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Bischof B. und die brasilianischen Füße


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Geschrieben (bearbeitet)

Daß es in den säkularen Medien gute und schlechte Bischöfe gibt, damit ist zu rechnen. Gut sind die, die die Meinungen der säkularen Welt vertreten, schlecht sind die, die weiterhin katholische Positionen auch öffentlich teilen. Mit welchem Recht solten wir Anspruch auf eine faire Berichterstattung haben?

 

Meisner war bzgl. des Versagens beim Mißbrauch nicht schlimmer als bspw. Lehmann. Bei Woelki war es ein Kommunikationsversagen und der anscheinend unbändige Wunsch, sich ständig juristisch zu wehren (womöglich beides durch schlechte Berater mitverursacht, aber er trägt die Letztverantwortung). Tebartz van Elst und Mixa kann ich zu wenig beurteilen und interessiert mich auch weniger, da nicht mein Bistum.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 23 Stunden schrieb Merkur:

Das war ein Eigentor: Eine harmlose Seite als "scandalous" bezeichnen, eine merkwürdige Geschichte von einem Hacker erzählen und sich dann in die Schmollecke zurückziehen. Hätte man souveräner handhaben können. 

 

Wie? Er ist ein konservativ-katholischer Bischof, auch wenn er sich zum Thema Homosexualität - für einen konservativen Kirchenmann - vergleichsweise zurückhaltend und achtungsvoll zu äußern scheint. Nehmen wir einmal an, dass er (was nahe liegt) tatsächlich bewusst den entsprechenden Inhalten via Facebook gefolgt ist: Was sollte er dann sagen? Dass ihn kräftige männliche Körper (deren Darstellung offenbar mindestens einen klaren erotischen Unterton hat) und schöne männliche Füße ihn rein ästhetisch ansprechen, ohne dass da bei ihm selbst aber irgendeine erotische/sexuelle Komponente im Spiel wäre?

 

Die kath. Kirche ist beim Thema Sexualität - und erst recht Homosexualität - nun einmal extrem drauf sehr sensibel; und konservative Katholiken, wie Bischof B. sie bedient, sind es sowieso. Deshalb saß er in diesem Moment (wenn nicht wirklich ein Hack vorlag) in der Falle saß. Und das ist ja eigentlich das Traurige an der ganzen Geschichte.

 

Was eigentlich eine Nichtigkeit wäre, wird durch die kirchliche Lehre erst zum Skandal. Das ist ja das eigentlich Traurige.

 

vor 22 Stunden schrieb Flo77:

Emimenz wird doch sicherlich regelmäßig beichten, so daß sein Eintritt ins Himmelreich weitgehend undisputabel ist.

 

Eminenz ist derzeit ja nur eine Exzellenz, der Kardinalshut fehlt. ;) Aber falls Exzellenz die Sache mit dem Hack erfunden haben sollte und es eine Lüge sein sollte, in der er bleibt, dann würde er ja auch in der Lüge - und damit in der Sünde - verharren, bis er die Wahrheit einräumt. Oder würde hier irgendeine Kasuistik zu seinen Gunsten ins Spiel kommen.  

Geschrieben (bearbeitet)
vor 16 Stunden schrieb Guppy:

Ja nach einer wochenlangen Hetzkampagne gegen ihn. Wahrscheinlich hat er [Mixa] den Druck irgendwann nicht mehr ausgehalten..

 

Nochmals dazu:

 

"Die Akte über den Fall des zurückgetretenen Augsburger Bischofs Walter Mixa, die Papst Benedikt XVI. vorliegt, enthält nach Informationen der Süddeutschen Zeitung gravierende Vorwürfe, die zum Teil öffentlich noch nicht bekannt waren. Diese waren offenbar der Grund dafür, dass der Papst Anfang Mai Mixas Rücktrittsgesuch annahm. [...] Das Dossier über Bischof Mixa umfasst nach SZ-Informationen mehrere Dutzend Seiten; es ging am 27. April offiziell an den Nuntius, den Papstbotschafter in Berlin. Die Akte enthält Zeugenaussagen auch engster Mitarbeiter und Bekannter, die belegen sollen, dass der Bischof ein Alkohol- und Wahrnehmungsproblem hat und sich in mindestens zwei öffentlich noch nicht bekannten Fällen jungen Männern so sehr genähert habe, dass diese das als Grenzüberschreitung empfunden hätten. [...] Nach übereinstimmenden Informationen der SZ und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung soll diese Akte der Grund dafür gewesen sein, dass Papst Benedikt XVI. am 8. Mai das Rücktrittsgesuch Mixas angenommen habe."

