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Einheitsübersetzung mit reinem Bibeltext?


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Geschrieben
vor einer Stunde schrieb rorro:

 

Trotz deiner Erklärung in dem vorherigen Beitrag sehe ich hier, wie viel uns trennt. Ich kann nur sagen: für so was stirbt man nicht, erst recht nicht freiwillig.

Erkläre mal bitte, wie man mit einem Leib aus Fleisch und Knochen durch Wände und verschlossene Türen geht.

Ich habe verschiedene Angehörige durch Krebs verloren. Die Vorstellung, sie würden mit dem Leib auferstehen, mit dem sie gestorben sind, ist mehr als gruselig.

Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist.

Was in den betreffenden Gräbern verfault ist, ist weg.

Warum sollte das beim Leib Jesu anders sein? Dan. War er wohl doch kein wahrer Mensch, sondern nur ein verkleideter Gott

 

Werner

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Aleachim:

warum stirbt jemand freiwillig, wenn das Grab leer war?

Weil Hokuspokus viele Menschen beeindruckt 

 

Werner

Geschrieben
vor 21 Minuten schrieb Werner001:

Erkläre mal bitte, wie man mit einem Leib aus Fleisch und Knochen durch Wände und verschlossene Türen geht.

Ich habe verschiedene Angehörige durch Krebs verloren. Die Vorstellung, sie würden mit dem Leib auferstehen, mit dem sie gestorben sind, ist mehr als gruselig.

Ich hoffe, dass das nicht der Fall ist.

Was in den betreffenden Gräbern verfault ist, ist weg.

Warum sollte das beim Leib Jesu anders sein? Dan. War er wohl doch kein wahrer Mensch, sondern nur ein verkleideter Gott

Die Frage nach dem Auferstehungsleib stellte sich schon in den Gemeinden an die Paulus schrieb. Ich bin gerade nicht sicher, aber ich meine der 1. Kor. würde sich damit beschäftigen.

 

Jedenfalls stand Paulus vor der gleichen Herausforderung wie Du: für seine griechisch vorgebildeten Zuhörer war der Gedanke in einem irdischen Körper aufzuerstehen unerträglich. Der Körper war das Problematische an der irdischen Existenz (Hallo Platon), weshalb dann die Idee des "verherrlichen Auferstehungsleibs" implementiert wurde, dessen Materie "feinstofflich" ist. Ich halte das für einen ziemlich bemühten Versuch um den auferstandenen Jesus nicht zum Geist werden zu lassen, und die Idee der Auferstehung wie in der jüdischen Apokalyptik nicht aufgeben zu müssen, aber ich bin wahrscheinlich auch einfach nur zu ungläubig für sowas.

 

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb rorro:

 

Trotz deiner Erklärung in dem vorherigen Beitrag sehe ich hier, wie viel uns trennt. Ich kann nur sagen: für so was stirbt man nicht, erst recht nicht freiwillig.

Kein Märtyrer war Augenzeuge der Auferstehung. Wofür sie gestorben sind, weiß niemand, auch du nicht. 

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Aleachim:

Warum? Oder anders gefragt, warum stirbt jemand freiwillig, wenn das Grab leer war?

Weil jemand glaubt, daß er dann garantiert selbst auferstehen wird?

Geschrieben
vor 14 Minuten schrieb Flo77:

Der Körper war das Problematische an der irdischen Existenz (Hallo Platon)

Nicht per se, jedenfalls nicht aus heutiger Sicht. Allerdings ist der Körper bei vielen Menschen im Augenblick des Todes in einem Zustand, den man wirklich nicht verewigen möchte.

Wenn es aber ein anderer Körper ist, dann ist die Frage, ob das Grab leer war, bedeutungslos 

 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)
Am 31.12.2025 um 01:17 schrieb Domingo:

Es ist auch vorstellbar, dass der Wortlaut der Übersetzungen sehr unterschiedlich ist, aber auf denselben Sinn hinausläuft. Dann könnte es sein, dass bestimmte Wendungen sich einfach nicht eins zu eins in moderne Sprachen übertragen lassen und jeder Übersetzer da kreativ vorgeht. Hatten wir in einem anderen Thread: "Du sollst nicht mit einem Mann das Liegen einer Frau liegen" ist kein Deutsch (kein besonders gutes Beispiel, weil die Übersetzungen da ziemlich gleich lauten; es fällt mir gerade kein wirklich passendes Beispiel ein).

