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Synodaler Weg - schon versperrt?


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Geschrieben
vor 6 Minuten schrieb rorro:

 

Solch eine Wortwahl wäre in der Ta der für mich einzig akzeptable Weg mit dem Respekt vor dem Amt - doch ich befürchte, daß er nicht der normale Usus ist...

 

Wäre interessant, ob man auf so einen Brief eine Antwort vom Bischof erhalten würde und ob diese Antwort dem Gläubigen gegenüber genauso wohlwollend formuliert wäre.

 

Ansonsten weiss ich nicht, wie weit Gehorsam gegenüber einem Bischof gehen sollte. Beim Militär geht es ja auch nicht ohne Gehorsam, aber einen offensichtlich verbrecherischen Befehl dürfte ein Soldat zum Beispiel ablehnen bzw. er müsste ihn sogar ablehnen um nicht selbst eines Verbrechens schuldig zu werden.

 

Ich denke doch irgendwo gibt es auch eine Grenze des Gehorsams gegenüber dem Bischof, da wo zum Beispiel offensichtlich wird, dass er seine Privatmeinung über die Lehre der Kirche stellt oder wenn er versucht eine politisch-ideologische Agenda in die Kirche hineinzutragen oder ähnliches.

 

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 4 Minuten schrieb Guppy:

Ich denke doch irgendwo gibt es auch eine Grenze des Gehorsams gegenüber dem Bischof, da wo zum Beispiel offensichtlich wird, dass er seine Privatmeinung über die Lehre der Kirche stellt oder wenn er versucht eine politisch-ideologische Agenda in die Kirche hineinzutragen oder ähnliches.

 

Was offensichtlich erscheint, muß es in der Wirklichkeit nicht sein. Auch da lohnt sich ein höfliches Nachfragen, ob es sich um eine Lehrmeinung im Namen Jesu oder eine persönliche handelt. Der Bischof ist die personifizierte Verbindung der Kirchen untereinander, er ist für die Einheit aus katholischer Sicht notwendig. Daher verdient jeder Bischof Respekt. Da das nicht immer leicht fällt, soviel gebe ich gerne zu, ist es auch eine gute Schule für einen selbst...

bearbeitet von rorro
Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb rorro:

Was die Morallehre angeht, so unterschieden sich bspw. die Anglikaner und Katholiken bis zum Ende des 1/3 des 20. Jh. kaum voneinander. Also, und das galt ja auch für die moral. Vorstellungen von den meisten Protestanten, gab es keinen Bedarf an Entscheidungen. Erst als das anfing sich zu differenzieren kam dieser Bedarf.

 

Allerdings muss man sagen, dass die vielleicht wichtigste Veränderung der kath. Sexuallehre ohne direktes päpstliches Zutun vonstatten kam. (Ich meine damit folgende Änderung: Der eheliche Verkehr ist nicht nur dann frei von Sünde, wenn man ein Kind zeugen will oder wenn man die eheliche Pflicht gegenüber dem fordernden (und somit sündhaft handelnden) Partner erfüllt.)

Vielmehr war es die Moraltheologie, die hier die Führungsrolle übernahm; durchgesetzt hat sich die neue und "laxe" Lehre wohl mit Alfons von Liguori. Wie die anglikanische Kirche in dieser wichtigen Frage ihre Position bestimmt und vermutlich verändert hat, und ob das parallel zum Katholizismus verlief, kann ich nicht sagen. 

 

Und in anderen Frage müsste man nun auch genauer hinsehen. Vielleicht sollten wir Grok fragen. Wir sollten uns nicht blind auf ihn verlassen und im Zweifel genauer nach-recherchieren; aber in den meisten Fällen ist das, was er schreibt, doch ziemlich akkurat und kann daher zumindest als brauchbarer Input betrachtet werden.

bearbeitet von iskander
Geschrieben (bearbeitet)
vor 9 Stunden schrieb Guppy:

Ansonsten weiss ich nicht, wie weit Gehorsam gegenüber einem Bischof gehen sollte. Beim Militär geht es ja auch nicht ohne Gehorsam, aber einen offensichtlich verbrecherischen Befehl dürfte ein Soldat zum Beispiel ablehnen bzw. er müsste ihn sogar ablehnen um nicht selbst eines Verbrechens schuldig zu werden.

