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Synodaler Weg - schon versperrt?


Jan_Duever

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vor 38 Minuten schrieb Lothar1962:

Was soll man denn tun, wenn man als "normaler Gläubiger" nicht mehr diese Glaubenswahrheiten teilt?

 

 

Nun, wie schon Papst Johannes XXIII. sagte, es geht nicht darum, den Leuten die Wahrheit wie einen nassen Lappen ins Gesicht zu schlagen, sondern es geht um das Bemühen, die Botschaft verständlich zu erklären. Das wird dauern und kostet richtig viel Mühe, weil man eben sprichwörtlich bei Adam und Eva anfangen muß. Was natürlich mit einschließt, daß diese Lehre dennoch abgelehnt werden kann. Doch die wenigsten, die ich kenne und die sie ablehnen (das sind sehr viele), haben den anthropologischen und theologiscen Hintergrund überhaupt verstanden. Wie auch, erklärt ja bislang keiner.

 

Nur: wenn die Lehrer an der Front Demokratie Scheiße finden, nützt es a) nichts, wenn die sie beauftragende Landesregierung Demokratie gut findet und b) darf man sich nicht wundern, wenn das Volk die dann auch doof findet.

bearbeitet von rorro
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In die Zukunft kann auch ich nicht schauen, würde aber die Prognose wagen, dass sich Christentum in Europa - zumindest quantitativ - wieder auf seine Ursprünge zurückführen wird: kleine Herde, kein Massenphänomen mehr. Ob das gut oder schlecht ist, mag jeder selbst beurteilen.

 

Was ich überdies sehe und was sich am synodalen Prozess m. E. manifestiert ist, dass die Angst, klein und kleiner zu werden, gewissermaßen der horror vacui im Sonntagsamt und an der Kirchensteuerkasse, dazu führt, dass Bestrebungen aufgenommen werden, katholischen Glauben wieder mehrheitsfähig und attraktiver zu gestalten. Und zwar dergestalt, dass man Abstoßendes und evtl. Überforderndes (Sexualmoral, Hierarchie, Pflichten, die novissima) zumindest informell aufgibt, um die Kirche zur spirituell-individuellen Wohlfühloase zu transformieren, in der jeder alles findet, was ihm vorschwebt. Ob es nun in Konflikt zu Offenbarung und Lehre steht oder nicht.

 

Dieser Schrumpfungsangst halte ich entgegen, dass überzeugtes Christsein zu keiner Zeit ein Lebensentwurf für alle gewesen ist. Im Gegenteil. Das mag in Zeiten einer starken Volkskirche, die es auch schaffte - durch sozialen Zwang oder Privilegien - den eigentlich atheistischen Onkel jeden Sonntag in die Messe zu treiben, anders gewesen sein. Doch leben wir heute, zum Glück, in einer offenen, säkularen Gesellschaft, in der Religiosität (frei nach Ch. Taylor) eine Option unter vielen geworden ist. Und sicher nicht die einfachste und naheliegendste.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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vor einer Stunde schrieb Studiosus:

Dieser Schrumpfungsangst halte ich entgegen, dass überzeugtes Christsein zu keiner Zeit ein Lebensentwurf für alle gewesen ist. Im Gegenteil....

Ich kenne es anders. In meinem Umfeld war die Mehrheit katholisch sozialisiert und gläubig. Das "Zu keiner Zeit" halte ich somit für unzutreffend.

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vor 22 Minuten schrieb Merkur:

Ich kenne es anders. In meinem Umfeld war die Mehrheit katholisch sozialisiert und gläubig. Das "Zu keiner Zeit" halte ich somit für unzutreffend.

 

Er schrieb "zu keiner Zeit [...] für alle". Insofern gibt es keinen Widerspruch zwischen Deiner und seiner Aussage.

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Meine Privatmeinung: Der Katholizismus ist keine ideale Religion für eine Diasporasituation. Das gilt zumindest für den Zeitraum, in dem man lernt, mit ihm umzugehen, also idealerweise die Kindheit. Die Angst vor der Schrumpfung ist mMn eine berechtigte Angst vor einem Substanzverlust.

bearbeitet von Merkur
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vor 2 Stunden schrieb Merkur:

Meine Privatmeinung: Der Katholizismus ist keine ideale Religion für eine Diasporasituation. Das gilt zumindest für den Zeitraum, in dem man lernt, mit ihm umzugehen, also idealerweise die Kindheit. Die Angst vor der Schrumpfung ist mMn eine berechtigte Angst vor einem Substanzverlust.

 

Ich glaube, es ist vor allem ein Verlust des Normalseins. Es wird in wenigen Generationen alles andere als normal sein, in einer ehemals katholischen Region noch katholisch zu sein. So wie es jetzt ggf. schon unnormal ist, den ganzen Krempel zu glauben (das tut ja kaum jemand), wird die bloße Zugehörigkeit schon unnormal sein.

