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Hilfe für einen psychisch Kranken


ThomasB.

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Kann mir jemand einen Rat geben, wie man für einen psychisch kranken Menschen (nach meiner Amateur-Diagnose schwere manische Depression, evtl. verbunden mit schizophrenen Schüben) professionelle Hilfe veranlassen kann, auch wenn dieser Mensch das ablehnt?

 

Der Mensch, um den es mir geht, ist mir sehr lieb. Die Symtome gibt es schon seit Jahrzehnten, aber jetzt werden die Schübe immer häufiger schwerer - man kommt kommt, anders als früher, gar nicht mehr richtig an ihn ran. Suizidgefahr ist nicht auszuschließen. So ruiniert er sich selbst und auch seinen Ehepartner (es handelt sich um alte Menschen). Ich bin mit den Kindern der beiden - die alle eigene eigene Familien haben - im Gespräch und wir wissen keinen Rat.

 

Ärztliche Behandlung ist dringend erforderlich, wird aber abgelehnt. Dummerweise kenne weder ich noch sonst jemand aus dem Umfeld einen Facharzt, an den ich mich wenden kann.

 

Bin für jeden guten Hinweis dankbar - auch über entsprechende Beratungsstellen im Raum Düsseldorf. Und bitte meine Glaubensgeschister um ihr Gebet für die beiden alten Menschen.

 

Danke.

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Fachärzte sprechen da gern vom Leidensdruck, der beim Patienten so groß werden muß, daß er sich schließlich doch helfen läßt.

Leugnet der gute Mann denn völlig, daß mit ihm was nicht stimmt ? Oder weiß er das, und hat nur Angst und Scham, sich einer Behandlung zu unterziehen ?

 

Wenn er innerlich eigentlich weiß, das er Hilfe benötigt, es aber nicht zugeben will, könnte man ihm schmackhaft machen, daß eine Therapie auch mit wenig Aufwand ablaufen könnte. Ein Termin bei einem guten Neurologen, eine schnelle Diagnose und ein wirkungsvolles Medikament.

So einfach wird es dann natürlich nicht. Aber wenn er erstmal beim Neurologen sitzt, ist der wichtigste Schritt bereits gemacht. das wäre so eine Art Salamitaktik der langsamen Schritte.

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Leugnet der gute Mann denn völlig, daß mit ihm was nicht stimmt ? Oder weiß er das, und hat nur Angst und Scham, sich einer Behandlung zu unterziehen ?

Der Mensch - ich lasse offen, ob Mann oder Frau, damit eine Identifizierung erschwert wird - leugnet das völlig. Daß andere ihn "ins Irrenhaus bringen wollen", ist vielmehr Teil des Verfolgungs- und Angstszenarios, das er sich in seiner Welt aufbaut.

 

könnte man ihm schmackhaft machen, daß eine Therapie auch mit wenig Aufwand ablaufen könnte. Ein Termin bei einem guten Neurologen, eine schnelle Diagnose und ein wirkungsvolles Medikament.

 

Das haben die Angehörigen schon hinter sich - keine Kooperationsbereitschaft vorhanden. Keine.

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Vielleicht sitzt bei der Krankenkasse ein guter Berater, der vielleicht auch die Beratung eines Neurologen vermittelt. Möglicherweise haben die irgendeinen Trick.

 

Aber so gut wird wohl letztlich keiner sein, daß er einem Patienten helfen kann, der absolut nicht will.

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In Köln (klick mich) gibt es einen sozialpsychiatrischen Dienst. Das ist ja immerhin nah dran, aber vermutlich gibt es so etwas in Düsseldorf selbst auch.

 

Die Seite enthält auch sonst viele Links zum Thema.

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Einen Düsseldorfer nach Köln zu bekommen ist allerdings ausgeschlossen. :blink:

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Kann mir jemand einen Rat geben, wie man für einen psychisch kranken Menschen (nach meiner Amateur-Diagnose schwere manische Depression, evtl. verbunden mit schizophrenen Schüben) professionelle Hilfe veranlassen kann, auch wenn dieser Mensch das ablehnt?

 

Der Mensch, um den es mir geht, ist mir sehr lieb. Die Symtome gibt es schon seit Jahrzehnten, aber jetzt werden die Schübe immer häufiger schwerer - man kommt kommt, anders als früher, gar nicht mehr richtig an ihn ran. Suizidgefahr ist nicht auszuschließen. So ruiniert er sich selbst und auch seinen Ehepartner (es handelt sich um alte Menschen). Ich bin mit den Kindern der beiden - die alle eigene eigene Familien haben - im Gespräch und wir wissen keinen Rat.

