rorro Geschrieben Montag um 20:02 Melden Geschrieben Montag um 20:02 Nein, unserer Werdegang war komplett anders. Ich war nur auf dem Papier katholisch. Ging rund um Erstkommunion und Firmung häufiger (allein!) in die Kirche, der Rest der Familie noch seltener als ich. Doch christlichen Glauben hatte ich keinen, wenn ich ehrlich bin. Daher war auch nichts mit „Kirche vertrauen“ damals - es spielte in meinem Leben keinerlei Rolle. Geändert hat sich das mit Anfang 20. Vorher: quasi nichts. Zitieren
Werner001 Geschrieben Montag um 20:24 Melden Geschrieben Montag um 20:24 vor 19 Minuten schrieb rorro: Nein, unserer Werdegang war komplett anders. Ich war nur auf dem Papier katholisch. Ging rund um Erstkommunion und Firmung häufiger (allein!) in die Kirche, der Rest der Familie noch seltener als ich. Doch christlichen Glauben hatte ich keinen, wenn ich ehrlich bin. Daher war auch nichts mit „Kirche vertrauen“ damals - es spielte in meinem Leben keinerlei Rolle. Geändert hat sich das mit Anfang 20. Vorher: quasi nichts. Letzteres meinte ich. Irgendwann haben wir beide angefangen, uns mit dem Glauben zu beschäftigen, mit gegensätzlichem Ergebnis. Unser Weg ist sehr ähnlich, nur sind wir ihn in entgegengesetzte Richtungen gegangen. Werner Zitieren
Merkur Geschrieben Montag um 21:05 Melden Geschrieben Montag um 21:05 vor 2 Stunden schrieb Flo77: Es ist auch völlig unkatholisch über "seinen" Glauben zu sprechen. Das ist mir bei Bekannten im wesentlichen auch noch nicht begegnet. Bei Fremden würde ich dann ohnehin schnell abschalten. Zitieren
Werner001 Geschrieben Montag um 21:11 Melden Geschrieben Montag um 21:11 vor 5 Minuten schrieb Merkur: Das ist mir bei Bekannten im wesentlichen auch noch nicht begegnet. Bei Fremden würde ich dann ohnehin schnell abschalten. Ich sprach von Eltern und ihren Kindern. Aber offenbar bin ich in einer ziemlich exotischen Familie aufgewachsen Werner Zitieren
Flo77 Geschrieben Montag um 22:48 Melden Geschrieben Montag um 22:48 vor 3 Stunden schrieb rorro: Man kann auch der Kirche vertrauen. Natürlich kann man. Kann aber nicht jeder. Vielleicht will Gott auch einfach nicht, daß ich glaube und verweigert mir deshalb die dazu notwendige Gnade. Es ist ja nicht so, als daß ich nicht drum gebettelt hätte... Allerdings: Du glaubst nicht "den Glauben der Kirche". Zum einen, weil Du ihn vollumfänglich gar nicht kennen kannst und zum anderen, weil Glauben eine Antwort des Einzelnen ist. Du verwendest die Sprache der Kirche und die Bilder der Kirche, aber selbst wenn Du mit nur 3 Leuten sprichst, die dem Wort nach den gleichen Glauben teilen, ist es doch fünfmal ein anderer. vor 3 Stunden schrieb rorro: Aber was ist schon ein 2000jähriger Glaube verglichen mit meinem intratemporalen Fettkörper, nicht wahr? Feuer? Asche? Da war doch mal was. Und nein, dieser Glaube ist nicht 2000 Jahre alt. Einzelne Elemente ja, aber sicher nicht das ganze Konstrukt. (Und ich dachte, ich hätte ein massives Körperwahrnehmungsproblem ) 2 Zitieren
Spadafora Geschrieben Gestern um 05:50 Melden Geschrieben Gestern um 05:50 Am 8.2.2026 um 13:08 schrieb Guppy: Steht im Katechismus. Von einer Schule in kirchlicher Trägerschaft sollte man als katholische Eltern erwarten dürfen, dass der Unterricht sich dort am Katechismus orientiert. Deshalb wählt man extra eine katholische Schule. auch eine Schule in kirchlicher Trägerschaft hat sich an den Lehrplan zu halten oder sie verzichten auf ihre Mitwirkung im Schulsystem und im Lehrplan steht das Gegenteil, Schulen können ja nicht unterrichten, was ihnen lustig ist Zitieren
