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Russland und die Nato


Flo77
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Aristippos

Ich finde es interessant,dass Richelieus Geist gar keine Klugscheißereien mehr ablässt. Dabei hat Seine Eminenz uns doch so eloquent erklärt, wie die Zeit unweigerlich für Russland spielt.

Edited by Aristippos
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Es dürfte noch interessant werden, was in Russland passiert. Interessant ist auf jeden Fall, dass sich höhere Stellen trauen, Putin zu kritisieren, ohne dass die Polizei aktiv wird. Offenbar sitzt er nicht mehr so fest im Sattel wie bis Anfang des Jahres.


Solange Putin auf stur schaltet, scheint mir auch eine Allianz zwischen Liberalen und Radikalen denkbar - mit dem Ziel, möglichst wenig russisches Blut zu vergießen und zumindest noch einen Kompromissfrieden zu schließen. Mit Bodentruppen kommen die Russen offensichtlich nicht mehr weiter und die Atombombe einzusetzen wäre Selbstmord (und, gerade in den Augen russischer Nationalisten, Mord an Russen - wozu sie ja auch die Ukrainer zählen - und Zerstörung russischer Landschaft). Daher dürften auch Radikale an einem Waffenstillstand - nach dem sie vielleicht heimlich wieder aufrüsten können - interessiert sein.


Die Ukraine dürfte, wenn sie versuchen sollte, die Krim zurückzuerobern, nicht mehr unbedingt die bedingungslose Unterstützung der NATO haben. Insofern ist die Chance auf einen Frieden wohl wieder realistisch.


Was in Russland selbst passiert, kann man nur spekulieren: Noch hat Russland zwar Kriegsgefallene und militärisches Gerät verloren, aber noch relativ wenige Schäden im eigenen Land. Die Beziehungen zu China sind nach wie vor gut, die zum Westen könnte man wieder aufbauen.

Sehr gefährlich - nicht nur für Russland, sondern durchaus auch für Europa und Vorderasien - könnte ein längerer Nachfolgekampf werden, egal, wer als Sieger daraus hervorgeht. Ein Bürgerkrieg in einem Land, das Atomwaffen hat, ist kein erstrebenswerter Zustand.

 

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Marcellinus
vor 15 Minuten schrieb MartinO:

Ein Bürgerkrieg in einem Land, das Atomwaffen hat, ist kein erstrebenswerter Zustand.

 

Das ist nur zu wahr!

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vor 39 Minuten schrieb MartinO:

Ein Bürgerkrieg in einem Land, das Atomwaffen hat, ist kein erstrebenswerter Zustand.

Auch ohne kein erstrebenswerter Zustand.

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vor 1 Stunde schrieb MartinO:

Es dürfte noch interessant werden, was in Russland passiert. Interessant ist auf jeden Fall, dass sich höhere Stellen trauen, Putin zu kritisieren, ohne dass die Polizei aktiv wird. Offenbar sitzt er nicht mehr so fest im Sattel wie bis Anfang des Jahres.


Solange Putin auf stur schaltet, scheint mir auch eine Allianz zwischen Liberalen und Radikalen denkbar - mit dem Ziel, möglichst wenig russisches Blut zu vergießen und zumindest noch einen Kompromissfrieden zu schließen. Mit Bodentruppen kommen die Russen offensichtlich nicht mehr weiter und die Atombombe einzusetzen wäre Selbstmord (und, gerade in den Augen russischer Nationalisten, Mord an Russen - wozu sie ja auch die Ukrainer zählen - und Zerstörung russischer Landschaft). Daher dürften auch Radikale an einem Waffenstillstand - nach dem sie vielleicht heimlich wieder aufrüsten können - interessiert sein.


Die Ukraine dürfte, wenn sie versuchen sollte, die Krim zurückzuerobern, nicht mehr unbedingt die bedingungslose Unterstützung der NATO haben. Insofern ist die Chance auf einen Frieden wohl wieder realistisch.


