Chrysologus Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor 6 Stunden schrieb rorro: Wer das Problem im System sieht, spricht ja von einem sündigen System. Manche machen das - ich würde von einem fehlerhaften System sprechen - das ist keine moralisch aufzuladende Frage. Und es geht hier nicht um "das System Kirche" im ekklesiologischen Sinne sondern um die real existierende römische Verwaltung auf der Grundlage der entsprechenden Konstitutionen und Erlasse. Du zeigst aber gerade schön, wie das System funktioniert - man setzt Verwaltung mit der Kirche Jesu Christi gleich und schließt daraus, dass diese ja nicht verkehrt sein könne. vor 6 Stunden schrieb rorro: Es gibt Kleriker, die so tun, als wäre die Leitung immer mit dem Amt verwoben gewesen. War es auch nicht. Aber seit dem II. Vaticanum ist es das nun einmal anders geworden - Grichtig vertritt ziemlich genau das, was das letzte Konzil höchstamtlich lehrt, und zwar so, dass es so ist und das Leitung nicht andere gedacht werden könne. Deswegen die Probleme mit synodalen Gremien aller Art, sofern diese einem geweihten Haupt drein reden könnten. Die Idee vom alten Mörsdorf, es könne in de Kirche nur eine Gewalt geben, die sich allgemein von der sakramentalen Grundstruktur der Kirche her ableitet, daher letzten Endes in der Eucharistie wurzelt und also nur von Priestern verwaltet werden könne, ist nicht abwegig, in der aktuellen Konsequenz aber eine Sackgasse. vor 6 Stunden schrieb rorro: Daß der Ordensvater Benedikt Laie blieb und Franz von Assisi sich widerwillig gerade mal zum Diakon weihen ließ und beide Priester "unter" sich hatten, wird dabei verdrängt (oder eben nicht veröffentlicht!). Das Argument ist so gut und so schlecht wie der Verweis auf die Äbtissin von Las Huelvas, die mit römischer Bestätigung bischöfliche Amtsgewalten ausübte, die heute nur ein geweihter Mann ausüben kann - aus theologischen Gründen. Willkommen in meinen theologischen Bedenken. vor 6 Stunden schrieb rorro: Es gibt Kleriker, die mit Sakramentalität argumentieren und doch nur Machterhalt meinen. Sicher. Das schädigt die Kirche. Denn die Sakramentalität ist ihre Essenz. Ja. Du hast das Problem des synodalen Weg erfasst (oder die Mauer gesehen, gegen die man anrennt). vor 6 Stunden schrieb rorro: Der Franziskanerorden OFM (OFMCap soweit ich weiß auch) versucht seit Jahrzehnten, in Rom durchzusetzen, daß ungeweihte Brüder Provinziale werden können (der erste Nachfolger von Franziskus als Ordensgeneralminister war Laie). Irgendwann fingen sie an, zumindest Guardiane als solche zu haben - und das wird offiziell geduldet... Ich habe sehr große Sympathien für diesen Wunsch - Leitung wird de facto in allen weiblichen und nicht wenigen männlichen Ordensgemeinschaften von Laien (und man muss es betonen: Auch Laiinnen!) erfolgreich und zum Segen aller ausgeübt. Aber Johannes-Paul II. hat in einer bekannten Verlautbarung betont, dass das nicht gehe und dem Willen Christi widerspreche. Man kann da etwas anderes wollen (und ich will da etwas anderes) - aber das geht nur, wenn man entweder die Lehre der Kirche änderte oder aber mit absurden Hilfskonstruktionen arbeitet, denen zufolge ein Guardian ja nur in Vertretung des (geweihten) Obersten Ordensoberen (oder des Papstes) handele. 1 Zitieren
Chrysologus Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor 7 Stunden schrieb rorro: Natürlich kennen alle das derzeitige Kirchenrecht, aber das ist nicht alles Offenbarung was da steht. Das ist richtig - allerdings sagte Johannes Paul II., dass der CIC die amtlich korrekte Interpretation des Konzils sei - und gerade im Verfassungsrecht hat er das immer sehr aufgeladen. Und er hat die potestats-Lehre so eng verbunden mit der Ablehnung der Frauenordination, dass ich vorsichtig vermute, dass die amtliche Feststellung, Laien könnten potestas direkt ausüben, zumindest mittelfristig zur Frauenordination führen wird. Zitieren