https://www.sueddeutsche.de/bayern/geheime-papst-akte-belastet-mixa-schwer-alkohol-und-wahrnehmungsprobleme-1.962464

 

Mixa ist eben nicht einfach wegen einer böswilligen Medien-Kampagne zurückgetreten, sondern man wollte ihm auch Vatikan offenbar weg haben - und zwar allem Anschein nach aus gravierenden Gründen, welche den Medien noch nicht einmal bekannt waren, und welche logischerweise also auch kein Teil einer medialen Hetzkampagne gewesen sein konnten. 

 

Übrigens haben, wie David Berger in "Der Heilige Schein" es sagt, auch Kollegen im Bischofsamt Mixa loswerden wollen und dabei nicht gerade zimperlich vorgingen:

 

"Auch dies ist für die katholische Kirche ein ganz gewöhnlicher Vorgang: Will man oder muss man jemanden aus den eigenen Reihen loswerden, weil beispielsweise besonders schwerwiegende Fehler in der Öffentlichkeit bekannt geworden sind, so wird dessen Entlassung meist verschleiernd mit »gesundheitlichen Problemen«, einer Beförderung oder dem »Rückzug in ein Leben des Gebetes« erklärt.
Nur wenn sich der Betreffende stur stellt, wie etwa im Fall von Bischof Mixa, fährt man härtere Geschütze auf bzw. droht damit, diese aus dem reichen Archivmaterial hervorzukramen. So erklärte der Pressesprecher des Erzbistums München im Juni 2010 zu Mixas Rücknahme seines Rücktrittsangebotes, man sehe zu dessen eigenem Schutz davon ab, weitere Details, die ihn belasten würden, zu publizieren. Der dann folgende Hinweis auf seinen Rückzug »aus gesundheitlichen Gründen« wurde schon fast demagogisch verstärkt: »Wir wünschen ihm gute Besserung. Sein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik war ein wichtiger erster Schritt.«[37]"

 

vor 15 Stunden schrieb rorro:

Meisner war bzgl. des Versagens beim Mißbrauch nicht schlimmer als bspw. Lehmann. 

 

Lehmann ist ja nun aber auch von liberalen Katholiken bzw liberal-katholischen Medien kritisiert worden, zum Teil heftig. So heißt es etwa auf Katholisch [.]de:

 

"Das Mainzer Gutachten zeichnet das denkbar schlimmste Bild von Kardinal Lehmann. Der Bischof, einst als prinzipienstarke Lichtgestalt der Progressiven und einer der großen Theologen seiner Zeit geschätzt, zeigt sich als fühlloser Lügner, der alles tut, um wider besseren Wissens die Institution zu schützen – bis zuletzt. "Um der Wahrheit für die Betroffenen willen darf es keine unantastbaren Denkmäler mehr geben", sagte Lehmanns Nachfolger, Bischof Peter Kohlgraf, in einer ersten Reaktion auf die Studie. Lehmann hat sich selbst vom Sockel gestoßen."

https://katholisch.de/artikel/43898-lehmann-und-der-missbrauch-alles-fuer-die-kirche-nichts-fuer-opfer

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
vor 1 Minute schrieb iskander:

Eminenz ist derzeit ja nur eine Exzellenz, der Kardinalshut fehlt. ;) Aber falls Exzellenz die Sache mit dem Hack erfunden haben sollte und es eine Lüge sein sollte, in der er bleibt, dann würde er ja auch in der Lüge - und damit in der Sünde - verharren, bis er die Wahrheit einräumt. Oder würde hier irgendeine Kasuistik zu seinen Gunsten ins Spiel kommen.  

