Cosifantutti Geschrieben 30. Dezember 2025 Autor Melden Geschrieben 30. Dezember 2025 Die Chronik der laufenden Ereignisse….. Bis vor weniger Jahren war die „Weihnachtsausgabe“ des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL immer etwas ganz besonderes, verwies doch die Titelgeschichte inklusive jeweils sehr illustres Titelbild jeweils auf Christentum, Kirche, Theologie, Jesus, Gottesglaube, Bibel….etc…. Inzwischen nichts mehr dergleichen…. Die Ausgabe vom 19. 12.: „Puh, Patchwork - wie Familie trotz Trennung gelingen kann“ Illustriert ist das Ganze im Kontext von Weihnachten: Geschenke / Weihnachtsbaum. In der Ausgabe vom 24. 12. „Benehmt euch ! Die neue Sehnsucht nach guten Manieren - 50 Knigge-Regeln für heute“…… immerhin im Heft des SPIEGELs dieser Ausgabe dann doch noch ein paar Rückverweise auf Kirche / Gott / Christentum….. Unter der Rubrik „Sinnsuche“ ein Artikel über Yoga ( S. 46f. ). Angekündigt im Inhaltsverzeichnis mit dem Text: „Immer mehr Menschen hoffen, nicht mehr bei den Kirchen auf eine religiöse Erfahrung, sondern beim Yoga. Der Artikel ist sehr ausgewogen, differenziert, offen gegenüber der christlichen Tradition, explizit wird auf die mystischen Traditionen in der Christentumsgeschichte verwiesen, Willigis Jäger und Meister Eckhart werden namentlich erwähnt. Dann noch: „Homestory“ ( S 69: „Warum wir keine Wut auf Weihnachten haben sollten.“ Auch hier ein differenzierter Artikel, der zum Nachdenken einlädt, auch er: Durchaus christentums- und kirchenoffen. Die ZEIT hingegen verweist nach wie vor in ihrer „Weihnachtsausgabe“ auf den religiösen und kulturell prägenden Kontext von Weihnachten. Bereits im Titelbild: „Der Mensch Jesus“ ( Feuilleton ). Im Bereich „Soziologie“ findet sich ein ausführliches und melancholisch stimmendes Interview mit dem Religionssoziologen Detlef Pollack über die abnehmende Bedeutung von Religion ( Dann noch unter „Entdecken“: ZEIT-Autoren über spezielle Emotionen, die wir nur einmal im Jahr empfunden. zusätzlich: Die ZEIT ja in jeder Ausgabe unter der Rubrik „Glauben und Zweifeln“ ein Thema aus dem Bereich Glaube, Religion, Kirche….. Zitieren
Cosifantutti Geschrieben 4. Januar Autor Melden Geschrieben 4. Januar (bearbeitet) Te Deum……..Stundengebet im Alltag……. Das Erlebnis von Wahrheit bringt, im Versuch, der Erzählung davon, von selber die Erfindung hervor. Die äußeren Umstände des Erlebnisses verrücken dann notwendig, um die Wahrheit erst sinnfällig zu machen, und rücken in der Erfindung neu zusammen. Die erfindende Erzählung ist also, habe ich nur das Erlebnis „Wahrheit“ gehabt, ein Ding der. Selbstverständlichkeit. - Und wie weiß ich, dass ich Wahres erlebt habe ? - Ich möchte unbedingt davon erzählen ( Peter Handke: Die Geschichte des Bleistiftes, S 71f. ) …….ein möglicher „hermeneutischer Schlüssel“ zum tieferen, „inneren“ Begreifen und „Verstehen“ der biblischen Erzählungen, vor allem auch der Evangelisten und ihrer jeweiligen doch so unterschiedlichen, dennoch bei aller Unterschiedlichkeit jeweils doch genau den Kern der „Jesus-Erinnerung“ und Vergegenwärtigung bewahrenden Evangelien, Die Apostelgeschichte und die grandiose Offenbarung des Johannes können ausdrücklich in diese Sichtweise einbezogen werden. bearbeitet 4. Januar von Cosifantutti Zitieren