gouvernante Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor einer Stunde schrieb Chrysologus: Die Idee vom alten Mörsdorf, es könne in de Kirche nur eine Gewalt geben, die sich allgemein von der sakramentalen Grundstruktur der Kirche her ableitet, daher letzten Endes in der Eucharistie wurzelt und also nur von Priestern verwaltet werden könne, ist nicht abwegig, in der aktuellen Konsequenz aber eine Sackgasse. Interessant. Ich würde ja meinen, die sakramentale Grundstruktur der Kirche wurzelt in der Taufe. Zitieren
Guppy Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor 10 Stunden schrieb Chrysologus: Und das ändert alles nichts daran, das in praktisch allen Aufarbeitungsstudien (nehmen wir mal die Pfadfinderverbände aus, in denen es keine Zölibatspflicht gibt) eine fehlende Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität als eine Ursache von Missbrauch identifiziert wird, und diese fehlende Auseinandersetzung wird auf eine Ausbildung zurückgeführt, die Sexualität nur im Modus des "ist nicht" kennt. Selbst wenn, wäre das ja höchstens ein Argument die Priesterausbildung zu verbessern, nicht den Zölibat abzuschaffen. Davon mal abgesehen: Wir reden über einen sehr, sehr kleinen Anteil der Priester, die da ein "Problem" haben. Die grosse Mehrheit hat dieses Problem nicht. Und selbst von denen, die vielleicht am Zölibat scheitern, missbraucht die riesengrosse Mehrheit deshalb keine Kinder, sondern geht dann z.B. Beziehungen mit erwachsenen Frauen ein. Zitieren
Chrysologus Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor einer Stunde schrieb gouvernante: vor 2 Stunden schrieb Chrysologus: Die Idee vom alten Mörsdorf, es könne in de Kirche nur eine Gewalt geben, die sich allgemein von der sakramentalen Grundstruktur der Kirche her ableitet, daher letzten Endes in der Eucharistie wurzelt und also nur von Priestern verwaltet werden könne, ist nicht abwegig, in der aktuellen Konsequenz aber eine Sackgasse. Interessant. Ich würde ja meinen, die sakramentale Grundstruktur der Kirche wurzelt in der Taufe. Eher nicht, wenn es um Leitungsvollmacht geht. Zitieren
Chrysologus Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor 40 Minuten schrieb Guppy: Davon mal abgesehen: Wir reden über einen sehr, sehr kleinen Anteil der Priester, die da ein "Problem" haben. Die grosse Mehrheit hat dieses Problem nicht. Und selbst von denen, die vielleicht am Zölibat scheitern, missbraucht die riesengrosse Mehrheit deshalb keine Kinder, sondern geht dann z.B. Beziehungen mit erwachsenen Frauen ein. Ich habe zu viele am Zölibat gescheiterte Menschen erlebt, als das ich das so lässig schreiben könnte. Das sind alles Dramen, das sind zerstörte Leben - für was? Warum muss ein lateinischer Priester zölibatär leben? Das ist rein kirchliches Recht, jederzeit zu ändern. Weißt Du, wie viele in der Vergangenheit nicht haben "scheitern" wollen und dann dennoch Priester wurden und deswegen dann serienweise Leben beschädigt und zerstört haben? Alleine schon diese Formulierung vom "Scheitern am Zölibat" ist so etwas von menschenverachtend, weil es genau das begünstigt: Ausbeutung, Verachtung anderer, Verachtung der eigenen Person..... Zitieren
