Jump to content
Sign in to follow this  
Dio

Warum wurde das zweite Gebot unterschlagen?

Recommended Posts

Dio

Hallo, an mich wurde eine Frage herangetragen von jemandem (Christ anderer Konfession), der sich auch recht gut in der Bibel auskennt: warum die (katholische) Kirche das 2. Gebot (Bildnis- Gebot) unterschlagen habe und warum sich gerade die kath. Kirche nicht an das Gebot halte (da sie ja doch viel Bildnisse macht).

 

Ich kopiere mal den Text der Fragestellerin:

 

 

***********************************************************

Warum und welcher Begründung hat ausschließlich die Kath. Kirche die 10 Gebote verändert, so, dass sie ganz klar und eindeutig vom Original abweichen? Das zweite Gebot wurde aufgehoben...das 10. Gebot dafür geteilt.

 

 

Durch bestimmte Ereignisse wurden damals Götzendiener anderer Gemeinden veranlasst, einen Teil des christlichen Glaubens anzunehmen, während sie andere wesentliche Wahrheiten verwarfen. Sie gaben vor, Jesus als den Sohn Gottes anzuerkennen und an seinen Tod und an seine Auferstehung zu glauben; aber sie erkannten ihre Sünden nicht und fühlten nicht das Bedürfnis, sie zu bereuen etc.

Zu einigen Zugeständnissen bereit, schlugen sie den Christen vor, um ein einheitliches Glaubensbekenntnis an Christus auch ihrerseits Entgegenkommen zu zeigen. Und die meisten stimmten damals für ein Entgegenkommen und für eine Änderung einiger ihrer Glaubensregeln und dazu zählte das zweite Gebot.

Als Ursache war also der Kompromiss zwischen Heidentum und Christentum.

Um den vom Heidentum Bekehrten einen Ersatz für die Anbetung von Götzen zu bieten und so ihre rein äußerliche Annahme des Christentums zu fördern, wurde stufenweise die Verehrung von Bildern und Reliquien in den christlichen Gottesdienst eingeführt. Der Beschluss des allgemeinen Konzils (2.Konzil von Nizza) bestätigte und bewilligte schließlich dieses System des christlichen Götzendienstes. Um das zu vollenden und sicher zu machen maßte sich Rom halt an, das zweite Gebot des Gesetzes Gottes, das die Bildanbetung verbietet, aufzuheben und das zehnte Gebot zu teilen, um die volle Anzahl zu erhalten.

Für mich ein Ding der Unmöglichkeit und eine Sache die mich einen großen Schritt weiter von dem Akzeptieren des Glaubens wegbrachte. Dadurch erhebt sich die päpstliche Macht offen über Gott!

 

Das Gesetz Gottes

(Urfassung und so wie es in in jedem Glauben heißt, ausgenommen der kath. Kirche)

 

1.

Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.

 

2.

Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich von ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich. der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation von denen, die mich hassen, der aber Gnade erweist an Tausenden von Generationen von denen, die mich lieben und meine Gebote halten.

 

3.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem ausspricht.

 

4.

Denke an den Sabbattag, um ihn heilig zu halten. Sechs Tage sollst du arbeiten und all deine Arbeit tun, aber der siebte Tag ist Sabbat für den Herrn, deinen Gott. Du sollst an ihm keinerlei Arbeit tun, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und dein Vieh und der Fremde bei dir, der innerhalb deiner Tore wohnt. Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebten Tag; darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.

 

5.

Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage lange währen in dem Land, das der Herr, dein Gott dir gibt.

 

6.

Du sollst nicht töten.

 

7.

Du sollst nicht ehebrechen.

 

8.

Du sollst nicht stehlen.

 

9.

Du sollst gegen deinen Nächsten nicht als falscher Zeuge aussagen.

 

10.

Du sollst nicht das Haus deines Nächsten begehren. Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, weder Rind noch seinen Esel, noch irgend etwas, was deinem Nächsten gehört.

