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gouvernante

Kirchenrechtliches

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rorro

Mit Weihe meinst Du wohl Bischofsweihe, die aber kein eigenes Sakrament darstellt. Schon Johannes "Goldmund" war als Priester von Antiochien später Patriarch von Konstantinopel, gerade einmal 100 Jahre plus x nach dem Konzil von Nizäa.

 

Denn, wenn man sich die Kanones 15 und 16 von Nizäa anschaut, geht es gar nicht darum, daß das Konzil es verbietet, daß ein Kleriker von der Diözese X Bischof der Diözese Y wird. Es ist ein Verbot daß Kleriker von sich aus ihre Diözese verlassen.

 

Das gilt bis heute. Stichwort Residenzpflicht von Bischöfen. und wer im Bistum X inkardiniert ist, kann auch nicht einfach so zu Bistum Y wechseln ohne Einverständnis seines Bischofs (alten wie neuen), also einfach von sich aus.

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Chrysologus

Clemens II. behielt sein Bistum Bamberg bei, weil er sich diesem als anvermählt betrachtete. Dass das Ganze dann bigamistische Züge hatte, ging ihm wohl nicht auf.

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Werner001

Es ist schon faszinierend, auf was für wirre Gedanken man kommen kann

 

Werner

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Werner001

 

 

Das Translationsverbot ist eines der Kirchendisziplin, da gab und gibt es immer Änderungen

 

das ist gut, dann kann man die Universaljurisdiktion ja auch wieder abschaffen

Werner

Die Logik dieser Replik erschließt sich mir nicht. Disziplinäre Aussagen von wem auch immer haben nie Unfehlbarkeit für sich beansprucht.

ganz einfach: wer der Chef vom Laden ist und was der Chef für Kompetenzen hat ist eine rein disziplinäre Frage

 

Werner

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rorro

Das könnte man so sehen, wenn es nicht anders, nämlich als Dogma, festgelegt worden wäre.

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Chrysologus

Allerdings auf Grundlage der Behauptung, dass die Kirche dies in dieser Form kann - damit bleibt es selbstreferentiell.

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Werner001

Tja, wie ich weiter oben bereits sagte, dreht sich die Argumentation im Kreis, weil sie aus lauter Zirkelschlüssen besteht.

Wie Pastor Aeternus auch (darauf hat schon vor 140 Jahren z. B. Döllinger hingewiesen)

 

Werner

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rorro

Alles passend zum heutigen Fest der Kathedra Petri: ja, es ist selbstreferentiell - eben aufgrund der biblischen Annahme (man könnte es auch als Hybris bezeichnen), daß der Hl. Geist mitwirkt und quasi "vereinnahmt" werden kann.

 

Aber irgendwie fehlen mir immer noch die früheren mit drohendem Anathema belegten Glaubensaussagen, die heutzutage nicht mehr gelten sollen. Ich vermute, hier war eher der Wunsch der Vater des Gedankens.

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Chrysologus

Solange Du bei Deiner Logik bleibst, dass das, was aufgegeben wurde, keine Glaubensaussage gewesen sein kann, wird es auch kein Beispiel geben. Ansonsten wurde schon die sakramentale Bindung des Klerikers an sein Inkardinationsbistum analog der Beziehung zwischen Christus und seiner Kirche genannt, die Lehrverurteilungen des Syllabus, man könnte hinzufügen die Ansprüche der Bulle "Dictatus papae", die Lehre, dass jeder Vollzug der Ehe modo naturale mit Samenerguss in die Scheide moralisch legitim sei, die Lehre, dass die Genesis von Moses geschrieben wurde und wörtlich zu verstehen sei. Die zurückgenommene Heiligsprechung Karls des Großen ist da schon eine Petitesse, wie auch die Verurteilung der Posiition des Athanasius durch Papst Liberius im Arianerstreit. Und ganz kurios: Die feierliche Verurteilung der Lehren des Petrus Abaelardus auf dem Konzil von Soisson (speziell das Buch Theologia summi boni), die dann über dessen Schüler Petrus Lombardus ihren Eingang in die Summa Theologia von Thomas von Aquin fanden und so im 19. Jahrhundert zur verbindlichen Theologie der römischen Kirche mutierten.