Guppy Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar (bearbeitet) vor 42 Minuten schrieb Chrysologus: Ich habe zu viele am Zölibat gescheiterte Menschen erlebt, als das ich das so lässig schreiben könnte. Das sind alles Dramen, das sind zerstörte Leben - für was? Warum muss ein lateinischer Priester zölibatär leben? Das ist rein kirchliches Recht, jederzeit zu ändern. Weißt Du, wie viele in der Vergangenheit nicht haben "scheitern" wollen und dann dennoch Priester wurden und deswegen dann serienweise Leben beschädigt und zerstört haben? Alleine schon diese Formulierung vom "Scheitern am Zölibat" ist so etwas von menschenverachtend, weil es genau das begünstigt: Ausbeutung, Verachtung anderer, Verachtung der eigenen Person..... Weisst du wieviele Menschen in der Ehe scheitern? Welche Dramen sich da abspielen, wo das geschieht? Welches Leid damit z.B. auch für Kinder verursacht wird. Ja, ist furchtbar und tragisch. Gegen die Ehe bin ich deshalb trotzdem genauso wenig wie gegen den Zölibat. bearbeitet 19. Februar von Guppy Zitieren
rorro Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar (bearbeitet) vor 3 Stunden schrieb Chrysologus: Manche machen das - ich würde von einem fehlerhaften System sprechen - das ist keine moralisch aufzuladende Frage. Und es geht hier nicht um "das System Kirche" im ekklesiologischen Sinne sondern um die real existierende römische Verwaltung auf der Grundlage der entsprechenden Konstitutionen und Erlasse. Du zeigst aber gerade schön, wie das System funktioniert - man setzt Verwaltung mit der Kirche Jesu Christi gleich und schließt daraus, dass diese ja nicht verkehrt sein könne. Ich sprach bewußt vom "System" und nicht von "Kirche". Ich habe das mitnichten gleichgesetzt. vor 3 Stunden schrieb Chrysologus: War es auch nicht. Aber seit dem II. Vaticanum ist es das nun einmal anders geworden - Grichtig vertritt ziemlich genau das, was das letzte Konzil höchstamtlich lehrt, und zwar so, dass es so ist und das Leitung nicht andere gedacht werden könne. Deswegen die Probleme mit synodalen Gremien aller Art, sofern diese einem geweihten Haupt drein reden könnten. Die Idee vom alten Mörsdorf, es könne in de Kirche nur eine Gewalt geben, die sich allgemein von der sakramentalen Grundstruktur der Kirche her ableitet, daher letzten Endes in der Eucharistie wurzelt und also nur von Priestern verwaltet werden könne, ist nicht abwegig, in der aktuellen Konsequenz aber eine Sackgasse. Das Argument ist so gut und so schlecht wie der Verweis auf die Äbtissin von Las Huelvas, die mit römischer Bestätigung bischöfliche Amtsgewalten ausübte, die heute nur ein geweihter Mann ausüben kann - aus theologischen Gründen. Willkommen in meinen theologischen Bedenken. Ja, aber es gibt ja schon eine erste Einschränkung seitdem (s.u.) vor 3 Stunden schrieb Chrysologus: Ja. Du hast das Problem des synodalen Weg erfasst (oder die Mauer gesehen, gegen die man anrennt). Ich habe sehr große Sympathien für diesen Wunsch - Leitung wird de facto in allen weiblichen und nicht wenigen männlichen Ordensgemeinschaften von Laien (und man muss es betonen: Auch Laiinnen!) erfolgreich und zum Segen aller ausgeübt. Aber Johannes-Paul II. hat in einer bekannten Verlautbarung betont, dass das nicht gehe und dem Willen Christi widerspreche. Man kann da etwas anderes wollen (und ich will da etwas anderes) - aber das geht nur, wenn man entweder die Lehre der Kirche änderte oder aber mit absurden Hilfskonstruktionen arbeitet, denen zufolge ein Guardian ja nur in Vertretung des (geweihten) Obersten Ordensoberen (oder des Papstes) handele. Erst einmal kann jeder Papst diese Ansicht von JP2 revidieren - die Kirche lernt ja immer dazu. 🙂 Und es der erste Spalt hin zu eienr Änderung dieses Amtsverständnisses wurde ja schon von B16 produziert: er hat das "in persona Christi capitis" des Diakons abgeschafft. Es gibt also Empfänger des einen Ordo, die nicht anstelle Christi Haupt handeln, nicht Seine Leitungsvollmacht empfangen haben. D.h. bestimmte geweihte Kleriker haben keine Leitungsvollmacht. Das ist geltendes Recht. Da mag JP2 im Grab rotieren, so ist es nun. Ich kann mir durchaus vorstellen, daß das, was das Zweite Vatikanum lehrt, eigentlich als auf Bischöfe beschränkt gemeint (😉) ist als Empfänger der vollen Weihegewalt und Nachfolger der Apostel. Das hat aber primär mit der Frage ob Frauen geweiht werden können eher weniger zu tun, wenn man die Kirche bräutlich versteht. bearbeitet 19. Februar von rorro Zitieren
