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vor einer Stunde schrieb Franziskaner:

Das ist jetzt irgendwie lustig. In  meinem Reilgionsunterricht wurden überhaupt keine kirchlichen Aussagen gelesen, niemals, keine einzige. Und ich habe in Religion Abitur gemacht.

 

In BW sind im Abitur verschiedene lehramtliche Texte verbindlich. Klar definiert, stehen im Bildungsplan.

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iskander
vor 46 Minuten schrieb Studiosus:

 

Das halte ich, wie schon oft gesagt, nicht für erwiesen, dass die katholische Sexualmoral per se ein Motor sexuellen Missbrauchs sei. Aber das nur am Rande. 

 

Natürlich ist es mir nicht egal, wenn Menschen - ob jung oder alt - mit ihrer sexuellen Identität hadern. Allerdings steht dem der nicht weniger wichtige Auftrag des Priesters oder Theologen gegenüber, die Lehre der Kirche, auch zum Wesen des Menschen und der menschlichen Sexualität, unverkürzt darzulegen. Mit aller gebotenen Einfühlungsamkeit und Zuwendung. 

 

Und meine ganz persönliche Meinung: Man tut Homosexuellen keinen Gefallen, wenn man ihnen die Wahrheit über ihren Zustand aus falscher Empathie verschweigt. Das alles natürlich nur dann, wenn man mit den Begriffen Sünde, Erlösung oder Verdammnis noch Realitäten verbindet.

 

Ich verstehe Dich wie folgt (sag es, wenn ich Dich falsch verstehe, und wie ich Dich stattdessen verstehen sollte):

 

- Du bestreitest nicht, dass es der gesunden psychosxuellen Entwicklung junger Menschen kaum dienlich sein wird, wenn man ihnen vermittelt, dass ihre gesamte (reale, konkrete, erlebte) Sexualität nichts als (schwere) Sünde oder jedenfalls Gefahr zur schweren Sünde sein kann; wenn junge Menschen sexuelle Regungen immer nur als entweder (schwer) schuldhaft und/oder unfreiwillig, unwillkommen, bedrohlich, abgespalten und ich-dyston erleben können.

- Du findest das bedauerlich, meinst aber, man müsse in der Sache dennoch an der kirchlichen Lehre festhalten (und dann muss man das ja auch so vermitteln, egal wie didaktisch nett man dabei vorgeht).

 

Soweit, so richtig?

Dann würde ich sagen: Wenn die kirchliche Lehre von Gott ist, dann sollte sie eine gesunde Entwicklung fördern und nicht hemmen. Sie sollte ein positives und nicht ein negatives Verhältnis zur eigenen Sexualität begünstigen.

 

Die Kirche würde behaupten, dass genau diese Bedingungen auch erfüllt seien; das ist aber völlig unplausibel. Im Gegenteil. Der evangelische Theologe und Arzt/Therapeet Klaus Thomas beispielsweise berichtete in seinem "Handbuch der Selbstmordverhütung" von etlichen Fällen, in denen junge Menschen aufgrund ihrer religiös bedingten Schuldgefühle und Gewissenskonflikte (sexuelle Gedanken, Gefühle, Selbstbefriedigung) suizidgefährdet waren. In diesem Fall ging es wohl überwiegend um einen strengen Protestantismus, der aber gut mit der kath. Lehre übereinstimmt. Dass solche Fälle heute in unserem teil der Welt selten sind, liegt daran, dass die kirchl. Lehre nur noch wenig Einfluss hat; das muss man aber nicht der Kirche danken.

 

Indem in der Beratungsstelle den verzweifelten Menschen, dass die engen Moralvorstellungen unvernünftig (und aus der Sicht von Thomas auch keineswegs christlich) sind, konnte man sie problemlos von der Verzweiflung erlösen.

Aus Deiner Sicht war das sicher der falsche Weg: Man hätte diesen Menschen sagen sollen, dass das, was sie machen, objektiv schwer sündhaft ist, aber dass es vielleicht so bedeutende schuldmindernde Gründe geben mag, die die Sünde "subjektiv" nicht mehr schwer sein mag. Nun, das wird man den Betroffenen so oder ähnlich aber auch schon zuvor vermittelt haben, sei es in Form von Wort oder Schrift, und es hat offenbar nicht viel genutzt. Zudem scheint mir diese Art der Argumentation ziemlich unaufrichtig zu sein (wenn diese Unaufrichtigkeit natürlich auch besser ist als die Menschen in die Verzweiflung zu treiben):

 

- Erst erklärt man bei der Sexualität alles für objektiv schrecklich (womit die Sexualität ziemlich einzigartig dasteht); und dann sucht man ganz großzügig nach schuldmindernden Gründen, so dass in der Praxis das meiste am Ende "subjektiv" nicht mehr schwer sündhaft ist (womit die "sexuelle Sünde" dann noch einzigartiger dasteht; denn wo gibt es das sonst noch?).

