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OneAndOnlySon

Zukunft der Beichte

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Petrus

von mir, einige unsortierte Gedanken dazu.

 

Die "Gschichterln" zum Thema Beichte, die ich schon auf Lager hätte, erspare ich mir. Und Euch.

 

Es geht da drum um Vergebung der Sünden. Aber Im Abendmahl/Eucharistie/Messe (ich bin multikonfessionell sozialisiert) werden doch die Sünden vergeben. Steht schon in der Bibel, Teil zwo.

 

der hat das damals doch so oder so ähnlich gesagt:

 

Mein Blut, vergossen, zur Vergebung der Sünden.

 

in der Feier. Nicht vorher.

 

das spreche ich immer laut: Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach.

 

und jetzt kommt der Gag:

 

Aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund. das hat der Hauptmann von Kapharnaum (katholisch) oder Kapernaum (evangelisch) gesagt.

 

und das sage ich auch dann. laut.

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OneAndOnlySon

Mein persönliches Verständnis des Beichtsakraments ist weniger funktional auf die formale Sündenvergebung konzentriert. Für mich ist die Beichte ein hervorragendes Werkzeug, um mit Unterstützung mein Leben zu betrachten, besonders die Stellen, an denen es klemmt. Mir selbst fehlt die nötige Distanz, um das alleine (mit Gott) machen zu können. Das gilt auch für Leute aus meinem direkten Umfeld. Die Beichte ist für mich deshalb das Sakrament der Versöhnung, weil sie mir hilft, auf diesem Weg der Versöhnung zu bleiben. Das ist aus meiner Sicht der eigentliche Inhalt des Sakraments.

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Edith1

Meine Erfahrung ist jene: das Bußsakrament ist mir erst ab dem Moment wichtig geworden, als mich meine Gottesbeziehung (und infolgedessen auch der Blick auf meine Beziehung zu den Menschen) zu interessieren begann, also so mit 12, 13.

Es ist mir in Folge immer wichtig geblieben - was sicher auch daran lag, dass ich mir meine Beichtväter immer sehr gut ausgesucht habe (das habe ich bei Teresa von Avila abgeschaut...)

Meine Erfahrung ist dieselbe, allerdings wesentlich später gewonnen.

 

Was Erstbeichte im Kindesalter betrifft: ich habe es als unspektakulär in Erinnerung, allerdings wurde bei uns kein Druck aufgebaut.

Die Erstbeichte war zwar "zwingend", aber man hat sie uns anders verkauft. Wir waren stolz, dass wir schon so groß waren, dass wir dürfen.

Und ich hatte persönlich das Glück, gelassene Eltern zu haben, die ebenfalls keinen Zirkus darum gemacht haben, weder in diese noch in jene Richtung.

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MartinO

Viel Vergnügen bei dem Krieg gegen die Ortsgemeinde.

 

Wann gedenkst Du deinen Kindern von den 10 Geboten zu erzählen?

 

Welches der 10 Gebote betrifft Kinder?

Viele betreffen - im strikten Sinn - auch wenige Erwachsene.

In meinem Fall z.B.:

Ich habe mir noch nie überlegt, zum Heidentum oder Hinduismus zu wechseln (1. Gebot hinfällig)

Meine Mutter lebt nicht mehr, mein Vater ist finanziell nicht von mir abhängig (4. Gebot hinfällig)

Ich besitze keine Waffen, kann also gar nicht ohne weiteres jemanden töten (5. Gebot hinfällig)

Ich bin nicht verheiratet, kann also nicht die Ehe brechen (6. Gebot hinfällig).

 

Nun kann man freilich jedes der Gebote erweitern und in vielen finden sich auch Dinge, die Kinder betreffen, wenn man es ihnen altersgemäß erklärt:

4. Gebot: Hilfst du zuhause mit, wo du kannst? Machst du deinen Eltern unnötig Ärger, z.B. dadurch, dass sie dich stets zehnmal zum Aufräumen des Zimmers oder zum Erledigen der Hausaufgaben ermahnen müssen?