rorro Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar Zu sagen jemand "scheitert" bedeutet mitnichten eine Abwertung oder gar Verachtung. Das kann so gement sein, muß es aber nicht. Alle möglichen Lebensentwürfe scheitern, alle möglichen Menschen scheitern an oder in ihren Lebensentwürfen und letztlich auch an und in ihrem Schicksal (bspw. durch schwere Erkrankungen). Das ist erst einmal rein deskriptiv. Ich fände es ja sinnvoll, wenn man - wie es soweit ich weiß die Jesuiten tun - erst Männer jenseits der 30 Jahre zu Priestern weiht. Zitieren
Chrysologus Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor 39 Minuten schrieb rorro: Das hat aber primär mit der Frage ob Frauen geweiht werden können eher weniger zu tun, wenn man die Kirche bräutlich versteht. Wenn man das tut, dann verliert der Priester allerdings seine Fähigkeit, die dann weiblich gedachte Kirche zu repräsentieren und damit zu vertreten. Zitieren
Chrysologus Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor 42 Minuten schrieb Guppy: Gegen die Ehe bin ich deshalb trotzdem genauso wenig wie gegen den Zölibat. Ich bin ebenso gegen die Zwangsehe wie gegen den Pflichtzölibat. Freiwillig kann man den leben, das ist keine Frage. Zitieren
rorro Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar (bearbeitet) vor 41 Minuten schrieb Chrysologus: Wenn man das tut, dann verliert der Priester allerdings seine Fähigkeit, die dann weiblich gedachte Kirche zu repräsentieren und damit zu vertreten. Repräsentiert er die Kirche oder das apostolische Amt in der Kirche? Er stammt natürlich aus dem Volk Gottes, steht ihm aber als Geweihter gegenüber. Pastoral repräsentiert der Priester ja auch nicht das Volk, sondern den Bischof, anstelle dessen er sich um einen Teil der Herde kümmert. (Zumindest habe ich das alles mal so verstanden) bearbeitet 19. Februar von rorro Zitieren
rorro Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar (bearbeitet) Übrigens finde ich es auch debattierwert, daß die Studentenzahlen der Katholischen Theologie geradezu massivst einbrechen. Fast nur an den kirchlichen Hochschulen gibt es eine gewisse positive Entwicklung, aber die machen ja den Verlust nicht im geringsten wett. Meine Vermutung: ich werde noch mindestens ein halbes Dutzend Schließungen von Fakultäten erleben (es werden ja nicht alle im Preußen-Konkordat erwähnt) - sie werden dann auch einfach nicht mehr gebraucht. Selbst wenn sie in anderen Konkordaten erwähnt werden, der Vatikan wird sich da nicht querstellen, vermute ich. Katholische Theologie wird als Fach ein "Kolibri" (Medizinerslang): selten zu finden. Dieser Artikel (in Gänze lesenswert) beschreibt meine eigene Beurteilung sehr gut. bearbeitet 19. Februar von rorro 1 Zitieren
Guppy Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor 2 Stunden schrieb Chrysologus: Ich bin ebenso gegen die Zwangsehe wie gegen den Pflichtzölibat. Freiwillig kann man den leben, das ist keine Frage. Was soll ein Pflichtzölibat sein? Der Zölibat ist eine freiwillige Entscheidung desjenigen, der die Priesterweihe anstrebt. Wer meint nicht zölibatär leben zu können, der wird dann eben nicht Priester. Ich verstehe das Problem nicht. Zitieren
Werner001 Geschrieben 19. Februar Melden Geschrieben 19. Februar vor 53 Minuten schrieb Guppy: Was soll ein Pflichtzölibat sein? Der Zölibat ist eine freiwillige Entscheidung desjenigen, der die Priesterweihe anstrebt. Wer meint nicht zölibatär leben zu können, der wird dann eben nicht Priester. Ich verstehe das Problem nicht. Wird ja auch kaum mehr einer Werner Zitieren