 

Ob die Bestätigung des Treibens der Äbtissin von La Huelva durch den Papst nun eine dogmatische Konnotation hat, das wirst du sicher bestreiten. Sie ernannte Pfarrer und setzte sie ab, sie urteite in Gerichtsverfahren, sie erließ Gesetze - sie agierte wie ein Bischof und zweifelsohne übte sie Potestats aus. Dies mißfiel dem Ortsbischof, der sich in Rom beschwerte und abgemeiert wurde. Rom hat also zur Kenntnis genommen, dass hier eine Frau potestas ausübte, und hat dies für rechtmäßig erklärt. Nun erfahren wir aber von Johannes Paul II., dass das nun gar nicht gehe und nie ging und nie so gewesen sei.

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Werner001

Alles passend zum heutigen Fest der Kathedra Petri: ja, es ist selbstreferentiell - eben aufgrund der biblischen Annahme (man könnte es auch als Hybris bezeichnen), daß der Hl. Geist mitwirkt und quasi "vereinnahmt" werden kann.

 

Aber irgendwie fehlen mir immer noch die früheren mit drohendem Anathema belegten Glaubensaussagen, die heutzutage nicht mehr gelten sollen. Ich vermute, hier war eher der Wunsch der Vater des Gedankens.

Ich hab dir den Nestor als Beispiel gebracht.

Mir scheint, du akzeptierst als Beispiele nur solche, die deine Annahme stützen.

Die deine Annahme widerlegen sind desahlb keine akzeptablen Beispiele, weil sie die Annahme widerlegen.

Man nennt das auch den "wahren Schotten"

 

Werner

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rorro

Nun entspannt Euch mal - nicht ich habe behauptet, daß "anathema sit"-Aussagen aufgehoben wurden (die bekanntermaßen eher von Konzilien getroffen werden).

 

Ich habe auch nie gesagt, daß noch nie eine Lehraussage des Papstes revidiert wurde, das wäre ja Blödsinn!

 

Ich wollte nur Belege für die vorab gemachten Behauptungen.

Dabei bin ich alles andere als ein Papist, der jeden Worterguss desselben für Gold hält - es gibt da bekanntermaßen enge Grenzen.

Der von Chryso unterstellten Logik folge ich nicht, aber das werde ich nicht belegen können. Auch nicht schlimm. Ihr habt dann eben weiter Recht und der Rest der Kirche hat keine Ahnung, besonders die im bösen Rom. Von mir aus.

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Werner001

Warum gehst du schon wieder nicht darauf ein?

Nestorios wurde mit dem Anathema belegt,

Nestorios wird in der Kirche des Ostens als Kirchenlehrer und Heiliger verehrt.

1984 hat der Papst der Kirche des Ostens die vollkommene Rechtgläubigkeit attestiert.

 

Das ist haargenau das Beispiel, das du wolltest.

 

Werner

Edited by Werner001

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rorro

Der Papst hat 1984 der Kirche es Ostens die Rechtgläubigkeit attestiert, weil sie folgende Aussage anerkennt (Quelle: https://web.archive.org/web/20051115153141/http://www.univie.ac.at/ostkirchenkunde/pdf/OKKAssyrer1.pdf):

Als Erben und Wächter des von den Aposteln empfangenen Glaubens, wie er von unseren gemeinsamen Vätern im Nicänischen Glaubensbekenntnis formuliert wurde, bekennen wir den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, vom Vater gezeugt vor aller Zeit, der in der Fülle der Zeit vom Himmel gekommen und um unseres Heiles willen Mensch geworden ist. Das Wort Gottes, die zweite Person der Heiligen Dreifaltigkeit, ist durch die Kraft des Heiligen Geistes Mensch geworden, indem es von der Heiligen Jungfrau Maria einen Leib mit einer vernunftbegabten Seele annahm, mit dem es vom Augenblick seiner Empfängnis an unlösbar vereint war.

