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Geschrieben (bearbeitet)

Daß es in den säkularen Medien gute und schlechte Bischöfe gibt, damit ist zu rechnen. Gut sind die, die die Meinungen der säkularen Welt vertreten, schlecht sind die, die weiterhin katholische Positionen auch öffentlich teilen. Mit welchem Recht solten wir Anspruch auf eine faire Berichterstattung haben?

 

Meisner war bzgl. des Versagens beim Mißbrauch nicht schlimmer als bspw. Lehmann. Bei Woelki war es ein Kommunikationsversagen und der anscheinend unbändige Wunsch, sich ständig juristisch zu wehren (womöglich beides durch schlechte Berater mitverursacht, aber er trägt die Letztverantwortung). Tebartz van Elst und Mixa kann ich zu wenig beurteilen und interessiert mich auch weniger, da nicht mein Bistum.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 23 Stunden schrieb Merkur:

Das war ein Eigentor: Eine harmlose Seite als "scandalous" bezeichnen, eine merkwürdige Geschichte von einem Hacker erzählen und sich dann in die Schmollecke zurückziehen. Hätte man souveräner handhaben können. 

 

Wie? Er ist ein konservativ-katholischer Bischof, auch wenn er sich zum Thema Homosexualität - für einen konservativen Kirchenmann - vergleichsweise zurückhaltend und achtungsvoll zu äußern scheint. Nehmen wir einmal an, dass er (was nahe liegt) tatsächlich bewusst den entsprechenden Inhalten via Facebook gefolgt ist: Was sollte er dann sagen? Dass ihn kräftige männliche Körper (deren Darstellung offenbar mindestens einen klaren erotischen Unterton hat) und schöne männliche Füße ihn rein ästhetisch ansprechen, ohne dass da bei ihm selbst aber irgendeine erotische/sexuelle Komponente im Spiel wäre?

 

Die kath. Kirche ist beim Thema Sexualität - und erst recht Homosexualität - nun einmal extrem drauf sehr sensibel; und konservative Katholiken, wie Bischof B. sie bedient, sind es sowieso. Deshalb saß er in diesem Moment (wenn nicht wirklich ein Hack vorlag) in der Falle saß. Und das ist ja eigentlich das Traurige an der ganzen Geschichte.

 

Was eigentlich eine Nichtigkeit wäre, wird durch die kirchliche Lehre erst zum Skandal. Das ist ja das eigentlich Traurige.

 

vor 22 Stunden schrieb Flo77:

Emimenz wird doch sicherlich regelmäßig beichten, so daß sein Eintritt ins Himmelreich weitgehend undisputabel ist.

 

Eminenz ist derzeit ja nur eine Exzellenz, der Kardinalshut fehlt. ;) Aber falls Exzellenz die Sache mit dem Hack erfunden haben sollte und es eine Lüge sein sollte, in der er bleibt, dann würde er ja auch in der Lüge - und damit in der Sünde - verharren, bis er die Wahrheit einräumt. Oder würde hier irgendeine Kasuistik zu seinen Gunsten ins Spiel kommen.  

Geschrieben (bearbeitet)
vor 16 Stunden schrieb Guppy:

Ja nach einer wochenlangen Hetzkampagne gegen ihn. Wahrscheinlich hat er [Mixa] den Druck irgendwann nicht mehr ausgehalten..

 

Nochmals dazu:

 

"Die Akte über den Fall des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa, die Papst Benedikt XVI. vorliegt, enthält nach Informationen der Süddeutschen Zeitung gravierende Vorwürfe, die zum Teil öffentlich noch nicht bekannt waren. Diese waren offenbar der Grund dafür, dass der Papst Anfang Mai Mixas Rücktrittsgesuch annahm. [...] Das Dossier über Bischof Mixa umfasst nach SZ-Informationen mehrere Dutzend Seiten; es ging am 27. April offiziell an den Nuntius, den Papstbotschafter in Berlin. Die Akte enthält Zeugenaussagen auch engster Mitarbeiter und Bekannter, die belegen sollen, dass der Bischof ein Alkohol- und Wahrnehmungsproblem hat und sich in mindestens zwei öffentlich noch nicht bekannten Fällen jungen Männern so sehr genähert habe, dass diese das als Grenzüberschreitung empfunden hätten. [...] Nach übereinstimmenden Informationen der SZ und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung soll diese Akte der Grund dafür gewesen sein, dass Papst Benedikt XVI. am 8. Mai das Rücktrittsgesuch Mixas angenommen habe."

https://www.sueddeutsche.de/bayern/geheime-papst-akte-belastet-mixa-schwer-alkohol-und-wahrnehmungsprobleme-1.962464

 

Mixa ist eben nicht einfach wegen einer böswilligen Medien-Kampagne zurückgetreten, sondern man wollte ihm auch Vatikan offenbar weg haben - und zwar allem Anschein nach aus gravierenden Gründen, welche den Medien noch nicht einmal bekannt waren, und welche logischerweise also auch kein Teil einer medialen Hetzkampagne gewesen sein konnten. 