Flo77 Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar vor 8 Stunden schrieb Guppy: Was soll ein Pflichtzölibat sein? Der Zölibat ist eine freiwillige Entscheidung desjenigen, der die Priesterweihe anstrebt. Wer meint nicht zölibatär leben zu können, der wird dann eben nicht Priester. Ich verstehe das Problem nicht. Der Zölibat ist die vorgeschriebene Lebensform aller, die nicht kanonisch verheiratet werden können. Insofern ist es eine Pflicht. Die Ehe ist im Kontext der Lehre die Ausnahme nicht die Regel. Die Priesterweihe ist eines der wenigen Ehehindernisse, die nicht ohne weiteres ausgeräumt werden können. Wird in Teilen Afrikas zwar eher als Empfehlung verstanden, aber Rom drückt ja alle Augen zu, solange wenigstens gegen Homosexualität gewettert wird. Zitieren
rorro Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar vor 58 Minuten schrieb Flo77: Wird in Teilen Afrikas zwar eher als Empfehlung verstanden, aber Rom drückt ja alle Augen zu, solange wenigstens gegen Homosexualität gewettert wird. Ich dachte bei homosexuellen Beziehungen des Klerus drückt Rom auch die Augen zu? Was denn jetzt? Zitieren
Flo77 Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar vor 9 Minuten schrieb rorro: Ich dachte bei homosexuellen Beziehungen des Klerus drückt Rom auch die Augen zu? Was denn jetzt? Bei den eigenen sicherlich, aber quod licet iovi non licet bovi. Zitieren
Chrysologus Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar vor 9 Stunden schrieb Guppy: Was soll ein Pflichtzölibat sein? Der Zölibat ist eine freiwillige Entscheidung desjenigen, der die Priesterweihe anstrebt. Wer meint nicht zölibatär leben zu können, der wird dann eben nicht Priester. Ich verstehe das Problem nicht. Priester sind ja nicht so wichtig. Manche sehen das anders und nehmen eien Pflicht auf sich, um nicht zu scheitern und Erwartungen nicht zu enttäuschen. Aber direkt gefragt: Warum ist es dir so wichtig, dass Priester sexuell inaktiv sind? Zitieren
rorro Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar vor 8 Stunden schrieb Chrysologus: Aber direkt gefragt: Warum ist es dir so wichtig, dass Priester sexuell inaktiv sind? Ich bin zwar nicht gefragt - und könnte auch gut mit verheirateten Priestern leben - mir ist eher wichtig, dass Versprechen gehalten werden. Ich bin da „old school“, ich habe auch noch Verträge rein mündlich geschlossen. Wer heiratet und dessen Ehepartner wird vielleicht früh schwer chronisch krank und das bedeutet vielleicht jahrelanges zölibatäres Leben: das ist dann so. Das ist ein Kreuz, das es zu tragen gilt. Unsere Heimat ist eh im Himmel. „Eure Rede sei: Ja Ja und Nein Nein.“ Zitieren
SteRo Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar vor 18 Stunden schrieb Guppy: Was soll ein Pflichtzölibat sein? Der Zölibat ist eine freiwillige Entscheidung desjenigen, der die Priesterweihe anstrebt. Wer meint nicht zölibatär leben zu können, der wird dann eben nicht Priester. Ich verstehe das Problem nicht. Sehe ich im Prinzip genauso. Entweder man ist zum Priester berufen, was dann die "Stellenbeschreibung" notwendigerweise einschließt, oder eben nicht. Irrtum ist dabei aber nicht ausgeschlossen ... gibt ja auch Menschen, die einen anderen Beruf ergreifen und später feststellen, dass das doch nicht das Richtige ist. Aber ein Priester, der Jesus Christus' Instrument sein will, Instrument des Allerheiligsten, der sollte diesbzgl. schon Jesus Christus nacheifern wollen ... und diesen Schritt zur Heiligkeit gehen wollen, um seinem Herrn nachzufolgen. Zitieren
