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Studiosus

Hilft Gott auch Nichtchristen?

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Das übernächste Problem sehe ich übrigens darin, dass der Glaube nicht "machbar" ist, sondern ein Gnadengeschehen darstellt.

 

"Nun glaub das mal!" funktioniert nicht.

 

Man könnte möglicherweise sogar behaupten, dass sich gerade in Glauben und Unglauben die Realität einer Prädestination von Anfang her beweist. Der eine hat den Glauben (unverdient und gratis), der andere hat ihn eben nicht  (allerdings schuldlos, da vorherbestimmt). Wäre das mit einer präsumierten göttlichen Gerechtigkeit vereinbar?

 

Und um die Heilsautonomie Gottes ins Spiel zu bringen: Gott teilt frei und nach eigenem Entschluss das Heil zu, wie er will. Dann könnte er es, so er denn wollte, den einen schenken und den anderen verwehren. Problem: Die Liebe Gottes zu aller Kreatur und der angenommene Heilswille, der sich potentiell auf alle Menschen erstreckt.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus

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Diese Probleme veranschaulichen, dass man mit einer derart unangemessenen Verwendung von Begriffen zu keinen zufriedenstellenden Ergebnissen kommt. Der Versuch, Begriffe wie Liebe, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit zu abstrahieren funktioniert nur in Ansätzen, aber nicht lückenlos.

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vor 4 Stunden schrieb Studiosus:

Und auch "Liebe" müsste gedeutet werden

 

nö. erlebt.

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vor 19 Stunden schrieb Studiosus:

Das übernächste Problem sehe ich übrigens darin, dass der Glaube nicht "machbar" ist, sondern ein Gnadengeschehen darstellt.

 

"Nun glaub das mal!" funktioniert nicht.

 

Das funktioniert nicht, wenn Glauben ein 'für wahr halten' ist. Ist Glauben ein Vertrauen, wird das schon ganz anders. Das, worauf wir vertrauen ist allerdings etwas ziemlich persönliches, existentielles. Ääähh, sogar individuelles.

 

Den Rest können wir nur 'bekennen'.

 

Was ich damit meine. Ich kann 'an Gott glauben', das heißt, ihm vertrauen. Ich kann darauf vertrauen, dass er es gut meint, er alles zu einem guten Ende bringt.

 

Wenn ich dann beispielsweise glaube, dass Jesus vom Heiligen Geist empfangen ohne Mann gezeugt wurde, dann muss das eine andere Art von Glauben sein. Denn das Vertrauen darauf, dass das so sei, ist mit Verlaub für mein Leben höchst unwichtig.  Wenn ich das glaube, dann nur im Sinne von 'für wahr halten', wozu ich, tut mir leid, absolut nicht in der Lage bin, hat diese Frage doch für mich keine existentielle Bedeutung.  Aber bekennen kann ich das. Kein Problem, eben WEIL es keine existentielle Frage ist.

 

Die Frage, ob Gott nur Gebete erhört, die von Christen an ihn herangetragen werden, die ist für mich wesentlich wichtiger, wenn ich ehrlich bin. Denn ein Gott, der das nicht tut, also dem würde ich persönlich jeden Abend folgenden Text schicken:

 

"...und bitte erhöre die Gebete der Nichtchristen..."

 

Um etwaige Gebetskollisionen kann er sich dann selber kümmern.

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Naja, das ist nicht meine Art zu glauben. Muss es ja auch nicht sein.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

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vor 13 Minuten schrieb Studiosus:

Naja, das ist nicht meine Art zu glauben. Muss es ja auch nicht sein.

 

 

Nein, muss es nicht.

 

Für wahr halten entfällt.

Bekennen ebenfalls.

Das was Dich berührt, worauf Du vertraust also auch nicht.

Wette hattest Du schon ausgeschlossen.

 

Doch wie glaubst Du?

 

Auch Du hast einen Missionsauftrag, warum sollte jemand Deinem Glauben folgen? Ohne Dich an diesem Punkt preiszugeben, wirst Du das nicht tun können.

