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altersuender

China und die kath. Kirche

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Gabriele

Radio Vatikan meldet:

 

04/05/2006 12.51.18

 

Vatikan: "Schwere Verletzung der Religionsfreiheit"

 

 

Der Vatikan reagiert mit einer ernsten Mahnung auf zwei Bischofsweihen in China, die in den letzten Tagen gegen den Willen des Papstes durchgeführt worden sind. Ein Statement des vatikanischen Pressesaals spricht von einer "schwerwiegenden Verletzung der Religionsfreiheit" und einer "Verletzung der kirchlichen Einheit", über die der Papst "zutiefst ungehalten" sei. Die Weihen stellten ein Hindernis für den Dialog dar, so das Statement weiter.

Die Erklärung von Benedikts Pressesprecher Joaquin Navarro Valls spricht auch von "starkem Druck und Drohungen" gegen Bischöfe und Priester, damit sie an solchen illegalen Bischofsweihen teilnehmen. Dieser Druck gehe von "Einrichtungen aus, die nicht zur Kirche gehören", das zielt womöglich auf das Pekinger Regime und seine "Patriotische Vereinigung" zur Kontrolle der Katholiken Chinas. Das Kirchenrecht sehe für solche Weihehandlungen ohne vatikanische Genehmigung "schwere kanonische Strafen" vor, so das Statement weiter. Der angegebene Canon 1382 des Codex Iuris Canonici benennt konkret: "Ein Bischof, der jemanden ohne päpstlichen Auftrag zum Bischof weiht, und ebenso, wer von ihm die Weihe empfängt, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu."

 

Der Vatikan beklagt "das schwere Los der katholischen Kirche in China" und läßt erkennen, dass er eigentlich "glaubte und hoffte, dass solche beklagenswerten Akte jetzt doch der Vergangenheit" angehörten. Er warnt vor weiteren illegalen Bischofsweihen und gibt zu erkennen, er sei weiter an einem "ehrlichen und konstruktiven Dialog mit den kompetenten chinesischen Autoritäten interessiert".

Die Nachrichtenagentur Asianews berichtet derweil, der Bischof, der illegal im südchinesischen Wuhu geweiht wurde, habe kurz vorher noch einen persönlichen Appell des Papstes erhalten, auf die Weihe zu verzichten. Hinter den illegalen Weiheakten, von denen angeblich noch etwa zwanzig weitere bevorstehen sollen, steht nach Asianews-Angaben Antonius Liu Bainian, der Vizepräsident der so genannten "Patriotischen Vereinigung".

(rv/asianews 04.05.06 sk)

 

Lieber Werner,

 

aus dieser Meldung entnehme ich, dass nicht nur Zuschauer, sondern auch Bischöfe und Priester zur Teilnahme gezwungen wurden.

 

Liebe Grüße, Gabriele

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Werner001
Radio Vatikan meldet:

 

04/05/2006 12.51.18

 

Vatikan: "Schwere Verletzung der Religionsfreiheit"

 

 

Der Vatikan reagiert mit einer ernsten Mahnung auf zwei Bischofsweihen in China, die in den letzten Tagen gegen den Willen des Papstes durchgeführt worden sind. Ein Statement des vatikanischen Pressesaals spricht von einer "schwerwiegenden Verletzung der Religionsfreiheit" und einer "Verletzung der kirchlichen Einheit", über die der Papst "zutiefst ungehalten" sei. Die Weihen stellten ein Hindernis für den Dialog dar, so das Statement weiter.

Die Erklärung von Benedikts Pressesprecher Joaquin Navarro Valls spricht auch von "starkem Druck und Drohungen" gegen Bischöfe und Priester, damit sie an solchen illegalen Bischofsweihen teilnehmen. Dieser Druck gehe von "Einrichtungen aus, die nicht zur Kirche gehören", das zielt womöglich auf das Pekinger Regime und seine "Patriotische Vereinigung" zur Kontrolle der Katholiken Chinas. Das Kirchenrecht sehe für solche Weihehandlungen ohne vatikanische Genehmigung "schwere kanonische Strafen" vor, so das Statement weiter. Der angegebene Canon 1382 des Codex Iuris Canonici benennt konkret: "Ein Bischof, der jemanden ohne päpstlichen Auftrag zum Bischof weiht, und ebenso, wer von ihm die Weihe empfängt, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu."

