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Geschrieben (bearbeitet)
vor 10 Stunden schrieb rorro:

Da die sexuellen Verhaltensregeln im Christentum in etwa so sind wie im Buddhismus - und folglich der Rest falsch ist - fehlt mir noch der Erklärungsversuch, warum Du so fixiert auf das Thema Sexualität bist.

 

Die allermeisten Christen, die ich kenne, sind es nicht.

 

Ich weiß nicht, was die buddhistische Ethik ist - und ob es eine einheitliche Sexualmoral dort überhaupt gibt. Die Wikipedia (die nicht immer recht haben musss) meint dazu:

 

"Im Gegensatz zu den meisten anderen Glaubensrichtungen, spielt die Sexualethik im Buddhismus keine so wichtige Rolle in der Vermittlung von Werten. Trotzdem gibt es auch hier klare moralische Vorstellungen. Sie ergeben sich aus den fünf Grundsätzen:

  1. Vermeide es, anderen Lebensformen zu schaden – sei liebevoll und freundlich
  2. Vermeide es, das nicht Gegebene zu nehmen – praktiziere Großzügigkeit
  3. Vermeide es, sexuellen Ehebruch zu begehen – sei zufrieden
  4. Vermeide es, zu lügen – sei ehrlich
  5. Vermeide es, Dich zu berauschen – sei aufmerksam

Obzwar der Buddha in den Pali-Schriften nur Ehebruch als sexuelles Fehlverhalten definierte, haben spätere buddhistische Kommentatoren wie Vasubandhu und Tsongkhapa sexuelles Fehlverhalten u. a. damit definiert, dass auch Geschlechtsverkehr durch Anus und Mund „sexuelles Fehlverhalten“ seien. Der Dalai Lama hatte in seinem Buch Jenseits des Dogmas buddhistische Regeln zitiert, denen gemäß homosexuelle Sexualpraktiken als unkorrektes Verhalten eingestuft werden. Der Dalai Lama bezieht sich in seinen Aussagen zur Homosexualität auf diese beiden Autoren. Allerdings sieht er „die Möglichkeit, diese Regeln im Kontext von Zeit, Kultur und Gesellschaft zu verstehen. […] Wenn Homosexualität zu den (heute) akzeptierten Normen gehört, ist es möglich, dass es akzeptabel sein könnte.“ Diese Aussagen traf er bei einem Treffen zu diesem Thema mit einer Gruppe homosexueller Buddhisten am 11. Juni 1997 in San Francisco.[77] Steve Blame berichtet über die Ansicht des Dalai Lama: „Er fände nichts Schlimmes an Homosexualität, sagte er. Es ginge doch um die Qualität der Liebe, nicht um ihre Orientierung. Außerdem sei es für ihn eine Grundregel, andere Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind. Egal, um was es dabei geht.“[78]

Für buddhistische Mönche und Nonnen wird durch die Vinaya jegliche Form von Geschlechtsverkehr untersagt."

 

Dein "... und folglich der Rest falsch ist ..." verstehe ich nicht - was genau soll falsch sein?

 

Ich bin gewiss nicht fixiert auf das Thema Sexualität. Interessiert bin ich hier am Thema "Kirchliche Sexualmoral", weil ich diese für relevant halte (und nein, dieses Thema ist nicht "sexy"). Als Außenstehender ist beispielsweise das "filioque" für mich von überschaubarer Relevanz - es hat für das konkrete Leben der Menschen auch kaum Konsequenzen. Aber die kath. Sexualmoral hat konkrete  Folgen für das Leben der Menschen. 

 

Viele Christen - jedenfalls in unserem Teil der Welt - fühlen sich ja auch nicht mehr an die kirchliche Sexualmoral gebunden. Dennoch ist dieselbe aus konservativ-katholischer Sicht relevant; denn wo sonst droht so oft die "schwere Sünde"? Die meisten gutwilligen Katholiken morden nicht allzu oft, und schwören nicht allzu oft Meineide; viele aber begehen das, was nach kirchlicher Lehre als "sexuelle Sünde" firmiert. Streitest Du das ab?

 

Damit ist Sexualität aber aus katholischer Sicht besonders relevant - sie ist nach kirchlicher Logik die größte Gefahr für die schwere Sünde und die Hölle. Und traditionell wurde genau das auch betont.
 

Hier eine KI-Zusammenfassung (Grok):
 

Zur Frage der „geringfügigen Materie“ (parvitas materiae) bei Sexualität in der katholischen Moraltheologie

In der katholischen Moraltheologie wird eine Todsünde (peccatum mortale) traditionell durch drei Bedingungen definiert: schwere Materie (materia gravis), volle Erkenntnis und volle Zustimmung des Willens. Bei vielen Sündenarten kann die Materie „geringfügig“ sein, sodass eine bewusste Verletzung nur eine lässliche Sünde (peccatum veniale) darstellt – etwa bei kleinen Diebstählen (z. B. geringwertige Gegenstände), harmlosen Unwahrheiten ohne Schaden für andere, leichten Ungehorsamkeiten gegenüber Vorgesetzten oder geringfügigen Verstößen gegen Fasten- oder Gebetsvorschriften. In diesen Fällen bleibt die Handlung objektiv sündhaft, aber die Schwere reicht nicht aus, um die heiligmachende Gnade zu verlieren.