Spadafora Geschrieben Gestern um 05:51 Melden Geschrieben Gestern um 05:51 Am 8.2.2026 um 13:09 schrieb Guppy: Wenn Erwachsene fremde Kinder mit solchen Themen konfrontieren, noch dazu unter Zwang (Schulpflicht), ist das eindeutig eine Form von Missbrauch, nichts anderes. Im Gesetz steht was anderes Zitieren
rorro Geschrieben Gestern um 07:36 Melden Geschrieben Gestern um 07:36 vor 1 Stunde schrieb Spadafora: Im Gesetz steht was anderes Katholiken sollten gelernt habe, daß es nicht gut ist, wenn wir einfach nur die gerade herrschende Meinung abnicken. Zitieren
Shubashi Geschrieben Gestern um 07:38 Melden Geschrieben Gestern um 07:38 19 hours ago, Kara said: Abgesehen davon könnte man auch mal zur Kenntnis nehmen, welcher Art von Kirche sich die jungen Leute heute vermehrt wieder zuwenden. In Frankreich und anderswo. Die Frage ist doch, ob das nicht einfach erstmal ein soziales Phänomen ist, dass auf Emotionalisierung beruht, und dem Wunsch nach engagierter Zugehörigkeit. Von diesem Wunsch profitieren bei jungen Menschen gerade über die sozialen Medien wohl alle Arten von „Radikalen“, @Werner001 hat auch explizit die Islamisten benannt. Ich verstehe diesen Appell, aber zum Christentum gehört für mich eben am Ende unbedingt auch die „intellektuelle“ Entscheidung zur Lehre Jesu Christi. Dieser wird in meinen Augen immer auch „kritisch“ ausfallen müssen - weil eben Religion schlicht auch ein soziales Konstrukt ist, das anfällig für Missbrauch ist, in spiritueller, emotionaler oder politischer Hinsicht. Wir sehen das aktuell v.a. in Russland und den USA; auch das Christentum kann als gewalttätige Hassreligion gelehrt werden. Weshalb ich den Katholizismus (nicht zuletzt wg. einer Reihe beeindruckender Päpste in der Moderne) auf einem vergleichsweise guten Weg sehe. Nur: der jede Konfession übergreifende Kern bleibt für mich die Botschaft Jesu, und ich glaube daran, dass sie für alle Menschen gleichermaßen eine gute, tröstende und erlösende sein kann - und dazu muss ich sie auch als Katholik öfters abseits von all dem ganzen regulativem oder traditionalistischen Zeug sehen, was 2000 Jahre menschlichen Irrens oder autoritären Machtstrebens darumverwickelt haben. Zitieren
rorro Geschrieben Gestern um 08:44 Melden Geschrieben Gestern um 08:44 vor 58 Minuten schrieb Shubashi: Die Frage ist doch, ob das nicht einfach erstmal ein soziales Phänomen ist, dass auf Emotionalisierung beruht, und dem Wunsch nach engagierter Zugehörigkeit. Schon interessant, daß du da diesen Maßstab anlegst, während für Dich die soziale gesellschaftliche Zugehörigkeit (im Sinne des Anpassens der Lehre an den gesellschaftl. Mainstream) nicht unter dem selben Verdacht stehen würde. Warum eigentlich nicht? vor 58 Minuten schrieb Shubashi: aber zum Christentum gehört für mich eben am Ende unbedingt auch die „intellektuelle“ Entscheidung zur Lehre Jesu Christi. Dieser wird in meinen Augen immer auch „kritisch“ ausfallen müssen - weil eben Religion schlicht auch ein soziales Konstrukt ist, das anfällig für Missbrauch ist, in spiritueller, emotionaler oder