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Björn

Die katholische Kirche und der Missbrauch

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Studiosus

Auf diesen Ritus hatte ich in anderem Zusammenhang bereits einmal verwiesen. Finde ich persönlich besser, da sinnfälliger, als den doch sehr bürokratisch-kühlen Verwaltungsakt.

 

Wobei manche Dinge natürlich ausfallen müssten: Pontifikalhandschuhe tragen die Bischöfe nach dem neuen Ritus nicht mehr; auch dürften die meisten heute amtierenden Bischöfe Tonsur, niedere Weihen und Subdiakonat nicht mehr empfangen haben (McCarrick möglicherweise). Auch die abzuscharbenden Konsekrationsfinger (kanonische Finger) haben kaum noch Bedeutung.

 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Edited by Studiosus

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rince

Wollte sich Ratzi nicht still zurückziehen? Aber nun lässt er die Welt mal wieder an seinen geistigen Ausflüssen teilhaben: Die pösen 68er sind Schuld an den Missbräuchen in der rKK. Je ne, is klar, Schuld sind immer die anderen...

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Spadafora

Es wäre für alle, aber vor allem für Ihn selber das beste gewesen er wäre in jeder Hinsicht aus der Öffentlichkeit verschwunden mit solchen unfreiwillig komischen Texten
Zitat:In der Tat wurde in Flugzeugen kein Sexfilm mehr zugelassen, weil in der kleinen Gemeinschaft der Passagiere Gewalttätigkeit ausbrach. Zitat Ende 
schadet er seiner Reputation extrem und auch der Kirche

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Shubashi
Am 12.4.2019 um 09:39 schrieb Spadafora:

Es wäre für alle, aber vor allem für Ihn selber das beste gewesen er wäre in jeder Hinsicht aus der Öffentlichkeit verschwunden mit solchen unfreiwillig komischen Texten
Zitat:In der Tat wurde in Flugzeugen kein Sexfilm mehr zugelassen, weil in der kleinen Gemeinschaft der Passagiere Gewalttätigkeit ausbrach. Zitat Ende 
schadet er seiner Reputation extrem und auch der Kirche

 

Na ja, mit 92 ist man nun mal eher mit sich selbst beschäftigt und reflektiert auch traumatische Erfahrungen - dass die Auseinandersetzung mit der "Respktlosigkeit" und dem "Antiautoritarismus" für ihn wohl so eine Erfahrung war, geht ja aus einigen seiner Äußerungen hervor.

Bedenklich finde ich eher, dass diese Anti-68er-Stuss von so einigen in der Kirche immer noch ernst genommen wird - das ist schlichtes reaktionäres Wunschdenken.

Über das Versagen der Glaubenskongreation unter seiner Führung äussert er sich aber wohl recht selbstkritisch?

(Wo gibt es eigentlich den kompletten Text aus einer seriösen Quelle - ich weiß nicht, ob man den Ultras von k*net da trauen kann.) 

 

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Chrysologus
vor 1 Stunde schrieb Shubashi:

(Wo gibt es eigentlich den kompletten Text aus einer seriösen Quelle - ich weiß nicht, ob man den Ultras von k*net da trauen kann.) 

Hier.

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Howe

Zitat:

https://www.waz.de/politik/papst-benedikt-macht-68er-fuer-missbrauch-verantwortlich-id216937111.html

„Wer ist Schuld am Missbrauch in der katholischen Kirche? Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich zu dieser Frage jetzt zu Wort gemeldet und kommt mit einer Aufsehen erregenden Erklärung daher: Die sexuelle Revolution der 68er Jahre und die Säkularisierung der westlichen Gesellschaft macht er für den sexuellen Missbrauch von Kindern verantwortlich.

 

Macht es sich „Seine Heiligkeit“ mit dieser Meinung nicht etwas zu leicht?

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Spadafora
vor 8 Minuten schrieb Howe:

Zitat:

https://www.waz.de/politik/papst-benedikt-macht-68er-fuer-missbrauch-verantwortlich-id216937111.html

„Wer ist Schuld am Missbrauch in der katholischen Kirche? Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat sich zu dieser Frage jetzt zu Wort gemeldet und kommt mit einer Aufsehen erregenden Erklärung daher: Die sexuelle Revolution der 68er Jahre und die Säkularisierung der westlichen Gesellschaft macht er für den sexuellen Missbrauch von Kindern verantwortlich.

 

Macht es sich „Seine Heiligkeit“ mit dieser Meinung nicht etwas zu leicht?

