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Synodaler Weg - schon versperrt?


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Geschrieben
11 hours ago, rorro said:

 

Das kann ich alles voll unterschreiben. Doch eines müßtest Du Dir vielleicht doch zugestehen: mit Deinem Glauben an einen Dreifaltigen Gott urteilst Du.

 

Urteilen heißt eben nicht zwingend beurteilen.


Wenn ich etwas nach vielen Erfahrungen und Überlegungen für mich annehme, urteile ich sicher, in dem Sinne von: „Ich will das, dazu bekenne ich mich!“

Ich finde, das gehört zum Leben und Glauben dazu, dass man sich entscheidet. Irgendwann, hoffentlich nicht gleich, aber auch nicht mehr allzu fern, dann holt mich der Klabautermann, und will ich nicht bei Charon einsteigen, sondern setze auf meine Passage mit Jesus.

(Ist vielleicht nicht ganz tooootal anders, als ob ich mich jetzt schon auf die ÖBB freue, und der DB mal eine Nase drehe…..😉)

Geschrieben

Ich denke am Beispiel des Herrn Söding (ZdK) kann man einen guten Einblick erhalten, wessen Geistes Kind manche (?) Verfechter des synodalen Wegs sind:

 

ZdK-Vize Söding: Ablehnung von Homosexualität und Gender-Ideologie nicht biblisch

 

Interessant die Überschrift des darin verlinkten Artikels von Söding:

Gegen den Fundamentalismus, für die Freiheit: Die politische Aufgabe der Exegese

 

Man beachte: "Die politische Aufgabe der Exegese"

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb SteRo:

Man beachte: "Die politische Aufgabe der Exegese"

Neben der politischen gibt es eben auch andere Aufgaben der Exegese - wo liegt das Problem?

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb Chrysologus:

Neben der politischen gibt es eben auch andere Aufgaben der Exegese - wo liegt das Problem?

Guten Morgen. Herr Söding.

Geschrieben

Nur als kleiner Hinweis (auch auf die Gefahr der foralen Steinigung): die Kirche betrachtet nicht Homosexualität als falsch, sondern homosexuelle Akte. Das wird auch in dem Link angerissen. Die persönliche Schuldhaftigkeit ist noch einmal ein anderes Thema.

 

Daß dagegen bspw. non-binäre Selbsteinschätzungen nicht unbiblisch seien, ist schon erstaunlich. Doch dt. Theologen haben in den letzten Jahrhunderten vieles erstaunliche behauptet - also ist es wiederum nicht erstaunlich. Das ZdK behauptet ja auch (im theolog. Grundlagentext zum Synodalen Weg), daß es neben Hl. Schrift und der sie auslgenden Tradition noch weitere Offenbarungsquellen(!!) gäbe. 

 

Insofern überrascht so eine Stellungnahme nicht wirklich.

 

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 47 Minuten schrieb rorro:

Nur als kleiner Hinweis (auch auf die Gefahr der foralen Steinigung): die Kirche betrachtet nicht Homosexualität als falsch, sondern homosexuelle Akte.

Nur als kleiner Hinweis (auch auf die Gefahr des Schallplatteneffekts): die Kirche bezeichnet die homosexuelle Veranlagung als zutiefst ungeordnet. In verständliche Sprache übertragen: als wider die Natur*  des Menschen.

 

Diese Veranlagung ist an sich keine Sünde(!), aber gegen die göttliche Ordnung der Schöpfung. Daß sich die Kirche zwar bewusst ist, daß diese Veranlagung nicht freiwillig gewählt ist, hat allerdings interessanterweise keine Auswirkungen auf die Einschätzung als Fehler in der Matrix.

 

Die Aussage "die Kirche betrachtet Homosexualität als falsch" ist daher allenfalls vereinfachend, aber nicht falsch.

 

Daß homosexuelle Akte - wie jede sexuelle Regung außerhalb der ehelichen Gemeinschaft - schwer sündhaft ist, ist davon völlig unabhängig, was angesichts der fehlenden Freiwilligkeit im Bezug auf das Objekt des sexuellen Interesses zwar ziemlich obskur anmutet, aber da dem verkappten Manichäer ja von Seiten des apostolischen Lehramts nicht wiedersprochen werden darf, nicht verwunderlich.

bearbeitet von Flo77
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Chrysologus:

Neben der politischen gibt es eben auch andere Aufgaben der Exegese - wo liegt das Problem?

