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Ephraim

Die Sünde und Notwendigkeit der Beichte

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gouvernante
vor 1 Stunde schrieb duesi:

Welchen Sinn sollte es machen, Leib und Blut Christi im Sakrament zu empfangen, wenn jemand sich nicht als Sünder vor Gott erkannt hat und damit anerkennt, dass er die durch Christus am Kreuz erwirkte Gnade, die ihm in den Sakramenten zuteil wird, nötig hat?

An erster Stelle ist die Eucharistie Nahrung für meine Gottesbeziehung. Völlig unabhängig davon, wie akut ich mich als Sünder empfinde.

An zweiter Stelle steht die wichtige Erkenntnis, dass im Eucharistieempfang selbst Sündenvergebung geschieht. Nur für bewußt begangene Todsünden erfordert die Kirche den vorhergehenden Empfang des Bußsakraments.

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duesi
vor 1 Minute schrieb Long John Silver:

 

Hast du das Konzept der Todsuende wirklich richtig verstanden?

 

Denjenigen, der im Stand der Todsuende zur Kommunion geht (oder noch gehen moechte oder innerlich kann) moechte ich sehen :-))

 

Eine solche automatische Koppelung, wie von dir formuiliert, gibt es nicht. Es gibt lediglich die Ansicht, dass Suenden zu gewissen Zeiten (in gewissen Abstaenden) gebeichtet werden sollten/muessen, damit die Eucharistie empfangen werden kann (in den meisten Faellen wird das heutzutage abgedeckt durch die Vergebung im Gottesdienst, und/oder Bussgottesdienste, weil kaum noch einer regelmaessig zu Beichte geht jede Woche). 

 

 

 

 

Ich habe deinen Beitrag zum Thema "Todsünde" gelesen. Es gibt aber unterschiedliche Auffassungen darüber, wann eine Sünde eine Todsünde ist.

Link

 

Zitat

Der Begriff der Todsünde wäre unzulässig verharmlost, würde man nur in der bewussten Revolte gegen Gott eine solche sehen oder auch nur solche schweren Sünden, die zugleich in religionsfeindlicher Absicht begangen werden. Gar nicht so selten werden schwere Sünden aber tatsächlich begangen, um Gott mehr damit zu "strafen" als das Opfer. Hier liegen regelmäßig schwerste Sünden vor.

Was eine schwere Übertretung der göttlichen Ordnung ist, wird überdies durch die Zehn Gebote und die fünf Gebote der Kirche verdeutlicht. Eine willentliche Übertretung eines der Zehn Gebote in einer schweren Sache, kann also eindeutig als Todsünde bestimmt werden.

An anderer Stelle werden als schwere Sünden Glaubensabfall (Apostasie), Mord, Ehebruch, schwere Verleumdung, Verweigerung von Hilfe in Lebensgefahr usw. aufgeführt.

Ich war schon mehrfach in der Situation, dass ich kein gutes Gewissen hatte, zur Eucharistie nach vorne zu treten. Das ist für mich immer ein Grund, nach der nächsten Gelegenheit zur Beichte zu suchen. Bei kleineren Verfehlungen reicht mir auch das Sündenbekenntnis vor dem Gottesdienst.

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gouvernante
vor 3 Minuten schrieb duesi:

Bei kleineren Verfehlungen reicht mir auch das Sündenbekenntnis vor dem Gottesdienst.

Das Sündenbekenntnis geschieht allerdings im Gottesdienst. Oder was meinst Du mit "vor dem Gottesdienst"?

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duesi
vor 8 Minuten schrieb Merkur:

Und was soll daraus folgen? Welche Konsequenzen sollte das Kind daraus ziehen?