politischer Hinsicht. Was es für Dich sein muß, ist Dein Ding. "Fides et Ratio" ist ja dem katholischen Christentum inhärent (nicht "Fides ex Ratio", was Kritiker schon mal daraus ableiten), insofern steht es den "test of time". Die Frage ist eben, ob "kritisch" nicht zuletzt auch selbstkritisch bedeutet - nach meiner Erfahrung mit ach so "kritischen" Zeitgenossen viel zu selten. vor 58 Minuten schrieb Shubashi: Wir sehen das aktuell v.a. in Russland und den USA; auch das Christentum kann als gewalttätige Hassreligion gelehrt werden. Das geht eben leichter, wenn man keine supranationale Entscheidungsinstanz hat. Deswegen wird die kath. Kirche auch von Diktatoren und Demagogen so gerne eingehegt... vor 58 Minuten schrieb Shubashi: und dazu muss ich sie auch als Katholik öfters abseits von all dem ganzen regulativem oder traditionalistischen Zeug sehen, was 2000 Jahre menschlichen Irrens oder autoritären Machtstrebens darumverwickelt haben. Wenn Du irrtumslos weißt, was das menschliche Irren war, Glückwunsch! ich traue mir das nicht zu (und vertraue auch da wieder dem Urteil der Kirche) 1 Zitieren
Flo77 Geschrieben Gestern um 08:52 Melden Geschrieben Gestern um 08:52 vor 3 Minuten schrieb rorro: Deswegen wird die kath. Kirche auch von Diktatoren und Demagogen so gerne eingehegt... Du meinst die Kirche, die sich in der Vergangenheit gerne hemmungslos mit den Diktatoren der Welt ins Bett gelegt hat und die noch gegenüber jedem Tyrannen ordentlich Beschwichtigungsarbeit vollführt? Leo könnte ja mal versuchen in China Pastor Aeternus durchzusetzen... Zitieren
rorro Geschrieben Gestern um 08:58 Melden Geschrieben Gestern um 08:58 (bearbeitet) vor 19 Minuten schrieb Flo77: Du meinst die Kirche, die sich in der Vergangenheit gerne hemmungslos mit den Diktatoren der Welt ins Bett gelegt hat und die noch gegenüber jedem Tyrannen ordentlich Beschwichtigungsarbeit vollführt? Leo könnte ja mal versuchen in China Pastor Aeternus durchzusetzen... Ich sage es mal so: es ist besser geworden, aber mancherorts noch lange nicht gut. Zu große Nähe zur staatlichen Macht ist nie gut. bearbeitet Gestern um 09:12 von rorro Zitieren
Werner001 Geschrieben Gestern um 09:15 Melden Geschrieben Gestern um 09:15 vor 29 Minuten schrieb rorro: Wenn Du irrtumslos weißt, was das menschliche Irren war, Glückwunsch! ich traue mir das nicht zu (und vertraue auch da wieder dem Urteil der Kirche) Zur Beurteilung ob und wie sich die Kirche irrt, vertraust du dem Urteil der Kirche? Ja, kann man machen. Ich irre mich übrigens nie. Das kannst du mir ruhig glauben, denn ich irre mich ja nie… Werner Zitieren
rorro Geschrieben Gestern um 09:17 Melden Geschrieben Gestern um 09:17 vor 1 Minute schrieb Werner001: Zur Beurteilung ob und wie sich die Kirche irrt, vertraust du dem Urteil der Kirche? Zur Beurteilung, wie sich die Kirche früher geirrt hat, vertraue ich der Kirche, ja. Ich weiß oftmals auch am besten, wie ich mich früher geirrt habe - viel besser als wie andere sich geirrt haben. vor 1 Minute schrieb Werner001: Ich irre mich übrigens nie. Das kannst du mir ruhig glauben, denn ich irre mich ja nie… Dann ist ja alles bestens. Zitieren
