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Synodaler Weg - schon versperrt?


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Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb rorro:

Noch einmal, es geht darum den Glauben anzubieten, nicht darum ihn zu verkaufen nach Gesetzen des Marktes (sinkt die Nachfrage, muss der Preis sinken).

Abgesehen davon könnte man auch mal zur Kenntnis nehmen, welcher Art von Kirche sich die jungen Leute heute vermehrt wieder zuwenden. In Frankreich und anderswo.

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Kara:

Abgesehen davon könnte man auch mal zur Kenntnis nehmen, welcher Art von Kirche sich die jungen Leute heute vermehrt wieder zuwenden. In Frankreich und anderswo.

Dem Islamismus wenden sich auch verstärkt junge Menschen zu. 
Was soll das also belegen? Jedenfalls nicht, dass es gut und richtig sein muss.

 

Werner

Geschrieben
vor 29 Minuten schrieb Werner001:

Was soll das also belegen?

Es widerlegt die Behauptung, dass sich die Kirche von ihrer Lehre entfernen muss um wieder attraktiv zu werden.

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb Kara:

Es widerlegt die Behauptung, dass sich die Kirche von ihrer Lehre entfernen muss um wieder attraktiv zu werden.

Um Katrin Göring-Eckardt zu referenzieren: Die Kirche wird sich verändern und ich freu mich drauf.

Stigma statt Baukran ist ja auch weitaus humaner. Oder so.

 

Oder es läuft wie bei den Mormonen (die Ähnlichkeiten zur Katholika sind ohnehin frappierend) und die Leute sind zwar aktiv und finden das alles ganz toll, rücken auch keinen mm von der Lehre ab, im Privaten aber wird defacto getan, was Spaß macht. Das ist zwar auch in der Katholika nichts Neues, aber sich über diese Doppelmoral zu freuen, finde ich etwas grotesk.

 

Wobei, sich auf der Suche nach einer Moral an die Katholika zu wenden und dort gleich zwei zum Preis von einer zu bekommen ist natürlich ein Schnäppchen.

 

Und nein, ich halte diese Sucher überhaupt nicht für bewusst doppelmoralisch oder für nicht ernsthaftig, im Gegenteil. Ich denke nur, der Katholische Glauben, also der "wahre" nicht der böse Volksglauben der Friede-Freude-Eierkuchen-Gemeinschaft ist überhaupt nicht verstehbar. Darauf ist er ja auch gar nicht  (mehr) angelegt. 

Geschrieben
vor 12 Minuten schrieb Kara:

Es widerlegt die Behauptung, dass sich die Kirche von ihrer Lehre entfernen muss um wieder attraktiv zu werden.

Ich sag mal so: jede, ausnahmslos jede Lehre ist für Leute attraktiv, aber keine Lehre ist für alle Leute attraktiv.

Deshalb ist es letztlich gleichgültig, ob die Kirche ihre Lehre ändert oder nicht, einem Teil wird es gefallen, einem Teil nicht.

 

Der Mehrzahl der Leute wird es gleichgültig sein.

 

Das eigentliche Problem scheint mir zu sein, dass vielen Leuten das Etikett „RKK“ wichtiger ist als der Inhalt, denn jeder könnte seinen bevorzugten Inhalt finden, nur halt mit anderem Etikett darauf.

Wenn man erst mal verstanden hat, dass doch eigentlich der Inhalt wichtig ist und nicht das Etikett, dann ist die Lösung einfach und naheliegend, aber man bekommt halt von klein auf eingetrichtert, dass nur das zählt, auf dem das richtige Etikett drauf ist (geniales Marketing!).
Darum glauben viele, man müsste den Inhalt ersetzen, der ihnen nicht schmeckt, dürfe aber auf gar keinen Fall was am Etikett machen. 

 

Werner

 

Geschrieben
vor 29 Minuten schrieb Werner001:

aber man bekommt halt von klein auf eingetrichtert, dass nur das zählt, auf dem das richtige Etikett drauf ist (geniales Marketing!).

 

Von wem?

Geschrieben
vor 8 Minuten schrieb rorro:

 

Von wem?

Du bist nicht katholisch sozialisiert? Dann kennst du das natürlich nicht.

 

Werner

Geschrieben
vor 46 Minuten schrieb Werner001:

Ich sag mal so: jede, ausnahmslos jede Lehre ist für Leute attraktiv, aber keine Lehre ist für alle Leute attraktiv.

Deshalb ist es letztlich gleichgültig, ob die Kirche ihre Lehre ändert oder nicht, einem Teil wird es gefallen, einem Teil nicht.

 

Der Mehrzahl der Leute wird es gleichgültig sein.

Ja, das sehe ich auch so.

 

vor 46 Minuten schrieb Werner001:

Darum glauben viele, man müsste den Inhalt ersetzen, der ihnen nicht schmeckt, dürfe aber auf gar keinen Fall was am Etikett machen. 

Dass das viele glauben, sehe ich auch so. Der Grund ist aber m.M.n. nicht der, dass ihnen das eingetrichtert wurde. Und ja, ich wurde katholisch sozialisiert.