 

Übrigens haben, wie David Berger in "Der Heilige Schein" es sagt, auch Kollegen im Bischofsamt Mixa loswerden wollen und dabei nicht gerade zimperlich vorgingen:

 

"Auch dies ist für die katholische Kirche ein ganz gewöhnlicher Vorgang: Will man oder muss man jemanden aus den eigenen Reihen loswerden, weil beispielsweise besonders schwerwiegende Fehler in der Öffentlichkeit bekannt geworden sind, so wird dessen Entlassung meist verschleiernd mit »gesundheitlichen Problemen«, einer Beförderung oder dem »Rückzug in ein Leben des Gebetes« erklärt.
Nur wenn sich der Betreffende stur stellt, wie etwa im Fall von Bischof Mixa, fährt man härtere Geschütze auf bzw. droht damit, diese aus dem reichen Archivmaterial hervorzukramen. So erklärte der Pressesprecher des Erzbistums München im Juni 2010 zu Mixas Rücknahme seines Rücktrittsangebotes, man sehe zu dessen eigenem Schutz davon ab, weitere Details, die ihn belasten würden, zu publizieren. Der dann folgende Hinweis auf seinen Rückzug »aus gesundheitlichen Gründen« wurde schon fast demagogisch verstärkt: »Wir wünschen ihm gute Besserung. Sein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik war ein wichtiger erster Schritt.«[37]"

 

vor 15 Stunden schrieb rorro:

Meisner war bzgl. des Versagens beim Mißbrauch nicht schlimmer als bspw. Lehmann. 

 

Lehmann ist ja nun aber auch von liberalen Katholiken bzw liberal-katholischen Medien kritisiert worden, zum Teil heftig. So heißt es etwa auf Katholisch [.]de:

 

"Das Mainzer Gutachten zeichnet das denkbar schlimmste Bild von Kardinal Lehmann. Der Bischof, einst als prinzipienstarke Lichtgestalt der Progressiven und einer der großen Theologen seiner Zeit geschätzt, zeigt sich als fühlloser Lügner, der alles tut, um wider besseren Wissens die Institution zu schützen – bis zuletzt. "Um der Wahrheit für die Betroffenen willen darf es keine unantastbaren Denkmäler mehr geben", sagte Lehmanns Nachfolger, Bischof Peter Kohlgraf, in einer ersten Reaktion auf die Studie. Lehmann hat sich selbst vom Sockel gestoßen."

https://katholisch.de/artikel/43898-lehmann-und-der-missbrauch-alles-fuer-die-kirche-nichts-fuer-opfer

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
vor 1 Minute schrieb iskander:

Eminenz ist derzeit ja nur eine Exzellenz, der Kardinalshut fehlt. ;) Aber falls Exzellenz die Sache mit dem Hack erfunden haben sollte und es eine Lüge sein sollte, in der er bleibt, dann würde er ja auch in der Lüge - und damit in der Sünde - verharren, bis er die Wahrheit einräumt. Oder würde hier irgendeine Kasuistik zu seinen Gunsten ins Spiel kommen.  

Ich bin mir sicher, Enz hat hinreichend vorgesorgt. Im Zweifelsfall halt Dem-enz.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb iskander:

 

... Nehmen wir einmal an, dass er (was nahe liegt) tatsächlich bewusst den entsprechenden Inhalten via Facebook gefolgt ist: Was sollte er dann sagen? ...

Einfach die Wahrheit. Er muss diese Überspanntheit doch nicht mitmachen. Wegen seiner Angestellten scheint er auch von konservativer Seite schon angefeindet worden zu sein. Dabei ist die Verbindung von Sport und Christentum doch eigentlich nichts neues, Stichwort muscular christianity. 

bearbeitet von Merkur
Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Merkur:

Einfach die Wahrheit. Er muss diese Überspanntheit doch nicht mitmachen. Wegen seiner Angestellten scheint er auch von konservativer Seite schon angefeindet worden zu sein. Dabei ist die Verbindung von Sport und Christentum doch eigentlich nichts neues, Stichwort muscular christianity. 