Daher ist unser Herr Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch, vollkommen in bezug auf seine Gottheit und vollkommen in bezug auf seine Menschheit, gleichen Wesens mit dem Vater und gleichen Wesens mit uns in allem – außer der Sünde. Seine Gottheit und seine Menschheit sind in einer Person vereint, ohne Vermischung, ohne Teilung und ohne Trennung. In ihm wurde die Unterschiedlichkeit der göttlichen und menschlichen Natur mit all ihren Eigenschaften, Fähigkeiten und Wirkungsweisen gewahrt. Doch weit davon entfernt, »einer und zugleich ein anderer« zu sein, sind Gottheit und Menschheit in der Person des gleichen und einzigen Sohnes Gottes und Herrn Jesus Christus geeint, der das Ziel einer einzigen Anbetung ist. Christus ist daher kein »gewöhnlicher Mensch«, den Gott adoptiert hat, um in ihm zu wohnen und ihn zu inspirieren, wie er es in den Gerechten und Propheten getan hat. Doch das gleiche Göttliche Wort, von seinem Vater gezeugt vor aller Zeit ohne Anfang in bezug auf seine Gottheit, wurde in der Endzeit in bezug auf seine Menschheit von einer Mutter ohne einen Vater geboren. Die menschliche Natur, die die Jungfrau Maria geboren hat, war immer die des Sohnes Gottes selbst. Dies ist der Grund, warum die Assyrische Kirche des Ostens die Jungfrau Maria verehrt als »Mutter Christi, unseres Gottes und Heilandes«. Im Licht dieses gleichen Glaubens wendet sich die katholische Tradition an die Jungfrau Maria als »die Mutter Gottes« und ebenso als »die Mutter Christi«. Wir erkennen beide die Berechtigung und Richtigkeit dieser Ausdrucks-formen des gleichen Glaubens an, und wir achten beide, was die einzelne Kirche jeweils in ihrem liturgischen Leben und in ihrer Frömmigkeit bevorzugt.

 

 

Und genau deswegen ist das nicht haargenau das Beispiel, das ich wollte. Dieses Bekenntnis ist voll katholisch. Ich weiß nicht - dann müssen die Assyrer entscheiden - ob Nestorius das so gut fände, aber das ist eine andere Frage (da man ihn aber mißverstand und er den Tomus Leonis unterstützte, denke ich ja). Auf jeden Fall scheint mir dieses Bekenntnis ein anderes zu sein als das, was die "nestorianischen" Väter der Assyrer im ersten Jahrtausend bekannten.

Edited by rorro

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Werner001

Der Papst hat 1984 der Kirche es Ostens die Rechtgläubigkeit attestiert, weil sie folgende Aussage anerkennt (Quelle: https://web.archive.org/web/20051115153141/http://www.univie.ac.at/ostkirchenkunde/pdf/OKKAssyrer1.pdf):

Als Erben und Wächter des von den Aposteln empfangenen Glaubens, wie er von unseren gemeinsamen Vätern im Nicänischen Glaubensbekenntnis formuliert wurde, bekennen wir den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, vom Vater gezeugt vor aller Zeit, der in der Fülle der Zeit vom Himmel gekommen und um unseres Heiles willen Mensch geworden ist. Das Wort Gottes, die zweite Person der Heiligen Dreifaltigkeit, ist durch die Kraft des Heiligen Geistes Mensch geworden, indem es von der Heiligen Jungfrau Maria einen Leib mit einer vernunftbegabten Seele annahm, mit dem es vom Augenblick seiner Empfängnis an unlösbar vereint war.