In diesem Forum wollen wir uns bitte ausschließlich mit den anderen Aufgaben beschäftigen ☝️

 

Werner

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb rorro:

Das ZdK behauptet ja auch (im theolog. Grundlagentext zum Synodalen Weg), daß es neben Hl. Schrift und der sie auslgenden Tradition noch weitere Offenbarungsquellen(!!) gäbe. 

Ja und? Resultiert beispielsweise die Offenbarung bezüglich der Beschaffenheit des von Gott geschaffenen Universums aus der Schrift oder der Tradition? 
Weder noch würde ich meinen.

 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)

 

vor 21 Stunden schrieb Kara:
Am 25.6.2025 um 11:08 schrieb Weihrauch:

Hier sprichst du von dir. Du bleibst, wie soll ich sagen, in deinem Bereich mit dieser Aussage. "Ich glaube ..." Wenn du einem anderen sagst, dass seine Gottheit nicht existiert, verlässt du deinen Bereich, und dringst in den Bereich des anderen ein. Du überschreitest eine Grenze, scheinst das aber nicht so zu spüren, oder so wahrzunehmen wie ich, wenn ich mich frage, ob ich ihm das ins Gesicht sagen kann, oder nicht. 

Das stimmt, ich kann deine Sicht da ehrlich gesagt auch nur sehr bedingt nachvollziehen. In meinen Augen verlasse ich meinen Bereich damit nicht. Meine Meinung hat ja für ihn keine Konsequenzen. Wie soll ich das erklären...  Es ist ja nicht so, dass ich der Diktator eines islamistischen Regimes bin, ihm sage, dass sein Gott nicht existiert und ihm bei Todesstrafe verbiete, seinen Götzen anzubeten. 

Dann würde ich - in meinen Augen - meinen Bereich verlassen.

 

Ich verstehe was du meinst. Es hat keine Konsequenzen für denjenigen, es hat aber eine Wirkung auf denjenigen, wenn man ihm zu nahe, in einen bestimmten Bereich eindringt. Was ich mit Bereich meine ist das, was  @Flo77 treffend ausdrückte "Der Anwurf "Dein Gott existiert nicht" ist nichts weniger als der direkte Angriff auf das zentrale Selbstverständnis eines Gläubigen". Du sagst es nur ein wenig anders:

 

vor 21 Stunden schrieb Kara:

Natürlich geht es auch darum, Gottes Gebote einzuhalten, aber in erster Linie geht es für mich einfach um das Bekenntnis zu Ihm, dem Zentrum meines Seins, Dem, Den ich unfassbar liebe! 

 

Auch mein Körper stellt ein Zentrum meines Seins dar. Normalerweise unterschreiten Fremde eine gewisse Distanz zum Körper des anderen nicht, wenn sie sich unterhalten. Diese Distanz ist durch die Schlagdistanz definiert. So hat jeder um sich herum eine unsichtbare Sicherheitszone. Betrunkene Menschen verlieren oft das Gefühl für diese Distanz, kommen einem zu nahe, rücken einem auf die Pelle, was sehr unangenehm ist, obwohl das erst die Sicherheitszone ist, die da verletzt wird und das Zentrum des Seins, der Körper noch gar nicht berührt wird.

 

Der Körper ist ein wesentlicher Teil der Identität, und der Glaube bei religiösen Menschen eben auch. Wie man hier häufig beobachten kann, trifft das auch schon bei kleineren theologischen Uneinigkeiten zu, dass sich jemand persönlich in seinem zentralen Selbstverständnis angegriffen fühlt. Dann meinen viele, dass sie nur zwei Optionen haben: Flucht oder Notwehr, da wird dann alles zur Waffe gegen den anderen verwendet, wenn man in den Gegenangriff übergeht, da wird es dann persönlich und mit der Sachlichkeit ist es dann vorbei.

 

vor 21 Stunden schrieb Kara:
Am 25.6.2025 um 11:08 schrieb Weihrauch:

Wenn der andere nur an einen Gott glaubt, dann sagt er dir dasselbe, wie du ihm, meint aber einen anderen Gott als du. 

Ja. Einen, den es nicht gibt (das Judentum nehme ich hier aus).

 

Mir kannst du das so sagen, weil wir Geschwister im Glauben sind - einem Fremden (Sikh) nicht, und du tust es auch nicht.