Chrysologus Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar vor 1 Stunde schrieb rorro: Ich bin zwar nicht gefragt - und könnte auch gut mit verheirateten Priestern leben - mir ist eher wichtig, dass Versprechen gehalten werden. Ich bin da „old school“, ich habe auch noch Verträge rein mündlich geschlossen. Der Jurist weiß, dass man die meisten Verträge mündlich schließt. Dennoch gilt: "Falsches wird durch ständige Wiederholung nicht richtig." Im Unterschied zu Ordensleuten und geweihten Jungfrauen versprechen Weltpriester nichts, sie übernehmen eine bestehende Verpflichtung, die auch dann besteht, wenn man (wie schon geschehen) die Abfrage vergisst. Der Priester ist zur Einhaltung es Zölibats in etwa derselben Weise verpflichtet wir der Autofahrer zur Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit oder der Katholik zum Klimaschutz. Nicht mehr und nicht weniger. Zitieren
Chrysologus Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar vor einer Stunde schrieb SteRo: Aber ein Priester, der Jesus Christus' Instrument sein will, Instrument des Allerheiligsten, der sollte diesbzgl. schon Jesus Christus nacheifern wollen ... und diesen Schritt zur Heiligkeit gehen wollen, um seinem Herrn nachzufolgen. Zölibat ist mithin heiliger als Ehe? 1 Zitieren
rorro Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar vor 1 Stunde schrieb Chrysologus: Der Jurist weiß, dass man die meisten Verträge mündlich schließt. Deswegen sprach ich von "rein mündlich". vor 1 Stunde schrieb Chrysologus: Dennoch gilt: "Falsches wird durch ständige Wiederholung nicht richtig." Im Unterschied zu Ordensleuten und geweihten Jungfrauen versprechen Weltpriester nichts, sie übernehmen eine bestehende Verpflichtung, die auch dann besteht, wenn man (wie schon geschehen) die Abfrage vergisst. Der Priester ist zur Einhaltung es Zölibats in etwa derselben Weise verpflichtet wir der Autofahrer zur Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit oder der Katholik zum Klimaschutz. Nicht mehr und nicht weniger. Also werden Seminaristen nie gefragt, ob sie bereit sind zölibatär zu leben, wie müssen sich nie jemandem gegenüber dazu äußern? Das würde mich überraschen. Mir geht es nicht um irgendeinen feierlichen Akt, sondern um Ja ja und Nein nein. Zitieren
iskander Geschrieben 20. Februar Melden Geschrieben 20. Februar Am 19.2.2026 um 19:57 schrieb rorro: Ich fände es ja sinnvoll, wenn man - wie es soweit ich weiß die Jesuiten tun - erst Männer jenseits der 30 Jahre zu Priestern weiht. Die meisten Priester "scheitern" erst so ab Mitte 30 oder noch später am Zölibat, wenn ich richtig informiert bin. Abgesehen davon ist die Zahl der "Spätberufenen" wohl sogar noch wesentlich überschaubarer als diejenige der "Frühberufenen" (außer vielleicht in Orden). Im Übrigen haben wohl die allermeisten Priester, die Du bewundern dürftest und die von der Kirche heilig gesprochen wurden, ihren Dienst in (relativ) jungen Jahren angetreten. Am 19.2.2026 um 18:22 schrieb Guppy: Davon mal abgesehen: Wir reden über einen sehr, sehr kleinen Anteil der Priester, die da ein "Problem" haben. Die grosse Mehrheit hat dieses Problem nicht. Und selbst von denen, die vielleicht am Zölibat scheitern, missbraucht die riesengrosse Mehrheit deshalb keine Kinder, sondern geht dann z.B. Beziehungen mit erwachsenen Frauen ein. Genauso gut könnte man argumentieren, dass es ja kein Problem sei, wenn nur jeder hundertste Apfel aufgrund einer bestimmten Lagerung vergiftet werde, weil die allermeisten Äpfel ja dann doch gesund blieben. Selbst wenn Du mit allem recht hättest, könnte es eben immer noch sein, dass die Bedingungen so sind, dass sie dennoch Missbrauch in einem nicht unerheblichen Maße begünstigen. Und so wenig sind es gar nicht: Etwa 5% der Diozösanpriester sind aktenkundig geworden. Das ist eine kleine, aber eben doch keine verschwindend kleine Minderheit. Zum