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Benedikt XVI. und die Befreiungstheologie


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RadVat meldet heute:

Müller: Benedikt kein Gegner der Befreiungstheologie

Papst Benedikt XVI. ist nach den Worten des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller kein Gegner der Befreiungstheologie. Dank des Einsatzes von Gustavo Gutierrez, der bekanntesten Figur dieser Richtung, sei die Auseinandersetzung mit der Glaubenskongregation «in das richtige Lot geraten», sagte Müller am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur. “Ratzinger teilt da voll und ganz meine Meinung.” Dem vorausgegangen sei ein Lernprozess, in dem Missverständnisse ausgeräumt und Argumente präziser gefasst werden mussten. Die Römische Glaubenskongregation unter ihrem damaligen Präfekten Kardinal Joseph Ratzinger hatte 1985 den brasilianischen Befreiungstheologen Leonardo Boff gemaßregelt. (kna)

 

Weiß da jemand genauere Details? Bisher dachte ich, Ratzi hätte die Befreiungstheologie bekämpft? :lol:

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wolfgang E.
RadVat meldet heute:
Müller: Benedikt kein Gegner der Befreiungstheologie

Papst Benedikt XVI. ist nach den Worten des Regensburger Bischofs Gerhard Ludwig Müller kein Gegner der Befreiungstheologie. Dank des Einsatzes von Gustavo Gutierrez, der bekanntesten Figur dieser Richtung, sei die Auseinandersetzung mit der Glaubenskongregation «in das richtige Lot geraten», sagte Müller am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur. “Ratzinger teilt da voll und ganz meine Meinung.” Dem vorausgegangen sei ein Lernprozess, in dem Missverständnisse ausgeräumt und Argumente präziser gefasst werden mussten. Die Römische Glaubenskongregation unter ihrem damaligen Präfekten Kardinal Joseph Ratzinger hatte 1985 den brasilianischen Befreiungstheologen Leonardo Boff gemaßregelt. (kna)

 

Weiß da jemand genauere Details? Bisher dachte ich, Ratzi hätte die Befreiungstheologie bekämpft? :lol:

Er hat jedenfalls den Befreiungstheologen Marxismus vorgeworfen und ihnen eine Verpolitisierung des Glaubens unterstellt. Dies noch in einem wenige Tage vor seiner Wahl im bayrischen Fernsehen ausgestrahlten Sendung.

.....Ratzinger hatte dieser schon Anfang der 80er-Jahre den Kampf angesagt, weil sie Anleihen beim Marxismus mache. Wer das Christentum per se für politisch hält, sitzt Ratzinger zufolge einer missverstandenen Eschatologie (Lehre der letzten Dinge) auf. Die Befreiungstheologen suchten das Königsreich Gottes hier auf Erden und drohten in einen gefährlichen Utopismus abzugleiten. Der Gottesmann betont demgegenüber die platonisch-individuelle Erlösung.... Quelle:http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/490179.html

das waren auch sinngemaess seine aussagen im Interview.

Sehr informativ auch diese Seite:http://www.ikvu.de/befreiungstheologie/

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Christianus

Was ich laß, so hat er die marxistische Ausrichtung der Befreiungstheologie (und ihre prosowiertische oder -cubanische (aber lecka Cigarren) Ausrichtung) verurteilt, die sich in der Rückschau als richtig erwies, so der Kommentator {Fußnote im www verschütt gegangen}; denn offenbar befürchtete Ratzi eine politisierte Kirche wie bei den Protties (Raketenkirchentage, dt.Christen, ect.). Eine Politkirche, die immer der Mehrheit folgend das thematische Ruder herumreißen muß und so keinen sicheren Kurs fahren kann. Zumal die oft äußerst kurzfristigen Veränderungen auf dem lateinamerikanischen Kontinen durch Putsch oder Revolution eigentlich keine andre Entscheidung zu lassen konnten, ohne die Neutralität als Arbeitsgrundlage für die Ortskirchen zu gefährden.

Folgerung und Erinnerunng meinereiner sind grün eingefärbt...

 

Hoffentlich hilft der Text wenigstens 1 bißchen weiter.

