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Jan_Duever

Katholiken fordern Neuanfang von der Kirche

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Higgs Boson
vor einer Stunde schrieb rorro:

 

Es ist eine Aussage - stimmt - nur ist die Zusammenfassung falsch ( Die Kirche weiht wen sie für berufen hält und nicht den, den Gott beruft), da dieser Gegensatz so nicht existiert. Die Kirche prüft die behauptete Berufung.

 

Und weiht sie dann auch die, die sowohl zur Ehe als auch zum Priestertum berufen sind?

 

Oder ist es dann doch so, wie ich eingangs resümierte, Gott lässt sich bei seinem Berufungsplan vom jeweiligen zeit und ritusabhängiges Kirchenrecht Vorschriften machen...

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rorro
vor 9 Minuten schrieb Higgs Boson:

 

Und weiht sie dann auch die, die sowohl zur Ehe als auch zum Priestertum berufen sind?

 

Oder ist es dann doch so, wie ich eingangs resümierte, Gott lässt sich bei seinem Berufungsplan vom jeweiligen zeit und ritusabhängiges Kirchenrecht Vorschriften machen...

 

In der lateinischen Kirche nicht. Sie weiht auch nur die, die zumindest eine Art Theologiestudium aufweisen können. Das ist wahrscheinlich auch böse.

 

Andererseits ist vielleicht auch Gott böse und beruft ständig Leute, denen der Frust oder die Heuchelei garantiert ist.

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Moriz
vor 5 Stunden schrieb Higgs Boson:

 

Danke. Dann fasse ich mal zusammen: Die Kirche weiht wen sie für berufen hält und nicht den, den Gott beruft.

 

Das heißt, Berufung durch Gott ist nachrangig.

Das stimmt so nicht ganz. Der erste Satz ist böse formuliert und der zweite Satz ist falsch.

 

Die Kirche prüft, so gut wie sie halt kann, ob der, der sich von Gott berufen fühlt, das richtige wahrnimmt. Was anderes bleibt ihr auch gar nicht mehr übrig, denn die 'Gottesurteile' sind spätestens mit der Hexenverfolgung in Verruf gekommen... Letztlich muß halt irgend ein Mensch entscheiden, ob der gespürte Ruf wirklich von Gott kommt.

 

Und was das Theologiestudium angeht: Weihe bedeuten Indienstnahme für das Volk Gottes. Und dieser Dienst am Gottesvolk benötigt - außer der Berufung - auch noch eine Reihe von spezifischen Fähigkeiten. Die nicht völlig unabhängig von Zeit und Kulturraum sind. Wobei zumindest bei uns die Bischöfe auch so manches tun, um z.B. auch Berufenen ohne Abitur einen Weg zur Weihe zu ermöglichen (Priesterseminar in Lantershofen). Und wenn Gott unbedingt will, dann findet Er Wege, wie z.B. beim Pfarrer von Ars.

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nannyogg57

Der Leiter eines Priesterseminars wird nicht Direktor, sondern Regens genannt. Und die Gottesurteile wurden 1215 auf dem IV. Laterankonzil verboten. Die Hexenverfolgungen fanden ohne Selbige Jahrhunderte später statt mit einer nur marginalen Verbesserung, peinliche Befragung statt Gottesurteil.

 

Was das Berufungsthema betrifft: Das wird immer gerne aufs Tapet gebracht, meist als besondere Hervorhebung der Priester.

 

Meine Pfarrei ist da nur unwesentlich besser, wir sind auch stolz auf die Berufungen unserer Jugendlichen: Eine Nonne, mehrere Gemeindereferentinnen, mehrere Pastoralreferentinnen und sogar eine Religionslehrerin (yes!) ist dabei.

 

Die frühe Kirche war übrigens beim Rekrutieren ihrer Vorsteher anders drauf: Man betete um den Beistand des heiligen Geistes und wählte dann den Bischof. Berufenen, wie zum Beispiel Wanderaposteln, wurde dagegen eher Misstrauen entgegengebracht: Die Didache mahnte hier bereits zu entsprechender Vorsicht.