Cosifantutti Geschrieben 12. Januar Autor Melden Geschrieben 12. Januar (bearbeitet) Te Deum.......Stundengebet im Alltag...... Ein "Weihnachtslied" ganz anderer Art: "Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott........ und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt." Immer wieder in gewissen Abständen, nicht nur an Weihnachten, wenn dieser Text, der Anfang, der "Prolog" des Johannes-Evangeliums gelesen wird, kehre ich zu diesem Text, diesem "Lied", diesem "Hymnus", diesem "Gedicht" zurück. Dieser Text übt ja auf den interessierten und aufgeschlossenen Leser eine ganz eigenartige Faszination aus. Es gibt ganz bestimmte Texte aus den Heiligen Schriften: etwa das Hohelied Salomos, die Seligpreisungen, die Gleichnisse des Neuen Testamentes....., die immer wieder zitiert, reflektiert, betrachtet werden, die fast schon zum allgemeinen "Kulturgut" des Abendlandes gehören, dieser Beginn des Johannes-Evangeliums gehört zweifelsfrei dazu. Der Beginn: "Im Anfang war das Wort" verweist natürlich auf den Beginn der Bibel im Buch Genesis: "Im ( als ) Anfang schuf Gott Himmel und Erde....und Gottes Geist schwebte über dem Wasser." In beiden Texten verdankt sich der "Anfang" einer guten Absicht, eines guten Grundes, eines sinnvollen Planes: der LOGOS ist die Folie, der Hintergrund, die "Matrix", auf der sich alles weitere entwickeln wird..... ( "Der Geist Gottes schwebte über dem Wasser...." ). "Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt." Immer wieder berührt und fasziniert mich die universelle Weite der Gedanken, die solche Sätze ausstrahlen: Niemand ist ausgeschlossen, alle Menschen sind eingeladen ( "aus allen Stämmen und Sprachen. aus allen Nationen und Völkern..." / Offenbarung des Johannes 4, 9; "Viele Nationen machen sich auf den Weg..." / Jesaia 2,3 ; "Völker wandern zu deinem Licht...." / Jesaia 60, 3 ). Das wunderbare Bild von der Geburt des Menschen aus Gott oder: die Gottesgeburt im Menschen. Immer wieder hierzu die Meisterdenker des Mittelalters, exemplarisch ( deshalb zurecht so genannt: ) Meister Eckhart. Die "dreifache Geburt" des LOGOS: "Vor aller Zeit" wird der Logos in Gott selber gezeugt und geboren.... dann "in der Zeit" in Jesus von Nazareth,. dem "Christus" und schließlich als Gottesgeburt in der Seele.... Sehr stark sprechen mich auch immer wieder diese "Johannes"-Worte an: "Niemand hat Gott je gesehen..... der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht."....... Es gibt eine bleibende "Verborgenheit" Gottes, die bleibende "dunkle Seite" Gottes, die uns Geschöpfen nicht zugänglich ist, der Gott "hinter" Gott werden es die Gottsucher des Mittelalters umschreiben versuchen oder auch: "Der Gott oberhalb Gottes...." Deshalb bereits die Zeugung des LOGOS "in" Gott "vor" aller Zeit.... Durch den menschgewordenen LOGOS haben grundsätzlich alle Menschen Zugang zu Gott selbst, ausnahmslos, unwiderruflich..... In den Briefen des Johannes wird das noch etwas ausgeführt.....im vierten Kapitel des ersten Johannesbriefes wird dieser LOGOS, der am Anfang einfach "da" war und selber Gott war, als Liebe umschrieben: ".....denn die Liebe ist aus Gott und jeder, der liebt, stammt von Gott und erkennt Gott. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt." ( 1 Johannes 4, 7f. ) und die überaus wichtige, zentrale Stelle: "Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm......" ( 1 Johannes 4, 16b ) Sehr bedenkenswert, überaus schön und wahrhaft tröstlich auch die folgenden Gedanken: "Furcht gibt es in der Liebe nicht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht." ( 1 Johannes 4, 18 ) Dazu noch ein sehr interessantes, sehr einfaches Unterscheidungskriterium in Bezug auf "Rechtgläubigkeit": "Wenn jemand sagt: ich liebe Gott , aber seinen Bruder hasst, ist er ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht." Genau diesen Gedanken haben schon die Propheten Jesaia und Amos ausbuchstabiert, vgl. etwa Jesaia 1, 10 - 17; Amos 5, 21 - 24..... bearbeitet 12. Januar von Cosifantutti 1 1 Zitieren
