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Geschrieben
vor einer Stunde schrieb rorro:

Die Vergreisung der Gesellschaft war ein wichtiger Grund für Merkels „wir schaffen das“

Ein Schneeballsystem kann nur in einer unendlichen Welt auf Dauer funktionieren.

Dieses spezielle Schneeballsystem ist zutiefst unmoralisch gegenüber Zuwanderern, weil man von ihnen erwartet, dass die das Schneeballsystem am laufen halten, während sie selbst durch ihr spätes Einsteigen in das Schneeballsystem keine Chance haben, davon wirklich zu profitieren.

(dass ein signifikanter Anteil keinerlei Interesse daran hat, das foule Spiel mitzuspielen, sondern sich auf das Abschöpfen der Vorteile beschränkt, kommt noch dazu)

 

Werner

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb rorro:

 

Wieso schaust Du nie die Videos, die ich zu diesem Thema schon x-mal verlinkt habe?

 

Vielleicht hilft Dir die Seite birthgap.org, um Deine fehlerhaften Vorstellungen zu revidieren.

Hat auch nichts mit Religion zu tun.

 

Nachtrag: Indien war 2022 bei 2,1 Kindern pro Frau, Bangladesch unter 2. Über drei ist kein Land in ganz Amerika, Nord- wie Süd. Nur noch Subsaharaafrika hat hohe Raten, doch das gleicht das weltweite Schrumpfen nicht aus.

 

Südkorea hat aktuell 0,7 (und weiter sinkend), wird also mehr als halbiert sein in 30 Jahren - und vor allem deutlich ärmer.

 

Die Vergreisung der Gesellschaft war ein wichtiger Grund für Merkels „wir schaffen das“ wie für den Angriff Putins auf die Ukraine. Russland hat mehr Abtreibungen pro 1000 Frauen als jedes europ. Land.

 

Die hohe Rate an kinderlosen Frauen, nicht selten ein positives Ergebnis der Emanzipation (Bildung, persönliche Freiheit etc.) schaufelt faktisch mit Verzögerung das Grab dieser Emanzipation. Und das sage ich als jemand, der Töchter hat und sie frei und unabhängig sehen will.

Aber gut, das Bevölkerungswachstum ist gar nicht mehr so groß wie vor wenigen Jahren. Und die Zahl der Hungernden hat ebenfalls stark abgenommen. Die Menschheit ist auch weniger arm als vor Jahren.

 

Also was will der Papst überhaupt? Mit hohlen Phrasen und unausgegorenem Geschwätz den Leuten ein schlechtes Gewissen einreden, wie das halt ganz vorne in der Stellenbeschreibung von göttlichen Stellvertretern steht.

 

Lasst ihn schwätzen, morgen früh geht trotzdem die Sonne wieder auf.

 

Werner

Geschrieben

@all

Ich wollte hier keine politische Diskussion eröffnen.

Es geht nur um die einfache Tatsache, dass religiöser Glaube keine wissenschaftlichen Tatsachen aus der Welt schafft, und diese deshalb für eine ernsthafte Diskussion nicht einfach als „Quatsch“ bezeichnet werden können. Dann lieber sagen: „ich möchte das nicht diskutieren“, das wäre legitim.

Ich fand die Videos von @rorro dazu sehr interessant und hoffnungsvoll - nur ändert das nichts an der Tatsache, dass biologische Systeme prinzipiell überlastbar sind und das katastrophale Folgen haben kann. Das kann sowohl durch bloßen Konsum als auch schiere Anzahl passieren - das müsste man im Detail besprechen, was hier aber nicht mehr erwünscht ist.

Jede und jeder kann sich dazu selbst ein Urteil bilden - was dann falsch oder richtig sein kann.

Nur ist das zugrundliegende Problem nicht schon deshalb einfach „Quatsch“, weil es der persönlichen Welt- und Wertsicht nicht entspricht.

Geschrieben
vor 49 Minuten schrieb Werner001:

Lasst ihn schwätzen, morgen früh geht trotzdem die Sonne wieder auf.