SteRo Geschrieben Gestern um 11:18 Melden Geschrieben Gestern um 11:18 Was den begrifflichen Glauben angeht, so erscheint es mir naheliegend ein existierendes Glaubens-Denksystem als Arbeitshypothese zu verwenden. Wie denkt es sich damit? Wie redet es sich damit? Wie fühlt es sich an, wenn man damit denkt und redet? Was an dem System bereitet die größten Schwierigkeiten und was sind vielleicht die Ursachen dieser Schwierigkeiten - Ursachen in einem selbst (Introspektion, kritische Selbst-Analyse) und Ursachen in dem Glaubens-Denksystem (Inkonsistenzen, Inkongruenz)? Vertrauen in die Verfasser eines Glaubens-Denksystems ist gut, aber woher sollte dieses Vertrauen kommen, wenn nicht aus dem Glaubens-Denksystem selbst, welches ja auch die Selbstdarstellung der Verfasser beinhaltet. Ich kann zwar die Unfehlbarkeit der Verfasser als Arbeitshypothese annehmen, die (selbst-)kritische Prüfung ersetzt dies aber nicht. All dies kann jedoch nicht beantworten, ob ein Glaubens-Denksystem überhaupt einen Beitrag zum rechten Glauben leistet bzw leisten kann? Denn der rechte Glaube speist sich v.a. aus der Gottesliebe und der daraus folgenden Lebensführung. Letzteres lässt vermuten, dass ausschließlich die sittlich-moralischen Aussagen eines Glaubens-Denksystem für den rechten Glauben relevant sein können, wenn - und nur wenn - sicher ist, dass diese von Gott offenbart und nicht nur kreatürliches Konstrukt der Verfasser sind. Zitieren
iskander Geschrieben Gestern um 13:27 Melden Geschrieben Gestern um 13:27 Am 9.2.2026 um 12:33 schrieb rorro: Wieso die Lehre (und nicht die Sünde des Menschen) zur Heuchelei geführt haben soll, während es an Orten mit weitaus liberaler Lehre (EKD, Odenwaldschule, Grüne) zu nicht weniger Missbrauch kam, hat mir auch nach so vielen Jahren noch niemand schlüssig erklären können. Es geht ja keineswegs nur um den sexuellen Missbrauch Minderjähriger und Schutzbefohlener, sondern auch um viele andere negative Effekte - das hatten wir ja schon zur Genüge. Zudem gibt es in puncto Missbrauch deutlich weniger Anschuldigungen gegen zölibatäre Priester als gegen verheiratete Diakone, was durchaus Fragen dazu aufwirft, ob der Zölibat nicht doch ein Risikofaktor sein kann. Zitieren
iskander Geschrieben Gestern um 13:38 Melden Geschrieben Gestern um 13:38 Am 9.2.2026 um 09:36 schrieb Flo77: Ich denke Dein Denkfehler liegt in der Frage nach den Quellen des "Naturrechts". Natur bedeutet in diesem Zusammen NICHT die Beobachtung der Realität um uns, sondern bezieht sich auf den von Gott gedachten Idealzustand, der eben nicht nur aus der Beobachtung der Realität herleitet sondern vorallem aus der heiligen Schrift als Dokumentation der Offenbarung. Das bezweifle ich ehrlich gesagt. Wenn man sich die klassische katholische/christliche Naturrechtslehre ansieht, wie sie beispielsweise bei Thomas v. Aquin zeigt (und die schon heidnische Vorgänger hatte), dann geht es eigentlich immer um die greifbare und manifeste menschliche Natur, auf der alles andere aufbaut. Es steht immer die unstrittige Tatsache im Fokus, dass die sexuelle Anlage so benutzt werden kann, dass die zur Kinderzeugung dient. Und dasselbe scheint zu gelten für spätere lehramtliche Äußerungen oder die apologetischen Schriften moderner kath. Theologen und Philosophen: Immer ist der Ausgangspunkt die reale menschliche Biologie. Zudem wüsste ich auch nicht, wie man konkret mit der Hl. Schrift einen Großteil der entsprechenden kath. Lehre begründen sollte - außer