 

Christianus

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Sehr informativ auch diese Seite: http://www.ikvu.de/befreiungstheologie/

von dort:

 

1984   

Am 23.1. 1984 erscheint in der peruanischen Zeitschrift Oiga ein Artikel, der Kardinal  Ratzinger, seit 1981 Präfekt der  Kongregation für die Glaubenslehre, zugeschrieben wird. Es wendet sich mit dem Vorwurf, das Christentum in Marxismus aufzulösen, gegen die Theologie der Befreiung, namentlich gegen Hugo Assmann, Gustavo Gutiérrez, Jon Sobrino und  Ignácio Ellacuria.

 

  Kardinal Eugênio de Araújo Sales entzieht Leonardo Boff, Clodovis Boff und Antônio Moser die Lehrerlaubnis für das Erzbistum Rio de Janeiro

 

  Am 6.8.1984 veröffentlicht die Kongregation für die Glaubenslehre ihre "Instruktion über einige Aspekte der Theologie der Befreiung". Sie wirft der Theologie der Befreiung vor, durch unkritische Übernahme des Marxismus den Sinn für die Wahrheit zu untergraben, zur Gewalt aufzurufen und das Christentum zu verfälschen.

 

  Anlässlich der Herbstvollversammlung der DBK hält der damalige Vorsitzende Joseph Kardinal Höffner am 22.9.1984 ein Referat unter dem Titel "Soziallehre der Kirche oder Theologie der Befreiung?". Darin erklärt er die Theologie der Befreiung im Anschluss an den Artikel in Oiga kurzerhand zur "fundamentale(n) Gefahr für den Glauben der Kirche", was ihn nicht an der Behauptung hindert: "Richtig verstanden ist die Theologie der Befreiung ein Teil der Soziallehre der Kirche".

 

Aus der bloßen Zuschreibung eines Artikels würde ich keine irgendwie geartete Haltung ableiten.

Edited by Lucia Hünermann
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soweit ich mich erinnere gab es damals 2 instruktionen der glaubenskongregation die 2 war moderater daß hat ex. müller gemeint denke ich

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In den Zeitungen habe ich immer wieder gelesen, daß nicht "die" Befreiungstheologie, sondern einzelne marxistisch durchsetzte Strömungen als mit dem Glauben nicht vereinbar eingestuft wurden. Eine solche Genauigkeit und Kritik mit offenem Visier kann man aber offenbar von einer Gruppe wie Kirche von unten nicht erwarten.

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In den Zeitungen habe ich immer wieder gelesen, daß nicht "die" Befreiungstheologie, sondern einzelne marxistisch durchsetzte Strömungen als mit dem Glauben nicht vereinbar eingestuft wurden. Eine solche Genauigkeit und Kritik mit offenem Visier kann man aber offenbar von einer Gruppe wie Kirche von unten nicht erwarten.

Es wäre auch denkerisch unhaltbar, nach der historischen Niederlage der marxistischen Volksbeglückungsideologie selbige quasi durch die Hintertür unter dem Namen "Befreiungstheologie" wieder intellektuell salonfähig zu machen.

 

CHRISTI Reich ist nicht von dieser Welt (Johannes 18, 36) .........

 

GsJC

Raphael

 

P.S. Aber es gestaltet diese Welt! :lol:

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CHRISTI Reich ist nicht von dieser Welt (Johannes 18, 36) .........

 

GsJC

Raphael

 

P.S. Aber es gestaltet diese Welt! :lol:

Wie kann es "nicht von dieser Welt sein", wenn es für diese Welt ist und von Menschen gestaltet wird?

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CHRISTI Reich ist nicht von dieser Welt (Johannes 18, 36) .........

 

GsJC

Raphael

 

P.S. Aber es gestaltet diese Welt!  :lol:

Wie kann es "nicht von dieser Welt sein", wenn es für diese Welt ist und von Menschen gestaltet wird?

Das sind nur Sprüche, da muss man nichts drauf geben...

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@ Volker_D

 

CHRISTI Reich ist nicht von dieser Welt (Johannes 18, 36) .........