Daher ist unser Herr Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch, vollkommen in bezug auf seine Gottheit und vollkommen in bezug auf seine Menschheit, gleichen Wesens mit dem Vater und gleichen Wesens mit uns in allem – außer der Sünde. Seine Gottheit und seine Menschheit sind in einer Person vereint, ohne Vermischung, ohne Teilung und ohne Trennung. In ihm wurde die Unterschiedlichkeit der göttlichen und menschlichen Natur mit all ihren Eigenschaften, Fähigkeiten und Wirkungsweisen gewahrt. Doch weit davon entfernt, »einer und zugleich ein anderer« zu sein, sind Gottheit und Menschheit in der Person des gleichen und einzigen Sohnes Gottes und Herrn Jesus Christus geeint, der das Ziel einer einzigen Anbetung ist. Christus ist daher kein »gewöhnlicher Mensch«, den Gott adoptiert hat, um in ihm zu wohnen und ihn zu inspirieren, wie er es in den Gerechten und Propheten getan hat. Doch das gleiche Göttliche Wort, von seinem Vater gezeugt vor aller Zeit ohne Anfang in bezug auf seine Gottheit, wurde in der Endzeit in bezug auf seine Menschheit von einer Mutter ohne einen Vater geboren. Die menschliche Natur, die die Jungfrau Maria geboren hat, war immer die des Sohnes Gottes selbst. Dies ist der Grund, warum die Assyrische Kirche des Ostens die Jungfrau Maria verehrt als »Mutter Christi, unseres Gottes und Heilandes«. Im Licht dieses gleichen Glaubens wendet sich die katholische Tradition an die Jungfrau Maria als »die Mutter Gottes« und ebenso als »die Mutter Christi«. Wir erkennen beide die Berechtigung und Richtigkeit dieser Ausdrucks-formen des gleichen Glaubens an, und wir achten beide, was die einzelne Kirche jeweils in ihrem liturgischen Leben und in ihrer Frömmigkeit bevorzugt.

 

 

Und genau deswegen ist das nicht haargenau das Beispiel, das ich wollte. Dieses Bekenntnis ist voll katholisch. Ich weiß nicht - dann müssen die Assyrer entscheiden - ob Nestorius das so gut fände, aber das ist eine andere Frage (da man ihn aber mißverstand und er den Tomus Leonis unterstützte, denke ich ja). Auf jeden Fall scheint mir dieses Bekenntnis ein anderes zu sein als das, was die "nestorianischen" Väter der Assyrer im ersten Jahrtausend bekannten.

Nein, das ist kein anderes, das ist genau das gleiche, aber das ist auch nicht das Thema.

Fakt ist, dass Nestorius als Erzhäretiker verdammt wurde, und heute kann man völlig rechtgläubig sein, wenn man ihn als Kirchenlehrer und Heiligen ansieht. das zeigt klar und deutlich, dass die einstige Verdammung heute keinen mehr interessiert. Anathema sit? Ja, mag sein, ist aber doch egal.

 

Mit anderen Worten, was vor einigen hundert Jahren die Leute noch für furchtbar glaubenskritisch, heilsgefährdend oder -notwendig hielten, kann durchaus heute völlig gleichgültig sein.

 

Werner

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Werner001

Ich frag mal anders herum: Was hältst du von der feierlichen und formvollendeten Verdammung des Nestorios und seiner Lehren durch das heilige und ökumenischen Konzil von Ephesus? Hat sich das Konzil geirrt, wie neuere Untersuchungen ja nahelegen und ein nichtexistentes Hirngespinst verdammt? Hat da der Heilige Geist also nicht gewirkt? Oder hat man diese feierliche und formvollendete Verdammung wegen ihrer Form (siehe Pastor Aeternus) als verpflichtend zu glauben anzusehen?

 

Werner

Edited by Werner001

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rorro

Die Konzilsväter haben damals etwas verdammt, was sie für 1. falsch hielten und 2. für von Nestorius stammend hielten.

 

Bei 2. haben sie sich geirrt.

 

(Wenn das aber die Assyrer schon damals wußten, warum haben sie sich dann abgespalten?)

Edited by rorro

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Werner001

Die Konzilsväter haben damals etwas verdammt, was sie für 1. falsch hielten und 2. für von Nestorius stammend hielten.

