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Er sitzt zur Rechten Gottes


pmn
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(der Sohn sitzt zur Rechten des Vaters)

 

Hallo an Alle,

 

ich habe eine Frage zu:

Er sitzt zur Rechten Gottes des allmächtigen Vater.

 

 

Von "mir" aus oder vom Vater aus gesehen?

 

Sitzt der Sohn nun bei der linken oder bei rechten Hand des Vaters?

(Linke Hand ist die Herzseite, rechte Hand die ausführende Hand bei rechtshändern)

 

Ist das irgendwie definiert ?

 

 

gruss

peter

 

 

ps,

ich hatte die Frage auch schon in einem anderen Thread gestellt,

aber jetzt frag einfach hier (und dort meine Frage gelöscht)

Edited by pmn
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Angelocrator
(der Sohn sitzt zur Rechten des Vaters)

 

Hallo an Alle,

 

ich habe eine Frage zu:

Er sitzt zur Rechten Gottes des allmächtigen Vater.

Ich denke, das ist eher symbolisch zu sehen.

 

Es sei denn, man glaubt, der Vater haette einen Koerper.

 

Was andererseits logisch waere, ohne Koeprer kann man nicht in Eden rumlaufen.

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ich sehe das natürlich auch als Glaubensaussage.

 

Nur wie wird das verstanden und bildlich dargestellt/gesehen?

 

 

Oder anders ausgedrückt:

Wenn ich zu Dir sage, setze dich zu meiner Rechten (Seite),

setzt du dich dann neben meine linke Hand oder neben meiner rechten Hand (bzw. Seite)?

 

Sitzt du neber meinem Schwert (das auf meiner Linken HerzSeite baumelt),

oder sitzt du neben meiner Rechten Hand (sozusagen als Sinnbild für den beauftragten Ausführenden).

Edited by pmn
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Angelocrator
ich sehe das natürlich auch als Glaubensaussage.

 

Nur wie wird das verstanden und bildlich dargestellt/gesehen?

Ich bin sicher, dass sich sehr viele (die meisten?) Christen Gott Vater anthropomorph vorstellen. Schliesslich haben viele es so gelernt (Kinderbibel, Gott als alter Mann mit Bart etc.).

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Es geht mir um die Bildsprache z.B. in Ikonen.

Woher weiss der Betrachter, wer jetzt der Vater ist,

der Linke oder Rechte vom Betrachter aus gesehen,

falls der Sohn in der Mitte sitzt?

Edited by pmn
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Peter Esser

Fast würde ich Angelocrator Recht geben. Aber auch nur fast …

 

Ich meine, daß es sich weniger um ein Symbol handelt, sondern vielmehr um eine Analogie. Mit der Herleitung betrete ich aber als tumber Tor Mats Arbeitsbereich: Die Herleitung für diesen Satz aus dem Glaubensbekenntnis bietet der messianische Psalm 110: «So spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich mir zur Rechten …», der auf Christus bezogen wird. Das bedeutet natürlich, wenn man sich Gott als König und als Thronenden vorstellt, daß dem Messias Vollmacht, gleiche Ehre (oder fast gleiche Ehre?) und Königswürde zugestanden wird. Das Bild ist also dem antiken, orientalischen Thronzeremoniell entnommen.

 

Natürlich ist der Platz zur Rechten (genauso wenn du eine Dame neben dir sitzen läßt, Peter) der Platz an der rechten Hand, der Schwerthand des Herrschers. An der rechten Seite sitzt der Beauftragte, der Bevollmächtigte, derjenige, der das Vertrauen des Königs genießt … also von dir aus links, wenn du eine solche Darstellung anschautest.

 

Das sind aber, bitte, nur meine Assoziationen zur rechten Hand.

 

Christus wäre demnach derjenige, durch den Gott handelt; die Rechte Hand Gottes, der Bevollmächtigte, der «Königssohn».

Edited by Peter Esser
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Der Sohn, in der Mitte, deutet mit zwei Fingern darauf, die auf die göttliche und menschliche Natur des Opferlamms hinweisen. Der Vater, links vom Sohn (der Sohn sitzt zur Rechten des Vaters) hat die Hand in einer Segensgeste erhoben und zeigt damit, dass er die Sendung des Sohnes segnet und ermutigt. Der Heilige Geist, rechts vom Sohn zeigt auf eine rechteckige Öffnung.

 

Hallo Peter,

 

in der Ikone sitzt der Sohn aber neben der linken Hand des "Vaters".

 

laut

http://www.mykath.de/index.php?showtopic=1...ndpost&p=481491

 

im Bild:

180px-Rublevtrinit%C3%A4t.gif

 

 

Oder anders ausgedrückt:

Der Vater (und nicht der heilige Geist) zeigt zur rechteckigen Öffnung,

dem Grab im Altar auf dem der Kelch steht.

Der Heilige Geist sitzt also vom Betrachter aus gesehen links.