5. Gebot: Schlägst du gleich zu, wenn dich jemand ärgert? Beteiligst du dich an Mobbingaktionen?

6. Gebot: Ist auf deine Versprechungen Verlass?

 

(Können sicher andere besser).

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Chrysologus

4. Gebot: Hilfst du zuhause mit, wo du kannst? Machst du deinen Eltern unnötig Ärger, z.B. dadurch, dass sie dich stets zehnmal zum Aufräumen des Zimmers oder zum Erledigen der Hausaufgaben ermahnen müssen?

 

Genau das aber ist nicht der Inhalt des 4. Gebots - und ich finde es höchst gefährlich, wenn man versucht, unter Regelungen, die das elementare Miteinander regeln sollen, die Grundsätze für eine freie Gesellschaft sein wollen, allen mögliche Killefit zu bringen. Denn das entwertet diese Regelungen und entleert sie.

 

Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich das 3. Gebot verstehe als ein "laß' dich nicht von der Arbeit knechten!". oder aber ob ich es reduziere auf morgentlichen Meßbesuch und nachherige Erledigung der Hausaufgaben und anderer Pflichten. Wo immer man den ersten Satz des Dekalogs "Ich bin der Herr, dein Gott, der herausgeführt hat aus Ägypten, aus dem, Sklavenhaus" unterschlägt, da verdreht man den Sinn der 10 Gebote in ihr Gegenteil!

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Katharer

Guten Abend,

 

ich bin Kommunionkatechetin. Bei uns findet die Erstbeichte i.d.R. in der Fastenzeit statt. Ich habe gemerkt, daß vielen Kindern von Seiten der Eltern/Großeltern oft Angst gemacht wurde und die Chance die sich dem Beichtenden bietet keine Erwähnung fand. Andere Eltern sagen Dinge wie "dann kannst du mal sagen wie du uns immer ärgerst, daß du deine Hausaufgaben nicht machst, das du lügst..." Also auch sehr kontraproduktiv. Das alles obwohl vor der ersten Gruppenstunde ein Elternabend zum Thema stattfindet und die Vorbereitung auf die Erstbeichte bei uns 5 Stunden in Kleingruppen umfasst.

Ich denke, so blöd es auch klingen mag, daß die Beichte einfach keine Lobby hat und Eltern von Kommunionkindern und Firmlingen eben nicht mit gutem Beispiel voran gehen... Die Beichte wird schlichtweg nicht als Sakrament wahrgenommen, bzw. in Anspruch genommen.

 

Laurentina

 

Was ist ein Sakrament wie die Beichte wert wenn es als Erziehungsmittel missbraucht wird?

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Lothar1962

Nun kann man freilich jedes der Gebote erweitern und in vielen finden sich auch Dinge, die Kinder betreffen, wenn man es ihnen altersgemäß erklärt:

 

Grundsätzlich ja.

 

(ganz abgesehen, kann man auch fremde Ehen brechen bzw. am Ehebruch mitwirken und ich bin mir auch sicher, dass Du ausreichend bewaffnet bist, jemanden umzubringen, solltest Du das wollen - aber das sei nicht das Thema).

 

4. Gebot: Hilfst du zuhause mit, wo du kannst? Machst du deinen Eltern unnötig Ärger, z.B. dadurch, dass sie dich stets zehnmal zum Aufräumen des Zimmers oder zum Erledigen der Hausaufgaben ermahnen müssen?

 

Der Glaube als Unterstützer der Erziehung? Gott will, dass man den Eltern zuhause hilft und ohne Ermahnungen ganz brav ist? Ich weiß nicht, ob ich das Kindern so vermitteln wollte.

 

Für mich geht das dahinter stehende Beichtverständnis etwas daneben. Ich denke nicht, dass es bei der Beichte darum geht, Belanglosigkeiten aus einem als Checkliste gestalteten Sündenspiegel abzuhaken und sich dafür von Gott den Entlastungsschein in Form eines Beichtzettels geben zu lassen. Das kann IMO nicht der Kern eines durchaus wesentlichen Sakraments sein. Diese Belanglosigkeiten vergisst man, dann beichtet man nur noch präventiv, weil man weiß, dass man die verschiedenen Dinge allemal getan hat (und weil man sie auch in Zukunft immer tun wird - da ist Beichte allemal Blödsinn).