Natürlich den die ganze Problematik ist wesentlich älter

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Julius
vor 3 Stunden schrieb Chrysologus:

 

Oh je ...

Ich zitiere da mal zwei Sätze, die er direkt im Anschluss an die Klage über die Homosexuellen-Clubs ablässt, die angeblich die Atmosphäre in den Priesterseminaren verändert hätten: "In einem Seminar in Süddeutschland lebten Priesteramtskandidaten und Kandidaten für das Laienamt des Pastoralreferenten zusammen. Bei den gemeinsamen Mahlzeiten waren Seminaristen, verheiratete Pastoralreferenten zum Teil mit Frau und Kind und vereinzelt Pastoralreferenten mit ihren Freundinnen zusammen."

Solche "Fehlentwicklungen" sollen, wie ich gehört habe, bis heute nicht ausgerottet worden sein - im Gegenteil: auch über längere Strecken werden, da wo sich die Inhalte decken, Pastoralferenten und angehende Priester "gemeinsam" ausgebildet.

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Shubashi
vor 12 Minuten schrieb Julius:

 

Oh je ...

Ich zitiere da mal zwei Sätze, die er direkt im Anschluss an die Klage über die Homosexuellen-Clubs ablässt, die angeblich die Atmosphäre in den Priesterseminaren verändert hätten: "In einem Seminar in Süddeutschland lebten Priesteramtskandidaten und Kandidaten für das Laienamt des Pastoralreferenten zusammen. Bei den gemeinsamen Mahlzeiten waren Seminaristen, verheiratete Pastoralreferenten zum Teil mit Frau und Kind und vereinzelt Pastoralreferenten mit ihren Freundinnen zusammen."

Solche "Fehlentwicklungen" sollen, wie ich gehört habe, bis heute nicht ausgerottet worden sein - im Gegenteil: auch über längere Strecken werden, da wo sich die Inhalte decken, Pastoralferenten und angehende Priester "gemeinsam" ausgebildet.

 

Wenn so etwas schon "Anfechtung" ist, dann wäre es wirklich kein Wunder, dass das Priesteramt eine erhebliche Anzahl instabile oder gestörter Typen anzöge.

Ich vermute wirklich, dass dieser Text der altersüblichen Neigung geschuldet ist, die eigene Jugend und Biographie in einem verklärten Licht zu sehen und quasi "vorkonziliare" zurückzusehnen. Allzu viel hilfreiche Ursachenforschung zur Missbrauchsdebatte kann ich jedenfalls nicht erkennen - eher "o tempora, o mores" mit der Verwechslung, dass früher eben jede Menge Vorfälle nicht an die Öffentlichkeit kamen.

 

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Studiosus

Das ist eigentlich einer der Punkte, der in meinen Augen zutrifft. Ich meine an der Faktizität dieser Aussage kann kein Zweifel sein.

 

Es geht ja nicht lediglich um die gemeinsame Ausbildung. Die wird sich, wenn Priesteramtskandidaten an öffentlichen Hochschulen studieren und im selben Bewerberkreis wie die Laien sind, nicht verhindern lassen. Das ist ja auch nicht das Problem. 

 

Vielmehr erscheint es mir - und womöglich auch Ratzinger - schwierig und dem Ziel hinderlich, eine "priesterliche Identität" mit allem, was hierzu gehört, bei den PAKs auszubilden, wenn sie eng, auch privat, mit Angehörigen ihrer Peer-group zusammen sind, die ein anderes Lebensmodell wählen. Letztlich ein säkulares. Dabei geht es nicht nur um Familiengründung, sondern auch darum, dass es wohl nicht der Fall ist, dass Theologiestudenten zwingend die Sittenlehre der Kirche strenger befolgen würden als andere junge Erwachsene.

 

Es besteht insofern bei den Kandidaten für das geistliche Amt die Gefahr, dass ihr gewählter Lebensstil, zu dem bis dato Ehelosigkeit gehört, verunklart wird und sich diesselben zu sehr mit den Laienmitarbeitern identifizieren. Laien und Kleriker, insbesondere Priester, sind allerdings wesentlich, nicht lediglich graduell unterschieden  (vgl. LG 10). Diese Unterscheidung könnte hier bereits früh aufgebrochen werden, sodass der falsche Eindruck entsteht, das Lebensmodell des Laientheologen sei unangepasst auf den priesterlichen Dienst übertragbar.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Edited by Studiosus

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Julius
vor 32 Minuten schrieb Shubashi:

Ich vermute wirklich, dass dieser Text der altersüblichen Neigung geschuldet ist, die eigene Jugend und Biographie in einem verklärten Licht zu sehen und quasi "vorkonziliare" zurückzusehnen. Allzu viel hilfreiche Ursachenforschung zur Missbrauchsdebatte kann ich jedenfalls nicht erkennen - eher "o tempora, o mores" mit der Verwechslung, dass früher eben jede Menge Vorfälle nicht an die Öffentlichkeit kamen.

