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Ewiges Leben


Martin
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Ewiges Leben: Eine Fortsetzung findet nicht statt

 

Bischof Franz Kamphaus zu Tod, Sterben und Ewigem Leben - Eine wichtiger Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

FRANKFURT -

 

„Kann das denn alles gewesen sein: Das bisschen Sonntag und Kinderschrei'n, das bisschen Fußball und Führerschein, nur Schaffen und Raffen und Husten und Hass - und dann noch den Löffel abgeben?“ Diese von Wolf Biermann gestellte Frage bewegt bis heute Menschen, und das nicht nur im November. Was es mit dem christlichen Glauben an das „Ewige Leben“ auf sich hat, ist Gegenstand eines höchst lesenswerten Artikels von Bischof Franz Kamphaus in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 11. November 2004. Wie Menschen von Tod und Sterben denken, hat Einfluss darauf wie sie leben, macht der Limburger Bischof deutlich. Und wer auf ewiges Leben im christlichen Sinn hofft, wird sich mit weltlichen Vertröstungen nicht zufrieden geben.

 

Einen kleinen Vorgeschmack auf den ganzen Artikel geben die nachfolgenden kurzen Auszüge. Wer den ganzen Artikel lesen will, muss aus Gründen des Copyrights die FAZ kaufen oder kann den ganzen Text kostenpflichtig über die Internetseiten www.faz.net beziehen. Den Link zur Downloadseite finden Sie wie immert in der rechten Spalte unter „Mehr zum Thema“.

 

Hier die Auszüge:

 

„Christen nehmen den Tod als endgültiges Ende dieses Lebens ganz ernst. Deswegen nehmen sie das Leben ganz ernst. Sie lieben das Leben, nicht den Tod; nicht der Tod macht das Leben lebenswert, sondern die Liebe zum Leben. Aber das Leben lieben kann nur, wer zu sterben weiß. Wer sich an das Leben klammert um jeden Preis, wer es auskosten will bis zur Neige, den hält die Todesangst im Würgegriff. Es hilft nicht, einen „Kick“ nach dem anderen zu suchen. Der Tod setzt all dem unbarmherzig ein Ende. Er zieht uns den Teppich unter den Füßen weg und demonstriert, dass wir uns aus eigener Kraft keine Sekunde auf den Beinen halten können. Deshalb kann man weder auf Probe leben, noch auf Probe sterben. Dieses sterbliche Leben ist der Ernstfall. Es bietet die einzige Gelegenheit, das Ewige Leben zu gewinnen. Nicht als ob die Seele nach dem Tod gleichsam die Pferde wechselte, um erneut ins Rennen zu gehen. Nicht als ob sie nach dem Tod den Körper hinter sich ließe wie eine ausgebrannte Treibstoffrakete, um sich nun frei im Raum zu bewegen. Nicht als ob sich der Körper wie eine Maschine stilllegen ließe, um wieder angeworfen zu werden, wenn die Zeiten günstiger sind. All das sind Ausflüchte.

 

(...) Ewigkeit ist eine der Eigenschaften Gottes, keine Eigenschaft seiner Schöpfung. Dass Gott ewig ist, heißt nicht, er existiere schon unendlich lange und er werde noch unendlich lange weiter existieren. Was immer zeitlich existiert, ist den Bedingungen der Zeit unterworfen. Es existiert in der Zeit. Gott jedoch ist niemandem und nichts unterworfen. Er hat die Schöpfung als eine zeitlich geprägte Wirklichkeit erschaffen. Wir leben nicht nur in der Zeit, weil wir einen Körper haben, auch unser Denk- und Vorstellungsvermögen ist dadurch gekennzeichnet. Wir können die Zeit gedanklich in die Vergangenheit und Zukunft hinein verlängern, uns mithin eine immer noch längere Zeit vorstellen oder denken, aber niemals ein Jenseits der Zeit. Deshalb ist es sinnlos, danach zu fragen, was vor der Schöpfung war oder nach ihr sein wird. Das Gleiche gilt vom Raum. Die Rede von Gottes Allgegenwart besagt nicht einfach, er sei überall - genau so gut könnte man sagen, er sei nirgends. Sie besagt, dass Gott nicht im Raum oder räumlich existiert. Denn es gibt keinen Raum innerhalb oder außerhalb des Welt-Raumes, an dem sich Gott aufhalten könnte.

 

(...) Einzig Gott ist ewig und allgegenwärtig. Wenn demnach der Glaube für den Menschen und die gesamte Schöpfung ewiges Leben erhofft, dann hofft er darauf, dass Gott ihnen Anteil gewährt an seinem Leben. Wenn Gott uns teilhaben lässt an seinem Leben, dann leben wir ewig wie Er. Dann aber ist diese Lebensweise genau so unbegreiflich für uns wie Gott selbst. ‚Du kannst dir kein Bild davon machen …’, sagen wir. ‚Das ist nicht zu fassen.’ Dieser Unbegreiflichkeit gilt es im Denken wie im Reden Rechnung zu tragen.

Leben und Tod sind theologisch verstanden Situationen unterschiedlicher Gottesbeziehung. Sofern ein Mensch sich in seinem Leben auf Gottes Liebe einlässt, beginnt für ihn das ewige Leben. Und umgekehrt: Sofern ein Mensch sich in seinem Leben Gottes Liebe gegenüber verschließt, hat der Tod Macht über ihn. Deswegen spricht Paulus vom Tod als dem „Sold der Sünde“. Er denkt dabei an eine vom Menschen selbst bedingte Beziehungsunfähigkeit, die ihn vom Ursprung des Lebens abschneidet. Das ist die Hölle.

 

(...) Das ist Ewiges Leben: Der Mensch erreicht das Höchstmaß seiner Lebendigkeit, indem er mit allen und allem in Beziehung lebt. Die ganze Menschheit, die ganze Welt hat Platz in dieser Hoffnung.

 

(...) Ewiges Leben heißt nicht, dass es endlos so weiter geht wie jetzt, es meint nicht eine Verjenseitigung des Vorhandenen. So stellen es sich diejenigen vor, die schon in diesem Leben alles haben, und trotzdem nie genug bekommen; die das, was sie haben, für immer haben wollen. Anderes fällt ihnen nicht ein als ihre private Seligkeit. Christen jedoch lassen sich damit nicht abspeisen. Sie hoffen auf ein Glück, das nicht mit dem Unglück anderer bezahlt wird; auf eine Lust, die nicht Privatvergnügen oder Gruppenprivileg bleibt, sondern alle erfasst. Alle werden zu ihrem Recht kommen und Frieden finden.“

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Das ist Ewiges Leben: Der Mensch erreicht das Höchstmaß seiner Lebendigkeit, indem er mit allen und allem in Beziehung lebt. Die ganze Menschheit, die ganze Welt hat Platz in dieser Hoffnung.

 

 

Das kommt mir das Wichtigste vor!

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<<So stellen es sich diejenigen vor, die schon in diesem Leben alles haben, und trotzdem nie genug bekommen; die das, was sie haben, für immer haben wollen. Anderes fällt ihnen nicht ein als ihre private Seligkeit. >>

 

auch diejenigen, die meinen etwas weniger seligkeit in diesem leben, z.b. erfüllte sexualität, gegen ein mehr an seligkeit in der ewigkeit eintauschen zu können.

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