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Erbsünde und Privilegien


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Posted (edited)
vor 54 Minuten schrieb Soulman:

. Nicht alle Schwarze sind gesegnet mit langen Schwänzen und nicht alle Juden können gut mit Geld umgehen.

?

Das habe ich doch gar nicht behauptet?

 

Ich wollte dich übrigens nicht kränken.

Edited by mn1217
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phyllis
37 minutes ago, Domingo said:

 

Im Westen ist sie idR weiß, weil im Westen die Leute idR weiß sind. Die von Dir beschriebene Oberschicht existiert wohl auch in China und auf anderen Kontinenten, und ich vermute, sie hat mehr mit der hiesigen Obersschicht gemeinsam und steht ihr näher, als sie beide den Unterschichten im eigenen Land.

Das schrieb ich doch auch. Die Woken können das nicht auseinanderhalten und behelfen sich deshalb mit rassistischen "Argumenten". Aber abgesehen davon sind mw ausschliesslich westliche Länder "rassen-durchmischt", östliche zb diesbzg. eher homogen. Im Westen kann man sich daher schnell mal aufgrund seiner Abstammung diskriminiert fühlen. Aber das heisst nicht dass es per default irgend welche "white privileges" gäbe.

 

1 hour ago, mn1217 said:

Ich denke nicht Mal,dass Privilegien primär dazu da sind, Schuldgefühle zu erzeugen. Bei Wiki stand auch,dass es ursprünglich ein pn neutraler Begriff war und auch negative Sonderregeln umfasste.

Was immer negative Privilegien sein sollen. Ich redete/schrieb ausdrücklich von der woken Definition der "White Privileges". Privilegien kann man sich durch Leistung verdienen, und dann sind sie mmn auch gerecht. Oder man "verdient" sie sich durch die richtige Einstellung, etwa in der Politik. Leider wird das immer mehr echt als Verdienst verstanden.

Edited by phyllis
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Soulman
vor 9 Minuten schrieb mn1217:

?

Das habe ich doch gar nicht behauptet?

Das musst du auch nicht. Es ist ja nur der Beleg, dass du mit deiner These, dass man sich nicht gegen die Zuschreibung von rassistischen Plattitüden wehren kann, falsch liegst, selbst wenn sie vorgeblich positiv gemeint sind.

 

Gruß, Martin

Edited by Soulman
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vor 11 Minuten schrieb mn1217:

?

Das habe ich doch gar nicht behauptet?

Du hast behauptet als weißer Mann wäre er grundsätzlich "privilegiert".

 

Das ist eine grundsätzlich sexistisch-rassistische Beleidigung, die völlig ignoriert, daß die Teilgruppe der wirklich "Privilegierten" d.h. "Mächtigen" weißen Männer geradezu winzig ist im Verhältnis zu der Gruppe weißer Männer, die nicht in diesen Machtstrukturen mitspielen dürfen aber stattdessen permanent durch weiße Frauen und PoC aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Hautfarbe beleidigt, ausgegrenzt und benachteiligt werden und denen ebenso latent eine Grundscham für beides eingeredet wird.

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phyllis
1 hour ago, mn1217 said:

Naja,das ist die Definition von Privileg: Es hat weniger mit deinem Willen als mit dem Anderer zu tun.

Du zB hast Vorteile als weisser Mann ( Soulman interpretiere ich jetzt Mal männlich).

Ob du willst oder nicht.

Welche Privilegien hat unser @Soulman denn, welche ihm nicht durch Leistung, Arbeit usw. zustehen??

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vor 15 Minuten schrieb Soulman:

Das musst du auch nicht. Es ist ja nur der Beleg, dass du mit deiner These, dass man sich nicht gegen die Zuschreibung von rassistischen Plattitüden wehren kann, falsch liegst, selbst wenn sie vorgeblich positiv gemeint sind.

 

Gruß, Martin

 

Ah.