Aus dem Zentrum deines Seins heraus sagst du dann: 

 

Am 24.6.2025 um 22:17 schrieb Kara:

Ich glaube daran, dass es eine Wahrheit gibt, nicht viele Wahrheiten. Und diese Wahrheit ist Gott. Der einzige Gott.

 

Damit wahrst du die nötige Distanz, dringst nicht in die Sicherheitszone des anderen ein. Thema ist jetzt dein Glaube, (noch) ist die Existenz seines Gottes im Zentrum seiner Existenz nicht in Gefahr, denn die Existenz seines Gottes hängt nicht davon ab, was du glaubst.

 

Anders ist es, wenn du mich nach meinem Glauben fragst, darum habe ich dich mal davor gewarnt, das zu tun. Dazu später mehr.  

bearbeitet von Weihrauch
Geschrieben (bearbeitet)
vor 43 Minuten schrieb Weihrauch:

Aus dem Zentrum deines Seins heraus sagst du dann: 

 

Am 24.6.2025 um 22:17 schrieb Kara:

Ich glaube daran, dass es eine Wahrheit gibt, nicht viele Wahrheiten. Und diese Wahrheit ist Gott. Der einzige Gott.

 

Damit wahrst du die nötige Distanz, dringst nicht in die Sicherheitszone des anderen ein.

 

Geht es nicht um die hypothetische Frage eines Mitglieds einer anderen Religion an mich: "Glaubst du, dass mein Gott existiert?"

 

1. Antwortmöglichkeit meinerseits:

"Nein."

 

2. Antwortmöglichkeit meinerseits:

"Ich glaube, dass es nur einen Gott gibt und zwar den dreifaltigen nach christlichem Verständnis."

 

Ich finde, die Aussage ist die gleiche, nämlich dass ich glaube, dass sein Gott nicht existiert. Einen Unterschied gibt es nur in der Form und Höflichkeit.

Ich würde übrigens Antwort 2 wählen.

 

vor 43 Minuten schrieb Weihrauch:

Anders ist es, wenn du mich nach meinem Glauben fragst, darum habe ich dich mal davor gewarnt, das zu tun. Dazu später mehr.  

Entschuldige, das ist mir entfallen! Du musst das natürlich auch nicht erzählen, für mich ist das völlig ok.

bearbeitet von Kara
Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb Kara:

Ich finde, die Aussage ist die gleiche, nämlich dass ich glaube, dass sein Gott nicht existiert.

Nein, ich will mich korrigieren, das stimmt nicht grundsätzlich. Schon gar nicht für das Judentum, aber auch nicht für andere abrahamitisch-monotheistische Religionen oder - allgemeiner - Vorstellungen.

 

Ich würde meine hypothetische Antwort zunächst gerne erweitern:

 

"Ich glaube, dass ein Gott existiert und zwar der dreifaltige Gott nach christlichem Verständnis. Ich glaube nicht, dass ein Gott existiert, der Jesus Christus nicht beinhaltet." 

 

Das kann natürlich auch heißen: "Ja, deinen Gott gibt es, aber

- du hast nicht alle Aspekte an Ihm erkannt (Judentum)

- deine Vorstellung von Ihm ist in großen Teilen falsch (z.B. Islam)."

 

Aber andere Religionen betreffend würde ich schon sagen, dass meine obige hypothetische Antwort ein klares "nein" bedeutet und mein Gegenüber das auch so verstehen würde.

bearbeitet von Kara
Geschrieben

Ich denke, ihr werdet prächtig miteinander auskommen! 🙂

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Kara:

Geht es nicht um die hypothetische Frage eines Mitglieds einer anderen Religion an mich: "Glaubst du, dass mein Gott existiert?"

 

Im Verlauf dieses Gesprächs hat sich einiges geändert. Ausgangspunkt war rorros Argument, dass jahrhundertelang Kirchen gebaut wurden, wegen der Gottesvorstellung nicht wegen etischer Aussagen, Jesu oder anderer Leute wie Gandhi. Dann wechselte das Thema insofern von einer abstrakten Ebene auf eine konkrete, als ich meine Nachbarn ins Spiel brachte, und damit ein fiktives Gespräch zwischen ihnen und mir. In einem solchen Gespräch geht es hin und her, um Fragen und Antworten. Die Frage nach der Existenz des eigenen Gottes steht für beide im Raum, weil beide an monotheistische, aber unterschiedliche Gottheiten glauben. 

