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Berufung?


Bartholomäus
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Bartholomäus

Liebe Freundinnen und Freunde,

ich schreibe in dieses Forum mit der Bitte um Ratschläge, Hinweise und Tipps. Ich bin 32 Jahre alt und in einem wissenschaftlichen Beruf relativ fest verankert. Seit meiner 16. Lebensjahres verspüre ich aber immer wieder den Wunsch oder das Bedürfnis, katholischer Priester zu werden. In all den Jahren habe ich versucht, diesen Wunsch zurück zu stellen, und in meinem "weltlichen" Beruf durchaus nennenswerte Erfolge erzielt. Doch immer wieder stellt sich mir die Frage, ob ich nicht besser Priester würde. Was mich derzeit davon abhält, ist wohl weniger der Zölibat als die Vorstellung, alles bisher Erreichte mehr oder weniger aufgeben zu müssen. Zudem habe ich Angst vor der Reaktion meiner Freunde und meiner Eltern, die mich zwar alle als überzeugten Katholiken kennen, aber zugleich meine "weltliche" Karriere verfolgen und unterstützen. Dazu kommt, dass ich nicht jeden Sonntag in die Kirche gehe - was aber möglicherweise auch daran liegt, dass ich dem Glauben nicht so viel Raum in meinem Leben einräumen will, weil ich sonst befürchte, noch mehr zum Priestertum berufen zu sein. Ist das eine normale und gesunde Haltung zum Priestertum? Dass man Situationen vermeidet, die einen noch mehr dazu bewegen könnten? Ansonsten ist die Vorstellung, Priester zu sein, für mich eine sehr schöne. Aber mich schreckt der lange Weg und der Aufwand dóch ein wenig ab, insbesondere wegen meiner Freunde, da ich doch recht "sattelfest" im Leben stehe. Als "Spätberufener" hat man es doch sicherlich noch schwerer. Aber alle Versuche, den immer wieder aufkeimenden Gedanken zu "vertilgen", sind ergebnislos geblieben. Wenn Gott mich beruft, sollte es dann nicht noch deutlicher sein??? Bitte, mailt mir, wass Ihr darüber denkt... Bin ich berufen???

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Liebe Freundinnen und Freunde,

ich schreibe in dieses Forum mit der Bitte um Ratschläge, Hinweise und Tipps. Ich bin 32 Jahre alt und in einem wissenschaftlichen Beruf relativ fest verankert. Seit meiner 16. Lebensjahres verspüre ich aber immer wieder den Wunsch oder das Bedürfnis, katholischer Priester zu werden. In all den Jahren habe ich versucht, diesen Wunsch zurück zu stellen, und in meinem "weltlichen" Beruf durchaus nennenswerte Erfolge erzielt. Doch immer wieder stellt sich mir die Frage, ob ich nicht besser Priester würde. Was mich derzeit davon abhält, ist wohl weniger der Zölibat als die Vorstellung, alles bisher Erreichte mehr oder weniger aufgeben zu müssen. Zudem habe ich Angst vor der Reaktion meiner Freunde und meiner Eltern, die mich zwar alle als überzeugten Katholiken kennen, aber zugleich meine "weltliche" Karriere verfolgen und unterstützen. Dazu kommt, dass ich nicht jeden Sonntag in die Kirche gehe - was aber möglicherweise auch daran liegt, dass ich dem Glauben nicht so viel Raum in meinem Leben einräumen will, weil ich sonst befürchte, noch mehr zum Priestertum berufen zu sein. Ist das eine normale und gesunde Haltung zum Priestertum? Dass man Situationen vermeidet, die einen noch mehr dazu bewegen könnten? Ansonsten ist die Vorstellung, Priester zu sein, für mich eine sehr schöne. Aber mich schreckt der lange Weg und der Aufwand dóch ein wenig ab, insbesondere wegen meiner Freunde, da ich doch recht "sattelfest" im Leben stehe. Als "Spätberufener" hat man es doch sicherlich noch schwerer. Aber alle Versuche, den immer wieder aufkeimenden Gedanken zu "vertilgen", sind ergebnislos geblieben. Wenn Gott mich beruft, sollte es dann nicht noch deutlicher sein??? Bitte, mailt mir, was Ihr darüber denkt... Bin ich berufen???