Missverständnis.

Man kann natürlich dagegen protestieren.

Aber sie werden erstmal von anderen gewährt.

Also,Oberschichten  werden oft anders behandelt,weissen Männern wird oft anders begegnet als zB Frauen usw.

 

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@flo und Phyllis,0ich verschieb die Antwort mal,bin gerade zu müde und genieße gleich mein Privileg des warmen Bettes.

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Soulman
vor 10 Minuten schrieb mn1217:

 

Ah.

Missverständnis.

Man kann natürlich dagegen protestieren.

Aber sie werden erstmal von anderen gewährt.

Also,Oberschichten  werden oft anders behandelt,weissen Männern wird oft anders begegnet als zB Frauen usw.

 

Ja, das stimmt. Wenn die Millionärsgattin in Gucci in das Autohaus marschiert, wird sie in der Regel anders behandelt als der Skinhead in Knobelbechern.

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iskander

Ein klassisches "Privileg" bestand darin, dass die ersten beiden Stände im vorrevolutionären Frankreich keine Steuern zahlen mussten. Der dritte Stand war entsprechend "unterprivilegiert". Aber das Problem lag in den "Sonderrechten" der höheren Stände. Die Lösung ist klar: Abschaffung der Privilegien.

 

Wenn ein Weißer hierzulande womöglich leichter eine Wohnung findet als ein Schwarzer, auch unter Ceteris-parbus-Bedingungen, bringt es uns hingegen analytisch nicht viel weiter, von "weißen Privilegien" zu sprechen. Das Problem besteht hier nicht darin, dass es Weißen "zu gut" geht, sondern Schwarzen "zu schlecht"; und das Problem lässt sich auch nicht dadurch lösen, dass die Weißen es nun genauso schwer haben sollen wie die Schwarzen (was in diesem Fall eh nicht geht; eine Diskriminierung bei der Wohnungssuche kann nicht "alle" treffen, sondern immer nur eine Gruppe im Verhältnis zu einer anderen).

Sondern das Problem kann sinnvollerweise nur gelöst werden, indem die Benachteiligung Schwarzer beendet wird. Die Rede von den "weißen Privilegien" kann in solchen Fällen eher irreführend sein, weil sie vom eigentlichen Ort des Problems und seiner Lösung ablenkt.

 

Im Rahmen der sog. Identitätspolitik scheint es zudem immer mehr zu fragwürdigen Übertreibungen zu kommen, zumindest jenseits der großen Pfütze, und vermutlich dann auch zunehmend bei uns.

https://renovatio.org/2021/03/john-mcwhorter-identitaetspolitischer-aktivismus-als-sektenphaenomen/

Edited by iskander
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vor 10 Stunden schrieb Soulman:

Ja, das stimmt. Wenn die Millionärsgattin in Gucci in das Autohaus marschiert, wird sie in der Regel anders behandelt als der Skinhead in Knobelbechern.

Zum Beispiel.

 

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So, Nachtrag:

 

Immer noch- oder schon wieder- müde, weil ich nach 4 Uhr nicht mehr geschlafen habe…

 

@ phyllis: Was die „woke“ Gruppe sagt oder nicht, ist mir erstmal relativ egal. Die kannte ich bisher gar nicht, ich musste das ja googeln.

Ich bin erstmal von Definition des Wortes „Privilegien“ ausgegangen und habe die Quelle dafür JA auch angegeben (wikipedia). Da stand auch etwas zur Geschichte.

Wie auch immer, momentan ist der Begriff natürlich mit etwas Positivem verbunden, ein Privileg ist ein Vorteil.

In meinem Verständnis aber einer, den man sich nicht selbst erarbeitet hat, sondern der von außen kommt.

Die Lebensgeschichte anderer user kann ich nicht  beurteilen, die allermeisten kenne ich ja nichtmal.