Das tut sie nur, wenn der Schneevater an Silvester die Geschenke bringt.

Geschrieben
58 minutes ago, Werner001 said:

Also was will der Papst überhaupt? Mit hohlen Phrasen und unausgegorenem Geschwätz den Leuten ein schlechtes Gewissen einreden, wie das halt ganz vorne in der Stellenbeschreibung von göttlichen Stellvertretern steht.

 

Lasst ihn schwätzen, morgen früh geht trotzdem die Sonne wieder auf.

 

Werner


Ich fand die in „Vatican News“ verlinkten Hinweise von Papst Leo keineswegs unausgegoren, weil sie schlicht genauso tatsachenbezogen sind, wie Dein Hinweis, dass Überbevölkerung katastrophale Auswirkungen haben kann.

Es geht einfach darum, dass menschliches Handeln immer wirkmächtiger auf die natürliche Umwelt ist - was Du ja in einem Aspekt selbst zugestehst. Ich sehe keine Grund, dass Leo in dem von ihm genannten falsch liegen sollte?

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Shubashi:


Ich fand die in „Vatican News“ verlinkten Hinweise von Papst Leo keineswegs unausgegoren, weil sie schlicht genauso tatsachenbezogen sind, wie Dein Hinweis, dass Überbevölkerung katastrophale Auswirkungen haben kann.

Es geht einfach darum, dass menschliches Handeln immer wirkmächtiger auf die natürliche Umwelt ist - was Du ja in einem Aspekt selbst zugestehst. Ich sehe keine Grund, dass Leo in dem von ihm genannten falsch liegen sollte?

Das war meine zugegebenermaßen sehr polemische Replik.

Aber ganz im Ernst: dass die Erdbevölkerung nicht mehr so rapide wächst, bedeutet nicht, dass sie nicht wächst.

Zweitens: es gibt tatsächlich trotz stark gewachsener Weltbevölkerung weniger Hungernde als vor einigen Jahrzehnten. Der Preis dafür ist allerdings stärkere Umweltzerstörung. 
Und wenn wir den Hunger weiter bekämpfen wollen, wird das die Umwelt weiter zerstören (im Sinne von weniger Ur-Natur, mehr Kultur-Natur).

Drittens: wenn wir uns nicht weltweit auf den Lebensstandard von Entwicklungsländern reduzieren wollen (ich denke, das will keiner, auch die Entwicklungsländer nicht), dann wird die Umwelt noch viel stärker zerstört werden (im oberen Sinn).

 

Fazit: eine Welt, in der alle mit einem gewissen Wohlstand leben können, und in der auch noch Platz für freie Natur ist, wird nur mit deutlich reduzierter Bevölkerung funktionieren 

 

Werner

Geschrieben
5 hours ago, Werner001 said:

Fazit: eine Welt, in der alle mit einem gewissen Wohlstand leben können, und in der auch noch Platz für freie Natur ist, wird nur mit deutlich reduzierter Bevölkerung funktionieren 


Das sehe ich ziemlich ähnlich - nur wird diese Diskussion vom Papst ja gar nicht so weit geführt, sondern erst mal nur an die Verantwortung des Menschen für seine natürliche Umwelt erinnert.

Und diese Verantwortung sieht in vielen Ländern jeweils unterschiedlich aus, je nach sozialer, wirtschaftlicher, politischer und auch geografischer Situation.

Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb Werner001:

Aber ganz im Ernst: dass die Erdbevölkerung nicht mehr so rapide wächst, bedeutet nicht, dass sie nicht wächst.

 

Vor fast exakt einem Jahr habe ich folgenden Text geschrieben, als Replik auf eine Aussage von Dir (übrigens damals von Dir mit einem "danke schön" versehen, also ich nehme an geguckt):

 

Zitat

 

Die Erdbevölkerung wird auch steigen, wenn ab jetzt alle Paare 2 Kinder bekämen (was in etwa auch so ist).