 

Die Idee, dass ein Vorsteher Theologie studiert haben muss, brachten die Protestanten auf. In unserer Zeit genügt ein einigermaßen untadeliger Lebenswandel und ein Drei-Tages-Crash-Kurs, um Gottesdienstbeauftragter zu werden. Und die brauchen wir dringend, wegen dem Priestermangel.

 

Ich habe das (Gottesdienstbeauftragte) übrigens nicht gemacht, weil Gottes Stimme mir sagte, das wäre mein Weg. Ich mach´s, weil es sein muss. Und mit Gottes Hilfe werde ich es hinkriegen.

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Spadafora
vor 16 Stunden schrieb rorro:

 

Es ist eine Aussage - stimmt - nur ist die Zusammenfassung falsch ( Die Kirche weiht wen sie für berufen hält und nicht den, den Gott beruft), da dieser Gegensatz so nicht existiert. Die Kirche prüft die behauptete Berufung.

Ein guter Freund war einige Jahre Direktor eines Priesterseminars. Er hat mir so einige Geschichten von angeblich Berufenen erzählt. Gut, daß die nicht geweiht wurden. Übrigens ist es üblich, daß die dtsprachigen Seminare sich da untereinander austauschen, damit kein Seminartourismus entsteht, damit jemand endlich geweiht wird. Nur Vaduz unter EB Haas machte da nicht mit ...

und das könnte noch sehr übel enden vor allem weil sich der Erzbischof taub stellt  wenn er auch zweifelhaftes hingewiesen wird
ich weiß von 2 Kandidaten die er geweiht hat und wo das dicke Ende noch kommen kann
Man sollte überhaupt die alte Regel wieder einführen  daß ein Seminarist nur mit Erlaubnis des Diözesanbischof in ein anderes Seminar wechseln kann
 

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Werner001
15 hours ago, Higgs Boson said:

Und weiht sie dann auch die, die sowohl zur Ehe als auch zum Priestertum berufen sind?

Vielleicht ist das heute anders, vor 30 Jahren war eine eventuelle Berufung zur Ehe gar kein Thema, bei einer vermuteten Berufung zum Priestertum sagte man den Leuten, dass Sex überbewertet werde und man für das Hohe Priestertum halt auch mal auf etwas verzichten müsse.

 

Werner

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rorro
vor 9 Stunden schrieb nannyogg57:

Der Leiter eines Priesterseminars wird nicht Direktor, sondern Regens genannt.

 

Auch wenn Du mir vielleicht aufgrund Deines Studiums nicht zutraust zu wissen, welchen Job meine Freunde hatten - im EB Köln heißt der Leiter des Albertinums Direktor.

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Werner001

Wobei mir da im Rückblick auffällt, dass es da eine ziemlich paulinische Sicht auf die Ehe gab. Wer seine Triebe gar nicht im Griff hat, soll besser heiraten, damit er sie wenigstens kanonisch korrekt abreagieren kann und keine Unzucht treibt. Dass Ehe ein bisschen mehr ist als Sex hatte sich wohl noch nicht herumgesprochen. Naja, den Leuten fehlte natürlich auch jede Erfahrung diesbezüglich. Hoffe ich jedenfalls.

 

Werner

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Chrysologus
vor 28 Minuten schrieb rorro:

 

Auch wenn Du mir vielleicht aufgrund Deines Studiums nicht zutraust zu wissen, welchen Job meine Freunde hatten - im EB Köln heißt der Leiter des Albertinums Direktor.

Das ist im Westen so üblich - der Leiter des Theologenkonvikts heißt Direktor, der des Seminars, in das die fertigen Diplomtheologen eintreten, dann Regens.

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nannyogg57

Ok. Sagen wir unentschieden? (Bei der Frage ums Rechthaben zwischen rorro und mir)?

bearbeitet von nannyogg57

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rorro

Gerne.