 

GsJC

Raphael

 

P.S. Aber es gestaltet diese Welt!  :)

Wie kann es "nicht von dieser Welt sein", wenn es für diese Welt ist und von Menschen gestaltet wird?

Die Antwort hast Du Dir eigentlich gestern schon selber gegeben, allerdings in übermäßig spöttischer Weise: Tolle lege! :)

 

Wenn man 'mal den spöttischen Tenor aus diesem Beitrag herausnimmt, kommt man tatsächlich zum Thema Transzendenz/Immanenz.

Die katholische Kirche vertritt in und mit ihrem Gottesglauben klar, eindeutig und unmißverständlich eine transzendente Sichtweise auf die materiell erfahrbare Wirklichkeit. :)

Und genau so ist auch meine obige Anmerkung zu verstehen ..... :lol:

 

GsJC

Raphael

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Was ich laß, so hat er die marxistische Ausrichtung der Befreiungstheologie (und ihre prosowiertische oder -cubanische (aber lecka Cigarren) Ausrichtung) verurteilt, die sich in der Rückschau als richtig erwies, so der Kommentator {Fußnote im www verschütt gegangen}; denn offenbar befürchtete Ratzi eine politisierte Kirche wie bei den Protties (Raketenkirchentage, dt.Christen, ect.). Eine Politkirche, die immer der Mehrheit folgend das thematische Ruder herumreißen muß und so keinen sicheren Kurs fahren kann. Zumal die oft äußerst kurzfristigen Veränderungen auf dem lateinamerikanischen Kontinen durch Putsch oder Revolution eigentlich keine andre Entscheidung zu lassen konnten, ohne die Neutralität als Arbeitsgrundlage für die Ortskirchen zu gefährden.

Folgerung und Erinnerunng meinereiner sind grün eingefärbt...

 

Hoffentlich hilft der Text wenigstens 1 bißchen weiter.

 

Christianus

Naja. Die katholische Kirche bzw. Papst und Bischöfe hat sich eigentlich nie als völlig von der Welt getrennt verstanden, sondern es sehr wohl als ihre Aufgabe gesehen, dort wo (in ihren Augen) Unrecht geschieht, dagegen Stellung zu beziehen. Warum sonst hat sich der Papst gegen Abtreibung geäußert? Warum gibt es Sozialenzykliken?

 

Und, als Mod (auch wenn ich jetzt wohl wieder als zu streng kritisiert werde):

eine politisierte Kirche wie bei den Protties (Raketenkirchentage, dt.Christen, ect.). Eine Politkirche, die immer der Mehrheit folgend das thematische Ruder herumreißen muß und so keinen sicheren Kurs fahren kann.

 

Ich hoffe,

a) der Ausdruck "Protties" war nicht verächtlich gemeint.

:lol: du hast nicht vor, Raketenkirchentage und "Deutsche Christen" (in der NS-Zeit) gleichzusetzen.

c) du unterstellst hier nicht, dass die evangelische Kirche beliebig ihre Fahne nach dem Wind dreht.

 

Sollte dem nicht so sein, müsste ich dich bitten, dich in F&A seehr zurückzuhalten, da bei Postings, die andere Personen oder Anschauungen beleidigen, mein Lösch- und Verwarnfinger ziemlich locker sitzt.

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Christianus
Ich hoffe,

a) der Ausdruck "Protties" war nicht verächtlich gemeint.

du hast nicht vor, Raketenkirchentage und "Deutsche Christen" (in der NS-Zeit) gleichzusetzen.

c) du unterstellst hier nicht, dass die evangelische Kirche beliebig ihre Fahne nach dem Wind dreht.

 

Sollte dem nicht so sein, müsste ich dich bitten, dich in F&A seehr zurückzuhalten, da bei Postings, die andere Personen oder Anschauungen beleidigen, mein Lösch- und Verwarnfinger ziemlich locker sitzt.

 

Hallo Martin,

 

Prottis ist die Kurzform für PROTesTanen(IS), wer da was Übles sieht kann auch behaupten "Ratzi" komme von Ratte - dann hättest Du hier (und bei Gladiatorens) einiges zu löschen :lol:

Ganz selbstverständlich setzte sich sie in bestimmten Punkten gleich - sind sie doch Ausformung einer auf die Tagespolitik ausgerichteten Kirche, die das VOX POPOLI VOX DEI sehr ernst nimmt. Und immer wieder versucht sich (fast populistisch) auf Augenhöhe mit dem Zeitgeist zu bewegen.