 

Ich denke doch irgendwo gibt es auch eine Grenze des Gehorsams gegenüber dem Bischof, da wo zum Beispiel offensichtlich wird, dass er seine Privatmeinung über die Lehre der Kirche stellt oder wenn er versucht eine politisch-ideologische Agenda in die Kirche hineinzutragen oder ähnliches.

 

 

 

Ein Gehorsam kann es nur Gott gegenüber geben, auch bei Römisch-Katholischen, deren Lehre beinhaltet, dass der Bischof lediglich die Offenbarung präsentiert, damit die Gläubigen Gehorsam Gott gegenüber üben können.

Die Frage ist: präsentiert der Bischof die Offenbarung unfehlbar? Und: Wie steht es mit der rational-evidenten Glaubwürdigkeit dieser Unfehlbarkeit? Wenn Bischöfe unterschiedliche sich widersprechende Dinge als Offenbarung präsentieren, kann es keine rational-evidente Glaubwürdigkeit hinsichtlich ihrer Unfehlbarkeit geben. Hier wäre dann das Machtwort des Papstes erforderlich. Wenn aber auch der Papst sich um eine klare Stellungnahme herumdrückt, dann bricht das ganze Kartenhaus der Römisch-Katholischen zusammen.

 

Das mit der apostolischen Sukzession ist ja eine schöne Idee, aber ohne Glaubwürdigkeit eben nur eine Idee. Die wahren Apostel konnten Wunder wirken, um ihre Glaubwürdigkeit zu belegen.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben

Auf der Suche zum passenden Thread bin ich auf diesen hier gestoßen, denn hier findet man immer wieder Beiträge zur "Neuevangelisation".

 

Im heutigen Passauer Bistumsblatt, das mir soeben der Postbote vor die Haustür gelegt hat, finde ich einen Werbeprospekt Von meDia maRia, der die Schöningh'sche Bibel anpreist. Von der hatte ich bisher noch nicht gehört, also das Internet bemüht. Schöningh ist nicht der Übersetzer, sondern der Verleger, übersetzt wurde sie von  Eugen Henne OM.M.CAP und beschrieben wird sie als Neuauflage der Schöningh'schen Bibelübersetzung, mit Fußnoten-Anmerkungen, die sich treu an der überlieferten Lehre der katholischen Kirche ausrichten, gemäß den Richtlinien von Papst Pius XII. (1943).

 

Das Wort Gottes öffnet die Tür zum ewigen Leben. Daher ist die muttersprachliche Herausgabe der Heiligen Schrift ein ernstes Anliegen der Kirche. Jedoch sind heute viele Übersetzungen nicht mehr wortgetreu und die beigefügten Anmerkungen lassen die übernatürliche Dimension des Wortes Gottes oft nurmehr unvollkommen aufscheinen.

Mit der Neuauflage der Schöningh'schen Bibel legt Sarto Verlag nach fünfjähriger Arbeit eine bewährte Übersetzung vor, die schon in den 30er und 40er Jahren die kirchliche Druckerlaubnis erhalten hat (1936 für die Übersetzung des AT durch P. Dr. Eugen Henne und 1946 für die Übersetzung des NT durch P. Dr. Konstantin Rösch).

Der Bibeltext ist völlig neu gesetzt worden, um eine gut lesbare und gleichzeitig handliche Ausgabe in hochwertiger Ausführung zu erhalten. Die Fußnoten-Anmerkungen haben unter Anleitung von S. Ex. Vitus Huonder, emeritierter Bischof von Chur, eine Durchsicht erfahren. Diese wurden durch Pater Matthias Gaudron FSSPX, Buchautor zu biblischen Themen und Dozent am Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen, erweitert und sind eine wertvolle Hilfe zum besseren Verständnis der Texte.

 

Ob man da jetzt an Neuevangelisation denken soll?

Geschrieben
vor 20 Minuten schrieb Wunibald:

Ob man da jetzt an Neuevangelisation denken soll?