 

So, wie du diese Frage oben formulierst, kann sie jeder dem anderen mit "Nein" beantworten, und jeder kann diese Antwort locker verkraften. "Ist ja interessant, Wieso glaubst du das?" Antworten auf diese Frage begründen den jeweils eigenen Glauben, nicht die Nichtexistenz der anderen Gottheit. Aber ich ahne, dass schon dass Wort Gottheit, für dich unangenehm sein könnte, wenn es unseren Gott mit einschließt, weil es an der Einzigartigkeit unseres Gottes kratzt. Richtig? 

 

vor 19 Minuten schrieb Kara:

Ich finde, die Aussage ist die gleiche, nämlich dass ich glaube, dass sein Gott nicht existiert. Einen Unterschied gibt es nur in der Form und Höflichkeit.

 

Auch hier wieder sprichst du doch über deinen Glauben und den Glauben des anderen, aber nur für die Existenz deines Gottes, nicht gegen die Existenz des anderen Gottes. Du willst ja gerade nicht sagen, dass unser Gott nur darum existiert, weil wir an ihn glauben, so wie es sich bei dem Sikh verhält, der sich deiner Meinung nach irrt, wenn er an seinen Gott glaubt.

 

So könnt ihr beide "gesichtswahrend" über den eigenen und den Glauben des anderen sprechen, ohne eure Identität aufzugeben. Jeder kann sich im Extremfall sagen, ist doch mir egal, was du über meinen Gott denkst, mein Gott existiert, auch wenn du nicht an ihn glaubst. Aber bei meinem Gott bist du jederzeit willkommen, wenn du deinen Irrtum endlich eingesehen hast.  

 

Aus der abstrakten Ebene am Anfang hat sich "intern" die Frage bzw. Aussage entwickelt, dass andere Gottheiten nicht existieren. Da sagst du, "ein Gott der nicht existiert", und selbst unser Lieblingsatheist wird dem gerne zustimmen, da er unseren Gott auch für die Ausgeburt unseres Aberglaubens hält. Der darf das - sagen, dass unser Gott nicht existiert, und uns die Welt erklären, wie sie wirklich ist - und wir lieben ihn dafür - warum trifft er uns nicht im Zentrum unseres Seins?

 

vor 19 Minuten schrieb Kara:

Ich würde übrigens Antwort 2 wählen.

 

Ich sehe es, ich sehe es, machst du ja ständig. Ich würde das  auf dein Gewissen zurückführen, das diese Höflichkeit von dir einfordert, bzw. dich davon abhält, unhöflich zu sein. Wobei sich die interessante Frage stellt, ob das Gewissen ein Motivator ist, das Gute zu tun, oder ein Verhinderer, das Schlechte zu tun. Leitet es uns die Wahrheit, oder bewahrt es uns bloß vor Irrtümern?

 

vor 53 Minuten schrieb Kara:

Entschuldige, das ist mir entfallen! Du musst das natürlich auch nicht erzählen, für mich ist das völlig ok.

 

Das war in diesem Beitrag von mir an dich.

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Flo77:

Nur als kleiner Hinweis (auch auf die Gefahr des Schallplatteneffekts): die Kirche bezeichnet die homosexuelle Veranlagung als zutiefst ungeordnet. In verständliche Sprache übertragen: als wider die Natur*  des Menschen.

 

Diese Veranlagung ist an sich keine Sünde(!), aber gegen die göttliche Ordnung der Schöpfung. Daß sich die Kirche zwar bewusst ist, daß diese Veranlagung nicht freiwillig gewählt ist, hat allerdings interessanterweise keine Auswirkungen auf die Einschätzung als Fehler in der Matrix.

 

Die Aussage "die Kirche betrachtet Homosexualität als falsch" ist daher allenfalls vereinfachend, aber nicht falsch.

 

Daß homosexuelle Akte - wie jede sexuelle Regung außerhalb der ehelichen Gemeinschaft - schwer sündhaft ist, ist davon völlig unabhängig, was angesichts der fehlenden Freiwilligkeit im Bezug auf das Objekt des sexuellen Interesses zwar ziemlich obskur anmutet, aber da dem verkappten Manichäer ja von Seiten des apostolischen Lehramts nicht wiedersprochen werden darf, nicht verwunderlich.