 

Das erklärt in diesem Video, das ich schon mal vor Jahren brachte, der leider schon verstorbene große Hans Rosling, auf unnachahmliche Weise super simpel:

 

https://youtu.be/ezVk1ahRF78 - das ganze Video ist mega (und schon 12 Jahre alt), Deine und die Frage vieler wird ab 10:36 beantwortet.

 

 

Der Link funktioniert immer noch und ist immer noch hervorragend.

 

Selbst wenn alle Paare nur zwei Kinder bekommen, ist der aktuell Zuwachs der Weltbevölkerung unausweichlich - und genau das wird da ganz einfach erklärt.

 

Übrigens gehen die neuesten UNO-Berechnungen davon aus, daß die Geburtenrate weiter sinken wird und wir gar keine 10-11 Mrd. erreichen werden. Die Umkehrung der Alterspyramide wird Standard - was unweigerlich zu einem Kollaps der staatlichen Sozialsysteme führen wird und damit dazu, daß Menschen aus Eigenfürsorge mehr auf das familiäre Sozialsystems setzen werden - also mehr Kinder bekommen.

Geschrieben
26 minutes ago, rorro said:

Die Umkehrung der Alterspyramide wird Standard - was unweigerlich zu einem Kollaps der staatlichen Sozialsysteme führen wird und damit dazu, daß Menschen aus Eigenfürsorge mehr auf das familiäre Sozialsystems setzen werden - also mehr Kinder bekommen.


Du bist ein Pessimist! Der technische Fortschritt sollte dabei nicht vergessen werden, und mit dem Fortschreiten der Zeit gleicht sich der „Altenüberschuss“ den sonstige Zahlenverhältnissen wieder an. Aus der „Pyramide“ wird so mit der Zeit eine Art Baumstamm.

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb Shubashi:


Du bist ein Pessimist! Der technische Fortschritt sollte dabei nicht vergessen werden, und mit dem Fortschreiten der Zeit gleicht sich der „Altenüberschuss“ den sonstige Zahlenverhältnissen wieder an. Aus der „Pyramide“ wird so mit der Zeit eine Art Baumstamm.

Pessimismus oder Wunschdenken?

 

Ich wäre ja froh, wenn wir endlich weniger als 60 Mio. in diesem Land wären...

Geschrieben (bearbeitet)
vor 27 Minuten schrieb Shubashi:

Du bist ein Pessimist! Der technische Fortschritt sollte dabei nicht vergessen werden, und mit dem Fortschreiten der Zeit gleicht sich der „Altenüberschuss“ den sonstige Zahlenverhältnissen wieder an. Aus der „Pyramide“ wird so mit der Zeit eine Art Baumstamm.

 

Ich bin kein Pessimist, sondern rechne mit den aktuellen Zahlen. Ein "Baumstamm" kann erst entstehen, wenn die Geburtenrate bei stabilen 2,0-2,1 liegt. In keinem hochentwickelten Land ist das der Fall. Das von Dir geschätzte Japan liegt aktuell bei 1,15. Das wird erst einmal nichts mit Baumstamm.

 

200 jap. Erwachsene (100 Frauen, 100 Männer) bekommen 115 Kinder. Diese (wenn pari verteilt, also 57 Mädchen und 57 Jungs) bekommen 65 Kinder.

 

Von 200 auf 65 in zwei Generationen.

 

Aber eben auch 200 in der Großelterngeneration haben 65 Enkel....

bearbeitet von rorro
Geschrieben

Japan hat ja auch eine extrem hohe Bevölkerungszahl.

Wäre eine Bevölkerungszahl von knapp 80 Mio. nach dem 2. WK wirklich so schrecklich? Die gegenwärtigen ca. 125 Mio. haben das Leben nicht unbedingt schöner oder leichter gemacht…

Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb Shubashi:

Wäre eine Bevölkerungszahl von knapp 80 Mio. nach dem 2. WK wirklich so schrecklich? Die gegenwärtigen ca. 125 Mio. haben das Leben nicht unbedingt schöner oder leichter gemacht…

 

Das bestreite ich gar nicht. Nur ist de Vorhersage, daß es zu enormen sozialen Verwerfungen kommen wird aufgrund der großen Zahl an Senioren, ja nicht wirklich Glaskugellesen, sondern einfache Mathematik.