Davon mal ab, daß man selbst mit einer KI wirklich ringen muss, bis sie einem eine wortgetreue Übersetzung liefert, ist es natürlich eine "Neu-"Evangelisation. Zumindest für die Adressaten dieses Werks, sprich die formal-katholische Christenheit der Republik und vielleicht den ein oder anderen Außenstehenden, dürfte ein nicht all zu kleiner Teil der beigefügten Fußnoten überraschende Pointen bieten, die tatsächlich "neu", "unbekannt" und teilweise sogar schon "überwunden" geglaubt wurden.

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Wunibald:

Die Fußnoten-Anmerkungen haben unter Anleitung von S. Ex. Vitus Huonder, emeritierter Bischof von Chur, eine Durchsicht erfahren. Diese wurden durch Pater Matthias Gaudron FSSPX, Buchautor zu biblischen Themen und Dozent am Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen, erweitert und sind eine wertvolle Hilfe zum besseren Verständnis der Texte.

Also haben sie den „sich treu an der überlieferten Lehre der katholischen Kirche aus[gerichteten], gemäß den Richtlinien von Papst Pius XII“ Fußnoten wohl doch nicht so ganz getraut 

 

Werner

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb Wunibald:

Auf der Suche zum passenden Thread bin ich auf diesen hier gestoßen, denn hier findet man immer wieder Beiträge zur "Neuevangelisation".

 

Im heutigen Passauer Bistumsblatt, das mir soeben der Postbote vor die Haustür gelegt hat, finde ich einen Werbeprospekt Von meDia maRia, der die Schöningh'sche Bibel anpreist. Von der hatte ich bisher noch nicht gehört, also das Internet bemüht. Schöningh ist nicht der Übersetzer, sondern der Verleger, übersetzt wurde sie von  Eugen Henne OM.M.CAP und beschrieben wird sie als Neuauflage der Schöningh'schen Bibelübersetzung, mit Fußnoten-Anmerkungen, die sich treu an der überlieferten Lehre der katholischen Kirche ausrichten, gemäß den Richtlinien von Papst Pius XII. (1943).

 

Das Wort Gottes öffnet die Tür zum ewigen Leben. Daher ist die muttersprachliche Herausgabe der Heiligen Schrift ein ernstes Anliegen der Kirche. Jedoch sind heute viele Übersetzungen nicht mehr wortgetreu und die beigefügten Anmerkungen lassen die übernatürliche Dimension des Wortes Gottes oft nurmehr unvollkommen aufscheinen.

Mit der Neuauflage der Schöningh'schen Bibel legt Sarto Verlag nach fünfjähriger Arbeit eine bewährte Übersetzung vor, die schon in den 30er und 40er Jahren die kirchliche Druckerlaubnis erhalten hat (1936 für die Übersetzung des AT durch P. Dr. Eugen Henne und 1946 für die Übersetzung des NT durch P. Dr. Konstantin Rösch).

Der Bibeltext ist völlig neu gesetzt worden, um eine gut lesbare und gleichzeitig handliche Ausgabe in hochwertiger Ausführung zu erhalten. Die Fußnoten-Anmerkungen haben unter Anleitung von S. Ex. Vitus Huonder, emeritierter Bischof von Chur, eine Durchsicht erfahren. Diese wurden durch Pater Matthias Gaudron FSSPX, Buchautor zu biblischen Themen und Dozent am Priesterseminar Herz Jesu in Zaitzkofen, erweitert und sind eine wertvolle Hilfe zum besseren Verständnis der Texte.

 

Ob man da jetzt an Neuevangelisation denken soll?

 

Diese Bibel habe ich auch. Die ist wunderschön, sehr hochwertig, mit vielen schönen Illustrationen und wirklich sehr gut zu lesen. Die Fußnoten finde ich sehr hilfreich für das Texverständnis. Kann ich nur empfehlen.

Geschrieben
vor 17 Stunden schrieb Wunibald:

Ob man da jetzt an Neuevangelisation denken soll?

Was soll das überhaupt bedeuten? Dass irgendjemand, der noch nicht evangelisiert worden war, nun zum ersten Mal evangelisiert wird? Oder dass jene, die bereits evangelisiert worden waren, jetzt erneut und zwar mit einer bzgl. Inhalt und/oder Methode neuen Evangelisierung bedacht werden?