Geschrieben
vor 6 Minuten schrieb Kara:

Dass das viele glauben, sehe ich auch so. Der Grund ist aber m.M.n. nicht der, dass ihnen das eingetrichtert wurde. Und ja, ich wurde katholisch sozialisiert.

Aus welchem Grund sonst ist es vielen so wichtig, dass RKK draufsteht, obwohl ihnen nicht gefällt, was drin ist?

MMn deshalb, weil man ihnen von klein auf gesagt hat, dass es nur das Wahre ist, wenn RKK drauf steht. 

 

Werner

Geschrieben
vor 25 Minuten schrieb Werner001:

Du bist nicht katholisch sozialisiert?

 

Doch. Aber anscheinend anders.

Geschrieben
vor 6 Minuten schrieb Werner001:

Aus welchem Grund sonst ist es vielen so wichtig, dass RKK draufsteht, obwohl ihnen nicht gefällt, was drin ist?

 

Weil die Identität oft gefühlsbasiert ist und Gefühle wichriger sind als Fakten. Außerdem will man die Identitätszuschreibung nicht anderen überlassen.

 

Die meisten wurden ja auch nicht "katholisch" sozialisiert, sondern gehörten zu einer Pfarrei in irgendeinem Gebiet, die sich eben katholisch nannte. Ob das, was da so verkündet wurde katholisch war, ob die Liturgie katholisch war, ob da der Glaube an Jesus von Nazareth Kern des Ganzen war - das sind noch einmal ganz andere Fragen.

 

Man kann sehr gut "katholisch" sozialisiert worden sein ohne vom Glauben allzuviel mit bekommen zu haben (und dementsprechend sieht die Bindung außerhalb dieser erlebten Pfarrei dann auch aus).

Geschrieben
vor 23 Minuten schrieb rorro:

 

Doch. Aber anscheinend anders.

Und niemand hat dir gesagt, es sei wichtig und einzig richtig, katholisch zu sein? 
Spannend.

 

Werner

Geschrieben
vor 21 Minuten schrieb rorro:

Man kann sehr gut "katholisch" sozialisiert worden sein ohne vom Glauben allzuviel mit bekommen zu haben

Das ist allerdings richtig. 
 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)
vor 17 Minuten schrieb Werner001:

Und niemand hat dir gesagt, es sei wichtig und einzig richtig, katholisch zu sein? 
Spannend.

 

Nicht mal ansatzweise.

 

Ich kenne aber solche Fälle der früheren Generation: betagte Freunde meiner betagten Eltern sind nur verheiratet, weil sie keinen Protestanten heiraten durfte...

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb rorro:

 

Nicht mal ansatzweise.

 

Ich kenne aber solche Fälle der früheren Generation: betagte Freunde meiner betagten Eltern sind nur verheiratet, weil sie keinen Protestanten heiraten durfte...

Na, dann liegt es vielleicht an meinem Alter. Aber schön, wenn du deinen Kindern von Anfang an sagst, dass es egal sei, ob und was sie glauben. Dann haben sie eine echte Chance auf freie Entscheidung.

 

Werner

Geschrieben
Gerade eben schrieb Werner001:

Na, dann liegt es vielleicht an meinem Alter. Aber schön, wenn du deinen Kindern von Anfang an sagst, dass es egal sei, ob und was sie glauben. Dann haben sie eine echte Chance auf freie Entscheidung.

Ich bin ja nun nicht sooo viel jünger als Du, aber für mich war Katholisch zu sein, sowas wie Linkshänder zu sein. Oder Deutscher. So mehr oder weniger genetisch/tribal.

 

Die Idee, daß man einen Katholiken aus der Kirche rausschmeißen oder man selbst die Kirche verlassen könnte, war für mich nur eine Erinnerung an ein im Grunde längst überwundenes Relikt aus uralten Zeiten, das keiner mehr ernst nimmt. Ein völlig absurder Gedanke.

 

Aber ich Naivling hatte ja auch die Erbsünde für so ein längst überwundenes Relikt gehalten.

 

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb rorro:

Die meisten wurden ja auch nicht "katholisch" sozialisiert, sondern gehörten zu einer Pfarrei in irgendeinem Gebiet, die sich eben katholisch nannte.

Man wurde Etikett-katholisch sozialisiert 😁.

 

vor 1 Stunde schrieb Werner001:

Aus welchem Grund sonst ist es vielen so wichtig, dass RKK draufsteht, obwohl ihnen nicht gefällt, was drin ist?

Och nö, editiert. Ich sag lieber nix dazu. Sonst heißt es wieder, ich will Leute aus der Kirche werfen. Etwas, das man dir nie vorwerfen würde, deswegen darfst du da auch offen spekulieren 😉.

 

vor einer Stunde schrieb Werner001:

Und niemand hat dir gesagt, es sei wichtig und einzig richtig, katholisch zu sein? 

Also mir wurde das nicht so vermittelt. Es waren die 80er.