 

Das von Menschen geänderte Gesetz Gottes:

 

1.

Ich bin dein Herr dein Gott. Du sollst keine fremden Götter haben neben mir.

 

(Das 2. Gebot wurde weggelassen!)

2. (eigentlich 3)

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen.

 

3. (4)

Du sollst den Feiertag halten

(Das Sabbatgebot wurde radikal verändert)

 

4. (5)

Ehre deinen Vater und deine Mutter.

 

5 (6)

Du sollst nicht töten.

 

6. (7)

Du sollst nicht ehebrechen.

 

7. (8)

Du sollst nicht stehlen.

 

8. (9)

Du sollst gegen deinen Nächsten nicht als falscher Zeuge aussagen.

 

9. (eigentlich 10. Gebot)

Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten.

 

10. (eigentlich 10. Gebot)

Du sollst nicht begehren irgend etwas, was deinem Nächsten gehört.

***********************************************************

 

 

 

Tja da wusste ich keine Antwort drauf und irgendwie wusste ich das sowieso vorher nicht.

 

Ich hoffe, hier weiß jemand die Antwort?

Edited by Dio

Share this post


Link to post
Share on other sites
Flo77

Welcher Konfession gehört der Fragesteller denn an?

 

Die Lutheraner zählen lt. Luthers kleinem Katechismus genau so wie die kath. Kirche.

 

Zum Bilderstreit schau mal hier

Share this post


Link to post
Share on other sites
werner

Über das Bilderverbot diskutierte man in der Kirche bis etwa zum sechsten Jahrhundert kontrovers. Ab dieser Zeit etwa wurden Bilder offiziell zugelassen.

Man müsste also hier die Veröffentlichungen aus dieser Zeit nachlesen.

 

Das Bilderverbot des AT bezieht sich auf Götzenbilder, die die Juden ja schon hatten (Goldenes Kalb). Im NT SEHEN wir Gott in der Person Jesu Christi auf der Erde wandeln. Bilder von ihm herzustellen oder gar zu verehren ist daher nicht mit dem AT-Bilderverbot gleichzusetzen. Solche Bilder sind sogar in evangelischen Bibeln enthalten gewesen. Meistens kommt ja die Kritik auch von ev. Seite bzw. von ganz radikalen Evangelikalen.

Ein Bild von Jesus oder auch Heiligen kann einen Gläubigen zum Gebet führen. Übrigens waren die meisten Menschen bis ins 17. oder 18. Jahrhundert Analphabeten, sodass schon von daher Bilder sinnvoll waren, denn lesen konnten sie ja ohnehin nicht.

Edited by werner

Share this post


Link to post
Share on other sites
Sam_Naseweiss

Man könnte frech sein und sagen, daß die Kirche das 10te Gebot aufgeteilt hat, weil es das zweite Gebot gestrichen hat und es sonst ja nur noch 9 Gebote gewesen wäre, was dann aufgefallen wäre. :blink:

 

Zu der von Flo schon angesprochene Sache mit den Ikonen:

http://theol.uibk.ac.at/itl/377-10.html#a3361

Share this post


Link to post
Share on other sites
Erich

Hi Dio,

 

In Ex 20, 4 heißt es:

Du sollst dir kein Schnitzbild machen, kein Bild von dem, was oben im Himmel oder unten auf der Erde oder im Wasser unter der Erde ist! Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und sie nicht anbeten!

Ich meine auf das Fettgedruckte kommt es an, denn sonst leidet Gott an Alzheimer, weil er nur ein paar Kapitel weiter befiehlt er:

 

Ex 25,18 Dazu mache zwei goldene Kerubfiguren!

 

Nun ist ein Kerub doch ein „Bild von dem, was oben im Himmel ist“ also was er in Ex 20,4 noch herzustellen verboten haben soll.

