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Shubashi

Klima-, Umwelt- und Naturschutz

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Stormy
vor 9 Stunden schrieb rince:

Missverständnis. Ich verteidige die Gelbwesten nicht und heisse deren Proteste nicht gut. Franzosen halt... :ninja: Politik soll sich nicht zwingend nach dem richten, was Demonstranten auf der Strasse fordern. Es ging darum, aufzuzeigen, dass Politik damit leben muss, dass Entscheidungen im worst Case solche Folgen haben können

Ich hab Dich schon verstanden, für mich ist der Unterschied aber nicht sooo riesig, ob ich nun eine Entscheidung, die ich eigentlich für richtig halte, vorauseilend, aufgrund der zu erwartenden Reaktion kippe, oder ob ich einfach mal schaue was passiert und dann recht schnell den Schwanz einziehe, wenn die Reaktion entsprechend ausfällt. Beides ist irgendwo feige.

Die Homöopathie überlebt doch in D auch nur deshalb, weil man die Reaktion der Bürger fürchtet. Ich bin ja froh, dass wenigstens die Impfpflicht jetzt kommt, die Petitionsaufrufe gehen hier schon durch die Kindergarten-WhatsApp-Gruppen wie Lauffeuer...

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Mistah Kurtz
vor 12 Stunden schrieb Stormy:

1. Ich finde es einigermaßen absurd, denjenigen, die mit wissenschaftlichen Erkenntnissen argumentieren, Weltuntergangsstimmungsmache vorzuwerfen und gleichzeitig ganz ohne wissenschaftliche Begründung den Klimaschutz abzulehnen, weil ja irgendwer auf die Straße gehen oder ein Autohersteller das als Ausrede für Entlassungen verwenden könnte.

 

2. Bürgerkrieg, Gelbwesten, Erdbeben, gesellschaftlicher Totalumbau, tagelange Blackouts in ganz Europa, Zusammenbruch der Industrie, usw., das alles sind in Wirklichkeit auch nur Weltuntergangsprophezeiungen. Genauso wie der Klimawandel, werdet Ihr jetzt sagen. Ja, aber der ist wenigstens wissenschaftlich begründet, das ist für mich der entscheidende Unterschied.
 

3. Greta hat also wenigstens einen Grund für ihre Weltuntergangsprophezeiungen (die ich auch nicht teile - ich denke, wir werden schon damit zurecht kommen, sollten aber trotzdem was dagegen tun), ihre Gegner haben aber, wenn überhaupt, nur Gründe auf einer nicht technisch wissenschaftlichen Ebene, sondern irgendwas mit gesundem Menschenverstand.

 

4. Die Erdbeben sind doch ein gutes Beispiel: das Gutachten zählt nichts, der eigene Verstand sagt einem doch, dass es an der Geothermie liegen muss. Dem Stadtrat wird nebenbei gleich noch Vertuschung unterstellt. Politiker sind eh alle blöd und/oder böse. Gutachter sind prinzipiell gekauft.

 

5. Die Maßnahmen, die gerade in der Automobilindustrie getroffen werden, sind ein weiteres Beispiel. Wer die dem Klimaschutz in die Schuhe schieben will, der hat genau gar nichts verstanden.

 

Der Einfachheit halber durchnummeriert.

 

ad 1) Das hat nichts mit einer Ablehnung von Wissenschaft zu tun, sondern ist schlicht gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Realität. Auch muss damit keine Ablehnung des Klimaschutzes verbunden sein. Nur wird Klimaschutz ohne Beachtung der genannten Realitäten krachend scheitern. Klimaschutz setzt (auch) gesellschaftliche Akzeptanz voraus und die gewinnt man nur, wenn er einigermaßen wirtschafts- und gesellschaftsverträglich ist. Darum ist die Forderung die Kohlekraftwerke mehr oder minder von heute auf morgen abzustellen, Mord am Klimaschutz. Zuerst müssen die Alternativen geschaffen werden, dann kann man sinnvoll einen Systemwechsel vorantreiben. Das ist übrigens der Grund, warum es bei der Energiewende an allen Ecken und Kanten kracht und knirscht: man hat zuerst gewendet, und dann erst sich Gedanken darüber gemacht, wie man die Wende hin bekommt. 

