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Kann man das Böse messen ?


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Werner Hoffmann
Geschrieben

Der D-Faktor Maß der Bösartigkeit eines Menschen 

 

Bösartige Menschen sind gern unter sich und arbeiten nicht in sozialen Berufen 

 

Das Böse steckt in jedem Menschen, sagt der Psychologe Ingo Zettler. In einem aktuellen Interview erklärt er, woran man böse Menschen erkennt und wie sich Männer und Frauen unterscheiden.

 

Egoismus, Gehässigkeit, Gier: Diese Persönlichkeitseigenschaften zählen zu den sogenannten "dark traits" (deutsch: dunkle Wesenszüge). Sie spiegeln böses Denken, Handeln und Fühlen wider.

Forscher versuchen seit einiger Zeit, zu bestimmen, wie viel Böses im Menschen schlummert. Dazu entwickelte der Psychologie-Professor Benjamin Hilbig gemeinsam mit seinen Fachkollegen Ingo Zettler von der Universität Kopenhagen und Morten Moshagen von der Universität Ulm den sogenannten "D-Faktor".

Er soll die "Essenz des Bösen" widerspiegeln. Wer möchte, kann sich durch einen Online-Fragebogen klicken und herausfinden, wie viel Schlechtes in ihm steckt – im Vergleich zu anderen Menschen. 

 

"Zum Bösen gehören auch alltägliche Verfehlungen"

 

In einem Beitrag des Forschungsmagazins der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) heißt es: "Der D-Faktor zeigt auf einer Skala von 1 bis 5, wie stark jemand dazu neigt, eigene Interessen rücksichtslos zu verfolgen, selbst wenn dies anderen schadet." Werte ab 3,5 gelten demnach als problematisch.

Böses Verhalten umfasst jedoch weit mehr als Mord, Totschlag oder Vergewaltigung, sagte Psychologie-Professor Zettler in einem aktuellen Interview mit dem "Spiegel". 

"Zum Bösen gehören auch beinahe alltägliche Verfehlungen wie Lügen, Fremdgehen und Schummeln bei der Spesenabrechnung", so der Forscher. Im Online-Fragebogen für den "D-Faktor" müssen die Teilnehmer 70 Aussagen bewerten, also angeben, wie sehr sie ihnen zustimmen oder sie ablehnen.

"Männer sind böser als Frauen"

Laut Zettler haben bisher rund drei Millionen Menschen den Fragebogen beantwortet. "Erste Studien deuten an, dass der D-Faktor zu 25 Prozent von genetischer Veranlagung abhängt und recht stark durch Umwelteinflüsse geprägt ist", sagte er im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin.

Der "D-Faktor" steigt ihm zufolge an, wenn die Gesellschaft mit Faktoren wie finanzieller Unsicherheit, Kriminalität, Ungleichheit oder Gewalt zu tun hat. Auch das Geschlecht spielt bei der "Essenz des Bösen" offenbar eine Rolle.

"Männer sind böser als Frauen. Das hat wahrscheinlich noch immer mit Rollenbildern und Erwartungen zu tun", so Zettler. Sie hätten häufiger Führungspositionen inne, die dazu verleiten könnten, egoistisch oder narzisstisch zu handeln. Riesige Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern laut dem Psychologen aber nicht.

 

"Das Böse zieht sich gegenseitig an"

 

Dafür weist er auf einen anderen Punkt hin. "Was auffällig ist: Menschen mit höherem D-Faktor sind häufig miteinander befreundet, das Böse zieht sich gewissermaßen gegenseitig an", sagte Zettler dem "Spiegel". 

Partnerschaften "böser" Menschen seien instabiler, manche würden zu Untreue neigen. Mit dem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit laut dem Forscher ab, sich böse zu verhalten. "Etwa 60 Prozent der unter 25-Jährigen haben einen überdurchschnittlich ausgeprägten D-Faktor, aber nur 30 Prozent der über Sechzigjährigen; vielleicht ist das die sprichwörtliche Altersmilde." 

 

https://www.focus.de/wissen/die-dunkle-seite-des-menschen-maenner-sind-boeser-als-frauen_12829442-0139-4400-9af0-84066249b407.html

Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb Werner Hoffmann:

"Etwa 60 Prozent der unter 25-Jährigen haben einen überdurchschnittlich ausgeprägten D-Faktor, aber nur 30 Prozent der über Sechzigjährigen; vielleicht ist das die sprichwörtliche Altersmilde." 

 

Diese Erklärung halte ich für ziemlich fragwürdig. Mit 60 hat man das meiste im Leben erreicht, wofür Rücksichtslosigkeit potentiell nützlich sein könnte - da hat man beispielsweise normalerweise nicht mehr so sehr das große Interesse oder die Möglichkeit, die Karriereleiter jetzt noch steil nach oben zu klettern. Und finanziell/sozial besser situiert ist man da gewöhnlich auch. 