Cosifantutti Geschrieben 26. Januar Autor Melden Geschrieben 26. Januar Te Deum…….Stundengebet im Alltag….. Mich faszinieren immer wieder neu die intertextlichen Bezüge zwischen den verschiedenen Schriften der Bibel. Gerade wenn man regelmäßig und aufmerksam die liturgischen Lesungstexte (einschließlich Psalmen ) des jeweiligen Tages verfolgt, wird stets neu direkt auf diese Bezüge gestoßen. Besonders schön kann man das am Fest der „Erscheinung“ ( „Heilige Drei Könige“ ) am 6. Januar nachvollziehen: Im Psalm 72 heißt es: „Die Könige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Könige von Saba und Seba bringen Geschenke. Alle Könige müssen ihm huldigen.“ Auch die Lesung aus dem Buch Jesaia ( 60,1-6 ) weist Bezüge. Zum Festtag auf: “Aus Saba kommen sie alle, Gold und Weihrauch bringen sie…..“ In der neutestamentlichen Lesung, Epheser 3,2-6 wird der Bezug so hergestellt: Die Heiden sind Miterben, gehören zum selben Leib und sind Miterben…… Die Perspektive der reinen Textbezüge der Heiligen Schriften wird zusätzlich erweitert und vertieft durch Bezüge aus der Kultur / Kunst: zahllos sind die Gemälde aus der Kunstgeschichte, die die „Anbetung der Heiligen Drei Könige“ zum Thema haben…. dann in der Musik natürlich die Kantaten Bachs zum Fest, besonders schön: „Sie werden aus Saba alle kommen“ ( BWV 65 ), dann auch seh inspirierend der mächtige Abschnitt: „Mache dich auf, werde Licht“ aus dem Oratorium „Paulus“ von Mendelssohn-Bartholdy….. Zitieren
Cosifantutti Geschrieben 2. Februar Autor Melden Geschrieben 2. Februar (bearbeitet) Mariä Lichtmess, eine wichtige Schwelle im Jahreslauf, die härteste Zeit des Winters ist überstanden, die Tage werden spürbar länger, abends ist es länger "Tag"..... im Kirchenjahr = 40 Tage nach Weihnachten: "Darstellung des Herrn im Tempel zu Jerusalem"...... Bach hat diesem alten Festtag alleine drei Kantaten gewidmet, darunter die so wunderschöne mit dem Titel "Ich habe genug" ( BWV 82 ) Bach - Cantata Ich habe genung BWV 82 - Mortensen | Netherlands Bach Society Hier besonders bewegend die Arie "Schlummert ein ihr matten Augen" J.S. Bach: Cantata "Ich habe genug" BWV 82 - III. Aria: Schlummert ein, ihr matten Augen ( Die "berühmte" inzwischen schon "historische" Interpretation von Dietrich Fischer Diskau unter Karl Richter geht auch unter die Haut und berührt sehr..... Johann Sebastian Bach - Cantata: Ich habe genug, BWV 82. {w/ score.} bearbeitet 2. Februar von Cosifantutti Zitieren
Cosifantutti Geschrieben 3. Februar Autor Melden Geschrieben 3. Februar „Sünde ist kein juristischer Begriff, sondern ein Ausdruck einer inneren Unausgeglichenheit des Menschen, die den Menschen daran hindert, Liebe und Barmherzigkeit zur Wirklichkeit zu machen“ ( Mouhanad Khorchide ) sehr schöne, interessante Gedanken zum Begriff „Sünde“…… “und“: immer wieder Einkehr bei der Natur halten 1 Zitieren
SteRo Geschrieben 3. Februar Melden Geschrieben 3. Februar Mouhanad Khorchide (arabisch مُهَنَّد خُورْشِيد Muhannad Churschid, DMG Muhannad Ḫūršīd, * 6. September 1971 in Beirut) ist ein österreichischer Soziologe und Religionspädagoge. Er ist Professor für Islamische Religionspädagogik und Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) an der Universität Münster. Zitieren
