung der Legalität und des Subsidiaritätsprinzips zu Gunsten der ideologisch gewollten Strukturen. Wobei der Radikalismus grundsätzlich einen gewissen Hang zur Gewalt hat. Hier scheine ich mit Dir übereinzustimmen.

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Xamanoth

Das ist ziemlich treffend, aber

a ) Das ist ein Forenbeitrag, keine Diss 

 

b ) Mein Begriff von Identität IST schwammig. Ich habe dazu eine Reihe Aufsätze kluger Leute gelesen (ich kann hier die Sezession - hat auch eine volle Internetseite nur wärmstens empfehlen, m.E. das klügste politische Blatt im deutschsprachigen Raum), aber anders als zu Subsidiarität und Legalität keinen wirklich wissenschaftlichen Text.

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Flo77
vor 12 Minuten schrieb Xamanoth:

a ) Das ist ein Forenbeitrag, keine Diss

Kein Grund hinter Deinen Möglichkeiten zurückzubleiben.

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mn1217

Subsidiarität heisst, dass die größeren Einheiten es den kleineren auch ermöglichen, bestimmte Aufgaben wahrzunehmen. Das ist fern von "sich heraushalten".

Was das geltende Recht anbetrifft, das kommt ja nicht aus dem Nichts und ist sehr abhängig von der jeweiligen  Regierung. Und es kann tiefes Unrecht enthalten. Eine gewisse kritische Distanz schadet da nicht.

 

Glaube,Sitte, Heimat usw führt meistens zu Macho Allüren (oder umgekehrt?) und kann die Offenheit für Andere/s beeinträchtigen. Die Gefahr ist gross, sich auf sich selbst zurückzuziehen.

Und eine Welt zurück zu wünschen die  A nie so gut war?wie sie im Nachhinein scheint und B unwiderbringlich ist.

Frauen sind in diesen Welten ohnehin Menschen zweiter Klasse.

 

Identität wächst, wenn sie mit anderen Lebens- und Gedankenwelt konfrontiert wird. Sie kann bunter und vielfältiger,mindestens aber offener werden.  Das heisst ja nicht alles selbst zu übernehmen.  Aber das ein oder Andere... Was an Identität, die ja jeder einfach hat,rechts oder links sein soll,weiß ich nicht.

 

Ich versuche,diese Begriffe zu vermeidentifizieren, was aber alleine aus dem Sprachgebrauch kaum geht.

 

Flos Solidarität ist ja eher links besetzt.

 

 

 

 

bearbeitet von mn1217

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Werner001
30 minutes ago, mn1217 said:

Flos Solidarität ist ja eher links besetzt.

Weil der Begriff inzwischen übelst missbraucht wird. Das was man heute "Solidarität" nennt, istzu großen Teilen reine Umverteilung von denen, die man nicht mag, hin zu denen, die man mag. Eigentlich also reine Klientelpolitik. Das hat mit Solidarität im eigentlichen Sinn gar nichts mehr zu tun.

 

Werner

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Long John Silver
vor 11 Stunden schrieb Xamanoth:

Das ist ziemlich treffend, aber

a ) Das ist ein Forenbeitrag, keine Diss 

 

b ) Mein Begriff von Identität IST schwammig. Ich habe dazu eine Reihe Aufsätze kluger Leute gelesen (ich kann hier die Sezession - hat auch eine volle Internetseite nur wärmstens empfehlen, m.E. das klügste politische Blatt im deutschsprachigen Raum), aber anders als zu Subsidiarität und Legalität keinen wirklich wissenschaftlichen Text.

 

es wird dir nicht weiterhelfen, aber meine Auffassungvon rechts und links bezieht sich einzig auf extreme Vorstellungen (rechts waere das z.B. Bannon/Breitbart und diese Schiene, links weiss ich nicht auf anhieb, weil ich mich mit diesen Gruppierungen nicht beschaeftige. 