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vor 8 Stunden schrieb rorro:

Übrigens ist der augenfälligste, weil öffentliche, klerikale Machtmißbrauch der liturgische. Nicht selten wird unerlaubt vom Meßbuch abgewichen und/oder Bestandteile werden weggelassen.

 

Wenn Machtmißbrauch in allen Facetten das Thema des SW ist, warum wird darüber nicht gesprochen? Gibt es guten klerikalen Mißbrauch?

 

Warum wundert mich nicht, daß alle Befürworter des SW (auch bei mykath) diesen Machtmißbrauch totschweigen? Warum wundert mich das nicht? *Grübel*

bearbeitet von rorro
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vor 6 Minuten schrieb rorro:

 

Warum wundert mich nicht, daß alle Befürworter des SW (auch bei mykath) diesen Machtmißbrauch totschweigen? Warum wundert mich das nicht? *Grübel*

Es wurde doch benannt, also was willst du?

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vor 8 Minuten schrieb rorro:
vor 8 Stunden schrieb rorro:

Übrigens ist der augenfälligste, weil öffentliche, klerikale Machtmißbrauch der liturgische. Nicht selten wird unerlaubt vom Meßbuch abgewichen und/oder Bestandteile werden weggelassen.

 

Wenn Machtmißbrauch in allen Facetten das Thema des SW ist, warum wird darüber nicht gesprochen? Gibt es guten klerikalen Mißbrauch?

 

Warum wundert mich nicht, daß alle Befürworter des SW (auch bei mykath) diesen Machtmißbrauch totschweigen? Warum wundert mich das nicht? *Grübel*

Ich erlebe diesen Machtmissbrauch nicht. Weder in der Stadtpfarrei, in der ich Ministrant war, noch in der Nachbarpfarrei der gleichen Stadt, in der meine Mutter eine Zeitlang lebte, noch in der Pfarrei der Stadt in die ich zog, als ich aus meiner Heimatstadt weg zog noch hier in der Marktgemeinde, in der ich derzeit lebe. Das ganz selbstverständlich eine von zwei Sonntagslesungen, vor dem Evangelium, unter den Tisch fallen, ja. Das hab ich auch hier im Forum oft genug kritisiert. Aber darüber hinaus gehende Abweichungen vom Messbuch? Mir nichts bekannt.

Mein unbewiesener Verdacht: Dieser beschriebene Machtmissbrauch ist eine Urban Legend, diesen Beschriebene Machtmissbrauch gibt es nicht (oder höchstens in einen vernachlässigbarem Ausmaß)

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vor 5 Stunden schrieb Studiosus:

Dieser Schrumpfungsangst halte ich entgegen, dass überzeugtes Christsein zu keiner Zeit ein Lebensentwurf für alle gewesen ist.

 

vor 4 Stunden schrieb Merkur:

Ich kenne es anders. In meinem Umfeld war die Mehrheit katholisch sozialisiert und gläubig. Das "Zu keiner Zeit" halte ich somit für unzutreffend.

 

Ich fürchte, Studiosus hat sehr explizite Vorstellungen, was "überzeugtes Christsein" ist.
Eine normal-katholische Sozialisation und Sonntagskirchgang dürfte dafür nicht ausreichen.

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vor 6 Minuten schrieb gouvernante:

 

 

Ich fürchte, Studiosus hat sehr explizite Vorstellungen, was "überzeugtes Christsein" ist.
Eine normal-katholische Sozialisation und Sonntagskirchgang dürfte dafür nicht ausreichen.

 

Ich dachte eigentlich, klar gemacht zu haben, was ich meinte? Mir liegt nichts daran, "normale" Gläubige gestern oder heute schlecht zu machen. 

 

Mir ging es u.a. um die Unterscheidung von mit Überzeugung sonntags an der Messe teilnehmen und aus sozialem Zwang sich religiösen Konventionen beugen, wie das früher in der gelobten Zeit der Volkskirche mitunter der Fall war. Ersteres ist für mich ein Aspekt von "überzeugtem Christsein". Und diese Form von Christsein war sicher nicht für alle die normale Form.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

 

 

bearbeitet von Studiosus
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Eine Lesung reicht auch.

 

Ich denke aber, dass der synodale Prozess sich  sehr wohl mit der Schrumpfung und deren Vor- und Nachteilen auseinandersetzt.

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vor 8 Minuten schrieb Frank:

Mein unbewiesener Verdacht: Dieser beschriebene Machtmissbrauch ist eine Urban Legend, diesen Beschriebene Machtmissbrauch gibt es nicht (oder höchstens in einen vernachlässigbarem Ausmaß)

Ich würde die Abweichungen vom Messbuch auch nicht unbedingt als Machtmissbrauch bezeichnen.