Natürlich ist die Beichte nur bei "schwerer Materie" notwendig. Aber sie ist auch die Möglichkeit, kleinere Verfehlungen zu beichten. Wenn sich das Kind keiner schweren Verfehlungen bewusst ist, kann es erkennen, dass es gesündigt hat und bei der Erstbeichte dann seine Lieblosigkeiten und Selbstsüchteleien bekennen. Natürlich ist die Beichte dann nur einmal im Jahr nötig, wenn sich das Kind keiner schwerwiegenden Schuld bewusst ist. Aber ich sehe nach wie vor keinen Grund, die Erstbeichte als Zwang hinzustellen. Sie ist doch ein Geschenk. Wenn das Kind genug Unterscheidungsvermögen besitzt, den Leib Christi zu unterscheiden, so kann es doch auch das Unterscheidungsvermögen besitzen zu erkennen, dass es schonmal gesündigt hat.

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duesi
vor 4 Minuten schrieb gouvernante:

Das Sündenbekenntnis geschieht allerdings im Gottesdienst. Oder was meinst Du mit "vor dem Gottesdienst"?

Sorry. Mein Fehler. Ich meinte natürlich während des Gottesdienstes. "Der Herr lasse uns die Sünden nach und führe uns zum ewigen Leben". Bei leichten Verfehlungen genügt mir das. Schöner ist natürlich, wenn noch das Bekenntnis dazu kommt. Aber das ist ja nicht mehr in jeder Messe vorgesehen.

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duesi
vor 13 Minuten schrieb gouvernante:

An erster Stelle ist die Eucharistie Nahrung für meine Gottesbeziehung. Völlig unabhängig davon, wie akut ich mich als Sünder empfinde.

An zweiter Stelle steht die wichtige Erkenntnis, dass im Eucharistieempfang selbst Sündenvergebung geschieht. Nur für bewußt begangene Todsünden erfordert die Kirche den vorhergehenden Empfang des Bußsakraments.

Das unterschreibe ich vollständig. Ich meine auch nicht, sich "akut als Sünder zu empfinden". Sondern das grundsätzliche Anerkennen der Bedürftigkeit von Gottes Gnade.

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Studiosus

Ich frage mich, ganz wertfrei, wie beispielsweise wiederverheiratete Geschiedene das für sich mit dem Kommunionempfang ausmachen. Jetzt ohne die neueren Erkenntnisse von Amoris laetitia zu berücksichtigen. Entweder halten sie selbst ihre Situation nicht für schwer sündhaft und empfangen deshalb oder die Gewöhnung, - die meisten werden ja more coniugum mit dem neuen Partner leben und verkehren - lässt das Sündenbewusstsein abstumpfen.

 

Des Weiteren finde es schwer, immer von außen betrachtet natürlich, Sünden, insbesondere Todsünden, zu qualifizieren. Wenn der Begriff der Sünde die willentliche und wissentliche Abkehr von Gott oder Beleidigung Gottes einschließt, dann wäre - nach dem Urteil des Hausverstandes - vieles nicht zwingend sündhaft. Ich bezweifle nämlich, dass der Fremdgeher, Dieb oder Mörder zwingend mit der manifesten Intention "Ich will Gott beleidigen und seine Gnade zurückweisen" handelt (Bitte nicht am Begriff der Beleidigung festbeißen, das ist lediglich eine sprachliche Brücke).

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Edited by Studiosus

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rorro
vor 18 Minuten schrieb gouvernante:

An erster Stelle ist die Eucharistie Nahrung für meine Gottesbeziehung. Völlig unabhängig davon, wie akut ich mich als Sünder empfinde.

 

Für eine Beziehung braucht es ja zwei. Und auch die Sicht beider ist relevant. Kannst Du mir sagen, woher Du weißt, daß es Gott vollkommen egal ist, mit welchen Sünden Du zur Kommunion gehst?

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Long John Silver
vor 4 Minuten schrieb duesi:

 Wenn das Kind genug Unterscheidungsvermögen besitzt, den Leib Christi zu unterscheiden, so kann es doch auch das Unterscheidungsvermögen besitzen zu erkennen, dass es schonmal gesündigt hat.

 

Unter diesen Voraussetzungen haette ich meine Kinder niemals zur Erstbeichte geschickt. 

