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  1. Today
  2. Shubashi

    Politik für Alle

    Ei Ich würde da eigentlich gerne auch unscharf bleiben und eher vage erstmal die Vermittlung der Fähigkeit zur religiösen Erfahrung nennen. Bestimmte Formen des Gebetes, der Meditation und der Versenkung vermitteln und dabei gerne den Bezug aus und zu unserer christlichen Tradition ("Kultur") darlegen, ohne den Menschen den Raum für ihre eigenen Erfahrungen mit Gott einzuengen. Oder auch erstmal wieder nur ganz vorsichtig erklären, wenn Menschen vom Sakralen angesprochen sind, in welchen menschlich-spirituellen Möglichkeiten dies wurzelt.
  3. Shubashi

    Moderatorenkritik

    Heute zum ersten Mal den Meldeknopf betätigt, ein karthatisches Erlebnis! Endlich mal einen dieser Digitalschufte erwischt, bei gleichzeitig voller Durchsetzung aller geforderten Sanktionen. Ha! (Jetzt fällt mir leider das passende Chuck-Norris-Zitat dazu nicht ein.)
  4. Merkur

    Politik für Alle

    Die Kirchen moralisieren derzeit am Bedarf vorbei. Was wäre ein spirituelles Kerngeschäft konkret? Der Begriff ist ohne Erläuterungen zu unscharf.
  5. Howe

    Politik für Alle

    Auf die Kultur die bestimmte Religionen ihren Anhängern versuchen beizubringen kann die Menschheit getrost verzichten. Und Gott erst recht!
  6. Auf die Zugspitze nimmt auch wirklich sonst niemand sein Fahrrad mit. (Die Radwege darauf müssen eine echte Katastrophe sein, und für Novemberwetter haben wir hier in Norddeutschland einen eigenen Monat eingerichtet.)
  7. Shubashi

    Politik für Alle

    Herr Lübberding hatte allerdings noch eine andere interessante Beobachtung gemacht: Für mich wäre das "Kerngeschäft" der Religion heute eben ein spirituelles, beim Moralisieren sind die Kirchen heute hingegen keinesfalls mehr Monopolisten, und die Nachfrage schein groß zu sein.
  8. B-b-b-bitte einen Glühwein. Ich war gerade bei 3 Grad plus und Schneeregen draußen. Und gestern bin ich noch im T-Shirt geradelt...
  9. Hoffen wider alle Hoffnung?
  10. Alfons

    Moderatorentätigkeiten

    Doppeltes Posting (war in zwei unterschiedlichen Threads) gelöscht, User informiert.
  11. Merkur

    Politik für Alle

    Das Kerngeschäft von Religionen sollte es sein, ihren Anhängern Kultur beizubringen. Sie sind für diese Aufgabe aber nicht mehr so gut vorbereitet wie in früheren Zeiten, das ist zuzugeben.
  12. Julius

    Wildlife in Germany

    Es ist wieder soweit: Entenalarm - am Ostermontag in Münsterschwarzach. (und hier bei den Slowaken - auch wenn's schon ein paar Jahre her ist).
  13. gouvernante

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Ja. Aber für genau diese Momente brauche ich doch das konsequente - auch emotionale - Eingeübt-haben meiner hoffentlich gut durchdachten Grundsätze. Für mich war so ein Fall, wo mein Bauch "foltern" geschrien hat und mein Kopf "das kannst Du nicht wollen" dagegen gehalten hat, die Entführung von Jakob von Metzler.
  14. Ich bin halt hoffnungslose Optimistin
  15. GermanHeretic

    Politik für Alle

    Also, mir fallen noch andere Geschäfte von Religionen ein, aber das sind auch andere Religionen als die vorherrschenden. Ansonsten: Amen, Bruder!
  16. Chrysologus

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Aussetzen kann man natürlich schon, dass man nicht eingesperrt wird, weil man gemordet hat, sondern weil man ein Mörder ist. Aber das ist nun sehr OT, und kaum ein Paragraph des StGB wird in ständiger Rechtsprechung so gebogen wie dieser. Man tut so, als stünde dort etwas leicht anderes als da steht, und sperrt dann doch wegen Mordes ein.
  17. Higgs Boson

