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OneAndOnlySon

Zukunft der Beichte

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Flo77

 

Indem sich die Gnade Gottes im Profanen inkarniert.

Die Argumentation hat etwas charmantes. Sie knüpft an dem Bild an, das der klassischen Religion entgegensteht: der Mensch muss sich nicht mehr nach dem Himmel ausstrecken, sich nicht mehr Gott zuwenden, sondern Gott wurde Mensch -- Fleisch. Ganz sicher bin ich mir nicht, ob man die Religion damit nicht gänzlich profanisiert und am Ende in die Falle tappt zu glauben, man bräuchte Religion nicht mehr, schließlich wären die Schlüssel für das Himmelreich auf Erden.

Schau Dir das rabbinische Judentum an. Seit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem lebt diese Religion ohne Priesterschaft und Opfer und existiert immer noch. Das Streben des Judentums geht allerdings eher in die Richtung den Alltag zu heiligen (was dazu führte, daß man ein ganzes Volk auf bestimmte kultische Reinheitsvorschriften verpflichtet hat) und sich selbst auf diese Weise vom Profanen abzugrenzen.

 

Für die Christenheit gab es im Ursprung keine heiligen Orte, keine abgesondert-heiligen Menschen, keine heiligen Geräte und auch keine "heiligen Zeiten" (in dem Sinn, daß man um das Wohlwollen Gottes zu erlangen zu bestimmten Zeiten bestimmte Riten hätte erledigen müssen - die sonntägliche Eucharistie hatte eine andere Funktion). "Heilig" war der Moment der Begegnung mit Christus, d.h. wer ein Leben in Caritas und Oikonomia führte und auf diese Weise Christus erfuhr und/oder für andere erfahrbar machte, galt als heilig - in den Paulusbriefen werden die Gläubigen in den Gemeinden als Heilige bezeichnet und ich nehme an auch deshalb, weil man von Christen diesen Lebenswandel voraussetzte.

Natürlich war auch die Begegnung mit Christus in der Eucharistie ein heiliger Moment, aber auch der war nicht an Ort und Zeit gebunden, sondern konnte auch an einem Dienstag abend in einer schäbigen Kammer in irgendeiner Mietskaserne im Transtiberim passieren.

Edited by Flo77
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Flo77

Wenn man so will, war das Christentum damals wohl eine echte Westentaschen-Religion.

 

Das Evangelium auf den Lippen, die Caritas im Herzen konnte man es überall hin mitnehmen und überall tun. Selbst die Eucharistie brauchte nichts, was es nicht ohnehin in jedem Haushalt gegeben hätte genauso wie es eigentlich überall Wasser für die Taufe gibt.

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nobis11

Es gibt doch auch heute noch genügend Richtungen, bei denen das zutrifft. Oft sind das eher ungebundene Christen oder Evangelikale (nicht im negativen Sinne). Die Jesus Freaks kamen mir damals so vor (das ist aber schon 20 Jahre her, dass ich die getroffen habe).

Edited by nobis11

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Werner001

 

 


Jesus Christus hat seinen Aposteln und ihren Nachfolgern die Gewalt gegeben, an seiner Statt Sünden nachzulassen. Er sprach nach seiner Auferstehung zu ihnen: „Empfanget den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen, und welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten.” (Joh. 20, 22. 23.)

Genau gesagt hat er die Vollmacht den Jüngern erteilt.

Die Apostel, das kann man dort auch nachlesen, waren gar nicht alle da als die Vollmacht erteilt wurde...

 

Werner

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duesi

Ich hole mal ein altes Thema aus der Versenkung, das mir sehr am Herzen liegt.

 

Denn aus persönlichen Gründen ist mir das Thema der persönlichen Heiligung in letzter Zeit sehr wichtig geworden. Und ich merke, dass die Gedanken, die ich daraus ableite, meistens auf Unverständnis stoßen und sehr viel Widerwillen erzeugen.