 

ad 2) Das sind keine Weltuntergangsprophzeiungen. Schon alleine deshalb nicht, weil all das zwar für uns sehr unangenehm wäre, aber die Welt geht darüber nicht unter. Gelungener Klimaschutz setzt aber voraus, dass all das vermieden werden muss. Wird es das nämlich nicht, geht die gesellschaftliche Bereitschaft für den Schutz des Klimas auch das eine oder andere Opfer bringen zu müssen, den Bach runter. Ohne gesellschaftliche Akzeptanz gibt es keinen Klimaschutz. Der Mensch ist nun einmal in Summe so gestrickt, wie Brecht es in der Dreigroschenoper Mackie Messer in den Mund legt:

Zitat

Ihr Herrn, die ihr uns lehrt, wie man brav leben
Und Sünd und Missetat vermeiden kann
Zuerst müßt ihr uns schon zu fressen geben
Dann könnt ihr reden: damit fängt es an.

 

Im übrigen sind auch die Folgen eines erzwungenen gesellschaftlichen Umbaus  wissenschaftlich erforscht und gesichert. Ich glaube mich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, wenn ich sage, dass alle solche Unternehmungen, die es in der einen oder anderen Weise im Laufe der Geschichte immer wieder gab, krachend scheiterten, oft genug mit katastrophalen Folgen für die Menschen.

 

ad 3) Den gesunden Menschenverstand verleumdet man auf eigene Gefahr. Immanuel Kant, alles andere als ein wenig reflektierter Mensch, war ein großer Befürworter des gesunden Menschenverstands. Er bezeichnete ihn als "Geschenk des Himmels", das im Alltag oft nützlicher sei als wissenschaftliche Erkenntnis. Nach Kant impliziert der gesunde Menschenverstand, wenn richtig angewendet, die Maximen des "Selbstdenkens", des "für jeden anderen denken" und "mit sich selbst im Einklang denken". Nur weil Greta etwas sagt, heißt das nicht, dass wir das Denken einstellen müssen. Und der gesunde Menschenverstand verlangt von uns, auch die Folgen zu bedenken, die aus Gretas Forderungen entstehen. Würden wir tun, was Greta fordert, beispielsweise die Kohlekraftwerke schon lange vor 2038 still zulegen, auch 2032 ist ihr noch viel zu spät, nach ihr sollte das in den nächsten paar Jahren passieren, schaute es für den Wirtschaftsstandort Deutschland ziemlich düster aus. Bei allen Maßnahmen zum Klimaschutz müssten eigentlich auch die Folgen mitgedacht werden und wie man diese Folgen vermeiden oder doch zumindest mildern kann. Da sehe ich gegenwärtig in Deutschland ein sehr großes Minus. Die Energiewende ist ein abschreckendes Beispiel, der Krampf um die deutsche Automobilindustrie ein anderes. Das ist staatliche Planwirtschaft. Und auch da finden sich in der Geschichte mehr missglückte denn gelungene Versuche per staatliche Verordnungen, Verbote und Gebote angestrebte Ziele zu erreichen ... das ist wie mit dem Geist, der stets das Gute will, und dennoch stets das Böse schafft.

 

... der Rest morgen, ich muss dringend ins Bett.

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rince
vor 7 Stunden schrieb helmut:

meine ideen sind bereits eingeflossen.

Dann ist ja klar, warum die Klimapolitik der Bundesregierung von allen Seiten kritisiert wird, wenn Merkel auf deine Ideen angewiesen ist. Jetzt tut sie mir sogar etwas leid.

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helmut
vor 1 Stunde schrieb rince:

Dann ist ja klar, warum die Klimapolitik der Bundesregierung von allen Seiten kritisiert wird, wenn Merkel auf deine Ideen angewiesen ist. Jetzt tut sie mir sogar etwas leid.

du mußt nicht nur lesen, sondern verstehen. es sind ideen für die vorgehensweise. das handeln kommt dann von greta und angela.

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helmut
vor 6 Stunden schrieb Mistah Kurtz:

 

Der Einfachheit halber durchnummeriert.

