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Erwartungen


Gabriele
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Liebe Forumsgemeinde,

 

was erwartet Ihr nun vom neuen Papst Benedikt XVI?

 

Welche Probleme gibt es zu lösen, welche Themen sollten neu bedacht werden, welche Wünsche habt Ihr an ihn?

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die Namenswahl ist schon mal ein starkes Indiz dafür, welche Probleme er angehen will: Friedensstiftung innerkirchlich und außerhalb, Verbesserung der Beziehungen zu der Ostkirche (die russisch-orthodoxen haben übrigens als erste gratuliert - für seinen Vorgänger Benedikt XV wurde in Istanbul ein Denkmal errichtet) und Mission. Aus der römisch-gesamtkirchlichen Perspektive dürften das auch die drängendsten Probleme sein. Grüße, kam.

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wie ich schon sagte einen audgleich mit den tradionalisten er hatte dazu gute ansätze und vorschläge als Kardinal

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Ein Leben der Kirche aus ihrer ganzen reichen Tradition und ihrem reichen Glauben und mit aller Kraft unserer Zeit. Ein Weitergehen auf dem Weg der Aussöhnung mit den Ortskirchen, damit bald wieder alle Brüder und Schwestern auf den Felsen bauen können und Einheit besteht (und dann kein Orthodoxer mehr etwas dagegen hat, wenn Katholiken auch dort die Eucharistie empfangen). Ein erfolgreiches Agieren gegen die protestantischen Verwirrungen in Afrika und Südamerika.

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Hallo,

 

interessant am neuen Papst ist, dass er keiner Gruppe zuzurechnen ist, auch wenn er als exponierter Vertreter eines konservativen Flügels gilt.

 

Benedikt ist kein Mann des Opus Dei. Insofern erwarte ich auch keinen Fanatismus, sondern kühlen Rationalismus.

 

Der neue Papst ist aufgrund seines Alters ein Mann des Überganges und was er tun will, tue er jetzt - sonst macht er es nicht mehr.

 

Johannes Paul zeichnete sich durch ein tiefes Misstrauen gegen alles Westliche aus. Für ihn, so schien es mir, waren Kommunsimus und westliche Kultur Spielarten des Materialismus, die sich lediglich in der Methode unterschieden.

Benedikt kommt aus diesem Westen. Ich hoffe, dass seine Kritik gegen den Relativismus keine Fundamentalkritik gegen den Westen insgesamt ist, wie das bei seinem Vorgänger der Fall war, sondern dass es ihm um eine, aus seiner Sicht, falsche Entwicklung geht. Johannes Paul hat im Westen eine Brache hinterlassen. Von Benedikt erwarte ich, dass er sich wieder mehr dem Westen zukehrt.

 

Ich glaube, der neue Papst wird sich nicht so sehr autoritär um Einzelfragen kümmern, wie das zuweilen Johannes Paul tat. Er wird mehr deligieren und vermutlich den Bischofskonferenzen mehr Eigenständigkeit zugestehen. Aber er wird gleichzeitig darauf achten, dass der in den letzten zwei Dekaden vorgezeichnete Weg nicht verlassen wird.

 

Ich kann mir gut vorstellen, dass er über eine Zulassung von viri probati zum Priesteramt diskutieren wird. Gleichzeitig könnte er aber auch die Dogmatisierung der Beschränkung des Priesteramtes auf die Männer vorantreiben.

 

M.E. wurde ein Mann gewählt, dem man für eine überschaubare Zeit das Petrusamt überantworten wollte, der die Kirche in Kontinuität lenkt und der keine besonders großen Sprünge in die eine oder andere Richtung macht.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Sam_Naseweiss

Wenn ein liberaler Papst geworden wäre, dann hätte es große Spannungen in der Kirche geben können. Auch hätte es der Kirche nur geschadet, wenn jemand Papst geworden wäre, der sich mit der Dogmatik nicht auskennt und hätte Modernisierungen und Reformen durchführen wollen, welche im Widerspruch zu den Dogmen gestanden hätten.

Ratzinger kennt sich genau mit den Dogmen aus, er wird ausloten können was Substanz der Kirche ist und was nicht, was der Moderne entgegengesetzt werden muß und was zu überwindender Irrtum der Geschichte ist.