 

Um Missverständnisse zu vermeiden, bleibe ich mit Beispielen aber wohl lieber allgemein 😉

 

@flo: Ein Privileg hat nichts mit Schuld zu tun, es sei denn, es wird missbraucht.

Niemand muss ich für ein Privileg schuldig fühlen.

Für mich sind Privilegien eher mit Dankbarkeit verbunden, das ist mMn ein ganz anderes Gefühl.

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vor 12 Stunden schrieb Flo77:

Du hast behauptet als weißer Mann wäre er grundsätzlich "privilegiert".

 

Das ist eine grundsätzlich sexistisch-rassistische Beleidigung, die völlig ignoriert, daß die Teilgruppe der wirklich "Privilegierten" d.h. "Mächtigen" weißen Männer geradezu winzig ist im Verhältnis zu der Gruppe weißer Männer, die nicht in diesen Machtstrukturen mitspielen dürfen aber stattdessen permanent durch weiße Frauen und PoC aufgrund ihres Geschlechts und ihrer Hautfarbe beleidigt, ausgegrenzt und benachteiligt werden und denen ebenso latent eine Grundscham für beides eingeredet wird.

 

Nun, das Grundproblem muss man trotzdem schon zur Kenntnis nehmen:

 

Es macht einen Unterschied, ob ich als 2m weißer Deutscher zu einer Wohnungsbesichtigung komme, oder meine Freundin... und das lässt sich bei vielen anderen Situationen im Alltag feststellen.

Edited by rince
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Shubashi
vor 11 Stunden schrieb iskander:

.....Im Rahmen der sog. Identitätspolitik scheint es zudem immer mehr zu fragwürdigen Übertreibungen zu kommen, zumindest jenseits der großen Pfütze, und vermutlich dann auch zunehmend bei uns.

https://renovatio.org/2021/03/john-mcwhorter-identitaetspolitischer-aktivismus-als-sektenphaenomen/

 

Die Beschreibung des Phänomens durch Mr McWhorter bringt uns zum Kern einer alten Frage und genau zum Thema des Threads: inwieweit lassen sich ideologisch-politisch-soziale Auseinandersetzungen auch sinnvoll als religiöse und umgekehrt betrachten?

Dazu sollte man sich allerdings immer wieder die großen Unterschiede in all diesen vier Aspekten zwischen den USA und Europa vor Augen führen: 

1.Religiosität hat einen sehr viel höheren Stellenwert in den USA, und ist gleichzeitig sozial, politisch und entlang der Hautfarbe aufgeteilt.

2. „Links“ ist als klassische politische Ideologie deutlich schwächer und dadurch ebenfalls sozial zersplittert. D.h. es fehlt auch eine Partei mit dem klassisch-leninistischen Avantgarde-Bewusstsein, das in Europa immer noch die menschheitsbeglückenden Rechthaber antreibt.

3. Das politische System funktioniert deutlich anders, die konservativ-ländliche Gesellschaft und der v.a. im Süden von ihr getragene klassische Rassismus der ehemaligen Sklavenhaltergesellschaft ist weiterhin wesentlich dominanter - Bürgerrechte für afroamerikanische US-Bürger sind eben immer noch vergleichsweise „neu“ (ab 1965 formal und letztlich nur mit der Gewalt der Bundesregierung durchgesetzt.)

4. Die Rolle von Gewalt im Allgemeinen und sozialer Klassenunterschiede ist in der US-Gesellschaft wesentlich ausgeprägter - entsprechend sind auch die Folgen von Ideologien heftiger: kein Staat sperrt mehr Menschen ein, tödliche Kriminalität ist ein Massenphänomen, Fehlentwicklung im Gesundheitsystem wie die Opiod-Krise bewirken keine kleinen Ausschläge im einstelligen Prozentbereich, sondern epidemiologisch einschlägige Sterbewellen.

