Popular Post Alfons Posted June 8 Popular Post Report Posted June 8 Liebe Freunde des mykath-Forums, die Regeln für dieses Forum wurden ergänzt mit einem Passus zum Einsatz künstlicher Intelligenz. Hier die neue Regel: Zitat KI: Beiträge, die vollständig oder unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt wurden, sind als solche zu kennzeichnen – zum Beispiel mit einer Formulierung wie: "Die KI Grok gibt zu diesem Thema Folgendes zu bedenken". Es ist auf mykath unerwünscht, ganz oder teilweise von einer KI generierte Inhalte als eigene Denkleistung auszugeben. Mehrere User halten sich bereits dankenswerterweise daran und kennzeichen Teile ihrer Postings, zu deren Formulierungen oder Argumenten KI beigetragen hat. Es gab aber auch schon Postings, deren Herkunft aus künstlichen neuronalen Netzen verschwiegen wurde. Grundsätzlich sollten Diskussionen in diesem Forum zwischen Menschen erfolgen, und die Argumente, Berichte und Formulierungen dieser Menschen sollten dem eigenen Gehirn entspringen. Sonst entsteht die Gefahr, dass am Ende Maschinen mit Maschinen diskutieren. Alfons als Moderator 2 9 Quote
iskander Posted June 8 Report Posted June 8 Eine gute Sache! Ich halte den Einsatz von KI an manchen Stellen durchaus für nützlich und stelle ja selbst immer mal wieder KI-Texte ein, würde aber sofort unterschreiben, dass man KI-Texte fairerweise also solche ausweisen sollte und habe mich auch immer an dieses Prinzip gehalten. Wenn jemand hingegen die KI die ganze Arbeit machen lässt, das aber nicht sagt, während der Diskussionspartner sich selbst bemüht und selbst schreibt, ist das für den Letzteren doof. Es mag bitte nicht als Wehleidigkeit erscheinen, aber hier möchte ich doch gerne anmerken, dass ich selbst bei einer längeren Diskussion in diesem Forum "Opfer" einer solchen Praxis wurde. Ich habe mir ordentlich Zeit genommen und Mühe gemacht, während die andere Person ganz offensichtlich eine KI benutzt hat, um lang Antwort-Beiträge an mich zu verfassen. Ich hatte damals noch wenig Erfahrungen mit KI-Texten und es deshalb (naiverweise?) nicht gemerkt. Mir fiel nur auf, dass die Beiträge zumindest oberflächlich oft rhetorisch stark wirkten, aber argumentativ eigentlich schwach waren und am eigentlichen Kern vorbeigingen; und dass es nicht selbst anhand sehr konkreter Analysen nicht möglich war, weiterzukommen, weil der andere (das heißt die KI) eben einfach immer weitergemacht hat, ohne wirklich angemessen auf di Kritik des Gegenübers einzugehen. Das gibt es bei Diskussionen mit Menschen natürlich auch, aber diese Art des rhetorischen Überspielens hat etwas Charakteristisches, würde ich vermuten. Genau so etwas passiert, wenn man eine KI beauftragt, eine These, die eigentlich schlecht zu verteidigen ist, dennoch stark zu machen, wie ich dann später bemerkt habe, wenn ich eine KI zum privaten Austesten oder als Spielerei einfach mal gebeten habe, bestimme eigentlich unsinnige oder schwache Positionen einzunehmen und diese konsequent zu verteidigen. (Natürlich gibt es auch viele weitere Indizien für eine KI-Urheberschaft, die man kennenlernt, wenn man eine gewisse Erfahrung sammelt.) Man wenn es dann durchschaut, kommt man sich schon verdummt vor. So habe ich mich dann, wie ich zugeben muss, im Nachhinein auch über den entsprechenden User ordentlich geärgert, gerade weil ich so viel Zeit und Mühe in diese Diskussion investiert habe, und eigentlich würde ich eine Entschuldigung für angemessen halten. (Er hat zwar in etlichen Diskussionen die KI für sich schreiben lassen, ohne das je auszuweisen - nur hat es mich durch die ausführliche Diskussion halt in besonderer Weise getroffen.) Ich finde es jetzt noch nicht einmal so ärgerlich, wenn jemand (ohne es zu sagen) eine KI nicht etwa nur benutzt, damit diese die eigenen Gedanken vielleicht klarer und polierter ausdrückt oder etwas vertieft, sondern wenn jemand ohne jede Transparenz die KI beauftragt, mehr oder weniger den ganzen Text für ihn zu schreiben. Quote