 

Soweit ich das erlebte, war die Erstbeichte eingebunden in eine Katechese, dass die Eucharistie eine frohmachende Angelegenheit, die Erstbeichte war ein Element in diesem Prozess, aber da stand nicht die "Suendhaftigkeit" des Kindes im Mittelpunkt oder dass sie diese erkennen, sondern dass sie den Zusammenhang erkennen zwischen diesen Elementen. 

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Merkur
vor 7 Minuten schrieb Studiosus:

Ich frage mich, ganz wertfrei, wie beispielsweise wiederverheiratete Geschiedene das für sich mit dem Kommunionempfang ausmachen. ...

Ich denke, es kommt auf die Parallelwertung in der Laiensphäre bezüglich der Erfolgsaussichten eines Annullierungsverfahrens an. Fällt diese zu Lasten des bestehenden Ehebandes aus, wäre auch der Kommunionempfang vertretbar.

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Long John Silver
vor 11 Minuten schrieb Studiosus:

Ich frage mich, ganz wertfrei, wie beispielsweise wiederverheiratete Geschiedene das für sich mit dem Kommunionempfang ausmachen. Jetzt ohne die neueren Erkenntnisse von Amoris laetitia zu berücksichtigen. Entweder halten sie selbst ihre Situation nicht für schwer sündhaft und empfangen deshalb oder die Gewöhnung, - die meisten werden ja more coniugum mit dem neuen Partner leben und verkehren - lässt das Sündenbewusstsein abstumpfen.

 

Des Weiteren finde es schwer, immer von außen betrachtet natürlich, Sünden, insbesondere Todsünden, zu qualifizieren. Wenn der Begriff der Sünde die willentliche und wissentliche Abkehr von Gott oder Beleidigung Gottes einschließt, dann wäre - nach dem Urteil des Hausverstandes - vieles nicht zwingend sündhaft. Ich bezweifle nämlich, dass der Fremdgeher, Dieb oder Mörder zwingend mit der manifesten Intention "Ich will Gott beleidigen und seine Gnade zurückweisen" handelt (Bitte nicht am Begriff der Beleidigung festbeißen, das ist lediglich eine sprachliche Brücke).

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

 

Nein, er bricht eines der zehn Gebote. Das ist was anderes (nach meiner Ansicht). 


Aber ob jeder  Dieb und Moerder sein Verbrechen zur Beichte tragen moechte, bezweifle ich stark, warum sollte er das tun?  

 

Ich denke eher, der Wunsch zu beichten entsteht aus einem Gewissen heraus, wenn das nicht da ist, ist es nicht da. Und da kommt die christliche Bildung von Gewissen ins Spiel, naemlich das Gefuehl, dass da was nicht stimmt zwischen Gott und mir, dass da eine Schieflage besteht.

 

Edited by Long John Silver

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Flo77
vor 29 Minuten schrieb Studiosus:

Ich frage mich, ganz wertfrei, wie beispielsweise wiederverheiratete Geschiedene das für sich mit dem Kommunionempfang ausmachen. Jetzt ohne die neueren Erkenntnisse von Amoris laetitia zu berücksichtigen. Entweder halten sie selbst ihre Situation nicht für schwer sündhaft und empfangen deshalb oder die Gewöhnung, - die meisten werden ja more coniugum mit dem neuen Partner leben und verkehren - lässt das Sündenbewusstsein abstumpfen.

Die Frage stellt sich mir etwas anders: Was ist, wenn das geführte Leben tatsächlich ein Leben contra naturam ist? Was ist, wenn das eigene Ich in der Korsage der kirchlichen Anthropologie erstickt?

 

Ist ein Leben hinter einer Maske nicht die viel größere Sünde?

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Studiosus
vor 11 Minuten schrieb Flo77:

Ist ein Leben hinter einer Maske nicht die viel größere Sünde?

 

Das weiß ich nicht. Ich denke Wahrhaftigkeit in jeder denkbaren Bedeutung des Begriffs ist durchaus auch ein zutiefst christlicher Wert. Kann es aus der Offenbarung begründet werden, dass Gott wünscht, dass  der Mensch er selbst ist, selbst wenn dieses Man-selbst-Sein im Widerspruch zu ebenfalls der Offenbarung zu entnehmenden oder durch die Kirche formulierten Ansprüchen steht? 