 

Der Vatikan beklagt "das schwere Los der katholischen Kirche in China" und läßt erkennen, dass er eigentlich "glaubte und hoffte, dass solche beklagenswerten Akte jetzt doch der Vergangenheit" angehörten. Er warnt vor weiteren illegalen Bischofsweihen und gibt zu erkennen, er sei weiter an einem "ehrlichen und konstruktiven Dialog mit den kompetenten chinesischen Autoritäten interessiert".

Die Nachrichtenagentur Asianews berichtet derweil, der Bischof, der illegal im südchinesischen Wuhu geweiht wurde, habe kurz vorher noch einen persönlichen Appell des Papstes erhalten, auf die Weihe zu verzichten. Hinter den illegalen Weiheakten, von denen angeblich noch etwa zwanzig weitere bevorstehen sollen, steht nach Asianews-Angaben Antonius Liu Bainian, der Vizepräsident der so genannten "Patriotischen Vereinigung".

(rv/asianews 04.05.06 sk)

 

Lieber Werner,

 

aus dieser Meldung entnehme ich, dass nicht nur Zuschauer, sondern auch Bischöfe und Priester zur Teilnahme gezwungen wurden.

 

Liebe Grüße, Gabriele

Bischöfe und Priester als Zuschauer.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Vatikan einen Bischof, der zu einer Weihehandlung gezwungen wurde (die dann ja wegen mangelnder Intention des Spenders eh nichtig wäre), auch noch exkommuniziert, das wäre ja widersinnig.

 

Wie gesagt, ich halte es auch für schlecht, wenn jemand zum Zuschauen bei einer Weihe genötigt wird, aber letztlich it da ja kein Unterschied dazu, wenn jemand zum Fähnchenschwingen und Mitmarschieren bei einer Maiparade genötigt wird.

 

Werner

Edited by Werner001

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Werner001

Hab mir das alles nochmal durchgelesen.

 

Ich glaube jetzt ist mir klargeworden, was mich irritiert hat.

 

Es geht um 2 Dinge.

 

1. Die regimetreue, romunabhängige Kirche in China hat Bischöfe geweiht gegen den Willen des Vatikans. Das gefällt dem Vatikan natürlich nicht, es ist sicherlich auch nicht förderlich für Vereinigungsbestrebungen zwischen dieser Kirche und Rom, aber es hat überhaupt nichts mit Religionsfreiheit usw. zu tun, letzlich geht es den Vatikan ja nichts an, wen eine von Rom unabhängige Kirche weiht.

 

2. Die erzwungene Teilnahme von romtreuen Priestern als Statisten bei diesen Weihen.

Das ist tatsächlich ein Verstoß gegen die Menschenrechte, der kritisiert werden muss.

 

Was mich so irritiert hat, war, das die Kritik zu Punkt 2 überall unter der Überschrift zu Punkt 1 lief, und beide Punkte haben nur bedingt miteinander zu tun, sie sollten nicht verquickt werden, wie das in den ganzen Berichten der Fall ist.

 

Werner

Edited by Werner001

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OneAndOnlySon
Wie gesagt, ich halte es auch für schlecht, wenn jemand zum Zuschauen bei einer Weihe genötigt wird, aber letztlich it da ja kein Unterschied dazu, wenn jemand zum Fähnchenschwingen und Mitmarschieren bei einer Maiparade genötigt wird.

 

Werner

 

Doch, der Unterschied liegt darin, dass es hier um ein katholisches Ritual geht und röm.-kath. Priester und Laien betroffen sind. Dadurch ist automatisch die Kirche zuständig und sollte sich auch eindeutig zu Wort melden. Nur weil das Regime in Peking noch mehr Nötigungen und Vergehen gegen die Freiheit des Glaubens, des Bekenntnisses oder der Meinungsäußerung begeht, sollte man zu dieser nicht schweigen - im Gegenteil. Je stärker sich diese Formen von Unrecht häufen, umso heftiger sollte man gegen jede einzelne Vorgehen.

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Werner001
Wie gesagt, ich halte es auch für schlecht, wenn jemand zum Zuschauen bei einer Weihe genötigt wird, aber letztlich it da ja kein Unterschied dazu, wenn jemand zum Fähnchenschwingen und Mitmarschieren bei einer Maiparade genötigt wird.