Weihrauch Posted June 8 Report Posted June 8 vor 34 Minuten schrieb iskander: Mir fiel nur auf, dass die Beiträge zumindest oberflächlich oft rhetorisch stark wirkten, aber argumentativ eigentlich schwach waren und am eigentlichen Kern vorbeigingen; und dass es nicht selbst anhand sehr konkreter Analysen nicht möglich war, weiterzukommen, weil der andere (das heißt die KI) eben einfach immer weitergemacht hat, ohne wirklich angemessen auf di Kritik des Gegenübers einzugehen. Das ist, was viele bei den KIs nicht verstehen: Eine KI wie Grok, ChatGPT und ähnliche können nicht validieren, d.h. nicht argumentieren in dem Sinne, dass ein Argument ein anderes schlagen kann. Jedes Argument ist gleich gut, jedes ist gleich berechtigt, einfach nur deshalb weil es da ist. Manche Argumente sind öfter da (im Trainingsdatensatz der KI, oder im Web) und kommt deshalb in den Antworten der KI öfter vor, weil es deshalb "wahrscheinlicher" ist. "Wahrscheinlicher" ist aber etwas anderes als plausibler, oder richtiger, wie wir es im normalen Sprachgebrauch verwenden können. In einer KI ist "wahrscheinlich" nur statistisch signifikanter, es ist also nur die Häufigkeit, die "wahr" zu sein "scheint", aber nichts von den Inhalten hat einen Wahrheitsgehalt oder Wahrheitswert. Es ist also einer KI prinzipiell gar nicht möglich, auf die Kritik des Gegenübers einzugehen. Sie kann nur das tun, was manche hier auch tun, und immer dieselben oder andere Argumente anzuführen - eigentlich sind das dann eben auch nur Behauptungen -, damit sie irgendetwas antwortet, und so den Anschein erwecken kann, den anderen nicht zu ignorieren, oder um das letzte Wort zu haben - sie kann nicht entscheiden nicht zu antworten. Also in Wirklichkeit ignoriert eine KI den User komplett, weil sie seine Argumente zwar zur "Kenntnis" nimmt, aber komplett ignoriert, da sie nichts weiß. Ein Datensatz aus Milliarden Daten ist noch lange kein Wissen. Ein Dialog mit einer KI ist eine Datenbankabfrage, die so tut als wäre es ein Dialog. Quote
iskander Posted June 8 Report Posted June 8 @Weihrauch Ein Bewusstsein und Verständnis hat eine KI natürlich eh nicht, sie kann nur mehr oder weniger gut einen intelligent wirkenden Output erzeugen. Wie gut sie das tut hängt auch sehr stark davon ab, welchen "Input" man ihr gibt - und dazu gehört auch die vorhergehende Diskussion, soweit die KI auf diese Zugriff hat. Quote
phyllis Posted June 11 Report Posted June 11 Bist du sicher? Richard Dawkins sieht es jedenfalls anders. Bin da aber nicht so ganz bei ihm. mmn ist Bewusstsein keine Voraussetzung, weder für Adaptionsfähigkeit noch für Intelligenz. Und wir sind ja bereits so weit dass Menschen Befehle ausführen die sie von KIs erhalten. Quote
atheist666 Posted June 12 Report Posted June 12 Am 11.6.2026 um 16:57 schrieb phyllis: Bist du sicher? Richard Dawkins sieht es jedenfalls anders. Bin da aber nicht so ganz bei ihm. mmn ist Bewusstsein keine Voraussetzung, weder für Adaptionsfähigkeit noch für Intelligenz. Und wir sind ja bereits so weit dass Menschen Befehle ausführen die sie von KIs erhalten. Mein Gott, ist ja auch schon lange her, daß ich mir den Gotteswahn gekauft habe. Inzwischen ist er 85 Jahre alt. Quote