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nannyogg57

Früher ... mein Großvater, womit ich das Ende schon gespoilert habe, war der einzige männliche überlebende Nachkomme seiner Eltern. Seine Eltern hatten so viele Jungs im Säuglingsalter verloren, der Haufen Mädchen zählte nicht, obwohl sie allesamt überlebten, dass sie den Knaben zu den Benediktinern schickten, damit er Priester werde. Aus Dankbarkeit.

 

Der Knabe machte dort Abitur, entschloss sich aber, auch auf Anraten der Mönche, dazu, nicht Priester zu werden.

 

Ungewöhnlich wäre es nicht gewesen, hätte er die kirchliche Laufbahn eingeschlagen. Wenn seinerzeit ein Junge in der Schule gut war, dann schickte man ihn aufs Knabenseminar und das Schicksal nahm seinen Lauf.

 

Früher wurde man nicht gefragt, welchen Beruf man ergreifen will. Zum Heiraten brauchte man auch ein gewisses Auskommen und die Eltern hatten da mitzureden.

 

Ich habe schon einmal die Theorie (!!) aufgestellt, dass die hohe Anzahl an "Berufungen" zum Priestertum auch eine Frage der Gesellschaft ist. Wenn eine der wenigen Möglichkeiten zum sozialen Aufstieg eine kirchliche Laufbahn ist, dann könnte das auch zu einer höheren Anzahl von Priestern führen.

 

"Berufung" ist die Kehrseite der Medaille in einer Gesellschaft wie der unseren, in der Beruf und Selbstverwirklichung zusammengehören.

 

Nicht, dass ich das nicht selber gut fände. Mein Vater war keineswegs erfreut, als ich mein Theologiestudium begann (dabei war er die Hauptursache und bis zu seinem Tod war er derjenige, mit dem ich die interessantesten theologischen Gespräche führen konnte.). Meinen Mann habe ich mir auch selber ausgesucht.

 

Als Mutter sehe ich das natürlich anders. Derzeit habe ich einen Erzieher (ganz nett), zwei Informatiker (ganz praktisch), einen Einzelhandelskaufmann (35 % auf Kaffee) und, so wie es aussieht, demnächst einen Bierbrauer (nicht zu verachten). Ich hätte aber lieber einen Automechatroniker und einen Anwalt als Sohn. Und bei den Frauen mitzureden wäre auch nicht schlecht.

 

Komisch, ich wollte nie, dass einer Priester wird.

 

 

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rorro
vor 13 Minuten schrieb nannyogg57:

Komisch, ich wollte nie, dass einer Priester wird.

 

Meine Kinder (Töchter) sind ja noch weit weg vom Berufeergreifen, aber ich weiß gar nicht, ob man so was wirklich "wollen sollte". Nicht dagegen zu sein ist ja schon etwas und den evtl. kirchlichen Berufswunsch der Kinder fördern. Falls meine beide Ordensschwestern werden, warum nicht? Wenn nicht - was rein statistischd eutlich wahrscheinlicher ist - auch gut. Solange sie das tun, was Gott als Möglichkeit bei ihnen vorgesehen hat, ist das gut (vielleicht hat Er ja nicht einen Plan, sondern mehrere zur Auswahl 🙂 ).

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Spadafora
vor 9 Stunden schrieb rorro:

 

Meine Kinder (Töchter) sind ja noch weit weg vom Berufeergreifen, aber ich weiß gar nicht, ob man so was wirklich "wollen sollte". Nicht dagegen zu sein ist ja schon etwas und den evtl. kirchlichen Berufswunsch der Kinder fördern. Falls meine beide Ordensschwestern werden, warum nicht? Wenn nicht - was rein statistischd eutlich wahrscheinlicher ist - auch gut. Solange sie das tun, was Gott als Möglichkeit bei ihnen vorgesehen hat, ist das gut (vielleicht hat Er ja nicht einen Plan, sondern mehrere zur Auswahl 🙂 ).

ich finde ja Eltern sollten da prinzipiell nichts wollen 

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Werner001
10 hours ago, rorro said:

(vielleicht hat Er ja nicht einen Plan, sondern mehrere zur Auswahl 🙂 )

"Er" hat gar keinen Plan, denn der freie Wille geht ihm über alles. Was auch immer aus deinen Töcchtern wird, "Er" hat damit nichts zu tun.