Geschrieben

Ob die, die jetzt evangelisiert werden sollen, dies jemals wurden, ist fraglich. Viele - wie ich damals - wurden sakramentalisiert, aber nicht evangelisiert.

Geschrieben
vor 8 Minuten schrieb rorro:

Ob die, die jetzt evangelisiert werden sollen, dies jemals wurden, ist fraglich. Viele - wie ich damals - wurden sakramentalisiert, aber nicht evangelisiert.

Evangelisierung, wenn sie nicht nur sehr High-Level ist, ist halt auch zeitbedingt 

 

Werner

Geschrieben

„Bewusst mit Unschärfen gearbeitet“: Kirchenrechtler Hallermann über Synodalkonferenz

 

Der emeritierte Würzburger Kirchenrechtler Heribert Hallermann hat mit Blick auf die am Wochenende verabschiedete Satzung der Synodalkonferenz festgehalten: „Wie schon so oft im sogenannten ‚synodalen Prozess‘ wird auch an dieser Stelle deutlich, dass ganz bewusst mit Unschärfen gearbeitet wird, um das eigene Anliegen voranzubringen.“ Konkret bezog er sich dabei auf die Verweise auf das Abschlussdokument* der von Papst Franziskus lancierten Weltsynode, die sich in der Satzung finden.

Während das deutsche Dokument behaupte, die Synodalkonferenz „berät und fasst Beschlüsse im Sinne ‚synodaler Entscheidungsprozesse‘... zu wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens von überdiözesaner Bedeutung“, so werden derartige synodale Entscheidungsprozesse „in der in der Satzung nicht zitierten Nr. 93 des Abschlussdokuments* der Bischofssynode“ gar nicht beschrieben, erklärte Hallermann ...

Im Abschlussdokument* werde vielmehr „klar unterschieden zwischen der Beratung einerseits, an der alle Gläubigen beteiligt werden sollen, und der Entscheidung andererseits, die auf der Grundlage des Beratungsprozesses allein den Hirten der Kirche obliegt. Mit anderen Worten: Kein synodales Gremium kann für sich unter Berufung auf dieses Abschlussdokument beanspruchen, gemeinsam beraten und entscheiden zu wollen.“

...

„Immerhin steht das klare römische Verbot im Raum, irgendwelche neuen, kirchenrechtlich nicht vorgesehenen kirchlichen Leitungsorgane einzurichten“, erläuterte er.

...

„Jeder einzelne Diözesanbischof muss sich bei der entsprechenden Abstimmung in der Vollversammlung der DBK unter Abwägung aller für ihn und für die gesamte katholische Kirche absehbaren Folgen sehr genau überlegen, ob er dieser Satzung – und implizit damit auch den unbekannten Rechtsquellen der Geschäfts- und Wahlordnung – seine Zustimmung geben kann“, mahnte Hallermann. „Immerhin ist er gemäß c. 392 § 1 CIC dazu verpflichtet, die gemeinsame Ordnung der ganzen Kirche zu fördern und auf die Befolgung aller kirchlichen Gesetze zu drängen.“

Geschrieben (bearbeitet)
vor 9 Stunden schrieb Cosifantutti:

Ein interessantes Interview mit Michael Seewald zum Thema Synodalität, Rolle der Frau in der Kirche, Lehramtsverkündigung.....

 

Dogmatiker Seewald: Neues Konzil wäre aktuell Unsinn - katholisch.de

 

Eigentlich eher ein Bericht über ein Interview, aber er bringt etwas Wesentliches gut auf den Punkt:

 

"Zudem sei zu beachten, dass ein Konzil 'bloß eine Verlängerung des Papstamtes' sei, da der Papst Einberufung, Themen und Gültigkeit der Beschlüsse kontrolliere, so Seewald weiter."

 

Man muss zudem feststellen, dass das, was er auch sonst sagt, unter westlich geprägten Theologen eine weit verbreitete Haltung sein mag, aber der offiziellen kirchl. Lehre widerspricht (z.B. die Bedeutung des Kreuzestodes für die Erlösung). Das ist von meiner Seite eine wertfreie Beschreibung; ich möchte damit nur darauf hinaus, welche Spannungen es anscheinend innerhalb der Kirche gibt. Man wird sehen, wie das weitergeht.