Lieber Bartholomäus!

 

Wodurch wir immer tiefer erkennen, was wirklich unser Weg ist: Sich im Gebet und in der Stille öffnen für das, was unser wahres Wesen ausmacht.

 

Wenn Du bereits seit dem 16. Lebensjahr eine tiefe Sehnsucht nach dem Priesterberuf fühlst, so ist das ein gutes Zeichen. Dass es auch Schwierigkeiten und Zweifel gibt- das gehört sicher zu einem Weg dazu. Daran kann man durchaus reifen. Was einem "in den Schoß" fällt, schätzt man ohnehin weniger.

 

Die Angst vor der Reaktion irgendwelcher Leute sollte Dir gleichgültig sein: Es ist Dein Weg, den Du zu gehen hast. Und wenn Du wirklich berufen bist, wirst Du dabei selbst glücklich werden wie auch andere glücklich machen.

 

Dass die Propheten auch manchmal vor den Aufträgen zu fliehen versuchten, sich dem Anspruch Gottes "verweigerten" und dann doch ja sagten- nun- das ist eine menschliche Reaktion. Auch der hl. Pfarrer von Ars versuchte zwei mal aus Ars zu fliehen, um "sein sündiges Leben in der Einsamkeit zu beweinen".

 

Was etwas wert ist - das kostet auch etwas. Der Weg des Priesters ist sicher ein anspruchsvoller.... und man sollte ihn gerade in der heutigen Zeit nicht als einen bequemen Weg sehen. Aber bei allen Herausforderungen ist es ein wunderbarer Weg. Und wer diesen Weg als von Gott Gerufener geht, der kann IMMER und bei ALLEM mit dem Beistand Gottes rechnen.

 

Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du durch das Gebet erkennst, was für Dich das Beste ist- und bitte Gott, Dir den für Dich richtigen Weg zu zeigen.

 

Mit herzlichen Segensgrüßen

Peter

Edited by Mariamante
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Bitte, mailt mir, wass Ihr darüber denkt... Bin ich berufen???

probiers - bewerb Dich - leite die notwendigen Schritte ein. Wenns klappt und die Kirche sagt "ja" zu Dir, ist Deine Vermutung richtig.

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Liebe Freundinnen und Freunde,

ich schreibe in dieses Forum mit der Bitte um Ratschläge, Hinweise und Tipps. Ich bin 32 Jahre alt und in einem wissenschaftlichen Beruf relativ fest verankert. Seit meiner 16. Lebensjahres verspüre ich aber immer wieder den Wunsch oder das Bedürfnis, katholischer Priester zu werden. In all den Jahren habe ich versucht, diesen Wunsch zurück zu stellen, und in meinem "weltlichen" Beruf durchaus nennenswerte Erfolge erzielt. Doch immer wieder stellt sich mir die Frage, ob ich nicht besser Priester würde. Was mich derzeit davon abhält, ist wohl weniger der Zölibat als die Vorstellung, alles bisher Erreichte mehr oder weniger aufgeben zu müssen. Zudem habe ich Angst vor der Reaktion meiner Freunde und meiner Eltern, die mich zwar alle als überzeugten Katholiken kennen, aber zugleich meine "weltliche" Karriere verfolgen und unterstützen.

Sprichst Du denn mit keinem von ihnen darüber? Was sind das dann für Freunde?

 

Dazu kommt, dass ich nicht jeden Sonntag in die Kirche gehe - was aber möglicherweise auch daran liegt, dass ich dem Glauben nicht so viel Raum in meinem Leben einräumen will, weil ich sonst befürchte, noch mehr zum Priestertum berufen zu sein. Ist das eine normale und gesunde Haltung zum Priestertum? Dass man Situationen vermeidet, die einen noch mehr dazu bewegen könnten? Ansonsten ist die Vorstellung, Priester zu sein, für mich eine sehr schöne. Aber mich schreckt der lange Weg und der Aufwand dóch ein wenig ab, insbesondere wegen meiner Freunde, da ich doch recht "sattelfest" im Leben stehe. Als "Spätberufener" hat man es doch sicherlich noch schwerer.

