Guppy Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 15 Minuten schrieb iskander: Nicht anders verhält es sich aber mit dem SW und der kirchlichen Sexualmoral: Auch der SW kann einfach einen Teil der kath. Sexualmoral kritisieren und es dabei belassen, ohne dass daran eo ipso irgendetwas "unlogisch" wäre. Klar kann er das. Aber ich darf das doch kritisieren, oder? Wenn man sich einerseits auf humanwissenschaftliche Erkenntnisse beruft, aber andererseits humanwissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert, finde ich das schonmal sehr merkwürdig. Wenn man einerseits "Diskriminierung" beklagt, weil man Menschen eine positive Wertschätzung und Segnung ihres Sexualverhaltens verwehrt, genau dieselbe "Diskriminierung" dann aber bei anderen Menschen mit anderem Sexualverhalten offenbar gut und richtig findet oder diese zumindest schweigend billigt, finde ich das auch merkwürdig. Zitieren
Flo77 Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 5 Minuten schrieb rorro: Exakt diese Grundlagen werden vom SW ja angezweifelt. Wie macht er das? Er spricht im Grundlagentext - von dem ja jetzt jeder weiß, wo er zu finden ist - von interessanten Erweiterungen sowohl der Offenbarung als auch der Entscheidungskompetenz (die beide nicht der Lehre des zweiten Vatikanums entsprechen, aber wir Deutschen sind ja schlauer). Wobei die Bischöfe den Beziehungsaspekt bzw. die Konsensfrage wohl in ihre Ideen eingearbeitet haben dürften (alles andere würde mich wundern). Zitieren
Flo77 Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 Gerade eben schrieb Guppy: Wenn man einerseits "Diskriminierung" beklagt, weil man Menschen eine positive Wertschätzung und Segnung ihres Sexualverhaltens verwehrt, genau dieselbe "Diskriminierung" dann aber bei anderen Menschen mit anderem Sexualverhalten offenbar gut und richtig findet oder diese zumindest schweigend billigt, finde ich das auch merkwürdig. Wenn man permanent Äpfel mit Nachttischlampen vergleicht, ist es klar, daß das "merkwürdig" ist. 1 Zitieren
iskander Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 (bearbeitet) vor 1 Stunde schrieb rorro: Daß aus dem Sein kein automatisches Sollen (oder Dürfen) erwächst. Diese Einsicht kommt aber in der Postmoderne nicht gut an. Lassen wir mal die "Postmoderne" mal außen vor - aber der Grund, wieso gelebte Homosexualität in der westlichen Welt gebilligt wird, ist nicht einfach der, dass sie als natürlich betrachtet wird, sondern dass auch kein überzeugender Einwand gegen sie gesehen wird. Anders als etwa im Fall der Pädosexualität. Ganz so beliebig, wie Du es hinstellst, geht es dann doch nicht zu. @Flo77 vor 42 Minuten schrieb Flo77: Wenn man grundsätzlich davon ausgeht, daß sexuelle Handlungen außerhalb einer legitimen Ehe verboten sind bzw. als Sünde verstanden sein sollen, ist es im Moment unmöglich, einzelne Bereiche davon auszunehmen (sei es nun Masturbation, seien es homosexuelle Handlungen, sei es vorehelicher Verkehr), weil die Begründung für alle sexuellen Handlungen lautet, Sexualität als Teilhabe am Schöpfungswirken Gottes ist nur innerhalb der Ehe erlaubt. "[D]aß sexuelle Handlungen außerhalb einer legitimen Ehe verboten sind bzw. als Sünde verstanden sein sollen", scheint mir weniger eine zentrale Prämisse zu sein, die am Anfang stünde, sondern eher die nachträgliche Zusammenfassung von separaten Einzelverboten, die unterschiedlich begründet werden. Zum Beispiel wird die Begründung des Verbots des Ehebruchs anders aussehen als diejenige für das Verbot der Masturbation. Zudem deckt der von Dir formulierte Satz keine Verhütung und keine "vollendeten" nicht-vaginalen Praktiken ab. Zitat Einzelne Passagen davon zu ändern, hieße eigentlich tatsächlich die Grundlagen anzuzweifeln. Der Kern der Position des SW ist eine Konsensethik, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Daraus würde dann im "worst case" tatsächlich folgen, dass der