 

Das ist eben doch ein gutes Beispiel, weil die grundlegende Bedeutung des Textes - und damit auch die Übertragung in moderne Sprachen ja umstritten ist. (Verbot (nur analer?) praktizierter männlicher Homosexualität oder von Gruppen-Koitus mit mindestens zwei Männern wegen bestimmter Befürchtungen im Hinblick auf Nachkommenschaft?)

 

Am 3.1.2026 um 03:35 schrieb Domingo:

Was haben denn die Kirchenväter zu den zahlreichen Widersprüchen gesagt?

 

Da Dir sonst niemand antwortet, hier die Antwort von Grok:

 

Spoiler

Hallo! Deine Frage zu den Kirchenvätern und ihrem Umgang mit scheinbaren Widersprüchen in der Bibel, insbesondere im Neuen Testament, ist faszinierend. Die frühen Kirchenväter (wie Origenes, Augustinus, Irenäus, Chrysostomus oder Tatian) sahen die Schriften als göttlich inspiriert und unfehlbar an, aber sie erkannten, dass oberflächliche Lektüren zu Konflikten führen konnten. Sie betrachteten solche "Widersprüche" meist als scheinbar – verursacht durch unterschiedliche Perspektiven der Autoren, sprachliche Nuancen, Überlieferungsfehler oder die Notwendigkeit tieferer Interpretation. Ihr Ansatz war nicht, die Bibel als fehlerhaft zu erklären, sondern sie durch Harmonisierung (Vereinbarung der Texte), allegorische Deutung (spirituelle statt wörtlicher Bedeutung) oder Kontextualisierung zu verteidigen. Sie wollten die Einheit der Schrift bewahren, oft gegen Kritiker wie Gnostiker oder Heiden.

Hier eine Übersicht über ihre typischen Methoden und Beispiele:

 

### 1. **Harmonisierung der Texte**
Viele Kirchenväter versuchten, scheinbare Diskrepanzen zu vereinbaren, indem sie die Berichte als ergänzend betrachteten, nicht als widersprüchlich. Das war besonders bei den Evangelien üblich, wo Unterschiede in Chronologie, Details oder Formulierungen vorkommen (z. B. die Genealogie Jesu in Matthäus und Lukas, die Reihenfolge der Ereignisse oder der Ort der Kreuzigung – innerhalb oder außerhalb Jerusalems).

- **Tatian (ca. 120–180 n. Chr.)**: Als Schüler von Justin Martyr erstellte er das *Diatessaron*, eine Harmonie der vier Evangelien in einem einzigen narrativen Text. Damit wollte er Widersprüche auflösen, z. B. beim Tempelreinigung (bei Johannes am Anfang, bei den Synoptikern am Ende des Wirkens Jesu) oder den Geburtsgeschichten. Tatian sah Einheit als Zeichen der Wahrheit und reagierte damit auf paganische Kritiker wie Celsus, die Diskrepanzen als Beweis für Fälschung nutzten.
- **Augustinus (354–430 n. Chr.)**: In seinem Werk *De consensu evangelistarum* (Über die Übereinstimmung der Evangelisten) widmete er sich explizit der Harmonisierung. Zum Beispiel bei den unterschiedlichen Berichten über Peters Verleugnung Jesu (verschiedene Formulierungen in den Evangelien) argumentierte er, dass die genauen Worte unwichtig seien, solange die Intention übereinstimme. Mögliche Ursachen für scheinbare Widersprüche sah er in fehlerhaften Manuskripten, Übersetzungsfehlern oder Fehlinterpretationen. Er betonte: Solange die Kernbotschaft erhalten bleibe, sei die Schrift fehlerfrei.
- **Irenäus (ca. 130–202 n. Chr.)**: In *Gegen die Häresien* verteidigte er die Einheit der Schriften gegen Gnostiker, die Teile der Bibel ablehnten. Er glaubte, die Bibel sei "perfekt", da sie von Gott komme, und sah Widersprüche als Missverständnis. Er harmonisierte oft durch Betonung der apostolischen Tradition.