rorro Geschrieben 4. Februar Melden Geschrieben 4. Februar Also ich weiß nicht woher Du die arabische Version seines Namens hast, da steht was komplett anderes. Nachtrag: ah jetzt erkannt, der Name wird bei Dir von links nach rechts geschrieben. Dadurch wird vieles noch falscher, das abhängig von der Stellung im Wort arabische Buchstaben anders geschrieben werden. Zitieren
SteRo Geschrieben 4. Februar Melden Geschrieben 4. Februar vor 5 Stunden schrieb rorro: Also ich weiß nicht woher Du die arabische Version seines Namens hast, ... Warum klickst du nicht einfach auf den Link, dann weißt du's, du Gscheidhaferl. Mir erschien ehrlich gesagt die Transparenz wichtiger, dass sich hier jemand auf einen islamischen Theologen bezieht, wenn es um den Begriff "Sünde" des christlichen Glaubens (Forum: "Bibel, Glaube, Leben") geht. Wenn man den islamischen Theologen verstehen wollte, dann müsste man ja erst mal das islamische Verständnis von "Sünde" kennen und auch den Hintergrund dieses Menschen (es soll ja auch im Islam sog. "liberale" und "konservative" Theologen geben.) Zitieren
Cosifantutti Geschrieben 12. Februar Autor Melden Geschrieben 12. Februar Te Deum....... Stundengebet im Alltag.... "Groß bist du, Herr, und hoch zu preisen: groß ist deine Macht und deine Weisheit ohne Maß Und es will dich preisen der Mensch, nur ein Teil deiner Schöpfung, der Mensch, mit sich tragend seine Sterblichkeit, mit sich tragend das Zeugnis seiner Sünde und das Zeugnis, dass du den Stolzen widerstehst. Und dennoch will dich loben der Mensch, ein Teil nur deiner Schöpfung. Du regst ihn an, dass dich zu loben zur Freude wird; denn du hast uns zu dir hin geschaffen. Und ruhelos ist unser Herz, bis es ruhet in dir." ( Augustinus, Bekenntnisse ) Meistens werden nur die beiden letzten Zeilen zitiert. Es lohnt sich durchaus, diese beiden letzten - "berühmten" - Zeilen in den ursprünglichen Kontext zu stellen. Und immer wieder faszinierend dieser Gedanke: "....du hast uns zu dir hin geschaffen"..... Auch bei einem modernen Mystiker wie Ernesto Cardenal findet sich ein solcher Gedanke..... der letzte Sinn, der letzte Zweck des "Geschaffenseins"...... Zitieren
SteRo Geschrieben 12. Februar Melden Geschrieben 12. Februar vor 55 Minuten schrieb Cosifantutti: Und immer wieder faszinierend dieser Gedanke: "....du hast uns zu dir hin geschaffen"..... Auch bei einem modernen Mystiker wie Ernesto Cardenal findet sich ein solcher Gedanke..... der letzte Sinn, der letzte Zweck des "Geschaffenseins"...... Der Gedanke steht fest wie ein Fels, denn das "uns" sind ja die, die Ihn zuvor lobpreisen und deshalb ist die Sicherheit des eigenen Todes gleich der Sicherheit zu Ihm hin geschaffen worden zu sein. Zitieren
Cosifantutti Geschrieben 16. Februar Autor Melden Geschrieben 16. Februar Te Deum……Stundengebet im Alltag…… “Höre nicht auf, Herr, unser Gott, uns und aller Welt mit deinem guten Wort zuzusetzen, dass der Glaube sich herumspreche bei allen Menschen und die Kraft deiner Barmherzigkeit sich durchsetze, wo Bedrückte verzweifeln und Unterdrückte den Mut verlieren, wo die Mächtigen sich vergessen und die Ohnmächtigen vergessen werden, wo nach Leben geschrien und um Gnade gebettelt wird. Erbarme dich, Herr !“ ( Eberhard Jüngel ) Zitieren
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