 

Beichten wird man primär das sinnvollerweise, was einen belastet und plagt, "was einen auch beim Glauben hindert". Und dafür braucht man dann auch keine Checkliste, das weiß man ganz von alleine, wenn man sich nur wenig auf die Beichte vorbereitet.

 

Es gibt Zeiten des Lebens, da steht man vor großen Herausforderungen. Da läuft das ganze Leben in einer aus eigener Sicht unpassenden, oder sogar beklagenswerten Weise ab, ohne dass das an einer behandlungsbedürftigen Krankheit liegen würde (dafür wäre nämlich die Beichte auch nicht passend) oder an einer offensichtlich eindeutigen Fehlentscheidung, die revidiert werden könnte (dann wäre auch eine andere Problemlösungsstrategie erforderlich). Und dann sind gravierende Richtungsänderungen notwendig. Man muss ggf. "umkehren", entweder zu einem anderen Leben oder - falls das nicht möglich - zu einer anderen Lebensauffassung. Das mag primär gar nicht "religiös" klingen, hat jedoch IMO mehr religiöse Bezüge (zumindest für Gläubige), als man zuerst denken würde: Glaube und Leben bilden eine Einheit, und wenn das Leben entgleitet, entgleitet auch der Glaube. Und in solchen Fällen ist dann die Beichte tatsächlich eine Lebenshilfe.

 

So lange man sie jedoch als Pflicht sieht, "schafft sie sich selbst ab".

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Moriz

Welches der 10 Gebote betrifft Kinder?

Viele betreffen - im strikten Sinn - auch wenige Erwachsene.

In meinem Fall z.B.:

Ich habe mir noch nie überlegt, zum Heidentum oder Hinduismus zu wechseln (1. Gebot hinfällig)

Meine Mutter lebt nicht mehr, mein Vater ist finanziell nicht von mir abhängig (4. Gebot hinfällig)

Ich besitze keine Waffen, kann also gar nicht ohne weiteres jemanden töten (5. Gebot hinfällig)

Ich bin nicht verheiratet, kann also nicht die Ehe brechen (6. Gebot hinfällig).

Eine doch arg einfache Sicht.

 

Geht dir Geld wirklich nicht über Gott? Auch, wenn wir es nicht so nennen, es kann zum Götzen werden.

Besuchst Du deinen Vater nie? Oder deutlich seltener, als es möglich wäre?

Du fährst kein Auto? Hast keine spitzen Gegenstände im Haus und bist nicht in der Lage, einen schweren Stein zu werfen oder einen Knüppel zu schwingen?

Du interessierst dich nicht für andere (verheiratete) Frauen?

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MartinO

Welches der 10 Gebote betrifft Kinder?

Viele betreffen - im strikten Sinn - auch wenige Erwachsene.

In meinem Fall z.B.:

Ich habe mir noch nie überlegt, zum Heidentum oder Hinduismus zu wechseln (1. Gebot hinfällig)

Meine Mutter lebt nicht mehr, mein Vater ist finanziell nicht von mir abhängig (4. Gebot hinfällig)

Ich besitze keine Waffen, kann also gar nicht ohne weiteres jemanden töten (5. Gebot hinfällig)

Ich bin nicht verheiratet, kann also nicht die Ehe brechen (6. Gebot hinfällig).

Eine doch arg einfache Sicht.

 

Geht dir Geld wirklich nicht über Gott? Auch, wenn wir es nicht so nennen, es kann zum Götzen werden.

Besuchst Du deinen Vater nie? Oder deutlich seltener, als es möglich wäre?

Du fährst kein Auto? Hast keine spitzen Gegenstände im Haus und bist nicht in der Lage, einen schweren Stein zu werfen oder einen Knüppel zu schwingen?

Du interessierst dich nicht für andere (verheiratete) Frauen?

Das ist nicht meine Meinung, sondern überspitzt formuliert.

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Katharer

Ich bestreite gar nicht, daß das vor der Pubertät vermutlich überhaupt nicht möglich ist, aber kannst Du dir vorstellen, was eine Änderung der Praxis bedeuten würde (nicht nur für das Sündenbewusstsein, sondern auch für das Beichtsakrament?