 

### 2. **Allegorische und spirituelle Interpretation**
Wenn eine wörtliche Lesart zu Konflikten führte, wandten sich manche Väter einer tieferen, symbolischen Deutung zu. Sie argumentierten, dass die Bibel spirituelle Wahrheiten vermittle, die über historische Details hinausgingen. Das half bei Passagen, die literal unmöglich schienen, wie in der Schöpfungsgeschichte (Licht vor der Sonne) oder im NT bei narrativen Unterschieden.

- **Origenes (ca. 185–254 n. Chr.)**: Er war ein Pionier der allegorischen Methode und erkannte offene Unterschiede in den Evangelien an (z. B. in Chronologie oder Details). Statt sie zu leugnen, priorisierte er die "spirituelle Wahrheit" über die "materielle" oder historische Genauigkeit. Er schrieb: Die Evangelisten hätten manchmal Details verändert, um mystische Ziele zu erreichen – "die spirituelle Wahrheit wurde oft bewahrt, sozusagen in der materiellen Falschheit". Bei der Schöpfung fragte er rhetorisch, wie Tage ohne Sonne existieren könnten, und plädierte für figurative Lesarten. Das galt auch für NT-Widersprüche wie die leere Grabstätte oder die Tempelreinigung.
- **Johannes Chrysostomus (ca. 347–407 n. Chr.)**: Er kombinierte Harmonisierung mit Allegorie. Bei Gospel-Unterschieden argumentierte er, dass kleine Abweichungen (z. B. in Zeit oder Ort) die Authentizität beweisen, da sie auf unabhängige Zeugen hinweisen, nicht auf Absprache. Gleichzeitig interpretierte er problematische Stellen allegorisch, z. B. "Honig aus dem Felsen" bei Mose nicht wörtlich, sondern als Metapher. Er sprach von der "unfehlbaren Wahrheit der Schrift".

 

### Allgemeine Haltung
Die Kirchenväter hielten die Bibel für inspiriert und wahrhaftig, aber ihr Konzept von "Unfehlbarkeit" bezog sich mehr auf die göttliche Absicht als auf moderne literalistische Inerrancy. Sie lösten Widersprüche durch Kontext, Tradition und tiefere Exegese auf, oft um die Kirche gegen Angriffe zu stärken. Wenn du spezifische Widersprüche meinst (z. B. die Auferstehungsberichte), kann ich das genauer beleuchten – lass es mich wissen!

 

Hier ein "Snippet" daraus: 

 

"Johannes Chrysostomus (ca. 347–407 n. Chr.): Er kombinierte Harmonisierung mit Allegorie. Bei Gospel-Unterschieden argumentierte er, dass kleine Abweichungen (z. B. in Zeit oder Ort) die Authentizität beweisen, da sie auf unabhängige Zeugen hinweisen, nicht auf Absprache. Gleichzeitig interpretierte er problematische Stellen allegorisch, z. B. "Honig aus dem Felsen" bei Mose nicht wörtlich, sondern als Metapher. [...] Die Kirchenväter hielten die Bibel für inspiriert und wahrhaftig, aber ihr Konzept von "Unfehlbarkeit" bezog sich mehr auf die göttliche Absicht als auf moderne literalistische Inerrancy. Sie lösten Widersprüche durch Kontext, Tradition und tiefere Exegese auf, oft um die Kirche gegen Angriffe zu stärken."

 

Am 2.1.2026 um 00:10 schrieb Alfons:

Zweitens, starke Empfehlung, das Münchener Neue Testament. Das ist so eng am griechischen Urtext wie es nur irgend geht. Leseprobe: "Als es aber Abend geworden, hinbrachten sie ihm viele Besessene; und hinauswarf er die Geister durch ein Wort." (Matthaios 8, 16). 

 

Das kommt mir wie Yoda-Sprech (Star Wars) vor und ich verstehe auch den Sinn dahinter nicht so recht. Dass jemand um der Originaltreue willen Wörter, Wendungenidiomatische Ausdrücke und kulturspezifische Inhalte möglichst wörtlich übersetzen mag, selbst wenn das dann in der Zielsprache mitunter holprig klingt und (ohne Erläuterung) vielleicht sogar auf Kosten der Verständlichkeit geht, begreife ich; aber welchen Nutzen hat es, wenn man die Grammatik des Originals nachzuformen versucht, auch wenn diese sich von der Grammatik der Zielsprache erheblich unterscheidet? Dadurch kommt man - außer in speziellen Fällen - dem ursprünglichen Gehalt oder selbst der "Stimmung" des Original-Textes doch nicht näher, oder? Eher scheint mir der gegenteilige Effekt aufzutreten: Der Text in der Zielsprache bekommt einen unnatürlichen Klang, den er im Original gerade nicht hat. 