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb iskander:

Man muss zudem feststellen, dass das, was er auch sonst sagt, unter westlich geprägten Theologen eine weit verbreitete Haltung sein mag, aber der offiziellen kirchl. Lehre widerspricht (z.B. die Bedeutung des Kreuzestodes für die Erlösung).

 

Nein, er kritisiert, das Opfer als "notwendig" anzusehen oder es als "Lösegeld" zu verstehen. Diese Sicht darf man innerhalb der Kirche natürlich vertreten.

 

(Und schon im ersten Jahrtausend war entscheidend für die Gültigkeit eines Canons eines Ökumen. Konzils, ob der Papst ihn akzepiert. Auch wenn man es bei Wikipedia nicht findet: Johannes Scholasticus, griech. Patriarch von Konstantinopel und großer "Canon-Sammler", hat bspw. den berühmten Canon 28 des Konzils von Chalcedon in seiner Sammlung nicht drin gehabt - obwohl er wie gesagt Patriarch von Konstantinopel war und davon profitiert hätte. Nur wurde der eben von Rom immer abgelehnt. Es wurde über ihn ja auch in Abwesenheit der päpstlichen Legaten abgestimmt...)

bearbeitet von rorro
Geschrieben (bearbeitet)
vor 18 Minuten schrieb rorro:

 

(Und schon im ersten Jahrtausend war entscheidend für die Gültigkeit eines Canons eines Ökumen. Konzils, ob der Papst ihn akzepiert. Auch wenn man es bei Wikipedia nicht findet: Johannes Scholasticus, griech. Patriarch von Konstantinopel und großer "Canon-Sammler", hat bspw. den berühmten Canon 28 des Konzils von Chalcedon in seiner Sammlung nicht drin gehabt - obwohl er wie gesagt Patriarch von Konstantinopel war und davon profitiert hätte. Nur wurde der eben von Rom immer abgelehnt. Es wurde über ihn ja auch in Abwesenheit der päpstlichen Legaten abgestimmt...)

Ich denke mal, umgekehrt wird ein Schuh draus.

Etwas galt nur, wenn alle zustimmen, und „alle“ ist halt auch, neben anderen, der Patriarch von Rom.

 

Wenn die römische Geschichtsklitterung des 19. Jhdts daraus macht, allein die Zustimmung des römischen Bischofs sei für die Gültigkeit von Belang, ist das schlicht Unsinn.

 

Nicht einmal bei den mittelalterlichen rein westlichen Regionalsynoden (fälschlicherweise „Konzil“ genannt), ging man von der unbedingten Notwendigkeit einer römischen Zustimmung aus, wenn sich der Rest der lateinischen Kirche einig war, siehe Konstanz, siehe Basel.

 

Keiner der dort versammelten Bischöfe kam auch nur auf die Idee, das, was entschieden würde, bedürfe unbedingt der Zustimmung des Bischofs von Rom.

 

Sonst hätte man dort ja garnicht erst etwas beschließen dürfen.

 

Werner

 

bearbeitet von Werner001
Geschrieben

Man kann kann das einem einfachen profanen Beispiel verdeutlichen.

In der EU müssen viele Beschlüsse einstimmig sein. Wenn nun in Brüssel zwei Beschluss verfasst werden, und alle haben schon zugestimmt, nur Ungarn nicht, und wenn Orban dann sagt „dem ersten stimme ich zu, dem zweiten nicht“, dann tritt der erste in Kraft, der zweite nicht.

Daraus nun ableiten zu wollen, Orban habe ein anerkanntes Jurisdiktionsprimat über die gesamte EU ist doch mehr als abwegig.

Und so ist das auch mit dem Bischof von Rom und den alten Konzilien. Seine Zustimmung war nötig, ganz genau so wie die Zustimmung der anderen auch

 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)
vor 25 Minuten schrieb Werner001:

Ich denke mal, umgekehrt wird ein Schuh draus.