Bei sexuellen Sünden (Verstöße gegen das sechste und neunte Gebot, einschließlich Gedanken, Begierden, Worten und Taten) gilt nach der überlieferten Lehre und der lehramtlichen Bestätigung hingegen keine parvitas materiae: Jede direkte, bewusste Verletzung der sexuellen Ordnung wird als objektiv schwere Materie betrachtet. Dies wird in der Erklärung Persona Humana der Kongregation für die Glaubenslehre (1975) klar festgehalten. Dort heißt es in Absatz 10: „Nach der christlichen Überlieferung und der Lehre der Kirche wie auch nach dem Zeugnis der gesunden Vernunft beinhaltet die sittliche Ordnung der Sexualität Werte von so großer Bedeutung für das menschliche Leben, dass jede direkte Verletzung dieser Ordnung objektiv schwerwiegend ist.“ Die Erklärung wendet sich ausdrücklich gegen Tendenzen, sexuelle Handlungen als bloße „periphere“ oder „leichte“ Verfehlungen zu bagatellisieren, und betont, dass selbst bei möglicher Minderung der subjektiven Verantwortlichkeit (z. B. durch Leidenschaft oder Unreife) die objektive Schwere erhalten bleibt. Sexualität stellt damit in der katholischen Lehre eine klare Ausnahme gegenüber anderen Sündenbereichen dar, weil sie die personale Ganzheit des Menschen (Leib, Geist, Beziehung zu Gott und Nächstem) unmittelbar berührt.

Liste verifizierbarer Aussprüche bedeutender Kirchenlehrer, Heiliger und Päpste zur besonderen Schwere sexueller Sünden

Die folgenden Zitate stammen aus primären oder gut dokumentierten Quellen und zeigen, wie in der katholischen Tradition sexuelle Sünden (Unkeuschheit, Unzucht, Begierden) als besonders verderblich und seelengefährdend dargestellt werden. Sie werden hier neutral als historische Lehraussagen wiedergegeben.

Hl. Alfons von Liguori (1696–1787), Kirchenlehrer und Patron der Moraltheologen In seiner Theologia moralis (mehrere Auflagen ab 1748) behandelt er Sünden gegen das sechste Gebot ausführlich und stuft jede bewusste geschlechtliche Lust außerhalb der ehelichen Ordnung (auch Gedanken und Blicke) als Todsünde ein, da sie die Vernunft verblende und zur völligen Abkehr von Gott führe. Ein charakteristischer Satz: „Die Unkeuschheit ist die Sünde, die am meisten die Seelen verdammt, weil sie die größte Zahl von ihnen in die Hölle stürzt.“ (Zusammenfassung seiner Lehre in den moraltheologischen Traktaten; vgl. auch seine Praxis confessarii, wo er Beichtvätern rät, bei Verdacht auf Unkeuschheit streng nachzufragen, da diese Sünde „die gefährlichste und am leichtesten zur Gewohnheit werdende“ sei.)

Hl. Johannes Bosco (Don Bosco, 1815–1888) „Die Keuschheit ist meiner Auffassung nach die Grundlage aller Tugenden; sie muss in der Tat als Fundament des ganzen religiösen Lebens dienen.“ (Aus seinen Schriften und Predigten an die Jugend; zitiert in Biografien und Sammlungen seiner Aussprüche.) Er warnte Jugendliche wiederholt: „Die Unkeuschheit ist der Strick, mit dem der Teufel die meisten Seelen fängt“ und sah in ihr die Hauptgefahr für die ewige Seligkeit junger Menschen.

Seherin von Fatima, Sr. Lucia dos Santos (1907–2005) In ihren Memoiren und Gesprächen (dokumentiert u. a. in Sr. Lucia spricht über Fatima und Interviews mit Kardinal Ottaviani bzw. Fr. Fuentes) erklärte sie: „Es kommen mehr Leute in die Hölle, weil sie Sünden des Fleisches begehen, als aus irgendeinem anderen Grund.“ (Ähnlich: „Die Sünden gegen die Keuschheit sind diejenigen, die am meisten Seelen in die Hölle bringen.“) Dies bezog sich auf die Höllenvision von 1917 und die marianischen Mahnungen.

Papst Pius XII. (1876–1958) In seiner Ansprache an die Teilnehmer des Kongresses der katholischen Jugend Italiens (1941) und weiteren Reden zur Reinheit betonte er: „Die Keuschheit ist die Zierde und der Schutz der Jugend; ihre Verletzung öffnet die Tür zu allen Lastern und führt zur inneren Zerstörung des Menschen.“ In der Ansprache vor dem Hebammenverband (1951) warnte er vor jeder Form ungeordneter Geschlechtlichkeit als „schwerem Verstoß gegen die göttliche Ordnung“ und stellte sie als besonders verderblich für Ehe und Gesellschaft dar.

Weitere verifizierbare Aussprüche aus der Tradition (zum Vergleich und zur Breite der Lehre)

  • Hl. Thomas von Aquin (Summa theologica II-II, q. 153): „Die Unkeuschheit trübt die Vernunft am stärksten und macht den Menschen am meisten unfähig für geistliche Dinge.“
  • Hl. Augustinus (Confessiones und De civitate Dei)„Die Lust des Fleisches ist die schwerste Kette, die den Menschen von Gott trennt; sie ist Mutter vieler anderer Laster.“
  • Papst Gregor der Große (Moralia in Job): Unkeuschheit als eines der sieben Hauptlaster, das „die Seele am tiefsten verdirbt und zur ewigen Verdammnis führt“.

Diese Aussagen spiegeln die einheitliche lehramtliche und theologische Linie wider, wonach sexuelle Sünden wegen ihrer direkten Auswirkung auf die personale Würde und die Gottesbeziehung als besonders schwerwiegend und seelenverderblich gelten. Die Darstellung erfolgt rein deskriptiv auf Basis historischer Quellen; sie gibt keine eigene Bewertung wieder.

bearbeitet von iskander

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