In den 30ern waren Braune Hemden und Schaftstiefel Zeitgeist (auch die Rotfrontkämpfer trugen sie!) und man setzte auf Sie um politisch korrekt zu sein, andererseits warf an in den 80ern der sockenstrickenden Linken an den Hals, um den Anschluß an den Zeitgeist nicht zu verlieren. Ich nehme diesen beiden extremen Beispiele, um die fliegenden Rockschöße darzustellen mit denen die Protestanten dem aktuellen Meinungsbild meinen folgen zu müssen. Auf mich macht das keinen unwürdigen, sondern einen ehr peinlichen Eindruck-für mich ein wichtiger Grund gegen die Annäherung an die "Renegatenkirche = rk(Wortspielerei Zitat eines radikalen Protestanten)" :)Doppelwortwitz :) .

 

Es geht nicht darum zu beleidigen, sonder Positionen darzustellen ohne blutige Schrammen davonzutragen oder auszuteilen, wie bei den Gladiatoren, ich z.B. finde den Begriff "HeiGei" auch löschenswürdig, sollte er hier von einem Atheisten genutzt werden, würde ihn aber ertragen, da er Ausdrucksmittel für eine Distanz zum Glauben ist und es schwierig ist diesen Abstand sprachlich zu wahren - anders ist es für mich auch nicht.

 

Solltest Du diesen Punkt öffentlich diskutieren lassen wollen, so bastel hieraus gerne ein neues Topic.

 

Grüße von

Christianus

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wolfgang E.
CHRISTI Reich ist nicht von dieser Welt (Johannes 18, 36) .........

 

GsJC

Raphael

 

P.S. Aber es gestaltet diese Welt!  :lol:

Wie kann es "nicht von dieser Welt sein", wenn es für diese Welt ist und von Menschen gestaltet wird?

Die Kirche hatte immer so ihre Probleme, wenn eine Gruppe von Priestern die Hilfe für die sozial Schwachen konkret genommen hat und dabei an das bestehende System angestossen ist.

 

 

Beispiele. Jesuitenstaat in Paraguay im 17 Jh.

 

Verbot der Arbeiterpriester 1959

 

Maßregelung der Befreiungstheologie 1984 bis...

 

Verstzung von Jaques Gaillot von Evreux nach Partenia

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:) du hast nicht vor, Raketenkirchentage und "Deutsche Christen" (in der NS-Zeit) gleichzusetzen.

c) du unterstellst hier nicht, dass die evangelische Kirche beliebig ihre Fahne nach dem Wind dreht.

zu :) Meinst Du vergleichen oder gleichsetzen?

zu c) Ist mir da an der evangelischen Kirche was entgangen? Nicht nur das Leben, auch die Lehre hat dort einen so weiten Spielraum, daß man hin und wieder sehr überlegen muß, wen man da eigentlich vor sich hat (Huber ist hier weniger gemeint :) ). Inwieweit wäre eine solche Behauptung eigentlich eine Unterstellung oder Beleidigung? So einiges davon (incl. "Deutsche Christen") ist durchaus belegbar.

Apropos: Nach den Rüttgers-Zitaten haben jetzt auch die Grünen protestiert: Er würde die deutschen Christen beleidigen. Bei der bekannten Übersensibilität der Grünen beim Thema Deutsche Geschichte und Sprache habe ich erst geglaubt, mich verlesen zu haben. Aber offenbar nehmen auch bei den Grünen langsam die Geschichtskenntnisse ab, sodaß ihnen sonst so überaus bekämpfte Mißverständnismöglichkeiten nicht mehr auffallen. :lol: Aber zurück zum Thema: Auch die evangelische Kirche hat protestiert. Und dabei hat Rüttgers doch nur gesagt, er halte das christliche Menschenbild für richtig (und überlegen). Wenn die Protestanten da protestieren - welches Menschenbild vertreten die dann? Ich hatte bisher Huber immer so verstanden, daß er auch vom christlichen ausgeht.