Etwas galt nur, wenn alle zustimmen, und „alle“ ist halt auch, neben anderen, der Patriarch von Rom.

 

Wenn die römische Geschichtsklitterung des 19. Jhdts daraus macht, allein die Zustimmung des römischen Bischofs sei für die Gültigkeit von Belang, ist das schlicht Unsinn.

 

Nicht einmal bei den mittelalterlichen rein westlichen Regionalsynoden (fälschlicherweise „Konzil“ genannt), ging man von der unbedingten Notwendigkeit einer römischen Zustimmung aus, wenn sich der Rest der lateinischen Kirche einig war, siehe Konstanz, siehe Basel.

 

Keiner der dort versammelten Bischöfe kam auch nur auf die Idee, das, was entschieden würde, bedürfe unbedingt der Zustimmung des Bischofs von Rom.

 

Sonst hätte man dort ja garnicht erst etwas beschließen dürfen.

 

Werner

 

 

1. Konzil ist der lateinische Begriff für das griechische Synode - auch wenn sie heute unterschiedlich benutzt werden

 

2. und nein, Alexandria hat Chalcedon abgelehnt - bis heute - und es gilt trotzdem.

 

3. und was gilt von Konstanz und Basel heute noch ohne päpstliche Zustimmung (oder von mir aus auch im Jahr 1600)? Eben.

 

So zu tun, als wäre der Universalprimat des Papstes eine arge Neuentwicklung zeigt eine Unkenntnis der Historie  (oder bewußte Unterschlagung gewußter Fakten). Es wird auch durch Wiederholung nicht wahrer, nur weil's der eigenen Agenda paßt.

bearbeitet von rorro
Geschrieben

@Werner001

 

Hätte man damals schon das heutige Kirchen-Verständnis gehabt, wären Konzilien zudem völlig überflüssig gewesen. Höchstens eine Gnadengabe des Papstes, der ganz ohne Bischöfe absolut alles kann an die Bischöfe, die ohne ihn absolut nichts können. Aber das war nicht das damalige Verständnis, und es war auch nicht einmal im ausgehenden Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit die herrschende Überzeugung. Ich erinnere mich an eine Passage (habe sie hier auch irgendwo gepostet), nach der Kaiser Karl V. dem Papst wegen seiner starren Haltung im Angesicht der Reformation mit einem Konzil drohte und der Papst dieses unbedingt verhindern wollte. 

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb rorro:

und nein, Alexandria hat Chalcedon abgelehnt und es gilt trotzdem.

Da ging es um Basics. Um die Frage, wer teilt den Glauben, wer nicht.

Konsequenterweise ist jeder bei seinem geblieben und man hat sich getrennt.

Aber Alexandria war eben dann nicht mehr in der Gemeinschaft, und die in der Gemeinschaft waren sich einig.

Aber keiner hat irgendein angebliches römisches Primat akzeptiert. Keiner hat Chalzedon akzeptiert, weil Rom das so wollte.

 

 

Bei den von dir zitierten Kanones ging es, wenn ich es recht erinnere, um Pipifax a la „wer hat den längeren, der von Rom oder der von Konstantinopel“.

 

OK, den Schwachköpfen damals wäre durchaus zuzutrauen gewesen, dass man sich deswegen gegenseitig exkommuniziert, aber vielleicht hat da ja ausnahmsweise mal die Vernunft gesiegt.

 

Werner

 

PS: ich meine natürlich dren längeren Bischofsstab

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb iskander:

@Werner001

 

Hätte man damals schon das heutige Kirchen-Verständnis gehabt, wären Konzilien zudem völlig überflüssig gewesen. Höchstens eine Gnadengabe des Papstes, der ganz ohne Bischöfe absolut alles kann an die Bischöfe, die ohne ihn absolut nichts können. Aber das war nicht das damalige Verständnis, und es war auch nicht einmal im ausgehenden Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit die herrschende Überzeugung. Ich erinnere mich an eine Passage (habe sie hier auch irgendwo gepostet), nach der Kaiser Karl V. dem Papst wegen seiner starren Haltung im Angesicht der Reformation mit einem Konzil drohte und der Papst dieses unbedingt verhindern wollte. 