 

Werner

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nannyogg57

Dann gibts auch keine Berufungen.

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rorro

Auch nicht zum Arzt oder zu anderen sozialen Berufen (Lehrer, Pfleger etc.)

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Werner001

Natürlich gibt es sowas wie Berufungen durch Gott nicht. Wenn "Er" berufen würde, würde "Er" in den freien Willen eingreifen. Und das tut "Er" bekanntlich nicht. Nicht mal um Leben zu retten oder Menschen vor der ewigen Verdammnis zu bewahren, denn nichts ist "Ihm" wichtiger als der freie Wille. Wieso sollte "Er" da Leute dazu bewegen, Priester zu werden, was angesichts der genannten Dinge doch etwas ziemlich banales wäre. Wenn "Er" aber nicht mal bei gravierenden Dingen eingreift, warum sollte "Er" es bei Banalitäten tun? Täte "Er" es, müsste "Er" mal dringen seine Prioritäten überarbeiten

 

Werner

bearbeitet von Werner001

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Werner001
1 minute ago, rorro said:

Auch nicht zum Arzt oder zu anderen sozialen Berufen (Lehrer, Pfleger etc.)

Nicht im Sinne von "durch Gott berufen". Sicher gibt es das im Sinne von "ich finde, das wäre für mich persönlich der richtige Weg". Hat aber nichts mit Gott zu tun.

 

Werner

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rorro
vor 1 Minute schrieb Werner001:

Wenn "Er" berufen würde, würde "Er" in den freien Willen eingreifen.

 

Nein.

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Werner001
Just now, rorro said:

 

Nein.

Aber natürlich.

 

Werner

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Werner001

Aber vielleicht müssen wir erst mal klären, was "Berufung" überhaupt ist.

"Berufung" im Sinne von göttlicher Eingabe "werde doch Priester" ist eine eindeutige Beeinflussung des freien Willens. Der freie Wille wird, für den "Berufenen" unbewusst, durch Gott manipuliert.

Was aber könnte "Berufung" noch sein, ohne dass der freie Wille dadurch manipuliert wird?

 

Werner

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Studiosus

Klassischerweise versteht man unter Berufung (dasselbe steckt bereits im Wort) den Ruf Gottes, der an einen konkreten Menschen ergeht. Auf diesen Ruf kann und darf der Mensch in freier Willensentscheidung antworten: ihm folgen oder es lassen. Einer Berufung zu folgen setzt daher zwingend den freien Willen voraus.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

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Werner001
1 minute ago, Studiosus said:

Klassischerweise versteht man unter Berufung (dasselbe steckt bereits im Wort) den Ruf Gottes, der an einen konkreten Menschen ergeht. Auf diesen Ruf kann und darf der Mensch in freier Willensentscheidung antworten: ihm folgen oder es lassen. Einer Berufung zu folgen setzt daher zwingend den freien Willen voraus.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

OK. Da stellt sich dann die Frage, ob es Sünde ist oder ob es völlig ok ist, einer göttlichen Berufung nicht zu folgen?

(ja, das ist natürlich eine Fangfrage mit Hintergedanken, ich bin bekanntlich ein böser Mensch)

 

Werner

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rorro
vor 22 Minuten schrieb Werner001:

OK. Da stellt sich dann die Frage, ob es Sünde ist oder ob es völlig ok ist, einer göttlichen Berufung nicht zu folgen?

 

Wenn eindeutig klar ist - nur wer sollte das feststellen, wenn sie nicht geprüft wird? - daß eine Berufung vorliegt, dann wäre es sicher eine Sünde. Doch beruft Gott wider den Willen des Berufenen?

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