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Warum sind wir in der Kirche


rorro
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vor 18 Minuten schrieb Cosifantutti:

Vielleicht die beiden wichtigsten Sätze der Messe: "Spricht nur ein Wort, so wird meine Seele gesund" und "Gehet hin in Frieden".

 

"Erhebet die Herzen" 🥰

 

Ein wirklich schöner Beitrag, sehr berührend. Überhaupt ein schöner Thread. Mal was Erbauliches zur Abwechslung.

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vor 1 Stunde schrieb Cosifantutti:

Das Hochgebet ist vollkommen verständlich, jeder kann es innerlich mitbeten, enthält wunderschöne Sätze, die tragen, Halt geben, eine Richtung weisen, das Denken und Fühlen vollkommen weiten in Raum und Zeit....

"denn es steillt dir [und uns unfähigen, nichtswerten Sündern] das Lamm [ein menschliches Leben] vor Augen [nach deinem Willen und mit deinem Einverständnis] das geopfert wurde [besser bestialisch abgeschlachtet] und uns [nichtswürdige Kreaturen] nach deinem Willen [unser Wünschen und Wollen ist nichts wert vor dir] mit dir versöhnt hat [warum auch immer]."

 

Ja, Du hast wirklich recht.

Edited by Flo77
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Cosifantutti
Am 20.11.2022 um 11:11 schrieb o_aus_h:

Jaja, ich weiß, ich bin als Schismatiker nicht gemeint, aber trotzdem:

Ich finde es gut, einer Gruppe von Menschen anzugehören, die sich Gedanken darüber macht,

„Was ist gut? Was ist nicht gut?“

„Wie können wir die Welt zu einem besseren Ort machen?“

„War das vierstimmige Rimsky-Korsakow-Vaterunser nicht wieder göttlich?“

Das Vater Unser von Tschaikowsky ist auch sehr schön

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Warum war ich in der Kirche? Weil die Spiritualität und die Gemeinschaft meinem Leben Halt gegeben hat. Die Spiritualität hängt nicht besonders von den theologischen Details ab; ich würde mit Sicherheit nicht wegen des Filioque in eine Kirche ein- oder austreten, im Gegensatz zum Schisma von 1054. Ich würde mich wahrscheinlich auch in einer Evangelischen, Jüdischen oder Moslemischen (oder Druidischen oder Taoistischen) Gemeinde wohlfühlen. Die Gemeinschaft sind eine Menge Leute, die zueinander nett sind, und gemeinsam versuchen, die Welt zu verbessern, indem sie anderen Menschen (nah und fern) helfen.

 

Warum bin ich nicht in der Kirche? Weil sich in den letzten drei oder vier Jahrzehnten vieles verändert hat. Die Gemeinschaft ist grösstenteils gegangen; die Gemeinde ist klein, und es sind vor allem die ehrenhaften und vernünftigen Menschen nicht mehr da. Aber die Hardliner sind geblieben: Die frömmlerrischen Sonderlinge, die immerrechthabenwollenden Diktatoren, die möchtegern Machtmenschen, und ihre Verlogenheit. Und vor allem die Leute, die ihren Mangel and Selbstwertgefühl dadurch vertuschen, dass sie Andere und Andersdenkende herabsetzen. Ich will nicht in einer Kirche sein mit Leuten wie Papst Benedikt, Kardinal Woelki, oder dem OP dieses Threads.

 

Ich habe die Kirche nicht verlassen. Sie ist woanders hin gegangen, zu einer Existenz als kleinem aber extremen Kult. Für Spiritualität braucht man kein Gebäude, keinen Altar, und keine inkardinierten Heilsverwalter. Gemeinschaften gibt es auch ausserhalb der Kirche; es müssen nicht alle Mitglieder den gleichen Eintrag "Religionszugehörigkeit" auf der Lohnsteuerkarte haben, um die Welt schöner zu machen. Es gibt nach wie vor gute Menschen in der Kirche, aber sie sind heute halt eine kleine Minderheit.

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Warum ging ich weg? Mein hochgeschätzter Gymnasiallehrer (ein Mönch) sagte es mir deutlich – du darfst oder musst nichts glauben wenn es dich nicht überzeugt, wenn du es nicht mit deinem Verstand vereinbaren kannst.

