Flo77 Geschrieben 29. März Melden Geschrieben 29. März vor 32 Minuten schrieb rorro: Das Leben ist heilig - nur wenn man das so sieht, kann man gegen Krieg und Gewalt, Abtreibung und Euthanasie sein. Und ein Arzt darf nicht willentlich töten. Niemals. Das löst nur das von Guppy beschriebene Dilemma nicht. Was tut man mit einem Menschen, der in dieser Welt nicht mehr gesund werden kann? Ihn zwingen bis zu seinem natürlichen Ende in seiner Qual zu verharren? Ihn mit Medikamenten zu betäuben und einschließen? Und ja, ich kann die Sehnsucht nach dem Ende extrem gut nachvollziehen. Irgendwann ist das Ende nur noch der einzige verstehbare Beweis der Liebe. Zitieren
rorro Geschrieben 29. März Melden Geschrieben 29. März vor 1 Stunde schrieb Flo77: Das löst nur das von Guppy beschriebene Dilemma nicht. Was tut man mit einem Menschen, der in dieser Welt nicht mehr gesund werden kann? Ihn zwingen bis zu seinem natürlichen Ende in seiner Qual zu verharren? Ihn mit Medikamenten zu betäuben und einschließen? Und ja, ich kann die Sehnsucht nach dem Ende extrem gut nachvollziehen. Irgendwann ist das Ende nur noch der einzige verstehbare Beweis der Liebe. Nein, das sehe ich anders. Zitieren
Flo77 Geschrieben 29. März Melden Geschrieben 29. März vor 31 Minuten schrieb rorro: Nein, das sehe ich anders. Das ist mir klar, aber was ist die Handlungsoption? Der Punkt ist ja nicht, ob andere in einem Leben noch einen Sinn erkennen, sondern daß der des Lebens Müde diesen Sinn zu erkennen und anzunehmen vermag. Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 30. März Melden Geschrieben 30. März (bearbeitet) vor 3 Stunden schrieb rorro: Nein, das sehe ich anders. Ich sehe das ähnlich wie Du. Das sind zwei Probleme, zum einen, die verzweifelte Lage dessen, der zu sterben wünscht. Ein Wunsch, den ihm niemand absprechen darf. Aber trotzdem ist es unfair von ihm, wenn er erwartet, dass jemand anderes ihm diesen Wunsch direkt erfüllt - und das ist das zweite Problem. Denn das zwingt eine andere Person dazu, jemanden zu töten. Und das darf nicht erwartet werden. Ich halte in so einem Fall die Lösung durch assistierten Suizid für besser. Es ist die letzte Tat, die der Wünschende tut. Damit steht er auch ganz offen in allen Bereichen dazu. Sein Wunsch, seine Tat. Punkt. Es gibt dafür Protokolle, wie das abzulaufen hat, die auch für alle Außenstehende nachvollziehbar machen, dass es sich um eine frei gewählte Entscheidung handelt.*) Und nein, in der Situation, in der ich mich im Moment befinde, würde ich niemanden bei so einem Schritt begleiten können, aber das ist eine andere Sache. Stünde so etwas an, und wäre meine (lebendige) Begleitung gewünscht, so müsste der Wünschende mich in meinem Prozess so begleiten, wie ich ihn begleiten soll. Aber das einen anderen machen lassen, ist in meinen Augen Feigheit. Und wie ich finde der falsche Weg aus dem Dilemma. ____________________________ * Und erfahrungsgemäß nimmt alleine die Möglichkeit zu einem assistierten Suizid sehr viel Druck aus dem Leiden. Viele gehen durch den Prozess, um dann am Ende ebenfalls ganz selbstbestimmt fertig zu leben. bearbeitet 30. März von Higgs Boson 1 1 Zitieren