Was in Russland selbst passiert, kann man nur spekulieren: Noch hat Russland zwar Kriegsgefallene und militärisches Gerät verloren, aber noch relativ wenige Schäden im eigenen Land. Die Beziehungen zu China sind nach wie vor gut, die zum Westen könnte man wieder aufbauen.

Sehr gefährlich - nicht nur für Russland, sondern durchaus auch für Europa und Vorderasien - könnte ein längerer Nachfolgekampf werden, egal, wer als Sieger daraus hervorgeht. Ein Bürgerkrieg in einem Land, das Atomwaffen hat, ist kein erstrebenswerter Zustand.

 

Jedenfalls sind wir nicht an dem Punkt, wo eine nennenswerte Menge von Leuten sagt, hör endlich mit dem Scheiß Krieg auf.

 

Die sagen ja viel mehr, hör gefälligst mehr auf Leute die was davon verstehen. Die wollen, dass eine Art Schukow auf der Bildfläche erscheint.

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vor 42 Minuten schrieb Thofrock:

Jedenfalls sind wir nicht an dem Punkt, wo eine nennenswerte Menge von Leuten sagt, hör endlich mit dem Scheiß Krieg auf.

 

Die sagen ja viel mehr, hör gefälligst mehr auf Leute die was davon verstehen. Die wollen, dass eine Art Schukow auf der Bildfläche erscheint.

Im Zweiten Weltkrieg waren anfangs - solange es gut für Deutschland aussah - auch wenige dagegen.

Die Frage ist, was jemand, der etwas vom Kriegführen verstehen würde, an Putins Stelle tun würde. Rechnet sich der Krieg aus russischer Sicht irgendwie? Was erhofft sich Russland in der Ukraine zu gewinnen? Welchen Einsatz wäre Russland bereit zu zahlen?
Ich kann mir z.B. kaum vorstellen, dass ein halbwegs vernünftiger Mensch, selbst ein radikaler Großrussland-Ideologe, den Einsatz von Atombomben in Erwägung zieht: Die Propaganda war, russisches Kerngebiet heimholen zu wollen - nicht, es zerstören zu wollen. Eine Atombombe auf Kiew hätte aber genau die Folge: Kiew wäre weder ukrainisch, noch russisch, sondern weg - komplett zerstört und für Jahrtausende unbewohnbar, egal, ob für Ukrainer, für Russen oder sonst wen. 

Vielleicht würden die Russen ihre Truppen in der Ukraine verstärken - aber weitere Truppen bedeuten zugleich weitere Kosten, mehr Gefallene und steigenden Widerstand.

 

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vor 3 Minuten schrieb MartinO:

Die Propaganda war, russisches Kerngebiet heimholen zu wollen - nicht, es zerstören zu wollen.

Wobei die Russen ja auch ohne Atombomben nur verbrannte Erde und Ruinen hinterlassen. Ich frage mich sowieso die ganze Zeit, was man mit so vielen zerstörten Städten anfangen will.

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vor 1 Minute schrieb Kara:

Wobei die Russen ja auch ohne Atombomben nur verbrannte Erde und Ruinen hinterlassen. Ich frage mich sowieso die ganze Zeit, was man mit so vielen zerstörten Städten anfangen will.

Das ist nur zu wahr, aber leider eine Angewohnheit, die die russische Armee seit Stalins Zeiten nicht los geworden ist: Zerstören um des Zerstörens willen, Plündern und Vergewaltigen, egal, ob die Stadt kapituliert hat oder mit Gewalt erobert werden musste. So wird auch ein schwacher Gegner bis zur letzten Patrone kämpfen.

Dennoch wäre der Einsatz von Atombomben ein Riesensprung ins Verderben: Von Panzern zerstörte Städte kann man mit viel Aufwand wieder besiedeln und aufbauen, von Atombomben zerstörte Städte nicht. Die sind für immer weg und unbewohnbar.

