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Shubashi

"Gut gemeint" oder "Gut gemacht" - was ist "christlich" ?

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Marcellinus
vor einer Stunde schrieb Long John Silver:

Fuer ich ist das Gewissen eine innere kleine Stimme, die sagt: Mach das nicht.

 

Und woher kommt diese Stimme? ;) Angeboren ist sie sicherlich nicht.

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Shubashi
vor 47 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Und woher kommt diese Stimme? ;) Angeboren ist sie sicherlich nicht.

 

Vielleicht nicht völlig, aber ich denke die Grundlagen zu Empathie und sozialem Verhalten sind schon genetisch angelegt.

Und diesen Anlagen verleiht unsere Kultur dann eine konkrete "Stimme".

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Marcellinus
Gerade eben schrieb Shubashi:

 

Vielleicht nicht völlig, aber ich denke die Grundlagen zu Empathie und sozialem Verhalten sind schon genetisch angelegt.

Und diesen Anlagen verleiht unsere Kultur dann eine konkrete "Stimme".

 

Ich bin mit solch einem Urteil lieber vorsichtig. Zum einen ist Empathie erst mal nur die Fähigkeit unseres Gehirns, und vorzugaukeln, wir könnten uns in andere Menschen hineinversetzen. Was wir mit dieser Fähigkeit machen, steht auf einem anderen Blatt. Zum anderen hat es schon Gesellschaften mit so unterschiedlichem sozialen Verhalten gegeben, und gibt sie bis heute, daß ich mit der Idee genetischer Veranlagung ganz vorsichtig bin. 

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helmut
vor 2 Stunden schrieb Shubashi:

 

Vielleicht nicht völlig, aber ich denke die Grundlagen zu Empathie und sozialem Verhalten sind schon genetisch angelegt.

Und diesen Anlagen verleiht unsere Kultur dann eine konkrete "Stimme".

in welchen gehirnstrukturen?

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helmut
vor 2 Stunden schrieb Marcellinus:

 

Ich bin mit solch einem Urteil lieber vorsichtig. Zum einen ist Empathie erst mal nur die Fähigkeit unseres Gehirns, und vorzugaukeln, wir könnten uns in andere Menschen hineinversetzen. Was wir mit dieser Fähigkeit machen, steht auf einem anderen Blatt. Zum anderen hat es schon Gesellschaften mit so unterschiedlichem sozialen Verhalten gegeben, und gibt sie bis heute, daß ich mit der Idee genetischer Veranlagung ganz vorsichtig bin. 

das gehirn gaukelt alles vor, aber nichts wahnvolles. denn die gehirnstrukturen haben es in einem konkreten menschen gelernt, vernünftiges vorzugaukeln, also weit genug, mit dem realen zu übereinstimmen.

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Long John Silver
Am 6.12.2019 um 08:19 schrieb Ennasus:

Danke.

Der Hintergrund meiner Frage war, dass ich gerade Aleida Assmanns Buch "Menschenrechte und Menschenpflichten" lese, in dem sie eine Art Kulturgeschichte von Schlüsselbegriffen für eine humane Gesellschaft skizziert. Mich beeindruckt das, wie sehr sich kulturelle Werte wie Empathie und Solidarität, und Regeln eines fairen und respektvollen Miteinanders unabhängig von kulturellen Unterschieden seit jeher in allen Völkern finden ließen. Und wie erstrebenswert das über Jahrtausende war, dass man als Mensch gesehen wurde, der diese Werte auch lebt.

Heute erlebe ich es  ganz anders - als ob man sich schämen müsste dafür und es beschämt eingestehen oder sich rechtfertigen müsste, wenn man sagt, dass man sich bemüht, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen und sich für diejenigen einzusetzen, die nicht so sehr auf die Sonnenseite des Lebens gepurzelt sind (oder wie du es sagst: " alles, was ich so tue, so zu machen, dass es danach mir und anderen gut dabei geht, und mit Glück und Gottes Segen, besser.")


 

 

Dem kann ich so nicht ganz zustimmen. Ich persoenlich habe es zum einen noch nie so erlebt, mich rechtfertigen zu muessen, weil ich hilfsbereit oder in welchem Sinn auch immer christlich handele oder mich fuer etwas einsetze, wo ich denke, dass geholfen werden muss, auch gesamt gesellschaftlich sehe ich das nicht so, eigentich im Gegenteil. Natuerlich gibt es diese momentanen Stroemungen eines speziellen Egoismus, Gaffertum, Desinteresse oder sogar verbale und/oder koerperliche Gewalt gegen diejenigen, die "Gutes" tun oder auf irgendeine Weise, aber dass da so hochkocht ist eher eine Folge des ungebremsten Auslebens aller moeglichen Emotionen im Netz und aller moeglichen Tabu-Brueche in der sozialen Kommunikation. Ausserhalb dieser von Twitter und Facebook und Blogs dominierten Szene finde es keineswegs so, wie du  beschreibst, und auch in den genannten Medien haelt es sich die Waage, die Egomanen sind halt immer lauter als der Rest. 

 

Ich finde auch im Gegenteil, dass es noch nie so viel Zusammenschluss auf der Welt gab, so viele Leute sich engagiert haben und eingesetzt, was wiederum natuerlich auch eine Folge der Vernetzung ist, dass das so schnell und effektiv moeglich sein kann. 

 

Kleine Bemerkung nebenbei: mein Briefkasten quillt ueber, es ist Weihnachtszeit, Zeit zu Spenden. Ungefaehr 2/3 meiner Post besteht aus Anschreiben von Hilfsorganisationen  aller moeglichen Art ....

Edited by Long John Silver

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helmut
Am 6.12.2019 um 08:19 schrieb Ennasus:

..... Mich beeindruckt das, wie sehr sich kulturelle Werte wie Empathie und Solidarität, und Regeln eines fairen und respektvollen Miteinanders unabhängig von kulturellen Unterschieden seit jeher in allen Völkern finden ließen. ......
.......als ob man sich schämen müsste dafür und es beschämt eingestehen oder sich rechtfertigen müsste, wenn man sagt, dass man sich bemüht, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen und sich für diejenigen einzusetzen, die nicht so sehr auf die Sonnenseite des Lebens gepurzelt sind .....
 

beides ist richtig. diese ambivalenz auszuhalten ist nicht einfach. aber es gibt doch ausreichend hoffnung, dass die negativen seiten nicht streng genetisch angelegt sind.

ohne empathie wäre eine population nicht überlebensfähig. über das entstehen/vorhandensein von empathie gibt es unterschiedliche ansichten.

eine andere sicht bringt das schimpfwort "gutmensch" ein oder unterscheidet streng zwischen gewissensethik (=sinnlos) und verantwortungsethik, die letzten endes versucht eigenen egoismus ethisch zu begründen.

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