Flo77 Geschrieben 30. März Melden Geschrieben 30. März vor 6 Stunden schrieb Higgs Boson: Aber das einen anderen machen lassen, ist in meinen Augen Feigheit. Ja und Nein. Eine Erscheinung der Depression ist die Ohnmacht, das Gefühl des Nichts entscheiden könnens. Die Idee der eigene Tod wäre die einzige Entscheidung, die der Mensch dann treffen KÖNNE halte ich für ein extrem gefährliches Signal. Dazu kommt, daß ein weiterer Faktor der Depression die Mutlosigkeit ist. Der Suizidale wird also dazu verdonnert selbst an seinem Fortleiden schuld zu sein, wenn er den Mut nicht aufbringt. Ich weiß, ich weiß, man sollte meinen, daß es doch genau darum gehe: Selbstbestimmung und Selbstverantwortung - bei gesunden Menschen stimme ich da auch vollkommen zu. Auf der anderen Seite des Vorhangs ist die Sache deutlich komplexer (meiner Erfahrung nach). Und für Menschen, die körperlich nicht mehr in der Lage sind, die notwendigen Handgriffe auszuführen, wäre die verweigerte Hilfe auch keine. 1 Zitieren
rorro Geschrieben Montag um 10:03 Melden Geschrieben Montag um 10:03 vor 3 Stunden schrieb Flo77: Ja und Nein. Eine Erscheinung der Depression ist die Ohnmacht, das Gefühl des Nichts entscheiden könnens. Die Idee der eigene Tod wäre die einzige Entscheidung, die der Mensch dann treffen KÖNNE halte ich für ein extrem gefährliches Signal. Dazu kommt, daß ein weiterer Faktor der Depression die Mutlosigkeit ist. Der Suizidale wird also dazu verdonnert selbst an seinem Fortleiden schuld zu sein, wenn er den Mut nicht aufbringt. Ich weiß, ich weiß, man sollte meinen, daß es doch genau darum gehe: Selbstbestimmung und Selbstverantwortung - bei gesunden Menschen stimme ich da auch vollkommen zu. Auf der anderen Seite des Vorhangs ist die Sache deutlich komplexer (meiner Erfahrung nach). Und für Menschen, die körperlich nicht mehr in der Lage sind, die notwendigen Handgriffe auszuführen, wäre die verweigerte Hilfe auch keine. Damit schilderst Du aber auch, daß es ein totaler Widerspruch ist, einem schwer depressiven Menschen die Kompetenz zuzuschreiben, sein eigenes Ableben rational und frei zu verfügen. Zitieren
Flo77 Geschrieben Montag um 10:18 Melden Geschrieben Montag um 10:18 vor 12 Minuten schrieb rorro: Damit schilderst Du aber auch, daß es ein totaler Widerspruch ist, einem schwer depressiven Menschen die Kompetenz zuzuschreiben, sein eigenes Ableben rational und frei zu verfügen. Ich habe nicht gesagt, daß es einfach ist. Was in dieser Situation für den Depressiven Sinn ergibt, ist aus Sicht des Umfelds völlig konfus/paradox. Zitieren
Guppy Geschrieben Montag um 16:28 Melden Geschrieben Montag um 16:28 vor 21 Stunden schrieb rorro: Das Leben ist heilig - nur wenn man das so sieht, kann man gegen Krieg und Gewalt, Abtreibung und Euthanasie sein. Und ein Arzt darf nicht willentlich töten. Niemals. Ja, aber als Arzt wie als Mensch allgemein hat man es ja auch mit realen Lebenssituationen zu tun, zu denen man sich irgendwie verhalten muss. Also ein Arzt, der mir gegenüber einfach nur seine grundsätzlichen Werte äussert, aber mir nicht wirklich konkret helfen kann, ist irgendwie auch ziemlich sinnlos. Zitieren
Guppy Geschrieben Montag um 16:31 Melden Geschrieben Montag um 16:31 vor 6 Stunden schrieb rorro: Damit schilderst Du aber auch, daß es ein totaler Widerspruch ist, einem schwer depressiven Menschen die Kompetenz zuzuschreiben, sein eigenes Ableben rational und frei zu verfügen. Wenn der depressive Mensch aber auch in zig Versuchen mit allen Therapiemethoden nicht geheilt werden kann und der unbändige Sterbewunsch einfach chronisch bei ihm vorhanden ist, dann gibt es halt nur die Alternativen, entweder einen möglicherweise grausamen Selbstmord in Kauf zu nehmen, den Menschen für immer wegzusperren oder eben ihm den Sterbewunsch irgendwann auf eine leidfreie Weise zu erfüllen. Welche Alternative davon jetzt die humanste ist, könnte man diskutieren. Eine andere Möglichkeit sehe ich zumindest irgendwie nicht. Zitieren