 

Jedoch bin ich der Überzeugung, dass jedes Unrecht der Weltgeschichte, seien es soziale Ungerechtigkeiten, Verfolgungen, Benachteiligungen, Korruption, Krieg, usw. letztendlich seine Ursache im menschlichen Herzen hat. In unserem Herzen finden wir sehr viele Bedürfnisse vor, die für unser Leben essentiell sind. Der Wunsch nach Essen, Trinken, sozialer Akzeptanz, Sicherheit, usw. Zu einer Übersicht kann man sich auch die Maslow-Pyramide zu Gemüte führen. Und jedes Bedürfnis hat seine Berechtigung. Doch jedes Bedürfnis kann korrumpiert werden. Aus Essen kann Fresserei werden. Aus Trinken kann Trunksucht werden. Aus dem Wunsch nach Akzeptanz kann Geltungssucht werden. Aus dem Wunsch nach Sicherheit kann Machtgier werden. Usw. Das ist das, was allgemein als Sünde bezeichnet wird. Die Sünde im Herzen ist oft unscheinbar. Und die Konfrontation damit scheint so manch einem eine Zumutung zu sein. Doch wie zerstörerisch die Sünde im menschlichen Herzen tatsächlich sein kann, erfahren wir täglich in den Berichten über die politischen Krisenherde unserer Zeit.

 

Deswegen ist meines Erachtens der einzige Weg, der wirklich zu einer nachhaltigen Veränderung dieser Welt führen kann, der Weg der persönlichen Heiligung. Diesen Weg beschreiten Katholiken in der Regel durch Meiden der Sünde, Besuch der heiligen Messe mit Eucharistie und regelmäßiges Beichten. In der Vergangenheit hat das zu einer Überbetonung dessen geführt, dass Menschen mit Angst vor der Hölle jeden sexuellen Gedanken beichten sollten und ähnliche Übertreibungen. Aber heute neigt man dazu, das Kind mit dem Bade auszuschütten und die Zerstörungskraft der Sünde im menschlichen Herzen gar nicht mehr Ernst zu nehmen. Und ich meine, das Beobachten der Gebote sollte nicht auf die "zehn Worte" beschränkt sein. Sondern es sollte eine beständige Reflexion über die Worte der Schrift und eine Identifikation dessen beinhalten, wo Heiligung notwendig ist. Wenn Christen in der persönlichen Heiligung leben und lernen, die Sünde zu identifizieren und zu meiden, hat das letztendlich auch Auswirkungen auf die Politik und alles andere. Meines Erachtens sind die Unrechtstaten in der Kirchengeschichte nicht ein Zeichen von zu viel, sondern von zu wenig persönlicher Heiligung. Mir geht es dabei keineswegs darum, unbarmherzig Schuldgefühle zu erzeugen. Deswegen gibt es ja die Beichte, damit wir immer wieder neu anfangen können, unsere eigenen Bedürfnisse lernen wahrzunehmen und sie von ihrer Korrumpierung zu unterscheiden lernen.

 

Diese Art von "Schulung des Herzens" sollte jedem von uns, der sich Christ nennt, ein Anliegen sein.

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duesi

Hier ein guter Artikel des Opus Dei zum Thema "Abtötung". 

 

Auch wenn ich den Begriff eher aus der protestantischen Geisteswelt kenne (so taucht er auch in Luthers 95 Thesen auf), so scheint es doch, ein zutiefst katholischer Begriff zu sein. Ich glaube auch, dass, wie im anderen Thread thematisiert worden ist, dies auch ein Grund dafür ist, dass das Opus Dei anscheinend besser mit dem Thema Missbrauch umgehen kann. Weil für sie das Thema "Abtötung" als Weg zu einem zufriedeneren und froheren Leben kein Fremdwort ist.

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Long John Silver

Sorry, Duesi, aber mir gruselt es bei  solchen "Begrifflichkeiten".

 

Ich hoffe, dass du eine guten Beichtvater findest, der einen gewissen Uebereifer gerade ruecken kann. 

 

Ansonsten sehe ich da jemanden spirituell beidseitig vom Pferd fallen, wenn du mir das offene Wort verzeihst.

 

 

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duesi

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die meisten Menschen ein Bedürfnis haben, sich selbst als einen ganz passablen respektablen Menschen anzusehen. Vom Mörder über den Kinderschänder bis zum Steuerhinterzieher ist da niemand ausgenommen. Die Fassade muss aufrechterhalten werden. Aber mit dem Finger auf andere zeigen, das können die meisten. Man ist ja nicht so wie die anderen. Man hat ja noch niemanden unsittlich angefasst. Man hat noch niemanden umgebracht. Man hat noch nie die AfD gewählt. Oder die Linken. Eigentlich ist man ein ganz passabler respektabler Mensch. Kein Wunder, dass unser Herr lieber mit den Huren und Zöllnern unterwegs war, als mit den passablen respektablen Menschen. Die haben wenigstens gelernt, ehrlich zu sich selbst zu sein.