 

bearbeitet von Kara
Geschrieben
vor 53 Minuten schrieb Werner001:

Und niemand hat dir gesagt, es sei wichtig und einzig richtig, katholisch zu sein? 
Spannend.

 

Werner

Ich kenne das auch nicht. In meinem Umfeld ist die Konfessionszugehörigkeit aber im Grunde keine Glaubensangelegenheit. Sie gehört zur Heimat wie der Ort, in dem man aufgewachsen ist. Für das, was man glaubt, ist man letztlich selbst verantwortlich.  

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Kara:

Also mir wurde das nicht so vermittelt. Es waren die 80er.

Nur damit wir vom gleichen sprechen: mir wurde auch nicht erzählt, dass die Evangelischen irgendwie schlimm oder so seien,

Aber mir wurde selbstverständlich von klein auf vermittelt, dass ich katholisch bin und dass es gut und wichtig ist, katholisch zu sein, weil die anderen falsch liegen mit ihrem Glauben.

 

Ich habe ja den Eindruck, letzteres glauben du oder @rorro ebenfalls, und das hat man euch nicht als Kind schon vermittelt? 
 

Werner

Geschrieben
vor 14 Minuten schrieb Werner001:

Nur damit wir vom gleichen sprechen: mir wurde auch nicht erzählt, dass die Evangelischen irgendwie schlimm oder so seien,

Aber mir wurde selbstverständlich von klein auf vermittelt, dass ich katholisch bin und dass es gut und wichtig ist, katholisch zu sein, weil die anderen falsch liegen mit ihrem Glauben.

 

Ich habe ja den Eindruck, letzteres glauben du oder @rorro ebenfalls, und das hat man euch nicht als Kind schon vermittelt? 

 

Nein hat man mir nicht. Warum auch. Bloß weil man etwas für richtig hält gibt es keinen Grund andere abzuwerten. Sie halten das Ihrige ja auch für richtig.

Geschrieben

Man sollte nicht soviel Aufhebens um die Glaubensgemeinschaften (Konfessionen) machen. Die "katholische" "Kirche" ist die allumfassende Gemeinde der Rechtgläubigen und als solche überkonfessionell. Darin finden sich also Protestanten als auch Römisch-Katholische.

Ein Problem könnte es sein, dass die soziale Praxis streng konfessionsgebunden ist. Deshalb sollten die Rechtgläubigen halt dorthin gehen, wo es sie hinzieht. Da sie rechtgläubig sind, werden sie sich nicht von den Konfessionen eine konfessionelle Identität aufschwatzen lassen. Das wäre auch absurd, wen sich jemand, der an den einen und einzige Gott glaubt, römisch-katholisch in Abgrenzung von evangelisch oder evangelisch in Abgrenzung von römisch-katholisch fühlen würde.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Kara:

Bei uns zu Hause wurde über den Glauben nicht gesprochen (obwohl meine Eltern sehr gläubig waren/sind) und im Religionsunterricht / Kommunionsunterricht / Firmunterricht / Gottesdienst... im Grunde auch nicht 😉.

Es ist auch völlig unkatholisch über "seinen" Glauben zu sprechen. Ein faldches Wort und du bist schneller Häretiker als du "Amen" sagen kannst.

 

Man kann über "den" Glauben sprechen, aber doch bitte nicht über die individuelle Ketzerei.

 

Wahlweise wird man zur Beute der Möchtegerninquisition oder muss sich vorwerfen lassen, andere zum Abfall zu verführen. Man kann nur verlieren.

Geschrieben
vor 22 Minuten schrieb Flo77:

Man kann nur verlieren.

 

Man kann auch der Kirche vertrauen. 

 

Aber was ist schon ein 2000jähriger Glaube verglichen mit meinem intratemporalen Fettkörper, nicht wahr?

Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb rorro:

Man kann auch der Kirche vertrauen. 

Das hat man mir schon als Kind beigebracht. Ich dachte, das sei üblich bei Katholens, heute hab ich gelernt, dass es das nicht ist…

 

vor 8 Minuten schrieb rorro:

Aber was ist schon ein 2000jähriger Glaube verglichen mit meinem intratemporalen Fettkörper, nicht wahr?

Irgendwann passte dieser alte Glaube in für mich (!) wesentlichen Punkten nicht mehr zu meiner Lebensrealität.

Das war der Moment, ab dem ich anfing, das mir als Kind vermittelte Vertrauen in die Kirche zu hinterfragen. Und ich fand immer mehr Fragwürdiges.

Im Ergebnis war dann irgendwann dieses Vertrauen komplett weg.

Kulturell bin ich immer noch katholisch, eine schön zelebrierte katholische Messe finde ich spirituell sehr bereichernd, wobei es mir egal ist, ob ihr ein römischer Priester oder eine anglikanische Priesterin vorsteht. 
 

Aber was die Lehre betrifft, da mach ich mein eigenes Ding. Da können mir Dogmen und Lehrämter gestohlen bleiben.

 

Ich finde es spannend, dass wir im Grunde einen sehr ähnlichen religiösen Werdegang haben, nur mit komplett gegensätzlichem Ergebnis.

 

Werner

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