 

Ich persoenlich teile die welt (ausser bei diesen  extremen Erscheinungen) nicht in rechts oder links ein, sondern ob ich Schwachkoepfe (Fools) vor mit habe oder nicht. Zugegebenermassen ist das subjektiv, aber ich halte es mit diesem Song der von mir sehr verehrten Patti Smith:

 

https://www.youtube.com/watch?v=pPR-HyGj2d0

 

...to wrestle the earth from fools ... 

bearbeitet von Long John Silver

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mn1217

Also,wenn etwas missbraucht wird,ist das links? Missbrauch ist links?

Wie war das mit "nicht moralisieren"?

Rechts ist "schön"?.

Dann ist ja alles geregelt und die Diskussion unnötig.

Wer was Anderes schreibt,ist ohnehin böse.

Nix Neues im Forum. 

 

 

 

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mn1217

Auch Subsidiarität benötigt Umverteilung. Wenn kleine Einheiten Aufgaben übernehmen sollen,benötigen Sie dafür Mittel. Die sie von anderen bekommen.

 

Solidarität hat ja etwas mit Zusammenhalt zu tun. Der aber gefährdet ist,wenn sehr stark in Kategorien und Schubladen, in "wir"und "die" gedacht wird.und auch,wenn jeder nur an such denkt und nicht abgeben will. Ressourcen sind halt ungleich verteilt,daher ist Umverteilung notwendig.

Rechtes Denken geht oft mit Besitzstandswahrung einher. Da ist Solidarität dann eher unerwünscht. 

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Xamanoth
vor 5 Minuten schrieb mn1217:

Also,wenn etwas missbraucht wird,ist das links? Missbrauch ist links?

Wie war das mit "nicht moralisieren"?

Rechts ist "schön"?.

Dann ist ja alles geregelt und die Diskussion unnötig.

Wer was Anderes schreibt,ist ohnehin böse.

Nix Neues im Forum. 

 

 

 

Ich bitte höflichst darauf hinweisen zu dürfen , dass du den m.E. kategorial unpassenden Begriff des Schönen eingebracht hast. 

 

 Wieso soll „Missbrauch links“ sein? Das ergibt keinen Sinn. Und böse ist wer anderes schreibt nicht, im Gegenteil. Deine Begrifflichkeit scheint mit meiner nicht übereinzustimmen. Wenn du deinen Standpunkt darlegst, könnte eine Diskussion entstehen.

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Xamanoth
vor 21 Minuten schrieb mn1217:

Auch Subsidiarität benötigt Umverteilung. Wenn kleine Einheiten Aufgaben übernehmen sollen,benötigen Sie dafür Mittel. Die sie von anderen bekommen.

 

Solidarität hat ja etwas mit Zusammenhalt zu tun. Der aber gefährdet ist,wenn sehr stark in Kategorien und Schubladen, in "wir"und "die" gedacht wird.und auch,wenn jeder nur an such denkt und nicht abgeben will. Ressourcen sind halt ungleich verteilt,daher ist Umverteilung notwendig.

Rechtes Denken geht oft mit Besitzstandswahrung einher. Da ist Solidarität dann eher unerwünscht. 

Ein Gemeinwesen kann in Abgrenzung von „wir“ und „dir“ m.E. nicht einmal entstehen, geschweige bestehen. Und ja, Besitzstandswahrung ist Teil des Legalitätsprinzips, Eigentumsschutz ist Elementar für den Legalitätsgrundsatz.

 

Und Subsidiarität bedeutet natürlich Umverteilung bzw einerseits Monetärunterstützung bei Aufgaben, die zwar Lokal autonom organisiert, aber nicht finanziert werden können und Abnahme der Aufgaben, bei denen das nicht möglich ist.