Muscular christianity ist ein Konzept aus dem anglikanisch-protestantischen Raum.

 

In der Katholika ist soweit ich mich erinnere jede Form des Körperkults verpönt.

Geschrieben
vor 16 Stunden schrieb rorro:

Daß es in den säkularen Medien gute und schlechte Bischöfe gibt, damit ist zu rechnen. Gut sind die, die die Meinungen der säkularen Welt vertreten, schlecht sind die, die weiterhin katholische Positionen auch öffentlich teilen. Mit welchem Recht solten wir Anspruch auf eine faire Berichterstattung haben?

 

Ich würde sogar sagen, von den säkularen Medien angegriffen und verhetzt zu werden ist eigentlich eine Auszeichnung für jeden Bischof. Das ist ein indirekter Beweis dafür, dass der Bischof katholische Wahrheiten unbeirrt gegen jeden Zeitgeist und weltlichen Widerstand verkündet.

 

Wäre Kardinal Woelki ein woker Regenbogen-Bischof, würden die Medien ihn lieben. Aber der göttliche Auftrag an einen Bischof ist eben nicht von der Welt und den Medien geliebt zu werden. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 18 Stunden schrieb Merkur:

Einfach die Wahrheit. Er muss diese Überspanntheit doch nicht mitmachen. Wegen seiner Angestellten scheint er auch von konservativer Seite schon angefeindet worden zu sein. Dabei ist die Verbindung von Sport und Christentum doch eigentlich nichts neues, Stichwort muscular christianity. 

 

Bischofs B.s Account ist ja nicht den Seiten von Sportveranstaltern, Hantel-Herstellern oder Fitnessstudios gefolgt, sondern, nochmals: Gefolgt wurde einer Seite mit "Brazilian Male Feet" sowie den Seiten von jungen muskulösen Männern, "die regelmäßig provokante Bilder und Videos posteten". (Die mutmaßliche Seite mit den Füßen findet man übrigens leicht; es gibt auch eine Version für X/Twitter. Sie schmeckt definitiv mehr nach "maskuliner Ästhetik" als nach Sport.)

 

So etwas kann sich ein röm-kath. Bischof schlichtweg nicht erlauben. Erst recht nicht in den USA, und doppelt erst recht nicht, wenn man vor allem eine eher konservative Klientel bedienen will. 

 

Man sollte hier auch in Hinterkopf behalten, dass Bischof B. - trotz einer eher gemäßigten Haltung - in einer offensichtlich lobenden Weise erwähnt hat, dass die afrikanischen Bischöfe sich gegen die Segnung homosexueller Paare stellten und dem Vatikan in dieser Hinsicht die Stirn boten. 

 

Die kath. Sexualmoral ist so geartet, dass Skrupolosität, Scham, Schuldgefühle, Heimlichtuerei, Leugnung, Verdrängung und Abspaltung ebenso an der Tagesordnung sind wie Heuchelei und Doppelmoral - mit allen Konsequenzen.

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb iskander:

So etwas kann sich ein röm-kath. Bischof schlichtweg nicht erlauben. Erst recht nicht in den USA, und doppelt erst recht nicht, wenn man vor allem eine eher konservative Klientel bedienen will. 

Natürlich könnte er das. Daran verstößt nichts gegen irgendwelche lehramtliche Dokumente. Falsch wäre es m.E., sich von seiner Klientel oder seinen Gegnern vor sich hertreiben zu lassen. Deswegen wundert mich seine Reaktion.  

Geschrieben
vor 14 Minuten schrieb Merkur:

Natürlich könnte er das. Daran verstößt nichts gegen irgendwelche lehramtliche Dokumente. Falsch wäre es m.E., sich von seiner Klientel oder seinen Gegnern vor sich hertreiben zu lassen. Deswegen wundert mich seine Reaktion.  

Es ist eine Definitionsfrage, ob er sich schon des Genusses von Pornographie schuldig gemacht hat.

 

Wie gesagt: Im Prinzip ist es mir völlig gleich, was für Freuden der alte Mann noch in seinem Leben genießt. Ich reagiere nur etwas unwirsch, wenn er von anderen verlangt, sich ähnlicher Freuden völlig zu enthalten. Bovi, iovi, ich weiß, aber ein katholischer Bischof ist der servus bovis und nicht Iuppiter.

Geschrieben
vor 23 Stunden schrieb Flo77:

In der Katholika ist soweit ich mich erinnere jede Form des Körperkults verpönt.