 

Werner

 

Doch, der Unterschied liegt darin, dass es hier um ein katholisches Ritual geht und röm.-kath. Priester und Laien betroffen sind. Dadurch ist automatisch die Kirche zuständig und sollte sich auch eindeutig zu Wort melden. Nur weil das Regime in Peking noch mehr Nötigungen und Vergehen gegen die Freiheit des Glaubens, des Bekenntnisses oder der Meinungsäußerung begeht, sollte man zu dieser nicht schweigen - im Gegenteil. Je stärker sich diese Formen von Unrecht häufen, umso heftiger sollte man gegen jede einzelne Vorgehen.

Siehe oben.

Die Weihen an sich sind kein Verstoß gegen Menschenrechte und Religionsfreiheit, wie das die Berichterstattung auf den ersten Blick suggeriert.

 

Werner

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OneAndOnlySon
1. Die regimetreue, romunabhängige Kirche in China hat Bischöfe geweiht gegen den Willen des Vatikans. Das gefällt dem Vatikan natürlich nicht, es ist sicherlich auch nicht förderlich für Vereinigungsbestrebungen zwischen dieser Kirche und Rom, aber es hat überhaupt nichts mit Religionsfreiheit usw. zu tun, letzlich geht es den Vatikan ja nichts an, wen eine von Rom unabhängige Kirche weiht.

 

Ich kann diese saubere Trennung zwischen der römischen Kirche und der patriotischen Vereinigung aber nicht erkennen. Hier gibt es eben keine freiwillige Abspaltung, sondern es wurden und werden katholische Bischöfe und Priester vom Regime dazu genötigt, sich der Staatskirche anzuschließen. Von einer kirchlichen Unabhängigkeit von Rom kann eigentlich daher keine Rede sein, auch wenn das Regime sich das wünscht. Von daher geht es den Vatikan auch etwas an, wenn dort Bischöfe geweiht werden.

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Werner001
1. Die regimetreue, romunabhängige Kirche in China hat Bischöfe geweiht gegen den Willen des Vatikans. Das gefällt dem Vatikan natürlich nicht, es ist sicherlich auch nicht förderlich für Vereinigungsbestrebungen zwischen dieser Kirche und Rom, aber es hat überhaupt nichts mit Religionsfreiheit usw. zu tun, letzlich geht es den Vatikan ja nichts an, wen eine von Rom unabhängige Kirche weiht.

 

Ich kann diese saubere Trennung zwischen der römischen Kirche und der patriotischen Vereinigung aber nicht erkennen. Hier gibt es eben keine freiwillige Abspaltung, sondern es wurden und werden katholische Bischöfe und Priester vom Regime dazu genötigt, sich der Staatskirche anzuschließen. Von einer kirchlichen Unabhängigkeit von Rom kann eigentlich daher keine Rede sein, auch wenn das Regime sich das wünscht. Von daher geht es den Vatikan auch etwas an, wenn dort Bischöfe geweiht werden.

sowohl die Weihenden als auch die Geweihten sehen sich aber wohl als von Rom unabhängig, sie haben es ja anscheinend freiwillig getan.

Von daher kann man einerseits die Weihen als für die Ökumene hinderlich bezeichnen und erzwungenes Zusehen dabei als Menschenrechtsverletzung, nicht aber die Weihen selbst als Verletzung der Religionsfreiheit.

 

Werner

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Monika

Ich wage nicht darüber nachzudenken, was mit dem "geweihten Bischof" passiert wäre, wenn er sich geweigert hätte, sich weihen zu lassen.

Wieviele Jahre wäre er wohl unter Hausarrest gestellt worden?

 

Dies ist eher ein Politdrama, als ein religiöses Dilemma.

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Werner001
Ich wage nicht darüber nachzudenken, was mit dem "geweihten Bischof" passiert wäre, wenn er sich geweigert hätte, sich weihen zu lassen.

Wieviele Jahre wäre er wohl unter Hausarrest gestellt worden?

 

Dies ist eher ein Politdrama, als ein religiöses Dilemma.

Wenn das so ist, dann ist es aber zutiefst ungerecht von Rom, ihn zu exkommunizieren.

 

Werner

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Monika

Ich wage nicht darüber nachzudenken, was mit dem "geweihten Bischof" passiert wäre, wenn er sich geweigert hätte, sich weihen zu lassen.

Wieviele Jahre wäre er wohl unter Hausarrest gestellt worden?

 

Dies ist eher ein Politdrama, als ein religiöses Dilemma.

Wenn das so ist, dann ist es aber zutiefst ungerecht von Rom, ihn zu exkommunizieren.

 

Werner

 

Warum?