man würde da von vornherein sehr viel hineininterpretieren. Nimm nur als Beispiel Humane viate. Die Ausgangsbasis ist dort nicht die biblische Erzählung vom Coitus interruptus von Onan, sondern letztlich eine einfache faktisch-biologische Gegebenheit: Nämlich dass sexuelle Akte - genau genommen: manche von ihnen - natürlicherweise zur Zeugung von Kindern führen können. Alles andere baut darauf auf und ist davon abhängig. Es ist hier die reale menschliche Natur, die die Grundlage der entsprechenden "naturrechtlichen" Argumentation ist. Und so auch beim Verbot aller "vollendeten" nicht-zeugungsfähiger Akte. Zitieren
Flo77 Geschrieben Gestern um 13:57 Melden Geschrieben Gestern um 13:57 vor 6 Minuten schrieb iskander: Das bezweifle ich ehrlich gesagt. Wenn man sich die klassische katholische/christliche Naturrechtslehre ansieht, wie sie beispielsweise bei Thomas v. Aquin zeigt (und die schon heidnische Vorgänger hatte), dann geht es eigentlich immer um die greifbare und manifeste menschliche Natur, auf der alles andere aufbaut. Es steht immer die unstrittige Tatsache im Fokus, dass die sexuelle Anlage so benutzt werden kann, dass die zur Kinderzeugung dient. Und dasselbe scheint zu gelten für spätere lehramtliche Äußerungen oder die apologetischen Schriften moderner kath. Theologen und Philosophen: Immer ist der Ausgangspunkt die reale menschliche Biologie. Auf diesen Unfug kam auch Kant aufgrund seines Gedankenkarussells. Man kann, wenn man will, alles mit der Natur begründen. Aber wehe man weise auf homosexuelle Bonobos, Pinguine, Delphine oder Menschen hin. Da ist das dann auf einmal eine unerklärliche Abirrung, die nur durch den Fall der Schöpfung erklärbar ist (womit es wohl im Prinzip Eva schuld ist, wenn Pinguine schwulen Sex haben?) vor 6 Minuten schrieb iskander: Zudem wüsste ich auch nicht, wie man konkret mit der Hl. Schrift einen Großteil der entsprechenden kath. Lehre begründen sollte - außer man würde da von vornherein sehr viel hineininterpretieren. Also bitte. So naiv bist Du nicht, um nicht zu wissen, daß das überall so gemacht wird. vor 6 Minuten schrieb iskander: Nimm nur als Beispiel Humane viate. Die Ausgangsbasis ist dort nicht die biblische Erzählung vom Coitus interruptus von Onan, sondern letztlich eine einfache faktisch-biologische Gegebenheit: Nämlich dass sexuelle Akte - genau genommen: manche von ihnen - natürlicherweise zur Zeugung von Kindern führen können. Alles andere baut darauf auf und ist davon abhängig. Es ist hier die reale menschliche Natur, die die Grundlage der entsprechenden "naturrechtlichen" Argumentation ist. Und so auch beim Verbot aller "vollendeten" nicht-zeugungsfähiger Akte. Ich nehme an JP2 wollte sich für Nichtkatholiken "nachvollziehbar" und "akzeptabel" ausdrücken. Nebenbei war die Onan-Geschichte lange Zeit Platzhalter für das Selbstbefriedigungsverbot, aber nicht als Gegenargument für die Verhütung im Dienst (wenngleich es sehr viel besser gepasst hätte...) Zitieren