Edited by duesi

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rorro

Da fällt mir wieder Oscar WIlde ein (schon wieder): The Catholic Church is for saints and sinners alone. For respectable people, the Anglican Church will do.

 

Wenn ich schreibe, daß ich mich als Sünder sehe, wird mir hier direkt alternativ ein Gottesbild vorgeschlagen, daß ich mich doch als Kind Gottes sehen solle. Als ob das eine das andere ausschließe.

 

Ja keine Selbstzweifel. Betont wird die eigene Ehre (denn es ist eine Ehre ein Kind Gottes zu sein), auch wenn das nie so gesehen wird. Die eigene Schwachheit und Begrenztheit und vor allem - sonst wäre das Kreuz sinnlos - Erlösungsbedürftigkeit in diesem einen Wort "Sünder" zu nennen, ist alles andere als opportun.

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mn1217

Menschen sind Beides.

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Long John Silver

 

 

vor 2 Stunden schrieb duesi:

Irgendwie habe ich den Eindruck, dass die meisten Menschen ein Bedürfnis haben, sich selbst als einen ganz passablen respektablen Menschen anzusehen. Vom Mörder über den Kinderschänder bis zum Steuerhinterzieher ist da niemand ausgenommen. Die Fassade muss aufrechterhalten werden. Aber mit dem Finger auf andere zeigen, das können die meisten. Man ist ja nicht so wie die anderen. Man hat ja noch niemanden unsittlich angefasst. Man hat noch niemanden umgebracht. Man hat noch nie die AfD gewählt. Oder die Linken. Eigentlich ist man ein ganz passabler respektabler Mensch. Kein Wunder, dass unser Herr lieber mit den Huren und Zöllnern unterwegs war, als mit den passablen respektablen Menschen. Die haben wenigstens gelernt, ehrlich zu sich selbst zu sein.

 

Moechtest du mit uns diskutieren, also konkreten Menschen/Usern oder mit einem abstrakter Vorstellung und/oder Klischees? 
Fuer das erstere findest du hier bestimmt immer Ansprechpartner.

 

Fuer das letztere sehe ich schwarz. Es ist naemlich nicht so einladend, dir zu antworten, weil es nichts mit einem selbst zu tun hat. Und bei Gespraechen ueber den Glauben denke ich, es sollte mit mir zu tun haben und nicht mit irgendwelchen Klischees oder einem omininoesen "man". 

 

Ist es fuer dich ein Problem, dass andere Menschen ihre Gewissensbildung auf andere Weise vornehmen als du? 

 

 

 

Edited by Long John Silver

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duesi
vor 43 Minuten schrieb Long John Silver:

 

 

 

Moechtest du mit uns diskutieren, also konkreten Menschen/Usern oder mit einem abstrakter Vorstellung und/oder Klischees? 
Fuer das erstere findest du hier bestimmt immer Ansprechpartner.

 

Fuer das letztere sehe ich schwarz. Es ist naemlich nicht so einladend, dir zu antworten, weil es nichts mit einem selbst zu tun hat. Und bei Gespraechen ueber den Glauben denke ich, es sollte mit mir zu tun haben und nicht mit irgendwelchen Klischees oder einem omininoesen "man". 

 

Ist es fuer dich ein Problem, dass andere Menschen ihre Gewissensbildung auf andere Weise vornehmen als du? 

 

 

 

Ich bin jetzt vermutlich auch ein bisschen emotional geworden und habe Dinge geschrieben, mit denen ich übers Ziel hinausgeschossen bin. Ich habe das Wort "man" verwendet, weil ich niemandem etwas persönlich vorwerfen wollte. Ich habe natürlich beim Thema Gewissensbildung nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen. Im Gegenteil! Ich habe mich an der starken Abwehrreaktion gegenüber meiner Behauptung gestoßen, dass die menschlichen Abgründe der Menschen damals auch in uns vorhanden sind. Es gibt natürlich sehr unterschiedliche Wege, wie du sein Gewissen bilden und in der Heiligung leben kannst. Wichtig ist nur, dass du es tust. 