 

ad 1) Das hat nichts mit einer Ablehnung von Wissenschaft zu tun, sondern ist schlicht gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Realität. Auch muss damit keine Ablehnung des Klimaschutzes verbunden sein. Nur wird Klimaschutz ohne Beachtung der genannten Realitäten krachend scheitern. Klimaschutz setzt (auch) gesellschaftliche Akzeptanz voraus und die gewinnt man nur, wenn er einigermaßen wirtschafts- und gesellschaftsverträglich ist. Darum ist die Forderung die Kohlekraftwerke mehr oder minder von heute auf morgen abzustellen, Mord am Klimaschutz. Zuerst müssen die Alternativen geschaffen werden, dann kann man sinnvoll einen Systemwechsel vorantreiben. Das ist übrigens der Grund, warum es bei der Energiewende an allen Ecken und Kanten kracht und knirscht: man hat zuerst gewendet, und dann erst sich Gedanken darüber gemacht, wie man die Wende hin bekommt. 

 

ad 2) Das sind keine Weltuntergangsprophzeiungen. Schon alleine deshalb nicht, weil all das zwar für uns sehr unangenehm wäre, aber die Welt geht darüber nicht unter. Gelungener Klimaschutz setzt aber voraus, dass all das vermieden werden muss. Wird es das nämlich nicht, geht die gesellschaftliche Bereitschaft für den Schutz des Klimas auch das eine oder andere Opfer bringen zu müssen, den Bach runter. Ohne gesellschaftliche Akzeptanz gibt es keinen Klimaschutz. Der Mensch ist nun einmal in Summe so gestrickt, wie Brecht es in der Dreigroschenoper Mackie Messer in den Mund legt:

 

Im übrigen sind auch die Folgen eines erzwungenen gesellschaftlichen Umbaus  wissenschaftlich erforscht und gesichert. Ich glaube mich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen, wenn ich sage, dass alle solche Unternehmungen, die es in der einen oder anderen Weise im Laufe der Geschichte immer wieder gab, krachend scheiterten, oft genug mit katastrophalen Folgen für die Menschen.

 

ad 3) Den gesunden Menschenverstand verleumdet man auf eigene Gefahr. Immanuel Kant, alles andere als ein wenig reflektierter Mensch, war ein großer Befürworter des gesunden Menschenverstands. Er bezeichnete ihn als "Geschenk des Himmels", das im Alltag oft nützlicher sei als wissenschaftliche Erkenntnis. Nach Kant impliziert der gesunde Menschenverstand, wenn richtig angewendet, die Maximen des "Selbstdenkens", des "für jeden anderen denken" und "mit sich selbst im Einklang denken". Nur weil Greta etwas sagt, heißt das nicht, dass wir das Denken einstellen müssen. Und der gesunde Menschenverstand verlangt von uns, auch die Folgen zu bedenken, die aus Gretas Forderungen entstehen. Würden wir tun, was Greta fordert, beispielsweise die Kohlekraftwerke schon lange vor 2038 still zulegen, auch 2032 ist ihr noch viel zu spät, nach ihr sollte das in den nächsten paar Jahren passieren, schaute es für den Wirtschaftsstandort Deutschland ziemlich düster aus. Bei allen Maßnahmen zum Klimaschutz müssten eigentlich auch die Folgen mitgedacht werden und wie man diese Folgen vermeiden oder doch zumindest mildern kann. Da sehe ich gegenwärtig in Deutschland ein sehr großes Minus. Die Energiewende ist ein abschreckendes Beispiel, der Krampf um die deutsche Automobilindustrie ein anderes. Das ist staatliche Planwirtschaft. Und auch da finden sich in der Geschichte mehr missglückte denn gelungene Versuche per staatliche Verordnungen, Verbote und Gebote angestrebte Ziele zu erreichen ... das ist wie mit dem Geist, der stets das Gute will, und dennoch stets das Böse schafft.

 

... der Rest morgen, ich muss dringend ins Bett.

die natürlichen fakten erzwingen den passenden klimaschutz. die wahl der mittel ist nur soweit frei, dass dem klima genüge getan wird, denn in dem klima lebe ich. wenn du klug bist, bist du dabei.