Geschrieben
27 minutes ago, rorro said:

 

Das bestreite ich gar nicht. Nur ist de Vorhersage, daß es zu enormen sozialen Verwerfungen kommen wird aufgrund der großen Zahl an Senioren, ja nicht wirklich Glaskugellesen, sondern einfache Mathematik.


In Japan finde ich den Ansatz der Robotisierung diverser Arbeits- und Pflegeaspekte interessant, denn unser Ansatz, irgendwelche leichtgläubigen Ausländer über unsere „tolle Arbeitsmarktperspektiven“ scheint mir nicht realistisch.

Demographie wird aber sicherlich überall ein Problem, ich hoffe einfach, mein Fortschrittsoptimismus ist nicht zu naiv….

Geschrieben
Am 11.7.2025 um 20:36 schrieb rorro:

 

Das bestreite ich gar nicht. Nur ist de Vorhersage, daß es zu enormen sozialen Verwerfungen kommen wird aufgrund der großen Zahl an Senioren, ja nicht wirklich Glaskugellesen, sondern einfache Mathematik.

Das Problem ist unübersehbar. Es aber durch Massenzuwanderung lösen zu wollen ist kontraproduktiv.

Das Ganze ist analog zu einem hochverschuldeten Haushalt. Dessen aktuelle Problem kann man vordergründig dadurch lösen, dass man neue Schulden macht, um damit die Zinsen der alten zu bezahlen, langfristig ist das aber keine Lösung.

Und ebenso ist es langfristig für Überalterung keine Lösung, massenhaft jüngere zu importieren. Denn wenn die älter werden, braucht man noch mehr usw. Genau wie bei den Schulden

 

Werner

Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb Werner001:

Das Problem ist unübersehbar. Es aber durch Massenzuwanderung lösen zu wollen ist kontraproduktiv.

Das Ganze ist analog zu einem hochverschuldeten Haushalt. Dessen aktuelle Problem kann man vordergründig dadurch lösen, dass man neue Schulden macht, um damit die Zinsen der alten zu bezahlen, langfristig ist das aber keine Lösung.

Und ebenso ist es langfristig für Überalterung keine Lösung, massenhaft jüngere zu importieren. Denn wenn die älter werden, braucht man noch mehr usw. Genau wie bei den Schulden

 

Werner

 

Da wirst Du von mir keinen Widerspruch hören. Es lohnt sich, YT-Videos mit Helmut Schmidt zu diesem Thema anzusehen. Allerdings vertritt er da quasi AFD-Positionen...

Geschrieben

„Gott größer als Menschensünde – nicht mit Kriegslogik abfinden"

„Auch heute noch fühlen wir uns leider machtlos angesichts der Ausbreitung einer immer tauberen und gegenüber jeder Menschlichkeit unempfindlichen Gewalt in der Welt.“

Dennoch dürften wir uns mit dieser Logik heute nicht abfinden oder die Hoffnung aufgeben, betonte der Papst: „Gott ist größer als die Sünde der Menschen. Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass die Logik des Konflikts und der Waffen vorherrscht. Mit Maria glauben wir, dass der Herr seinen Kindern weiterhin beisteht und sich seiner Barmherzigkeit erinnert. Nur in ihr ist es möglich, den Weg des Friedens wiederzufinden.“

 

 

Was soll das bedeuten? "Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass die Logik des Konflikts und der Waffen vorherrscht."

Er sagt doch selbst: "„Gott ist größer als die Sünde der Menschen."

"Mit Maria glauben wir, dass der Herr seinen Kindern weiterhin beisteht und sich seiner Barmherzigkeit erinnert." So weit, so gut.