 

Im Vergleich zum „milden“, sozial abgefederten und regulierten Europa sind die USA vergleichsweise schroff und „wild“. Eine wichtige Frage scheint mir also daher zu sein, warum aktuell diese Unterschiede in der Debatte so häufig vernachlässigt werden, und was bei uns diese Debatte dann eigentlich antreibt?

„Erbsünde“ wird kaum in einem Zwanzigstel unserer Gesellschaft mehr bewusst diskutiert werden, „PoC“ ist eigentlich als soziale Gruppe bei uns noch gar nicht ausdifferenziert: was verbindet z.B. der unehelichen Sohn eines GIs mit einem Abkömmling marokkanischen Berber oder mit dem Nachfahren eines westafrikanischen Königs?

Trotzdem wird über Begriffe aus dem US-Rassismus-Diskurs mit einer Selbstverständlichkeit diskutiert, als wäre das alles längst geklärt.

Haben wir hier nicht eine gesellschaftliche Pseudo-Diskussion am Laufen, mit der „street-credibility“ einer promovierten Linguistin als Rapper-„Bitch“?

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Die Angelika
vor 15 Minuten schrieb mn1217:

@flo: Ein Privileg hat nichts mit Schuld zu tun, es sei denn, es wird missbraucht.

Niemand muss ich für ein Privileg schuldig fühlen.

Für mich sind Privilegien eher mit Dankbarkeit verbunden, das ist mMn ein ganz anderes Gefühl.

 

 

Privileg bedeutet ja ganz ursprünglich Vorrecht. Vor-Recht, wer ein Privileg hat, hat also ein Recht vor den Rechten anderen. Er gilt als bevorzugt, warum auch immer.

Man kann freilich behaupten, ein Privileg habe nichts mit Schuld zu tun. Denn kein Mensch kann ja etwas dafür, dass er ein Recht bevorzugt erhält.

Man kann aber nicht behaupten, dass ein Privileg nichts mit Schuld zu tun habe, und zugleich diese Unschuld einschränken, indem man sagt "Es sei denn, es wird missbraucht"

Denn genau mit dem Begriff des Missbrauchs führt man eine moralische Komponente ein, während es davor nur um Rechtliches ging. 

Moral hat aber etwas mit Bewertung zu tun.

Dass man sich aufgrund eines Privilegs mit Dankbarkeit verbunden fühlt, lädt den Begriff Privileg wiederum moralisch auf.

Wieso sollte ich aufgrund eines Rechtes dankbar sein? Ich habe es und damit fertig. Dankbarkeit kann doch erst dann entstehen, wenn ich mein Privileg in Bezug zum Status anderer setze und zu der Ansicht komme, dass ich da ein (Vor-)Recht besitze, das mir nicht zusteht. Wenn mir aber etwas nicht zusteht, dann fühle ich mich ziemlich schnell schuldig im Blick auf die, denen nicht dasselbe zugestanden wird.

Genau damit wird nun aber leider in der Debatte um Privilegien hantiert. Man stellt die These auf, dass das Privileg einen dazu verpflichte, es auf eine bestimmte Weise zu nutzen. Man darf es nicht mehr einfach nur haben.

Und dort sind wir mMn am Berührungspunkt mit dem Begriff Erbsünde.

 

Die Erbsünde habe ich auch nur bekommen. Ich habe sie mir in keinster Weise erarbeitet, ich bin einfach nur deshalb, weil ich Mensch bin sündenbehaftet. Das meint Erbsünde, ganz weit runtergebrochen. Der weitere religiöse Gedankengang ist dann, dass  ich aufgrund der Behaftung mit Erbsünde angewiesen bin auf jemanden, der mich erlöst. Das wäre ja auch noch wenig problematisch, wenn nicht zugleich auch noch die Idee verbreitet würde, dass mich der Erlöser nur dann von meiner Erbsünde erlöst, wenn ich mich anständig verhalte. Im Prinzip kann ich also mit meinem erbsündhaften Charakter ebenso missbräuchlich/falsch umgehen wie mit meiner Privilegisierung. Tja, und wenn ich damit falsch umgehe, dann habe  ich mich schuldig gemacht. Wenn ich mich aber schuldig machen kann, was natürlich keiner will, dann hat mich ein jeder in der Hand, der mich darauf verweist, dass ich mich Schuldigmachen kann. Es sei denn, ich spiele dieses Manipulationsspiel einfach nicht mit und erhalte mir meine Freiheit, indem ich erkläre, dass ich selbst in der Lage bin zu entscheiden, was ich zu tun und zu lassen habe.