SteRo Geschrieben Montag um 16:45 Melden Geschrieben Montag um 16:45 vor 8 Minuten schrieb Guppy: Wenn der depressive Mensch aber auch in zig Versuchen mit allen Therapiemethoden nicht geheilt werden kann und der unbändige Sterbewunsch einfach chronisch bei ihm vorhanden ist, dann gibt es halt nur die Alternativen, entweder einen möglicherweise grausamen Selbstmord in Kauf zu nehmen, den Menschen für immer wegzusperren oder eben ihm den Sterbewunsch irgendwann auf eine leidfreie Weise zu erfüllen. Welche Alternative davon jetzt die humanste ist, könnte man diskutieren. Eine andere Möglichkeit sehe ich zumindest irgendwie nicht. Das Inkaufnehmen des Selbstmordes ist ja kein Problem. Das Problem entsteht ja erst durch die von außen ausgeübte Hilfe zum Sterben. Dann erst stellen sich aus gesetzlicher Perspektive Fragen wie "kann der Mensch frei entscheiden" usw Aus Sicht der Lehre ist der Wille immer frei, selbst wenn er unter Zwang handelt. Warum? Weil der Wille aus sich selbst handelt ... immer. Und es immer mehrere Handlungsoptionen gibt. Der gläubige Mensch ist nicht verpflichtet die Sünde anderer zu verhindern. ER darf nur nicht Beihilfe dazu leisten. Zitieren
Flo77 Geschrieben Montag um 17:10 Melden Geschrieben Montag um 17:10 vor 22 Minuten schrieb SteRo: Der gläubige Mensch ist nicht verpflichtet die Sünde anderer zu verhindern. ER darf nur nicht Beihilfe dazu leisten. https://katholischglauben.info/von-den-fremden-suenden/ Klingt anders. Zitieren
Guppy Geschrieben Montag um 17:37 Melden Geschrieben Montag um 17:37 vor 17 Stunden schrieb Higgs Boson: Ich halte in so einem Fall die Lösung durch assistierten Suizid für besser. Es ist die letzte Tat, die der Wünschende tut. Damit steht er auch ganz offen in allen Bereichen dazu. Sein Wunsch, seine Tat. Punkt. Es gibt dafür Protokolle, wie das abzulaufen hat, die auch für alle Außenstehende nachvollziehbar machen, dass es sich um eine frei gewählte Entscheidung handelt.*) Der Unterschied zwischen aktiver Sterbehilfe und assistiertem Suizid besteht doch nur darin, dass am Ende der Mensch selbst das Medikament schlucken oder die Infusion aufdrehen muss. Also den letzten Schritt zum Tod macht nicht der Arzt oder ein Dritter, sondern der betreffende Mensch selbst. Für Menschen, die gar nichts mehr können aber auch keine Lösung. Ausserdem wäre zu klären, ob ein assitierter Suizid auch rechtlich möglich wäre in Begleitung der Angehörigen, ohne dass die dann wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden können, weil sie den Menschen eigentlich gegen seinen Willen reanimineiren müssten. Zitieren
rorro Geschrieben Montag um 20:30 Melden Geschrieben Montag um 20:30 vor 3 Stunden schrieb Guppy: Ja, aber als Arzt wie als Mensch allgemein hat man es ja auch mit realen Lebenssituationen zu tun, zu denen man sich irgendwie verhalten muss. Also ein Arzt, der mir gegenüber einfach nur seine grundsätzlichen Werte äussert, aber mir nicht wirklich konkret helfen kann, ist irgendwie auch ziemlich sinnlos. Da ich Jahre in der Inneren (und dort auch (eher kurz) in der Onkologie) gearbeitet habe, hatte ich reichlich mit Sterbenden zu tun (meistens mindestens wöchentlich). Es gab einige, die mich baten, sie zu töten. Und ich habe ihnen freundlich gesagt, daß ich ihr Leid helfen kann zu lindern, aber bewußt töten nicht zu meinem Berufsbild gehöre. Sollte das jemand als "sinnlos" erachtet haben (gehört habe ich das nicht), dann ist das eben so. Der alte hippokratische Eid (wahrscheinlich rund 2500 Jahre alt) beinhaltete u.a. (also nichts Neues unter der Sonne): "Ich werde niemandem, auch nicht auf seine Bitte hin, ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten. Auch werde ich nie einer Frau ein Abtreibungsmittel geben. Heilig und rein werde ich mein Leben und meine Kunst bewahren." Daß es einem Arzt negativ angekreidet wird, sich an den hippokratischen Eid zu halten, ist ein recht neues Phänomen... Zitieren