 

- Etwas, was objektiv schlimm ist, ist aber objektiv schlimm. Wenn ein Mann aufgrund eines schweren Kontrollverlustes regelmäßig seine Frau und seine Kinder halbtot schlagen würde, wäre das auch dann eine schlimme Sache, wenn seine Schuld subjektiv stark gemindert wäre, und er wäre verpflichtet, mit größter Kraft zu versuchen, sich zu beherrschen (wenn es keine andere Lösung gäbe - es ist ein fiktives Beispiel zu Illustrationszwecken). Und ein "alles halb so wild" wäre hier auch nicht angemessen. Wenn nun vermeintliche "sexuelle Sünden", die niemanden schaden, Gott angeblich objektiv (sehr) schwer beleidigen, dann beleidigen sie Gott objektiv (sehr) schwer und müssen also bitter ernst genommen werden.

 

Diese Strategie, fast alles, was menschliche Sexualität ausmacht, zu einem schweren Vergehen gegen Gottes Gesetz zu erklären und das dann in der Praxis gar nicht so dramatisch zu sehen, macht einen doppelzügigen Eindruck: Man will zwar in der Theorie unbedingt an der ganzen Härte festhalten, aber in der Praxis wird alles so sehr aufgeweicht, dass die Theorie eigentlich kaum noch wiederzuerkennen ist. Das ist wohl auch ein Zeichen davon, dass die Leute, die diese Moral verkündigen, letztlich selbst nicht so ganz 100% an sie glauben, sich das aber um keinen Preis eingestehen wollen.

 

Was aber, wenn Gott sich von völlig harmlose sexuelle Regungen, die niemanden irgendwie schaden, gar nicht entsetzlich beleidigt fühlt, in der Tat überhaupt nicht beleidigt? Wenn viele Menschen völlig umsonst in schwere Gewissenskonflikte, in Not und Verzweiflung getrieben wurden? Dann wäre das wohl in der Tat eine schreckliche Sünde.

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vor 42 Minuten schrieb Chrysologus:

 

leer

Edited by laura
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ThomasB.
vor 47 Minuten schrieb Frank:

Das erlebe ich die Tage auf Facebook anders. Da ist es die eher konservative Seite die durch Engagement und Lautstärke (und unverschämten Ton) auffällt, wenn man sich die Kommentarspalten ansieht.

Ich erlebe, dass sich beide Seiten in nichts nachstehen. Es geht sowohl den selbsternannten Reformatoren als auch den selbsternannten Restauratoren vor allem darum, Menschen, die eine andere Meinung haben, mit Dreck zu bekübeln, um sie aus der Kirche zu jagen. Über die Themen wird dabei gar nicht mehr gesprochen, weil es ja reicht, den anderen zu dämonisieren, um ihn schlech dastehen zu lassen. Papst Franziskus hat diese Situation in seinem Buch „Wage zu träumen” sehr gut beschrieben (im zweiten Kapitel).

 

Ich hatte ja anfangs gedacht, dass der SW einen Dialog anstoßen könnte. Dieser Thread belehrt mich jeden Tag neu, dass diese Hoffnung trügerisch war. Man kann nicht mit Menschen gemeinsam einen Weg suchen, die andere Sichtweise höchstens so weit zur Kenntnis nehmen, dass sie diese verurteilen und die Menschen, die ihnen anhängen, gleich mit.

 

In der Kirche, die Ihr wollt, habe ich in der Tat nichts verloren. Insofern ist es nicht schlimm, hinausgemobbt zu werden.

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ThomasB.
vor 8 Minuten schrieb iskander:

Sie sollte ein positives und nicht ein negatives Verhältnis zur eigenen Sexualität begünstigen.

Genau das tut sie auch. Die Karikatur, die Du hier davon zeichnest, tut das allerdings nicht.

Edited by ThomasB.
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vor 1 Minute schrieb ThomasB.:
vor 10 Minuten schrieb iskander:

Sie sollte ein positives und nicht ein negatives Verhältnis zur eigenen Sexualität begünstigen.