Na, wenn ich mir so manchen heiligen Sebastian ansehe, kommen mir da Zweifel…

 

Werner

Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb Werner001:

Na, wenn ich mir so manchen heiligen Sebastian ansehe, kommen mir da Zweifel…

Zweifel? Gewisse Spekulationen. Ein Bild sagt ja mehr über den Künstler als über den Dargestellten.

Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb Flo77:

Zweifel? Gewisse Spekulationen. Ein Bild sagt ja mehr über den Künstler als über den Dargestellten.

Der Sebastian ist da nur Mittel zum Zweck, das ist schon klar.

Aber nicht nur über den Künstler, auch über die oft klerikalen Auftraggeber sagt es einiges.

 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)
Am 9.2.2026 um 11:45 schrieb Merkur:

Natürlich könnte er das. Daran verstößt nichts gegen irgendwelche lehramtliche Dokumente. Falsch wäre es m.E., sich von seiner Klientel oder seinen Gegnern vor sich hertreiben zu lassen. Deswegen wundert mich seine Reaktion.  

 

Ich halte das ehrlich gesagt für etwas weltfremd, denn der homoerotische Unterton ist doch einfach offenkundig da und nicht glaubwürdig abstreitbar. Und Bischof kann homoerotischen Seiten nicht folgen, und wenn doch, kann er das nicht zugeben. Da ist die kirchliche Lehre einfach zu strikt. Ähnlich sieht das auch iAsk.ai, was kein Autoritäts-Beweis sein soll; ich halte die Argumente vielmehr inhaltlich im Wesentlichen für stichhaltig. 

 

Meine Frage

 

Könnte ein katholischer Weihbischof - vor allem ein eher konservativer - es sich in den USA es sich kirchenrechtlich und reputationsmäßig heutzutage leisten, einer Seite zu folgen, in der die Füße von attraktiven Männern dargestellt werden, und den Seiten kräftiger junger Männer, die sich provokativ und mit erotischem Touch präsentieren? Oder könnte er sich das kaum leisten? (Minderjährige sind hier nicht im Spiel.)

 

Die KI-Antwort (ohne Fußnoten)

 

Die Beantwortung dieser Frage erfordert eine Analyse des kanonischen Rechts (Kirchenrecht), der moraltheologischen Erwartungen an das Bischofsamt sowie der soziopolitischen Realität innerhalb der katholischen Kirche in den USA im Jahr 2026.

Kirchenrechtliche Einordnung

Nach dem Codex Iuris Canonici (CIC) von 1983 sind Kleriker, insbesondere Bischöfe, zu einer besonderen Lebensführung verpflichtet. Canon 277 §1 schreibt vor, dass Kleriker verpflichtet sind, "vollkommene und immerwährende Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen zu wahren", was den Zölibat einschließt. Ein Weihbischof, der öffentlich Inhalten folgt, die als "erotisch" oder "provokativ" eingestuft werden, könnte gegen Canon 285 §1 verstoßen, der besagt, dass Kleriker alles meiden müssen, was ihrem Stand "fremd" ist (indecentia).

Obwohl das bloße "Folgen" einer Social-Media-Seite keine sexuelle Handlung darstellt, sieht das Kirchenrecht vor, dass Kleriker Ärgernis (Scandalum) vermeiden müssen. Canon 1389 des reformierten Strafrechts der Kirche ermöglicht Sanktionen, wenn ein Kleriker durch sein Verhalten die Autorität oder die Würde des Amtes schädigt.

Reputationsrisiken und das "Konservative" Dilemma

In den USA ist die Polarisierung innerhalb der katholischen Kirche stark ausgeprägt. Ein "eher konservativer" Bischof stützt seine Autorität oft auf die strikte Einhaltung traditioneller Moralvorstellungen.

  1. Glaubwürdigkeitsverlust: Die Anhängerschaft eines konservativen Bischofs erwartet eine kompromisslose Haltung gegenüber dem, was oft als "moderne Dekadenz" bezeichnet wird. Das öffentliche Interesse an erotisierten Darstellungen junger Männer würde als Heuchelei (Double Standard) wahrgenommen werden.
  2. Digitale Forensik: In den USA gibt es Organisationen wie "The Pillar" oder "Catholic Laity and Clergy for Renewal", die in der Vergangenheit bereits Grindr-Daten oder Social-Media-Aktivitäten von Klerikern analysiert haben, um Fehlverhalten aufzudecken. Ein Bischof steht unter permanenter digitaler Beobachtung.
  3. Öffentliches Ärgernis: Das Verfolgen von "Foot Fetish"-Seiten oder Profilen mit erotischem Touch würde unmittelbar als "Scandalum" gewertet. Dies führt oft zum Rücktritt, da die moralische Autorität zur Leitung der Diözese verloren geht.