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Du machst Witze. Ansonsten kann auch ich Deinen Zwiespalt verstehen. Doch Gefühle sind, wie Xamanoth schreibt, unschuldig. Für Gefühle können wir nichts, die sind einfach da. Erst die Frage, wie wir mit diesen Gefühlen umgehen, macht den Unterschied. Wenn King, aus welchen Gründen auch immer, Hassgefühle gegenüber anderen hat, ist dieses Gefühl so erlaubt, wie Deines ihm gegenüber. Erst dort, wo aus dem Gefühl ein Handeln wird, Gefühle das Handeln übernehmen dürfen, entstehen Straftaten. Und das ist der Unterschied zwischen Dir und ihm: Du hast gelernt, dass Gefühle und Handlung spannungsgeladen sein können und dürfen. Das Lernen diese Spannung aushalten zu können nennt man 'erwachsen werden'.
  18. Shubashi

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Ich denke, der gefühlsmäßige und rationale Zwiespalt ergibt sich nunmal zwangsläufig aus der Tatsache, dass man schon unter einem Mindestmaß an Zivilisiertheit und Empathie von solchen grausamen Taten abgestoßen ist, aber eben in einem gefestigten Rechtsstaat darauf vertrauen kann, dass so eine Tat gesühnt, verworfen und präventiv abgewehrt wird, ohne den Täter zu töten. Andererseits finde ich, dass wir auch hin und wieder dafür dankbar sein können, in so einem stabilen und weitgehend humanen Rechtssystem leben zu dürfen, dass uns nicht (mehr) zwingt, ernsthaft und politisch über solche Dinge nachzudenken. Die Todesstrafe ist abgeschafft - und wir stehen da auf den Schultern vieler, die uns dahin gebracht haben. Ich erinnere mich noch mit einem gewissen Gruseln an den Sturz des Ceausescu-Regimes in Rumänien, als praktisch mitten im bedrohlich aufflammenden Bürgerkrieg der Diktator in einem Notstandsverfahren blitzartig zum Tode verurteilt und noch am Weihnachtstag stante pede hingerichtet wurde. Mir wurde da erstmals bewusst, dass ich nicht mal ein absoluter Gegner der Todesstrafe bin, und wie wertvoll und wichtig es ist, eine demokratische und rechtsstaatliche Ordnung zu bewahren, weil sie uns idR davor bewahrt, der (auch) Monstrosität des Menschen mit monströsen Mitteln entgegentreten zu müssen.
  19. Xamanoth

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Niemand hält viel von dem Begriff der "niederen Beweggründe", der sich m.E. mindestens an der Schwelle zur Verfassungswidrigkeit bewegt (Bestimmtheitsgrundsatz); und nur dieser ist spezifisch vom nazistischen Strafverständnis geprägt. Ich sehe aber nicht, was an den anderen Mordmerkmalen auszusetzen ist. Vorliegend würde nach deutschem Verständnis durchaus Mordlust und Grausamkeit vorliegen, das kommt also letztlich auf dasselbe hinaus. Staatliche Handlungen als "mord" zu bezeichnen, egal wie unmoralisch diese sind, halte ich für Unsinn.
  20. rince

    Politik für Alle

    Das Problem dass sich offenbart, ist doch das eigentliche Fehlen von tatsächlich attraktiven Inhalten von Religionen. Das Kerngeschäft von Religion ist es ja, anderen Menschen vorschreiben zu wollen, wie sie zu leben und sich im Alltag zu verhalten haben. Da konkurrieren sie heute halt heftig mit Grünen oder seit neuestem mit Greta-HysterikerInnen, die ja das gleiche Kerngeschäft haben. Du sollst nicht töten, du sollst Gott ehren, du sollst nur innerhalb der Ehe pimpern, du sollst vegan leben, du sollst keinen Diesel fahren, du sollst nicht fliegen, du sollst deinen bio-Joghurt nur aus nachhaltigen Jute-Bechen essen... Alles natürlich nur, um den für nächste Woche angekündigten Weltuntergang zu vermeiden
  21. rince

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Das beinhaltet die juristische Definition Mord in Deutschland genau seit der Zeit, seitdem die Nazis diese basierend auf ihrem Menschenbild eingeführt haben. Vorher galt die "Definition des Reichsstrafgesetzbuches von 1871, nach der Mord "die Tödtung mit Überlegung" sei." (Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2013-11/rechtsprechung-gesetz-mord-paragraf-211). Ich kenne mehr als einen Juristen, der nicht viel von der Nazi-Definition (die ja wie erwähnt auch auf dem verqueren Menschenbild der Nazis beruht) hält, aber wir haben sie halt immer noch.
  22. Shubashi

    Politik für Alle

    Sorry, wieder ein Themenwechsel, passt aber zu Threadtitel und Themenbereich: Anläßlich der Anschläge in Sri Lanka gab es wohl ein interessante TV-Diskussion, die sich auch dem Thema "Religion und Staat hierzulande" allgemein zuwandte. Für mich vor allem wieder mal durch die spannende Analyse von Frank Lübberding lesenswert: "Religion, Politik - und das Kerngeschäft der Kirchen"
  23. Chrysologus