SteRo Geschrieben Dienstag um 10:05 Melden Geschrieben Dienstag um 10:05 (bearbeitet) vor 17 Stunden schrieb SteRo: Das Inkaufnehmen des Selbstmordes ist ja kein Problem. Das Problem entsteht ja erst durch die von außen ausgeübte Hilfe zum Sterben. Dann erst stellen sich aus gesetzlicher Perspektive Fragen wie "kann der Mensch frei entscheiden" usw Aus Sicht der Lehre ist der Wille immer frei, selbst wenn er unter Zwang handelt. Warum? Weil der Wille aus sich selbst handelt ... immer. Und es immer mehrere Handlungsoptionen gibt. Der gläubige Mensch ist nicht verpflichtet die Sünde anderer zu verhindern. ER darf nur nicht Beihilfe dazu leisten. vor 16 Stunden schrieb Flo77: https://katholischglauben.info/von-den-fremden-suenden/ Klingt anders. Kein Zusammenhang mit dem, was ich gesagt habe. Ich weiß ja nicht, was du dir da zusammenkonstruierst. Aber offensichtlich bedurfte es das Ausblenden des Kontextes des einen Satzes, den du zitiert hast, weshalb ich den Kontext nun wieder sichtbar gemacht habe. Vielleicht ist es nicht zuviel verlangt, wenn du deinen Gedankengang sprachlich ausdrückst, statt lediglich einen Link auf einen Text zu geben? Wie sollte man sonst Missklänge in deinem Geiste beseitigen können? bearbeitet Dienstag um 10:08 von SteRo Zitieren
SteRo Geschrieben Dienstag um 10:28 Melden Geschrieben Dienstag um 10:28 Am 27.3.2026 um 13:28 schrieb Werner Hoffmann: Wie ein Hund beim Tierarzt eingeschläfert - wegen Depressionen mit 25 Jahren Der Tod einer jungen Frau durch aktive Sterbehilfe sorgt in Spanien für heftige Debatten. Die 25 Jahre alte Noelia Castillo erhielt am Donnerstagabend, den 26. März 2026, in einem Krankenhaus in Barcelona auf eigenen Wunsch und gegen den Willen ihrer Eltern eine tödliche Spritze, wie das Gesundheitsministerium der Region Katalonien mitteilte. Sie hatte eine Querschnittlähmung, die auf einen Suizidversuch im Jahr 2022 zurückgeht. Castillo wuchs in einer zerrütteten Familie auf. Nach der Scheidung der Eltern verbrachte sie einen Großteil ihres Lebens unter staatlicher Obhut in Jugendhilfeeinrichtungen. Medienberichte, laut denen eine angebliche „Gruppenvergewaltigung“ durch Migranten Auslöser für einen späteren, gescheiterten Suizidversuch war, wurden offiziell und auch durch die Betroffene selbst so nicht bestätigt. Die spanische Zeitung „El Pais“ zitierte aus Interviews der jungen Frau, in denen diese von sexuellem Missbrauch durch einen Ex-Partner und mehreren Übergriffen durch junge Männer in Nachtclubs berichtet. Fest steht, dass Castillo unter Depressionen litt und im Jahr 2022 unter dem Einfluss von Drogen aus dem fünften Stock eines Hochhauses sprang. Seitdem saß sie querschnittsgelähmt im Rollstuhl und litt unter heftigen Schmerzen. 2024 beantragte die Spanierin erstmals Sterbehilfe bei den zuständigen Behörden – und diese stimmten zu. https://www.welt.de/vermischtes/article69c5882a8f57616717160b4c/sterbehilfe-in-spanien-endlich-gehen-aufhoeren-zu-leiden-25-jahre-alte-noelia-castillo-stirbt-durch-injektion.html Die Lage in diesem Fall ist folgendermaßen zu bewerten: 1. die gesetzliche Grundlage der Sterbehilfe als Beihilfe zur Sünde des Selbstmordes ist abzulehnen 2. die Beihilfe zum Selbstmord Leistenden begehen eine schwere Sünde, wenn sie Christen sind, ganz unabhängig von der Rechtslage 3. die junge Frau bedarf einer