 

Der Vatikan ist der Meinung, und das aus sicherer Distanz heraus, für seinen Glauben auch sterben zu müssen. Die vatikanischen Obrigkeiten vertreten hier die Lehre der katholischen Kirche, und die besagt, eine Bischofsweihe, kann nur vom Vatikan vorgeschlagen bezw. vorgenommen werden.

Dies wurde hier umgangen, vermutlich aus politischen ( von chineschischer Seite aus) Gründen.

Fazit: Rom konnte gar nicht anderst handeln. Sonst würde ja das katholische römische Weltbild ins Flattern kommen.

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kam

Lt. FAZ gab es zwischen der Patriotischen Kirche, die de facto staatlich geleitet wird und dem Vatikan ein Stillhalteabkommen, daß während der Verhandlungen zwischen Vatikan und VR China über die Anerkennung der VR China (anstelle Taiwans) und anschließender Wiedervereinigung zwischen Rom und Patriotischer Kirche keine neuen Bischöfe geweiht werden. Wenn das trotzdem erfolgt, zeigt das, daß es offenbar chinesische Funktionäre gibt, die diese Verhandlungen nicht wollen. Grüße, KAM

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Werner001

Ich wage nicht darüber nachzudenken, was mit dem "geweihten Bischof" passiert wäre, wenn er sich geweigert hätte, sich weihen zu lassen.

Wieviele Jahre wäre er wohl unter Hausarrest gestellt worden?

 

Dies ist eher ein Politdrama, als ein religiöses Dilemma.

Wenn das so ist, dann ist es aber zutiefst ungerecht von Rom, ihn zu exkommunizieren.

 

Werner

 

Warum?

 

Der Vatikan ist der Meinung, und das aus sicherer Distanz heraus, für seinen Glauben auch sterben zu müssen. Die vatikanischen Obrigkeiten vertreten hier die Lehre der katholischen Kirche, und die besagt, eine Bischofsweihe, kann nur vom Vatikan vorgeschlagen bezw. vorgenommen werden.

Dies wurde hier umgangen, vermutlich aus politischen ( von chineschischer Seite aus) Gründen.

Fazit: Rom konnte gar nicht anderst handeln. Sonst würde ja das katholische römische Weltbild ins Flattern kommen.

Es ist keine katholische Lehre und ist nie eine gewesen, daß ein Bischof nur von Rom ausgewählt werden kann. Das ist auch keine Glaubensfrage, sondern eine der Disziplin.

 

Und wenn der Vatikan verlangt, daß man für die Disziplin sein Leben opfern soll, dann muss er mal gründlich seine Prioritäten überdenken.

 

Ich glaube immer noch nicht, daß die Kandidaten gezwungen wurden, sich weihen zu lassen.

 

Werner

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Werner001
Lt. FAZ gab es zwischen der Patriotischen Kirche, die de facto staatlich geleitet wird und dem Vatikan ein Stillhalteabkommen, daß während der Verhandlungen zwischen Vatikan und VR China über die Anerkennung der VR China (anstelle Taiwans) und anschließender Wiedervereinigung zwischen Rom und Patriotischer Kirche keine neuen Bischöfe geweiht werden. Wenn das trotzdem erfolgt, zeigt das, daß es offenbar chinesische Funktionäre gibt, die diese Verhandlungen nicht wollen. Grüße, KAM

Ja, das klingt plausibel.

 

Werner

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Gabriele
Ich glaube immer noch nicht, daß die Kandidaten gezwungen wurden, sich weihen zu lassen.

 

Werner

Hm, Werner, wie stellst Du Dir denn Freiwilligkeit in einem totalitären Regime vor?

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Monika
Ich glaube immer noch nicht, daß die Kandidaten gezwungen wurden, sich weihen zu lassen.

 

Werner

 

Ich bin trotzdem froh nicht in China zu leben, sondern hier. Hier ist es mir möglich mal auch ein klares "Nein" zu sagen, wenn ich nicht überzeugt bin.

Von dem Staate China kann ich mir vorstellen, dass sie reale Infos zensiert, und somit einfach seine eigenen Machtstrukturen auslebt. Fängt ja schon mit der Internetzensur an. Und das dürfte dir lieber Werner ja auch nicht unbekannt sein.

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Werner001

 

Ich glaube immer noch nicht, daß die Kandidaten gezwungen wurden, sich weihen zu lassen.

 

Werner

Hm, Werner, wie stellst Du Dir denn Freiwilligkeit in einem totalitären Regime vor?

Auch in totalitären System gibt es immer Leute, die mitmachen.

Das ist nichts neues.