 

Jedenfalls hat mich die Richtung deines Beitrages an diese alte rabbinische Geschichte erinnert, die vor allem Relilehrer gerne zum Besten geben: Warum bist Du nicht Sussja gewesen?

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Edited by Studiosus

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duesi
vor 16 Minuten schrieb Merkur:

Ich denke, es kommt auf die Parallelwertung in der Laiensphäre bezüglich der Erfolgsaussichten eines Annullierungsverfahrens an. Fällt diese zu Lasten des bestehenden Ehebandes aus, wäre auch der Kommunionempfang vertretbar.

Das ist auch ein Beispiel dafür, dass Priester hier unterschiedlich ticken. Ich bin ja selbst geschieden. Ein Priester machte mir ganz klar wichtig, dass ich auf keinen Fall eine neue Beziehung eingehen dürfe, solange meine Ehe nicht kirchlich annulliert sei. Dieser selbe Priester betonte aber auch die Barmherzigkeit Gottes, zu der ich jedes mal zurückkommen dürfe, sollte ich auf diesem Gebiet versagen. Andere Priester jedoch haben mich ganz stark und eindeutig dazu ermutigt, eine neue Beziehung einzugehen, unabhängig von einem möglichen Annullierungsverfahren. Diese Priester sahen kein Problem darin, dies mit dem Kommunionempfang zu verbinden. Aber das ist jetzt off-topic.

 

Gerade vor diesem Hintergrund empfinde ich die Erkenntnisse aus Amoris Laetitia für verwirrend. Denn hier wird aus pastoralen Gründen die Rolle des Beichtvaters gestärkt. Und damit ist man als Kirchenschaf, das wechselnde Beichtväter hat, vollkommen orientierungslos, wenn die Beichtväter sich widersprechende Empfehlungen oder Weisungen abgeben. Gerade wenn man bestrebt ist, das eigene Gewissen anhand der Lehre der Kirche auszurichten und formen zu lassen.

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Flo77
vor 21 Minuten schrieb Studiosus:

 

Das weiß ich nicht. Ich denke Wahrhaftigkeit in jeder denkbaren Bedeutung des Begriffs ist durchaus auch ein zutiefst christlicher Wert. Kann es aus der Offenbarung begründet werden, dass Gott wünscht, dass  der Mensch er selbst ist, selbst wenn dieses Man-selbst-Sein im Widerspruch zu ebenfalls der Offenbarung zu entnehmenden oder durch die Kirche formulierten Ansprüchen steht? 

 

Jedenfalls hat mich die Richtung deines Beitrages an diese alte rabbinische Geschichte erinnert, die vor allem Relilehrer gerne zum Besten geben: Warum bist Du nicht Sussja gewesen?

Nunja, der Möglichkeiten sind nicht viele:

 

Entweder die Offenbarung hat einen Knacks und Gottes Plan für mich sieht schlicht etwas anderes vor.

 

Oder aber Gott ist grausam und verpeilt, weil er mich nicht so geschaffen hat, wie es ein Leben nach den "durch die Kirche formulierten Ansprüchen" erfordern würde.

 

Oder aber alles ist Windhauch, ich sollte mich nicht so anstellen, meine seelische Gesundheit ist eh Einbildung und die Kirche hat immer Recht.

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Chrysologus
vor 2 Stunden schrieb rorro:

keine Kommunion, falls nicht vorher gebeichtet - beim gleichen Priester wohlgemerkt, sonst gibt es nix!,

Damit wird die Spendung der Eucharistie durch diesen Priester zum klaren und deutlichen Verstoß gegen c. 983 § 1 CIC - der Mann ist exkommuniziert!