medizinisch-psychologisch/seelsorgerischen Betreuung: medizinisch zu Beseitigung der Schmerzen und ggf. anti-depressive Behandlung und seelsorgerisch zur Beseitigung des Todeswunsches bei nicht ausreichender anti-depressiver Behandlung 4. da Schmerzen immer pharmakologisch zu lindern sind, kann schlimmstenfalls die Depression mit Todeswunsch weiterbestehen. Wenn sie also wg Behinderung gar nicht in der Lage wäre, sich der Aufsicht zu entziehen und eigenständig Selbstmord zu begehen, dann müsste sie ggf mit Depression und unerfülltem Todeswunsch weiterleben, wenn sie unter christlicher Betreuung/Aufsicht stünde, weil niemand Beihilfe zur Sünde des Selbstmordes leisten darf. Man könnte nun sehr in die Tiefe gehen, welche Prüfungen Gott wohl für so einen Menschen und alle Menschen, die mit ihm zu tun haben, vorsieht. Zitieren
Higgs Boson Geschrieben Dienstag um 14:57 Melden Geschrieben Dienstag um 14:57 Am 30.3.2026 um 08:57 schrieb Flo77: Ja und Nein. Eine Erscheinung der Depression ist die Ohnmacht, das Gefühl des Nichts entscheiden könnens. Die Idee der eigene Tod wäre die einzige Entscheidung, die der Mensch dann treffen KÖNNE halte ich für ein extrem gefährliches Signal. Dazu kommt, daß ein weiterer Faktor der Depression die Mutlosigkeit ist. Der Suizidale wird also dazu verdonnert selbst an seinem Fortleiden schuld zu sein, wenn er den Mut nicht aufbringt. Ich weiß, ich weiß, man sollte meinen, daß es doch genau darum gehe: Selbstbestimmung und Selbstverantwortung - bei gesunden Menschen stimme ich da auch vollkommen zu. Auf der anderen Seite des Vorhangs ist die Sache deutlich komplexer (meiner Erfahrung nach). Und für Menschen, die körperlich nicht mehr in der Lage sind, die notwendigen Handgriffe auszuführen, wäre die verweigerte Hilfe auch keine. Mutlosigkeit ist eine Form von Lebenswillen. Bringt der Wünschende den Mut nicht auf, wie kann er dann von einem anderen den Mut erwarten. Meinst Du statt Mutlosigkeit aber Antriebslosigkeit, so ist es dieselbe Antriebslosigkeit, die den Depressiven erst garnicht die Entscheidung zum Suizid (oder eine Entscheidung zur aktiven Sterbehilfe) machen lässt. Das ist bei einer schweren Depression der Fall. Schwer Depressive können auch nicht in Therapie gehen. Die Antriebslosigkeit verhindert das. Und schwer Depressive suizidieren sich auch nicht. Im Gegenteil, wird in so einer Situation der Entschluss zum Tod gefällt, weicht die schwere Depression (die eben durch absolute Antriebslosigkeit gekennzeichnet ist). Der nun mittler Depressive erscheint bisweilen sogar unglaublich fröhlich und ausgelassen, weil eine Lösung der Problem in Sicht ist. Das heißt, er hat JEDEN Antrieb, den Suizid auch selbst durchführen zu können. Depression (Syndrom) besteht aus mehreren Symptomen. Zu denen unter anderem eben Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit gehören. Je nach Stärke, spricht man von leichter, mittlerer oder schwerer Depression. Nur die beiden ersten schlagen überhaupt in der Therapie auf oder äußern sich überhaupt. Die anderen liegen im Bett und kriegen nichts, aber schon garnichts gebacken. Und das liegt nicht an der Niedergeschlagenheit, sondern an der Antriebslosigkeit, die hier ihren absoluten Höhepunkt erreicht. Und was die Antriebslosigkeit angeht: Die geht mit Medikamenten ziemlich schnell weg, während die Stimmungsaufhellung auf sich warten lässt. Was bedeutet, das ist das kritischste Zeitfenster in der medikamentösen Therapie. Nachzulesen auf dem Beipackzettel von entsprechenden Psychopharmaka bei den Nebenwirkungen: Suizid. Das erscheint nur widersprüchlich dem, der die Wirkungsweise nicht kennt. 2 Zitieren
