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Xamanoth

Ist das Christentum nihilistisch (ernste Frage!)

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Xamanoth
vor 34 Minuten schrieb Long John Silver:

 

Das fragte sich der Mann auch, der von seinem Stamm ohne Wasser in der Wueste ausgesetzt wurde, weil er seinen Stammesgenossen betrogen hatte.  Zeit genug hatte er ja und vielleicht haben ihm die Geier eine Antwort gegeben. 

Nein. Er fragte sich, was er falsch gemacht hat, so dass man ihn erwischt hat.

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Marcellinus
vor 18 Minuten schrieb Xamanoth:

Nein. Er fragte sich, was er falsch gemacht hat, so dass man ihn erwischt hat.

 

Dann ist er offenbar nicht in dem Stamm aufgewachsen. 

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Xamanoth
vor 9 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Dann ist er offenbar nicht in dem Stamm aufgewachsen. 

Wa?

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Marcellinus
vor 8 Minuten schrieb Xamanoth:

 

vor 18 Minuten schrieb Marcellinus:

Dann ist er offenbar nicht in dem Stamm aufgewachsen. 

Wa?

 

Menschliche Gesellschaften bestehen aus Menschen und ihren Beziehungen. Die Folge ist zwingend das Entstehen von Verhaltensstandards, die diese Bezeihungen regeln. Da Gesellschaften nicht vom Himmel fallen, und Menschen übrigens auch nicht, sind wir alle in schon existierende Gesellschaften mit ihren Verhaltensstandards hineingewachsen. Kinder nehmen diese Verhaltensstandards gewissermaßen mit der Muttermilch auf, ebenso wie ihre Sprache, und sie verinnerlichen sie auch ähnlich.

 

Da wir alle dieses Netz von Verhaltensstandards miteinander bilden, verändern wir es auch im Laufe unseres Lebens, obwohl wohl den wenigsten von uns der persönliche Anteil an solchen Veränderungen bewußt wird. Wer gegen diese Standards verstößt, kann aber in der Regel gar nicht anders als intuitiv zu wissen, was er falsch gemacht hat. Bei den meisten von uns reicht das aus, es auch nicht zu tun.

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Mariamante
Am 29.11.2017 um 14:15 schrieb Xamanoth:

Aber ist der Christ nicht noch nihilistischer? Und zwar deswegen, weil es sich noch nicht einmal an Wein, Knaben und Fischen erfreuen kann, sondern die Welt lediglich als eine Vorstufe zum Jenseits betrachtet und alle irdischen Freuden dementsprechend bestenfalls als schwacher Abglanz der himmlischen? Handelt ein Christ, der lediglich gut handelt, weil er im Endgericht gut darstehen will, nicht letztlich zutiefst egoistisch? Es gibt die These, eine gute Tat sei nur dann vollendet gut, wenn ihr aus sich heraus ein Wert zugemessen wird und ihren Lohn quasi in sich trägt. Ich meine, es war Nietzsche, der erklärte, mit dem Glauben an ein Jenseits lasse sich jede Lüge und jedes Unrecht im Diesseits rechtfertigen. Eine Ansicht, die mir höchst plausibel erscheint.

 

Wer Christ ist, darf sich an den GABEN GOTTES selbstverständlich erfreuen- aber das ist kein Freibrief sie zu missbrauchen. Ein Christ, der die Gaben Gottes in der Schöpfung missachtet, hat wohl ein Grundproblem: Er verachtet Gott den Geber aller Gaben, wenn er die irdischen Gaben geringschätzt. Wie sollte er da die ewigen Güter erlangen, wenn er schon auf die geringeren Gaben keinen Wert legt?

 

Aus dieser Perspektive heraus würde ich sagen, dass der Christ keineswegs nihilistisch ist, wenn er seinen Glauben ernst nimmt- und das Leben mit allen Gütern als Geschenk Gottes ansieht.

 

Nietzsche hat sehr viel geschrieben. Die Aussage, dass ich mit dem Glauben jedes Unrecht und jede Lüge rechtfertigen lasse ist jedenfalls einseitig.Denn wie wir in den unterschiedlichen auch atheistischen Ideologien sehen, lässt sich auch ohne den Glauben an ein Jenseits alles mögliche rechtfertigen- da der Mensch in seiner Sophisterei sehr geschickt sein kann.

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Marcellinus
vor 2 Minuten schrieb Mariamante:

Nietzsche hat sehr viel geschrieben. Die Aussage, dass ich mit dem Glauben jedes Unrecht und jede Lüge rechtfertigen lasse ist jedenfalls einseitig.Denn wie wir in den unterschiedlichen auch atheistischen Ideologien sehen, lässt sich auch ohne den Glauben an ein Jenseits alles mögliche rechtfertigen- da der Mensch in seiner Sophisterei sehr geschickt sein kann.

 

Ja, am Ende kommt es nur darauf an, was Menschen tun oder lassen*. Rechtfertigungen lassen sich in jeder Weltanschauung finden.

 

__________

* Das Gute, dieser Satz steht fest, ist stets das Böse, was man läßt.

(Wilhelm Busch)

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