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Long John Silver
vor 46 Minuten schrieb duesi:

Das ist auch ein Beispiel dafür, dass Priester hier unterschiedlich ticken. Ich bin ja selbst geschieden. Ein Priester machte mir ganz klar wichtig, dass ich auf keinen Fall eine neue Beziehung eingehen dürfe, solange meine Ehe nicht kirchlich annulliert sei. Dieser selbe Priester betonte aber auch die Barmherzigkeit Gottes, zu der ich jedes mal zurückkommen dürfe, sollte ich auf diesem Gebiet versagen. Andere Priester jedoch haben mich ganz stark und eindeutig dazu ermutigt, eine neue Beziehung einzugehen, unabhängig von einem möglichen Annullierungsverfahren. Diese Priester sahen kein Problem darin, dies mit dem Kommunionempfang zu verbinden. Aber das ist jetzt off-topic.

 

Gerade vor diesem Hintergrund empfinde ich die Erkenntnisse aus Amoris Laetitia für verwirrend. Denn hier wird aus pastoralen Gründen die Rolle des Beichtvaters gestärkt. Und damit ist man als Kirchenschaf, das wechselnde Beichtväter hat, vollkommen orientierungslos, wenn die Beichtväter sich widersprechende Empfehlungen oder Weisungen abgeben. Gerade wenn man bestrebt ist, das eigene Gewissen anhand der Lehre der Kirche auszurichten und formen zu lassen.

 

Das ist auch richtig so, denn kein Mensch kann eine absolute Regel fuer solche Entscheidungen kennen, die alles beruecksichtigt und kennt an Hintergruenden, nach der gehandelt werden muss. Die Hintergruende wird nur der Priester vor Ort, der Beichtvater, richtig kennen und nur er kann beurteilen, wie es um den Beichtenden und seine Absichten und sein Versagen steht und ihm spirituelle Hilfe fuer die Zukunft geben. 

 

Ich halte uebrigens in keinster Weise etwas von diesen Annullierungsverfahren,  aber das ist ein anderes Thema. Das ist fuer mich Betrug an sich selbst, an der Partnerin, am eigenen Leben. Das faende ich eine persoenlich eine Suende, hinterher zu tun, als existierte das alles gar nicht, aber egal, ist hier OT. Entweder ich habe ja gesagt oder nicht, dann muss ich auch die Konsequenzen tragen, dass es nicht funktionierte. So oder so. 

 

Aber ich denke, dass es richtig ist, dass solche Dinge pastoral vor Ort entschieden werden. 

 

 

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rorro
vor 2 Minuten schrieb Chrysologus:

Damit wird die Spendung der Eucharistie durch diesen Priester zum klaren und deutlichen Verstoß gegen c. 983 § 1 CIC - der Mann ist exkommuniziert!

 

Der CIC gilt nicht für orthodoxe Kirchen.

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duesi
vor 17 Minuten schrieb Flo77:

Entweder die Offenbarung hat einen Knacks und Gottes Plan für mich sieht schlicht etwas anderes vor.

 

Oder aber Gott ist grausam und verpeilt, weil er mich nicht so geschaffen hat, wie es ein Leben nach den "durch die Kirche formulierten Ansprüchen" erfordern würde.

Das habe ich auch schon manches mal gedacht. Und bin dann Kompromisse mit Gottes Geboten (wie sie in den von der Kirche formulierten Ansprüchen geglaubt werden) eingegangen. Aber letztlich hat mir das den Frieden geraubt.

 

In letzter Zeit tröstet mich das Wort Jesu "Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht". Mir hilft dabei sehr die Gemeinschaft mit anderen Christen (unterschiedlicher Konfession), mit denen wir uns gegenseitig ermutigen, an dem Weg Jesu (wie er in den von der Kirche formulierten Ansprüchen geglaubt wird) festzuhalten und jeden Tag neu, um Kraft beten, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Dass Gottes Wege dabei gut sind, spüre ich oft nicht. Sie erscheinen mir oft grausam und drückend. Aber ich habe mich dafür entschieden, darauf zu vertrauen, dass sie gut sind. Und darauf zu vertrauen, dass das Joch Jesu leichter und sanfter ist als das Joch der weltlichen Kompromisse.