Edited by duesi

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Julius
vor 8 Stunden schrieb duesi:

Ich glaube auch, dass, wie im anderen Thread thematisiert worden ist, dies auch ein Grund dafür ist, dass das Opus Dei anscheinend besser mit dem Thema Missbrauch umgehen kann.

 

Worauf gründet sich bei Dir der Anschein, dass die "besser" mit dem Thema Missbrauch umgehen könnten? Zahlen sie höhere Entschädigungssummen oder was? Gibt es da irgendwelche Fakten, die den "Anschein" untermauern, oder stellst Du Dir das halt mal so vor?

Edited by Julius

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Suzanne62
vor einer Stunde schrieb rorro:

Ja keine Selbstzweifel. Betont wird die eigene Ehre (denn es ist eine Ehre ein Kind Gottes zu sein), auch wenn das nie so gesehen wird. Die eigene Schwachheit und Begrenztheit und vor allem - sonst wäre das Kreuz sinnlos - Erlösungsbedürftigkeit in diesem einen Wort "Sünder" zu nennen, ist alles andere als opportun.

Sich schuldig zu machen und daher Vergebung und Neuanfang zu brauchen, das gehört zum Menschsein nun einmal dazu, mag das nun "opportun" sein oder nicht.

Die Art und Weise, wie die katholische Kirche mit dem Schuldigwerden umgeht, habe ich stets als sehr hilfreich erlebt - allerdings war ich bei meiner ersten Beichte auch schon 24 Jahre alt.

 

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Long John Silver
vor 20 Minuten schrieb duesi:

Ich bin jetzt vermutlich auch ein bisschen emotional geworden und habe Dinge geschrieben, mit denen ich übers Ziel hinausgeschossen bin. Ich habe das Wort "man" verwendet, weil ich niemandem etwas persönlich vorwerfen wollte. Ich habe natürlich beim Thema Gewissensbildung nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen. Im Gegenteil! Ich habe mich an der starken Abwehrreaktion gegenüber meiner Behauptung gestoßen, dass die menschlichen Abgründe der Menschen damals auch in uns vorhanden sind. Es gibt natürlich sehr unterschiedliche Wege, wie man sein Gewissen bilden und in der Heiligung leben kann. Wichtig ist nur, dass man es tut. 

 

Es gibt eben Dinge, die nicht in jedem vorhanden sind. Ich erinnere mich an die Passage im anderen Thread, jeder koennte auch ein Hitler sein. Nein, das kann nicht jeder. Warum? Jeder kann fies sein und aggressiv und Vorurteile haben und auch fremdenfeindlich werden, aber zu bestimmten Dingen zu tun gehoert eine ganz bestimmte psychische Ausstattung. Ich denke da gerade an Michael Bannon der Webseite Breitbart. Da sage ich mit Bestimmtheit - so wie dieser Mann werde ich niemals sein koennen, dazu fehlt mir die psychische Struktur.  Da faende ich es skupelloes, mich erforschen zu wollen, ob ich diesem Typ irgendwie aehnlich bin. Soweit kenne ich mich, ich bin ihm nicht aehnlich, Abgrund der menschlichen Seele hin und her.  Ich denke, daran hat sich im anderen Thread die Diskussion unter anderem entzuendet. Weil es eben Differenzen bei Menschen gibt, was die Abgruende ihrer Seelen betrifft.

 

Es kann auch nicht gut gehen, wenn versucht wird, Christen in zwei Lager zu einzuteilen - die einen, die irgendwie sich so sehen und die anderen, die sich irgendwo so sehen und daraus einen ideologischen Grabenkampf zu machen, in dem man schaut, ob andere sich zu wenig als Suender sehen oder andere zu wenig als Kind Gottes oder andere wiederum wie auch immer Gott gegenueber sich sehen. Das ist das groesste Problem der Christen, sich auf die Weise zu spalten und gegenseitig anzugreifen und mies zu machen. 

Ich will nicht  "in der Heiligung leben", diese Vorstellung sagt mir nichts.  Ich gehe davon jedoch, dass dir das sehr viel sagt. Das ist halt unterschiedlich, aber das macht keinen von uns beiden zu einem besseren oder schlechteren Christen als den anderen. 