Logische Schlussfolgerung

Schritt 1: Prüfung der Amtspflichten. Ein Bischof muss ein Vorbild an Keuschheit und Diskretion sein. Schritt 2: Bewertung der Plattform-Interaktion. Das "Folgen" ist im digitalen Zeitalter ein öffentlicher Akt der Zustimmung oder des Interesses. Schritt 3: Analyse des US-Kontextes. Die US-Kirche ist extrem sensibel gegenüber klerikalem sexuellem Fehlverhalten oder Doppelmoral, insbesondere nach den Skandalen der letzten Jahrzehnte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich ein katholischer Weihbischof in den USA heutzutage kaum leisten könnte, solchen Seiten öffentlich zu folgen. Kirchenrechtlich könnte dies als Verstoß gegen die Standespflichten und als Verursachung eines Ärgernisses gewertet werden. Reputationsmäßig wäre es für einen konservativen Bischof fatal, da es seine moralische Integrität zerstört, ihn erpressbar macht und unweigerlich zu Forderungen nach seinem Rücktritt durch die Gläubigen und den Heiligen Stuhl führen würde.

 

 

Meine Anschlussfrage

 

Wäre ein solcher Weihbischof in so einem Fall (keine Minderjährigen, aber homoerotische Inhalte) unter einem starken Druck, sein Verhalten abzustreiten (und etwa einen Hack vorzuschieben)? Oder könnte er sich öffentlich zu so einem Verhalten bekennen? Gibt es für einen Bischof so etwas wie einen persönlichen Freiraum, um erotische/ästhetische Neigungen auszuleben? Ist es hier auch relevant oder nicht relevant, was die Kirche zur Eignung von Männern mit tiefstgehenden homosexuellen Neigungen sagt? Und ist es relevant oder nicht, wenn der entsprechende Bischof sich selbst eher konservativ positioniert hat und - trotz eher moderater Äußerungen zur Homosexuellen - auf der Sündhaftigkeit aller homosexueller Verhaltensweise bestanden hat? Bitte gib eine kurze Antwort, begründe sie, schreibe auf Deutsch.

 

Die KI-Antwort (ohne Fußnoten)

 

Ein katholischer Weihbischof in den USA befände sich in dieser Situation in einer existenziellen Krise, die kaum Spielraum für ein öffentliches Bekenntnis ließe.

Ein solcher Weihbischof könnte es sich faktisch nicht leisten, sich öffentlich zu diesem Verhalten zu bekennen, ohne sein Amt sofort zu verlieren; der Druck, das Verhalten abzustreiten oder einen "Hack" vorzuschieben, wäre immens.

Hier ist die schrittweise logische Begründung:

  1. Fehlen eines privaten Freiraums für Erotik: Im kirchenrechtlichen und moraltheologischen Verständnis gibt es für einen Bischof keinen "privaten Freiraum" für das Ausleben erotischer Neigungen, die dem Zölibat widersprechen. Ein Bischof gilt als Persona Publica; sein gesamtes Leben muss dem Evangelium Zeugnis geben. Das Verfolgen homoerotischer Inhalte wird als Akt der Unkeuschheit und als Bruch des Versprechens der Ehelosigkeit gewertet.
  1. Relevanz der "tiefsitzenden Tendenzen": Die Instruktion des Vatikans von 2005 (bestätigt 2016) besagt, dass Männer mit "tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen" nicht zum Priesteramt zugelassen werden sollten. Wenn ein amtierender Bischof öffentlich ein Interesse an homoerotischen Inhalten zeigt, würde dies die Frage aufwerfen, ob er bei seiner Weihe falsche Angaben gemacht hat oder ob er psychisch/geistlich ungeeignet für das Amt ist.
  1. Die Falle der konservativen Positionierung: Die Tatsache, dass der Bischof die Sündhaftigkeit homosexueller Handlungen betont hat, macht ein Bekenntnis unmöglich. In der US-Kirche würde dies als "Hypocrisy" (Heuchelei) gewertet. Ein konservatives Profil zieht eine Anhängerschaft an, die strikte moralische Integrität fordert. Ein Bekenntnis würde nicht als "Ehrlichkeit", sondern als moralischer Bankrott und Verrat an der Lehre wahrgenommen werden.
  1. Druck zum Abstreiten: Da ein Bekenntnis den sofortigen Rücktritt und sozialen Ausschluss aus konservativen Kreisen zur Folge hätte, ist das Vorschieben technischer Fehler (Hacking) eine häufige, wenn auch oft wenig glaubwürdige Verteidigungsstrategie. Die digitale Forensik (wie sie etwa von Gruppen wie The Pillar genutzt wird) macht solche Ausflüchte jedoch zunehmend riskant.