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Den Zwiespalt der Gefühle kann ich gut nachvollziehen - die Tat selbst ist furchtbar und der Täter widert mich an. Das ganze schreit gerade zu nach Rache und begründet den Wunsch, es diesem Kerl zu zeigen. Dabei kann es sein - du spricht von deiner Herkunft aus Alabama - dass du hier nicht nur eine Tat und einen (oder drei)Täter siehst, sondern dass diese(r) zugleich paradigmatisch für den Typus des Schulhof Bullys, des unangenehmen, selbstgerechten Zeitgenossen, der wie es scheint kaum etwas anders schätzt, kennt und kann als andere fertig zu machen. Bif Tannen in unangenehm. In der Motivation der Täter aber spiegelt sich eine Denkhaltung wieder, der du wie es scheint schon oft begegnet bist und die hier kulminiert. Das lässt einem die Tat seltsam nah kommen, umgekehrt aber auch die Erfahrungen solchen Denkens schrecklich werden. Antisemtismus war schon vor 1933 unangenehm - aber nach 1945 schwingt eben immer Auschwitz mit. Und doch ist die Tat selbst nicht erklärlich, viele Taten kann man ja schon irgendwie rational erklären, auch wenn man Motive und Tat nicht billigen mag. Der Räuber braucht Geld, das ist verstehbar, der Mord zur Verdeckung einer Tat ist zumindest pseudorational, der geschickte Betrüger mag sogar eine gewisse Faszination auslösen, und beim Psychopaten tröstet ein wenig das Wissen, dass er steuerungsunfähig war. Aber alles das ist hier nicht gegeben, wir sehen einen blanke Vernichtungswillen, der uns zutiefst erschreckt in seiner Irrationalität ebenso wie in seiner Intentionalität: Es wurde willentlich und wissentlich gefoltert und getötet, und die Täter hätten von der tat ablassen können. Es ging bei der Tat nicht um die Vernichtung eines bestimmten Menschen - was ja schon furchtbar genug wäre - es ging in der Tat um die Vernichtung eines beliebigen Menschen, nur weil er einer bestimmten Gruppe angehörte, spezifische Merkmale aufwies und einfach nur gerade zur Hand war. Man schaut in den furchtbarsten Abgrund, den ich mir in der menschlichen Seele vorstellen kann und der mich unwillkürlich fragen lässt, ob das noch menschlich ist. Auch hier kann man glaube ich eine Parallele zur Massenvernichtung im Dritten Reich, zu Ruanda und zu allen anderen Genoziden der Geschichte ziehen - die Kälte der Täter erschreckt mich meist mehr als die Taten selbst. Und da liegt die Frage nahe, ob jemand, der derart unmenschlich handelt, noch Mensch genannt werden kann. Nun gehört zum biblischen Erbe der Satz und Anspruch: "Mein ist die Rache, spricht der Herr". Es ist nicht am Menschen, zu rächen - so schwer uns das fallen mag, weil wir wissen, dass das einen Kreislauf von Rache und Rache auslöst, der nicht zu durchbrechen ist. "Dein ist die Rache, oh Herr," sagt sich allerdings bisweilen schwerer, und hier mag es besonders schwer sein. Es ändert aber nichts daran. Als gläubiger Christ kann ich und muss ich die letzte Entscheidung in die Hand Gottes legen - hier beruhigt es mich sehr, dass sie dort liegt. Ich muss aushalten, dass es solche Abgründe gibt, und ich bin sehr dafür, diese auch in der Rechtspraxis zu beachten (was ja auch geschieht - ich tippe mal sehr darauf, dass dieser Fall in Deutschland behandelt Anlass zur Frage nach der Sicherungsverwahrung wäre) - aber das Gefühl der Fremdheit solche Menschen gegenüber bleibt.
  24. Julius