 

Am 2.1.2026 um 23:21 schrieb Cosifantutti:

Entscheidend ist nicht die Suche nach dem „Urtext“ / Originaltext…oder nach der vermeintlich einzig „richtigen“ und korrekten „Übersetzung“..sondern dass ich die Seligpreisungen als persönliche Herausforderung und Anspruch verstehe und ich die „Wahrheit“ dieser Selipreisungen in der realen Praxis entdecke…. zum Bespiel einer meiner Lieblingssätze aus den gesamten Evangelien ( zitiert nach der Einheitsübersetzung 😞 „Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.“

 

Ich denke, dass das Problem der "Gegenseite" wie folgt aussieht:

 

- Wenn Teile der Evangelien (bzw. des NT im allgemeinen) nicht den historischen Tatsachen entsprechen, dann untergräbt das die Glaubwürdigkeit der Evangelien (bzw. des NT) insgesamt, soweit historische Tatsachen behauptet.

- Wenn die Evangelien (bzw. das NT) aber nicht authentisch berichten, was Jesus wirklich gesagt und wirklich getan hat, dann gibt es auch keine Grundlage mehr für den traditionellen christl. Glauben. 

 

Wie würdest Du mit diesen Einwänden umgehen? 

 

Am 3.1.2026 um 10:32 schrieb Werner001:

Bei Lukas steht, sie gingen nach Jerusalem, von da nach Nazareth. Da waren sie doch von der bethlehemischen Kindertötung gar nicht mehr betroffen.

 

Dazu aus einem Kommentar von Tim O'Neill:

 

"Virtually nothing found in Luke's story is found in Matthew's. More importantly, several elements are contradictory - in one their home is in Nazareth but in the other it's originally in Bethlehem and only becomes Nazareth due to extraordinary circumstances. Worse still, Luke's version is set in a specific time - during the census of Publius Sulpicius Quirnus, which was held in 6-7 AD. But Matthew's story involves Herod the Great, who died ten years before this in 4 BC. So the two stories aren't just contradictory, they are mutually exclusive. Both also contain elements we find in earlier Old Testament stories, like the birth of a holy man being announced by angels, or a holy man being conceived miraculously by someone who should not be able to conceive or a holy man almost being killed by a jealous ruler while still a baby."

https://www.quora.com/Where-was-Jesus-born/answer/Tim-ONeill-1

 

vor 21 Stunden schrieb Werner001:

Mal eine Frage an die theologisch gebildeten hier: Jesus war bekanntlich wahrer Mensch und wahrer Gott.

Mensch geworden ist er bei seiner Geburt, wenn ich das recht verstehe, vorher war er also nur Gott.

Nach seinem Tod war der Mensch tot, das dürfte ja unbestreitbar sein. 
Die Frage: ist er nach der Auferstehung immer noch Mensch? Wenn ja, dann aber doch kein „wahrer Mensch“, denn die erscheinen nicht Jüngern, lassen sich anfassen und gehen durch Wände?

 

Ich bin zwar nicht "theologisch gebildet", aber meines Wissens ist die Überzeugung, dass Jesus immer Mensch blieb, wenn zeitweise auch nur als Seele ohne Leib und dann später mit einem "verklärten" menschlichen Leib. 

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben (bearbeitet)

 

Am 4.1.2026 um 13:22 schrieb rorro:

Ja? Wieviele Nachfolger ihres Propheten haben sich denn ohne gewalttätige Gegenwehr töten lassen? War Joseph Smith gewaltlos?