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vor 2 Minuten schrieb MartinO:

Die sind für immer weg und unbewohnbar.

Quatsch

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10 hours ago, MartinO said:

Eine Atombombe auf Kiew hätte aber genau die Folge: Kiew wäre weder ukrainisch, noch russisch, sondern weg - komplett zerstört und für Jahrtausende unbewohnbar, egal, ob für Ukrainer, für Russen oder sonst wen. 

Habe gerade nachgesehen: Hiroshima hat heute 1.1 Millionen Einwohner. Im zweiten Weltkrieg hatte es ungefähr 350 Tausend. Ähnliches gilt für Nagasaki: Die Bevölkerung ist heute ungefähr doppelt so gross wie vor der Atombombe.

 

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Lothar1962
Am 12.9.2022 um 00:04 schrieb Aristippos:

Da betteln ein paar Stadträte darum, an den Dnjepr geschickt zu werden.

 

Ich glaube, dass das keine gute Idee (für Russland) wäre...

Also doch lieber ignorieren, tragisch verunfallen oder selbstmorden ...

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Aristippos
vor 40 Minuten schrieb rince:

Währenddessen geht das Manager-Sterben im russischen Energiesektor munter weiter: 

https://www.n-tv.de/23586948

Wo man in Russland überall runterfallen kann: Hausfenster, Krankenhausfenster, Schiff...

 

Vielleicht sollten sie anfangen, Geländer zu benutzen.

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vor 13 Minuten schrieb rorro:

Falls Putin wirklich glaubt, „der Westen“ wolle seit Jahrzehnten Russland zerschlagen

Nun, in Putins Gedankenwelt gehört die Anerkennung der Ukraine als souveränen Staat bereits zur Zerschlagung Russlands. Ähnliches dürfte Herr Xi, auch Besitzer von Atomwaffen, in Bezug auf Taiwan empfinden.

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Am 16.9.2022 um 23:02 schrieb rince:

Nun, in Putins Gedankenwelt gehört die Anerkennung der Ukraine als souveränen Staat bereits zur Zerschlagung Russlands. Ähnliches dürfte Herr Xi, auch Besitzer von Atomwaffen, in Bezug auf Taiwan empfinden.

Für die Chinesen war das immer so. Deshalb erkennen auch nur wenige Staaten Taiwan an.

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Am 13.9.2022 um 19:50 schrieb MartinO:

Im Zweiten Weltkrieg waren anfangs - solange es gut für Deutschland aussah - auch wenige dagegen.

Die Frage ist, was jemand, der etwas vom Kriegführen verstehen würde, an Putins Stelle tun würde. Rechnet sich der Krieg aus russischer Sicht irgendwie? Was erhofft sich Russland in der Ukraine zu gewinnen? Welchen Einsatz wäre Russland bereit zu zahlen?
Ich kann mir z.B. kaum vorstellen, dass ein halbwegs vernünftiger Mensch, selbst ein radikaler Großrussland-Ideologe, den Einsatz von Atombomben in Erwägung zieht: Die Propaganda war, russisches Kerngebiet heimholen zu wollen - nicht, es zerstören zu wollen. Eine Atombombe auf Kiew hätte aber genau die Folge: Kiew wäre weder ukrainisch, noch russisch, sondern weg - komplett zerstört und für Jahrtausende unbewohnbar, egal, ob für Ukrainer, für Russen oder sonst wen. 

Vielleicht würden die Russen ihre Truppen in der Ukraine verstärken - aber weitere Truppen bedeuten zugleich weitere Kosten, mehr Gefallene und steigenden Widerstand.

 

Mir fiel allerdings leider gerade eher die Situation Deutschland, Ende des 1. Weltkriegs ein: Die, die was von Kriegsführung verstanden die von der Lage an der Front informiert waren, die OHL, hat sich 1918 einen schlanken Fuß gemacht, und die zivile Regierung Ebert die Kapitulation unterschrieben lassen. „Im Felde unbesiegt“ war dann die Legende, die mit zum Scheitern des demokratischen Systems beitrug.