 

Du hast aber überhaupt gar keine Ahnung nicht, wie Du mit Deinen Sätzen unter Beweis stellst. 👺😱😱 Nicht mal als "Kritiker" kannst Du durchgehen, "denn das Wort Kritik heißt, geistig anspruchsvolle Dinge zu unterscheiden, um damit einen Beitrag im Verständnis wichtiger Fragen zu leisten." (Jetzt hat er's Dir und mir aber mal wieder gegeben, gell?).

Bei dem aktuellen Ratzinger'schen Papier handelt es sich um „die tiefgründigste Analyse der Genese der Glaubwürdigkeitskrise der Kirche in Fragen der Sexualmoral und intelligenter als alle Beiträge beim Gipfel der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen zusammen“. Sagt einer, der meint, dass er's wissen muss (sorry für die Quelle, ich fand auf die Schnelle keine andere).

Edited by Julius

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Marcellinus
vor 35 Minuten schrieb Studiosus:

Vielmehr erscheint es mir - und womöglich auch Ratzinger - schwierig und dem Ziel hinderlich, eine "priesterliche Identität" mit allem, was hierzu gehört, bei den PAKs auszubilden, wenn sie eng, auch privat, mit Angehörigen ihrer Peer-group zusammen sind, die ein anderes Lebensmodell wählen. Letztlich ein säkulares.

 

Hier geht es doch um Priester, oder habe ich da etwas mißverstanden? Die werden in ihrem späteren Leben immer und fast ausschließlich mit Menschen zusammentreffen, die ein anderes Lebensmodell gewählt haben. Wenn das ein Problem ist, sollte man sie allesamt in ein Kloster stecken, und auch nicht wieder rauslassen. Für ein öffentliches Leben scheint das priesterliche „Lebensmodell“ nicht geeignet.

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nannyogg57

Die Ausbildung der priesterlichen Identität, was auch immer das sein mag, indem man die Jungs in Seminaren großzieht, die Rechnung ging früher auf: Die Weihekurse waren Freundschaften fürs Leben und so konnte man im Dienst nicht vereinzeln und hatte im Notfall jemand zum Reden.

 

Das ist heute nicht mehr der Fall. Die zwei bis drei Leute, die jedes Jahr zur Weihe kommen, verlaufen sich in der großen Diözese. Eine lange Kaplanszeit ist nicht drin und so findet kein Lernen am Modell oder in der Gruppe mehr statt.

 

Und, wie Marcellinus schon sagte, das Seminar ist da denkbar ungeeignet. Das dient eher dem Regens dazu, die Seminaristen zu prüfen. Eine Formung priesterlicher Identität in der Welt kann hier nicht wirklich stattfinden.

 

Die moralisch fragwürdigen (?) Laientheologen sind spätestens in der Zusammenarbeit vor Ort nicht mehr zu ignorieren. 

 

Da bleibt einem ja nur noch, seine Identität dadurch zu betonen, dass man geweiht ist und viel mehr kann als der Pastoralreferent. Andere Dinge kann man auch, darf aber nicht.

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Shubashi
vor 13 Stunden schrieb Julius:

Sagt einer, der meint, dass er's wissen muss

 

Wobei ich mich frage, was der eigentlich gerade tut, seit die Glaubenskongreation ohne ihn auskommt.

 

Ich finde es, gelinde gesagt, ein bisschen erschütternd, wie eigentlich intelligente Menschen plötzlich alles verdrängen, was div. Studien zur Missbrauchsproblematik herausgefunden haben und sich in hilflosem Geschimpfe über die angeblich lotterhafte "Moral" ergehen.

Das Tragische ist doch, dass z.B. gerade Ratzinger und Müller genau an den "Domspatzen" sehen konnten, wie in einer von "68er"-Einflüssen denkbar freien Institution ein Klima der Gewalt und Unterdrückung herrschen konnte.

Und es waren gerade die so "verhassten" 68er, die schließlich diese Form der brutalen Pädagogik wirksam infrage stellten.

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