 

Es gibt auch außerhalb des Christentums solche Fälle (z.B. Sumayya). Zudem kann das Argument, dass Martyrium für Wahrheit spricht, aus kath. Sicht auch nach hinten losgehen, weil es ja auch genügend Christen gab, die um ihres Glaubens willen von der kath. Kirche getötet wurden. Nur zwei Beispiele aus einer Antwort von Grok (die nach meiner Recherche sachlich korrekt zu sein scheint):

"Die Waldenser waren eine proto-protestantische Bewegung aus dem 12. Jahrhundert, die die päpstliche Autorität ablehnten, Laienpredigt förderten und Armut predigten. Sie wurden als Ketzer gebrandmarkt und über Jahrhunderte verfolgt. Ein extremes Beispiel ist das Massaker von 1655 in den piemontesischen Tälern, wo Tausende Waldenser von Truppen des Herzogs von Savoyen [...] getötet wurden, weil sie sich weigerten, zum Katholizismus zu konvertieren. Frühere Verfolgungen, wie der Aufruf Papst Innozenz' VIII. zur Ausrottung 1487, waren rein gegen ihre "häretischen" Lehren gerichtet. Papst Franziskus hat sich 2015 öffentlich für diese Verfolgungen entschuldigt. [...]

Die Katharer waren eine dualistische christliche Sekte im 12./13. Jahrhundert in Südfrankreich, die die katholische Hierarchie ablehnten, den Teufel als Schöpfer der materiellen Welt sahen und Enthaltsamkeit predigten. Papst Innozenz III. rief 1209 den Albigensischen Kreuzzug aus, um diese Häresie auszurotten. Tausende wurden getötet, z. B. bei der Belagerung von Béziers (ca. 20.000 Tote, inklusive Katholiken) oder am Montségur 1244, wo über 200 Katharer freiwillig in den Tod gingen, statt abzuschwören. Der Kreuzzug war primär religiös, um die Einheit der Kirche zu wahren, obwohl er später territoriale Vorteile brachte."

 

(Eine Formulierung, die nahelegt, dass der Papst indirekt Massaker von 1655 beteiligt war, habe ich entfernt, weil sie sich so wohl nicht klar belegen lässt bzw. manches da Interpretationssache ist.)

 

Am 4.1.2026 um 16:34 schrieb rorro:

Woher weißt du dann, daß Du die richtige Ehefrau hast?

 

Noch einmal: in Beziehungsfragen spielt Logik nahezu keine Rolle. Daher kann man nicht streng logische Argumente fordern.

 

Das ist kein guter Vergleich. Wenn man jemanden gut kennt, kann man meistens auch einigermaßen beurteilen, ob man zusammenpasst (auch wenn man sich später auseinander entwickeln mag). Es liegt hier ein Wissen durch direkte Bekanntschaft vor, auch wenn dieses nicht Wissen nicht leicht intersubjektiv zu begründen sein mag (es beruht ja oft auf einer subjektiven und situativen Intuition, die nur dem Betroffenen direkt zugänglich ist). Die Verfasser der Evangelien oder den historischen Jesus hingegen kennen wir jedoch nicht persönlich - weshalb wir eben auch kein vergleichbares Wissen durch direkte Bekanntschaft haben (mögliche mystische Erfahrungen und Visionen klammere ich hier aus). Man kann natürlich dennoch gläubig sein, aber hier besteht keine klare Analogie.

 

Am 4.1.2026 um 21:15 schrieb rorro:

Weil ich keine Horden an Menschen kenne, die alles aufgeben, ihr Leben u.a.  Schwerkranken, Einsamen, Obdachlosen etc. widmen und sich sogar gewaltlos umbringen lassen, um Eckhart Tolles Lehre zu folgen.

 

Genaugenommen kenne ich niemanden.

 

Es gibt aber offenbar genügend Beispiele, und zwar auch aus nicht-christlichen Religionen. Hierzu erneut Grok (ich gehe davon aus, dass das im Wesentlichen so stimmt):

 

Spoiler

Ja, es gibt außerhalb des Christentums mehrere große religiöse und säkulare Bewegungen, in denen Menschen freiwillig auf Besitz, Komfort und ein konventionelles Leben verzichten, um sich dem Dienst an Schwerkranken, Einsamen, Obdachlosen und anderen Bedürftigen zu widmen. Diese Bewegungen basieren oft auf Prinzipien der Askese, des Altruismus und der spirituellen Erfüllung durch Hilfe. Ich liste einige der prominentesten Beispiele auf, basierend auf historischen und aktuellen Praktiken:

 