 

Auch war ich erschüttert, als ich mit dem Zug am Frankfurter Hauptbahnhof ankam und mein Zug an dem Gleis hielt, an dem die Menschen Blumen platziert hatten. Da wurde mir bewusst, dass ich die Welt kein Stückchen besser machen kann, wenn ich meinen Neigungen und Gefühlen vertraue und folge. Die Welt ist gefangen in der Ausweglosigkeit des Todes. Doch wenn ich der Botschaft Jesu durch seine Kirche kompromisslos vertraue und folge, der durch Kreuz und Auferstehung den Tod besiegt hat, kann ich der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit dieser Welt etwas entgegensetzen.

 

 

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rorro
vor 54 Minuten schrieb duesi:

Das ist auch ein Beispiel dafür, dass Priester hier unterschiedlich ticken. Ich bin ja selbst geschieden. Ein Priester machte mir ganz klar wichtig, dass ich auf keinen Fall eine neue Beziehung eingehen dürfe, solange meine Ehe nicht kirchlich annulliert sei. Dieser selbe Priester betonte aber auch die Barmherzigkeit Gottes, zu der ich jedes mal zurückkommen dürfe, sollte ich auf diesem Gebiet versagen. Andere Priester jedoch haben mich ganz stark und eindeutig dazu ermutigt, eine neue Beziehung einzugehen, unabhängig von einem möglichen Annullierungsverfahren. Diese Priester sahen kein Problem darin, dies mit dem Kommunionempfang zu verbinden. Aber das ist jetzt off-topic.

 

Gerade vor diesem Hintergrund empfinde ich die Erkenntnisse aus Amoris Laetitia für verwirrend. Denn hier wird aus pastoralen Gründen die Rolle des Beichtvaters gestärkt. Und damit ist man als Kirchenschaf, das wechselnde Beichtväter hat, vollkommen orientierungslos, wenn die Beichtväter sich widersprechende Empfehlungen oder Weisungen abgeben. Gerade wenn man bestrebt ist, das eigene Gewissen anhand der Lehre der Kirche auszurichten und formen zu lassen.

 

Ich habe schon bei Beichten quasi um die Absolution betteln müssen - nicht wegen der Schwere der Sünde, sondern wegen der Uneinsichtigkeit des Priesters, daß ich hier überhaupt falsch gehandelt  habe. Es gibt leider Priester, die sich im Beichtgepräch als Therapeuten sehen, deren Ziel es sein müsse, gebeichtete Sünden zu nivellieren.

 

Richte Dich an der Lehre der Kirche aus, nicht an der eines Priesters. Da findet man leider genug Abweichung.

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Long John Silver
vor 39 Minuten schrieb Flo77:

Nunja, der Möglichkeiten sind nicht viele:

 

Entweder die Offenbarung hat einen Knacks und Gottes Plan für mich sieht schlicht etwas anderes vor.

 

Oder aber Gott ist grausam und verpeilt, weil er mich nicht so geschaffen hat, wie es ein Leben nach den "durch die Kirche formulierten Ansprüchen" erfordern würde.

 

Oder aber alles ist Windhauch, ich sollte mich nicht so anstellen, meine seelische Gesundheit ist eh Einbildung und die Kirche hat immer Recht.

 

 

"Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, Und alle Tage waren in dein Buch geschrieben,  die noch werden sollten, und von denen noch keiner da war." (Psalm 139,16, nach Luther).

Wirst du kennen, zweifellos. 

 

Hat mich stets begleitet, dieser Vers. 

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Merkur
vor 47 Minuten schrieb Flo77:

Entweder die Offenbarung hat einen Knacks und Gottes Plan für mich sieht schlicht etwas anderes vor.

Sie hat natürlich keinen Knacks, aber sie ist nicht so deutlich, dass man durch sie das Wirken der Gnade vorwegnehmen könnte.