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Ja, das kenne ich wohl. Entschiedener Gegner der Todesstrafe bin ich, seit ich ungefähr weiss, was das ist - schon als Kind war für mich klar, dass ein Staat ein Verbrechen keinesfalls durch Verhängen der Todesstrafe ahnden sollte, da war ich sogar ganz leidenschaftlich. Und dann erfuhr ich einige - nur wenige Jahre - später, dass der Vater einer Mitschülerin, die mit mir eingeschult worden war, eben nicht zu den zahlreichen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges gehörte (das war die Version, die die Kinder dieses Mannes in der Schule erzählten und damals vielleicht sogar selber glaubten, weil es auch ihnen so erzählt worden war), sondern einer der monströsesten Verbrecher der nationalsozialistischen Menschenvernichtungsmaschinerie gewesen war, in Nürnberg zum Tode verurteilt und 1948 durch den Strang hingerichtet worden war. Neben dem Gedanken, wie es wohl den Kindern damit ergehen würde, die ja auch irgendwann mal erfahren haben mussten, wie ihr Vater wirklich geendet hatte, machte sich in mir Erstaunen breit, dass ich nicht einmal die Spur irgendwelchen Bedauerns dafür empfand und empfinden konnte, dass man diesen Mann (von dem ich inzwischen wusste, was er getan hatte) auf diese Weise aus dem Leben befördert hatte. Nicht die leiseste Spur von Bedauern - und dennoch bin ich entschiedener Gegner der Todesstrafe geblieben. Mitleid mit den Angehörigen und dem Täter selbst empfinde ich hingegen noch heute für den letzten in der Bundesrepublik hingerichteten Mörder - Bedauern vor allem wegen der unglücklichen Umstände, die (aller Wahrscheinlichkeit nach) eine Begnadigung verhinderten.
  25. Long John Silver

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Mir ging es um etwas ganz anderes. Vielleicht ist das auch einfach zu schwer zu erklaeren, aber es hat etwas mit der Frage nach der (christlichen) Ethik oder der eigenen Ethik ueberhaupt zu tun. Ich denke, es gibt solche Momente im Leben, wo es einfach reicht und man sich eingestehen muss, dass man sich ueber sich selbst wundert und erstaunt ist. Wo man feststellt, da ist in einem bestimmten Moment nichts mehr uebrig von dem, was sonst da ist. Aber vielleicht ist das hier auch nicht richtige Ort, darueber zu reden. Es hat mich einfach wahnsinnig beschaeftigt, nicht der Tod von King, sondern meine eigene Reaktion darauf. Ich habe auch keinen Konflikt zwischen Kopf und Bauch, das ist nicht das Problem. Der genannte Zwiespalt ist auf einer anderen Ebene. (Abgesehen davon, war King bekennender Rassist, da widerspricht sich Wikipedia selbst, da einige Passagen davor genau darueber berichtet wird. Aber auch das ist nicht der Grund fuer mein Posting). Ich selbst stamme aus Alabama, aus einer Gegend, die eine teilweise sehr grausige Vergangenheit hat, was rasssistische Verbrechen betrifft, die lange Zeit schlichtweg gesellschaftsfaehig waren. Ich denke, dass es fuer Deutsche im Grund unverstaendlich ist, was dieser Rassismus wirklich ist und wie tief er wurzelt. Das ist eine andere Welt, eine Welt, die noch gar nicht so lange vergangenheit ist und deren Folgen noch laengst nicht ausgestanden sind, im Gegenteil. Moeglicherweise reagiere ich emotional anders generell, und in diesem Fall noch mal besonders anders, auch fuer mich selbst erstaunlich anders als ueblich. Keine Ahnung. Ob ich es haette vielleicht eher in Bibel, Glaube und Leben setzen sollen?
  26. Yesterday
  27. Flo77

    Mordfall James Byrd jr. - Todesstrafe ja oder nein?

    Mord beinhaltet niedere Beweggründe. Ob das nun im Bezug auf die amerikanische Justiz zutrifft, liegt vermutlich im Auge des Betrachters. Die Todesstrafe als Auswuchs von Rach- und Vergeltungssucht erfüllt dieses Kriterium mit Sicherheit (vor diesem Hintergrund ist das Engagement der Opfer-Angehörigen, die Mörder vor der Todesstrafe zu bewahren noch mal in einem besonderen Licht zu sehen). ABER: in vielen Kulturen (auch bei uns) war die Todesstrafe ursprünglich kein Racheakt sondern der Versuch "die kosmische Harmonie" bzw. die Balance zwischen Gut und Böse wieder herzustellen. Aus der jüdischen Geschichte ist die Idee der kultischen Reinheit des Landes bekannt, die durch den Tod des Sünders wiederhergestellt werden muss. Bei uns wurden ja sogar Rituale entwickelt durch die der Delinquent in seine Hinrichtung "einwilligte" (z.B. die Annahme der Henkersmahlzeit stammt aus dieser Denke). Was die Zustände in den meisten Gefängnissen der Welt angeht, gibt es wohl kaum einen Staat, der sein Wächteramt da vernünftig ausübt.
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