Zusammenfassend: Die Kombination aus klerikalem Status, der offiziellen Lehre zur Homosexualität und seiner eigenen konservativen Rhetorik nimmt dem Bischof jede Möglichkeit, das Verhalten als "ästhetische Vorliebe" zu normalisieren. Ein öffentliches Bekenntnis wäre sein kirchenpolitisches Ende.

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
vor 41 Minuten schrieb iskander:

 

Ich halte das ehrlich gesagt für etwas weltfremd, denn der homoerotische Unterton ist doch einfach offenkundig da und nicht glaubwürdig abstreitbar. Und Bischof kann homoerotischen Seiten nicht folgen, und wenn doch, kann er das nicht zugeben. Da ist die kirchliche Lehre einfach zu strikt. 

 

Was hat denn das mit der kirchlichen Lehre zu tun? Ich wundere mich darüber, dass hier so wenig differenziert wird. Ein Bischof hat die Lehre zu vertreten und sein Privatleben danach auszurichten, mehr nicht. Er muss nicht zu einem bestimmten Lager gehören oder dessen Verhaltenserwartungen erfüllen. Aufgund der Unversöhnlichkeit, mit der das konservative und das liberale Lager sich gegenüberstehen, ist es möglicherweise dazu gekommen, dass man sich bei seinen eigenen Leuten nicht verdächtig machen darf. Es ist aber niemand gezwungen, dabei mitzumachen. 

Geschrieben
vor 44 Minuten schrieb iskander:

Nach dem Codex Iuris Canonici (CIC) von 1983 sind Kleriker, insbesondere Bischöfe, zu einer besonderen Lebensführung verpflichtet. Canon 277 §1 schreibt vor, dass Kleriker verpflichtet sind, "vollkommene und immerwährende Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen zu wahren", was den Zölibat einschließt. Ein Weihbischof, der öffentlich Inhalten folgt, die als "erotisch" oder "provokativ" eingestuft werden, könnte gegen Canon 285 §1 verstoßen, der besagt, dass Kleriker alles meiden müssen, was ihrem Stand "fremd" ist (indecentia).

Obwohl das bloße "Folgen" einer Social-Media-Seite keine sexuelle Handlung darstellt, sieht das Kirchenrecht vor, dass Kleriker Ärgernis (Scandalum) vermeiden müssen. Canon 1389 des reformierten Strafrechts der Kirche ermöglicht Sanktionen, wenn ein Kleriker durch sein Verhalten die Autorität oder die Würde des Amtes schädigt.

So einfach ist das nicht - c. 285 § 1 CIC/1983 würde ich nicht in den Kontext sexuellen Fehlverhaltens bringen, weil das (1) im Zweifel in c. 277 § 2 CIC/1983 geregelt wäre und (2) c. 285 § 1 CIC/1982 zwischen lauter Normen steht, in denen es eher um das öffentliche Auftreten geht. Beschränkende Normen sind eng auszulegen (c. 18 CIC/1983), daher meine ich c. 285 ausschließen zu können

 

Auch c. 1389/2023 ist hier absolut nicht einschlägig - weil es hier um Fehlverhalten im Amt geht.

 

Bliebe c. 277 § 2 CIC/1983, der nicht strafbewehrt ist, es sei denn, man versuchte es über den c. 1399 CIC/2023. Allerdings angesichts der Tatsache, dass der Gesetzgeber in der letzten Reform das Sexualstrafrecht gründlich (wenngleich in Teilen unbefriedigend) um- und ausgebaut hat und sicherlich um Zölibatsverstöße weiß wird man schwerlich begründen können dass die Nichtstrafbarkeit ein Versehen war.

 

Daher bliebe hier nur die Ermahnung.

 

ABER: Das macht der Papst. Und der kann da recht frei entscheiden.

Geschrieben
vor 9 Minuten schrieb Merkur:

Was hat denn das mit der kirchlichen Lehre zu tun?