Er hat die Chance die Modernisten und Traditionalisten zu versöhnen, er hat die Chance sich den anderen Religion in dem Maße annähern zu können, der möglich ist. Ratzinger kann die Kirche refomieren, weil er dabei auch für die Traditionalisten glaubhaft ist.

 

Wie ich bereits zitierte:

Nur Nixon konnte nach China gehen.

 

(Spock, Star Trek VI.)

Edited by Sam_Naseweiss
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wolfgang E.
Er hat die Chance die Modernisten und Traditionalisten zu versöhnen, er hat die Chance sich den anderen Religion in dem Maße annähern zu können, der möglich ist. Ratzinger kann die Kirche refomieren, weil er dabei auch für die Traditionalisten glaubhaft ist.

 

Wie ich bereits zitierte:

Nur Nixon konnte nach China gehen.

 

(Spock, Star Trek VI.)

Stimmt. Aber wenn man von der sicheren Vergangenheit auf die unsichere Zukunft schließt, nähert sich die Wahrscheinlichkei, dass er es tut der Nulllinie.

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Ratzinger kann die Kirche refomieren, weil er dabei auch für die Traditionalisten glaubhaft ist
.

Amen

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Man kann nur hoffen, dass Benedikt XVI das Gegenteil von dem macht, was er geschrieben hat....

 

Aber das kann man sich wohl abschminken...

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Man kann nur hoffen, dass Benedikt XVI das Gegenteil von dem macht, was er geschrieben hat....

 

Aber das kann man sich wohl abschminken...

bei allem verständnis für kritik, ich glaube da tust du ihm unrecht. lies doch mal was von ihm, z.b. die gespräche mit seeberger (salz der erde, gott und die welt) oder auch einfach die einleitung ins christentum. sehr erhebend und nun, im neuen licht seines papst-seins noch faszinierender.

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also ich hoffe daß er genau das umsetzt was er in seinem buch Geist der Liturgie geschrieben hat im überigen ist dem nichtshinzuzufügen:

 

: :

Stellungname vom Generaloberen

 

( 20.04.2005, 11:27 MEZ )

 

Im Namen der Priesterbruderschaft St. Pius X. begrüßt der Generalobere Bischof Bernard Fellay die Wahl von Kardinal Josef Ratzinger zum Papst. Er betrachtet sie als einen Hoffnungschimmer, um die Kirche aus der tiefen Krise, welche sie erschüttert und die der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation vor kurzem in seinem Kreuzweg am Karfreitag zur Sprache gebracht hat, herauszuführen.

 

Der Bischof betet zu unsererm Herrn Jesus Christus, dem Haupt des Mystischen Leibes, damit die zweitausendjährige Tradition der Kirche, die während der letzten vierzig Jahre vergessen und mit Füßen getreten worden ist, während dieses Pontifikates ihren rechtmäßigen Platz wieder erhält, und daß die traditionelle Messe in all ihren Rechten und ohne Einschränkungen wieder eingesetzt werde.

 

Der Generalobere versichert schließlich den Nachfolger Petri, Benedikt XVI., seiner Gebete und der Gebete der ganzen Priesterbruderschaft St. Pius X., in der beachtlichen Aufgabe, die ihn erwartet, nämlich alles in Christus zu erneuern.

 

+ Bernard Fellay

Generaloberer

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lies doch mal was von ihm, z.b. die gespräche mit seeberger (salz der erde, gott und die welt)

Die liest leider niemand von den Anti-Ratzinger Krakehlern (das schadet der eingebauten Entrüstungs-Funktion).

 

Der Herr, den Du meinst, heißt übrigens Peter Seewald.

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Der Bischof betet zu unsererm Herrn Jesus Christus, dem Haupt des Mystischen Leibes, damit die zweitausendjährige Tradition der Kirche, die während der letzten vierzig Jahre vergessen und mit Füßen getreten worden ist,

Ein schönes Beispiel dafür, wie man unter der Piratenflagge der Einheit spaltet.

 

Eigentlich eine Blasphemie - und eine gezielte Beleidigung der Gläubigen, die zur katholischen Kirche stehen und denen freundlich mitgeteilt wird, sie würden die Tradition der Kirche mit Füßen treten.

 

Vielen Dank auch.

Edited by ThomasBloemer
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lies doch mal was von ihm, z.b. die gespräche mit seeberger (salz der erde, gott und die welt)

Die liest leider niemand von den Anti-Ratzinger Krakehlern (das schadet der eingebauten Entrüstungs-Funktion).