Ich bin mir sicher, Enz hat hinreichend vorgesorgt. Im Zweifelsfall halt Dem-enz.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb iskander:

 

... Nehmen wir einmal an, dass er (was nahe liegt) tatsächlich bewusst den entsprechenden Inhalten via Facebook gefolgt ist: Was sollte er dann sagen? ...

Einfach die Wahrheit. Er muss diese Überspanntheit doch nicht mitmachen. Wegen seiner Angestellten scheint er auch von konservativer Seite schon angefeindet worden zu sein. Dabei ist die Verbindung von Sport und Christentum doch eigentlich nichts neues, Stichwort muscular christianity. 

bearbeitet von Merkur
Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Merkur:

Einfach die Wahrheit. Er muss diese Überspanntheit doch nicht mitmachen. Wegen seiner Angestellten scheint er auch von konservativer Seite schon angefeindet worden zu sein. Dabei ist die Verbindung von Sport und Christentum doch eigentlich nichts neues, Stichwort muscular christianity. 

Muscular christianity ist ein Konzept aus dem anglikanisch-protestantischen Raum.

 

In der Katholika ist soweit ich mich erinnere jede Form des Körperkults verpönt.

Geschrieben
vor 16 Stunden schrieb rorro:

Daß es in den säkularen Medien gute und schlechte Bischöfe gibt, damit ist zu rechnen. Gut sind die, die die Meinungen der säkularen Welt vertreten, schlecht sind die, die weiterhin katholische Positionen auch öffentlich teilen. Mit welchem Recht solten wir Anspruch auf eine faire Berichterstattung haben?

 

Ich würde sogar sagen, von den säkularen Medien angegriffen und verhetzt zu werden ist eigentlich eine Auszeichnung für jeden Bischof. Das ist ein indirekter Beweis dafür, dass der Bischof katholische Wahrheiten unbeirrt gegen jeden Zeitgeist und weltlichen Widerstand verkündet.

 

Wäre Kardinal Woelki ein woker Regenbogen-Bischof, würden die Medien ihn lieben. Aber der göttliche Auftrag an einen Bischof ist eben nicht von der Welt und den Medien geliebt zu werden. 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 18 Stunden schrieb Merkur:

Einfach die Wahrheit. Er muss diese Überspanntheit doch nicht mitmachen. Wegen seiner Angestellten scheint er auch von konservativer Seite schon angefeindet worden zu sein. Dabei ist die Verbindung von Sport und Christentum doch eigentlich nichts neues, Stichwort muscular christianity. 

 

Bischofs B.s Account ist ja nicht den Seiten von Sportveranstaltern, Hantel-Herstellern oder Fitnessstudios gefolgt, sondern, nochmals: Gefolgt wurde einer Seite mit "Brazilian Male Feet" sowie den Seiten von jungen muskulösen Männern, "die regelmäßig provokante Bilder und Videos posteten". (Die mutmaßliche Seite mit den Füßen findet man übrigens leicht; es gibt auch eine Version für X/Twitter. Sie schmeckt definitiv mehr nach "maskuliner Ästhetik" als nach Sport.)

 

So etwas kann sich ein röm-kath. Bischof schlichtweg nicht erlauben. Erst recht nicht in den USA, und doppelt erst recht nicht, wenn man vor allem eine eher konservative Klientel bedienen will. 

 

Man sollte hier auch in Hinterkopf behalten, dass Bischof B. - trotz einer eher gemäßigten Haltung - in einer offensichtlich lobenden Weise erwähnt hat, dass die afrikanischen Bischöfe sich gegen die Segnung homosexueller Paare stellten und dem Vatikan in dieser Hinsicht die Stirn boten. 

 

Die kath. Sexualmoral ist so geartet, dass Skrupolosität, Scham, Schuldgefühle, Heimlichtuerei, Leugnung, Verdrängung und Abspaltung ebenso an der Tagesordnung sind wie Heuchelei und Doppelmoral - mit allen Konsequenzen.

 

bearbeitet von iskander

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