Thema "gescheitere Ehen": Ja, natürlich gibt es auch das. Aber wenn man sich ansieht, wie viele Priester am Zölibat "scheitern", wie viele heimlich Familien haben usw., dann drängt sich sehr der Verdacht auf, dass das für die meisten Leute keine gute Lebensform ist. Ausnahmen gibt es sicher. vor 21 Stunden schrieb Guppy: Was soll ein Pflichtzölibat sein? Der Zölibat ist eine freiwillige Entscheidung desjenigen, der die Priesterweihe anstrebt. Wer meint nicht zölibatär leben zu können, der wird dann eben nicht Priester. Ich verstehe das Problem nicht. Das ist ungefähr so, als würde man sagen, dass es keine ärztliche Schweigepflicht gebe - schließlich werde ja niemand gezwungen, Arzt zu werden. (Und argumentiere jetzt bitte nicht, dass deshalb, weil die ärztliche Schweigepflicht sinnvoll sei, auch die Zölibatspflicht sinnvoll sein müsse.) Am 19.2.2026 um 18:22 schrieb Guppy: Selbst wenn, wäre das ja höchstens ein Argument die Priesterausbildung zu verbessern, nicht den Zölibat abzuschaffen. Wieso? Wie soll man das Problem Deiner Meinung nach denn in der Ausbildung lösen? Nach kirchlicher Auffassung sollte ein Priester (wie jeder Unverheiratete) in seinem gesamten Leben niemals eine sexuelle Regung oder einen sexuellen Impuls verspürt haben - und wenn so etwas unglücklicherweise je doch einmal passieren sollte, muss er den entsprechenden Impuls sofort entschieden ablehnen. Andernfalls - wenn er auch nur für einen Augenblick "zustimmt" - würde er (schwer) sündigen. Wie willst Du unter diesen Umständen erreichen, dass die entsprechende Person - also etwa der angehende Priester - eine reife, gut entwickelte, voll und ganz in die Persönlichkeit integrierte Sexualität hat? Diese Frage habe ich konservativen Katholiken wie Dir immer wieder gestellt - und nie eine Antwort bekommen. Genauso wenig wie auf viele andere entscheidende Fragen. Ich gehe davon aus, dass ich auch nie Antworten bekommen wwerde, weil ihr im Grunde wisst, dass es keine gibt und Ihr hier vor einer Aporie steht; dass Ihr aber glaubt, dass die Wirklichkeit nicht zählt, solange Ihr vor ihr einfach nur tapfer die Augen verschließt. Dafür bekomme ich immerhin eine KI-Antwort. Es möge jeder zu seinem eigenen Urteil gelangen, aber aus meiner Sicht entspricht sie im Wesentlichen dem gesunden Menschenverstand, und ich verstehe beim besten Willen nicht, dass konservative Katholiken wie Du, @rorro und andere das offenbar partout nicht wahrhaben wollt. Verzeih: Aber Ihr lügt Euch doch in die eigene Tasche, wenn Ihr Euch einreden wollt, all das sei völlig falsch und das Gegenteil sei wahr. Meine Frage an iAsk.ai Nehmen wir an, jemand hat während seines ganzen Lebens jeden sexuellen Impuls, jedes sexuelle Gefühl und jeden sexuellen Gedanken, den er hatte, mit Entschiedenheit abgelehnt und als Gefahr zur schweren Sünde betrachtet. Wird so jemand vermutlich eine sexuell reife und entwickelte Persönlichkeit sein, die ihre Sexualität gut in ihre Persönlichkeit integriert hat, oder eher nicht - unabhängig davon, ob er sie dann tatsächlich partnerschaftlich auslebt oder nicht? Kann so jemand seine eigene sexuelle Orientierung zuverlässig erkennen - etwa auch, ob er "tiefsitzende homosexuelle Tendenzen hat"? Gibt es unabhängig davon eine mögliche Verbindung zu einem sexuellen Missbrauch von Kindern (außerhalb von Kernpädophilie)? Lässt sich hierzu auf Grundlage der modernen Sexualwissenschaften, der Entwicklungspsychologie und verwandter Disziplinen etwas sagen? Antworte nur auf Grundlage allgemein akzeptierter, weithin unstrittiger Erkenntnisse. Begründe Deine Antwort und schreibe auf Deutsch. Die KI-Antwort (ohne Fußnoten) Auf Grundlage der modernen Sexualwissenschaft, der Entwicklungspsychologie und der klinischen Psychologie lassen sich die Auswirkungen