Gerade für eine so exponierte Stellung wie einen Bischof würde ich als Machthabe in einem totalitären System jedenfalls niemanden einsetzen, der nicht Systemtreu ist.

Es wäre doch völlig widersinnig, wenn die Chinesen einen romtreuen Priester zum Bischof machen, und es wäre ebenfalls völlig widersinnig, wenn Rom nur um des Machtprinzips willen einen romtreuen Bischof exkommuniziert.

 

Werner

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overkott

 

Ich glaube immer noch nicht, daß die Kandidaten gezwungen wurden, sich weihen zu lassen.

 

Werner

Hm, Werner, wie stellst Du Dir denn Freiwilligkeit in einem totalitären Regime vor?

Auch in totalitären System gibt es immer Leute, die mitmachen.

Das ist nichts neues.

Gerade für eine so exponierte Stellung wie einen Bischof würde ich als Machthabe in einem totalitären System jedenfalls niemanden einsetzen, der nicht Systemtreu ist.

Es wäre doch völlig widersinnig, wenn die Chinesen einen romtreuen Priester zum Bischof machen, und es wäre ebenfalls völlig widersinnig, wenn Rom nur um des Machtprinzips willen einen romtreuen Bischof exkommuniziert.

 

Werner

Ich möchte die Totalitarismusdebatte mal auf ein theologisch-philosophisches Niveau heben. Wenn wir heute rückblickend theologische Linien ziehen von Johannes über Augustinus, Bonaventura, Duns Scotus, Cusanus und Ratzinger, dann sehen wir auch unter philosophischen Gesichtspunkten eine stärker nominalistische Tendenz, wenn auch diese Theologen durchaus nicht unrealistisch sind. Wir gewinnen also den Eindruck, dass dieser Nominalismus mit einer gemäßigt freiheitlichen Theologie einhergeht. Das gilt übrigens auch für die Sozialtheologie. Mir scheint es kein Wunder, dass die Walberberger Dominikaner, aristotelisch geprägt, einen christlichen Sozialismus entwickelt haben. Wahrscheinlich war auch bei den Franziskanern ein identitärer Realismus Ursache für eine Befreiungstheologie mit totalitären Zügen - ich würde sagen: zu wenig Bonaventura, zu viel Franziskus. Denn man darf nicht verkennen, dass der hl. Franziskus mit seinem schroffen Biblizismus durchaus eine fundamentalistische Tendenz hatte. Alle Heiligen haben jedoch ihre eigene gelungene Synthese aus Nominalismus und Realismus in Jesus Christus gefunden.

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Monika

 

Ich glaube immer noch nicht, daß die Kandidaten gezwungen wurden, sich weihen zu lassen.

 

Werner

Hm, Werner, wie stellst Du Dir denn Freiwilligkeit in einem totalitären Regime vor?

Auch in totalitären System gibt es immer Leute, die mitmachen.

Das ist nichts neues.

Gerade für eine so exponierte Stellung wie einen Bischof würde ich als Machthabe in einem totalitären System jedenfalls niemanden einsetzen, der nicht Systemtreu ist.

Es wäre doch völlig widersinnig, wenn die Chinesen einen romtreuen Priester zum Bischof machen, und es wäre ebenfalls völlig widersinnig, wenn Rom nur um des Machtprinzips willen einen romtreuen Bischof exkommuniziert.

 

Werner

Ich möchte die Totalitarismusdebatte mal auf ein theologisch-philosophisches Niveau heben. Wenn wir heute rückblickend theologische Linien ziehen von Johannes über Augustinus, Bonaventura, Duns Scotus, Cusanus und Ratzinger, dann sehen wir auch unter philosophischen Gesichtspunkten eine stärker nominalistische Tendenz, wenn auch diese Theologen durchaus nicht unrealistisch sind. Wir gewinnen also den Eindruck, dass dieser Nominalismus mit einer gemäßigt freiheitlichen Theologie einhergeht. Das gilt übrigens auch für die Sozialtheologie. Mir scheint es kein Wunder, dass die Walberberger Dominikaner, aristotelisch geprägt, einen christlichen Sozialismus entwickelt haben. Wahrscheinlich war auch bei den Franziskanern ein identitärer Realismus Ursache für eine Befreiungstheologie mit totalitären Zügen - ich würde sagen: zu wenig Bonaventura, zu viel Franziskus. Denn man darf nicht verkennen, dass der hl. Franziskus mit seinem schroffen Biblizismus durchaus eine fundamentalistische Tendenz hatte. Alle Heiligen haben jedoch ihre eigene gelungene Synthese aus Nominalismus und Realismus in Jesus Christus gefunden.