SW substantiell neue Argumente bräuchte, wenn er dann doch Teile der kath. Sexualmoral übernimmt. Das glaube ich aber gar nicht. Ich hatte ja kürzlich in diesem Thread ausgeführt, dass der SW wohl durchaus Argumente der offiziellen Moral in einer angepassten Form übernehmen könnte, um beispielsweise eine Ablehnung der polyamoren Ehe zu begründen. (Das "wohl durchaus" deswegen, weil ich nicht sehr genau weiß, was der SW im Einzelnen sagt.) Eine andere Option wäre das Schweigen. Man muss auch nicht zu allem immer Stellung nehmen. So oder so jedenfalls scheint es ganz so, als ob der SW polyamore Ehen ablehnen und auch für ihre Ablehnung argumentieren könnte, ohne sich deshalb in innere Widersprüche zu verwickeln oder "inkonsequent" zu sein. bearbeitet 17. November 2025 von iskander Zitieren
iskander Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 41 Minuten schrieb Domingo: Z. B. gibt mein Wörterbuch unter "mishkav" Lev. 18,22 und 20,13 als Beispiele an, wo das Wort "Liegen als abstrakte Handlung", und zwar als sexueller Euphemismus, bedeuten soll. Bei Frau Töyräänvuoris Interpretation passt "Bett" hingegen besser. Nun ja, es geht ja auch Frau Töyräänvuoris um das "Zusammensein" und nicht um das physische Bett im Sinne eines Möbelstücks (wenn man das damals so überhaupt hatte). 😉 Zitieren
iskander Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 33 Minuten schrieb Guppy: Klar kann er das. Aber ich darf das doch kritisieren, oder? Du "darfst" es - aber wenn Du eine Inkonsequenz kritisiert, die es nicht gibt, oder für deren Existenz bisher zumindest keinerlei Beleg ins Spiel gebracht wurde, ist die Kritik halt ein wenig witzlos. vor 33 Minuten schrieb Guppy: Wenn man sich einerseits auf humanwissenschaftliche Erkenntnisse beruft, aber andererseits humanwissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert, finde ich das schonmal sehr merkwürdig. Welche humanwissenschaftlichen Erkenntnisse werden denn ignoriert? vor 33 Minuten schrieb Guppy: Wenn man einerseits "Diskriminierung" beklagt, weil man Menschen eine positive Wertschätzung und Segnung ihres Sexualverhaltens verwehrt, genau dieselbe "Diskriminierung" dann aber bei anderen Menschen mit anderem Sexualverhalten offenbar gut und richtig findet oder diese zumindest schweigend billigt, finde ich das auch merkwürdig. Wenn man sagen würde, dass jedes Sexualverhalten positiv werten und segnen sollte, dann hättest Du recht. Das ist aber nicht das Argument. Das Argument lautet aber offensichtlich, dass bestimmte Formen der erotisch-sexuellen Partnerschaft als besonders wertvoll anzusehen seien. Und zwar - ich müsste jetzt auch recherchieren - offenbar solche, die sich durch Liebe, Treue, Dauerhaftigkeit und Exklusivität auszeichnen. Wenn Du fragst, warum man das so sieht, weise ich darauf hin, dass man an dieser Stelle einfach die Begründung der kath. Kirche einfach übernehmen kann - in modifizierter Form natürlich. Zitieren
Domingo Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 6 Minuten schrieb iskander: Nun ja, es geht ja auch Frau Töyräänvuoris um das "Zusammensein" und nicht um das physische Bett im Sinne eines Möbelstücks (wenn man das damals so überhaupt hatte). 😉 Nach ein bisschen Überlegen, ja. Vor allem wenn da eben keine Präposition steht, wie @Flo77 schon bemerkt hat. Zitieren
rorro Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 58 Minuten schrieb Flo77: Wobei die Bischöfe den Beziehungsaspekt bzw. die Konsensfrage wohl in ihre Ideen eingearbeitet haben dürften (alles andere würde mich wundern). Ich spreche vom Grundlagentext. Du weißt schon, daß es andere Themen gibt als Sex, oder? Zitieren
rorro Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 58 Minuten schrieb Flo77: Wenn man permanent Äpfel mit Nachttischlampen vergleicht, ist es klar, daß das "merkwürdig" ist. Wann dieser Vergleich zieht, liegt womöglich im Auge des Betrachters. Zitieren