### Im Buddhismus: Monastische Orden und Bhikkhus
- Buddhistische Mönche (Bhikkhus) und Nonnen verzichten traditionell auf weltlichen Besitz, leben von Almosen und widmen ihr Leben der spirituellen Praxis sowie dem Dienst an der Gesellschaft. Viele engagieren sich aktiv in der Wohltätigkeit, indem sie Kranke pflegen, Arme unterstützen und Obdachlosen helfen. Beispiele finden sich in Theravada- und Mahayana-Traditionen, wo der Dienst an Bedürftigen als Ausdruck von Mitgefühl (Karuna) und Dana (Großzügigkeit) gilt. Historisch half Buddha selbst Kranken und Armen, und moderne Organisationen wie buddhistische Hospize oder Hilfsprojekte in Asien setzen dies fort. Diese Bewegung umfasst Millionen von Mönchen weltweit, die oft in Klöstern oder als Wandernde leben.

 

### Im Hinduismus: Sannyasa und Ashram-Bewegungen
- Die Sannyasa-Tradition ist eine der ältesten Formen der Renunziation, bei der Menschen (Sannyasins) alles Materielle aufgeben, um als Wandermönche zu leben. Sie widmen sich spiritueller Suche und dem Dienst an der Menschheit, einschließlich der Pflege von Kranken, der Unterstützung von Bedürftigen und der Bildung Unterprivilegierter. Viele Ashrams (spirituelle Gemeinschaften) betonen Seva (Dienst), wie das Füttern von Armen oder die Betreuung von Obdachlosen. Swami Vivekananda und die Ramakrishna-Mission sind moderne Beispiele, die Millionen erreichen und sich auf Hilfe für die Ärmsten konzentrieren. Diese Bewegung ist in Indien und global verbreitet, mit Tausenden von Sannyasins.

 

### Im Islam: Sufi-Orden und Faqr (spirituelle Armut)
- Im Sufismus, einer mystischen Strömung des Islam, wählen viele Anhänger freiwillige Armut (Faqr) und widmen ihr Leben dem Dienst an Gott durch Hilfe für andere. Sufis gründen oft Gemeinschaften, die sich auf Charity konzentrieren, wie das Füttern von Armen, die Pflege von Kranken und die Unterstützung von Obdachlosen. Bekannte Orden wie die Chishti oder Qadiri betonen Altruismus und haben historisch Hospize und Suppenküchen betrieben. In Ländern wie Niger oder Indien engagieren sich Sufis heute in Armutsbekämpfung und Frauenförderung. Millionen von Sufis weltweit leben in bescheidener Askese und sehen den Dienst als Weg zur spirituellen Reinigung.

 

### Im Jainismus: Monastische Renunziation
- Jain-Mönche und -Nonnen verzichten radikal auf Besitz – sie besitzen oft nur das Nötigste, wandern barfuß und leben von Almosen. Charity (Dana) ist zentral, insbesondere der Schutz von Leben (Abhayadanam) und Hilfe für Bedürftige, Kranke und Obdachlose. Es gibt aktuelle Beispiele, bei denen wohlhabende Menschen ihr Vermögen spenden (z. B. 200 Crore Rupien) und Mönche werden, um ein Leben im Dienst zu führen. Die Jain-Gemeinschaft in Indien umfasst Millionen, und viele Tempel bieten kostenlose Mahlzeiten oder medizinische Hilfe an.

 

### Im Sikhismus: Seva und Langar-Tradition
- Seva (selbstloser Dienst) ist ein Kernprinzip des Sikhismus, bei dem Gläubige ihr Leben oder Ressourcen der Hilfe für Arme, Kranke und Obdachlose widmen. Viele Sikhs verzichten auf persönlichen Gewinn, um in Gurdwaras (Tempeln) zu dienen, wo Langar (kostenlose Gemeinschaftsmahlzeiten) für alle angeboten wird – unabhängig von Herkunft. Dies umfasst globale Hilfsaktionen, wie bei Naturkatastrophen oder in Flüchtlingslagern. Obwohl nicht immer vollständige Renunziation, widmen viele Sikhs ihr Leben dem Dienst, was Millionen von Anhängern weltweit mobilisiert.