 

Der Papst hat den Ketzertaufstreit entschieden (ca. Jahr 256); hat das Osterdatum festgelegt (Anweisung des Konzils von Nizäa I - der Bischof von Alexandrien hatte es nach Berechnung nach Rom zu melden und der Papst hat es dann "weltweit" festgelegt); war der Referenzpunkt für den damaligen Kaiser bei 2. Ökumen. Konzil (Konstantinopel I), der über die Orthodoxie entschied: was der Bischof von Rom glaubte, galt es anzunehmen.

 

Es hilft das zu wissen. Die Rolle des Papstes ist nichts neues und er war nie "Erster unter gleichen".

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb rorro:

und was gilt von Konstanz und Basel heute noch ohne päpstliche Zustimmung (oder von mir aus auch im Jahr 1600)? Eben.

Und gilt Chalzedon in Alexandria, obwohl der  Römer das wollte? 
Eben.

 

Es gilt, was sich als gültig entwickelt hat, völlig ohne eine erfundene römische Jurisdiktionsvollmacht.

 

Die angebliche römische Vollmacht beschränkt sich auf die, die sie freiwillig akzeptieren. Alexandria, Konstantinopel, Canterbury, Seleukia-Ktesiphon, Genf, Wittenberg, die umd andere akzeptieren sie nicht

 

Ich kann mich auch hinstellen und behaupten, ich hätte eine göttliche Vollmacht über alle Menschen. Alle, die sich an die Stirn tippen, wenn ich von ihnen Gehorsam fordere, erkläre ich für fehlerhaft, und die, die meine Behauptung akzeptieren, zu wahren Menschen. 
Und schwupps, schon habe ich Vollmacht über alle (wahren) Menschen.

 

Aber nicht von Gott, sondern aufgrund der Freiwilligkeit der sich mir Unterwerfenden.

 

Mehr als ein solcher Taschenspielertrick ist die römische Jurisdiktionsvollmacht auch nicht.

 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)
vor 12 Minuten schrieb Werner001:

Da ging es um Basics. Um die Frage, wer teilt den Glauben, wer nicht.

Konsequenterweise ist jeder bei seinem geblieben und man hat sich getrennt.

Aber Alexandria war eben dann nicht mehr in der Gemeinschaft, und die in der Gemeinschaft waren sich einig.

Aber keiner hat irgendein angebliches römisches Primat akzeptiert. Keiner hat Chalzedon akzeptiert, weil Rom das so wollte.

 

Ach was. Und die überlieferte Aussage der versammelten Konzilsväter zum Tomus Leonis "Petrus hat gesprochen!" heißt warscheinlich auch nichts. Nee ist klar.

 

vor 12 Minuten schrieb Werner001:

Bei den von dir zitierten Kanones ging es, wenn ich es recht erinnere, um Pipifax a la „wer hat den längeren, der von Rom oder der von Konstantinopel“.

 

OK, den Schwachköpfen damals wäre durchaus zuzutrauen gewesen, dass man sich deswegen gegenseitig exkommuniziert, aber vielleicht hat da ja ausnahmsweise mal die Vernunft gesiegt.

 

Nach dem Konzil hat sich der Patriarch von K. beim Bischof von Rom für den Canon 28 entschuldigt. Den Brief kannst Du online bei documentacatolicaomnia.eu nachlesen. Gibt's im Netz soweit ich weiß nur da und ist auf Latein eingescannt, also schlecht hier rein zu kopieren.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb rorro:

Anweisung des Konzils von Nizäa I - der Bischof von Alexandrien hatte es nach Berechnung nach Rom zu melden und der Papst hat es dann "weltweit" festgelegt

Erinnert mich an den alten Witz: die Uhr schlägt 5, der Maurer ruft „es ist Feierabend!“

Da ruft der Polier: „ICH entscheide wann Feierabend ist! Die Uhr hat 5 geschlagen: Feierabend!“

 

Alexandria hat es ausgerechnet und Rom durfte es verkünden? Klar das beweist natürlich unzweifelhaft, dass Rom das Osterdatum festgelegt hat und alle anderen untertänigst darauf warteten, was Rom „festlegt“y

Oh bitte!

 

Werner

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