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Die Angelika
vor 25 Minuten schrieb rince:

 

Nun, das Grundproblem muss man trotzdem schon zur Kenntnis nehmen:

 

Es macht einen Unterschied, ob ich als 2m weißer Deutscher zu einer Wohnungsbesichtigung komme, oder meine Freundin... und das lässt sich bei vielen anderen Situationen im Alltag feststellen.

 

Ob man da aber immer von einer Privilegisierung sprechen kann, wage ich dann schon zu bezweifeln.

Wenn ich eine Wohnung vermieten möchte, dann möchte ich natürlich selbst entscheiden können, wem ich meine Wohnung überlasse. Dafür lege ich meine Kriterien fest. Möchte ich sehr kurzfristig vermieten und keine mietrechtlichen Belange berücksichtigen müssen, dann mache ich aus meinem Wohneigentum eine Ferienwohnung. Möchte ich längerfristig vermieten, dann eben nicht. Da gibt es dann wieder verschiedene Kriterien:

Möchte ich jemanden möglichst lange in meiner Wohnung haben, dann vermiete ich sicher nicht an Studenten, wo ja klar ist, dass die spätestens nach Beendigung ihres Studiums wohl ausziehen. Sind die deshalb dann von mir diskriminiert? 

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Soulman

Das ist alles staatlich garantierte Vertragsfreiheit. Auch das war nicht immer so. 

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vor 5 Minuten schrieb Die Angelika:

Ob man da aber immer von einer Privilegisierung sprechen kann, wage ich dann schon zu bezweifeln.

 

Das war ein praktisches Beispiel von vielen. Glaub mir einfach mal, wenn es ums Zusammenziehen gehen wird, werde ich sie nicht alleine zum ersten Termin bei einer Wohnungsbesichtigung schicken...

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Die Angelika
vor 2 Minuten schrieb rince:

 

Das war ein praktisches Beispiel von vielen. Glaub mir einfach mal, wenn es ums Zusammenziehen gehen wird, werde ich sie nicht alleine zum ersten Termin bei einer Wohnungsbesichtigung schicken...

 

Ich glaube dir schon. Wenn es ums Zusammenziehen geht, dann wollen Vermieter halt auch gerne das Paar sehen. 

Allerdings würde meine Mutter z.B. sicher , wenn du oder deine Freundin allein eine Wohnung mieten wollten (also nicht als Paar), deine Freundin dir vorziehen. 2 Meter würden sie vermutlich etwas verängstigen, da müsstest du dann schon seeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeehr charmant sein, damit du noch eine Chance hättest. Meine Mutter hat so ihre ganz speziellen Kriterien für Mieter*innen. 😄

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vor 23 Minuten schrieb rince:

 

Das war ein praktisches Beispiel von vielen. Glaub mir einfach mal, wenn es ums Zusammenziehen gehen wird, werde ich sie nicht alleine zum ersten Termin bei einer Wohnungsbesichtigung schicken...

Du würdest auch nicht mich alleine losschicken. Deine Chancen stehen auch in einer rein weißen Männergruppe besser, sls die der meisten.

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vor 1 Stunde schrieb mn1217:

@flo: Ein Privileg hat nichts mit Schuld zu tun, es sei denn, es wird missbraucht.

Niemand muss ich für ein Privileg schuldig fühlen.