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Werner Hoffmann:

Der D-Faktor Maß der Bösartigkeit eines Menschen 

 

Bösartige Menschen sind gern unter sich und arbeiten nicht in sozialen Berufen 

 

Das Böse steckt in jedem Menschen, sagt der Psychologe Ingo Zettler. In einem aktuellen Interview erklärt er, woran man böse Menschen erkennt und wie sich Männer und Frauen unterscheiden.

 

Egoismus, Gehässigkeit, Gier: Diese Persönlichkeitseigenschaften zählen zu den sogenannten "dark traits" (deutsch: dunkle Wesenszüge). Sie spiegeln böses Denken, Handeln und Fühlen wider.

Forscher versuchen seit einiger Zeit, zu bestimmen, wie viel Böses im Menschen schlummert. Dazu entwickelte der Psychologie-Professor Benjamin Hilbig gemeinsam mit seinen Fachkollegen Ingo Zettler von der Universität Kopenhagen und Morten Moshagen von der Universität Ulm den sogenannten "D-Faktor".

Er soll die "Essenz des Bösen" widerspiegeln. Wer möchte, kann sich durch einen Online-Fragebogen klicken und herausfinden, wie viel Schlechtes in ihm steckt – im Vergleich zu anderen Menschen. 

 

"Zum Bösen gehören auch alltägliche Verfehlungen"

 

In einem Beitrag des Forschungsmagazins der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität (RPTU) heißt es: "Der D-Faktor zeigt auf einer Skala von 1 bis 5, wie stark jemand dazu neigt, eigene Interessen rücksichtslos zu verfolgen, selbst wenn dies anderen schadet." Werte ab 3,5 gelten demnach als problematisch.

Böses Verhalten umfasst jedoch weit mehr als Mord, Totschlag oder Vergewaltigung, sagte Psychologie-Professor Zettler in einem aktuellen Interview mit dem "Spiegel". 

"Zum Bösen gehören auch beinahe alltägliche Verfehlungen wie Lügen, Fremdgehen und Schummeln bei der Spesenabrechnung", so der Forscher. Im Online-Fragebogen für den "D-Faktor" müssen die Teilnehmer 70 Aussagen bewerten, also angeben, wie sehr sie ihnen zustimmen oder sie ablehnen.

"Männer sind böser als Frauen"

Laut Zettler haben bisher rund drei Millionen Menschen den Fragebogen beantwortet. "Erste Studien deuten an, dass der D-Faktor zu 25 Prozent von genetischer Veranlagung abhängt und recht stark durch Umwelteinflüsse geprägt ist", sagte er im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin.

Der "D-Faktor" steigt ihm zufolge an, wenn die Gesellschaft mit Faktoren wie finanzieller Unsicherheit, Kriminalität, Ungleichheit oder Gewalt zu tun hat. Auch das Geschlecht spielt bei der "Essenz des Bösen" offenbar eine Rolle.

"Männer sind böser als Frauen. Das hat wahrscheinlich noch immer mit Rollenbildern und Erwartungen zu tun", so Zettler. Sie hätten häufiger Führungspositionen inne, die dazu verleiten könnten, egoistisch oder narzisstisch zu handeln. Riesige Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern laut dem Psychologen aber nicht.

 

"Das Böse zieht sich gegenseitig an"

 

Dafür weist er auf einen anderen Punkt hin. "Was auffällig ist: Menschen mit höherem D-Faktor sind häufig miteinander befreundet, das Böse zieht sich gewissermaßen gegenseitig an", sagte Zettler dem "Spiegel". 

Partnerschaften "böser" Menschen seien instabiler, manche würden zu Untreue neigen. Mit dem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit laut dem Forscher ab, sich böse zu verhalten. "Etwa 60 Prozent der unter 25-Jährigen haben einen überdurchschnittlich ausgeprägten D-Faktor, aber nur 30 Prozent der über Sechzigjährigen; vielleicht ist das die sprichwörtliche Altersmilde." 

 

https://www.focus.de/wissen/die-dunkle-seite-des-menschen-maenner-sind-boeser-als-frauen_12829442-0139-4400-9af0-84066249b407.html

 

Nein, das Böse kann man nicht messen, weil es die bloße Abwesenheit des wahrhaft Guten ist. Was man messen kann, sind die Wirkungen dieser Abwesenheit, zB indem man sündiges Tun in Gedanken/Empfindungen, Worten und Taten zählt. Ersteres ist aber natürlich nur in Form einer introspektiven Achtsamkeit möglich.

 

Kompliziert wird es, wenn nicht unterschieden wird zwischen dem wahrhaft Guten und dem bloß natürlich Guten, weil die Abwesenheit des wahrhaft Guten, das Böse also, nicht ausschließt, dass natürlich gute Taten getan werden. So gab es zB Nazi-Verbrecher, die gute Familienväter waren und ihre Kinder liebten und entsprechend gehandelt haben.

 

 

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