Edited by Merkur

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Werner001
10 minutes ago, rorro said:

 

Ich habe schon bei Beichten quasi um die Absolution betteln müssen - nicht wegen der Schwere der Sünde, sondern wegen der Uneinsichtigkeit des Priesters, daß ich hier überhaupt falsch gehandelt  habe. Es gibt leider Priester, die sich im Beichtgepräch als Therapeuten sehen, deren Ziel es sein müsse, gebeichtete Sünden zu nivellieren.

Tja, eventuell wäre es da sinnvoller, du wendest dich an den Chef persönlich, statt dich mit unlustigem Personal abzugeben. Einen Sinn in einer derartigen Absolution kann ich jedenfalls nicht erkennen, da wäre ich nicht formalistisch genug, mich darauf einzulassen 

 

Werner

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duesi
vor 9 Minuten schrieb rorro:

Richte Dich an der Lehre der Kirche aus, nicht an der eines Priesters. Da findet man leider genug Abweichung. 

Ja, das ist wohl das einzige Fundament, das nicht so schnell ins Wanken kommt. Ich habe zwar das Vertrauen, dass, sollte ich durch die Beschäftigung mit der heiligen Schrift und dem Leben der Heiligen zu anderen Schlussfolgerungen kommen als die Kirche, Gott mein Herz sieht, und meinen Irrungen gnädig ist. Aber die Kirche ist nach wie vor eine "Säule der Wahrheit", die als einzige Institution in der Welt die Verheißung in sich trägt, dass Gott sie durch seinen Geist in ihrer Gesamtheit vor Irrtümern bewahren wird.

 

Es ist schön, dass es so viele Priester gibt, die Sakramente spenden können. Aber leider besteht nur ein Bruchteil davon aus echten geistlichen Leitern.

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Long John Silver
vor 39 Minuten schrieb duesi:

Das habe ich auch schon manches mal gedacht. Und bin dann Kompromisse mit Gottes Geboten (wie sie in den von der Kirche formulierten Ansprüchen geglaubt werden) eingegangen. Aber letztlich hat mir das den Frieden geraubt.

 

In letzter Zeit tröstet mich das Wort Jesu "Mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht". Mir hilft dabei sehr die Gemeinschaft mit anderen Christen (unterschiedlicher Konfession), mit denen wir uns gegenseitig ermutigen, an dem Weg Jesu (wie er in den von der Kirche formulierten Ansprüchen geglaubt wird) festzuhalten und jeden Tag neu, um Kraft beten, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Dass Gottes Wege dabei gut sind, spüre ich oft nicht. Sie erscheinen mir oft grausam und drückend. Aber ich habe mich dafür entschieden, darauf zu vertrauen, dass sie gut sind. Und darauf zu vertrauen, dass das Joch Jesu leichter und sanfter ist als das Joch der weltlichen Kompromisse.

 

Auch war ich erschüttert, als ich mit dem Zug am Frankfurter Hauptbahnhof ankam und mein Zug an dem Gleis hielt, an dem die Menschen Blumen platziert hatten. Da wurde mir bewusst, dass ich die Welt kein Stückchen besser machen kann, wenn ich meinen Neigungen und Gefühlen vertraue und folge. Die Welt ist gefangen in der Ausweglosigkeit des Todes. Doch wenn ich der Botschaft Jesu durch seine Kirche kompromisslos vertraue und folge, der durch Kreuz und Auferstehung den Tod besiegt hat, kann ich der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit dieser Welt etwas entgegensetzen.

 

 

 

Haeh? Hat er den Tod nun besiegt oder nicht? Wenn ja, ist er besiegt. Wenn nein, war sein Werk umsonst  (was ich nicht glaube).

Beides zusammen geht nicht gleichzeitig. 

 

 Und *raeusper* warum heisst das ganze Frohe Botschaft?

 

Ich fuehle mich nicht gefangen in der Ausweglosigkeit des Todes. Noch weniger in der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der Welt. Wie kommt man zu einer solchen Weltsicht? Vom Evangelium her eher nicht

nicht, oder?

 

 

 

 

Edited by Long John Silver
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