 

Die kirchliche Lehre zur "Keuschheit" schließt ein Verhalten, wie es hier zur Debatte steht, aus. Alles, was mit Sexualität zu tun hat, ist strikt auf die heterosexuelle Ehe begrenzt. Das Ansehen und Genießen von homoerotischen Darstellungen ist aus kirchlicher Sicht unzulässig.

Wie es in der KI-Antwort heißt, dürfte ein Kleriker eigentlich ohnehin keine homoerotischen Interessen haben, noch nicht einmal, wenn er ganz konsequent auf ihr Ausleben verzichtet. Aus kirchlicher Sicht ist so jemand für ein priesterliches (oder gar bischöfliches) Amt nicht geeignet. Ein Bischof hat ohnehin eine besondere Vorbildfunktion.

 

Zitat

Aufgund der Unversöhnlichkeit, mit der das konservative und das liberale Lager sich gegenüberstehen, ist es möglicherweise dazu gekommen, dass man sich bei seinen eigenen Leuten nicht verdächtig machen darf. Es ist aber niemand gezwungen, dabei mitzumachen. 

 

Niemand reißt gerne das Haus ein, was er mühevoll über Jahre aufgebaut hat. 

 

vor 8 Minuten schrieb Chrysologus:

So einfach ist das nicht [...]

 

Ich glaube Dir das alles - aber dennoch stünde ein solches Verhalten sehr im Verdacht, ein Verstoß gegen die "Keuschheit" zu sein, und, wenn es allgemein bekannt wird, wäre es doch auch ein (gravierendes) öffentliches Ärgernis (jedenfalls aus kirchlicher Sicht). Gibt es Fälle (gar noch aus den USA), in denen ein Bischof so etwas "überlebt" hätte? Und wenn es keine Präzedenzfälle gibt: Ist das plausibel? Zumindest wäre da doch ein enormer Druck da. 

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb iskander:

 

Ich glaube Dir das alles - aber dennoch stünde ein solches Verhalten sehr im Verdacht, ein Verstoß gegen die "Keuschheit" zu sein, und, wenn es allgemein bekannt wird, wäre es doch auch ein (gravierendes) öffentliches Ärgernis (jedenfalls aus kirchlicher Sicht). Gibt es Fälle (gar noch aus den USA), in denen ein Bischof so etwas "überlebt" hätte? Und wenn es keine Präzedenzfälle gibt: Ist das plausibel? Zumindest wäre da doch ein enormer Druck da. 

Selbst ein klarer Zölibatsbruch mit Mann oder Frau wäre vielleicht ein Skandal, aber was dabei raus kommt, ist nie vorher zu sagen.

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Chrysologus:

Selbst ein klarer Zölibatsbruch mit ... Frau wäre vielleicht ein Skandal, aber was dabei raus kommt, ist nie vorher zu sagen.

Gibt ja nicht soviele Möglichkeiten. Junge oder Mädchen. Es wird halt gewickelt was kommt.

Geschrieben
Am 8.2.2026 um 13:19 schrieb Guppy:

 

Ich würde sogar sagen, von den säkularen Medien angegriffen und verhetzt zu werden ist eigentlich eine Auszeichnung für jeden Bischof. Das ist ein indirekter Beweis dafür, dass der Bischof katholische Wahrheiten unbeirrt gegen jeden Zeitgeist und weltlichen Widerstand verkündet.

 

Wäre Kardinal Woelki ein woker Regenbogen-Bischof, würden die Medien ihn lieben. Aber der göttliche Auftrag an einen Bischof ist eben nicht von der Welt und den Medien geliebt zu werden. 

 

"Angreifen" im Sinne von "kritisieren" ist keine Hetze.

Ich wäre vorsichtig damit jeglicher Kritik an Bischöfen oder kirchlich-amtlichen "Würdenträgern" (kritisieren = angreifen = verhetzen) die Berechtigung abzusprechen, weil du damit einer abgeschotteten Sektiererei das Wort sprichst. Wer will eine sektiererische römisch-katholische Glaubensgemeinschaft?

 

Natürlich sind die Medien, die bewußt Säkularismus gegen Religion, insbesondere christliche Religion, setzen, voreingenommen, aber das bedeutet ja nicht, dass ihr Kritik zT auch berechtigt sein könnte, weil nicht alles, was ein Bischof tut oder sagt, notwendigerweise übernatürlich motiviert ist ... einiges dient vielleicht auch säkularen und/oder eigennützigen Interessen.

 

Und was "säkulare Medien" angeht ... gibt es eigentlich Medien die nicht säkular sind? Ich kenn keine.