 

Irrt Wikipedia?

 

gruss

peter

Edited by pmn
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Angelocrator
Fast würde ich Angelocrator Recht geben. Aber auch nur fast …

 

Ich meine, daß es sich weniger um ein Symbol handelt, sondern vielmehr um eine Analogie.

Analogie ist tatsaechlich zutreffender.

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Peter Esser

Hallo peter,

 

 

jaaaaa, die Rublev-Ikone! *schnalz* :blink::):)

 

Ich denke, das ist eine Weise, die Dreifaltigkeit darzustellen … und vielleicht macht es der Verweis auf die Analogie klarer. Genaugenommen hat Rublev ja in siner Ikone die Szene unter der Eiche vom Mamre dargestallt, als Abraham von «drei Männern» besucht wurde.

 

Aber ich lese gerade, daß Erich AS dazu eine schöne Einführung zitiert hat – und aus der Sicht des Betrachtes auf das Rechts-Sitzen verweist. Mecky hat an dieser Stelle sehr, sehr oberflächlich etwas von Tritheismus gschrieben. Man muß Ikonen nicht mögen, aber das wird dem Bild nicht gerecht.

 

Hier geht es jedoch um das Rechts-oder Links-Sitzen. Man muß immer zwischen der Bearbeitung der Realität zu verschiedenen Epochen und in verschiedenen Medien Unterscheiden. Während der Thronfolger im Thronsaal zur realen rechten Hand des Herrschers sitzt, kann es in der bildlichen Darstellung – die ja wieder tausend Jahre jünger als das Glaubensbekenntnis und wiederum zweitausend Jahre jünger als der Psalm ist – zu Unterschieden kommen, die sich etwa darin ausdrücken, daß Christus rechts vom Vater dargestellt wird. (Ähnliche Irritationen gab es ja auch bei der Darstellung der Seitenwunde Jesu.)

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Die rechte Hand ist nicht nur die ausführende, sondern auch die Schwurhand. Das hatte in der künstlerischen Darstellung schon eine tiefe Symbolik. z. B. gibt es Evangeliare, wo Kaiser und Papst mit Gott auf einem Bild dargestellt werden. Otto I wurde noch zu rechter Hand Gottes dargestellt, während der Papst auf der linken Seite stand. Zu zu dieser Zeit (ca. 900 - 1000 nChr.) wurden die Päpste noch durch die Kaiser bestätigt und eingesetzt.

 

Im Investiturstreit änderte sich dann die Sichtweise. Heinrich IV steht jetzt in der bildlichen Darstellung auf der linke Seite (zu linker Hand) Gottes. Das ist ein Zeichen, daß das Papsttum an Macht gewonnen, das Kaisertum aber verloren hatte. Beide Ämter waren jedoch den Menschen des Mittelalters heilig als von Gott gewollt.

 

Am 15. Januar 1077 wurde Rudolf von Rheinfelden als Gegenkönig zu Heinrich IV von einigen Reichsfürsten und dem Bischof Sigbert von Mainz gewählt. Da der Papst mit Heinrich im Streit lag, schlug er sich auf die Seite von Rudolf. Das ließ sich Heinrich jedoch nicht bieten und bei einem Gefecht mit Rudolf 1080 verlor dieser die rechte Hand. Selbst wenn Rudolf diese Verletzung überlebt hätte, wäre er nicht mehr als deutscher König in Betracht gezogen worden. Man sah in dem Verlust der rechten Hand ein Gottesurteil und Heinrich hatte sein Ansehen als rechtmäßiger König wiederhergestellt.

 

Im Hochadel war die Einehe, die ich persönlich sowieso ausschließlich für eine kulturelle Vereinbarung und nicht für ein Naturgesetz halte, nicht stringent durchzusetzen. Man sprach in dem Zusammenhang von der offiziellen Ehefrau, die aus dem Hochadel stammte von der Gattin rechter Hand, weil eben dieses Bündnis beschworen war. Die Frau des Herzens war dann die Gattin linker Hand, deren Kinder auch meist anerkannt und finanziell gesichert wurden.

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Hallo Peter,

Hallo Platona,

 

Bei einer Hochzeit sitzt oder steht die Frau an der rechten Seite des Mannes,

sie wird damit zu seiner ausführenden Hand, sozusagen die bessere Hälfte.

 

Wenn ich das so bedenke, sitzt in dieser Symbol/Bildersprache Jesus

vom Betrachter ausgesehen an der linken Seite.

 

 

Sollte man diese Ikone also von rechts nach links lesen?

rechts Vater, mittig Sohn, links Heiliger Geist.

(Was ja auch der Baum und der große Flügel andeuten)

 

 

gruss

peter

 

 

ps:

Hier fällt mir auch noch das ein:

im Islam ist manchmal die linke Hand etwas unreines. (Sie wird zum Saubermachen benutzt). Die rechte Hand ist "rein".

Edited by pmn
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