Genau das tut sie auch. Die Karikatur, die Du hier davon zeichnest, tut das allerdings nicht.

In dem sie, wie gestern geschehen, alles, abseits des vaginalverkehr, als sündhaft bezeichnet?

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ThomasB.
vor 3 Minuten schrieb Frank:

In dem sie, wie gestern geschehen, alles, abseits des vaginalverkehr, als sündhaft bezeichnet?

Das steht in dem Dokument nicht drin. Aber man kann es natürlich hineinlesen, wenn es der eigenen Ideologie dient.

 

Hauptsache, man kann anderen vorwerfen, die Menschenwürde zu verneinen. Das ist dann ja schon mal ein  Erfolg. Wenn man genug Druck aufbaut, gehen die, die etwas Besseres im Sinn haben, als das.

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iskander
vor einer Stunde schrieb Werner001:

Warum sollte HS Sünde sein (*)? Es fehlt die schlüssige Begründung. B

 

Es gibt mindestens folgende "gut" Gründe:

 

- Die Kirche müsste zugeben, dass sie sich lange Zeit geirrt hat. Ihrer unbedingten Autorität wäre das nicht zuträglich.

 

- Nach Auffassung verschiedener Beobachter gibt es im Vatikan sehr viele Schwule (was paradoxerweise wohl eher zur Unterdrückung führt).

 

- Würde man die Lehre aufgeben, dass praktizierte Homosexualität sündhaft sind, könnte man kaum noch begründen, dass andere "widernatürliche" Akte wie z.B. Empfängniverhütung und Selbstbefriedigung sündhaft seien - es käme zu einer Erosion eines Großteils der traditionellen Sexualmoral. Was wiederum der kirchl. Autorität abträglich wäre.

 

(Und noch ein "ernsterer" Grund: Würde die kath. Kirche heute erklären, dass Homosexualität in Ordnung sei, würde es sie vermutlich zerreißen. Selbst die Minimal-Reform mit den wiederverheirateten Geschiedenen oder die Doch-nicht-Reform mit den "viri probati" haben in den Augen des streng konservativen Flügels ja fast schon den Weltuntergang eingeläutet.)

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Chrysologus
vor 1 Minute schrieb ThomasB.:

Das steht in dem Dokument nicht drin. Aber man kann es natürlich hineinlesen, wenn es der eigenen Ideologie dient.

Was bite schön steht denn drin - was ist der Unterschied zwischen einer dauerhaften, monogamen und egalitären Beziehung zwischen heterosexuellen und homosexuellen Menschen, der über segenfähig und nicht segensfähig enscheidet? 

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vor 3 Minuten schrieb ThomasB.:
vor 8 Minuten schrieb Frank:

In dem sie, wie gestern geschehen, alles, abseits des vaginalverkehr, als sündhaft bezeichnet?

Das steht in dem Dokument nicht drin. Aber man kann es natürlich hineinlesen, wenn es der eigenen Ideologie dient.

 

Zitat: ".... Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist) einschließen..."

Was bleibt da noch übrig? Wie "Lebensweitergabe" technsich funktioniert muss ich dir hoffentlich nicht erklären. 

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Studiosus
vor 7 Minuten schrieb iskander:

 

Ich verstehe Dich wie folgt (sag es, wenn ich Dich falsch verstehe, und wie ich Dich stattdessen verstehen sollte):

 

- Du bestreitest nicht, dass es der gesunden psychosxuellen Entwicklung junger Menschen kaum dienlich sein wird, wenn man ihnen vermittelt, dass ihre gesamte (reale, konkrete, erlebte) Sexualität nichts als (schwere) Sünde oder jedenfalls Gefahr zur schweren Sünde sein kann; wenn junge Menschen sexuelle Regungen immer nur als entweder (schwer) schuldhaft und/oder unfreiwillig, unwillkommen, bedrohlich, abgespalten und ich-dyston erleben können.

- Du findest das bedauerlich, meinst aber, man müsse in der Sache dennoch an der kirchlichen Lehre festhalten (und dann muss man das ja auch so vermitteln, egal wie didaktisch nett man dabei vorgeht).

 

Soweit, so richtig?

 

 

Jein - so einfach kann ich das nicht beantworten. 