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Flo77

Gerade einen Werbespot gesehen: Graben, Grüner, Kühler

 

Es ging darum, daß mehr umgegraben werde soll damit mehr Regenwasser versickert,  mehr Grün gedeiht und das Klima dadurch kühler werden kann.

 

Jetzt frage ich mich natürlich: wie kühlt es die Sahelzone, wenn ich meinen Garten (der ohnehin mehreren Tonne Grünschnitt im Jahr hervorbringt) umgrabe - außer daß mir dabei ziemlich heiß wird oder ich einen CO2-riskanten Bagger einsetzen muss. 

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Shubashi
vor 11 Stunden schrieb Flo77:

Gerade einen Werbespot gesehen: Graben, Grüner, Kühler

 

Es ging darum, daß mehr umgegraben werde soll damit mehr Regenwasser versickert,  mehr Grün gedeiht und das Klima dadurch kühler werden kann.

 

Jetzt frage ich mich natürlich: wie kühlt es die Sahelzone, wenn ich meinen Garten (der ohnehin mehreren Tonne Grünschnitt im Jahr hervorbringt) umgrabe - außer daß mir dabei ziemlich heiß wird oder ich einen CO2-riskanten Bagger einsetzen muss. 

 

Ich denke, es geht um den lokalen bis regionalen Klimaschutz. Grundwassermangel entsteht bei uns ja z.B. nicht durch zuwenig Regen, sondern durch zuviel Bodenversiegelung.

Es gibt zwar tlw. zeitlich begrenzt mal zuwenig Regen, aber auch da ist das Problem eigentlich nur, dass dann in der Folge die Niederschläge zuwenig Zeit zum Versickern haben.

Bodenversiegelung haben wir übrigens auch durch die zu intensive Landwirtschaft, wenn z.B. die überschweren Landmaschinen die Felder dermaßen verdichten, dass Wasser nur noch oberflächlich eindringt.

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Shubashi

Ein interessante Neubewertung dazu, wer eigentlich den Ausbau der Windkraft aktuell am stärksten behindert.

Die Rolle des Umweltministeriums und der Naturschutzbehörden wird bei den stockenden Genehmigungsverfahren wohl bislang deutlich unterschätzt.

https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/effektiver-als-die-kohlelobby-das-umweltministerium-ist-der-groesste-blockierer-von-windraedern/25296536.html

 

 

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Frank
vor 6 Minuten schrieb Shubashi:

Es is' doch nicht ganz so einfach

Das es einfach würde hat auch niemand gesagt

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helmut
vor 2 Minuten schrieb Frank:

Das es einfach würde hat auch niemand gesagt

motorenrechnologie hat ca. 100 jahre gedauert bis sie sehr zuverlässig wurde. 1990 konnte man noch ein auto weitgehend selber reparieren.

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Frank
Zitat

 

Klimabilanz von E-Autobatterien ist besser als gedacht

 

  • 2017 zeigte eine Studie des schwedischen Umweltinstitus IVL scheinbar, dass E-Autos wegen der aufwendigen Batterieproduktion keinen ökologischen Vorteil gegenüber konventionellen Fahrzeugen hätten.
  • Nun haben die Forscher eine Neuberechnung vorgelegt: Der CO₂-Fußabdruck fällt demnach deutlich geringer aus.
  • Viele aktuell diskutierte Studien brauchen jetzt ein Update.

 

Von Joachim Becker, Süddeutsche Zeitung [klick]

 

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Moriz
vor 2 Stunden schrieb helmut:

motorenrechnologie hat ca. 100 jahre gedauert bis sie sehr zuverlässig wurde. 1990 konnte man noch ein auto weitgehend selber reparieren.

Der Elektromotor ist noch etwas älter als der Ottomotor und um einiges zuverlässiger (wann hast Du das letzte mal einer deiner viele Elektromotoren gewartet?)

Wenn man so einen E-Bus aber bei einem chinesischen Hersteller kauft der hier keinen Service anbietet, dann sind die Probleme absehbar.

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helmut
vor 19 Stunden schrieb Moriz:

Der Elektromotor ist noch etwas älter als der Ottomotor ..

wenn du einen e-motor 1920 mit einem lanz-bulldog vergleichst, ja.

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