"Nur in ihr ist es möglich, den Weg des Friedens wiederzufinden.“ Ach vielleicht meint er, dass die Bösen dieser Welt sich auch zum Marienglauben bekehren sollen und so zum Ende ihres Gemetzels kommen. Darauf kann er natürlich hoffen. Bloß, was hat das mit seinen Zuhörern zu tun? Die sollten ja wissen - wie er selbst sagt - dass Gott größer ist als die Sünde dieser Bösen.

 

Ich mein, ok, so ein Papst hat nen schweren Job bei der hohen Anzahl an Ansprachen und Predigten, die er halten muss. Und er kann diese ja nicht nur so von einem Papier runterlesen wie man es einem Politiker vielleicht nachsehen würde. Aber ein bischen mehr Sorgfalt sollte doch auch ein Papst walten lassen, damit seinen Zuhörern klar werden kann, warum er seine Worte überhaupt an sie (und nicht an jemand anderen) richtet und was er damit eigentlich bezweckt. Denn ohne eine solche Klarheit kann eine Aussage wie "Wir dürfen uns nicht damit abfinden, dass die Logik des Konflikts und der Waffen vorherrscht." ja auch als Anstachelung zu politischem Friedensaktivismus verstanden werden und da sei Gott vor, dass diese Aussage hier so gemeint gewesen sein sollte!

 

Geschrieben

Da hat er ja Recht. Und Friedensaktivismus ist sehr nötig. Kriegstreiberei gibt es nehr als genug.

Geschrieben

Wortlaut: Katechese über Liebe und Vergebung von Papst Leo XIV.

Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde“ (Joh 13,26). Mit dieser einfachen und demütigen Geste führt Jesus seine Liebe weiter und geht bis zum Äußersten. Nicht weil er nicht wüsste, was geschieht, sondern gerade weil er es klar vor Augen hat. Er hat verstanden, dass die Freiheit des anderen, auch wenn sie sich im Bösen verirrt, noch mit dem Licht einer milden Geste erreicht werden kann. Denn er weiß: Wahre Vergebung wartet nicht auf Reue, sondern schenkt sich zuerst, als freies Geschenk, noch bevor sie angenommen wird.

 

Wenn wahre Vergebung nicht auf Reue wartet, dann hat Jesus Christus offensichtlich nicht das Bußsakrament erfunden. Wer aber hat's erfunden und aufgrund wessen Veranlassung?

 

 

Geschrieben
vor 21 Stunden schrieb SteRo:

Wortlaut: Katechese über Liebe und Vergebung von Papst Leo XIV.

Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde“ (Joh 13,26). Mit dieser einfachen und demütigen Geste führt Jesus seine Liebe weiter und geht bis zum Äußersten. Nicht weil er nicht wüsste, was geschieht, sondern gerade weil er es klar vor Augen hat. Er hat verstanden, dass die Freiheit des anderen, auch wenn sie sich im Bösen verirrt, noch mit dem Licht einer milden Geste erreicht werden kann. Denn er weiß: Wahre Vergebung wartet nicht auf Reue, sondern schenkt sich zuerst, als freies Geschenk, noch bevor sie angenommen wird.

 

Wenn wahre Vergebung nicht auf Reue wartet, dann hat Jesus Christus offensichtlich nicht das Bußsakrament erfunden. Wer aber hat's erfunden und aufgrund wessen Veranlassung?

 

 

 

Ich habe den Eindruck, dass ich meine Polemik erläutern muss, denn sie kann verstanden werden als Kritik am Bußsakrament oder als Kritik an den Worten Leos oder als beides.

 

Sie muss als Kritik an den Worten Leos verstanden werden. Warum? Weil mein Eindruck ist, dass sein Worte zwei Beschädigungen verursachen können.

 

1. Wie die Polemik ausdrückt, können die Worte Leos den Bedeutungsinhalt des Bußsakramentes beschädigen ("Bedeutungsinhalt" deshalb, weil ich zur Materie des Sakramentes selbst noch eine große Distanz habe).