 

Bei 2. haben sie sich geirrt.

 

(Wenn das aber die Assyrer schon damals wußten, warum haben sie sich dann abgespalten?)

Die Assyrer haben sich nie von irgendwem oder -etwas abgespalten.

Nestorius kam zu ihnen, sie haben ihn geprüft, als rechtgläubigen Mann erkannt und bei sich aufgenommen, das ist alles.

Zu den Konzilien waren sie nicht eingeladen, die waren nämlich keineswegs so ökumenisch, wie immer getan wird, sondern lediglich Synoden der römischen Reichskirche. So konnten sie die Konzilienbeschlüsse auch weder annehmen noch ablehnen.

Noch einige Jahrzehnte nach dem Konzil hat übrigens der assyrische Katholikos anlässlich eines Besuchs in Antiochia im Beisein der Patriarchen von Konstantinopel und Antiochia dort eine Messe im syrischen Ritus zelebriert, an der die beiden Patriarchen und die sonstige anwesende byzantinische Hierarchie teilnahmen, nachdem man vorher ausführlich seine Glaubensstandpunkte ausgetauscht und sich gegenseitig für völlig rechtgläubig befunden hatte. Detaildaten und Quellenangaben kann ich liefern.

Aber das nur nebenbei.

 

Wichtiger ist das: Die Konzilsväter haben etwas verdammt, was sie für falsch hielten, was auch aus heutiger Sicht falsch ist und was sie für von Nestorius stammend hielten. Es gab aber niemanden, der die verdammte Ansicht je vertreten hat.

Man kann auch ganz einfach sagen, sie irrten sich.

Trotz feierlicher Verkündung.

Vor PA wäre das gar kein Problem gewesen. Ein Irrtum kann kein Dogma werden.

Mit PA aber ein großes Problem. Ein Dogma ist, was feierlich verkündet wird. Den Fall, das ein Irrtum feierlich verkündet wird, schließt PA ausdrücklich aus, alles, was feierlich verkündet wird, ist allein deswegen irrtumsfrei.

In Ephesus wurde aber genau so ein Irrtum feierlich verkündet.

Und das ist der Webfehler von PA.

Wie gesagt, das sind keine neuen Erkenntnisse von mir. Da haben schon in den 1870ern kluge Leute drauf hingewiesen.

 

Werner

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Frank

 

Die Konzilsväter haben damals etwas verdammt, was sie für 1. falsch hielten und 2. für von Nestorius stammend hielten.

 

Bei 2. haben sie sich geirrt.

 

(Wenn das aber die Assyrer schon damals wußten, warum haben sie sich dann abgespalten?)

Die Assyrer haben sich nie von irgendwem oder -etwas abgespalten.

Nestorius kam zu ihnen, sie haben ihn geprüft, als rechtgläubigen Mann erkannt und bei sich aufgenommen, das ist alles.

Zu den Konzilien waren sie nicht eingeladen, die waren nämlich keineswegs so ökumenisch, wie immer getan wird, sondern lediglich Synoden der römischen Reichskirche. So konnten sie die Konzilienbeschlüsse auch weder annehmen noch ablehnen.

Noch einige Jahrzehnte nach dem Konzil hat übrigens der assyrische Katholikos anlässlich eines Besuchs in Antiochia im Beisein der Patriarchen von Konstantinopel und Antiochia dort eine Messe im syrischen Ritus zelebriert, an der die beiden Patriarchen und die sonstige anwesende byzantinische Hierarchie teilnahmen, nachdem man vorher ausführlich seine Glaubensstandpunkte ausgetauscht und sich gegenseitig für völlig rechtgläubig befunden hatte. Detaildaten und Quellenangaben kann ich liefern.

Aber das nur nebenbei.

 

Wichtiger ist das: Die Konzilsväter haben etwas verdammt, was sie für falsch hielten, was auch aus heutiger Sicht falsch ist und was sie für von Nestorius stammend hielten. Es gab aber niemanden, der die verdammte Ansicht je vertreten hat.