 

 

Warum machst du das Sündigen an der Pubertät fest? Auch vor der Pubertät berühren Kinder sich selbst unsittlich. Wenn man denn das Spiel eines Kindes mit seinen Genitalien als Sünde ansieht, dann wird es höchste Zeit spätestens zur EK zu beichten.

Edited by Katharer

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Lothar1962

Wenn man denn das Spiel eines Kindes mit seinen Genitalien als Sünde ansieht, dann wird es höchste Zeit spätestens zur EK zu beichten.

 

Dann schon. Aber eben nur dann. Also nicht.

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MartinO

4. Gebot: Hilfst du zuhause mit, wo du kannst? Machst du deinen Eltern unnötig Ärger, z.B. dadurch, dass sie dich stets zehnmal zum Aufräumen des Zimmers oder zum Erledigen der Hausaufgaben ermahnen müssen?

 

Genau das aber ist nicht der Inhalt des 4. Gebots - und ich finde es höchst gefährlich, wenn man versucht, unter Regelungen, die das elementare Miteinander regeln sollen, die Grundsätze für eine freie Gesellschaft sein wollen, allen mögliche Killefit zu bringen. Denn das entwertet diese Regelungen und entleert sie.

Ich weiß, was der historische Inhalt des 4. Gebots ist. Der betrifft allerdings auch viele Erwachsene nicht.

Die Frage ist, was es heute bedeutet.

Ich würde niemals das 4. Gebot gegenüber Kindern mit "Du sollst deinen Eltern aufs Wort gehorchen" übersetzen. Kinder müssen ihren eigenen Willen äußern können.

Ich halte es allerdings schon für wichtig, Kindern zu vermitteln, dass sie nicht allein leben und dass ihre Eltern und Geschwister berechtigte Erwartungen an sie haben.

 

Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob ich das 3. Gebot verstehe als ein "laß' dich nicht von der Arbeit knechten!". oder aber ob ich es reduziere auf morgentlichen Meßbesuch und nachherige Erledigung der Hausaufgaben und anderer Pflichten. Wo immer man den ersten Satz des Dekalogs "Ich bin der Herr, dein Gott, der herausgeführt hat aus Ägypten, aus dem, Sklavenhaus" unterschlägt, da verdreht man den Sinn der 10 Gebote in ihr Gegenteil!

Das ist richtig. Das 3. Gebot könnte ich in einem Kinderbeichtspiegel auch nicht ohne weiteres unterbringen.

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Chrysologus

Ich weiß, was der historische Inhalt des 4. Gebots ist. Der betrifft allerdings auch viele Erwachsene nicht.

 

Dass du das weißt, davon ging ich aus.

 

Weil aber ein Gebot womöglich derzeit und hier kaum jemanden betrifft, deswegen muss ich keine neuen Inhalte hinein bringen. Es ist doch schön, dass es zumindest mancherorts was genutzt hat.

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MartinO

Ich weiß, was der historische Inhalt des 4. Gebots ist. Der betrifft allerdings auch viele Erwachsene nicht.

 

Dass du das weißt, davon ging ich aus.

 

Weil aber ein Gebot womöglich derzeit und hier kaum jemanden betrifft, deswegen muss ich keine neuen Inhalte hinein bringen. Es ist doch schön, dass es zumindest mancherorts was genutzt hat.

Sorry, ich dachte, der Kontext dieses Threads wäre Beichte. In diesem Fall ginge es imho sehr wohl darum, wie man sich selbst klarmacht, wo die eigenen Schwachstellen liegen bzw. wie man das katechetisch vermittelt.

 

Ich dachte außerdem, die Bibel sei mehr als ein Buch mit netten Geschichten aus einer längst vergangenen Zeit, die für uns allerdings keine Bedeutung mehr haben.

Daraus schloss ich, dass ein Weiterdenken durchaus legitim sein könnte.