 

Ich würde zunächst erstmal wissen, was Du unter einer gesunden psychosexuellen Entwicklung verstehst. Wenn es bedeutet, die Integration Sexualität in die Gesamtpersönlichkeit zu befördern - das verstehe ich nämlich darunter - dann würden wir vom selben sprechen. Für mich kommt allerdings als ergänzendes Element die Deutung der Sexualität im Lichte des Glaubens hinzu. Und erst da ergeben sich dann etwaige Konflikte (wobei ich annehme, dass die Autonomie in sexuellen Dingen auch unter Katholiken so groß sein dürfte, das die Folgen, die Du benennst, lediglich eine sehr kleine Gruppe betreffen). 

 

Ich bin writers der Meinung, dass in der Verkündigung klargemacht werden muss, dass der Mensch jenseits seiner Präferenz angenommen ist. Das darf allerdings nicht davon abhalten, die aus der Offenbarung abgeleiteten Wahrheiten über den Menschen und die Sexualität zu verkünden. In diesem Kontext wäre es nötig, einem homosexuell Empfindenden zu vermitteln, dass seine Anziehung nicht in der Schöpfung intendiert ist und Alternativen, konkret die Enthaltsamkeit, zu vermitteln. Dabei ist die Person, wenn sie das wünscht, seelsorgerlich zu begleiten. Dabei ist Schaum vorm Mund unangebracht. Scheitern ist entsprechend auszuarbeiten und dazu zu animieren, an dem Thema dran zu bleiben. 

 

Fest steht für mich allerdings zweifelsohne: Die Neigung soll nicht ausgelebt werden. Der Weg, der hier zu gehen ist, wäre den Betroffenen anzuleiten, seine sexuelle Kraft zu sublimieren, gleichermaßen auf eine höhere Ebene zu heben. Alles ohne Zwang, versteht sich. 

 

Als letztes Addendum: Mir ist das Thema generell zu sehr auf Sex zugespitzt. Sexualität ist nicht alles im Leben. Es gibt viele Menschen, die durch Krankheit o. ä. keinen Verkehr haben können. Ist deren Leben dann auch als "verpfuscht" anzunehmen? Ich glaube das nicht. Ebenso ist es mit Homosexuellen, die den Weg mit der Kirche gehen wollen. Sie soll hier jedwede Hilfe leisten, die in ihrer Macht steht. Einfach zu sagen "Homosexualität ist ein Faktum, also sagen wir nichts mehr dazu und geben entgegen unserer Überzeugung den Segen" ist mir zu billig. 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus 

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Franziskaner
vor 3 Minuten schrieb Chrysologus:

Was bite schön steht denn drin - was ist der Unterschied zwischen einer dauerhaften, monogamen und egalitären Beziehung zwischen heterosexuellen und homosexuellen Menschen, der über segenfähig und nicht segensfähig enscheidet? 

 

In Deutschland sicherlich nicht. Hier ist Unfruchtbarkeit ja Staatraison.

Oder wie soll man es sich sonst erklären, dass die Impfungen mit Astra-Zeneca wegen einer winzigen Thrombosegefahr gestoppt wurden, die Antibabypille, die ein deutlich höheres Thromboserisiko hat (vermutlich auch im Zusammenhang mit der Astra-Zeneca-Impfung), aber weiterhin frei verkäuflich ist?

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iskander
vor 11 Minuten schrieb ThomasB.:

Genau das tut sie auch. Die Karikatur, die Du hier davon zeichnest, tut das allerdings nicht.

 

Gut, Du nimmst die kth. Lehre eben nicht wörtlich, was Du ja auch zugibst. Meine Kritik bezieht sich auf das Wörtlichnehmen, was von manchen hier (etwa Studiosus, rorro und Guppy) ja auch gepflegt wird.

vor 4 Minuten schrieb ThomasB.:

Das steht in dem Dokument nicht drin. Aber man kann es natürlich hineinlesen, wenn es der eigenen Ideologie dient.

 

Dass jeder vollendete geschlechtliche Akt im Prinzip "fruchtbar" sein muss, mag in diesem speziellen Dokument nicht stehen, aber das haben wir schon im anderen Thread diskutiert und dort wurde es auch belegt (siehe hier ab S. 2 irgendwo).

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ThomasB.
vor 4 Minuten schrieb Chrysologus:

Was bite schön steht denn drin - was ist der Unterschied zwischen einer dauerhaften, monogamen und egalitären Beziehung zwischen heterosexuellen und homosexuellen Menschen, der über segenfähig und nicht segensfähig enscheidet? 