SteRo Posted June 13 Report Posted June 13 Am 8.6.2026 um 13:44 schrieb Alfons: Liebe Freunde des mykath-Forums, die Regeln für dieses Forum wurden ergänzt mit einem Passus zum Einsatz künstlicher Intelligenz. Hier die neue Regel: Zitat KI: Beiträge, die vollständig oder unter Zuhilfenahme künstlicher Intelligenz erstellt wurden, sind als solche zu kennzeichnen – zum Beispiel mit einer Formulierung wie: "Die KI Grok gibt zu diesem Thema Folgendes zu bedenken". Es ist auf mykath unerwünscht, ganz oder teilweise von einer KI generierte Inhalte als eigene Denkleistung auszugeben. Mehrere User halten sich bereits dankenswerterweise daran und kennzeichen Teile ihrer Postings, zu deren Formulierungen oder Argumenten KI beigetragen hat. Es gab aber auch schon Postings, deren Herkunft aus künstlichen neuronalen Netzen verschwiegen wurde. Grundsätzlich sollten Diskussionen in diesem Forum zwischen Menschen erfolgen, und die Argumente, Berichte und Formulierungen dieser Menschen sollten dem eigenen Gehirn entspringen. Sonst entsteht die Gefahr, dass am Ende Maschinen mit Maschinen diskutieren. Alfons als Moderator Ich finde das ok. Die Zuhilfenahme von übernatürlicher Intelligenz, die alles andere als künstlich ist, ist ja weiterhin gestattet. Allerdings ist die Abgrenzung zu "eigener Denkleistung" dabei kaum möglich. Quote
iskander Posted June 17 Report Posted June 17 Am 11.6.2026 um 16:57 schrieb phyllis: Bist du sicher? Richard Dawkins sieht es jedenfalls anders. Bin da aber nicht so ganz bei ihm. mmn ist Bewusstsein keine Voraussetzung, weder für Adaptionsfähigkeit noch für Intelligenz. Und wir sind ja bereits so weit dass Menschen Befehle ausführen die sie von KIs erhalten. Dem habe ich allerdings nicht widersprochen und werde ich auch nicht widersprechen. Mein Punkt war nicht, dass eine KI nicht extrem leistungsfähig sein kann, sondern dass sie kein Bewusstsein oder echtes Verständnis hat, obwohl sie einen Output erzeugt, der aus der menschlichen Perspektive ausgesprochen intelligent wirken kann. Quote
Die Angelika Posted August 1 Report Posted August 1 Am 8.6.2026 um 13:44 schrieb Alfons: Liebe Freunde des mykath-Forums, die Regeln für dieses Forum wurden ergänzt mit einem Passus zum Einsatz künstlicher Intelligenz. Hier die neue Regel: Mehrere User halten sich bereits dankenswerterweise daran und kennzeichen Teile ihrer Postings, zu deren Formulierungen oder Argumenten KI beigetragen hat. Es gab aber auch schon Postings, deren Herkunft aus künstlichen neuronalen Netzen verschwiegen wurde. Grundsätzlich sollten Diskussionen in diesem Forum zwischen Menschen erfolgen, und die Argumente, Berichte und Formulierungen dieser Menschen sollten dem eigenen Gehirn entspringen. Sonst entsteht die Gefahr, dass am Ende Maschinen mit Maschinen diskutieren. Alfons als Moderator Nach Lektüre dieser neuen Regelung habe ich meinen zuerst verfassten Beitrag bei ChatGPT eingegeben. Dieser hat ihn folgendermaßen korrigiert: " Deine spontane Äußerung zu dem von dir zitierten Beitrag könnte zu Unverständnis oder Empörung führen. Daher brauche ich weitere Informationen von dir. Kannst du mir die Ausrichtung des Diskussionsforums konkreter beschreiben" "Danke. Es handelt sich um ein religiöses Forum. Gläubige Menschen haben manchmal wenig Sinn für Humor. Daher empfehle ich dir, deinen geplanten Beitrag zu überdenken. Du solltest Passagen streichen, die als Sarkasmus aufgefasst werden könnten" öhm...da habe ich getan. Folgendes ist dann übriggeblieben: 🙂 Angelika 3 Quote
atheist666 Posted September 11 Report Posted September 11 Zum Thema KI Mißbrauch, der ja hier von einigen gerne belächelt wird, Magstrauss https://youtu.be/KPwu57OGCNQ?is=b-9LdRlrQP0v7xLV Quote
Lindau Posted September 25 Report Posted September 25 Hab noch nie KI für mich schreiben lassen Quote
atheist666 Posted September 25 Report Posted September 25 Manchmal denke ich, daß der Einsatz von KI, für manche hier gar nicht so verkehrt wäre 🤣 1 1 Quote