Lieber Thomas,

wenn dieser Mensch nicht will, dann wird man ihn "auf normalem Wege" weder zum Psychologen noch zum Neurologen bekommen.

 

Wenn man was machen will, muss man schon brutal werden (und das wollen wahrscheinlich weder Ehepartner noch die Kinder); z. B. indem man mit Entmündigung droht, falls nicht ein Arzt aufgesucht wird. Die andere Möglichkeit wäre es, den/diejenige(n) permanent zu "überwachen", so dass man im Fall eines Suizidversuches noch rechtzeitig kommt - spätestens im Krankenhaus kommt dann der Psychiater sowieso. ich spreche leider aus Erfahrung ...

 

Gruß,

Lucia.

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Es ist so, wie Lucia schreibt. Ich spreche da ebenfalls aus Erfahrung (konkreter könnte ich per PM werden Thomas). Leider warten die Angehörigen meist zu lange, bis sie - und dann auch nur aus Selbstschutz - den Patienten in die Psychiatrie bringen.

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Ein Gedanke, der mir gelegentlich bei ähnlichen Situationen hochkommt:

 

Man sieht sehr schnell den Kranken. Suizidgefahr wirft sogar die Angst vor eigener Mitschuld auf. Depression sieht (wenn man sie erst mal sieht) furchtbar aus. Alles richtig. Und viele möchten gerne helfen, obwohl das ohne Einverständnis des Patienten völlig unmöglich ist.

 

Aber: Oft liegt der Ansatzpunkt gar nicht beim Patienten, sondern bei denen, denen er (verschuldet oder unverschuldet ist hier einfach keine passende Frage) das Leben zur Hölle macht, die sich aufreiben in einem Kampf, der nicht zu gewinnen ist.

 

Ich habe diese Erfahrung insbesondere bei Alkoholikern gemacht. Die Angehörigen brauchen mindestens genau so Hilfe, wie der Alkoholiker selbst. Und mehr und mehr entdecke ich das auch bei Depressiven und bei Borderlinern.

 

Auch hier ist jede Hilfe ein Wagnis mit unabsehbaren Folgen. Auch jeder Helfer bedarf hier der Hilfe und Beratung. Gerade bei Depression oder Borderline kann man als Amateur schnell mehr kaputt machen, als man verantworten kann.

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Wenn bei einem Krankheitsschub der herbeigerufene Arzt Suizidgefahr feststellt, kann er den Patienten in die Psychatrie zwangseinweisen. Innerhalb von 48 Stunden kommt dann ein Richter in die Klinik und entscheidet, ob die Zwangseinweisung aufgehoben, oder verlängert wird. Oft ist dann Zeit gewonnen und der Patient kann überzeugt werden, sich einer fréiwilligen Therapie zu unterziehen. Dann ist die Schwellenangst überwunden.

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Am meisten hilfst du der Person mit Verständniss und(was viel wichiger ist) mit zu hören !!!! Du musst der Person klar machen das sie wichtig ist !!!! Für dich !!!!

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Erst mal herzlichen Dank für Eure Hilfe - besonders auch für die diversen PMs mit sehr konkreten Hilfsangeboten und Erfahrungsberichten. Das tut gut - ich melde mich einigen noch.

 

Mal ehrlich: wenn man eine solche Frage stellt und dann viele tolle Antworten und Hilfen bekommt, kann dieses Forum ja doch nicht so schlimm sein, wie man manchmal im Eifer des normalen Gefechts meinen könnte.

 

Dankbare Grüße

 

Thomas

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lieber thomas

 

zu dem beitrag von mecky ist wenig hinzuzufügen. du/ihr seid in einer der hilflosesten situationen die sich denken lassen. sie ist nur auszuhalten wenn alle beteiligten, d.h. die gesunden sich gegenseitig stärken und denjenigen der zeitweise zu zerbrechen droht, was nicht ausbleibt, für einige zeit aus der "schußlinie" nehmen. für das was an tatsächlichem oder empfundenen versagen bleibt, wer will unterscheiden, brauchst du die hilfe deines und meines gottes.

 

liebe grüße helmut

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