Das steht da drin, und ich habe es auch erklärt. Dieser Erklärung muss niemand folgen. Ich habe allerdings nicht die Absicht, eine Diskussion fortzusetzen, in der das Ziel verfolgt wird, mich aus der Kirche und der Gesellschaft zu mobben. Als von Laura indentifizierter Feind der Menschenwürde bin für diejenigen, die hier genau wissen, was richtig ist, nicht satisfaktionsfähig, zumal zu diesen Themen mehr Fragen als Antworten habe. Da diejenigen, die hier Antworten haben, alle, die diese nicht sofort gutheißen, streng sanktionieren, hat sich das Gespräch erledigt.

 

vor 7 Minuten schrieb Frank:

Zitat: ".... Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist) einschließen..."

Vielen Dank. Von einzelnen Akten ist hier nicht Rede, schon gar nicht wird, wie Du behauptest, gefordert, dass jede Zärtlichlichkeit mit einem Samenerguss in die Scheide zu enden habt. Das ist Deine Phantasie. Für die wirst Du Gründe haben. Mit der Lehre der Kirche hat das nichts zu tun.

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Studiosus
Zitat

Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist. Das Vorhandensein positiver Elemente – die in sich betrachtet dennoch zu schätzen und hervorzuheben sind – in solchen Beziehungen ist trotzdem nicht in der Lage, diesezu rechtfertigen und sie daher rechtmäßig zum Gegenstand einer kirchlichen Segnung zu machen, weil diese Elemente im Dienst einer Verbindung stehen, die nicht auf den Plan des Schöpfers hingeordnet ist. 

 

 

 

Hier wird deutlich, worum es im Kern geht. Der einzig legitime Ort der sexuellen Begegnung wird hier mit der Ehe (die unauflöslich und prinzipiell zeugungsoffen ist) identifiziert. Nicht mehr und nicht weniger. Auf diese ruft die Kirche den Segen Gottes herab. Sie ist auf den Plan Gottes hingeordnet. Andere Modelle, eben auch die gleichgeschlechtliche Beziehung, nicht. 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus 

Edited by Studiosus
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vor einer Stunde schrieb Ennasus:

Das, was übrig bleibt, wenn es so weiter geht, wie du und andere es sich offensichtlich wünschen, mag sich meinetwegen noch Kirche nennen.

 

Da sich die Lehre der Kirche nicht geändert hat, frage ich mich, warum sie jetzt auf einmal nicht mehr Kirche sein soll. Ich muß ja nicht alles verstehen.

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phyllis
3 minutes ago, Studiosus said:

In diesem Kontext wäre es nötig, einem homosexuell Empfindenden zu vermitteln, dass seine Anziehung nicht in der Schöpfung intendiert ist und Alternativen, konkret die Enthaltsamkeit, zu vermitteln.

Aber sicher ist sie von der Schöpfung intendiert. Es kann in der Tierwelt beobachtet werden, Oft vorübergehend zur Ausprägung sexueller Reife aber es gibt auch feste Beziehungen.

 

Nun kann man sagen dass man menschliches Verhalten nicht von der Tierwelt abgucken könne, aber bei der Aussage dass jeder Geschlechtsakt zeugungsoffen zu sein habe macht man genau das. Unlogisch soweit das Auge sieht.

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ThomasB.
vor 5 Minuten schrieb iskander:

Meine Kritik bezieht sich auf das Wörtlichnehmen,

Da kann die ganze Möbeldustrie der Welt nicht so viele Tische herstellen, in die man hier beißen müsste. Ein so strunzdumme Aussage habe ich Dir nicht zugetraut. Aber ich kenne Dich ja auch noch nicht gut.

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Werner001
8 minutes ago, iskander said:

(Und noch ein "ernsterer" Grund: Würde die kath. Kirche heute erklären, dass Homosexualität in Ordnung sei, würde es sie vermutlich zerreißen. Selbst die Minimal-Reform mit den wiederverheirateten Geschiedenen oder die Doch-nicht-Reform mit den "viri probati" haben in den Augen des streng konservativen Flügels ja fast schon den Weltuntergang eingeläutet.)