Man kann auch ganz einfach sagen, sie irrten sich.

Trotz feierlicher Verkündung.

Vor PA wäre das gar kein Problem gewesen. Ein Irrtum kann kein Dogma werden.

Mit PA aber ein großes Problem. Ein Dogma ist, was feierlich verkündet wird. Den Fall, das ein Irrtum feierlich verkündet wird, schließt PA ausdrücklich aus, alles, was feierlich verkündet wird, ist allein deswegen irrtumsfrei.

In Ephesus wurde aber genau so ein Irrtum feierlich verkündet.

Und das ist der Webfehler von PA.

Wie gesagt, das sind keine neuen Erkenntnisse von mir. Da haben schon in den 1870ern kluge Leute drauf hingewiesen.

 

Werner

 

Nun, berufen wir Vat3 ein welches PA wegen inhaltlicher offensichtlicher Blödsinnigkeit aufhebt... könnte man pragmatisch sagen.

Was meint der Theologe?

Edited by Frank

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Werner001

 

 

Die Konzilsväter haben damals etwas verdammt, was sie für 1. falsch hielten und 2. für von Nestorius stammend hielten.

 

Bei 2. haben sie sich geirrt.

 

(Wenn das aber die Assyrer schon damals wußten, warum haben sie sich dann abgespalten?)

Die Assyrer haben sich nie von irgendwem oder -etwas abgespalten.

Nestorius kam zu ihnen, sie haben ihn geprüft, als rechtgläubigen Mann erkannt und bei sich aufgenommen, das ist alles.

Zu den Konzilien waren sie nicht eingeladen, die waren nämlich keineswegs so ökumenisch, wie immer getan wird, sondern lediglich Synoden der römischen Reichskirche. So konnten sie die Konzilienbeschlüsse auch weder annehmen noch ablehnen.

Noch einige Jahrzehnte nach dem Konzil hat übrigens der assyrische Katholikos anlässlich eines Besuchs in Antiochia im Beisein der Patriarchen von Konstantinopel und Antiochia dort eine Messe im syrischen Ritus zelebriert, an der die beiden Patriarchen und die sonstige anwesende byzantinische Hierarchie teilnahmen, nachdem man vorher ausführlich seine Glaubensstandpunkte ausgetauscht und sich gegenseitig für völlig rechtgläubig befunden hatte. Detaildaten und Quellenangaben kann ich liefern.

Aber das nur nebenbei.

 

Wichtiger ist das: Die Konzilsväter haben etwas verdammt, was sie für falsch hielten, was auch aus heutiger Sicht falsch ist und was sie für von Nestorius stammend hielten. Es gab aber niemanden, der die verdammte Ansicht je vertreten hat.

Man kann auch ganz einfach sagen, sie irrten sich.

Trotz feierlicher Verkündung.

Vor PA wäre das gar kein Problem gewesen. Ein Irrtum kann kein Dogma werden.

Mit PA aber ein großes Problem. Ein Dogma ist, was feierlich verkündet wird. Den Fall, das ein Irrtum feierlich verkündet wird, schließt PA ausdrücklich aus, alles, was feierlich verkündet wird, ist allein deswegen irrtumsfrei.

In Ephesus wurde aber genau so ein Irrtum feierlich verkündet.

Und das ist der Webfehler von PA.

Wie gesagt, das sind keine neuen Erkenntnisse von mir. Da haben schon in den 1870ern kluge Leute drauf hingewiesen.

 

Werner

 

Nun, berufen wir Vat3 ein welches PA wegen inhaltlicher offensichtlicher Blödsinnigkeit aufhebt... könnte man pragmatisch sagen.

Was meint der Theologe?

 

Schisma, Schisma!

Das ist die Crux mit sowas, das kann man nicht so einfach aus der Welt schaffen, ohne noch größeren Schaden anzurichten.

Ja, es gibt schon einige heilige Päpste, die der Kirche nachhaltigen Schaden zugefügt haben, von Gregor VII bis Pius IX...