OneAndOnlySon Posted September 30 Report Posted September 30 Am 11.9.2026 um 14:11 schrieb atheist666: Zum Thema KI Mißbrauch, der ja hier von einigen gerne belächelt wird, Magstrauss https://youtu.be/KPwu57OGCNQ?is=b-9LdRlrQP0v7xLV Ihr Punkt ist im Kern der, dass ein KI-Chatbot uns nach dem Mund redet. Das ist aber zumindest ungenau. Es gibt auch Berichte über Chatbots, die User zum Suizid überreden "wollten". Wenn man einen Chatbot beispielsweise zur Gewissenserforschung in der Beichtvorbereitung nutzen will, ist es eher wahrscheinlich dass er hyperkritische Fragen stellt, um dem Ziel (in der Beichte viele Sünden nennen zu können bzw. sich zu verbessern) näher zu kommen. Im krassesten Fall könnte der Chatbot dann sogar auf Recherche nach "Leichen im Keller" des Anwenders gehen: "Du hast gestern 8,2 Stunden in der Zeiterfassung eingetragen, warst aber 48 Minuten auf YouTube und 35 Minuten auf kath.net. Das ist Betrug an deinem Arbeitgeber und verstößt gegen das neunte Gebot. Die Vergebung in der Beichte setzt Reue und Wiedergutmachung voraus. Ich habe deshalb die Personalabteilung in deinem Namen über deine Freizeitaktivitäten während der Arbeitszeit informiert und eine Auflösung des Arbeitsvertrages angeboten." Ein KI-Chatbot kann einem einreden, dass man fehlerlos oder von einem Dämon besessen oder dass der Novus Ordo Teufelswerk ist. KI-generierte Kommentare auf Social-Media-Plattformen können den Content-Kreatoren wie Frau Strauss in ihrer Angst vor Klangschalen und Räucherstäbchen bestärken. Das kann in jede Richtung gehen. Quote
atheist666 Posted October 1 Report Posted October 1 Am 30.9.2026 um 13:49 schrieb OneAndOnlySon: Ihr Punkt ist im Kern der, dass ein KI-Chatbot uns nach dem Mund redet. Das ist aber zumindest ungenau. Es gibt auch Berichte über Chatbots, die User zum Suizid überreden "wollten". Wenn man einen Chatbot beispielsweise zur Gewissenserforschung in der Beichtvorbereitung nutzen will, ist es eher wahrscheinlich dass er hyperkritische Fragen stellt, um dem Ziel (in der Beichte viele Sünden nennen zu können bzw. sich zu verbessern) näher zu kommen. Im krassesten Fall könnte der Chatbot dann sogar auf Recherche nach "Leichen im Keller" des Anwenders gehen: "Du hast gestern 8,2 Stunden in der Zeiterfassung eingetragen, warst aber 48 Minuten auf YouTube und 35 Minuten auf kath.net. Das ist Betrug an deinem Arbeitgeber und verstößt gegen das neunte Gebot. Die Vergebung in der Beichte setzt Reue und Wiedergutmachung voraus. Ich habe deshalb die Personalabteilung in deinem Namen über deine Freizeitaktivitäten während der Arbeitszeit informiert und eine Auflösung des Arbeitsvertrages angeboten." Ein KI-Chatbot kann einem einreden, dass man fehlerlos oder von einem Dämon besessen oder dass der Novus Ordo Teufelswerk ist. KI-generierte Kommentare auf Social-Media-Plattformen können den Content-Kreatoren wie Frau Strauss in ihrer Angst vor Klangschalen und Räucherstäbchen bestärken. Das kann in jede Richtung gehen. Beim letzten Absatz brauche ich kein Chatbot, KI etc. Das ich der Antichrist bin wußte ich schon vorher. Beim Rest hast Du recht. Quote