Tja nun, so ist das mit Sekten. Irgendwann werden sie von der Realität überholt und übrig bleiben als Gläubige noch die, die den offensichtlichen Unfug gegen jede Vernunft glauben wollen. Mit Weg, Wahrheit und Leben hat das dann zwar nichts mehr zu tun, aber ist halt so. Es gibt die absonderlichsten Glaubensrichtungen auf der Welt, alle haben ihre Anhänger und alle behaupten, ihre Skurrilitäten seien die „Wahrheit“

 

Werner

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Studiosus
vor 5 Minuten schrieb phyllis:

Aber sicher ist sie von der Schöpfung intendiert. Es kann in der Tierwelt beobachtet werden, Oft vorübergehend zur Ausprägung sexueller Reife aber es gibt auch feste Beziehungen.

 

Nun kann man sagen dass man menschliches Verhalten nicht von der Tierwelt abgucken könne, aber bei der Aussage dass jeder Geschlechtsakt zeugungsoffen zu sein habe macht man genau das. Unlogisch soweit das Auge sieht.

 

Bitte nicht schon wieder. Ich sags jetzt mal knallhart: Was in der Schöpfung intendiert ist oder nicht leitet sich aus der Offenbarung ab und wird durch die Kirche vorgelegt. Nicht von Darwin oder dem Pinguin-Pärchen im Düsseldorfer Zoo. 

 

Natur bezeichnet im theologischen Kontext ein philosophisches Konzept, keine aus der Beobachtung der Natur - die immer eine gewisse Devianz aufweist - abgeleiteten Gesetzmäßigkeiten. 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus 

Edited by Studiosus
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vor 5 Minuten schrieb phyllis:

Nun kann man sagen dass man menschliches Verhalten nicht von der Tierwelt abgucken könne,

 

Also als Norm sicher nicht.

 

vor 5 Minuten schrieb phyllis:

aber bei der Aussage dass jeder Geschlechtsakt zeugungsoffen zu sein habe macht man genau das.

 

Wer tut das? Die Kirche? Wo?

 

 

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phyllis
5 minutes ago, Studiosus said:

Bitte nicht schon wieder. Ich sags jetzt mal knallhart: Was in der Schöpfung intendiert ist oder nicht leitet sich aus der Offenbarung ab und wird durch die Kirche vorgelegt. Nicht von Darwin oder dem Pinguin-Pärchen im Düsseldorfer Zoo.

Was in der Schöpfung "intendiert" ist muss beobachtbar sein in der Natur. Ausser man flüchtet sich in die Kritikimmunität. Aber bitte zitier mal das entsprechende irekt aus der Offenbarung. (also nicht aus kirchlichen Schriften, Gesetzen, usw, die auf die Offenbarung beruhen)

Edited by phyllis
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vor 15 Minuten schrieb Studiosus:

Sexualität ist nicht alles im Leben. Es gibt viele Menschen, die durch Krankheit o. ä. keinen Verkehr haben können. Ist deren Leben dann auch als "verpfuscht" anzunehmen? Ich glaube das nicht.

 

Diese Vergötzung des Sex in kirchlichen Reformdebatten hat schon Kardinal Lehmann angeprangert, der nicht wirklich als Konservativer bekannt war.

 

Doch letztlich geht hier um die Vergötzung des Ich, die damit eingefordert wird.

 

Ich bin so, ich bin gut - also nenn das gefälligst auch gut, sonst kannst Du mich mal!

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Gerade eben schrieb phyllis:

Was in der Schöpfung "intendiert" ist muss beobachtbar sein in der Natur.

 

Als Frau eines Zahnmediziners muß ich Dir die Geschichte mit den Bienen und Blumen nicht erzählen, oder?

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Studiosus
vor 14 Minuten schrieb phyllis:

Aber bitte zitier mal das entsprechende irekt aus der Offenbarung. (also nicht aus kirchlichen Schriften, Gesetzen, usw, die auf die Offenbarung beruhen)

 

Sie belieben zu scherzen? 

 

Da fängt das Missverständnis - zumindest wenn man auf Grundlage der katholischen Theologie argumentieren will - doch schon an: Die Offenbarung hat nach katholischem Verständnis genau zwei Quellen: Schrift und Tradition. Das ist nicht zu trennen.

 

Natürlich reicht das Dawkins-Jüngern und Primitiv-Atheisten wie Ph. Möller schon, um mal wieder gar nichts zu kapieren. 

 

Mich aufzufordern, direkt aus der Offenbarung zu zitieren, ist daher ungefähr so sinnvoll wie zu sagen, die Erde möge sich doch bitte ohne Zutun der Sonne morgens erleuchten. 

 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus 

Edited by Studiosus
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