Und zum sexuellen Missbrauch führen sich schon mal gar nicht.

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vor 13 Minuten schrieb Studiosus:

Mir ging es u.a. um die Unterscheidung von mit Überzeugung sonntags an der Messe teilnehmen und aus sozialem Zwang sich religiösen Konventionen beugen, wie das früher in der gelobten Zeit der Volkskirche mitunter der Fall war. Ersteres ist für mich ein Aspekt von "überzeugtem Christsein". Und diese Form von Christsein war sicher nicht für alle die normale Form.

Gerade die Anwesenheit der religiös weniger Leistungsbereiten machte die Volkskirche dieser Zeit für mich so attraktiv. Das war halt meine Peergroup. 

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vor 22 Stunden schrieb nannyogg57:

Die normale christliche Hausfrau dagegen ist in unserer Zeit in Dogmatik und Liturgie nicht wirklich fit - war sie es je?

 

Naja, ich meinte jetzt auch kein theologisches Seminar, sondern einfach die kindgerechte Vermittlung von Grundlagen des christlichen Glaubens.

 

Wer liest denn dem Kind aus der Bibel vor? Wer betet denn mit dem Kind das "Vater unser" oder ein "Ave Maria" vor dem Schlafengehen oder spricht vor dem Essen mit ihm ein Tischgebet? Wer erzählt dem Kind die Weihnachtsgeschichte? etc. In der Regel kein Papst, kein Bischof und kein Priester, sondern die Eltern bzw. meistens die Mutter.

 

bearbeitet von Guppy
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vor 4 Minuten schrieb Guppy:

Wer liest denn dem Kind aus der Bibel vor?

 

Von meiner kath. sozialisierten Frau höre ich immer, daß es in einem traditionell kath. Haushalt überhaupt keine Bibel gab.

 

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vor 29 Minuten schrieb Guppy:

 

Naja, ich meinte jetzt auch ein theologisches Seminar, sondern einfach die kindgerechte Vermittlung von Grundlagen des christlichen Glaubens.

 

Wer liest denn dem Kind aus der Bibel vor? Wer betet denn mit dem Kind das "Vater unser" oder ein "Ave Maria" vor dem Schlafengehen oder spricht vor dem Essen mit ihm ein Tischgebet? Wer erzählt dem Kind die Weihnachtsgeschichte? etc. In der Regel kein Papst, kein Bischof und kein Priester, sondern die Eltern bzw. meistens die Mutter.

 

 

Bei uns zuhause mache ich das meiste. Übrigens gibt es interessante Studien aus der Schweiz die zeigen, daß die religiöse Bindung der Kinder viel eher vom Verhalten des Vaters abhängt als von der Mutter (zumindest in der Schweiz, da sind die Menschen vielleicht andere Wesen als hier): https://www.christianpost.com/news/fathers-key-to-their-childrens-faith.html

bearbeitet von rorro
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vor 6 Minuten schrieb rorro:

Bei uns zuhause mache ich das meiste. Übrigens gibt es interessante Studien aus der Schweiz die zeigen, daß die religiöse Bindung der Kinder viel eher vom Verhalten des Vaters abhängt als von der Mutter ...

 

Und, hat‘s funktioniert? ;)

 

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vor 1 Minute schrieb Marcellinus:

 

Und, hat‘s funktioniert? ;)

 

 

Das bleibt abzuwarten. Die größere will auf jeden Fall auch noch nach der Erstkommunion ab und an zur Kirche gehen (ich dränge sie nie).

bearbeitet von rorro
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vor 4 Minuten schrieb rorro:

Das bleibt abzuwarten. Die größere will auf jeden Fall auch noch nach der Erstkommunion ab und an zur Kirche gehen (ich dränge sie nie).

 

Oh, da hast du ja noch einen weiten Weg vor dir. Ich drück dir die Daumen! Meine sind alle über 30, und somit kann ich sagen: Du magst recht haben. Sie folgen ihrem Vater.

 

Nein, das war jetzt nicht ehrlich. Sie folgen ihrem eigenen Kopf, und Religion wie Religionskritik geht ihnen völlig am Arm vorbei. Daß ich mich mit so etwas beschäftige, finden sie eher peinlich, und haben offenbar ständig Angst, ich könnte in ihrem Beisein einen Zeugen Jehovas auf der Straße in ein Gespräch verwickeln. 

 

Das ist die nächste Generation, in deren Weltbild Religion überhaupt nicht mehr vorkommt. 

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vor einer Stunde schrieb Marcellinus:

Von meiner kath. sozialisierten Frau höre ich immer, daß es in einem traditionell kath. Haushalt überhaupt keine Bibel gab.

 

Das war bei uns auch so (rheinisch-katholisch, Glaube eher wenig relevant).

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