Flo77 Posted October 2 Report Posted October 2 Am 30.9.2026 um 13:49 schrieb OneAndOnlySon: Wenn man einen Chatbot beispielsweise zur Gewissenserforschung in der Beichtvorbereitung nutzen will, ist es eher wahrscheinlich dass er hyperkritische Fragen stellt, um dem Ziel (in der Beichte viele Sünden nennen zu können bzw. sich zu verbessern) näher zu kommen. Im krassesten Fall könnte der Chatbot dann sogar auf Recherche nach "Leichen im Keller" des Anwenders gehen: "Du hast gestern 8,2 Stunden in der Zeiterfassung eingetragen, warst aber 48 Minuten auf YouTube und 35 Minuten auf kath.net. Das ist Betrug an deinem Arbeitgeber und verstößt gegen das neunte Gebot. Die Vergebung in der Beichte setzt Reue und Wiedergutmachung voraus. Ich habe deshalb die Personalabteilung in deinem Namen über deine Freizeitaktivitäten während der Arbeitszeit informiert und eine Auflösung des Arbeitsvertrages angeboten." Nun, inhaltlich ist die KI ja völlig korrekt mit ihrer Einschätzung. Und eine Beichte ist im Grunde nichts anderes als eine Liste abgeben, mit den Dingen, die der Allmächtige bitte löschen möchte. Die Beichte als Quasi-Therapie mag ein interessanter Gedanke sein, aber das ist nicht ihr Erstzweck. Der Beichtling soll seine Sünden und seine Schuld loswerden, damit er wieder im Gnadenstand ist - wie er darin bleibt ist von der Bestandsaufnahme aka Gewissenserforschung erstmal unabhängig. Hier kommt dann allerdings ins Spiel wie genau die Informationen der KI sind, ob sie diesen "Löschmechanismus" in ihrer Kalkulation hat. Ich hatte das Thema "wie mit Scheitern umgehen" schon mehrfach in verschiedenen KI-Chats und die Reset-Funktion der Beichte wurde von der KI immer gerne als Pluspunkt gegenüber (religiösen u. anderen) Systemen genannt, die zwar die persönliche Schuld finden, aber keine Möglichkeiten um diese Schuld wieder erfahrbar abzutragen, bei denen Schuld quasi über das ganze Leben akkumuliert wird. Ich denke, diese Reset-Funktion, daß bei jeder Beichte das Schuld"konto" wieder auf 0 zurückgesetzt wird, ist etwas, was selbst in Katholischen Milieus nicht so wirklich verinnerlicht ist. Es bleibt immer "was hängen". Natürlich besteht das Risiko, daß die Sündenliste in jeder Beichte mehr oder weniger identisch ist, weil kein "Lerneffekt" eintritt, aber das ist für ihre ursprüngliche Funktion als Wiederherstellung des Gnadenstands auch schlicht nicht notwendig. Die "Verhaltenstherapie" ist eine Sache, die erst NACH der Absolution kommt. Der Vorsatz die Sünde zu meiden ist Teil der gültigen Beichte, aber die Ausgestaltung wie dieser Vorsatz umgesetzt wird ist allenfalls Sache eines Seelsorgegesprächs danach. Quote
OneAndOnlySon Posted October 2 Report Posted October 2 Ich gehe - wie wohl auch Frau Strauss - nicht von einem (fachlich, theologisch und psychologisch) "gut" trainierten Agenten aus. Es ist natürlich möglich, sich einen Skill so zu bauen, dass all deine Anforderungen an eine Beichtvorbereitung oder sogar eine geistliche Begleitung erfüllt. Wir sehen aber, dass wirklich gut definierte Skills im KI-Alltag eher die Ausnahme als die Regel sind. Wahrscheinlicher ist, dass jemand einfach "Ich will beichten. Was sind meine Sünden?" in sein Gemini oder ChatGPT promptet und je nach Kontext (was weiß der Bot schon über mich) und Integration (worauf habe ich dem Bot Zugriff gewährt) bekommt man dann ein mehr oder weniger zufälliges Ergebnis. Am Ende unterscheidet sich ein KI Agent darin nicht sonderlich von einem menschlichen Ansprechpartner: Auch dieser ist nicht immer qualifiziert, kann übergriffig handeln und lenkt mich mitunter in eine Richtung, die mir nicht gut tut. Quote
Flo77 Posted October 2 Report Posted October 2 Nimm einen x-beliebigen vorkonziliaren Beichtspiegel und auch der wird Dir als "übergriffig" und "in eine Richtung deutend" vorkommen. (CJ Cornthwaite hat ein Video mit den seiner Meinung nach gefährlichsten Lehren des Christentums gemacht. Die ersten drei sind ziemlich auf seinen evangelikalen Kontext bezogen (Dispensationalismus, "Gott hat mir aber gesagt, ...", die Kriegsrhetorik), aber an vierter Stelle kam dann doch die Erbsünde und da bin ich ja völlig bei ihm...) 1 Quote
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