Dies ist ein beliebter Beitrag. Chrysologus Geschrieben Gestern um 14:14 Dies ist ein beliebter Beitrag. Melden Geschrieben Gestern um 14:14 vor 41 Minuten schrieb iskander: Es geht ja keineswegs nur um den sexuellen Missbrauch Minderjähriger und Schutzbefohlener, sondern auch um viele andere negative Effekte - das hatten wir ja schon zur Genüge. Zudem gibt es in puncto Missbrauch deutlich weniger Anschuldigungen gegen zölibatäre Priester als gegen verheiratete Diakone, was durchaus Fragen dazu aufwirft, ob der Zölibat nicht doch ein Risikofaktor sein kann. Das hatten wir schon x-mal: Der Zölibat selbst ist siechr nicht Ursache des Missbrauchs ind em Sinne, dass sich da beiden Männern etwas aufstaute, dass sich dann gegen Minderjährige entlädt. Wer als Mittel dagegen die Ehe empfiehlt, der möge über sein Ehebild nachdenken. Aber - und das zeigt die Aufarbeitung recht deutlich - die Zölibatspflicht ist dazu geeignet, Männer anzuziehen, die sich mit ihrer Sexualtität nicht auseinander setzen können (oder wollen), dies schlimmstenfalls für eine besondere Begnadung halten und dann ein Ventil für etwas suchen, dass sie weder verstehen noch womit die umgehen können. Sich an Hilflosen (Kindern, eher Jugendlichen) zu vergreifen ist dann ein möglicher Ausweg. 3 1 Zitieren
iskander Geschrieben Gestern um 14:46 Melden Geschrieben Gestern um 14:46 vor 35 Minuten schrieb Flo77: Auf diesen Unfug kam auch Kant aufgrund seines Gedankenkarussells. Man kann, wenn man will, alles mit der Natur begründen. Natürlich ist das Unsinn bzw. ein kruder Fehlschluss. Aber das ist die "traditionelle" Argumentation, die im Prinzip auch im KKK und Persona humana vorgebracht wird. Dr Schluss wird gewöhnlich nicht expliziert, aber der Gedankengang scheint, soweit es um nicht-vaginale Akte geht, etwa der folgende zu sein: 1. Die Natur lehrt uns, dass der Mensch seine Geschlechtlichkeit nutzen kann, um Kinder zu zeugen. 2. Also will Gott, dass der Mensch seine Geschlechtlichkeit (unter gewissen Umständen) dazu gebraucht, Kinder zu zeugen. 3. Also will er, dass der Mensch seine Geschlechtlichkeit nur so gebraucht, dass Kinder entstehen könn(t)en. Der Fehler liegt hier nicht in einer falschen Idealisierung der Natur (die Natur wird ja korrekt beschrieben), sondern in einem Fehlschluss der Art: "X soll (unter bestimmten Umständen) für Z verwendet werden - also darf X auch nur für Z verwendet werden." vor 35 Minuten schrieb Flo77: Also bitte. So naiv bist Du nicht, um nicht zu wissen, daß das überall so gemacht wird. Aber heutzutage nicht mehr von der kath. Kirche in diesem Umfang. Und schon bei Thomas ist die Rechtfertigung des Verbots von vorehelichem Geschlechtsverkehr und von nicht-zeugungsfähigen Akten eher eine "naturrechtliche" im besagten Sinne als eine "biblische". (Anders sieht es bei konservativen Evangelikalen aus, die eine extreme Akrobatik anstellen, um alles, was sie glauben wollen irgendwie doch noch biblisch begründen zu können.) vor 35 Minuten schrieb Flo77: Nebenbei war die Onan-Geschichte lange Zeit Platzhalter für das Selbstbefriedigungsverbot, aber nicht als Gegenargument für die Verhütung im Dienst (wenngleich es sehr viel besser gepasst hätte...) Lange Zeit wurde Verhütung von den Moraltheologen auch als "Ehe-Onanismus" bezeichnet, und noch in Casti connubii beruft man sich auch auf die Onan-Geschichte, um Verhütung zu verdammen - aber seit längerem ist es eben vor allem eine "naturrechtliche" Argumentation, auf die man sich stützt. Zitieren