Es wäre absurd und schädlich Reue und Buße bei Sündtaten wider Gott zu verneinen, weil man denkt, dass "wahre Vergebung nicht auf Reue wartet" und dies ja wohl auf unsere Sünden und Gott zutreffen müsse. Im Kontext von Jesus Christus als wahrer Gott könnten einen aber Leos Worte auf diesen katastrophalen Irrweg leiten und so den Heilsweg vollkommen blockieren.

 

2. Leos Worte können die vollkommene Gerechtigkeit des Menschen Jesu Christi beschädigen. Warum? Weil wenn man annimmt, dass Jesus Christus irgendwas vergeben könnte, man annehmen muss, dass er Verletzung, Kränkung, Beleidigung o.ä. anlässlich des Verrates empfinden könnte. Aber seine Gerechtigkeit ist so vollkommen, dass er ebenso vollkommen eins ist mit dem Vater und dessen Willen qua Naturgesetzlichkeit. Da gibt es keinen Menschen, der verletzt, gekränkt, beleidigt oder enttäuscht sein könnte über das Tun der Ungerechten und deshalb gibt es auch nichts, das der Mensch Jesus Christus vergeben könnte.

 

Gut, Leos Absicht ist offensichtlich, die Ungerechten zu bedingungslosem Vergeben zu ermutigen. Das ist auch gut. Aber den vollkommen gerechten Jesus Christus dafür zu intrumentalisieren halte ich nicht für angemessen. 

 

 

Geschrieben
vor 21 Stunden schrieb SteRo:

Wenn wahre Vergebung nicht auf Reue wartet, dann hat Jesus Christus offensichtlich nicht das Bußsakrament erfunden. Wer aber hat's erfunden und aufgrund wessen Veranlassung?

Diese Frage ist in dieser Form unklar formuliert.

 

Die Idee der Umkehr zu Gott ist bereits bei den Propheten des ersten Bundes ein immer wiederkehrendes Thema (kehr um, diene keinen anderen Göttern, halte die Gebote).

Bußakte im NT predigte schon Johannes der Täufer. In der Predigt Jesu wird auch eigentlich nur die Forderung der Propheten sich Gott anzuvertrauen wiederholt.

 

Ursprünglich war es aber nur ein Akt und dann kam die Taufe. Was ich bis heute nicht herausbekommen habe ist, ob Johannes und auch die Urkirche die Möglichkeit der mehrfachen Taufe kannten.

 

Jedenfalls setzte sich dann zunächst die einmalige Taufe durch und später (aber ich glaube erst nach Kaiser Konstantin und seiner Sterbebettaufe) entstand die Möglichkeit eines zweiten - öffentlichen - Bußaktes.

Parallel berichten aber auch schon die ersten Beschreibungen christlichen Brotbrechens von gemeinsamen Bußakten im Rahmen der Liturgie.

 

Ab dem 5. Jahrhundert entstand die Ohrenbeichte im iro-keltischen-Clan-Katholizismus, die sich dann recht schnell verbreitete und von Lat4 schließlich zur jährlichen Verpflichtung erhoben wurde und die öffentlichen Beichten ersetzte.

 

Insofern nein, Jesus hat das Bußsakrament sicher nicht erfunden (allenfalls den Bußakt zum Sakrament erhoben, wobei auch das eine völlig anachronistische Idee ist). Die Idee vom "Sakrament" als kirchlicher Institution wurde letztlich erst von Augustinus ausgeführt (der auch noch die israelitischen Sakramente der Beschneidung und des Paschaopfers kannte...).

Geschrieben

Papst ruft zu „großer kultureller Umkehr“ auf

 

Dabei schwebt dem neuen Papst vor, dass kirchliche Einrichtungen wie Bistümer und Pfarreien zu Laboren werden, in denen sich Gewaltlosigkeit lernen lässt und Vermittlungsinitiativen entstehen.