 

Es muss eben unterschieden werden zwischen Einordnung der Tat und der persönlichen Schuld. Das zu betonen - ingesamt ist das nichts Neues - ist die eigentliche Neuerung von Papst Franziskus.

 

Du unterscheidest da offensichtlich nicht. 

 

Dann lässt Du es eben.

Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb Weihrauch:

Aus der abstrakten Ebene am Anfang hat sich "intern" die Frage bzw. Aussage entwickelt, dass andere Gottheiten nicht existieren. Da sagst du, "ein Gott der nicht existiert", und selbst unser Lieblingsatheist wird dem gerne zustimmen, da er unseren Gott auch für die Ausgeburt unseres Aberglaubens hält. Der darf das - sagen, dass unser Gott nicht existiert, und uns die Welt erklären, wie sie wirklich ist - und wir lieben ihn dafür - warum trifft er uns nicht im Zentrum unseres Seins?

 

Weil man ihn nicht ernst nimmt? 😄

Geschrieben

Das ist nicht der Grund, jedenfalls nicht meiner. Aber bestimmt kommst du selbst noch drauf. 

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb rorro:

 

Es muss eben unterschieden werden zwischen Einordnung der Tat und der persönlichen Schuld. Das zu betonen - ingesamt ist das nichts Neues - ist die eigentliche Neuerung von Papst Franziskus.

 

Du unterscheidest da offensichtlich nicht. 

 

Dann lässt Du es eben.

Was soll das denn jetzt? Die persönliche Schuld steht immer im Bezug zur Sünde, d.h. in diesem Fall zu den nichtehelichen sexuellen Regungen.

 

Die Idee, der Homosexuelle würde im Erleben seiner Sexualität zwar sündigen, trüge aber aufgrund seiner Veranlagung keine oder nur verminderte Schuld ist zwar sehr niedlich, ist aber am Ende des Tages in meinen Augen pastoraler Hilflosigkeit geschuldet, weil der Elephant im Raum - nämlich die "Natur" von Mann und Frau und die Frage nach der Sexualität außerhalb der Ehe - damit lediglich getüncht aber nicht angetastet wird. Ich habe im übrigen noch nie erlebt, daß dieses Prinzip angewendet wurde. Zumal die verminderte Schuld allenfalls im Beichtgespräch festgestellt werden könnte und die Annahme der Minderung nicht von der Pflicht zu beichten und zu bereuen entbindet. Oder jetzt doch?

 

An der Einschätzung der Kirche von Homosexualität als Fehler wider die Natur, ändert die Schuldfrage jedenfalls rein gar nichts.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 59 Minuten schrieb Kara:

Aber andere Religionen betreffend würde ich schon sagen, dass meine obige hypothetische Antwort ein klares "nein" bedeutet und mein Gegenüber das auch so verstehen würde.

 

Aus deiner Glaubensperspektive heraus ist das ein klares Nein. Du sagst ja, dass du das glaubst. Dein Glaube hat aber keinen Einfluss darauf, ob und falls ja, welche Gottheiten existieren. Ihr könnt euch ja beide irren, oder die Hindus beten existierende Gottheiten an, und wir nicht. Und jetzt wird es für uns beide kritisch, denn das zu sagen ist ein Tabubruch, der Distanzierung nach sich ziehen wird. Darum wird die Frage nach dem, was ich glaube immer dringender. 

bearbeitet von Weihrauch
Geschrieben

Ich komm grad nicht mehr richtig mit. Aber das liegt nicht an dir. Ich bin vielleicht zu einfach gestrickt für solche Diskussionen. 

Geschrieben

Wo ist hier überhaupt ein Problem?

Ich glaube x, du glaubst y.

Ich glaube y nicht, du glaubst x nicht.

Wir respektieren uns und unseren unterschiedlichen Glauben.

 

Solange keiner den anderen mit Sanktionen wegen seines Glaubens bedroht, ist doch alles in Ordnung

 

Werner

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb Kara:

Ich komm grad nicht mehr richtig mit

 

An welchem Punkt hakt es denn?

 

vor 2 Minuten schrieb Kara:

Ich bin vielleicht zu einfach gestrickt für solche Diskussionen. 

 

 Ach was, deine Korrektur vorhin zeigt doch, dass du noch voll dabei bist.