Und da regen sich manche über JP2 oder Franz auf...

 

Werner

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rorro

 

Die Konzilsväter haben damals etwas verdammt, was sie für 1. falsch hielten und 2. für von Nestorius stammend hielten.

 

Bei 2. haben sie sich geirrt.

 

(Wenn das aber die Assyrer schon damals wußten, warum haben sie sich dann abgespalten?)

Die Assyrer haben sich nie von irgendwem oder -etwas abgespalten.

Nestorius kam zu ihnen, sie haben ihn geprüft, als rechtgläubigen Mann erkannt und bei sich aufgenommen, das ist alles.

Zu den Konzilien waren sie nicht eingeladen, die waren nämlich keineswegs so ökumenisch, wie immer getan wird, sondern lediglich Synoden der römischen Reichskirche. So konnten sie die Konzilienbeschlüsse auch weder annehmen noch ablehnen.

Noch einige Jahrzehnte nach dem Konzil hat übrigens der assyrische Katholikos anlässlich eines Besuchs in Antiochia im Beisein der Patriarchen von Konstantinopel und Antiochia dort eine Messe im syrischen Ritus zelebriert, an der die beiden Patriarchen und die sonstige anwesende byzantinische Hierarchie teilnahmen, nachdem man vorher ausführlich seine Glaubensstandpunkte ausgetauscht und sich gegenseitig für völlig rechtgläubig befunden hatte. Detaildaten und Quellenangaben kann ich liefern.

Aber das nur nebenbei.

 

Wichtiger ist das: Die Konzilsväter haben etwas verdammt, was sie für falsch hielten, was auch aus heutiger Sicht falsch ist und was sie für von Nestorius stammend hielten. Es gab aber niemanden, der die verdammte Ansicht je vertreten hat.

Man kann auch ganz einfach sagen, sie irrten sich.

Trotz feierlicher Verkündung.

Vor PA wäre das gar kein Problem gewesen. Ein Irrtum kann kein Dogma werden.

Mit PA aber ein großes Problem. Ein Dogma ist, was feierlich verkündet wird. Den Fall, das ein Irrtum feierlich verkündet wird, schließt PA ausdrücklich aus, alles, was feierlich verkündet wird, ist allein deswegen irrtumsfrei.

In Ephesus wurde aber genau so ein Irrtum feierlich verkündet.

Und das ist der Webfehler von PA.

Wie gesagt, das sind keine neuen Erkenntnisse von mir. Da haben schon in den 1870ern kluge Leute drauf hingewiesen.

 

Werner

 

 

Sie irrten sich bezüglich der Autorenschaft, nicht aber bezüglich der Inhalte. Der vermutete Autor wurde wegen der Inhalte verdammt, also wurde kein Irrtum verkündet. Du siest das anders, das weiß ich, aber das müssen wir nicht ad infinitum ausfechten.

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Flo77

Die typische Arroganz jener, die zufällig mit den Wölfen heulen.

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Werner001

 

 


Sie irrten sich bezüglich der Autorenschaft, nicht aber bezüglich der Inhalte. Der vermutete Autor wurde wegen der Inhalte verdammt, also wurde kein Irrtum verkündet. Du siest das anders, das weiß ich, aber das müssen wir nicht ad infinitum ausfechten.

Wenn man dich also wegen eines Mordes verurteilt, den du gar nicht begangen hast, ist das kein Justizirrtum, weil das Gericht ja geglaubt hat, du hättest ihn begangen.

Deine Logik hat ziemliche Macken.

 

Werner

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rorro

Wenn ihr meint ...

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Frank

15:52Uhr: Wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

15:59Uhr: Nach Renovierung wieder geöffnet. Zur Frage um Nestorius und die Christusgebärerin gehts hier lang

Frank als Mod

Edited by Frank

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Chrysologus

Einige wie ich meine interessante Vorschläge von Thomas Schüller zum Thema Eucharistieempfang in gemischtkonfessionellen Ehen

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