Edited by soames
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Warum macht die hiesige Formatierung aus einem kleinen "b" mit einer dahinterstehenden Klammer immer ein großes "B" und damit diesen komischen Sonnenbrillenwicht?

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Aus Bosheit.

 

Ganz, ganz früher soll es mal ein Forum gegeben haben, das aus "Gott" immer "jenes höhere Wesen" machte (oder so ähnlich, da war ich noch nicht dabei).

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Angelocrator
Er hat jedenfalls den Befreiungstheologen Marxismus vorgeworfen und ihnen eine Verpolitisierung des Glaubens unterstellt.

"Verpolitisierung des Glaubens"

 

Ist das sowas wie: katholische Politiker dazu aufforden, gegen bestimmte Gesetze zu stimmen, weil der Vatikan etwas gegen diese Gesetze hat?

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Angelocrator
In den 30ern waren Braune Hemden und Schaftstiefel Zeitgeist (auch die Rotfrontkämpfer trugen sie!) und man setzte auf Sie um politisch korrekt zu sein,

Damit meinst Du sicherlich Protestanten und Katholiken, richtig?

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In den 30ern waren Braune Hemden und Schaftstiefel Zeitgeist (auch die Rotfrontkämpfer trugen sie!) und man setzte auf Sie um politisch korrekt zu sein,

Damit meinst Du sicherlich Protestanten und Katholiken, richtig?

guck dir das Wahlverhalten nach Regionen und Konfessionen bei den Wahlen 1932/33 an. Sagt für die Zeit danach natürlich erstmal nicht viel aus und taugt auch nicht zum über-einen-Kamm-scheren. Ist aber trotzdem aufschlußreich.

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Nochmal am Rande was zum zum eigentlichen Thema: Die marxistisch orientierte Befreiungstheologie von Leuten wie Boff oder Gutierrez, aber auch den Cardenal-Brüdern, die sich sogar als Amtsträger einer marxistischen Regierung vereinnahmen ließen, wurde von den kommunistischen Regimes als Keule gegen alle Christen, speziell Katholiken, benutzt, die sich dem Gleichschaltungsdruck nicht beugen wollten. In der DDR haten wir es dabei noch vergleichsweise gut, weil in den 80er Jahren im wesentlichen propagandistisch agiert wurde und nur in wenigen Ausnahmefällen physisch. Immerhin war es aber schwer, das Mitmachen unter Berufung auf den eigenen Glauben zu verweigern, während einem genußvoll vor die Nase gehalten werden konnte, daß sich andere Katholiken, sogar Priester wie Boff, die kommunistischen Cardenal-Minister in Nicaragua oder die "nützlichen I******" der "Berliner Konferenz Europäischer Katholiken" (in der einige friedensbewegte Priester - ich glaube aus Holland - mitmachten, die von den Verhältnissen bei uns keine Ahnung hatten) längst nicht so zierten, mit dem Marxismus zu sympatisieren.

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Angelocrator
guck dir das Wahlverhalten nach Regionen und Konfessionen bei den Wahlen 1932/33 an. Sagt für die Zeit danach natürlich erstmal nicht viel aus und taugt auch nicht zum über-einen-Kamm-scheren. Ist aber trotzdem aufschlußreich.

Ich schau mir lieber das Verhalten der Kirchenfuehrer an.

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guck dir das Wahlverhalten nach Regionen und Konfessionen bei den Wahlen 1932/33 an. Sagt für die Zeit danach natürlich erstmal nicht viel aus und taugt auch nicht zum über-einen-Kamm-scheren. Ist aber trotzdem aufschlußreich.

Ich schau mir lieber das Verhalten der Kirchenfuehrer an.

Aber wahrscheinlich unter Auslassung der darüber vorliegenden Akten, u.a. meterweise veröffentlicht von der Kommission für Zeitgeschichte der DBK seit Mitte der sechziger Jahre...