 

Warum Frauen „Menschen zweiter Klasse“ sein sollten erschließt sich mir nicht.

bearbeitet von Xamanoth

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Mistah Kurtz
vor 14 Stunden schrieb Xamanoth:

Ja, ich habe das aus Word kopiert weil sich da längere Texte besser schreiben lassen.

 

 

Beim nächsten Mal mit Strg + Umschalttaste + V hier reinkopieren, dann  wird es als unformatierter Text übernommen.

 

Was rechts und links betrifft ... immer, wenn diese Frage diskutiert wird, denke ich ganz automatisch an ein Gedicht von Ernst Jandl:

 

Zitat

lichtung

   manche meinen
   lechts und rinks
   kann man nicht velwechsern
   werch ein illtum

 

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Xamanoth
vor 27 Minuten schrieb Long John Silver:

 

es wird dir nicht weiterhelfen, aber meine Auffassungvon rechts und links bezieht sich einzig auf extreme Vorstellungen (rechts waere das z.B. Bannon/Breitbart und diese Schiene, links weiss ich nicht auf anhieb, weil ich mich mit diesen Gruppierungen nicht beschaeftige. 

 

Ich persoenlich teile die welt (ausser bei diesen  extremen Erscheinungen) nicht in rechts oder links ein, sondern ob ich Schwachkoepfe (Fools) vor mit habe oder nicht. Zugegebenermassen ist das subjektiv, aber ich halte es mit diesem Song der von mir sehr verehrten Patti Smith:

 

https://www.youtube.com/watch?v=pPR-HyGj2d0

 

...to wrestle the earth from fools ... 

Schwachköpfe wie Gewalttäter passen m.E. in überhaupt keine sinnige Kategorie. Herr Bannon ist mir nach allem was ich bisher über ihn gelesen habe ziemlich symphatisch, aber da hast du sicher das bessere Bild.

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Flo77
vor 2 Stunden schrieb mn1217:

Glaube,Sitte, Heimat usw führt meistens zu Macho Allüren (oder umgekehrt?) und kann die Offenheit für Andere/s beeinträchtigen. Die Gefahr ist gross, sich auf sich selbst zurückzuziehen.

Und eine Welt zurück zu wünschen die  A nie so gut war?wie sie im Nachhinein scheint und B unwiderbringlich ist.

Frauen sind in diesen Welten ohnehin Menschen zweiter Klasse.

 

Identität wächst, wenn sie mit anderen Lebens- und Gedankenwelt konfrontiert wird. Sie kann bunter und vielfältiger,mindestens aber offener werden.  Das heisst ja nicht alles selbst zu übernehmen.  Aber das ein oder Andere... Was an Identität, die ja jeder einfach hat,rechts oder links sein soll,weiß ich nicht.

 

Ich versuche,diese Begriffe zu vermeidentifizieren, was aber alleine aus dem Sprachgebrauch kaum geht.

 

Flos Solidarität ist ja eher links besetzt.

Zum einen demonstrierst Du hier sehr plastisch, wie der "moderne" Mensch aus ideologischen Gründen die Idee der Identität als Phänomen unterhalb des Weltbürgertums sabotiert, ignoriert und demontiert und auf diese Weise eine natürliche Komponente des Menschseins (Revierverhalten und Gruppenbildung) versucht zu diskreditieren. Am Ende der "Modernität" steht der Roddenberrysche Totalitarismus, der mit einer liberalen Gesellschaft allerdings nichts mehr zu tun hat.

 

Darüber hinaus sind es gerade die Frauen, die durch ihre sozialen Kompetenzen und ihre Erziehungsarbeit überhaupt erst Familie/Heimat schaffen, Glauben und Werte vermitteln und die Sitten pflegen.

Was passiert, wenn sie das nicht mehr tun sieht man an unseren Schulen.

 

Nebenbei: Mir zu unterstellen, ich würde eine "linke" Form der Solidarität vertreten würde, finde ich gelinde gesagt seltsam.

bearbeitet von Flo77

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