Werner001 Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 2 Stunden schrieb Guppy: Eigentlich doch eine gute Sache. Ich muss meine Schwächen und Laster einfach zu meiner gottgewollten Identität erklären und schwupps, habe ich einen Freifahrtschein zum sündigen. 😎 Viel einfacher. Die Kirche hat lange Zeit behauptet, Menschen lebendig auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen, sei nicht nur keine Sünde, sondern Gott wohlgefällig. Heute vertritt die Kirche das Gegenteil. Mit anderen Worten, die Kirche auch keine Ahnung, was gottgefällig ist und was Sünde ist, sie ist irrtumsbehaftet, wenn sie sich diesbezüglich äußert. Also kann ich genauso gut selbst überlegen, was gottgefällig ist und was nicht. Eine Kirche braucht man dazu nicht, außer wenn zum selberdenken unfähig ist Werner 1 Zitieren
Domingo Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 (bearbeitet) vor einer Stunde schrieb iskander: Nun ja, es geht ja auch Frau Töyräänvuoris um das "Zusammensein" und nicht um das physische Bett im Sinne eines Möbelstücks (wenn man das damals so überhaupt hatte). 😉 Dann formuliert sie das im verlinkten Artikel aber komisch. Oder der Journalist, der ihn verfasst hat. Jedenfalls kann ein Zeitungsartikel bei Fachthemen nur so weit helfen. ich habe mir nun Num 31, 17-18 angeschaut. Das steht in beiden Versen mishkav zakar, also "Beischlaf eines (= mit einem) Männchen(s)(*)". Dann liegt es aber bei den zwei Levitikusstellen nahe, wie Du sagst, "Beischlaf" oder "Zusammensein" zu verstehen. Und hier ist es schon so, dass die Übersetzung "Bett" die Deutung Töyräänvuoris wahrscheinlicher erscheinen lässt: "Man soll nicht mit einem Mann (in??) den Betten einer Frau liegen," also "keinen Threesome veranstalten." Wenn es aber eher "Man soll nicht mit einem Mann den Beischlaf einer Frau liegen betreiben", dann deutet das mMn doch eher auf die traditionelle Interpretation hin. Die Septuaginta geben nur die traditionelle Deutung her - das hat aber nicht unbedingt etwas zu sagen, denn die Septuaginta sagen in Gen. 1,1 auch "Im Anfang erschuf Gott...", was wohl falsch ist. Die geben, scheint es, die Interpretationen wieder, die in hellenistischen und römischen Zeiten gängig war und nicht so sehr das ursprünglich Gemeinte; der griechische Bibeltext wurde genauso wie der hebräische über die Jahrunderte "geupdated" und unsere LXX-Handschriften setzen mW auch recht spät ein. (*) Ich schreibe "Männchen" statt "Mann", sonst kommt @Weihrauch und rügt mich für die schlampige Übersetzung Er hat zumindest bei Gen. 1, 16 gewiss recht: Es macht schon einen Unterschied, wie man das übersetzt. bearbeitet 17. November 2025 von Domingo Zitieren
Guppy Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 (bearbeitet) vor 2 Stunden schrieb iskander: Welche humanwissenschaftlichen Erkenntnisse werden denn ignoriert? Dass sexuelle Verbindungen ohne Partnerschaft normal sind in dem Sinne, dass sie weit verbreitet sind und nicht unnatürlich im biologischen Sinn. Die Vorstellung, es sei nur dann moralisch legitim dem Sexualtrieb zu folgen, wenn man sich in einer Partnerschaft befindet, widerspricht den Humanwissenschaften und ist absolut rigide. Dasselbe gilt für die Vorstellung, man dürfe moralisch legitim nur mit einem einzelnen Menschen eine Partnerschaft bilden und mit diesem einen Sexualkontakt unterhalten. Gegen die Humanwissenschaften und rigide! vor 2 Stunden schrieb iskander: Wenn man sagen würde, dass jedes Sexualverhalten positiv werten und segnen sollte, dann hättest Du recht. Vielleicht nicht jedes, aber zumindest alles was einvernehmlich ist, von der Affäre über polysexuelle Verbindungen bis Objektsexualität und Prostitution (wenn ohne Zwang und Ausnutzung von Notlagen) und was es sonst noch so alles gibt. vor 2 Stunden schrieb iskander: Wenn Du fragst, warum man das so sieht, weise ich darauf hin, dass man an dieser Stelle einfach die Begründung der kath. Kirche einfach übernehmen kann - in modifizierter Form natürlich. Dir als fulminantem Kritiker der katholischen Morallehre brauche ich doch sicher nicht erklären, dass die Begründungen der Kirche für ihre Lehre völlig rigide und irrational sind. Warum sollte man solche ridigen, sinnlosen Begründungen dann in modifizierter Form übernehmen, um Affären und Polysexuellen die Segnung und moralische Legitimation vorenthalten zu können? bearbeitet 17. November 2025 von Guppy Zitieren