 

Und ähnliches gilt auch für die Schlange:

 

Num 21,8 Und der Herr antwortete Mose: "Fertige dir das Bild einer Giftschlange an und befestige sie an einer Stange! Wer gebissen wird und sie anschaut, soll am Leben bleiben."

 

 

Ich gehe nun ein Schritt weiter und behaupte, dass seit Jesus Christus gilt:

 

Du sollst dir von Gott ein Bild machen, und diese Bild ist Jesus Christus.“

 

Die Bibel schreibt in: Joh 10, 30 Ich und der Vater sind eins."

 

Joh 14,8 Philippus sagte zu ihm: "Herr, zeige uns den Vater! Das genügt uns." Jesus erwiderte ihm: "Solange schon bin ich bei euch, und du kennst mich noch nicht, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du nur sagen: Zeige uns den Vater?

Share this post


Link to post
Share on other sites
Dio

Oh, super, schon so viele Antworten, DANKE!

 

Meine Bekannte gehört den zeugen Jehovas an. (Sagt jetzt nix dagegen, sie ist genauso auf der Suche nach der Wahrheit wie wir alle). Ich habe ihr den link gegeben sodaß sie nachlesen/nachforschen kann und wenn sie noch Fragen hat poste ich sie, bzw evtl. möchte sie sie auch selber stellen. Danke vorab!

Edited by Dio

Share this post


Link to post
Share on other sites
Maximilian

Aber all das erklärt bzw. rechtfertigt doch noch nicht die "unterschlagung" eines göttlichen gebotes (nämlich des 2.), oder?

Kann unsere kirche das wirklich sachlich fundieren, warum man sich über die in der bibel gegebenen gebote "hinwegsetzt"?

Share this post


Link to post
Share on other sites
Volker

Die letztgültige Fassung der 10 Gebote findet man ohnehin nicht dort, wo sie meist gesucht werden, sondern in 2 Mose 34.

 

Um das zu wissen, muss man allerdings die ganze Bibel (wasdie geschichte der Gebote angeht) im Kontext gelesen haben (und wer hat das schon?).

 

Deswegen lauten die 10 Gebote so:

 

2 Mose

1. Gebot: 12 Hüte dich, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommen wirst, einen Bund zu schließen, damit sie nicht zur Falle werden in deiner Mitte!

 

2. Gebot: 13 Vielmehr sollt ihr ihre Altäre niederreißen, ihre Gedenksteine zertrümmern und ihre Ascherim ausrotten.

 

3. Gebot: 14 Denn du darfst dich vor keinem andern Gott anbetend niederwerfen[a]; denn der HERR, dessen Name "Eifersüchtig" ist, ist ein eifersüchtiger Gott.

 

15 Daß du <ja> keinen Bund mit den Bewohnern des Landes schließt! <Denn> dann könnte man dich einladen, und du könntest, wenn sie ihren Göttern nachhuren und ihren Göttern opfern, von ihren Schlachtopfern essen.

 

16 Und du könntest von ihren Töchtern für deine Söhne <Frauen> nehmen, und <wenn dann> ihre Töchter ihren Göttern nachhuren, könnten sie deine Söhne dazu verführen, ihren Göttern nachzuhuren.

 

4. Gebot: 17 Gegossene Götter sollst du dir nicht machen.

 

5. Gebot: 18 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten; sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, zur festgesetzten Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib bist du aus Ägypten ausgezogen. -

 

6. Gebot: 19 Alles, was zuerst den Mutterschoß durchbricht, gehört mir; auch all dein männliches Vieh, die Erstgeburt von Rind und Schaf.

 

20 Die Erstgeburt vom Esel aber sollst du mit einem Schaf auslösen. Wenn du sie jedoch nicht auslösen willst, dann brich ihr das Genick! Alle Erstgeburt deiner Söhne sollst du auslösen. Und man soll nicht mit leeren Händen vor meinem Angesicht erscheinen.