 

### Säkulare Bewegungen: Effective Altruism (EA)
- Effective Altruism ist eine moderne, nicht-religiöse Bewegung, in der Menschen rationale Methoden nutzen, um maximal Gutes zu tun. Viele EA-Anhänger spenden einen großen Teil ihres Einkommens (z. B. 10% oder mehr) oder wählen Karrieren, die Armut, Krankheiten oder Obdachlosigkeit bekämpfen – oft unter Verzicht auf Luxus oder höhere Gehälter. Organisationen wie Giving What We Can oder 80,000 Hours motivieren Tausende, ihr Leben der effektiven Hilfe für Bedürftige zu widmen, z. B. durch Spenden an Anti-Malaria-Programme. Die Bewegung hat Zehntausende Anhänger und Milliarden an Spenden generiert.

Diese Bewegungen variieren in ihrem Umfang und ihrer Intensität, aber sie alle fördern eine Form der Selbstverleugnung zugunsten der Hilfe für Vulnerable. In vielen Fällen überschneiden sie sich mit kulturellen oder regionalen Kontexten, wie in Asien, wo Askese und Dienst tief verwurzelt sind. Falls du Details zu einer spezifischen Bewegung möchtest, lass es mich wissen!

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Aleachim:

Warum? Oder anders gefragt, warum stirbt jemand freiwillig, wenn das Grab leer war?

 

Weil es dann eine leibhaftige Auferstehung gibt, der Tod für das komplette Sein nur ein Übergang ist.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Merkur:

Kein Märtyrer war Augenzeuge der Auferstehung. Wofür sie gestorben sind, weiß niemand, auch du nicht. 

 

Vielleicht solltest Du mehr von ihnen lesen.

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Chrysologus:

Was mit dem Grab ist, ist dagegen einerlei.

 

Das Grab interessiert mich auch nicht weiter. Eher ob Jesus noch drin lag. Die Evangelien sagen nein und ich glaube ihnen mehr als den Leugnern (oder denen, denen es egal ist).

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Werner001:

Erkläre mal bitte, wie man mit einem Leib aus Fleisch und Knochen durch Wände und verschlossene Türen geht.

 

Das erkläre ich Dir, nachdem ich die Auferstehung erklären kann.

 

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Flo77:

Die Frage nach dem Auferstehungsleib stellte sich schon in den Gemeinden an die Paulus schrieb. Ich bin gerade nicht sicher, aber ich meine der 1. Kor. würde sich damit beschäftigen.

 

Jedenfalls stand Paulus vor der gleichen Herausforderung wie Du: für seine griechisch vorgebildeten Zuhörer war der Gedanke in einem irdischen Körper aufzuerstehen unerträglich. Der Körper war das Problematische an der irdischen Existenz (Hallo Platon), weshalb dann die Idee des "verherrlichen Auferstehungsleibs" implementiert wurde, dessen Materie "feinstofflich" ist. Ich halte das für einen ziemlich bemühten Versuch um den auferstandenen Jesus nicht zum Geist werden zu lassen, und die Idee der Auferstehung wie in der jüdischen Apokalyptik nicht aufgeben zu müssen, aber ich bin wahrscheinlich auch einfach nur zu ungläubig für sowas.

 

 

Du hast so eine verquere Interpretation der Schrift (nur um nicht das Naheliegender anzunehmen?), ich bin jedesmal erstaunt.

Geschrieben
vor 24 Minuten schrieb iskander:

Es gibt auch außerhalb des Christentums solche Fälle (z.B. Sumayya).

Wie ich bereits schrieb, ist da ein Kategorienfehler drin.

Es geht nicht um Leute, die gewaltlos sind, sondern um Leute, die dem Vorbild ihres Gründers folgen.

Im Falle Jesu ist das Vorbild Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit, im Falle Mohammeds das Gegenteil davon.

Nacheifernde Jünger gab/gibt es hier wie da, das „beweist“ also gar nichts

 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)

Als Katholik ist man ja verpflichtet, die dogmatischen Aussagen zu glauben (zumindest solange man katholischen glauben will).

 

Wieso man dann glaubt, daß Maria mit Leib(!) in den Himmel aufgenommen wurde, der Gottmensch Jesus aber im Grab verrottete, ist mir nicht ganz klar.

 

Aber ich habe es aufgegeben, alle möglichen Menschen zu verstehen…

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb rorro:

Das Grab interessiert mich auch nicht weiter. Eher ob Jesus noch drin lag. Die Evangelien sagen nein und ich glaube ihnen mehr als den Leugnern (oder denen, denen es egal ist).