iskander Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 1 Stunde schrieb Domingo: ich habe mir nun Num 31, 17-18 angeschaut. Das steht in beiden Versen mishkav zakar, also "Beischlaf eines (= mit einem) Männchen(s)(*)". Dann liegt es aber bei den zwei Levitikusstellen nahe, wie Du sagst, "Beischlaf" oder "Zusammensein" zu verstehen. Und hier ist es schon so, dass die Übersetzung "Bett" die Deutung Töyräänvuoris wahrscheinlicher erscheinen lässt: "Man soll nicht mit einem Mann (in??) den Betten einer Frau liegen," also "keinen Threesome veranstalten." Wenn es aber eher "Man soll nicht mit einem Mann den Beischlaf einer Frau liegen betreiben", dann deutet das mMn doch eher auf die traditionelle Interpretation hin. Hier, so gestehe ich, sind die Grenzen meines Wissens-Horizontes und damit auch meines Verständnis-Horizontes erreicht. 😉 Zitieren
iskander Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 32 Minuten schrieb Guppy: Dass sexuelle Verbindungen ohne Partnerschaft normal sind in dem Sinne, dass sie weit verbreitet sind und nicht unnatürlich im biologischen Sinn. Die Vorstellung, es sei nur dann moralisch legitim dem Sexualtrieb zu folgen, wenn man sich in einer Partnerschaft befindet, widerspricht den Humanwissenschaften und ist absolut rigide. [...] Auf alle Punkte wurde schon ausdrücklich eingegangen: Was man aus humanwissenschaftlichen Ergebnissen ableiten kann und was nicht, und auf alles andere auch. Liest vielleicht einfach noch einmal gründlich und unvoreingenommen die Diskussion durch. Zitieren
Werner001 Geschrieben 17. November 2025 Melden Geschrieben 17. November 2025 vor 1 Stunde schrieb Guppy: Dass sexuelle Verbindungen ohne Partnerschaft normal sind in dem Sinne, dass sie weit verbreitet sind und nicht unnatürlich im biologischen Sinn. Die Vorstellung, es sei nur dann moralisch legitim dem Sexualtrieb zu folgen, wenn man sich in einer Partnerschaft befindet, widerspricht den Humanwissenschaften und ist absolut rigide. Dasselbe gilt für die Vorstellung, man dürfe moralisch legitim nur mit einem einzelnen Menschen eine Partnerschaft bilden und mit diesem einen Sexualkontakt unterhalten. Gegen die Humanwissenschaften und rigide! Vielleicht nicht jedes, aber zumindest alles was einvernehmlich ist, von der Affäre über polysexuelle Verbindungen bis Objektsexualität und Prostitution (wenn ohne Zwang und Ausnutzung von Notlagen) und was es sonst noch so alles gibt. Dir als fulminantem Kritiker der katholischen Morallehre brauche ich doch sicher nicht erklären, dass die Begründungen der Kirche für ihre Lehre völlig rigide und irrational sind. Warum sollte man solche ridigen, sinnlosen Begründungen dann in modifizierter Form übernehmen, um Affären und Polysexuellen die Segnung und moralische Legitimation vorenthalten zu können? Nun ja, die Erfinder der göttlichen Offenbarung, die heiligen Kirchenväter, haben sich ja was dabei gedacht, als sie Sex ganz allgemein zur Sünde erklärten. Das schließt alles ein, wobei etwas unterhalb des Bauchnabels beteiligt ist. Alles. Erst im 20. Jhdt wurde von dieser heiligen apostolischen Tradition abgewichen und einige Varianten der sexuellen Aktivität nicht nur für nicht sündhaft, sondern sogar für gottgefällig erklärt. Und da kommt logischerweise die Frage auf: „warum diese Variante, und nicht auch jene“. Wäre die Kirche bei der traditionellen, seit den Aposteln getreulich überlieferten Lehre geblieben, statt dem Modernismus zu verfallen, hätte sie eine logische, in sich schlüssige Lehre. Und beachtet hat sie ja seit den Zeiten der Apostel eh niemand, nicht mal zahlreiche Päpste und Bischöfe, also gab es doch keinen Grund, sie zu ändern. Werner Zitieren