Edited by Long John Silver

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duesi
vor 8 Minuten schrieb Long John Silver:

 

Es gibt eben Dinge, die nicht in jedem vorhanden sind. Ich erinnere mich an die Passage im anderen Thread, jeder koennte auch ein Hitler sein. Nein, das kann nicht jeder. Warum? Jeder kann fies sein und aggressiv und Vorurteile haben und auch fremdenfeindlich werden, aber zu bestimmten Dingen zu tun gehoert eine ganz bestimmte psychische Ausstattung. Ich denke da gerade an Michael Bannon der Webseite Breitbart. Da sage ich mit Bestimmtheit - so wie dieser Mann werde ich niemals sein koennen, dazu fehlt mir die psychische Struktur.  Da faende ich es skupelloes, mich erforschen zu wollen, ob ich diesem Typ irgendwie aehnlich bin. Soweit kenne ich mich, ich bin ihm nicht aehnlich, Abgrund der menschlichen Seele hin und her.  Ich denke, daran hat sich im anderen Thread die Diskussion unter anderem entzuendet. Weil es eben Differenzen bei Menschen gibt, was die Abgruende ihrer Seelen betrifft.

 

Allerdings geht es hier bei diesem Thread um anderes. Oder doch nicht?  Schliesslich geht es um Beichte.

 

 

 

 

Ja natürlich. Ich habe diesen Thread aus der Versenkung geholt, weil ich über die Wichtigkeit der persönlichen Gewissensschulung sprechen wollte. Und dafür sind ja die Erfahrung des Versagens und der Auseinandersetzung mit den eigenen Abgründen und auch die Beichte wichtige Elemente. Ob man dies nun "Abtötung" nennt oder nicht, ist eher zweitrangig.

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duesi
vor 15 Minuten schrieb Julius:

 

Worauf gründet sich bei Dir der Anschein, dass die "besser" mit dem Thema Missbrauch umgehen könnten? Zahlen sie höhere Entschädigungssummen oder was? Gibt es da irgendwelche Fakten, die den "Anschein" untermauern, oder stellst Du Dir das halt mal so vor?

Ich hatte mich auf den singulären Fall im anderen Thread bezogen, bei dem es zu einem minderschweren Fall gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht ging und Opus Dei anscheinend sehr vorbildlich damit umgegangen ist. Damit kann ich nun nicht ausschließen, dass bei Opus Dei auch Leichen im Keller liegen. Dennoch ist das ein Hinweis, dass das Bestreben nach persönlicher Heiligung gute Früchte des Glaubens hervorbringen kann.

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Julius
vor 10 Minuten schrieb duesi:

Ich hatte mich auf den singulären Fall im anderen Thread bezogen, bei dem es zu einem minderschweren Fall gegen das sexuelle Selbstbestimmungsrecht ging und Opus Dei anscheinend sehr vorbildlich damit umgegangen ist. Damit kann ich nun nicht ausschließen, dass bei Opus Dei auch Leichen im Keller liegen. Dennoch ist das ein Hinweis, dass das Bestreben nach persönlicher Heiligung gute Früchte des Glaubens hervorbringen kann.


Was, konkret, bezeichnest Du in diesem Fall als "konkrete Frucht des Glaubens"? Noch einmal: Die Höhe der Entschädigung? Die Bekanntgabe nach rund 15 Jahren?

Edited by Julius

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duesi

 

vor 2 Minuten schrieb Julius:


Was, konkret, bezeichnest Du in diesem Fall als "konkrete Frucht des Glaubens"?

Dass Umkehr und Wiedergutmachung und auch zukünftiger Opferschutz eine höhere Priorität gehabt haben als Rettung des priesterlichen Ansehens. Das ist für mich ein Zeichen, dass man wirklich nach Heiligung strebt.

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Julius
vor 13 Minuten schrieb duesi:

 

Dass Umkehr und Wiedergutmachung und auch zukünftiger Opferschutz eine höhere Priorität gehabt haben als Rettung des priesterlichen Ansehens. Das ist für mich ein Zeichen, dass man wirklich nach Heiligung strebt.

 

Und dieser von Dir selbst als "singulär" bezeichnete, letztendlich doch etwas dubios bleibende Fall ist für Dich ausreichend, pauschal die Feststellung zu treffen, dass "dass das Opus Dei anscheinend besser mit dem Thema Missbrauch umgehen kann"?