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ultramontanist

Gerade habe ich Putins großes Vorbild entdeckt

https://blog.tagesanzeiger.ch/historyreloaded/index.php/1332/duce-putin/

 

Mussolini :evil:

der zeigte sich oft mit sexy nacktem Oberkörper, führte schmutzige Kriege in Afrika, wo er trotz Giftgas militärisch wenig Erfolg hatte.

Und er hat trotz Erfolglosigkeit noch einen großen Fanclub

https://www.planet-wissen.de/geschichte/diktatoren/mussolini_italienischer_diktator_und_faschist/pwiemussolonisuperstardiemachtderbilder100.html

 

und gerade ist Meloni in Italien dabei die Wahl zu gewinnen^_^

 

Für ganz harte Putinfansg gibts hier ein Schmankerl

https://www.etsy.com/de/listing/1190555927/putin-the-dicktator?ga_order=most_relevant&ga_search_type=all&ga_view_type=gallery&ga_search_query=benito+mussolini&ref=sr_gallery-1-12&frs=1

Edited by ultramontanist
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Hi,

 

jetzt, wo ein Stellungskrieg im Winter droht, gibt es einen ganz interessanten Artikel zu der inneren russischen Verfasstheit (Achtung! Giftlink zur Achse). Ich schließe daraus, dass der Westen auf gar keinen Fall versuchen sollte, Kriegsdienstverweigerern aus Russland Asyl anzubieten. Zum einen weiß man nicht, was alles an FSB kommt und zum anderen muss das russische Volk Putin loswerden. Von außen wird das nichts.

 

Gruß, Martin

Edited by Soulman
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Aristippos
vor 4 Minuten schrieb laura:

Gehört das hierhin? Indirekt ja:

https://www.focus.de/politik/deutschland/medienbericht-bundesregierung-denkt-ueber-homeoffice-pflicht-fuer-beamte-nach_id_154003255.html

 

Der Bund denkt also über eine Homeofficepflicht für Beamte nach. 

Darf er das? 

Meine Überlegung ist folgendes: Letztlich ist ja eine Homeofficepflicht für Beamte nichts anderes als die Verlagerung von Heizkosten auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Büro wird nicht mehr (ausreichend) geheizt, der Mitarbeiter arbeitet zuhause und muss daher zuhause mehr heizen, weil er ja nicht nur abends heizt, sondern den ganzen Tag über. 

Wenn jemand Homeoffice möchte, ist das kein Problem.

Aber darf man ihn zwingen? Oder muss der Arbeitgeber nicht einen Arbeitsplatz stellen? 

Ich habe hier schon geschrieben, dass ich da verfassungsrechtliche Probleme sehe. Mit Beamten kenne ich mich aber nicht aus. Vielleicht kann man die zu so etwas verdonnern, die haben ja ein besonderes Verhältnis zu ihrem Arbeitgeber.

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vor 2 Stunden schrieb Soulman:

Hi,

 

jetzt, wo ein Stellungskrieg im Winter droht, gibt es einen ganz interessanten Artikel zu der inneren russischen Verfasstheit (Achtung! Giftlink zur Achse). Ich schließe daraus, dass der Westen auf gar keinen Fall versuchen sollte, Kriegsdienstverweigerern aus Russland Asyl anzubieten. Zum einen weiß man nicht, was alles an FSB kommt und zum anderen muss das russische Volk Putin loswerden. Von außen wird das nichts.

 

Gruß, Martin

Was Du daraus schließt, finde ich jetzt gar nicht so spannend. Aber du hast doch sicher auch eine eigene Meinung.

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Aristippos

Putin scheint die Schnauze von Edward Snowden voll zu haben. Er hat ihn gerade eingebürgert. Ich nehme an, der Einberufungsbescheid war gleich beigefügt. Snowden war schließlich beim Militär und erfüllt damit alle Voraussetzungen.

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