duesi Geschrieben 19. November 2025 Melden Geschrieben 19. November 2025 Am 18.11.2025 um 00:31 schrieb Werner001: Nun ja, die Erfinder der göttlichen Offenbarung, die heiligen Kirchenväter, haben sich ja was dabei gedacht, als sie Sex ganz allgemein zur Sünde erklärten. Das schließt alles ein, wobei etwas unterhalb des Bauchnabels beteiligt ist. Alles. Erst im 20. Jhdt wurde von dieser heiligen apostolischen Tradition abgewichen und einige Varianten der sexuellen Aktivität nicht nur für nicht sündhaft, sondern sogar für gottgefällig erklärt. Und da kommt logischerweise die Frage auf: „warum diese Variante, und nicht auch jene“. Wäre die Kirche bei der traditionellen, seit den Aposteln getreulich überlieferten Lehre geblieben, statt dem Modernismus zu verfallen, hätte sie eine logische, in sich schlüssige Lehre. Und beachtet hat sie ja seit den Zeiten der Apostel eh niemand, nicht mal zahlreiche Päpste und Bischöfe, also gab es doch keinen Grund, sie zu ändern. Werner Jesus hat nur eine begrenzte Zeit auf dieser Erde gelebt. Sein Wirken bestand für drei Jahre. Und er hat vorhergesehen, dass durch seine Botschaft nicht nur Frieden, sondern auch Schwert auf die Welt kommt. Aber nicht, weil die echten Nachfolger alles verderben, auch nicht, weil die Kirche im Irrtum wäre, sondern weil zwei psychologisch-menschliche Themen zusammen kommen. Erstens: Die Mächtigen reißen das Reich Gottes an sich. Mächtige sehen immer wieder, dass echte Nachfolger Jesu sehr erfolgreich wirtschaften und erringen die Kontrolle über ihre Ressourcen durch Gewaltausübung. Ist der letzte echte Nachfolger beseitigt, verlieren sie das Geheimnis des Erfolgs und richten alles zugrunde. Zweitens: Moralismus. Aus dem Evangelium wird ein Moralismus, der nur in "soll" und "muss" denkt, in Strafe und Verfolgung, in gut und böse. Dies ist die schlimmste Konsequenz. Weil hier der Grundstein der Katastrophe gelegt ist. Jesus wusste, dass er seine Schafe mitten unter die Wölfe schickt. Doch nur so kann die Zerstörung der ganzen Welt aufgehalten werden. Du darfst dich auch im Sinne Jesus mit deinen Homosexuelle Gefühlen aussöhnen und vertrauen, dass es für sie einen guten Ort der Stillung gibt. Die Homophoben haben das größere Problem, weil sie als Moralisierer nur Chaos bringen. Es ist überhaupt kein Drama, wenn du mit einem Mann verheiratet bist und sexuell aktiv bist. Jesus liebt dich. Sogar sehr. Er hatte die engste Beziehung zu einem Mann Johannes, der an seiner Brust gelegen hat. Da hat er irgendein Bedürfnis ganz ohne Sex gestillt, so dass Johannes am meisten von allen Jüngern von der Liebe Gottes verstanden hat. 1 Zitieren
rorro Geschrieben 22. November 2025 Melden Geschrieben 22. November 2025 (bearbeitet) Hier kann man jetzt die Satzung der Synodalkonferenz, die allerdings noch der Zustimmung Roms harrt. Die Rechte der Diözesanbischöfe bleiben explizit gewahrt. Wenn ein solcher als Adressat eines Entschlusses diesen bei sich nicht umsetzen möchte/kann, hat er das dem Präsidium unter Wahrung der Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte zu erklären. Das ist beides positiv, auch wenn mir noch nicht klar ist, auf welcher kirchenrechtlichen Basis ein Diözesanbischof rechenschaftspflichtig ggü. einem kirchnrechtlich inexistenten Gremium sein soll. Was aber mal wieder gegen "synhodos" spricht, also den Weg gemeinsam gehen, ist die Unfähigkeit der Konsenssuche. Eine 2/3-Mehrheit kann alles entscheiden. "Synhodos" bedeutet maximale Konsenssuche (man schaue sich die Abstimmungsergebnisse des Zweiten Vatikanums an!), das scheint in den hochpolitischen Gremien nicht denkbar zu sein... Zudem gibt es keinerlei Themenbeschränkung. Wie soll das in Zukunft aussehen? Soll die Konferenz über Änderungen mit lokaler Verbindlichkeit entscheiden dürfen, Änderungen in Lehre und/oder Disziplin? Dazu kommt noch die Zusammensetzung: sowohl die Bischöfe wie auch die ZdK-Vertreter sind nicht demokratisch gewählt (nur ein Präsidiumsmitglied des ZdK - von sechs Mitgliedern - ist diözesan gewählt worden!). Wie können die Laien der Konferenz behaupten, für das Kirchenvolk zu sprechen, wenn sich die wenigsten je zur Wahl gestellt haben? bearbeitet 22. November 2025 von rorro 2 Zitieren