Natürlich kann man sagen, dass es heute Rentenversicherung gibt und das 4. Gebot im strengen Sinn daher nur für Erwachsene gilt, die deutlich mehr Einkommen bzw. Vermögen haben als ihre Eltern.

Dennoch stellt sich für mich die Frage, warum es da heißt "Ehre deinen Vater und deine Mutter" und nicht "sorge für die Armen". Haben die Gesetzgeber ignoriert, dass es damals auch arme Menschen gab, die keine reichen Verwandten hatten?

Oder könnte es sein, dass der tiefere Sinn darin liegt, dass jeder Mensch zunächst für seine unmittelbare Umgebung verantwortlich ist? Die unmittelbarste Umgebung ist aber die Familie. Könnte es ferner sein, dass es nicht nur materielle Bedürfnisse zu stillen gibt? Wäre es sogar möglich, dass die meisten Menschen Eltern, die ihren Kindern materiell alles Nötige bieten, aber sich sonst nicht um sie kümmern, nicht für vorbildlich halten?

Könnte dann umgekehrt auch die Frage berechtigt sein, ob es immer in Ordnung ist, wie man sich als Kind gegenüber den Eltern verhält?

Kann es sein, dass in der Bergpredigt ebenfalls Gebote erheblich erweitert werden? Darf man daraus schließen, dass es berechtigt ist, über einen streng historischen Ansatz hinauszudenken?

 

Davon unabhängig muss man nicht von den Zehn Geboten als Beichtspiegel ausgehen. Ein anderer Ausgangspunkt ist die Goldene Regel. Noch ein anderer ist, die Kinder zu fragen, welches Verhalten von anderen sie gefreut hat oder was ihre Eltern / Geschwister / Freunde an ihnen freut und worüber sie sich ärgern.

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Merkur

Davon unabhängig muss man nicht von den Zehn Geboten als Beichtspiegel ausgehen. Ein anderer Ausgangspunkt ist die Goldene Regel. Noch ein anderer ist, die Kinder zu fragen, welches Verhalten von anderen sie gefreut hat oder was ihre Eltern / Geschwister / Freunde an ihnen freut und worüber sie sich ärgern.

Bei manchen Lebensbereichen muss man sich etwas bemühen, die jeweiligen Sünden in den 10 Geboten unterzubringen. Zu ungesunde Lebensweise etwa (zu wenig Bewegung, schlechte Ernährung usw.)

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Flo77
Ich bestreite gar nicht, daß das vor der Pubertät vermutlich überhaupt nicht möglich ist, aber kannst Du dir vorstellen, was eine Änderung der Praxis bedeuten würde (nicht nur für das Sündenbewusstsein, sondern auch für das Beichtsakrament?
Warum machst du das Sündigen an der Pubertät fest? Auch vor der Pubertät berühren Kinder sich selbst unsittlich. Wenn man denn das Spiel eines Kindes mit seinen Genitalien als Sünde ansieht, dann wird es höchste Zeit spätestens zur EK zu beichten.

Genitalspielerei war gar nicht mein Ansatz. Während der Pubertät finden ja auch noch ein paar andere Entwicklungen statt. Wer bin ich? Wer oder was will ich sein? Wie stelle ich mir mein soziales Umfeld vor? Was ist mein Ziel? Wohin soll meine Reise gehen? Etc. Und erst in diesem Rahmen, wird die Frage "Woran will ich mich festmachen? Ist das Heilsangebot Gottes etwas, was für mich wichtig sein soll?" überhaupt erst akut.

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Flo77
Ich weiß, was der historische Inhalt des 4. Gebots ist. Der betrifft allerdings auch viele Erwachsene nicht.
Dass du das weißt, davon ging ich aus.

 

Weil aber ein Gebot womöglich derzeit und hier kaum jemanden betrifft, deswegen muss ich keine neuen Inhalte hinein bringen. Es ist doch schön, dass es zumindest mancherorts was genutzt hat.

Also gehst Du von einer rein wörtlichen Lesart des Dekalogs aus ohne eine Detailausformung wie sie in den Gewissensspiegeln versucht wird?