Geschrieben
vor 15 Minuten schrieb Werner001:

Wo ist hier überhaupt ein Problem?

Ich glaube x, du glaubst y.

Ich glaube y nicht, du glaubst x nicht.

Wir respektieren uns und unseren unterschiedlichen Glauben.

 

Solange keiner den anderen mit Sanktionen wegen seines Glaubens bedroht, ist doch alles in Ordnung

 

Werner

 

Es gibt eben anscheinend Menschen, die es als Angriff verstehen, wenn andere ihren Glauben explizit für falsch hatten.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 47 Minuten schrieb Werner001:

Wo ist hier überhaupt ein Problem?

Ich glaube x, du glaubst y.

Ich glaube y nicht, du glaubst x nicht.

Wir respektieren uns und unseren unterschiedlichen Glauben.

 

Bleiben Respekt und Toleranz nicht leere Worte, oder eine Formalie, wenn nicht "das Zentrum meines Selbst" das "zentrale Selbstverständnis eines Gläubigen", wie soll ich sagen, vom anderen irgendwie mitvollzogen wird? Da wird es intern "gefühlig", wie Kara das so schön bezeichnet hat, aber auch zwischenmenschlich ist diese Mitfühligkeit das viel Entscheidendere als irgendwelche Vernunftgründe. 

 

Darum macht es einen so großen Unterschied, wer, was, wann, zu wem und wie sagt:

 

Vom Atheisten erwartet das niemand.

Vom Juden und Moslem erwartet man das teilweise.

Vom Sikh, Hindu noch weniger, immerhin glaubt er, wenn auch das Falsche.

Vom Christen ..................................................................

Vom Katholiken ...............................................................

 

Mit Bitte um Vervollständigung.

 

Darum geht es auch beim Synodalen Weg in Deutschland. Insofern sind wir die ganze Zeit beim Thread-Thema. 

 

vor 31 Minuten schrieb rorro:

Es gibt eben anscheinend Menschen, die es als Angriff verstehen, wenn andere ihren Glauben explizit für falsch hatten.

 

Und du bist mittendrin, und nicht bloß irgendwelche anderen Menschen. 

bearbeitet von Weihrauch
Geschrieben (bearbeitet)
vor 4 Stunden schrieb Flo77:

Nur als kleiner Hinweis (auch auf die Gefahr des Schallplatteneffekts): die Kirche bezeichnet die homosexuelle Veranlagung als zutiefst ungeordnet. In verständliche Sprache übertragen: als wider die Natur*  des Menschen.

 

Diese Veranlagung ist an sich keine Sünde(!), aber gegen die göttliche Ordnung der Schöpfung. Daß sich die Kirche zwar bewusst ist, daß diese Veranlagung nicht freiwillig gewählt ist, hat allerdings interessanterweise keine Auswirkungen auf die Einschätzung als Fehler in der Matrix.

 

Die Aussage "die Kirche betrachtet Homosexualität als falsch" ist daher allenfalls vereinfachend, aber nicht falsch.

 

Daß homosexuelle Akte - wie jede sexuelle Regung außerhalb der ehelichen Gemeinschaft - schwer sündhaft ist, ist davon völlig unabhängig, was angesichts der fehlenden Freiwilligkeit im Bezug auf das Objekt des sexuellen Interesses zwar ziemlich obskur anmutet, aber da dem verkappten Manichäer ja von Seiten des apostolischen Lehramts nicht wiedersprochen werden darf, nicht verwunderlich.

 

Was bei der allgemeinsten Neigung der Konkupiszenz gilt, gilt bei allen Unterkategorien dieser Konkupiszenz auch.

Also: Neigung: -> freiwillige Bewertung (als richtig oder falsch) -> freiwilliges Tun oder Nicht-Tun.

 

Dass die vermutete fehlende Freiwilligkeit (das wäre zu erforschen!) beim Erwerb einer Neigung dazu führt, dass die Freiwilligkeit bei der Bewertung und beim (Nicht-)Tun ausgeblendet wird, ist nicht selten (Ent-Verantwortung).

 

Ob diese Neigung wie auch die Konkupiszenz allgemein wider die "göttliche Ordnung der Schöpfung" ist, wäre zu erforschen, nachdem "göttliche Ordnung der Schöpfung" definiert wurde.

 

bearbeitet von SteRo

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