 

Geschrieben
Am 10.2.2026 um 20:39 schrieb Chrysologus:

Selbst ein klarer Zölibatsbruch mit Mann oder Frau wäre vielleicht ein Skandal, aber was dabei raus kommt, ist nie vorher zu sagen.

 

Ein Bischof und ein öffentlicher (und aktueller) Zölibatsbruch - könnte der Bischof realistisch im Amt bleiben? 

 

Das einzige direkt Relevante, was ich auf die Schelle gefunden habe, wären Berichte zu Jeffrey Burrill, damals Generalsekretär der US-Bischofskonferenz, der 2021 zurücktrat, nachdem entdeckt worden war, dass er auf Grindr unterwegs gewesen war, "the world’s largest social networking app for gay, bi, trans, and queer people", und sich in Schwulenbars aufgehalten hat. 

https://www.bbc.com/news/technology-57909329

Geschrieben

@Chrysologus

 

Bei Bischof Mixa hat es wohl wesentlich mit zu seinem kirchenpolitischen Ende beigetragen, dass er offenbar die Nähe zu Männern in einer Weise suchte, die als unangemessen empfunden wurde. Er wurde zwar nicht formell abberufen oder bestraft, aber mindestens vom Erzbischof von München und Freising erheblich unter Druck gesetzt, zurückzutreten - und ich nehme an, dass dies kaum gegen den expliziten Willen des Vatikans geschah.

 

In einem Punkt, denke ich, herrscht Klarheit: Für ein bischöfliches "Ich bin schwul und das ist auch gut so, und das lebe ich zumindest in einem gewissen Rahmen aus" ist derzeit in der kath. Kirche kein Platz. Wenn der Bischof überhaupt bleiben könnte, müsste er sicher Reue zeigen. Und seine kirchenpolitische Karriere wäre damit wohl weitestgehend beendet - ein solcher Weihbischof würde es wohl kaum noch zum Metropoliten oder Kardinalstaatssekretär bringen. (Burrill beklagte sich ebenfalls darüber, dass seine kirchenpolitische Karriere beendet sei.)

 

Zudem dürfte ein entsprechender Bischof, wenn er zu 100% immer hinter der offiziellen Sexualmoral stand und weiterhin steht, wohl tatsächlich auf beiden Seiten wenig Unterstützung finden: Die Liberalen werden mit ihm wenig anfangen können und ihn als Heuchler oder bestenfalls als tragisches Opfer einer rigorosen Ethik betrachten; und die Konservativen, für die alles, was irgendwie mit Schwulsein zu tun hat, ein Anathema ist, werden mit ihm auch nicht mehr hausieren wollen. Und in den USA ist ja ohnehin alles besonders polarisiert.

Geschrieben

Ich muss mal kurz nachfragen:

Gibt es eigentlich irgendwelche Beweise gegen diesen Bischof oder irgendeine offizielle Beschwerde? Wahrscheinlich nicht, wenn er noch amtiert. Auf der anderen Seite ist nunmal überhaupt kein Widerspruch, einen schwulen Lebensstil zu goutieren und gleichzeitig sehr konservative theologische Positionen zu vertreten. Es gab doch den Fall des David Berger, der diese beiden vorgeblichen Widersprüche in sich vereinte, aber plötzlich von seinen ganzen konservativen Förderern geschasst wurde.

In meinen Augen sind solche Widersprüche eigentlich nur eins: eine ganz offensichtliche Vorliebe für Heuchelei im konservativen Lager, die eben einen fundamentalen Widerspruch zwischen zölibatärem Ideal und menschlicher Natur nicht anerkennen will.

Solange hier keine realistische Sichtweise Einkehr hält, werden in der Kirchenhierarchie immer wieder Täuscher, Blender und Vertuscher über die aufrichtigen Kirchendiener die Oberhand gewinnen, weil eben die Heuchelei und der Hochmut honoriert werden, der reuige und ehrliche Sünder aber den Selbstbetrug der hochmütig Superfrommen zu entlarven droht.

Eigentlich seltsam, denn Jesus hat bei Lukas mit der Geschichte vom Pharisäer und dem Zöllner im Tempel ein ziemlich deutliches Gleichnis dazu gebracht.

Geschrieben
vor 25 Minuten schrieb Shubashi:

Ich muss mal kurz nachfragen:

Gibt es eigentlich irgendwelche Beweise gegen diesen Bischof oder irgendeine offizielle Beschwerde?

Nein.

 

Scheint dich bei deiner persönlichen Urteilsfindung aber nicht zu interessieren.

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