 

Warum denn? Ein Entschluss, der so lange gebraucht hat, um zu reifen, wird doch sicherlich nicht so leicht als "jugendliche" Spinnerei abgetan. Und den jüngeren Kollegen hättest Du einiges voraus: Berufs- und Lebenserfahrung... das kann doch für einen Priester nur von Vorteil sein.

Wenn Du in Deinem jetzigen Beruf eine Auszeit nehmen kannst, ohne dass Du gleich alle Brücken abbrichst, dann hast du doch wirklich nichts zu verlieren, wenn Du es einfach versuchst. Anderenfalls wirst Du Dir vielleicht noch als Rentner vorwerfen, Deiner wahren Berufung nicht gefolgt zu sein.

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Noch ein Tipp:

Nimm doch mal an einem "Tag der offenen Tür" eines Priesterseminars teil oder verabrede auf eigene Initiative einen Besuchstermin. Du wirst wahrscheinlich feststellen, dass das Seminar nicht nur aus jungen Spunden besteht sondern auch einige Priesteramtskandidaten mit beruflichen Vorgeschichten anzutreffen sind.

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Ich schliesse mich meinen werten Vorschreibern an. Ich kenne auch Spätberufene und ein Freund von mir hat im Herbst Weihe. Sie sagen sogar, dass es für sie gut war, erstmal zu arbeiten und dann den Weg gefunden zu haben.

Einen weiteren Tipp vielleicht so: Versuch doch erstmal, dich ins kirchliche Leben deiner Gemeinde weiter einzubringen und arbeite im liturgischen Dienst mit. Dort wirst du vermutlich relativ rasch merken, ob du mehr möchtest, oder nicht. Nach meiner Konvertierung vor zwei Jahren habe ich den gleichen Weg gesucht und fühle mich nun sehr wohl und kann meinen Dienst an Gott und meiner Gemeinde verrichten (mehr ist nun ja im Augenblick für Frauen nicht möglich :lol: )

 

Ich finde auch, dass du ein ganz gutes Verhältnis mitbringst. Ich wollte zuerst auch dauernd in den Gottesdienst, aber ich habe es mir dann untersagt, damit ich nicht ins Frömmeln komme. Als ich meinen Weg suchte, betete ich viel und habe auch viel in der Bibel gelesen. Dann kam es zu folgendem merkwürdigen Ereignis: Ich habe an drei Tagen hintereinander immer die gleiche Bibelstelle aufgeschlagen und das, obwohl es verschiedene Bibeln waren (Uni)... am Lesezeichen hat es also nicht gelegen :) und ich bin sonst eher ein sachlicher und kritischer Mensch...

Für mich war es aber ein deutliches Zeichen, dass mich Gott in seinen Dienst nehmen möchte. Nun mache ich es seit zwei Jahren und es erfüllt mich.

 

Apg 2, 17«Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; 18und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.

 

Lukas 1,76Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, daß du seinen Weg bereitest 77und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden,  78durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, 79damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

 

Ich wünsche Dir alles Gute und Gottes Begleitung auf deinem Weg!

Edited by Katta
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Liebe Freundinnen und Freunde,