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MartinO

Davon unabhängig muss man nicht von den Zehn Geboten als Beichtspiegel ausgehen. Ein anderer Ausgangspunkt ist die Goldene Regel. Noch ein anderer ist, die Kinder zu fragen, welches Verhalten von anderen sie gefreut hat oder was ihre Eltern / Geschwister / Freunde an ihnen freut und worüber sie sich ärgern.

Bei manchen Lebensbereichen muss man sich etwas bemühen, die jeweiligen Sünden in den 10 Geboten unterzubringen. Zu ungesunde Lebensweise etwa (zu wenig Bewegung, schlechte Ernährung usw.)

Ich bin nicht der Meinung, dass der Dekalog das Nonplusultra einer Grundlage für einen Gewissensspiegel ist.

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Merkur

Ich bin nicht der Meinung, dass der Dekalog das Nonplusultra einer Grundlage für einen Gewissensspiegel ist.

Ich sehe das auch so. Zumindest für Erwachsene ist Motivationsliteratur (z.B. Covey) m.E. besser geeignet.

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OneAndOnlySon
Also gehst Du von einer rein wörtlichen Lesart des Dekalogs aus ohne eine Detailausformung wie sie in den Gewissensspiegeln versucht wird?

Ich sehe die Gefahr, dass es einerseits zu einer Banalisierung der 10 Gebote kommt, wenn jede Alltagssünde oder Untugend dem Dekalog zugeordnet wird. Außerdem sehe ich im Kontext der Beichte die Herausforderung darin zu schauen, wo wir uns selbst und anderen im Wege stehen, was uns hemmt und welche Förderung wir brauchen. Bei "Sünden" des Kalibers "Ich habe mein Zimmer nicht aufgeräumt" wird letztlich auch die Beichte banalisiert.

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Chrysologus
Ich weiß, was der historische Inhalt des 4. Gebots ist. Der betrifft allerdings auch viele Erwachsene nicht.
Dass du das weißt, davon ging ich aus.

 

Weil aber ein Gebot womöglich derzeit und hier kaum jemanden betrifft, deswegen muss ich keine neuen Inhalte hinein bringen. Es ist doch schön, dass es zumindest mancherorts was genutzt hat.

Also gehst Du von einer rein wörtlichen Lesart des Dekalogs aus ohne eine Detailausformung wie sie in den Gewissensspiegeln versucht wird?

 

Man kann sich der Frage nach einer Gewissenerforschung ohne weiteres vom ersten Satz des Dekalogs (ich nenne es gerne auch das 0. Gebot) her nähern und dann sicherlich unter Zuhilfenahme der Einzelworte auf die Frage reflektieren, was mir meine Freiheit nimmt. Dies kann man Kindern ab einem gewissen Alter vermitteln. ganz einfach ist es nicht.

 

Ich stehe allerdings den Versuchen sehr skeptisch gegenüber, die versuchen, alle Lebensvollzüge unter die 10 Worte zu pressen. Das geht immer (ich kenne zumindest kein Gegenbeispiel) nur zu dem Preis, dass ich Grenze und Reichweite der Gebote eher assoziiere und mich dann frage, warum es die Gebote 6 / 9 und 7 / 10 gibt, die dann ziemlich wahllos ineinander überzugehen. scheinen.

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Petrus

Beichtspiegel

 

gutes Stichwort, MartinO.

 

hier aus dem Beichtspiegel aus dem aktuellen Gotteslob, nur ein Zitat:

 

" ... Bin ich in Partnerschaft und Liebe nur auf mich bezogen?

(z. B. Selbstbefriedigung)?"

 

Zitat Ende.

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lumieredeux

Gibt's eigentlich irgendwo im Netz inzwischen einen zeitgemäßen Beichtspiegel, der nicht in die Abteilung banal oder wirklichkeitsfern gehört??

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Edith1

Da sich die Sünden nicht geändert haben, sind die Beichtspiegel gleich geblieben, fürchte ich.

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lumieredeux

Da sich die Sünden nicht geändert haben, sind die Beichtspiegel gleich geblieben, fürchte ich.

Manchmal sorgt dieselbe Frage in einer anderen Formulierung dafür, daß man fähiger ist, sich ehrlich wirklich mit der Frage zu beschäftigen.

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