 

 

 

 

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vor 7 Minuten schrieb Higgs Boson:

 

Nein, muss es nicht.

 

Für wahr halten entfällt.

Bekennen ebenfalls.

Das was Dich berührt, worauf Du vertraust also auch nicht.

Wette hattest Du schon ausgeschlossen.

 

 

 

 

 

Ich glaube da assoziierst Du diverse Wortmeldungen in diesem Thread mit meiner Meinung bzw. Glaubenshaltung. Zumindest wirfst Du einiges durcheinander.

 

Zumindest treffen diese Feststellungen alle in dieser Pauschalität auf mich nicht zu.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

 

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Am 11.7.2018 um 19:42 schrieb rorro:

 

Ein Atheist ist Nichtchrist.

Und Nichtmuslim, Nichtjude, Nichtbuddhist! Aber ist es nicht ein Widerspruch an sich wenn man behauptet nicht an G'tt zu glauben? Denn wenn G'tt nicht existiert muss man auch nicht sagen: Ich glaube nicht an G'tt.

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Die Frage ist, welchen Ansatz man pflegt. Wenn man im Hinterkopf hat, dass wir nachwievor glauben, dass Gott die Welt erschaffen hat und damit eine gewisse Zuständigkeit und ein gewisses Interesse an seiner Schöpfung besitzt und dass er jeden Menschen nach seinem Abbild schuf, dann kann man davon ausgehen, dass er jedem Menschen Interesse entgegenbringt.

 

In diesem Fall erhört er nach seinem Willen auch Gebete, die Menschen betreffen, die nicht Christen sind.

 

Nun glauben wir, dass Jesus uns die innere Wahrheit Gottes durch sein Menschwerden als Abbild dieses Gottes in besonderer Weise, in einmaliger Weise offenbart hat und wir glauben, dass er recht hat und wenn wir glauben, was Jesus glaubte und verkündete, dann haben wir auch recht.

 

Wenn wir nun einen Blick auf Jesu Umgang mit Menschen seiner Zeit werfen, dann fällt auf: Er heilte den Knecht des römischen Hauptmannes, die Tochter der syrophynikischen Frau, er ernannte den Schächer am Kreuz zu seiner Rechten zum ersten Heiligen.

 

Da auch der Katechismus nichts Diesbezügliches hergibt, der dreifaltige Gott würde sich weder um die Gebete Andersgläubiger scheren oder um die Gebete für diese, ergibt sich:

 

Weder das AT noch das NT noch der Katechismus geben Anlass, Gott wäre für Gebete von Menschen nicht ansprechbar.

 

Ich verstehe die Aufregung nicht. Das Evangelium wird "Frohbotschaft" nicht "Drohbotschaft" genannt. Man kann eventuell postulieren, dass es besser wäre, im Rahmen des trinitarischen Gottesbildes zu beten: Zum Vater mit dem Sohn im heiligen Geist.

 

Aber selbst dann, wenn man behauptet, dass nur in dieser Form gesprochene Gebete tatsächlich erhört würden - man kann auch für Nichtchristen beten. Sonst wäre das "allgemeine Gebet der Gläubigen" häretisch, die Karfreitagsfürbitten, die ja auch die Regierenden ohne Ausnahme zum Inhalt haben.

 

Das eucharistische Hochgebet ist ein Gebet, das eine Ausnahme darstellt und ziemlich streng innerkirchlich ist. Aber es ist eine Ausnahme.

 

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Am 13.7.2018 um 20:50 schrieb Katharer:

Aber ist es nicht ein Widerspruch an sich wenn man behauptet nicht an G'tt zu glauben? Denn wenn G'tt nicht existiert muss man auch nicht sagen: Ich glaube nicht an G'tt.

 

Nein, es ist kein Widerspruch, ganz im Gegenteil. Die Aussage drückt schon die nicht geglaubte Existenz aus. Es wird ja zum Menschen gesprochen.

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