Higgs Boson Geschrieben Dienstag um 15:02 Melden Geschrieben Dienstag um 15:02 vor 21 Stunden schrieb Guppy: Der Unterschied zwischen aktiver Sterbehilfe und assistiertem Suizid besteht doch nur darin, dass am Ende der Mensch selbst das Medikament schlucken oder die Infusion aufdrehen muss. Also den letzten Schritt zum Tod macht nicht der Arzt oder ein Dritter, sondern der betreffende Mensch selbst. Für Menschen, die gar nichts mehr können aber auch keine Lösung. Dein 'nur' entscheidet darüber, ob ein Mensch einen anderen tötet. Und das halte ich für ethisch nicht vertretbar. Und für assistierten Suizid, das wird so vorbereitet, dass der Wünschende nur mehr zu schlucken braucht. Oder einen Schalter betätigen. Wer die Entscheidung treffen kann, für den kann man eine Möglichkeit schaffen, diese auch umzusetzen. vor 21 Stunden schrieb Guppy: Ausserdem wäre zu klären, ob ein assitierter Suizid auch rechtlich möglich wäre in Begleitung der Angehörigen, ohne dass die dann wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden können, weil sie den Menschen eigentlich gegen seinen Willen reanimineiren müssten. Das ist geklärt und da wird keiner angeklagt. 1 Zitieren
rorro Geschrieben Dienstag um 16:59 Melden Geschrieben Dienstag um 16:59 (bearbeitet) vor 2 Stunden schrieb Higgs Boson: Mutlosigkeit ist eine Form von Lebenswillen. Bringt der Wünschende den Mut nicht auf, wie kann er dann von einem anderen den Mut erwarten. Meinst Du statt Mutlosigkeit aber Antriebslosigkeit, so ist es dieselbe Antriebslosigkeit, die den Depressiven erst garnicht die Entscheidung zum Suizid (oder eine Entscheidung zur aktiven Sterbehilfe) machen lässt. Das ist bei einer schweren Depression der Fall. Schwer Depressive können auch nicht in Therapie gehen. Die Antriebslosigkeit verhindert das. Und schwer Depressive suizidieren sich auch nicht. Im Gegenteil, wird in so einer Situation der Entschluss zum Tod gefällt, weicht die schwere Depression (die eben durch absolute Antriebslosigkeit gekennzeichnet ist). Der nun mittler Depressive erscheint bisweilen sogar unglaublich fröhlich und ausgelassen, weil eine Lösung der Problem in Sicht ist. Das heißt, er hat JEDEN Antrieb, den Suizid auch selbst durchführen zu können. Depression (Syndrom) besteht aus mehreren Symptomen. Zu denen unter anderem eben Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit gehören. Je nach Stärke, spricht man von leichter, mittlerer oder schwerer Depression. Nur die beiden ersten schlagen überhaupt in der Therapie auf oder äußern sich überhaupt. Die anderen liegen im Bett und kriegen nichts, aber schon garnichts gebacken. Und das liegt nicht an der Niedergeschlagenheit, sondern an der Antriebslosigkeit, die hier ihren absoluten Höhepunkt erreicht. Und was die Antriebslosigkeit angeht: Die geht mit Medikamenten ziemlich schnell weg, während die Stimmungsaufhellung auf sich warten lässt. Was bedeutet, das ist das kritischste Zeitfenster in der medikamentösen Therapie. Nachzulesen auf dem Beipackzettel von entsprechenden Psychopharmaka bei den Nebenwirkungen: Suizid. Das erscheint nur widersprüchlich dem, der die Wirkungsweise nicht kennt. Deswegen ist es besser, bei schwerer Depression antriebsdämpfende Antidepressiva zu geben (so widersprüchlich das klingen mag, die gibt es natürlich). Und es ist auch der Grund, warum bipolare Menschen (manisch-depressiv) am Suizid-gefährdetsten im Zeitfenster der Antriebszunahme (auf dem Weg zur Manie) bei noch bestehender Depression sind. bearbeitet Dienstag um 16:59 von rorro 1 Zitieren
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