Für mich sind Privilegien eher mit Dankbarkeit verbunden, das ist mMn ein ganz anderes Gefühl.

Zum einen nuss ich für ein Privileg nicht "dankbar" sein. In der Regel werden Privilegien erarbeitet oder erkauft aber selten verschenkt.

 

Auch die Art und Weise wie ich meine Privilegien nutze und in Anspruch nehme ist meine Sache und keine Frage öffentlicher Moralfordetungen.

 

Wäre das Privileg durch eine solche indirekte Volksgesetzgebung beschnitten, wäre es kein Privileg.

 

Du bist nicht auf meine - mea maxima culpa nur indirekt gestellte - Frage eingegangen, ob Du dem Erhalt unseres Sozialstaates und unserer Wirtschaftsordnung grundsätzlich den Vorrang vor sozial-utopische Moralität geben würdest oder ob Du beides für die moralische Überlegenheit zu opfern bereit wärest - ungeachtet Deiner Verantwortung gegenüber all jenen, die Dich innerhalb dieser Ordnung bisher mitgezogen haben.

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vor 50 Minuten schrieb Die Angelika:

 

 

Privileg bedeutet ja ganz ursprünglich Vorrecht. Vor-Recht, wer ein Privileg hat, hat also ein Recht vor den Rechten anderen. Er gilt als bevorzugt, warum auch immer.

Man kann freilich behaupten, ein Privileg habe nichts mit Schuld zu tun. Denn kein Mensch kann ja etwas dafür, dass er ein Recht bevorzugt erhält.

Man kann aber nicht behaupten, dass ein Privileg nichts mit Schuld zu tun habe, und zugleich diese Unschuld einschränken, indem man sagt "Es sei denn, es wird missbraucht"

Denn genau mit dem Begriff des Missbrauchs führt man eine moralische Komponente ein, während es davor nur um Rechtliches ging. 

Moral hat aber etwas mit Bewertung zu tun.

Dass man sich aufgrund eines Privilegs mit Dankbarkeit verbunden fühlt, lädt den Begriff Privileg wiederum moralisch auf.

Wieso sollte ich aufgrund eines Rechtes dankbar sein? Ich habe es und damit fertig. Dankbarkeit kann doch erst dann entstehen, wenn ich mein Privileg in Bezug zum Status anderer setze und zu der Ansicht komme, dass ich da ein (Vor-)Recht besitze, das mir nicht zusteht. Wenn mir aber etwas nicht zusteht, dann fühle ich mich ziemlich schnell schuldig im Blick auf die, denen nicht dasselbe zugestanden wird.

Genau damit wird nun aber leider in der Debatte um Privilegien hantiert. Man stellt die These auf, dass das Privileg einen dazu verpflichte, es auf eine bestimmte Weise zu nutzen. Man darf es nicht mehr einfach nur haben.

Und dort sind wir mMn am Berührungspunkt mit dem Begriff Erbsünde.

 

Die Erbsünde habe ich auch nur bekommen. Ich habe sie mir in keinster Weise erarbeitet, ich bin einfach nur deshalb, weil ich Mensch bin sündenbehaftet. Das meint Erbsünde, ganz weit runtergebrochen. Der weitere religiöse Gedankengang ist dann, dass  ich aufgrund der Behaftung mit Erbsünde angewiesen bin auf jemanden, der mich erlöst. Das wäre ja auch noch wenig problematisch, wenn nicht zugleich auch noch die Idee verbreitet würde, dass mich der Erlöser nur dann von meiner Erbsünde erlöst, wenn ich mich anständig verhalte. Im Prinzip kann ich also mit meinem erbsündhaften Charakter ebenso missbräuchlich/falsch umgehen wie mit meiner Privilegisierung. Tja, und wenn ich damit falsch umgehe, dann habe  ich mich schuldig gemacht. Wenn ich mich aber schuldig machen kann, was natürlich keiner will, dann hat mich ein jeder in der Hand, der mich darauf verweist, dass ich mich Schuldigmachen kann. Es sei denn, ich spiele dieses Manipulationsspiel einfach nicht mit und erhalte mir meine Freiheit, indem ich erkläre, dass ich selbst in der Lage bin zu entscheiden, was ich zu tun und zu lassen habe.