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rorro

(Vielleicht ist es hilfreich zu erfahren, dass das schon die bloße Erwähnung des Opus Dei bei nicht wenigen Katholiken Beißreflexe auslöst. Zum Großteil haben diese keine persönliche Erfahrung damit)

Edited by rorro

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Julius
vor 29 Minuten schrieb rorro:

(Vielleicht ist es hilfreich zu erfahren, dass das schon die bloße Erwähnung des Opus Dei bei nicht wenigen Katholiken Beißreflexe auslöst. Zum Großteil haben diese keine persönliche Erfahrung damit)

 

Stimmt. An "meiner" Uni haben sie keinen Fuß zwischen die Tür gekriegt, wir haben sie erfolgreich weggebissen. 😆

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theresa???
vor 10 Stunden schrieb duesi:

Hier ein guter Artikel des Opus Dei zum Thema "Abtötung". 

 

Auch wenn ich den Begriff eher aus der protestantischen Geisteswelt kenne (so taucht er auch in Luthers 95 Thesen auf), so scheint es doch, ein zutiefst katholischer Begriff zu sein. Ich glaube auch, dass, wie im anderen Thread thematisiert worden ist, dies auch ein Grund dafür ist, dass das Opus Dei anscheinend besser mit dem Thema Missbrauch umgehen kann. Weil für sie das Thema "Abtötung" als Weg zu einem zufriedeneren und froheren Leben kein Fremdwort ist.

So richtig nachvollziehen kann ich das Konzept "Abtötung" nicht. Aus Rücksichtnahme auf etwas zu verzichten, oder etwas zu tun, dass einem unangenehm ist oder einen etwas kostet, das heißt ja nicht, dass man seine Bedürfnisse abtöten muss. Sondern einfach, dass es etwas gibt, was in der Situation gerade wichtiger ist.

Klar, man kann sagen, dass man seinen Egoismus abtötet. Aber zum einen klingt das für mich irgendwie nach "aus Selbstoptimierung" verzichten statt um des anderen Menschen willen.

Und zum anderen ist mir nicht klar, was mit der "Eindeutigkeit eines rein geistlichen Motives", die als Argument für Askese genannt wird, gemeint ist. Das geistliche Motiv bei Selbstlosigkeit wäre, dächte ich, das "sich schenken auf Gott und den Nächsten hin". Und wie soll das umgesetzt werden, wenn man z.B. einen Bußgürtel trägt? Kannst du mir erklären, wie du das verstehst?

 

vor 2 Stunden schrieb Suzanne62:

Sich schuldig zu machen und daher Vergebung und Neuanfang zu brauchen, das gehört zum Menschsein nun einmal dazu, mag das nun "opportun" sein oder nicht.

Die Art und Weise, wie die katholische Kirche mit dem Schuldigwerden umgeht, habe ich stets als sehr hilfreich erlebt - allerdings war ich bei meiner ersten Beichte auch schon 24 Jahre alt.

 

Das habe ich die meiste Zeit über auch so erlebt. Ich finde das sehr hilfreich, dass es in der Kirche einen Platz für "hinfallen und sich wieder aufhelfen lassen" gibt. Schwierig finde ich es bloß dann, wenn der Eindruck vermittelt wird, dass man beichten muss, um wieder mit Gott versöhnt zu sein, als ob man im Zustand der Sünde nicht ohne dieses Sakrament zu Gott kommen dürfte. Dann verrutscht das von einem "sich wieder aufhelfen lassen" leicht in ein "wieder aufstehen müssen, damit ich Gott wieder nahe sein kann".

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theresa???
vor 1 Stunde schrieb rorro:

(Vielleicht ist es hilfreich zu erfahren, dass das schon die bloße Erwähnung des Opus Dei bei nicht wenigen Katholiken Beißreflexe auslöst. Zum Großteil haben diese keine persönliche Erfahrung damit)

Hast du denn persönliche Erfahrungen mit dem Opus Dei?

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duesi
vor 1 Stunde schrieb Julius:

 

Und dieser von Dir selbst als "singulär" bezeichnete, letztendlich doch etwas dubios bleibende Fall ist für Dich ausreichend, pauschal die Feststellung zu treffen, dass "dass das Opus Dei anscheinend besser mit dem Thema Missbrauch umgehen kann"?

Keine pauschale Feststellung. Bloß ein Hinweis.

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