ich schreibe in dieses Forum mit der Bitte um Ratschläge, Hinweise und Tipps. Ich bin 32 Jahre alt und in einem wissenschaftlichen Beruf relativ fest verankert. Seit meiner 16. Lebensjahres verspüre ich aber immer wieder den Wunsch oder das Bedürfnis, katholischer Priester zu werden. In all den Jahren habe ich versucht, diesen Wunsch zurück zu stellen, und in meinem "weltlichen" Beruf durchaus nennenswerte Erfolge erzielt. Doch immer wieder stellt sich mir die Frage, ob ich nicht besser Priester würde. Was mich derzeit davon abhält, ist wohl weniger der Zölibat als die Vorstellung, alles bisher Erreichte mehr oder weniger aufgeben zu müssen. Zudem habe ich Angst vor der Reaktion meiner Freunde und meiner Eltern, die mich zwar alle als überzeugten Katholiken kennen, aber zugleich meine "weltliche" Karriere verfolgen und unterstützen. Dazu kommt, dass ich nicht jeden Sonntag in die Kirche gehe - was aber möglicherweise auch daran liegt, dass ich dem Glauben nicht so viel Raum in meinem Leben einräumen will, weil ich sonst befürchte, noch mehr zum Priestertum berufen zu sein. Ist das eine normale und gesunde Haltung zum Priestertum? Dass man Situationen vermeidet, die einen noch mehr dazu bewegen könnten? Ansonsten ist die Vorstellung, Priester zu sein, für mich eine sehr schöne. Aber mich schreckt der lange Weg und der Aufwand dóch ein wenig ab, insbesondere wegen meiner Freunde, da ich doch recht "sattelfest" im Leben stehe. Als "Spätberufener" hat man es doch sicherlich noch schwerer. Aber alle Versuche, den immer wieder aufkeimenden Gedanken zu "vertilgen", sind ergebnislos geblieben. Wenn Gott mich beruft, sollte es dann nicht noch deutlicher sein??? Bitte, mailt mir, wass Ihr darüber denkt... Bin ich berufen???

Hallo Bartholomäus,

 

ich kann Deine Zweifel gut verstehen, zumal ma ja wirklich Erreichtes nicht allzu gerne aufgibt.

Du musst ja nicht auf einmal alles aufgeben.

 

Wie wäre es, wenn Du zunächst über das Thema Ständiger Diakon nachdenken würdest. Das kann man nebenamtlich und in einigen Bistümern hauptamtlich tun. Bis zur Weihe sind es einige Jahre mit Ausbildung, Praktika und Begleitung und Du kannst Dir in dieser Zeit überlegen, ob der Weg Dir wirklich liegt und dann inwelcher Form. Die Priesterweihe würde Dir dann auch offen stehen.

Deine Umgebung wäre dann auch nicht so sehr überrascht.

 

Ich habe einen sehr guten Freund, der auch in Deinem Alter begann, über das Thema nachzudenken. Er wurde zuerst Ständiger Diakon (allerdings hauptamtlich), weil er glaubte, er sei dem Priesterberuf nicht gewachsen. Mittlerweile ist er Priester.

 

Viele Grüße,

 

Matthias

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Es gibt da ein spannendes Buch:

James Martin: Vom Banker zum Jesuit

 

Es schildert den Weg eines Mannes von Mitte 20, der sich entscheidet, in den Orden zu gehen ...

Interessant und außerdem sehr "nett" zu lesen ...

 

Laura

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Lieber Bartholomäus!

 

Mit 32 sieht die Welt natürlich anders aus, als mit 20. Du hast ja auch schon einiges aufgebaut. Und Du hast viel nachgedacht.

 

Ich glaube kaum, dass Du in dieser Frage alleine weiter kommen wirst. Ich kann Dir nur empfehlen, Dich an einen Priester Deines Vertrauens zu wenden und vor allem auch mit dem Leiter des Priesterkonvikts oder Priesterseminars in Kontakt zu treten und dort ganz offen Deine Situation schildern.

 

Mit 20 hat man die Möglichkeit des Probierens viel mehr als mit 32; da stehen die Wege in die Zukunft noch offener vor einem. Wenn Du Dich jetzt entscheidest, dann wäre es gut, wenn Du ein gewisses Maß an innerer Sicherheit hättest. Und diese Sicherheit wächst im Gebet, in Gesprächen und im nüchternen Betrachten der eigenen Person.

 

Mich würde noch interessieren: Was heißt es denn, dass Du Dich zum Priester berufen fühlst? Wozu genau fühlst Du Dich berufen?

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