iskander Geschrieben Gestern um 14:51 Melden Geschrieben Gestern um 14:51 vor 32 Minuten schrieb Chrysologus: Aber - und das zeigt die Aufarbeitung recht deutlich - die Zölibatspflicht ist dazu geeignet, Männer anzuziehen, die sich mit ihrer Sexualtität nicht auseinander setzen können (oder wollen), dies schlimmstenfalls für eine besondere Begnadung halten und dann ein Ventil für etwas suchen, dass sie weder verstehen noch womit die umgehen können. Sich an Hilflosen (Kindern, eher Jugendlichen) zu vergreifen ist dann ein möglicher Ausweg. Das halte ich für glaubwürdig - nur dürft es schwierig sein, sich mit der eigenen Sexualität auseinanderzusetzen, sie zu entwickeln und sie zu integrieren, wenn jeder sexuelle Impuls im besten Fall (ohne willentliche Zustimmung) eine unbedingt zu meidende Gefahr zur schweren Sünde ist. Gibt es zu dieser offensichtlichen Schwierigkeit eigentlich so etwas wie eine offizielle kirchliche Antwort, oder zumindest so etwas wie eine innerkirchliche konservative Position? Zitieren
KevinF Geschrieben Gestern um 15:05 Melden Geschrieben Gestern um 15:05 @Shubashi Spannend Dein Beitrag, weil es darin um Wesen und Geltungsanspruch der christlichen Religion geht: 7 hours ago, Shubashi said: Ich verstehe diesen Appell, aber zum Christentum gehört für mich eben am Ende unbedingt auch die „intellektuelle“ Entscheidung zur Lehre Jesu Christi. Worin besteht Deiner Auffassung nach diese Entscheidung und worin die Lehre? Meine protestantische Prägung protestiert ja gegen die Auffassung, dass es (nur?) um eine Lehre Jesu ginge. Aber gerade deswegen finde ich einen Austausch dieser Art ja spannend. 7 hours ago, Shubashi said: Nur: der jede Konfession übergreifende Kern bleibt für mich die Botschaft Jesu, und ich glaube daran, dass sie für alle Menschen gleichermaßen eine gute, tröstende und erlösende sein kann Worin besteht diese Botschaft nach Deiner Auffassung? Zitieren
Werner001 Geschrieben Gestern um 15:09 Melden Geschrieben Gestern um 15:09 vor einer Stunde schrieb Flo77: eine unerklärliche Abirrung, die nur durch den Fall der Schöpfung erklärbar ist Das ist ja eine der absurdesten Vorstellungen überhaupt. Als ob es je eine solche nach religiösen Vorstellungen perfekte Schöpfung gegeben hätte. Und es gibt wirklich Menschen, die das allen Ernstes glauben! Werner Zitieren
Werner001 Geschrieben Gestern um 15:11 Melden Geschrieben Gestern um 15:11 vor 55 Minuten schrieb Chrysologus: Wer als Mittel dagegen die Ehe empfiehlt, der möge über sein Ehebild nachdenken. Äh, Paulus? Ok, der hatte tatsächlich ein sonderbares Ehebild Werner 2 Zitieren
Werner001 Geschrieben Gestern um 15:16 Melden Geschrieben Gestern um 15:16 vor 57 Minuten schrieb Chrysologus: Aber - und das zeigt die Aufarbeitung recht deutlich - die Zölibatspflicht ist dazu geeignet, Männer anzuziehen, die sich mit ihrer Sexualtität nicht auseinander setzen können (oder wollen), dies schlimmstenfalls für eine besondere Begnadung halten Das unterschreibe ich sofort. Natürlich werden die nicht alle zu Missbrauchstätern, schon klar. Aber die andere Seite dieses Aspektes ist, dass die Zahl derer, die sich mit ihrer Sexualität nicht auseinandersetzen können oder wollen, sinkt. Das Internet hat dazu geführt, dass es heute unendlich viel einfacher geworden ist, sich zu informieren, Aufklärung zu bekommen usw. Das dürfte eine der Mitursachen für die stark sinkende Anzahl von „Berufungen“ sein Werner Zitieren
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