 

 

Ich bemühe mich ja schon. Aber warum verstehe ich dein Posting nicht a050.gif

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Petrus
Wenn wir heute rückblickend theologische Linien ziehen von Johannes über Augustinus, Bonaventura, Duns Scotus, Cusanus und Ratzinger
boah ej ...

 

 

 

das sind Linien ...

 

 

 

naja. Was mich da tröstet, ist der Satz: "... und Gott schreibt auch auf krummen Linien gerade."

 

 

 

 

 

btw: auf Ratzinger möchte ich noch nicht zurückblicken. Wie ich aus (zuverlässigen) Quellen erst kürzlich erfuhr, lebt unser Papst immer noch :huh:

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Flo77
btw: auf Ratzinger möchte ich noch nicht zurückblicken. Wie ich aus (zuverlässigen) Quellen erst kürzlich erfuhr, lebt unser Papst immer noch :huh:
Na wenn das mal keine Freimaurerische Verschwörung ist ...

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Gert

Leider handelt es sich bei China weiterhin um eine Ein-Parteien-Diktatur, die keine Meinungs-, PResse- und Religionsfreiheit zuläßt.

 

Dafür aber hat China mittlerweile die sozialistische Staatswirtschaft weitgehend aufgegeben und eine harte Kapitalwirtschaft eingeführt.

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overkott
Leider handelt es sich bei China weiterhin um eine Ein-Parteien-Diktatur, die keine Meinungs-, PResse- und Religionsfreiheit zuläßt.

 

Dafür aber hat China mittlerweile die sozialistische Staatswirtschaft weitgehend aufgegeben und eine harte Kapitalwirtschaft eingeführt.

Der Mensch lebt aber nicht vom Kapital allein.

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Gert

Leider handelt es sich bei China weiterhin um eine Ein-Parteien-Diktatur, die keine Meinungs-, PResse- und Religionsfreiheit zuläßt.

 

Dafür aber hat China mittlerweile die sozialistische Staatswirtschaft weitgehend aufgegeben und eine harte Kapitalwirtschaft eingeführt.

Der Mensch lebt aber nicht vom Kapital allein.

Vollkommen richtig, lieber overkott.

 

Und gerade an China kann man erkennen, dass Kapitalismus systemneutral ist. Dieser kann als Wirtschafsmodell sowohl von einer Diktatur als auch von einer Demokratie praktiziert werden.

 

Und wie wir sehen, läuft der Wirtschafskursus von China sehr erfolgreich.

 

Aber im Bereich "Demokratisierung des Landes" sieht es in China katastrophal aus.

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overkott

Leider handelt es sich bei China weiterhin um eine Ein-Parteien-Diktatur, die keine Meinungs-, PResse- und Religionsfreiheit zuläßt.

 

Dafür aber hat China mittlerweile die sozialistische Staatswirtschaft weitgehend aufgegeben und eine harte Kapitalwirtschaft eingeführt.

Der Mensch lebt aber nicht vom Kapital allein.

Vollkommen richtig, lieber overkott.

 

Und gerade an China kann man erkennen, dass Kapitalismus systemneutral ist. Dieser kann als Wirtschafsmodell sowohl von einer Diktatur als auch von einer Demokratie praktiziert werden.

 

Und wie wir sehen, läuft der Wirtschafskursus von China sehr erfolgreich.

 

Aber im Bereich "Demokratisierung des Landes" sieht es in China katastrophal aus.

Ich glaube, das Wirtschaftswunder Chinas hat auch etwas mit Verbraucherpotential und Marktsättigung zu tun.

 

Bewahre uns Gott davor, dass Bush China wie den Irak demokratisieren will.

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Alice
Es ist keine katholische Lehre und ist nie eine gewesen, daß ein Bischof nur von Rom ausgewählt werden kann. Das ist auch keine Glaubensfrage, sondern eine der Disziplin.

 

Deswegen hat der Bischof von Hongkong auch einen Kompromissvorschlag gemacht: der Vatikan benennt mehrere Kandidaten und bestätigt dann den Kandidaten als Bischof, der der chinesischen Regierung genehm ist.

Die Bischofsweihen (es sollen noch rund 20 vorgesehen sein) der Patriotischen Kirche torpedieren die Verhandlungen des Vatikans mit der chinesischen Regierung.

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