 

Ja, macht das nur. Richtet auch Ihr workshops aus ... "gewaltfreie Kommunikation" und so ... händchenhaltend für's Wohlfühlen im Hier und Jetzt ... in unserer Blase sind alle so lieb

 

Wir können es uns nicht mehr erlauben, dem Reich Gottes zu widerstehen, das ein Reich des Friedens ist“, heißt es in der Botschaft aus dem Vatikan außerdem. Glaube, Hoffnung und Liebe sollten sich „in eine große kulturelle Umkehr übersetzen“. Die Botschaft geißelt die „Götzenanbetung des Profits“ und auch Tendenzen der derzeitigen digitalen Revolution, „Diskriminierungen und Konflikte anzuheizen“. Eine „entwaffnete und entwaffnende Präsenz von Christen in der Gesellschaft“ sei dazu aufgerufen, „Alternativen zu einem Wachstum ohne Gleichheit und Nachhaltigkeit aufzuzeigen“.

 

Genau. Fokussiert auch ihr euch auf das irdische "Reich-Gottes" ... machts einfach so wie die EKD.

 

 

In der Botschaft würdigt Leo XIV. auch die Märtyrer von Tibhirine. Die sieben Trappistenmönche, die 1996 von Terroristen aus ihrem Kloster in Algerien entführt worden und die kurz darauf tot aufgefunden wurden, hatten sich trotz des Bürgerkriegs entschlossen, in ihrem Kloster zu bleiben, um inmitten einer islamischen Bevölkerung ein Zeichen für friedliches Miteinander zu setzen.

 

Ja, ein friedliches Miteinander der Mönche untereinander im Tod. Was für ein Zeichen!

 

„In ihnen scheint die Berufung der Kirche auf, in tiefer Gemeinschaft mit der ganzen Menschheit zu leben, um die Mauern der Gleichgültigkeit zwischen Religionen und Kulturen zu überwinden“, heißt es in der Botschaft des Papstes wörtlich.

 

Mir scheint da eher eine Bereitschaft sichtbar zu werden, den rechten Glauben auch um den Preis des eigenen Lebens nicht aufzugeben.

 

Die Mönche hätten damit „die Bewegung der Fleischwerdung und der Hingabe des Sohnes Gottes“ nachvollzogen. „Und dieser Weg der Anwesenheit und der Einfachheit, des ‚Dialogs des Lebens‘ ist der wirkliche Weg der Mission. Es geht nicht darum, sich ins Licht zu stellen und Identitäten gegeneinander zu kehren, sondern um die Hingabe seiner selbst bis zum Martyrium.“

 

Endlich mal ein Wort. Der wirkliche Weg der Mission ist die Hingabe seiner selbst bis zum Martyrium ... Jesus Christus hat's uns vorgemacht. Er, der erfolgreichste Missionar. Wir haben ihn gegeiselt und gekreuzigt. Da sollten wir uns nicht in Wohlfühl-workshops flüchten und um nachhaltiges Wirtschaftswachstum besorgt sein  ...

 

Geschrieben

Politik braucht Hoffnung - Papst fordert Dienst am ganzen Menschen

 

Politik darf nicht von Macht und Eigeninteressen bestimmt sein, sondern muss dem Wohl des ganzen Menschen dienen. Das hat Papst Leo XIV. an diesem Samstag katholischen Politikern und Gesetzgebern ins Stammbuch geschrieben.

 

Als Vorbild verwies Leo XIV. auf den Kirchenvater Augustinus von Hippo, der inmitten gesellschaftlicher Umbrüche sein Werk De civitate Dei schrieb

 

Ob Augustinus für katholische Politiker und Gesetzgeber heutzutage wirklich ein Vorbild sein kann? Ein aus privilegierten Verhältnissen stammender Bischof schreibt Bücher. Ok, viele katholische Politiker und Gesetzgeber stammen sicherlich auch heute aus privilegierten Verhältnissen und manche von ihnen schreiben auch mal ein Buch. Aber Bücherschreiben ist doch im Wesentlichen auch nicht mehr als "Sonntagsreden" halten, oder?

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