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wolfgang E.
Nochmal am Rande was zum zum eigentlichen Thema: Die marxistisch orientierte Befreiungstheologie von Leuten wie Boff oder Gutierrez, aber auch den Cardenal-Brüdern, die sich sogar als Amtsträger einer marxistischen Regierung vereinnahmen ließen, wurde von den kommunistischen Regimes als Keule gegen alle Christen, speziell Katholiken, benutzt, die sich dem Gleichschaltungsdruck nicht beugen wollten. In der DDR haten wir es dabei noch vergleichsweise gut, weil in den 80er Jahren im wesentlichen propagandistisch agiert wurde und nur in wenigen Ausnahmefällen physisch. Immerhin war es aber schwer, das Mitmachen unter Berufung auf den eigenen Glauben zu verweigern, während einem genußvoll vor die Nase gehalten werden konnte, daß sich andere Katholiken, sogar Priester wie Boff, die kommunistischen Cardenal-Minister in Nicaragua oder die "nützlichen I******" der "Berliner Konferenz Europäischer Katholiken" (in der einige friedensbewegte Priester - ich glaube aus Holland - mitmachten, die von den Verhältnissen bei uns keine Ahnung hatten) längst nicht so zierten, mit dem Marxismus zu sympatisieren.

Der Marxismus von Leonardo Boff und anderen lag in erster Linie darin, dass sie konkrete Aktionen zur Verbesserung der Lage der Menschen forderten und nicht bereit waren, diese nur auf ein besseres Jenseits zu vertrösten.

Man kann südamerikanische Verhältnisse schwer auf Europa übetragen

Im übrigen hat die Kirche mit Aktionen, die sich nicht am herrschenden politischen System orientierten, schon immer ihre liebe Not gehabt.

 

Der Vorwurf des Marxismus war auch immer schon ein probates Mittel konkrete Aktionen zu diskreditieren - siehe auch das Verbot der Arbeiterpriester 1959, das ganz stark französische Priester betroffen hat.

 

Auch Bischof Gaillot ist ja nicht über irgendwelche besonders abweichende Glaubenslehren gestolpert, sondern eher darüber, dass dem französischen Innenminister sein Eintreten für Asylanten missfallen hat und dessen Interventionen gegen Gaillot schliesslich erfolgreich waren.

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Der Marxismus von Leonardo Boff und anderen lag in erster Linie darin, dass sie konkrete Aktionen zur Verbesserung der Lage der Menschen forderten und nicht bereit waren, diese nur auf ein besseres Jenseits zu vertrösten.

Diese Absicht, praktisch etwas zu ändern, ist aber nicht nur auf einem Weg zu verwirklichen. Sicher ist Boff grundsätzlich eine noble Motivation zu unterstellen. Allerdings hat er, im Unterschied zu Gutierrez und anderen, mit seinen Reaktionen auf die Interventionen Roms den Verdacht nicht gerade entkräftet, daß ihm an Christus und der Kirche primär nichts liegt, sondern für ihn die Kirche auschließlich das Vehikel politischer Aktion war.

 

Man kann südamerikanische Verhältnisse schwer auf Europa übetragen

Im übrigen hat die Kirche mit Aktionen, die sich nicht am herrschenden politischen System orientierten, schon immer ihre liebe Not gehabt.

Nana, im Fall Nicaragua hat die Kirche gerade Schwierigkeiten mit Aktionen gehabt, die sich am herrschenden politischen System orientierten. Gleiches gilt für den gesamten Ostblock und auch - wie du nicht schon vergessen haben wirst, für die Irakkriegsschelte gegenüber Bush jr.

 

Der Vorwurf des Marxismus war auch immer schon ein probates Mittel konkrete Aktionen zu diskreditieren

 

Er lag im Fall Befreiungstheologie vor allem auf der Hand für einen Papst, der den Marxismus am eigenen Leib und Leben erfahren hatte. Katholiken in der DDR waren im Schnitt recht dankbar für die Intervention Roms, die ihnen den Rücken gestärkt hat in der Auseinandersetzung mit der Staatsideologie. Ähnlich dürfte es in anderen Ostblockländern verstanden worden sein. Allerdings gab es auch Einzelne, die via Westfernsehen einiges von den Meinungen der marxismusverteidigenden Friedenschristen aus dem Westen, die i.d.R. den Osten nur vom Hörensagen kannten, übernahmen.

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