duesi Geschrieben 22. November 2025 Melden Geschrieben 22. November 2025 Der synodalen Weg ist der Versuch, destruktive Leiterschaft durch zusätzliche Kontrollinstanzen zu heilen. Doch zusätzliche Kontrolle führt letztendlich zu mehr Destruktivität. Man sollte den Leitern, die in der Versuchung zum Amtsmissbrauch sind, lieber Berater und Unterstützer zur Seite stellen als zusätzliche Kontrolleure. Zitieren
Werner001 Geschrieben 22. November 2025 Melden Geschrieben 22. November 2025 vor 4 Stunden schrieb rorro: Was aber mal wieder gegen "synhodos" spricht, also den Weg gemeinsam gehen, ist die Unfähigkeit der Konsenssuche. Eine 2/3-Mehrheit kann alles entscheiden. "Synhodos" bedeutet maximale Konsenssuche Richtig. Apostolische Tradition wäre, erst die Gegner rauszuwerfen und dann einstimmig zu beschließen. Werner 1 Zitieren
iskander Geschrieben 22. November 2025 Melden Geschrieben 22. November 2025 vor 8 Stunden schrieb rorro: Das ist beides positiv, auch wenn mir noch nicht klar ist, auf welcher kirchenrechtlichen Basis ein Diözesanbischof rechenschaftspflichtig ggü. einem kirchnrechtlich inexistenten Gremium sein soll. Es gibt ja auch keine Rechenschaftspflicht. Das ganze ist unverbindlich und hat höchstens appellatorischen Charakter bzw. es ist vielleicht so etwas wie eine moralische Selbstverpflichtung, die aber nicht rechtlich verbindlich ist. Und im Grunde bewahrheitet sich, was ich (insbesondere unter Berufung auf den Kirchenrechtler Norbert Lüdecke) zuvor schon gesagt habe: Da kommt nichts raus, was einem konservativen Katholiken schlaflose Nächte bereiten müsste. Zitieren
rorro Geschrieben 22. November 2025 Melden Geschrieben 22. November 2025 vor 4 Minuten schrieb iskander: Und im Grunde bewahrheitet sich, was ich (insbesondere unter Berufung auf den Kirchenrechtler Norbert Lüdecke) zuvor schon gesagt habe: Da kommt nichts raus, was einem konservativen Katholiken schlaflose Nächte bereiten müsste. Recht ist das eine, medialer Druck das andere. Wir werden sehen, ob Rom da das Placet erteilt... Zitieren
SteRo Geschrieben 23. November 2025 Melden Geschrieben 23. November 2025 Stetter-Karp: Neue Synodalkonferenz ist kein Papiertiger Frage: Die letzte Sitzung des Synodalen Ausschusses ist nun beendet. Was ist die Botschaft, die von dem Ausschuss ausgeht, nicht nur an die Synodalen, sondern an die Kirche in Deutschland insgesamt? Stetter-Karp: Dass wir gemeinsam darum ringen, den durch die Verbrechen des sexuellen Missbrauchs beschleunigten Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche wieder wettzumachen. 🤣 1 Zitieren
Kara Geschrieben 23. November 2025 Melden Geschrieben 23. November 2025 Hauptsache, man hat sich gegen die AfD abgegrenzt 🙄. 1 Zitieren
Kara Geschrieben 23. November 2025 Melden Geschrieben 23. November 2025 Werden Oster/Vorderholzer/Woelki da jetzt eigentlich mitmachen? Gibt es schon ein Statement dazu? Habe keines gefunden. Vielleicht warten sie auch die Reaktion Roms ab. Zitieren
Werner001 Geschrieben 23. November 2025 Melden Geschrieben 23. November 2025 vor 33 Minuten schrieb Kara: Vielleicht warten sie auch die Reaktion Roms ab. Entweder sie finden es richtig, dann sollten die mitmachen, oder sie finden es falsch, dann sollten sie nicht mitmachen. Wozu sind sie da und nütze, wenn sie nur darauf warten, was Rom sagt? Werner Zitieren
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