 

7. Gebot: 21 Sechs Tage sollst du arbeiten, aber am siebten Tag sollst du ruhen; <auch> in der Zeit des Pflügens und in der Ernte sollst du ruhen.

 

22 Auch das Wochenfest <, das Fest> der Erstlinge der Weizenernte, sollst du feiern, ferner das Fest des Einsammelns und die Wende des Jahres.

 

8. Gebot: 23 Dreimal im Jahr soll alles bei dir, was männlich ist, vor dem Angesicht des Herrn, HERRN, des Gottes Israels, erscheinen.

 

24 Denn ich werde die Nationen vor dir austreiben und deine Grenze erweitern. Und niemand wird dein Land begehren, wenn du dreimal im Jahr hinaufziehst, um vor dem Angesicht des HERRN, deines Gottes, zu erscheinen. 

 

9. Gebot: 25 Du sollst das Blut meines Schlachtopfers nicht zusammen mit Gesäuertem darbringen, und das Schlachtopfer des Passahfestes darf nicht über Nacht bleiben bis zum <nächsten> Morgen.

 

10. Gebot: 26 Das Erste der Erstlinge deines Landes sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes, bringen. Du sollst ein Böckchen nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

 

Die Aufspaltung der Gebote in 10 unterliegt einer gewissen Willkür, das ist aber bei allen Varianten so, weil die Gebote immer in einen Kontext von vielen Geboten stehen, die nie genau 10 ergeben.

 

Es ist erstaunlich, wie wenig Christen diese Gebote kennen, geschweige denn beherzigen.

 

Wie gesagt: Lest alles einmal im Kontext, dann werdet Ihr Euch wundern, wie es zu dieser eklatanten Fehlinterpretation kam.

Share this post


Link to post
Share on other sites
Gauranga

Meiner Meinung nach geht es beim "Bildnisverbot" darum, dass sich der Mensch kein EIGENES Bild von Gott macht. Dass er sich nicht irgendeine willkürliche Form Gottes "ausdenkt" und diese dann verehrt.

Er darf sehr wohl Bilder verehren wenn sie autorisiert sind, so wie der Herr in den heiligen Schriften beschrieben wird.

 

Beim Thema Götzenverehrung geht es doch darum nicht anzufangen irgend ein Stück Metall, Holz oder Stein zu verehren, sondern das was dieses Bildnis darstellt.

 

Ein Bild ist dazu da um uns an jemanden zu erinnern. Wir haben alle Fotos ("autorisierte Bilder") von Personen an die wir uns erinnern wollen.

 

Beim Gottesbildnis geht es darum uns zu erinnern und dieses Erinnern ist gleichzeitig Verbindung aufzunehmen. Wenn wir eine autorisierte Form des Herrn verehren und zu dieser Beten, ist dies ähnlich wie bei einem Briefkasten der Post. Der gelbe Briefkasten der Post ist autorisiert, wenn ich dort meine Post einwerfe weiß ich, dass sie ans gewünschte Ziel kommt.

Es ist ja auch niemand so verrückt seinen eigenen Briefkasten aufzustellen und daran zu glauben, dass der Brief dann sein Ziel erreicht.

 

Zum Beitrag von Erich fällt mir nur ein, dass es anscheinend heute reicht sich Christ zu nennen wenn man von sich sagt dass man "glaubt" das Jesus Christus der Sohn Gottes ist. Aber man gleichzeitig die Gebote nicht halten muss.

Das Gebot "du sollst nicht Töten", verbietet es uns, unsere Brüder die Tiere zu töten. Aber dieses Gebot wird mit Füssen getreten....

Share this post


Link to post
Share on other sites
Erich

schlemihl.jpg

Hey duuuu. Kannst du ein ungebrauchtes zweites Gebot gebrauchen?? Seeeehr billig heute

Share this post


Link to post
Share on other sites
Sign in to follow this  

×