 

 

Was ich ja gar nicht abspreche.

 

Recht aber immer mit Moral zu tun, es entsteht ja aufgrund von Moralvorstellungen.

Und jedes Recht lässt sich missbrauchen.

Die Dankbarkeit ist bei mir tatsächlich so, wie du hier schreibst, das habe ich dann etwas zu kurz gefasst.

 

Ein Recht ist aber nicht das gleiche wie ein Privileg (elf Staffeln "eine himmlische Familie" haben das deutlich gemacht, da wurde da quasi jede Folge auseinanderklamüsert...)..

Übrigens erlöst dich der Erlöser mMn nicht für gutes Verhalten, nichts desto trotz ist es aber für das irdische Leben hilfreich, sich einigermaßen anständig zu verhalten.

 

Wer hat eigentlich Privilegien, ohne sie zu nutzen?

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vor 3 Minuten schrieb Flo77:

Zum einen nuss ich für ein Privileg nicht "dankbar" sein. In der Regel werden Privilegien erarbeitet oder erkauft aber selten verschenkt.

 

Auch die Art und Weise wie ich meine Privilegien nutze und in Anspruch nehme ist meine Sache und keine Frage öffentlicher Moralfordetungen.

 

Wäre das Privileg durch eine solche indirekte Volksgesetzgebung beschnitten, wäre es kein Privileg.

 

Du bist nicht auf meine - mea maxima culpa nur indirekt gestellte - Frage eingegangen, ob Du dem Erhalt unseres Sozialstaates und unserer Wirtschaftsordnung grundsätzlich den Vorrang vor sozial-utopische Moralität geben würdest oder ob Du beides für die moralische Überlegenheit zu opfern bereit wärest - ungeachtet Deiner Verantwortung gegenüber all jenen, die Dich innerhalb dieser Ordnung bisher mitgezogen haben.

 

Eben nicht. Ein Privileg wird von außen zugesprochen, da ist nix mit erarbeiten. Wer sich etwas erarbeitet, kann das natürlich auch verlieren(nicht mal unbedingt durch eigene Schuld), genau wie auch ein Privileg wieder abgesprochen werden kann, aber es sind zwei Paar Schuhe. Ich habe z.B. meinen Abschluss erarbeitet, aber hatte das Privileg, in eine Familie/Zeit/Gesellschaft geboren worden zu sein, in der Bildung für Mädchen gewollt und unterstützt war.

 

Die Frage habe ich wohl nicht rausgelesen(schrieb ich schon, das sich müde war?).

Also, ungeachtet vor Verantwortung würde ich wenig bis nichts tun. ich fühle mich schon für Gesellschaft und Familie verantwortlich, dass kann ich nicht nicht achten. das ist ja in mir drin, das macht mich mit aus.

Ansonsten: Puh.  Ich denke nicht, dass irgendein Staat ideal ist, auch nicht unserer. Ich halte die Ordnung und den Sozialstaat aber grundsätzlich für gut.

Ich halte es aber schon für wichtig, Kritikpunkte anzubringen und auch Utopien zu entwerfen. Utopien sind die Realitäten von morgen. 

Ich werde mich nicht mehr stark ehrenamtlich engagieren, das ist einmal schiefgegangen. 

Aber schon dafür sprechen, nach Veränderungen und Verbesserungen zu suchen.

Moralische Überlegenheit finde ich an sich schwierig und würde sie niemals beanspruchen.

Und natürlich würde ich keine Gewalt anwenden. Friedliche Revolution, ja, wenn nötig. Gewaltsam, nein.