 

So gut er es meinte, ich fühlte mich weggestossen. Die Kirche gab mir Geborgenheit, schon als Kind in Indonesien, auch in Deutschland, und im katholischen Internat in der Schweiz erst recht. Und auch am Weltjugendtreffen in Toronto vor 20 Jahren. Gottesglaube, Theologie, Reformen wie Frauenpriestertum usw. spielten eigentlich nie eine Rolle. Natürlich waren mir die Missbrauchsfälle bewusst, und natürlich empfand ich vieles was JP damals sagte als Blödsinn. Aber ich kannte und kenne den Ritus und war sofort wieder vertraut damit als ich hier vor ein paar Jahren Firmpatin wurde. Ich erziehe meine Töchter entsprechend wie es mir der besagte Lehrer beibrachte. Sie sind getauft und in der katholischen Community in unserer Nachbarschaft aktiv, wobei wiederum der Gottesglaube sehr nebensächlich ist – für sie laufen da „Events“, manchmal „coole“, manchmal „lahme, ungeile“. Und sie musizieren dort mit, auch wenn ich manchmal Taubheit als Segen betrachte wenn sie zuhause üben. Ich bin aber sehr verunsichert bei all dem. Muss ich zugeben. Hat zwar noch Zeit, aber in etwa 4 Jahren kommt Nina ins Firmalter. Was dann? Denn man gehört ja nicht wirklich dazu als Ungläubige.

Edited by phyllis
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vor 11 Stunden schrieb phyllis:

Firmalter. Was dann? Denn man gehört ja nicht wirklich dazu als Ungläubige.

Du bist getauft? Dann gehörtst Du dazu :evil:

 

Deine Reaktion auf deinen mönchischen Religionslehrer verstehe ich allerdings nicht. Eigentlich finde ich seine Aussage sehr gut: "Du mußt nichts glauben, was dich nicht überzeugt". Die Kirche ist nicht dazu da, den Verstand abzuschalten (eine Überzeugung, die ich tatsächlich mit dem Nachfolger von JPII teile). Der Glaube fängt dann jenseits des Verstandes an (nein, auch wenn ich noch so intelligent bin; ich kann nicht alles verstehen).

Vielleicht geht es ja auch um die verschiedenen "Glaubensstufen". James Fowler hat dazu Gutes geschrieben. Und die Stufe der "kindlichen Geborgenheit" trägt halt irgendwann nicht mehr, man muß sich auch im Glauben weiter entwickeln.

 

Aber du bist noch hier, das ist ein gutes Zeichen :evil: ;)

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vor 11 Stunden schrieb phyllis:

Warum ging ich weg? Mein hochgeschätzter Gymnasiallehrer (ein Mönch) sagte es mir deutlich – du darfst oder musst nichts glauben wenn es dich nicht überzeugt, wenn du es nicht mit deinem Verstand vereinbaren kannst.

 

So gut er es meinte, ich fühlte mich weggestossen. Die Kirche gab mir Geborgenheit, schon als Kind in Indonesien, auch in Deutschland, und im katholischen Internat in der Schweiz erst recht. Und auch am Weltjugendtreffen in Toronto vor 20 Jahren. Gottesglaube, Theologie, Reformen wie Frauenpriestertum usw. spielten eigentlich nie eine Rolle. Natürlich waren mir die Missbrauchsfälle bewusst, und natürlich empfand ich vieles was JP damals sagte als Blödsinn. Aber ich kannte und kenne den Ritus und war sofort wieder vertraut damit als ich hier vor ein paar Jahren Firmpatin wurde. Ich erziehe meine Töchter entsprechend wie es mir der besagte Lehrer beibrachte. Sie sind getauft und in der katholischen Community in unserer Nachbarschaft aktiv, wobei wiederum der Gottesglaube sehr nebensächlich ist – für sie laufen da „Events“, manchmal „coole“, manchmal „lahme, ungeile“. Und sie musizieren dort mit, auch wenn ich manchmal Taubheit als Segen betrachte wenn sie zuhause üben. Ich bin aber sehr verunsichert bei all dem. Muss ich zugeben. Hat zwar noch Zeit, aber in etwa 4 Jahren kommt Nina ins Firmalter. Was dann? Denn man gehört ja nicht wirklich dazu als Ungläubige.

Ich habe schon seit einiger Zeit überlegt, wie ich es beschreiben soll, aber du beschreibst es hier sehr treffend: das ist die Art, wie das Christentum dort gelebt wird, wo es zur kulturellen Identität gehört. In Deutschland gibt es das nicht, aber ich kenne das so von Orientalen oder auch Griechen.
 

Werner

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