einer lebenslangen, strikten Ablehnung sexueller Impulse als Gefahr oder Sünde differenziert analysieren. Eine Person, die jeden sexuellen Impuls und Gedanken konsequent als Gefahr oder schwere Sünde ablehnt, wird nach sexualwissenschaftlichen Erkenntnissen vermutlich keine sexuell reife und integrierte Persönlichkeit entwickeln. Sexuelle Reife setzt voraus, dass die Sexualität als natürlicher Teil des Selbstbildes akzeptiert und in die Gesamtpersönlichkeit integriert wird (Integration), anstatt sie durch Abwehrmechanismen wie Verdrängung oder Verleugnung abzuspalten. Eine lebenslange Haltung der strikten Ablehnung führt eher zu einer psychosexuellen Unreife, da die notwendige Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen unterbleibt. Zudem ist es für eine solche Person kaum möglich, die eigene sexuelle Orientierung (einschließlich homosexueller Tendenzen) zuverlässig zu erkennen, da die Wahrnehmung durch massive moralische Filter und Abwehrmechanismen verzerrt wird. In Bezug auf sexuellen Missbrauch von Kindern besteht bei extremer sexueller Hemmung und Unreife ein erhöhtes Risiko für „situativen“ Missbrauch, da nicht integrierte Impulse unkontrolliert in sozial unangemessene Kanäle durchbrechen können, wenn die psychische Selbstregulation versagt. Psychosexuelle Entwicklung und Integration In der Entwicklungspsychologie gilt die Integration der Sexualität als wesentlicher Reifungsschritt. Integration bedeutet nicht zwangsläufig das Ausleben von Sexualität, sondern die bewusste Anerkennung sexueller Gefühle als Teil der eigenen Identität. Wenn eine Person Sexualität ausschließlich als Bedrohung oder Sünde wahrnimmt, greifen psychische Abwehrmechanismen wie die Verdrängung. Dies verhindert die Entwicklung einer „sexuellen Identitätssicherheit“. Eine sexuell reife Persönlichkeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie über ihre Impulse reflektieren kann, ohne von ihnen überwältigt zu werden oder sie pathologisch unterdrücken zu müssen. Die dauerhafte Unterdrückung führt oft zu einer Fixierung auf einer unreifen Entwicklungsstufe, da die sexuelle Sozialisation stagniert. Erkennung der sexuellen Orientierung Die zuverlässige Selbsterkenntnis der sexuellen Orientierung erfordert eine vorurteilsfreie Selbstbeobachtung. Wenn homosexuelle oder andere Impulse bereits im Ansatz als „sündhaft“ abgewertet werden, findet eine kognitive Verzerrung statt. Tiefsitzende Tendenzen werden dann oft nicht als solche erkannt, sondern als „Versuchungen“ externalisiert oder gänzlich ins Unbewusste abgeschoben. Sexualwissenschaftler weisen darauf hin, dass Menschen in einem Klima extremer sexueller Tabuisierung oft erst sehr spät oder gar nicht zu einer korrekten Einschätzung ihrer Orientierung gelangen, was zu erheblichen inneren Spannungen führen kann. Verbindung zu sexuellem Missbrauch Die Forschung zum sexuellen Missbrauch unterscheidet zwischen „fixierten“ Tätern (Kernpädophilie) und „regressiven“ oder „situativen“ Tätern. Bei Personen mit massiver sexueller Hemmung und psychosexueller Unreife kann es zu einer sogenannten „Verschiebung“ kommen. Da erwachsene Sexualität als bedrohlich oder sündhaft besetzt ist, können Impulse auf Kinder projiziert werden, die als „geschlechtsneutral“ oder „unschuldig“ wahrgenommen werden. Die mangelnde Integration der Sexualität führt dazu, dass die Person keine reifen Kontrollmechanismen entwickelt hat. Wenn die Unterdrückung in Belastungssituationen zusammenbricht, können Impulse unkontrolliert durchbrechen. Dies wird in der klinischen Psychologie oft als Folge einer mangelnden psychosexuellen Reife und einer fehlenden Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität beschrieben Zitieren
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