Im Gegenteil Thomas.

 

Meine Entrüstung hat erst nach der Lektüre von Salz der Erde volle Gestalt angenommen.

 

Ich werde allerdings wenn sich der Hype etwas gelegt hat und Amazon wieder normale Lieferzeiten hat mir "Einführung in das Christentum" als Vergleichslektüre zulegen ... :lol:

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Im Gegenteil Thomas.

 

Meine Entrüstung hat erst nach der Lektüre von Salz der Erde volle Gestalt angenommen.

Ach! Du bist ein Anti-Ratzinger Krakehler? :lol:

 

Aber mich würde bei Gelegenheit - möglichst in einem neuen Thread - interessieren, was Dich so entrüstet hat (Salz der Erde ist eins meiner Lieblingsbücher).

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wolfgang E.
lies doch mal was von ihm, z.b. die gespräche mit seeberger (salz der erde, gott und die welt)

Die liest leider niemand von den Anti-Ratzinger Krakehlern (das schadet der eingebauten Entrüstungs-Funktion).

 

Der Herr, den Du meinst, heißt übrigens Peter Seewald.

Deine Unvoreingenommenheit ist wie immer herzerfrischend. Und ob Du es mir zutraust dass ich es gelesen habe oder nicht, kratzt mich eigentlich nur marginal.

Leider liegen zwischen der "Einfuerung in das Christentum und dem "Salz der Erde" Welten.

 

Unser Pfarrer hat neulich zu mir gesagt, er wundert sich dass (damals noch Kardinal) Ratzinger diese Buch ueberhaupt noch verkaufen laesst.

Edited by wolfgang E.
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Im Gegenteil Thomas.

 

Meine Entrüstung hat erst nach der Lektüre von Salz der Erde volle Gestalt angenommen.

Ach! Du bist ein Anti-Ratzinger Krakehler? :lol:

 

Aber mich würde bei Gelegenheit - möglichst in einem neuen Thread - interessieren, was Dich so entrüstet hat (Salz der Erde ist eins meiner Lieblingsbücher).

Als Hüter der Glaubenskongregation und Kardinal war er definitiv nicht mein Vorbild und Richtungsweiser. (Krakeeler würde ich vllt. nicht sagen - aber Fan trifft es bestimmt nicht. :) )

 

 

Den Thread zum Salz können wir gerne machen - allerdings bin ich im Mom. ziemlich knapp mit Zeit zum lesen.

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Da bin ich aber froh, dass ich mir vor Jahren schon eine kleine Auswahl an Büchern zugelegt hatte. Unter anderem Salz der Erde- Wahrheit, Werte und Macht, und eines noch über die Liturgie. Ich bin gerade dabei, sie wieder rauszustöbern, und freue mich schon, sie zu lesen :lol:

 

http://www.kath.net/detail.php?id=10302

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Den Thread zum Salz können wir gerne machen - allerdings bin ich im Mom. ziemlich knapp mit Zeit zum lesen.

Hat zeit, Flo - ich bin in den nächsten beiden Wochen ohnehin mehr weg als hier.

 

Aber wie gesagt: bei Gelegenheit mit Vergnügen.

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Den Thread zum Salz können wir gerne machen - allerdings bin ich im Mom. ziemlich knapp mit Zeit zum lesen.

Hat zeit, Flo - ich bin in den nächsten beiden Wochen ohnehin mehr weg als hier.

 

Aber wie gesagt: bei Gelegenheit mit Vergnügen.

Ich sehe dabei eigentlich nur ein Problem:

 

Du hast bei diesem ungleichen "Duell" die gesamte Macht von 2000 Jahren römischer Lehrtradition im Rücken, die immer in deinem Sinne auslegbar ist :lol: ...

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Du hast bei diesem ungleichen "Duell" die gesamte Macht von 2000 Jahren römischer Lehrtradition im Rücken, die immer in deinem Sinne auslegbar ist :lol: ...

Dein Vertrauen ehrt mich sehr.

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Du hast bei diesem ungleichen "Duell" die gesamte Macht von 2000 Jahren römischer Lehrtradition im Rücken, die immer in deinem Sinne auslegbar ist :lol: ...

Dein Vertrauen ehrt mich sehr.

Das hat mit Vertrauen wenig zu tun - eher mit einer realistischen Einschätzung der Situation ... was nicht heißen soll, daß man es deswegen lassen sollte.

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