Dass das Grab leer war wurde außerdem doch nie ernsthaft von irgendjemandem bestritten. Für den wiederauferstandenen Jesus gab es sehr viele Zeugen, die Jünger predigten die leibliche Auferstehung... da hat doch garantiert mal jemand im Grab nachgesehen!

 

Umstritten ist doch höchstens, ob die Leiche jemand weggeschafft hat (wofür eigentlich nur die Jünger in Frage kämen), was für mich absolut nicht plausibel ist. 

 

Das Thema wurde aber in anderen Threads schon ausreichend diskutiert, meine ich.

 

vor 5 Minuten schrieb rorro:

Wieso man dann glaubt, daß Maria mit Leib(!) in den Himmel aufgenommen wurde, ...

Ich glaube nicht, dass das hier irgendjemand glaubt, um ehrlich zu sein 😉.

Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb rorro:

Wieso man dann glaubt, daß Maria mit Leib(!) in den Himmel aufgenommen wurde, der Gottmensch Jesus aber im Grab verrottete, ist mir nicht ganz klar.

Tja, das mit dem „Leib“ ist so eine Sache. Nicht wenige Heilige sind komplett zerstückelt in der Gegend verteilt.

Was ist mit Leuten, deren Leib verbrennt?

Aber auch bei einer Beerdigung ist vom Leib ja nach einiger Zeit nichts mehr übrig.

 

Was Maria angeht: die müsste bei all ihren Erscheinungen ja genau gleich aussehen, wenn sie in ihrem ehemaligen Leib stecken würde. Da klingen die Zeugenaussagen der Erscheinungen anders.

 

Werner

 

PS: nur weil irgendein Papst irgendwas als Dogma verkündet, wird das noch lange nicht Realität 

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Werner001:

Erkläre mal bitte, wie man mit einem Leib aus Fleisch und Knochen durch Wände und verschlossene Türen geht.

Himmel, Er ist GOTT! Er kann auch auf Wasser gehen! Ja, Er ist wahrer Mensch, aber Er ist auch wahrer Gott, der von Seiner Schöpfung in keinster Weise limitiert wird. Das unterscheidet Ihn nunmal von uns. Vor Seinem Tod, aber auch nach Seinem Tod.

 

Mir macht das jedenfalls keinen Knoten im Hirn.

Geschrieben
vor 28 Minuten schrieb rorro:

 

Vielleicht solltest Du mehr von ihnen lesen.

Wer hat nach dem Martyrium noch etwas geschrieben? 

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Kara:

Himmel, Er ist GOTT!

Klar, als Gott kann er das. Ein „wahrer Mensch“ kann das nicht. Daher ja meine Frage: was war Jesus nach seinem Tod bzw nach seiner Auferstehung.

Als „wahrer Mensch“ ist er auch „richtig“ gestorben (ist glaub ich sogar ein Dogma), aber als wahrer Mensch kann man nicht mit einem echten menschlichen Körper durch Wände 

 

Werner

Geschrieben
vor 12 Minuten schrieb Kara:

Ich glaube nicht, dass das hier irgendjemand glaubt, um ehrlich zu sein 😉.

Ich ja. Apotheosen, Entrückungen und dergleichen sind wichtige Bestandteile einer Religion. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 5 Minuten schrieb Werner001:

Als „wahrer Mensch“ ist er auch „richtig“ gestorben (ist glaub ich sogar ein Dogma), aber als wahrer Mensch kann man nicht mit einem echten menschlichen Körper durch Wände 

Natürlich kann man das, wenn man gleichzeitig Gott ist.

Sonst könntest du ja genauso behaupten, dass Jesus als wahrer Mensch keine Dämonen austreiben, Tote auferwecken oder auf dem Wasser gehen hätte können... oder behauptest du das etwa 😱?

 

😁

bearbeitet von Kara
Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Werner001:

Klar, als Gott kann er das. Ein „wahrer Mensch“ kann das nicht. Daher ja meine Frage: was war Jesus nach seinem Tod bzw nach seiner Auferstehung.

Als „wahrer Mensch“ ist er auch „richtig“ gestorben (ist glaub ich sogar ein Dogma), aber als wahrer Mensch kann man nicht mit einem echten menschlichen Körper durch Wände 

Was wetten wir, daß er wahrer Mensch nur seiner Natur nach ist, also nur im Sinne der platonischen "Idee" aber nicht notwendiger Weise im Sinne einer materiellen Verfasstheit?

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