Der Staat, den ich heute erlebe, ist nicht mehr der, den ich vor 35 Jahren erlebt habe und er ist sicher auch nicht mehr der, den meine Eltern in den 50 ern erlebt haben.

Und der Staat, den meine Nichten noch erleben werden, wenn ich vielleicht schon nicht mehr lebe, wird auch nicht mehr derselbe sein wie der heute.

Daher würde ich nicht sagen, dass ich grundsätzlich alles für Erhalt tun würde, ich halte Veränderung für normal. und oft auch für nötig.

Dieser Exkurs hat jetzt aber wenig mit Privileg oder Erbsünde zu tun.

 

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vor 26 Minuten schrieb mn1217:

Wer hat eigentlich Privilegien, ohne sie zu nutzen?


Die Patronatsherren (und -damen) der Kirche in B. Die benutzen die ihnen vorbehaltenen Plätze in einem Verschlag unter der Kanzel schon seit Jahrzehnten nicht mehr. 😉
(Und bevor jetzt die Belehrung kommt, dass Patronate doch abgeschafft seien: nein, es gibt noch ein paar, die nicht abgeschafft sind. Das über die Kirche in B. z.B. nicht.)

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vor 46 Minuten schrieb mn1217:

 

Eben nicht. Ein Privileg wird von außen zugesprochen, da ist nix mit erarbeiten. Wer sich etwas erarbeitet, kann das natürlich auch verlieren(nicht mal unbedingt durch eigene Schuld), genau wie auch ein Privileg wieder abgesprochen werden kann, aber es sind zwei Paar Schuhe. Ich habe z.B. meinen Abschluss erarbeitet, aber hatte das Privileg, in eine Familie/Zeit/Gesellschaft geboren worden zu sein, in der Bildung für Mädchen gewollt und unterstützt war.

Ein Privileg ist ein Ausnahmerecht, verliehen durch den Machthaber in der Regel als Belohnung oder Bestechung, daß den Privilegienträgern dem Machthaber verpflichtet (und nur diesem).

 

In dieser Zeit und in diese Familie

geboren worden zu sein ist kein Privileg,  sondern eher mit "Glück" zu umschreiben, wobei ich auch mit dieser Beschreibung vorsichtig wäre. Daß Du die Person bist, die Du bist ist auch und vorallem die Folge Deiner Abstammung. Wärest Du in eine andere Familie unter anderen Verhältnissen geboren, wärest Du nicht die, die Du bist. Weder genetisch noch persönlich. Aus diesem biologischen "Zufall" (der keiner ist, weil wir eine Kausalkette vor uns haben) kann meiner Meinung nach keine zwingende moralische Kosequenz gezogen werden.

Edited by Flo77
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vor 1 Minute schrieb Flo77:

Ein Privileg ist ein Ausnahmerecht, verliehen durch den Machthaber in der Regel als Belohnung oder Bestechung, daß den Privilegienträgern dem Machthaber verpflichtet (und nur diesem).

 

In dieser Zeit und in diese Familie 3

geboren worden zu sein ist kein Privileg,  sondern eher mit "Glück" zu umschreiben, wobei ich auch mit dieser Beschreibung vorsichtig wäre. Daß Du die Person bist, die Du bist ist auch und vorallem die Folge Deiner Abstammung. Wärest Du in eine andere Familie unter anderen Verhältnissen geboren, wärest Du nicht die, die Du bist. Weder genetisch noch persönlich. Aus diesem biologischen "Zufall" (der keiner ist, weil wir eine Kausalkette vor uns haben) kann meiner Meinung nach keine zwingende moralische Kosequenz gezogen werden.

 

Für Belohnung oder bestechung muss aber nicht unbedingt gearbeitet werden.

 

Wo und wann ich geboren werde, hat natürlich keine zwingende moralische Konsequenz. Das habe ich auch nicht behauptet .

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